„FnIhtN, W«tzlft«»d, DUtiii fll Z»,." Jahrgang Die „Marburger Zeituu »is Haus monatlich 10 mit 10 Mittwoch «. Juli I«?«. Utt„" erscheint jede« Eontttlit,. Miitwoch und Freitag. Preise — sür Marburg: ganzjährig e fl., h.ilbjährig 3 fl., vierteljä 0tr. — mit Postverseiidttug: s^anzjahrig 8fl.. halbjährig 4fi., vierteljahrig 2 fl. Die ein Mal gespaltene Gannondzeile , , bei zweimaliger mit 15, bei dreimaliger nut 2v tr. berechnet, wozn für jedesmalige Einschaltung 30 kr. Iuseraten-Stemp v»erteliährig 1 fl. bv kr. für Zustellung !ile wird bei einmaliger l5inschaltung tempelgebühr kommen. Zur Geschichte des Tages. Baron Widmann ist nun definitiv seines MinlsterpostenS ent« hoben; der Seiler dkS ginanzmiuisterinuiö. Holzgelhan. und Petrino. der Leiter deS AckerbaumimsterinmS. lvurd,n zn dcfinitiven Ministern ernannt. Hofrath Dr. v. Stremaycr lvurdc Untkrrichtsminister. Die Wahlen im Gropgrundbrfiße OberSsterreichs sind übsr-raschend gut ansgrfcUllN. es wurden nur BerfaslungStreuc geivöhlt. ebenso in Mähren. Schlesien und Kärnten. Aus Rom berichtet man. daß am nächsten Sonntage da» Unschl-barteitS Dogma auSgesprochln iverden dürfte. Der sttirrischt LMtag. Wir stlauben unseren Lesern eitlen Dienst zu eriveisen, lvenn »vir ihnen eine Zujammenstelluni, der Neulvahlen lics.rn. zugleich mit dem Vergleiche zu dem früheren Landlage und den Bestimmunj^en. wie viele Mitgliedtr und auö welchen Gruppen in den Rcichsrath und Landes-ausschuß getvühlt iverden ; die Namen drr alten Mitglieder des Lattdt.,gt» erscheinen durchschossen. 1. Die Birilstimmen und 12 Abgeordnete de» Groß,,lundbesiK^S: Bischof Z w e r t r. Bischof S t e p i s ch n e g, Rektor magnifitus Dr. Schenkt. Baron Hackelberg. I. P. Pauer. Lohninger. von Neupauer. Baron Hammer Purgstall. Giaf gricd. AltemS^ v. Carneri. v. Conrad. Baron Kcllersperg. Gras o t t u l i n »k y. Ritter v. Wachtler. Baron Mantel! ; wählen drci Reict-SrathSabgeordnete. 2. Die Abgeordneten der Stadt Graj^i Dr. Rechbauer. Dr.M. v. Schreiner. Rilter von Franck und Dr Schloff er ivahlen einen Reichöralhsabgeordneten. A. Sechs Abgeordnet.' der Hand.l^ka»nmer in Graz und Leoben: Syz. Dr. M«chel. Relimschmitt. Dr. Ritter v. Was er. Dr Gmeiner. Gtnmmer; lvai)lrn einen Reichsrathsabgeordnctcn. Z>er Kerr im Kaufe. Novelle von Vernd von Guseck. (Fortsetzung.) „Komm her. mein Kind!" sagte der Freiherr, und all den Seinen ging das Herz sreudig aus. — diesen gütigen To» »varen sie leider nur zu selten von ihm zu hören gelvohnt. iSr hatte sich neben die Multer auf da« Sopha gesetzt, und Elise eilte zu ihm und küßte. daS Auge voll Thranen. stumm seine Hand. „Ich hoffe, mein Kind, du lvirst mir alleS erzählen, nichts verschlveigen." sprach dcr Baler. ist eine öffentliche Angelegenheit, an der von unserer Seite auch vor den Menschen nichts mehr zu velheimlichcn ist. Als^ meine Elise, gib Gott die Ehre und rede Wahrheit von Anfang bis zu Ende." — ^ Elise gerieth bci di.ser Ermahnung in neue pcillliche Verlegenheit. Der ^^or welchem die Seinigen erbebten — „werde ich Herr sein über meine Handlungen und alles, was mir Gott gegeben hat. Ihm liin ich Rechenschast schuldig, sonst niemand! Und damit es kiar we.de. warum der Bube hinausgegan-gen ist — wisset, daß er sich ersrecht hat, mich zur Rede zu stallen unl^ Forderungen zu thun. statt der Bitte mir Trotz zu bieten ins A«gesicht. pochend aus seine Mannheit. weil er drei Ialre Student und ein Jahr Soldat gewesen ist! Wohlan, mag er seinen Weg gehen, tvohin er will! So lange meine Augen noch offen stehen, so lange ich noch Herr ans Hohenberg bin. soll er seinen Fuß nicht wieder über diese Schwelle setzen, soll sein Name nicht »nehr vor mir genannt iverden. Habt ihr mich verstanden? Wenn ihr mich aber hinaustragen läßt über kurz oder lang, so mögt ihr den Erben im Trinmph zurückliolcn. ich kann » nicht ändern. Hohenberg ist Majorat!" IV. Ein lichter Morgen tagte über der freundlichen Gegend, welcher die vielen und alterthümlichen Thürme einer größeren Stadt noch eine höhere Bedeutung gaben, als ilire Rebtnhügel am Flusse und ihre strotzenden Fruchtbreiten. für die sich schon die Sensen der Schnitter schärften. Auf einer hochgelegenen Ruhebank am Wege, der sich von dort in die Fläche hinabschlängelt, sah ein Wanderer, cr mußte sich schon sehr früh aufgemacht Huben, denn seine Schuhe waren dick bestaubt und er Zeugnißlzu geben. troA^ctn daß ihm aus seiner Aussage materieller Schaden erwachsen kann. ES werden sodann die Aussagen der Zeugen Pespaletz und Levetz für. und Dr. Neckermann und Laßnig gegen die Anklage vor-gelesen, von denen nur der zweite beeidet ist. Der BerHandlungsleiter erklärt, er sei gegen die Beeidigung der Zeugen, namentlich wegen des Zengen Seidl und seiner positiven Be-hallptung deS Gegentheiles. Es tvird daher keine Beeidigung vorgenom« men. Der Kläger behält sich dagegen die Berufung vor und beantragt dasselbe Strafausmaß wie daS erstemal. Der Vertheidiger Dr. Holzin-ger sagt, daß große Bedenken gegen die Belastungszeugen vorhanden seien. Die Entlastungszeugen hätten den Gegenbeweis gegen die Anklage her-gestellt. Nach Z. 260 könne Geklagter nicht verurtheilt werden, weil durch die Bedenklichkeit der Belastungszeugen der Beweis für*^tine Straf» barkeit gänzlich abgeschwächt wird. Auch sei ein Mißverstehen der Rede Brandstetters durch die Nationalen sehr leicht möglich, da Brandstetter schnell spricht. In politischer Beziehung involvire der Ausdruck „heucheln" gar keine Ehrenbeleidigung. Schließlich sührt er auS. daß er sich sehr verwahren müßte gegen die Insinuation, daß Brandstetter gegen^dieseS Gericht Vorwiirfe erhoben bei seinen Rekursen; er mußte sich geradezu wundern, daß Dr. Dominkusch darauf bestand, bei diesem und nicht bei einem anderen Gerichte die Verhandlung durchgeführt zu wissen. Dr. Do-minknsch replizirt. will nicht für ultramont«in gelten, er habe in seiner Broschüre sich für die interkonfessionellen Gesetze und gegen daS Konkor-dat ausgesprochen. Er sei als Privatmann in seinem Geschäfte beleidigt worden; er nennt es eine Unverschämtheit, daß der Bertheidiger sich den Tansschein besorgte, um die deutsche Al»kunft zu erweisen UebrigenS fei er bese.lt vom Wunsche der Verständignng der Parteien. Brandstetter spricht gegen den Anwurf der Unverschämtiieit. der nicht nur unparla-mentarisch sei. sondern geradezu eine Ehrenbeleidigung involvire. Domin-kusch verdanke sein Mandat in Cilli der klerikalen Partei, ivie das mit der früheren Aeußerung übereinstimme. — Die Verhandlung nird hier-auf geschlossen, mit der Erklärung, daß in drei Tagen das Urtheil zuae. stellt werde. (Männergesangsverein). In der Vereinsleitung unseres MänuergesangvereinkS hat eine theilweise Umtvälzung stattgefunden, ^er bisherige Vorstand des Vereines, Herr Kronig ist nämlich von dieser Stelle zurückgetreten, ivährend der bisherige Sekretär. Herr Doktor Duchatsch uin Urlaub ersuchte. Dieß machte Neuwahlen uöthig. und hat eine Freitags den 1. d. M. stattgesundene Hauptversamlung dieselben bereits vorgenommen. Darnach erscheinen die Herren Bramberger zum Vorstand, und Lankusch zum Sekretär gewählt. Herr Kronig nahm die auf ihn gefallene Wahl zum Ausschuß ebeusallS freundlich an. — In derselben Versammlung trat ein Komite. bestehend auS den Herren Bramberger. Ätopper, Neckheim. Erhart und Lankusch zusammen, welches sich mit der Frage der Gründung eines Musikvereines in Marburg auf das Eifrigste befassen ivird. (Äus der Sparkassa). Herr Joh. Girstmayr 8ell. ist r.uS dein SparkassaauSschusse ausgetreten, und wurde Herr Heinrich von Gastei-ger für deu Ausschuß empfohlen. (Uuglück auS Meuschenliebe). Ein Realschüler, der am Sonntage in der Militärsqwimmschule badete und (ein geübter Schwimmer'» an einem Holzkloben hing, wurde Voin Krämpfe erfaßt und vom Waffe'r weiter getrieben, da sprang der Schwimmmeister. Führer Leobner. in vollem Anzüge inS Waffer. um den Ertrinkenden zu rettui. doch hatte ihn. ehe Leobner ihn erreichen konnte, schon ein Mitschüler heraufgezogen. Leobner aber büßle seine Menschenliebe mit seinem Leben, denn er ertrank; da er hatte das Ränzel abgeworfen. daS ihm bereits zu schwer geworden schien. — Beim Mondlicht haben wir den Wanderer schon gesehen, betrachten wir ihn bei Hellem TageSschimmer. es verlohnt sich der Mühe; das junge Landmädchea. das eben vorübergeht, ist offenbar auch dieser Meinung, denn eS kehrt sich noch einmal um. — oder ist es aus Verdruß über den Unhöflichen. der ihren Gruß gar nicht erwideit, sie vielleicht gar nicht be-merkt hat? Sehr anziehend war das Gesicht des jungen Mannes, ein Kunst-keni'er wüide sein Profil klassisch genannt, ein Physiognotn Karakterstudien daran gemaebt liaben. Diese hohe Stirn bekundete Geist und Mnth. dieser Mund mit s.inen en'schiedenen Linien rillen festen Willen, das Auge, das gleichsam herausfordernd in die Ferne gerichtet »var. hatte ein Fener. wie es sich nur selten in brannen Augen findet. El stand jetzt auf. eine hohe, schlanke Gestalt, ivart sein Reisegepäck «vieder auf die Schultern und setzte seinen Weg sort. dessen Ziel eben die Ltadt war, deren Thürme von der Morgensonne beglänzt unten in der Ebene lagen. Wie viele ivandern nach den großen Städten, um dort ihr Glück. Ivenigstens ihre Lebensstellung zu suchen! Manche finden auch jenes reicher, diese fester als irgendwo anders, aber lvem sich das Versagt, den erwartet auch am Ziele eines verfehlten Strebens gerade in großen Städten ein viel schrecklicheres LooS, als er sonst gesunden haben wlirde. Aus gut Glück, auf die Avcnture. wie ein fahrender Ritter der alten Zeit, ging jedoch der jnnge Mann, den «vir begleiten, nicht auS: er hatte sich seinen festen Lebensplan gemacht, »venn er auch der Schwester nichts davon vertraut hatte. Ein großer Paik nahm ihn aus. als er sich der Stadt näherte, es ivar der Park des fürstlichen Schlosses, durch welchen die Straß gerade aus das Tlior führte. (Fortsetzung folgt.) keinen Schrei von sich gab. so scheint ein Schlagfluß ihn getSdtet zu haben. Seine Lkiche soll gestern bei Peltau gefunden worden scin. (Ein U n l ü lk s s o n n ta Der letzte Sonntag'. 'vl,r ai»s der Drau ein UnglückStlig. Außer dem Ertrinken des Schwimmmnsters wird uns auch ein gleicher Todesfall von der GannerSliachermühle erzählt, wo ein achtjähriges Madchen crlrtink. Ferner riß sich ein Floß von der Lende loS und fuhr an ein Brückenjoch, so daß die Leutt', die rS sleuern und retten wollte,», sich nur durch Hinaufklettcrn retten konnten, an das hängende Floß fuhr eine Platte on. so daß sie ein Leck bekam und weiter unten ftkgtn St. Petcr unterging. (Dr. Hofzinsers) Vorstellung im Casinospeisesaale fand einen für den schönen ?Ibtnd zahlreichen Znsprn.i); die Fingerfertigkeit, die Grazie in dkr Darstellung ist dem Meister, der in Martznrg sich schon prodnzirtt. gleich geblitbtn; am meisten gefielen die Kartenkünste. der magnetische Stab und vor 0llevi die Bibliothek. Windischgraz. 3. Juli 1870. Ein eben erhalienes Schreiben aus gewichtiger Feder über die giin« stigrn Wahlen in Kärnten (sogl^r der Dechant von St Andräe wäre ein gebildeter und kluger Mann) tt^dclt uns Sleirer betreffs Indolenz der liberalen Partei vor den Wahlen und meint, daß die Klerikalen in Kärnten rs auch nicht haben an Hetzereien fehlen lassen! Allerdings und leider hat der Freund recht, aber wir glauben, dak es nicht Verschlagen wird: unseie Bureaukralie sitzt sattelfest und wird sich, wie bisher, kaum durch das Worta'Plänkel der Landtage oder deS Reichstages aus dem Takte bringen lassen. Auch die hohe Koterie. welche bisher alle Bemühuugen wohlmei« ntnder Männer zu nichte machte, »viid sich blutwenig um die Parteien kümmern, die nie andere bekämpfen werden, obwohl es derselben nicht unwillkommen sein dürste, an 51uantität des Anhanges zugenommen zu haben. An Qualität ist die gegnerische Partei so schwach, daß nichts zu sürchteu wäre, denn unter deu glnannten Grafen (auch wieder ohne Tanf namen. wie beim tamischen Freiherrn) ist Einer, der nicht einmal für rinen weil. Kreiskommissär zu brauchen war — genug gesagt! Wer eiuzelnk Persönlichkeiten näher kennt und daraus deutlich sieht, daß häustg nur Strohmandeln vorkommen. die Form aber doch noch immer als das höchste gilt. — muß sich z. B. ivundern. wie man einen Grafen in Kärnten wegen eines von der klerikalen Partei auSge-gebenen ArtlkelS zur Verantwortung ziehen könne. W'll man auf die wirkliche Strafverhandlung lvarteii. wo hoch-selber dann als nichtzurechnung^sähig eikannt werdtn muß. so erscheint es denn doch noch lächerlicher und zweckwiduger. Obwohl nun ein Kirchenfürst, der f,eillch mehr fiir einen Pfarrer als sür einen Bischof getaugt hätte, einst deutlich seinen Bauern zu vcr stehen gab. sich vor den Biirgern zu hüten, da in den Städten der Un glaube überhand nehme, so haben toch nur die Wahlen der Märkte und Städte gezeigt, daß der Sinn sür Wahrheit und Recht nicht erloschen ist. ja festgehalten und hier nur daS staatliche Leben so ziemlich verstanden wird. — Bon den gedachten Strohmandeln ist in den Landtagen und im ReichSrathe nichts zu hoffen — wohl Alles zu fürchten, das ist das Traurige, denn von einem Verständnisse oder Bekehrtwerden ist bei einem solchen Unverstände oder gänzlichem Mangel an Einsicht wohl keine Rede, daher eine allgemeine Bildung, d. h dem Herauswachsen aus der thie tischen Natur, noch tveniger aber eine staatliche oder seientivische zu er warten ist. — und dieS dürfte noch lange bei U"S (besonders im Win dischtn) dauern und bei kaum ergrautem Morgen der Tag noch eine Weile auf sich warten lassen!! I. iL. H. Mahre nberg. Die Nacht vom letzten Juni auf den 1. Juli war hier eine Zeit des Schreckens nnd der Verwirrung, wie man solche nur im Hochgebirge erlebt. Ein Wolkenbruch, der sich von hier bis Z^resen erstreekte s ftt? die Straße nnd die niederen Gebäude um 1 Uhr Nachts söi^mlich nniee Wasser und speirte die Passage nicht nur der Zisenbahn. so dah am 1. Juli Vormittags kein Zug Verkehren konnte, ondern allerorts, so daß panischer Schrecken nch Aller bemächtigte. Blitz t.nf Blij; folgte und zwei Feuerröthen zeigten Schadenfeuer, man hatte aber im Dorfe mit sich selliü zu thun. da die meist.n Keller Mi! Wasser gefüllt tvurden und die Giesbäche rieftge Steina und ange. häustes Brenn, und Bauholz und dgl. herabtrugen. Die alle Poststr.^ße ist theiltveis.- unsahrbar. die meisten Brücken abgeiissen. Felder und Wi sen sind mit S^^lamm und Steinen überschüttet. alle Wasserfälle noch in voller Thätigkeit ze. Nur den energj. schen Bemühunl^en des Sektionsingenieurs von Bleiburg. dessen Strecke bis Saldenhofkn auch arg hergenommen war. und deS von Marburg herbeigeeilten SektionKchefs gelang eS. mit Hilfe von mehreren hundert Aibeitern den hie und da klafterhohen Schutt wegzuräumen und die Bahn frei zn machen, daß wenigstens die Nachmittaasiüae ver-kehren konnten. Das Gewitter scheint von Nordtvest nach Südost gezogen zu sein und lei!>brüchen nicht durch andere Motive eingcschreckt werden, mit Hilfe der Gerichte tvcide ich ihrer Schmäh-sucht keine Grenzen zu setzen versuchen. Die Aufgabe der Zust z ist nach meiner Anschauung im Rechtsstaate sicher eine höhere. als das Werkzeug der Rache gekränkter Eitelkeit zu sein, und tver seine Stelle im öffentlichen Leben nicht als Nulle ausfüllen will, der klärt seinen Werth durch die That am b'sten auf. Bezttglich der beabsichtigten Schmähung dureh k'as erivähnte Witz-blatt selbst, möchte ich den Einsendern nur meine Anerkennung dafür aus-sprechen, daß sie den Zeichner veranlaßten. mir den Slotitnenführer — denn nur diese sind es ja. die mir feindselig entgegentreten — mit den Füssen voraus in den Mund zu schieben, wodurch sie wahrscheinlich sehr Mtreich selbst andeuten wollten, daß die Köpfe dieser Leute daS u n genießbarste an ilinen sind, und daher so wie die Stiele lieim Obst nach der Berspnsunq weggeworfen »Verden. Rothwein, den 3. Juni 1870. Achtungsvoll Friedrich Vrandstektcr. ^Edikt. Von dem k. k. Bezirks Gerichte Marbnrq wird bekannt gemacht: Es seien in der Ejresntionsiache des H^rrn Moritz Rosenberg in Wien durch Herrn Dr. Ungermann gegen Herrn Dr. Zos.f Brauner. Privaten in Wien, znr Bornahme der von dem k. k. Handels Gerichte in Wien bewilligten separat n Versteigerung der dem Herr» Czekuten gehörigen Realitäten drei FeilbietnngS Tagsatzungen nachstehend angeordnet: 1. Für die Realität Dom. Nr. 94 aä Schleinitz, Wiese in der Steuergemeiude Jeschenzen, Kataftral - Parzelle Nr. 35 pr. 2 Joch 134^ Q. Kl. im gerichtlichen Schätzung^werthe von 795 sl. 2 kr. auf den 5. August, 6. September und 6. Oktober 1870; 2. Für die Realität Grundbuch Thesengründe der Stadt Marburg Fol. 201, Thesenacker in der Steuergemeinde Unter-rothweitt pr. 1 Joch 340 Q. Kl. im gerichtlichen SchätzungSwerthe von 358 fl 90 kr. ans den 9. August, 9. September und 10. Oktober 1870; 3. Für die Realität Grundbuch der Stadt Marburg C. Nr. 65, Tom. II, Fol. 101, Haus Nr. C. 65 Herrengasse in Marburg, im gerichtlichen Schätzungswerte von 22000 st. auf den 12. August, 13. September und 14. Oktober 1870; 4. Für die Realität Grundbuch Stadt Marburg T. VI, F. 21 Garten oberhalb der Windischgasse in Marburg sammt Thurm und Zugehör im gerichtlichen SchätzungSwerthe von 4213 fl. 50 kr. aus den 16. August, 16. September uud 18. Oktober 1870, jedesmal 10 Uhr Vormittags, für die Realitäten suk 1 und 2 die ersten und zweiten Tagsatzungen in der hierortigen GerichtSkanzlei. die dritten !agsatzungen am Orte der Realitäten, sud 1 in der Gemeinde Jeschenzen. 8ud 2 in der Gemeinde Unterrothwein; für die Realitäten sud 3 und 4 alle drei Tagsatznngen u, der hierortigen Gerichtekanzlei. Jede dieser Realitäten wird bei der ersten und zweiten Tagsatzung nur um oder über den Schätzungswert'), bei der dritten Tagsatzung aber auch unter demselben hintangegeben werden und eS Hot jeder Lizitant aor dem Anbote 10 Prozent des Schätzungswertes als Vadium zn Händen der Lizitationskommission zu erlegen. — Die übrigen Lizitations« Bedingungen können Hiergerichts eingesehen oder in Abschrist behoben werden. K. k. Bezirks Gericht Marburg am 15. Juni 1870. (4SI I »K Aabrtks-Preise. .H» 2 ««» M «v Endesgefcrtigter d^nlkt für daS ilim geschcnkte gntruuen und zeigt ergebenst an. daß in seinem Papier-Verlaiz vom 1. Juli angcft'ngen alle Gattungen t^rief-, Aan)lei^, Konzept-, Sacket-, Lack- und Flußpapiere, Pappendeckel, Steiftjste, Federn, Tlnte, Lurns-Papiere, sowie iibe biuz'l alle Kattnngen Schreib - Veqnifiten und Frachtbriefe zu Fabrikspreisen zu htibcn sind. Um geneigten Zuspruch bittend, zeichne liochachtungsvoll Melchior Gatßer, 498 Grazsrvorstadt, Nr. 12. v »a»MLSW:2 I Der heutigen Rummcr dirscs BlcittcS liebst eine Annonce des Marburger Dienstmann Jnstitutes bei. Ein Eislltljien für einen Eimer mit Speisebel)älter. im besten Zustande, ist billig zu haben bei R. Weiß, Lackirer in Mnrbnrg. Epiltplischt Krülnpft (i^'^ll^ufln) heilt briefliel) der Speeialarzt siir Epilepsie Doktoi ß». in Berlin, jcpt: Louisenstrahc 45 Bereits illier Hunderl geheilt. 32 Eisenbahn-Fcihrvrdnuilg fiir Marburg. Eilzüge. Vcrfvnenzttge. ! Von Wie» nach Trieft: ' «ntunft 1 lllir ü9 Min. Rachmittnst. Ankunft « N. 8 M. Frul,. 8 U. 44 M. Abcndö. Abfalirt 2 Uhr Min. Nachmittnt^. Abfahrt „ '.^0 „ v „ 5«! „ „ Von Triest lu>ch Wicu.' «ntnnft 2 Uhr 37 Min. Nnchmittlij^. Ankunft«N. 19M.Ml,. N U. 55' M. Atiend» ' Abfahrt 2 Uhr 40 Min. Nachmittns,. Abfahrt l! „ .'il „ „ 7 „ 7 „ „ Kemischtc Zttge. Von Milrzzuschld^, Vvn AdelSberq nach AdelSl'erq: nach Miirzz Uschlag: Ankunft I Uhr f. Min. Nlichmittas,. Ankunft 12 Nlir 20 Min. Nachmittag. Abfahrt 1 Uhr 20 Min. Namittag. Abfnhrt 12 Ulir 40 Min. Nachuiittig. Hausverkauf. In Marburg, am Ecke der Theater- und Schillerstraße, ist ein schönes cinstöckis^eS Hans. viUaartig gebaut, mit einer prachtvollen Ans-sicht. einem hübschen Zier- nnd Gemiisegarten im Flächeninhalte von 452 O.-Klft.. welcher auch a!S vorzüglicher Bauplatz (mit drei Fronten) verwendet wrrden kann, aus sreier Hanv zu verkaufen. Näheres hierüber wird den wirklich Kauflustigen aus mündliche und schriftliche Anfragen vom Eigenthümer P. Skoff bereitwillig rrtheilt. dikt. Pom k. k. Bezirksgerichte Markmrg als Abhandlungsinstanz nach Christine Blsoönik wird bekannt gemacht, daß deren Nachlaß, bestellend !^) aus der behausten, in der Gemeinde Bachern liegenden Realität Berg Nr. 24 ml HanSambacher im Flächenmaße von 1 Joch 40 Qd. Klafter, darunter 1045 Od. KlafterWeingarten. im Schätzwerthepr.800 fl. österr.W. und ans den dlibei befindlichen Fahrnissen — in der Gemeinde Bachern am Juli 1670 in» Wege der freiwilligen öffentlichen Lizitation veräußert werde. Jeder Lizitant hat, bevor er einen Anbot aus me Realttat Mticht, ein Vadium pr. 100 fl. in barem Gelde. steierm. Sparkassebücheln oder österreichischen StaatspapierlN nach dem letzten Kourse zu .'»wanden der Gerichtskommission zu erlegen; die Fahrnisse werden geaen bare Bezahlung des Meistbotes und sogleiche WegnalMe dem Meistbie- tendett überlassen. . Hirzu werden Kauflustige mit dcm Beisätze zu erscheinen eingeladen, das^ die V^izitatton der Realität um 9 Uhr Vormittag beginnt und daß naä) l'eendeter Reallizitation mit dei Lizitation der Fahrnisse vorgegangen !l(»t'rden tvird. (4^6 Marburg am 21. Juni 1870. ^ j Der k. k. Notar als Gerichtskommissär: Dr. Radep. .2 U. St. v Vkrontworttiche Redaktion. Ä^'rnck und Nerlaq von Eduard Sanfchitz in Marburg. Danksclireiben über die heilMiue Wirkung des Jlnatberin - JBmibiiia^ers von Dr. J. fä. POPP, prakt. Zahnarzt, in Wien* Stadt, Bognergasse Nr. 2. Der Unterzeichnete erklärt freiwillig mit Vergnügen, dasa sein schwammig leichtblutendes Zahnfleisch, sowie die lockeren Zähne durch den Gebrauch des An atherin - M un dwassers von Dr. J. G. POPP, prakt. Zahnarzt in Wien, ersteres seine natürliche Farbe wieder erhalten hat, sowie das Bluten gänzlich behoben und die Zahne ihre Festigkeit erlangten, wofür ich meinen innigsten Dank sage. (27 Zugleich gebe ich ganz nieine Einwilligung, von diesen Zeilen den nöthigen Gebrauch zu machen, damit die heilsame Wirkung des Ana-t, herin-Mundwassers Mund- und Zahnkranken bekannt werde. Kau dum. Mr. H. J. de Carpentier. Zu haben in: Marburg bei Herrn Bancalari, Apotheker, bei Herrn F. Kolletnig und in Tauchmanns Kunsthandlung; CiUi bei Crisper, in Baumbachs und in Rauschers Apotheke: Sauerbrunn in der Apotheke; Radkersburg J. Weitzinger; Mureck bei Kugler & Merlak; Warasdin in A. Halters Apotheke; Luttenberg bei N.Wilhelm; Rohitseh in Krispers Apotheke; Windisch -Graz in Ammerbachers Apotheke und bei J. Kaligaritsch; Windisch-Landsberg in Vassulichs Apotheke. Hiemit beehren wir uns zur öffentlichen Kenntnis» zu bringen, dass wir die Vertretung unserer Anstalt an den Herrn Ignaz Sollak in Marburg übergeben haben. (499 Wien, am 4 Juli 1870. , ßenerafagciitfcOnft Der uiifl. Cef)cn8öfiftdjmiiifls4tanfi Beilage zu Rr. 80 der „Marburger Zeitung." Anempfehlung und Bitte ^as Dienstmanvwesen in dem Sinne und Prinzip«, auf welchem die ursprüngliche Errichtung der Dienstmann-Jnstitute beruht, soll dem öffentlichen Betlehre zuverliißige und tüchtige Arbeiter biete«, daher keine Zufluchtsstätte für Arbeitsscheue und Richtsthuer, noch weniger aber solche Leute, welche weder Ordnung noch Gesetz halten wollen, sein; es soll vielmehr sür Leute, die an der Arbeit ihre Lust und mit mir ein Interesse daran haben, dem Publikum nur ei» anständiges und ehrbare» Institut zu erhalten, die Beruhigung gewähren, sich einer dauernden und sichere» Existenz erfreuen zu dürfen. Um jedoch die untauglichen Elemente zum Vortheile des Ganzen ausscheiden^ sowie die verdienstvollen Individuen nach Gebühr lohnen zu können, ist es nothwendig, daß mir über alle vorkommende« Ungehörigkeiten Mittheilungen ohne Rückhalt gemacht werden; denn im Allgemeinen ist den Dieiistmiinnern immer ein schlechter Dienst erwiesen, bei Ungebührlichkeiten Einzelner eine bekla-genSwerthe Gleichgiltigkeit walten zu lasse», weil allemal die Arbeiter selbst am meisten zu leiden haben. Rur wenn daS Publikum mit der Jnstituts-Direktion sirenge Kontrole übt, ist es möglich, d«S Institut den Anforderungen des öffentlichen Verkehrs entsprechend zu leiten und daraus einen wahren, dauernden Nutzen zn schaffen, sowohl für jene, welche Arbeit geben, als für die, welche nach Arbeit »«lauge». Nachdem die Dienstmänner je »ach Verwendbarkeit vom Institute mit festem Lohne sowohl für Werk-, als Sonn- nnd Feiertage, nebst Tantiemen und Prämien gebührend entlohnt werden, somit ohne Risiko ihr sicheres Auskommen haben, sind selb: anch bei ihrer Ehre verpflichtet, daS täglich Verdiente nmsomehr dem Institute gewissenhaft abzuführen nnd die vereinnahmten Beträge den Parteien mit TagtSmarken zn quittiren, als bei Stichtabgabe der auf den vollen Tarifsatz lantende» Tages-marken den Auftraggebern die Garantie — nämlich für den Fall, als der Dienstiuann etwas nicht richtig bestellt oder zur rechten Zeit abgegeben hätte, hiefür eine» Schadenersatz bis zur Höhe von S0 fl. vom Institute beanspruchen zu könne« — entzogen, dem Institute aber überdies die hiednrch einzig mögliche Kontrole znm Nachtheile der sicheren Verläßlichkeit entzogen wird. Rur durch die Abnahme der Tagesmarkeu erhalten die ?. 1". Auftraggeber die Beruhigung, daß sie dem Dienstmanne nur die «ach dem Tarifsatze gebührende Taxe gezahlt haben nnd daß der Austrag ebenso gewissenhast als pünktlich ausgeführt worden sei, weil die Dienstmänner dem Institute für jeden durch sie entstandenen Schaden mit ihrem Lohne und ihrer Kaution zu haften verpflichtet sind und nur einzig und allein die richtige Abnahme und Vorweisung der ans den vollen Tarifsatz lautenden Marken, welche gleichzeitig mit dem Nr. des Dienstttiannes «>>d Tagesstempel versehe« sind, den ?. Auftraggebern daS Recht einräumt, die alle»fallsige Beschwerde beim Institute mit Erfolg führen zu können. Da hiezn vor Allem die wohlwollende Unterstützung durch zahlreiche Aufträge und rege Theiluahme an Allem, waS dos Fortbestehen des Institutes bedingt, erforderlich ist, so ergeht hiemit von der gefertigten Jnstituts-Vorstehung au das verehrte Publikum, welches sich der Dienstmänner bedient, die ergebenste Bitte: von den Dienstmännern selbst sür den kleinsten Betrag, welcher für irgend eine Dienstleistung gezahlt wurde, die entiprechcnde TageSmarke anzunehmen resp. abzufordern; denn, wie erwähnt, wird durch die Richtabgabe resp. Richtabnahme der TagcSmarken der sonst für alle Fälle gebotenen Garantie entsagt, de» Dienstmännern aber überdies Anlaß znr Unverliß-lichkeit und Langsamkeit bei Ausführung der Aufträge, sowie zur Unterschlagung der für daS Institut vereinnahmten Betrüge gegeben, wodurch dem Dieustmanne, sowie dem Anst aggeber ciu schlechter Dienst erwiesen wird, besonders wenn de« Dienstmänner« anstatt des nach dem !arise verdienten Betrages die gerade vorhandenen Trink- oder Eßwaare« aufgebürdet uvd dieselbe» selbst zum Betrüge gegen daS Institut verleitet werden. Schon die Ansprechung um Trinkgelder ist den Dienstmäuuern bei sogleicher Entlassung verboten, daher eine obenvähnte Handlung »ach Maßgabe des ThatbestandeS »in so mehr strafbar erscheint, als hiedurch znm Betrüge Anlaß gegeben wird. Inden« ich mit Zuversicht hoffe, daß daS verehrte Publikum mir durch Mittheilung alles dessen, waS unstatthaft erscheinen mag, die wirksamste Unterstützung gewähren wolle, bin ich im Boraus für AlleS, waS zur Förderung meines Unternehmens und zur Wahrung des allgemeinen Interesses dient, sehr dankbar. Hochachtungsvoll ergeben Anton Hoinigg, Inhabtt de» Marburg« Ditnftmann Institute« Eomptoir: Im Kammererschen Hause, Eingang Herrengaffe zwischen dem Fetz'schen und Bradatsch'schen Hause. vnuk T. Zimlchitz I, »«»biiri. L. «I. N. s.