Nr. W6. Mittwoch, 5. Oktober 1««?. «>'!'."?,"??^k^.^ -' ^',! P ° l' vlrs«,ll> llng: ga»)jähri8 fi. 15, halbjähllg sl. 7.LU. Im «l ° mpto > l: I Dle ,.z.'llibachtr Zcilunn'' «scheint täglich mit «u,nahme d« Sonn- und iselltta« ?'n."i i. ^^''"'"'« ^l. ",°0 Für tie Znftellunn ln« Lou« ganMhrigZ, 1. - I«serti°n«»e»»r: Für I Dlc «dministr»«»« landet fich ^,»b>.!b°WN« ,5, die «tb«.lo» Wifn«?ftr<>ß«"z - n"f"nkiertt Vrle,« "l»c Inserate bw ,u < .^«'len 25. tr.. «r«ß«c v» .^clle ü k.; bei oftcrcn w>eb«izvlu»n<:n yi, .^tile » ll. V w»d>:n °,ch? a:,«^?::,!:»!,! und Man»srripl< nichl ,«rüt eNiriiz des Franz-Ioseph.Ordens allergnädigst zn °"Ielhen geruht. «.^ Se. k. und l. Apostolische Majestät haben mit Merhochster Entschließung von, 29. September d. I. dem "nsterlal^Secretär im Finanzministerium Dr. Wenzel lM ^ ^" Titel und Charakter eines Sections- "yes taxfrei allergnädigst zu verleihen geruht. Dunajcwski >n. p. ^ Se. l. und k. Apostolische Majestät haben mit ^Mchster Entschließung vom 27. September d. I. den ^erförstern Joseph Packele in Lambach und Alois ^dupll in Durchlass das goldene Verdienstkreuz dnz s- Nevierförster Franz Pawel in Stroheim v stlberne Verdienstkreuz mit der Krone allergnädigst !!^leihe,' geruht. Uichwmtlicl^ Der Tyrann Alkohol. ^ Seit der Gebrauch des Alkohols in Europa be. dllsz '"'^ " uuablässig bekämpft, aber man weiß.! die l? ^^ ^'^" Bekämpfung zum mindesten bis in Men ^ ^it "" Verbreitung noch immer zngenom« t^stei 3' ^'^ Hllfe des Brantweins. und des 'schlech. theil ""lweius, ^t Europa die nenenldeckten Welt' Vlak c^^ ^^n Ureinwohnern so gut wie gesäubert und H:.f '^ ^ine eigenen Söhne geschaffen, und der heim ^ ^^s selben ätzenden Getränkes sind in der "mat viele Hunderttausende erlegen, Dank ihr sind " "je weite Districte an Kraft und Wohlstand zurücksahen. Der Alkohol, dessen Verwendung in be-Mm "^ ^"^ tm Aerzte manche« Gute nach^u> Ack? "''^en. hat sich zu eiuer Machtstellung auf. l8?"l'gen. in welcher er für die Menschheit ein Tyra ^' In gewissen Ländern waltet er als erstes beraubend, schwächend, entvölkernd. Sein llrmp ^incn ist das eines Trösters; er zirht den finde!"' ^" nirgends sonst Genuss und Aufheiterung hilnn ^" ^^' ^"^^ 'h" "ber Hunger und Kälte ^^ und inackt ihn sein Elend vergessen. Der Trug dauert nicht lange, und das Erwachen ist ein schlimmes; aber der Verführte sieht kein anderes Mittel, sich von der düsteren Wirklichkeit zu be-freien, als indem er zu seinem falschen Freunde zurück« kehrt und immer wieder zurückkehrt, liis er ihm vollständig angehört. Der Tyrann Alkohol lässt die wenigsten seiner Opfer jemals los; ansgesogen wirft er sie' beiseite, vorzeitig in das Grab, oder er lässt sie Nachkommen in die Welt setzen, die, zu schwach für den Kampf drs Lebens, nur geboren scheinen, um »hm früh schon anheimzufallen. Auf der Suche nach Mitteln, ihn zu besiegen, haben wohlmeinende Personen nach den verschiedensten Seiten ausgegriffen. Der hygienische Congress hat uns Gelegenheit geboten, die Versuche kennen zu lernen, welche man in den von dem Uebel heimgesuchten Ländern unternommen hat. uud maßgebende Männer ihre Ansicht über diesen wichtigen Gegenstand äußern zu hören. Sie alle stimmen darin überein, dass eine dop. prlte Art von Bekämpfung nothwendig sei. dass sowohl der Staat als die Privat-Initiative' das ihrige thun müssen, und dass nicht nur für Fernhaltung der Erwachsenen vom Brantweingenussc zu sorgen, sondern na« mentlich schon im Kinde ein mächtiger Widerwille gegen den Brantwein und durch gesunde Erziehung eine Nei« gung zu nüchterner Lebensweise zu erwecken' sei. Eine möglichst hohe Besteuerung des Brantweins wird dringend empfohlen, daneben gesetzliche Einzelvorschriften. von denen mehrere schon in unseren, durch den Reichsrath vorläufig für Galizien beschlossenen Gesetzen enthalten sind. wie die Erschwerung be) Verkaufes auf Credit, die strenge V'strafung der Trunkenheit. Diese Maßregeln erscheinen indes denjenigen Per-sonen. welche im Kampfe gegen den Alkoholismus im Vordergründe stehen, als keineswegs hinreichende. Mit welcher Erbitterung dieser Kampf namentlich in den angelsächsischen Ländern geführt wird, ist bekannt. Es haben sich dort Vereinigungen von Anhängern uu-bedingter Enthaltsamkeit gebildet, die den Genuss jede« alkuholartMu Getränkes streng verpöuen. und einzelne amerikanische Staaten sind unter dem Einstufst dieser Vrreiniguugen so weit gegangen, den Vertrieb solcher Getränke überhaupt zu verbieten. Derartige puritanische Bestrebungen, welche mehr die Heuchelei als eine ver> nimftige Mäßigkeit begünstigen, sind auf dem Continente selbstverständlich ziemlich aufsichtslos, imd zwei andere Gebiete germanischen Stammes. Skandinavien uud die Niederlande, haben in ihrer Weise die Vrantweinpest zn bekämpfen gesucht. In den Niederlanden wurde nach manchen, schon aus den fünfziger Jahren datierten Versuchen ein Gesetz im Jahre 1881 erlassen, welches viele Aehnlichkeit mit unserem später verfassten Gesetze für Galizien aufweist und namentlich die Errichtung eines Arantwein - Kleinverkaufes von der Zustimmung auch der Gemeinde abhängig macht, allerdings unter Bedingungen, die schärfer als die nnserigen sind. In-folge dieses Gesetzes hat sich der Brantweinoerbrauch langsam vermindert, und zwar ist er, nachdem er von 1870 bis 1880 um zwei Liter per Kopf der Bevölle« rung, auf nahezu zehn Liter gestiegen war, seither fast continuierlich und in Summe um fünfzehn Procent gesunken. Weit überraschender sind die Erfolge, welche in Skandinavien erzielt worden sind. In Schweden halte der Consum in den dreißiger Jahren nicht weniger als 54 Liter per Kopf der Bevölkerung betragen, während er dort gegenwärtig auf ungefähr 8 Liter gesunken ist, dasselbe Maß, das auch für Deutschland berechnet wird. Dieses außerordentliche Ergebnis darf man wohl mehr noch als den Enthaltsamkeits-Gesellschaften, die verbreiteter in Norwegen sind, und mehr als den Gesehen, die den Brantweinverlauf an Sonn- und Feiertagen ganz verbieten, jener Einrichtung des Kleinhan» dels znschreiben, welche als Gothenburger System be> kannt und in den beiden Königreichen eingeführt ist. Diese Einrichtung, welche vom Jahre 1871 an geseh« lich begünstigt und seit 1880 mit neuen Vortheilen ausgestattet ist, besteht darin, dass der Brantweinver-lauf an Acticn-Gesellschaften übertragen wird. die kein Interesse an der Stärke des Consums haben. Die ActieN'Gesellschaften sind nämlich verpflichtet, nach Ausbezahlung von 5 Procent Zinsen ihres Capitales den Iahresüberschusz wohlthätigen Zwecken zuzuwenden, und es fehlt ihnen daher auch ferner der Antrieb, zur An« Häufung ihrer Hinnahmen ein schlechtes, fuselhaltige« Getränk zu verlaufen. Das Gothenburger System wird von den Vor« kämpfern der Mäßigkeit als das wirksamste der bisher bekannten Mittel a/gen die Vrantweinpest betrachtet, aber, wie man weiß, haben andere Staaten, die in neuester Zeit gegen den Alkoholismus vorgiengen. sich für Mittel anderer Art entschlossen. In der Schweiz haben die gesetzgebenden Körperschaften wie das Voll selbst mit großer Mehrheit in seiner Abstimmung vom Mai dieses Jahres das Brantwein-Monopol angenom« men, wonach die Erzeugung zum größten Theile vom JeMeton. Das muss man! geht ^" bat man es! Wenn es den Leuten zu gut Nötbi' "'"He" sie sich Extrasorgen und legen sich un< ti^^lse Verpflichtungen auf. Hinterdrein lamen-^lin >le freilich, aber wenn man sie fragt, warum sie ^. "lei sich aufbürden, so bekommt man zur Ant- w ^ '""^ tnan!> Wal, ^ ^ ^ manche alles zu müssen glauben! Geht su ft^'n diesem sogenannten «Mnss. a'nf den Gruud. ^de Mi. "^" wieder eine andere, genau fo unbedeu-se„ eiV V^' «Es ist schon so.. So lanfcu die Phra-^t) s; ? "°ch wlk die junge Katze ihrem Schwänze, Aloti? ^ einer, der an das «Muss. und dessrn gesM^l.ung nicht glaubt, so halten sie ihn für einen tli^'Mllchcn Wildling, und als solcher will auch I^ber gelten. ^ ^ hat sich einer ein Stammgasthaus oder ein H»sl h^" angewöhnt. Nach und nach werden die ^flo'aen ^'illl'nke, die Aedieuuug schlechter; neu an-leit em«" ^len kommt man mit aller Aufmerksam-sich lvuA^"' ber Stammgast darf warten. Er wusste '^schuft herwärts Besseres und auch angenehme Ge-gliche ",« ^ '^ bereits Advent, und wenn er jetzt ^Ujahr5 »^ '""" meinen, er thue es. um dem 3"" nnli« "Il^oe für die Bediensteten auszuweichen; bis über die Opferzcit des Da? huiaus. N", latter. ^ """ irgendwo zu einem.jour lix "rn; er konnte sich anderswo prächtig uuter- halten, oder weil schlechtes Wetter ist. es sich daheim bequem machen; aber er ist nun einmal gesellschaftlich verpflichtet, und jetzt kann er nicht gut ausweichen; es gibt dort eine Spielpartie, die auf ihn rechnet, die ohne ihn nichts anzufangen wusste; er weiß es zum voraus, er wird sich langweilen wie ein Mop«, aber cs hilft alles nichts; er muss ans Messer, ja er darf e« gar nicht merken lassen, wie gerne er heute lieber weiß Gott wo wäre. Die Stunde schlägt, der Iourfix»Sclave kleidet sich an. legt das Gesicht in angenehme Falten und tröstet sich mit dem Kismet: «Das muss man!» Ein Mädchen sah ich mit einer allerliebsten Häkelarbeit beschäftigt: die Kleine arbeitete darauf los, als müsste sie mit ihrer Hände Arbeit sich und eine Familie erhalten; sie hätte dies uud das zu thun, wusste sich andere Arbeit, anderes Vergnügen, das prächtige, aber schwierige, alle Aufmerksamkeit verlangende Muster machte ihr keine Freude mchr. .Mein Fräulein, warum arbsitcn Sie mit so krampfhafter Hast an diesem Spitzen-Einsätze?. — «Fertig will ich werden damit. Anfänglich habe ich große Freude mit dem Dessin gehabt; ich versprach der Mama, ihr ein halbes Dutzend solcher Einsätze zu häkeln.» — «Und wie viele haben Sie bereits fertig?» — «Hier jst der dritte . . . angefangen!» — «Hätten Sie früher die Langwierigkeit einer solchen Arbeit bedacht, ehe Sie das Halbduhend-Versprechen gaben. Jetzt heißt's, in Geduld forthäkeln — bis zum letzten Faden von Nummer sechs: Das muss man.» «Gefällt Ihnen dieser neue Roman?» — «Bis jetzt nicht sonderlich.» — «Sind Sie schon weit gediehen mit der Lecture?» — .Fast bis zur Hälfte; dort liegen noch zwei Bände.» — «Aber so lassen Sie das Zeug ungelesen; ist Ihnen denn nicht leid um die darauf verwendete Zeit?» — «Freilich; aber Herr H hat mir das Werk empfohlen; er kennt es, er wird mich um mein Urtheil fragen; habe ich die erste Hälfte über-wunden, so wird mich die zweite auch nicht umbringen, zudem führt jedes umgewendete Blatt mich dem Ende näher. Jetzt heißt's aushalten, das muss man.» Muss! Da« ist auch wieder so eine Sache, die ich nicht begreifen kann! Wenn ich etwas nicht etwa geschäftlich lesen muss, so lege ich das Buch weg, wenn es mich nicht interessiert. Wer wird sich denn zu seinem Vergnügen langweilen? In unserer Zcit grassiert die Vortrags - Epidemie. Im winzigsten Vereinchen muss vorgetragen oder vor-gelesen werden, denn derlei gibt der Gesellschaft so eine Art von wissenschaftlichem Nimbus. Die Leute spreche», und lesen über die denkbar gleichgiltigsten Erscheinun-gen und finden richtig ein geduldiges Publicum, das sich mit Opfermuth des Einschlafens erwehrt. Aber warum kommen sie denn? Ja. das ist eine eigene Sache; der N oder B ist uns durch eine bekannte Fa« milie vorgestellt worden, er selbst war bei »ns und lud uns zu seinem Vortrage; was will man da machen/ Es bleibt nichts übrig, als der Einladung zn folgen; das muss man. ^ , -, Ja. man muss; aber das kommt nur daher, well die Welt aus lauter Convention und Unaufrichtigteit zufammengesetzt ist; freilich, man darf nicht offenherzig sein, um nicbt für grob gehalten zu werden, sonst könnte man ja sagen: Verehrtestcr, es ist recht Wn von Ihnen, dass Sie sich mit dem Gegenstände IhreK Vor» Laibacher Zeitung Nr. 226. 1858 5. Oktober 1887. Staate selbst und für den Rest durch Lieferanten be. trieben und der Verkaufspreis alles Alkohols vom Staate festgefetzt wird. Aehnlich stellt sich auch der her« vorragende französische Fachmann Professor Alglave die Ueberwachunq des Brantweinverkaufs vor, während man sich in Deutschland bekanntlich für eine sehr hohe Ver-brauchssteuer entschieden hat, die den doppelten Erfolg einer Einschränkung des Consums und einer großen Vermehrung der Einnahmen verspricht. Ueberall aber ist man beflissen, das Gebiet des Brantweius zurückzudrängen, die ärmeren Arbeitenden, die dem traurigen Uebel hauptsächlich ausgesetzt sind, vor ihm z.im schuhen. Man wird freilich durch die unmittelbare Bekämpfung allein es noch nicht zu jenen Erfolgen bringen, die zu wünschen wären. Die Hebnng des Volkswohlstandes wird. wie andere Krankheiten, so auch diese am besten heilen helfen. Der Hygieniker muss die Unterstützung des Nationalökonomen und des Pädagogen suchen, wie diese die Unterstützung deö Hygienikers suchen. Nicht anders sind Fortschritte zu erzielen, als indem man auf allen Seiten arbeitet, indem jeder nach Kräften das Seinige zu leisten sucht. Was die Gäste auf dem hygienischen Congress von den Gedanken mittheilen, die da und dort den Kampf gegen den bösen Feind beherrschen, ist gewiss auf fruchtbaren Boden gefallen; es wird sich nun darum handeln, dass von diesen Gedanken sich jedes Land das aneigne, was nach seiner Eigenart ihm am passendsten und dem Zwecke am meisten entsprechend dünkt. Zur kllge. Paris, 1. Oltober. Die Verhandlungen über den Zwischenfall an der Grenze befinden sich nunmehr zu Berlin in vollem Gange, und scheint man dort von Entgegenkommen erfüllt zu sein. Nichtsdestoweniger muss man sich hüben und drüben weitgehender Ruhe und Mäßigung befleißen, um das Werk der Diplomatie nicht zu stören, und es erscheint unter solchen Umständen doppelt bedauerlich, dass französische und auch deutsche Blätter das Werk der Verhetzung fortsetzen, indem sie auf die nationale Eigenliebe anspielen. Wollen wir wirklich den Krieg, den furchtbaren Entscheidungskampf, dessen Ausgang ungewiss ist und aus dem auch der Sieger nur völlig erschöpft hervorgehen würde? Die beiderseitigen Regierungen fassen ihre Pflichten und ihre Verantwortlichkeit richtiger auf und behandeln die Angelegenheit mit kaltem Blute. Nach dem ärztlichen Gutachten sind die Jäger aus einer Entfernung von etwa 100 Meter angeschossen worden, was auch mit den an Ort und Stelle gepflogenen amtlichen Untersuchungen übereinstimmt. Der schwerwiegendste Umstand bei alledem ist, dass ein Menschenleben ohne Nothwendigkeit geopfert und ein zweites gefährdet wurde; wir fagen: ohne Nothwendigkeit, weil die Jagdgesellschaft weder äußerlich einer Bande von Wilderern glich noch den Soldaten Kauffmann bedrohte. Da nun der Fall zur Mittagsstunde sich zutrug, ist die Folgerung berechtigt, dass übereilt und unüberlegt vorgegangen wurde. Leider scheinen aber die Anschauungen über den Thatbestand auseinanderzugehen, und hierin liegt das Unangenehmste der ganzen Angelegenheit. Da überdies noch festzustellen bleibt, ob deutscherseits eine Grenzverletzung stattgefunden hat, muss man sich für einige Tage noch mit Geduld wappnen. Herr Flourens hat Anlass genommen, dem Grafen Münster gegenüber sein Bedauern über die an der Grenze bestehende Spannung auszudrücken, welche nahezu dem Kriegszustande gleichkomme; der deutsche Botschafter seinerseits stellte Maßregeln behufs Besserung der Grenzbeziehungen in nahe Aussicht. Immerhin hat die durch Kaiser Wilhelm im zeitgemäße-sten Augenblicke verfügte Begnadigung des jungen Schnae-bele und die deutscherseits sofort kundgegebene Bereitwilligkeit, der Witwe des Treibers einen Iahresgehalt auszusetzen, ein bemerkenswertes Nachlassen der Spannung in der öffentlichen Meinung gezeigt, was der diplomatischen Action znstatten kommen muss. Da nu» Lieutenant von Wangen von vornherein auf jede Entschädigung verzichtet hat und deutscherseits eine gerichtliche Untersuchung gegen Kauffmann eingeleitet wurde, betrachtet man hier den Zwischenfall als vor der endgiltigen Austragung stehend. Die diplomatische Welt spricht sich andauernd sehr günstig über die bisherige sehr friedliche Hallu:lg des Sultans aus, welche zu der Ueberzeugung berechtigt, dass er nicht gewaltsam gegen die Bulgaren vorgehen wird, es wäre denn, dass ihm ein europäisches Mandat übertragen würde; doch selbst für diesen Fall erachtet man ein thätiges Eingreifen von seiner Seite für wenig wahrscheinlich. Wenn man sich nun für den Augenblick gegen etwaige Besorgnisse von dieser Seite hin geschützt erachtet, so unterlässt man es duch nicht, die Mittel für eine Lösung in Erwäguug zu ziehen. Aus der jüngsten zu Epiual gehaltenen Rede Jules Ferry's ist vor allem die Klarheit hervorzuheben, mit welcher er alle Gefahren vorhersieht, die der Republik seitens der Nadicalen droht, die mit aller Energie und Thatkraft auf die Herbeiführung einer baldigen Minister-krise hinarbeiten. Alle vernünftigen und gemäßigten Leute stimmen darin überein, dass die Gesammtheit der politischen Lage große Vorsicht zur Hanptpflicht macht und dass eine neue Krise aus Anlass der Budgetdebatte die Geschäftswelt in hohem Grade alarmieren würde, während eine ruhige und sachliche Besprechung den interessierten Kreisen von großem Vortheile sein und eine gute Vorbereitung für die kommenden Senatswahlen abgeben kaun. Darf man aber bei den Radicalen auf Mäßigung hoffen? Der Nautenminister von He'rsdia hat auf seiner Reise durch England, ungeachtet dass er keinen amtlichen Charakter vertrat, doch einen überaus herzlichen Empfang gefunden, was nur bewcifen kann, dass in der öffentlichen Meinung Englands eine dem Anschlüsse an Frankreich günstige, ernst zu nehmende Strömung besteht. Der selbst gemäßigte und ruhige französische Minister wurde von den ähnlich veranlagten Engländern nach Gebür geschäht. Herr von Hcrrdia hat die Londoner Stadtbahn, die Themse-Docks, den Liverpooler Hafen u. s. w. besichtigt und wurde überall seitens der Leiter der großen Unternehmungen empfangen; auch wurden sehr freundschaftliche Reden dabei gewechselt. Das französische Schiff «La Dives» hat einige kana-kische Dörfer auf den Neuen Hebriden bombardiert, nachdem die Eingeborenen französische Ansiedler geplündert hatten. I>. 0, Politische Uebersicht. (Zur Lage in V_öhmen.) Die Bewegung, welche der Mittelschul-Erlass unter den Czechen hervorgerufen hat, fiudet in einem czechifchen Blatte selbst eine überaus charakteristische Beleuchtung. Die «Politik» veröffentlicht nämlich eine Zuschrift eines «streng objectiv urtheilenden Abgeordneten», welcher sich ll^ nöthigt sieht, über den Miltelschul-Erlass folgendes bemerkenswerte Urtheil abzugeben: «Dass der Unter-richtsminisler einige böhmische Mittelschulen auflöst, ist, an und für sich betrachtet, ganz bedeutungslos. Kel« gebildeter Manu wird, wenn er nicht auf egoistisch'!" Standpunkte steht, in Abrede stellen können, 'dass viele dieser dem Absterben geweihten Mittelschulen thatsäch' lich überflüssig sind.» Freilich will der betreffende Herr Abgeordnete den, Mittelichul-Erlasje dennoch eine höhe« und politische Aede.itun.z beimessen, weil derselbe a>'< geblich «symptomatisch, sei. und gegen diese «Synip< tome», welche nwhl als Phantome bezeichnet werden können, wendet sich auch die Zuschrift. Allein bekann« termaßen hat die czechische Presse, haben die ucrschu' denen Tabors nicht gegeu irgendwelche «Symptome» ihre Opposition erhoben, sondern sie haben immer mir erklärt, dass durch deu Mittelschul Erlass an und M' sich — und dabei war niemals vou irgeudnielche» «Symptomen» oder begleitenden Umständen die ^" — die culturelleil Bestrebungen des czechischeu Volts» aufs schwerste geschädigt würden. Nun fiuden wir >" den Spalten der .Politik» selbst ein Urtheil über diese>' Erlass, der die Opposition der Czechen sehr omM illustriert. (Vertrag mit dem üsterre ichisch-nnga' rischen L l o y d.) Wie dic .Presse» erfährt, ist v"" Seite des Ministeriums deö Aeußeru an die öfter"'' chische uud die uugarische Regierung die Einladu^ ergangen, ihre Vertreter zu einer am 10. d. ^ "" Ministerium des Aeußern stattfindenden internen ^ ferenz zu entsenden, welche nuter dem Vorsitze ^ Sectionschefs von Szögyeny stattfinden und die F^' stellung des IVlu6u» proc^onck bei den Verhandll^ gen mit dem österreichisch«ungarischen Lloyd ^ Gegenstande haben wird. Wahrscheinlich dürften !"^ die Verhandlungen mit dem österreichisch'UNglnW Lloyd au diese Conferenz anschließen. . ... (Galizien.) Der Unterrichtsminister hat, w«e"' polnischen Blätter melden, die Errichtung einer orde» lichen Lehrkanzel für polnifche Geschichte statt der bis herigen Docentur an der Lemberger Universität H gestanden. Der entsprechende Betrag soll säM '" nächstjährigen Budget eingestellt werdeu. , , (Ungar n.) Der Adresöausschuss des »ngarW Oberhauses wählte den Krouhüter Josef Szlcwy 5"" Vorsitzenden, Baron Josef Rudnyanszly zum Sch"' führer. Mit der Abfassung des Adressentwurfes wll" ein au« Vifchuf Dr. Lorenz Schlauch. Oberqejp« Barou Majthenyi. Paul Gyulai uud Barou N"^ auszky bestehendes Silbcomitö betraut. Letzteres t" deu Entwurf in einer für den 10. d. M. anberailNll Ausschusssitzung unterbreiten. ^, (Die Entrevue iu Friedrichsruhe.) ^ mische Berichte der «Pol. Corr.» fixieren den ü^ ,,^ stimmend günstigen Eindruck, welchen der Besuchs ^ beim Fürsten Bismarck in Italien hauptsächlich'!"^ dem Gesichtspunkte macht, dass den in Italien h"'^ gehörten Klagen und Besorgnissen wegen einer an^ lichen Imparität des Verhältnisses zwischen den ^ verbündeten Centralmächten nunmehr der Bode» ^ zogen erscheine. Durch den Besuch Crispi's trete Verhältnis Italiens zn Dentschland für jederma"»^ träges vertraut gemacht haben und sich für denselben zu interessieren scheinen. Mir fehlt diefes Interesse gänzlich, und somit werden Sie entschuldigen, dass ich für dermalen «verhindert» bin. Aber Vorträge müssen ja sein! Der gilt gar nicht mehr für gebildet oder auch nur für unterrichtet, der nicht schon irgendwo über irgendwas gesprochen hätte, so ein Vorträger oder Vorleser beim Tischchen auf der Tribüne, das Wasserglas, der Doppelleuchter — das alles gemahnt so an Profefforenthum, an Wifsensüber-fluss, dem man die Schleuse öffnen muss. damit auch das Auditorium mit Weisheitsthau befruchtet werde. Vortragen oder gar vorlesen, so neuere Gedichte von Rosegger. Vaumbach oder altes Zeug. wie Bürgers «Leonore» und «Wallfahrt nach Kevelar», das ist doch zu schön! Ja, vortragen oder vorlesen, das muss man. In irgend ein Modebad oder in eine nagelneue klimatische Euranstalt muss mau auch gehen, thurmhohe Frisuren, mit einem noch höheren Hute mit Federn und Bändern als Windfahne des Thurmdaches darauf mufs man tragen, halbe, enganschließende Schleier zum Ruinieren gesunder Augen muss man auch haben, ebenso muss man auch Anlässe zum Jubiliere» suchen, denn Jubiläen müssen sein, und bald wird der Maurer das hundertste Ausweißen einer Küche, die Köchin ihren fünfzigsten Gugelhupf, der Schuljunge seine fünfund» zwanzigste Strafaufgabe feiern, denn jubilieren — das muss man. Elavier spielen können — auch das muss man. Sie entschuldigen, dass ich schließe; wenn man an das viele Geklimper nur denkt, bekommt man Kopfweh, und dann ist'z au« mit dem Schreiben über das fatale «Da« muft man». Lugen Spork. (Nachdruck «rvote») Stolze Kerzen. Roman aus dem Englischen. Von Max von Weißenthurn. (1- Fortsetzung.) «Du hast verloren — natürlich — lass uns an einen andern Tisch treten!» sprach Karl zu dem Freunde. «Nicht eher, als bis ich auch wieder etwas gc« wonuen habe!» entgeguete Lord Shelborne, indem er dieömal zwei Goldstücke sehte. Wieder verlor er, uud abermals setzte er die dop» pelte Summe; die Spieler wurden aufmerksam und begannen sich für die neue Erscheinung zu interessieren, «'l>6Nt6-5ix, IUUZ6, pair ot jia»««!» Und zwei» hundert sechzig Louiso'or wurden Lord Shelborne zugeschoben. «Nun, lieber Hargrave,. rief er lachend, indem er das Geld einheimste, .jetzt stehe ich zu deinen Diensten; kein schlechter Erfolg für fünf Minuten des Spieles!» «Für manche Menfchen könnte es der schlechteste Erfolg sein, den man ihnen wünschen dürfte,» ent-geguete Karl mit tiefem Ernst, während er den Arm in jenen seines Gefährten legte und diesen mit sich hinauszog. Um das Freie zu erlangen, mussten sie an mehreren Tischen vorüber, au welchen tl-«ni,c; ol ^iiarlmll! gespielt wurde, und gerade dort war es, wo man die eigentlichsten und leidenschaftlichsten Spieler fand, welche mit hochgerötheten Wangen und gierigen Blicken jeder Bewegung der Croupier« folgten. ------ -----------__— ---------.------^. Für Karl war eS ein peinlicher Anblick u"" , sonders unangenehm berührte es ihn. Frauen z" > ^> die nicht minder erregt, nicht minder heftig " Männer sich an dem Spiele betheiligten. ^ ,^ Ein junger Mann mit bleichen, einae>a^< Zügen war es. der seine Aufmerksamkeit sof?" ln" rief. Das Zucken seiner schlanken, weißen F'M ,^ wies hinlänglich, von welch großer Bedeutung > die Frage des Gewinnes oder Verlustes war. Er mochte kaum mehr als eiuuudzwauzlg ^g„, zählen, aber die Zartheit seines Colorits. die o ^>, dige Vartlosiqkeit seines Gesichtes ließen 'Y" jünger erscheinen. .^seü Vor ihm auf dem Tische war ein kleiner V^,, Goldstücke uud Banknoten aufgestapelt, der v"^ neuen Spiel sich vergrößerte. Er that sein MM^>> um die innere Erregung zu verbergen und 1 ^.^,,i> Anschein zu geben, als spiele er ganz ruhig"" ^„n schaftslos, aber Karl entgieng das nervöse Zua ^i Lippen nicht. Er sah nebstbei. wie seine Auge, ^^ und immer wieder hinüberschweiften zu ^"^» ^ b^ über, welcher ebenso nnansgeseht verlor, a nlln gewann. ^ ei" Dieses Gegenüber des jungen Mannes ^i' großer, breitschulteriger Herr von "ellen^ e„ ,," dreißig Jahren mit schönen, regelmäßig" ^^,,e! dem dunklen Colorit des Südländers. Es" .^ HM Mensch iil Abrede stellen, dass er sehr M Yl"!^ in dem Ausdruck der schwarzen, sslänzeno . in einem halb spöttischen Zuge um d'e L'ppc pF'" gewisses Etwas, was Karl peinlich "»d ""'" berührte. Mbacher Zeitung iltr. ^6. 1859 5. Oltolicr i««7. m Me Erscheinung, und nun zweifle gar niemand mehr, oa s es sich als ein festes Bündnis mit voller Gegen. Mlgleit charakterisiere. Die bulgarische Frage betreffend, weroc es sich den beiden Staatsmännern offenbar darum handeln, sich der weiteren Befestigung jener Gruud-"M zu versichern. auf die sich die Hoffnung stützt, oa^b Europa, möqe welche Wendung immer eintreten, vor triegerischen Eventualitäten wird geschützt werden können. « '"< v (Zur bulgarischen Frage.) Nach einer oer «Pol. Corr.. aus Sofia zugehenden Mittheilung Men die Meldungen von neuen Vorschlägen zur Lösung °er bulgarischen Frage, welche die Pforte nach Peters-v'lra, gerichtet habe und in denen für den Fall liul-gm,chrn Widerstaudcs die Besetzung der Valkanpäsfe stlten^ der Pforte und eine Blocade der bulgarischen Vafen angeregt sein soll, in der bulgarischen Bevölke« rung einige Unruhe hervorgerufen, welche jedoch in den t>er Negierung näher stehenden Kreisen keineswegs ge-Hkllt werde, da man iu diesen Kreisen den Erfolg und Wllweise selbst den Ernst dieser Unterhandlungen in entschiedener Weise bezweifle. Namentlich was die Eventualität der Entsendnng einer internationalen CuM' Mon nach Sofia betrifft, glaube man in bulgarischen "Mrimgskreisen dessen ansdrückliche oder stillschweigende Ablehnung in Petersburg bestimmt voraussehen M dürfen, da durch einen solchen Vorgang den An-pruchen Russlands inbetreff Bulgariens schwerlich ''nt-'prochen würde. , (Italien.) Wie aus Rom gemeldet wird, hat °rr Kriegsminister Bcrtolo Viale beschlossen, aiißer dem ^cialcorvs für den Dienst in Afrika noch ein zmei- «Mpeditionscorps nach Afrika zu entsenden, das aus ^l, den Regimentern des stehenden Heeres entnom» Mene,, Brigaden gebildet und vou zwei Generalmajoren "Ner dem Oberbefehle des General.Lienlenauts di San ^tarzano commandiert merdeu foll. Wahrscheinlich wür-°kn dasselbe eiuige Schützcnbataillone als Ersatzlruppen °Miten. Der Generalmajor Salelta soll das Plah-/"nnmndo in Massauah führen, welches zur Opera« "o"5l>asis bestimmt ist. . (Nussland) Nächsten Monat soll der jüngst uiierte Nihilisten-Process vor dem Kriegsgerichte in ,,, lsburg über siebzehn Osficicre »nd Junker begin ^u. unter w.lchen sich die Hauptaugeklagten Artillerie, "rntenant Mohr uudMariuc-OfficierKolodouski. welche Avpaganda für den Nihilismus in den höheren Militär Mnstaltcn Petersburgs machen sollten, befinden, vora n " Vclgien) hat die socialistische Bewegung tain ' ^' """" ""ien Ausbruch geführt. In Gent Alm ^ ä" einem blutigen Zusammeustoße zwischen leii<' ? ^ Congo - Regicrnng) erhielt von Mitte »VM -^^' ^achl'chtm über Stanley's E^pl'dition. ü>^ «-''»en günstigen Fortgang derselben coustaliert. TagesneuiMtell. i)., ^- Majestät der Kaiser haben, wie die «Vrünner ."s"ug. meldet, deu durch Feuer verunglückten In. ^" "mt Kozarow 400 fl. zu speudeu geruht. — («The Times» über unsere Manöver.) Der militärische Berichterstatter der «Times» bei den Siebenbürger Manövern hat mehrere Artikel veröffentlicht, welche eine sehr lebhafte Schilderung der Manöver bei Dc'vll enthalten. Hervorgehoben sei das uneingeschränkte Lob, welches er der vorzüglichen Methode unserer Feldbefestigungen spendet. Es heißt in dem Berichte: «Ich sah niemals einen besser ersonnenen Gebrauch von pasfageren Befestigungen. Ich bemerkte auch, dass diese Fortificationen hier als das betrachtet werden, was sie sind, als Mittel zum Zwecke, nicht aber als dieser selbst. Man bindet sich nicht an diese Fortifica-tiouen, sondern verlässt sie ohne Zögern, so sie überflüssig erscheinen.» Anderseits kritisiert der Berichterstatter die zu großen Distanzen im Artillerirgefechte und den Umstand, dass die Munitionswagen den Regimentern nicht immer bei der Hand sind. Der Berichterstatter er» klärt, der Anblick des schneidigen Aufmarsches einer dem Schönfeld'schen Corps zuHilfe eilenden Honved-Division sei das Schönste, was er je gesehen. — (Das Jubiläum des Papstes.) Man meldet aus Rom: Samstag ist hier die Tiara eingetroffen, welche Kaiserin Elisabeth dem Papste als Iubiläumsgeschenk übersendete. Die Handarbeit daran wurde von Ihrer Majestät selbst angefertigt. — (Ein Racheact.) In der Nacht vom 24sten auf den 25. v. M. wurde, wie die «Bosnische Post» meldet, der Gerichts-Auscultant Outa in Banjaluka beim Nachhausegeheu aus dem Kaffeehause in der Nähe seiner Wohnung von einem bisher unbetanuten Individuum meuchlings überfallen und ihm mit einem scharfen Instrumente ein Ohr beinahe vollends abgeschnitten, außer» dem noch eine Stichwunde am Halse beigebracht. Wie die Fama wissen will, soll dies ein Rachcact eines jungen Mannes sein, der zu dieser Schandthat den Meuchelmörder bezahlte. — (Zur Hebung der Rindviehzucht in Kärnten.) In «iner zu Obervcllach abgehaltenen landwirtschaftlichen Gauvcrsammlung wurde über Anregung des Secretärs der Landwirtschafts-Gesellschaft in Klagenfurt, Herrn C. Schüh. beschlossen, ein Tonntt einzusehen, das die Frage zu studieren hat. in welcher Weise dem Verfalle der Möllthaler Rindviehzucht Einhalt zu gebieten und wie der Handel mit Zuchtvieh auf reeller Grundlage einzurichten sei. Hiebei wurde auch die Idee der Bildung einer Viehzucht'Gcnossenschaft näher besprochen, — (Kronprinzessin Stephanie) reiste gestern aus Jersey ab und verbleibt in Brüssel zehn bis zwölf Tage. — (Eine Tour per Velociped.) Herr und Frau Harold R. Lewis, Mitglieder des Bicycle Clubs in Philadelphia, haben Amerika am 28. Mai verlassen, um einen großen Theil von Europa mittels Velocipeds zu besichtigen. Diese Woche sind sie in Amsterdam eingetroffen. Sie schifften sich im Inni in Coventry in England ails und s.tzten von dort ihre Reise mittels Velociftcds nach London nnd Neluchaven fort, wo sie sich nach Dieppe einschifften. Von Dieppe reisten sie nun mit Bicycle und besuchten Rouen. Paris, Genf, Thun, Inter-laken, Luzern, den Gotthard, Mailand, von dort zurück nach Constanz und den Rhein hinauf nach Köln, bis sie zuletzt in Amsterdam eintrafen. Jetzt fahren sie über Rotterdam, Brüssel nach Calais, von wo sie die Rückreise nach Amerika antreten. — (Wieder eine Theater-Katastrophe.) Im Londoner Britannia-Theater, einem von den niederen Volksclasscn stark besuchten großen Theater im Osten Londons, entstand Freitag abends während der Vorstellung infolge falfchen Feuerlärms eine bedenkliche Panik. Sofort wurden alle Ausgänge geöffnet, und in wenigen Minuten hatte sich das Theater geleert. Gleichwohl wurden im Gedränge in den schmalen Corridoren mehrere Kinder erdrückt und viele Erwachsene verletzt. -— (Gefangene des Mahdi.) Aus Lana berichtet ein Innsbrucker Blatt, dass dort von dem aus Lana gebürtigen und durch lauge Zeit schon von den Mahdisten in Khartum gesangengehaltenen Missionär ?. Ohrwal -der ein Brief eingelangt sei, laut welchem er und die übrigen Gefangenen (zwei Priester, vier Nonnen und zwei Laienbrüder) sich zu Omdurman im besten Wohlsein beisammen befinden. Der Brief ist vom 25. Mai b. I. datiert. — Ein Telegramm aus Kairo vom 29. September meldet, dass sämmtliche Gefangene bereits freigelassen wurden. — (Erschossen.) In der Karthauser Strafanstalt erschoss der Infanterist Kutny seinen Tollegen Hajek vom 98. Infanterieregimente. Kutny legte scherzweise das Gewehr auf Hajet an, wobei dieses losgieng. Hajek sank sofort todt mit durchschossener Brust zusammen, — (Die Cholera) ist in Messina in entschie« dcnster Abnahme begriffen. Leider nimmt die Seuche in der Umgebung erschreckend überhand. Ein Theil der Flüchtigen lehrt in die Stadt zurück. — (Zerstreut.) Doctor: «Sie machen uns doch nächsten Sonntag auch das Vergnügen, Herr Hofrath?» — Hosrath: «Aus welcher Veranlassung, wenn ich fragen darf?» — Doctor: «Ich feiere meine silberne Hochzeit?» — Hofrath: «Ei, was sie nicht sagen — mit wem denn?» ?ocal- und Provinzial-Nachrichten. Die Ausstellung von Mustervorlagen im Museum Rudolfinum, welche in der That ganz vorzüglich geeignet ist, vornehmlich das Interesse der Damenwelt rege zu erhalten, erfreut sich eines guten Ve-suches und erfährt noch immer eine Bereicherung, So sind aus den Sammlungen unseres Museums Rudolfinum selbst dicsertage einige neue Werke hinzugekommen, welche eine Fülle der Anregung in lunstgeschicht-licher Beziehung enthalten. Da ist in erster Linie ein in jeder Hinsicht großartiges Prachtwerl, das unsere Blicke fesselt, ein Grohsolioband mit 100 Tafeln Original-Radierungen erster Künstler, herausgegeben auf Allerhöchsten Befehl Sr. Majestät des Kaisers und barstellend: Die hervorragendsten Kunstwerke der Schatzkammer des österreichischen Kaiserhauses. Dieses monumentale Werk, das in gleicher Weise eine der größten Sehenswürdigkeiten der Residenz, die weltberühmte kaiserliche Schatzkammer, auch solchen Kreisen zur Anschauung vermittelt, die nicht in die Lage kommen, dieselbe an Ort und Stelle zu besichtigen, und das anderseits eine Gallerte reproductiver Kunstthätigkeit unseres österreichischen Vaterlandes darstellt. Dieses einzig schöne Prachtwerk über die Schatzkammer des Allerhöchsten Kaiserhauses bietet, wie in lunstindu-strieller Beziehung im allgemeinen, speciell inbetreff der Frauenarbeit gar mannigfache Anregung, insbesondere in dem Theile, der die Kleinodien und Reliquien des ehemaligen römischen Reiches behandelt und in welchem der hast z?^ Charakterveranlagung war eine so ernst« lick s ^ ^ ihm das Studium der Menschen wesent-^ "leichterte, und was er in diesen Zügen las. lw' " 'hm auf Selbstsucht. Grausamkeit und' Berech' "3 hmzuweiseu. Wz ys ^ ^M" zweiteumale den jüngeren Mann wipx ^' ^^'' ba hatte dieser verloren uud doch ^er eingesetzt. Hy , Ne»a>rde. Interesse und Mitleid veranlassten ^itie m ^ "" ^" Spieltisch zu treten und trotz k'y .-"chauptung. lr werde nicht spielen, einen Louis-Tili-s ^"^chlM, die geriugste Summe, welche an diesem lHe augenommen wurde. ich f^ 6""lnui eiuiual. zweimal, und der jnnge Fran-aii'f'k ^'lclM' unaufhörliches Verlieren jetzt plötzlich erfüll Tagesordnung war, warf ihm einen neid- sich '^ Glück ist jungen Anfängern hold.» licß z^..^!"e Stimme an seiner Seite vernehmen, und !chijl,p "^ gewahrte er, dass die Sprecherin eine Frau °"^Nend gekleidete und auffallend aussehende Hu etwa sünfunddreißig bis vierzig Iahreu war. An ^ 3 '"""er!, entgeguete Karl mit einem Blick " uud in der Breite von 1,70 «m. Die Arbeit, in reicher Vergoldung, ist aus Hol; wahrscheinlich im sechzehnten Jahrhunderte von den dorllgen Mönchen gefertigt worden und präsentiert M jetzt auf das vortheilhafteste. Die Figuren, Engel in ver< scknVdener Gruppierung, sind reich ciseliert; schön ausgeführt sind die sechs Säulen uud musterhaft gearbeitet die Muschel ober dem Standplatze des Veuerabile. Tech' nisch vollendet aber ist das Tabernakelthürchen, geziw mit dem Bilde des segnenden Heilandes: getriebene Arbeu, reich verziert, graviert und ciseliert. Die Gesammtaus" führung ist in allen Details eine vorzügliche. — (Für Hunde be sitzer.) Von einem hiesige" Insassen wurde ein rothbrauncr, 11 Jahre alter Hum' mit langen Ohren lind langem Schweif als wuthlierdäch-tig vorgestern dem Wascnmeister übergeben. Der Hu" verendete gestern nachts, und hat die socsicich vorge>io>N' mcne Section die Wuthkrankheit desselben constatiert. M der Hund früher vom Hause entwich und erst nach e'" paar Tagen zurückgekehrt ist, so dürfte er mit mehrere» Hunden in Berührung gekommen sein. Infolge dcsie wnrde vom Stadtmagistrate Laibach angeordnet, dass «>» ganzen Stadtgebiete die Hunde durch drei Monate M>l mit einem sichern, gut geschlossenen Maulkorbe verseht herumlaufen dürfen oder aber überall außer Haus al> der Leine geführt werden müssen. Frei herumlaufen^ Hunde werden eingefangen und vertilgt, und wird gege die Schnldtragenden weiters nach den gefetzliche» Äcstl>^ mungen verfahren werden. Neueste Post. Original-Telegramme der »L a i b a ch er Z^'' Pruss, 4. Oktober. Dir «Politik» ist ermachw' den Dr. Rieger zuqemnthetrtl Ausspnich. dass er, sA'. er mit dm Deutschen Frieden gemacht habe. die S" lung des böhmischen Clerutz zu Rom in die Hand l>e? men woll»', entschieden z>l dementieren. ° Budapest, 4. Oktober. Das Abqeordnete'M"' wählte Thomas Pechy zum Präsidenten und z» "' Präsidenten die Grafen Csaky und Vanffy. , . Catturo, 4. Oktober. Gütern vormittags tm" hier der von Corfu kommende englische AvisodatW «Gauner» »nd zwei Torpedoboote ein. Nachn«^ unterhielten sich zahlreiche englisaie Officiere amEl^> platze mit dem Croquetspiel. Gegen 150 Matrosen wal am Landc. . Vadeu-Vaden, 4. Oktober. Der Kaiser emp.!^ eine Anzahl türkischer Osficierc, welche znr D»^ leistunq bei der preußischen Armee commandiert wal und jetzt in die Türkei zxriickkehreu. , Mailand, 4. Oktober. Crikpi trifft heute in MH ein, nm sogleich mit dem Könige zu cunferiere». ä den Fall von Verwicklungen in Marokko wird 3^ auf Seite Englands und Spaniens stehen. ,« Madrid, 4 Oktober. Das Ableben des S"lta" voll Marokko, Sidi Mnlay Hassan, wird stü"^; erwartet. Nebst dcui Kronprinzen Mnley M"ha" macht allch der Onkel des Sultans, Prinz ^ll" Abbas. Sohl, des 1859 verstorbenen Snlwns M" Rahman, Ansprüche auf den Thron. Derselbe ^ einen großen Anhang im Volke und crfrent sw) der Hlinst Frankreichs. .„s Athen, 4. Oktober, heute morgens wnrde" ^ dem Festlande Griechenlands, den Ionischen 3"^"^-den Cykladen heftige und im Peloponnes leichte <^ bebe» verspürt. In' Athen herrscht Panik, doch l"" jetzt keinerlei Schäden signalisiert.________ Perstllrlieue. ^. Den 2. Oltobcr. ssortine «ovl, Aufsehers - ^" A Taqe, Reber :!, Lebensschwäche. 41 I < Den 3. Oltober. Johann Vernil, Inwohner» ,^1^ Kuhthcil A. Tuberculose. — Johanna Semen, VeMs" Tuchter. 2A I., Aemonastraßc 19, " Metcorlllossijchc^Vcöliachtullsscn iu ^luA-^ I, - eel!»;! ^ ^ « s ° « «2 ° ____.....^ —^s^^ " 7'!l, Ma.^ 7W.04 4,8 ! »Üindstitt Nebel ^ 4. ^ . N. 7Z7.W 15.« O. schwach hc^r '.1 > Ab, 73«.2« 9.2 SW. schwach h"ter ^ d" Morgens Nebel, dami woilenlos. Das Tages" Wanne 9,9", um A,8° unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. N ° a l i c^^^-s Urtheil eines Gemeinde-Arztes. ^„dl? Niva di Trent 0. Ich habe die W"^"H ^'''c' Schweizerpillen sowohl bei mir selbst annewandt "w ", M^' Kranken verschrieben. Es sind die SchweizerpilM' ,^c Swhlaanl, ein vortrefflich wn'lendcs Mittel, das ^ Up verordnn, werde. Dr. Armani-Giand. Gemeinde "'^^ ^M thcler N, Vrandts Schweizcrpillen sind 5 Schaft" ,^ ss"' in den Avolhclen erhältlich: doch achte man aus 0"° ^9^. in rothen, Grunde mit dem NamensM^N^Vran^^^-^ MaWav 1:75000. Preis per Blatt 50 lr., in Tas aus Leinwand gespannt 80 lr. „M>l!l 3.;. n. Klemmer K Fe,l. KlMlma.5 K""^"' in Activach. 1861 Course an der Wiener Börse vom 4. Oktober 1887. «<.« b«, «Men«, Course " wo»- Was. z StnlltsHnlehen. N^'^ '......»''«' »''" l«^" ^^" ^'"Oli'lole ' 250 si, ,»0'^1^, '1! ,««^ ^" »f5ns»c, IW ^ ,»«'- 18« 1! °" ' ^'"N'!°,e , ,^ ,«?-?. 1<».^. c)^,.?"^.""'""e, ««»>>r!l» ^oldl^.ll 4°/„ , , , , vh'.',,. »9-l,s. » iNl'!,?lcn!e 5°/» . , , 5li?l, 8«'«,' " «>',«!Ki,I.,l0sl,o,W E, ^»,5 150's,! ' ^ n^,!>.!,.'^ rivlitälc,, . . !«IO «8 «< ' ^'"X' t'bl.^Unss.Qftdabn)! -.-------- " ^, « „ rvm ^ il<7« , ,114 II« 7 I<^ k >'""'"' ^"l. «^ioofl o.ill». i«3,nil»tn "-V«'»'»!,,j.,^cs^ 4°^ ,„u ,, I2»^0l.3w. ^ ruubcul,. . Obligationen MO ,,!!a,'^.......,o»".e/l«z-?5 <« M>1!.>I.,^,.......,^,^ ., ^ " .,, od,ll'jl,,rc!chilche , , > —-^! _., ^,.,° ''""jchc.......,>,04,zo _.^ ,',." ^°»"s'dl! und l!a> .'liich^ , ,c>4«51l>« lß ' "> !!^l>e»l^!l,,isH«.....1l1oö?5> (füb^l und Gelb) .... — - —'— Pnül!,,!' ^,>!,d,ßt,,blssrm,!ll'l«n Ii8'»0159 20 Pfundbllefe lN!>- loo ft.) 5ol- ncl, allg. «st«l, < °/n Volb. l«» 7« 1«n 2<> d'l, !,! 50 , , 4>/, °/» 10! 70W5-- dn>, ,,! s.C „ „ 4«/, . »7 50 »8 - l!l, ^lclmisu-echuIdvelscht.Z»/» I0z'2s, I02'7l »I lUHVpl^^ludanl ,0j, 5'/,°/« 10, - '02 » Ol',-u»«, V>n,t verl, 4^," ,. , 1«'- K,2<^ dlr, „ 4°, . L8f,oic>0- dlr. , 4"/« . , 98'«c>!«0- !li>^, ull,i, Bo»l!»>>l>i!»Nctleng«l. ,!' ^'!! !« 51, 1X<9 V^ll, 5>/,°/, — — —' — Privrilnte.Obligntionrn s>,) ÜlÜadrlh wefibahn l, «kmiMon — — — — ß«>d>»a:,d««Viu'dbahn >l, «i «Iber l0Ü 25 lOl - ,^r^>,^>'> >>!^,..... —-— __^ <^>-. >' ^>!>> Vl>b,l'>, > Nahn 145 — , ^ 5'/».....i»s.l>0izb - Nnn.gul,,, Bahn.....99«»i<»a — Diverse Uofe < — 2»^o Osenci i'ri« 40 fl.....48 7l> 4« 75 Palssh.l^!« 40 fi.....4s 50 4N'25, Rolbcn llieuz. oft, 1?'— 17 4" NlidDlI.l'ose w fl, . . . , ,9 — ,95» SalM'i'ose 4u sl..... „.— <;, s.<, St,'Vc>!0!«.i!ole 4U sl. . . b0 »5 «075 waldftein.^s« zo f,. . . 4i _ 4, 7o «anl.Nctl« «wnlo.Oeftnl, Vanl »l>« sl, 1,1 5«),,, -Va»lve«in. Wien«. 1<»u fl. . «2 2» ,» 75 Vt>»rl,.«uft.,Oest,zoosl.S.«»°/i,,41 — 241 b" ««fl ^ 70^«» -^icditbllnl, Allg, U»g. ,ou fl. , 2»l».!,<> 2»9'7s> Deprsilenvanr. Nllg.?o,^ ,,. , i?«.-.,??'.. Uoc, mvlc.Ges„Neröft.500s>. »,5-587 -V»Ve>l)clcnb„ öft. «(><>„, ^n/,G. ^— _.-r„>dc>l',. l'si. ouü, V.s.««« V.zzb--225 «^> !7cj^ll. Uüg. Bll»! , , , 87,—,«81-- Unlonl'an! !il!>. ,! ,10__^1„ z<; l!-?^ rnehmnnge». s»e, ^ln «>u fi. Süd ,«—i»«'50 «lulfin kl, . . -»—------ VusHt'shlobrl ssish. 500 fz. Hzss 775,—778 -(M.U) «00 sl. «18.75 219 25 Donau . DamVsschlfsahr«! » s. sV»t.'Db.»^,)«0Ufl.V —.--------'— DufVodendach« —------ «lisubtlb.Nabl! »W fl. «M. . — — —-— , i.'il!,.Vubwe!» Xi>0 sl. —-— — — , Slib.-T'clU, rbb. icxw fl. 0 l> Vrc>,.«ilfl<,ibesV..^,,u.Obeib.Vl2»4> — t!loyd,öft.'Ung.. IneN5oo fl.Luii.l49z _ 4U', _ lDestelr, slmblressb. ! ,1.75 «Ud»!'. ,, >.' »«0 N, «Lül.« 1»« 75 l»7'— i Sicl^, > lil»>,> ;.l,,'l>b, ^», f>, , — -. —' — ,!ktllN!! fl. Gilb» . »o »0 »° li0 Gilb.Nl,rbl>..Vesb..^,»i»7 «« ll»mw«y.»«s.. Wr. 170 fl, °. W,j„i 5» >l» — , Wl,, Nl» 100 »ou'l.G.!i«4-—>6i ö« Inbnftrie.Uctie» spll Gtüs), «lzybi und Kinbbeia, «isen» und Vt»hl'Inb, >n Wien icx» fl. , — — — — Vlscnbabnw.'l'tihg, I. »<» fl, <0"„ »5 50 «« «> ,«lbemiihl«, Papillf. u. «..H, «4 »5 "75 Vionlan»Gele!l!ch., öNtrl.»alv!nr «» »0 24 >« Ptagn sl. «I3,5o!«l4'»0 kalgo.Hlllj. «isrnloff. I0U sl ,7» »0 1«— lriwil« ^ohltNW.Ve!. 7« N- — - - ' Wafitnf.»».. «Dl«, in l». I«V ll. ,« ..«7 — Devise» Deutsche Platz«......«14«. «l ^ llondon.........l>5en>»l-?a P«i, .........<».4o!4»<7. Val»ten. Ducalen......, . z,« »9b »»»Oionco.Elilll«.....e»,. 9^^ Silber.........^.. ^.^. T>tUtch»ba,!ln»!,» .«l'4>>, «l »0 Italienische Vanlnoten (100 tt«) 4» 0» 4« 1» Papier-Nubel per Stll« , . .j,-»,» , ,,„,