^ «r; Hi lHA lnr Kunst, Literatur, Theater «.geselliges Leben. Herausgegeben und redigirt von Leopold Kovdesch. ^ ^ . Montag am ^K. Mai Ä83G« Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich zwei Nummern, jedes Mal ein halber Bogen. Der Preis des Blattes ist in Laibach jährlich ü, Halbjahr!!, 3 st. Durch die f. f. Post unter Lungert mit portofreier Zusendung ganzjährig n, halbjährig 4 st. C. M., und wird halbjährig vorausbezahlt. Alle f. k. Postämter nehmen Pränumeralion an. I » Laibach pränumerirt man entweder im Zeitungs «Comptoir, in der Buchhandlung des Herrn Leop. Paternolli , oder beim Ncdacteur , am Marienplaye, Nr. 18, zu ebener Erde. Grinnerung. ^ s gibt im Leben finst're trübe Stunden, Wo Alles feindlich »nser Herz bedrängt, Wo sich der Schmerz noch «»vernarbter Munden Mi t neuen Schmerzen bitter höhnend mengt. Wo selbst der Hoffnung heit're Truggebilde Entfremdet sind dem nachtumhülltcn Weist; Do naht sich uns mit segenreicher Milde Ein Friedensengel, der Erinn'run g heißt. Dem dunklen Schacht schon langst ertragener Schickung Entschwebet eine bunte Freudenschar Und bietet uns mit zarter Farbenschmuckung Nergong'nen Glückes Lust von Neuem dar. Es jauchzt das Herz in wonnevoller Ahnung, Wenn es empfängt dies's Glückes Weihetuß; Denn vor uns tritt, wie eine fromme Mahnung, Im Mißgeschicke der Erinn'rung Gruß. Gustav. A n t. Winter. Das Bild der Fürstin von Brnuabarca. (Beschluß.) Nennen Sie mich nicht mehr Fürstin, unterbrach ihn seine Wohlthäterin mit belehrendem Tone, worin sie die Delikatesse ganz in ihrer Gewalt hatte,— nen­nen Sie mich nicht mehr mit einem Namen, der mir nur dann zukommt, wenn mich mein Beruf auf Stun­den mit dem Purpur bekleidet — ich bin die Sän­gerin V . . . . Ja Madame V . . . . setzte Vabette hinzu, uns're gefeierte Mm^ vounl», deren Stimme Europa bewundert, und die nur ein enthusiastischer Maler in der Rolle der Fürstin v. Brunabarca aufgefaßt und dargestellt hat. Wenn gleich Treue «stein, der mit größter Spannung einer so unerwarteten Entwickelung zugehört hatte, und wie aus dem schönsten Theile eines Trau­mes gerüttelt war, für eine Dame, die nicht jene herrliche Fürstin, sondern nur Sängerin, die nicht frei, sondern bereits die Frau eines Andern war, keineswegs mehr eine feurige Verehrung fühlen konnte, die er über­dies mit ganz Europa theilen sollte, so inachte doch die Gemüthlichkeit und die Zartheit, womit sie ihn lohnte^ einen tiefen bleibenden Eindruck auf sein Herz; mit einer Thräne der Rührung brach er in die Worte aus: Fürstin oder nicht! Sie bleiben doch die Fürstin meines Glückes! Wie arm muß mein innigster Dank seyn, da Sie so schön zu danken verstehen für das Wenige, das ich geleistet. — »Wundern Sie sich nicht,« hob die prim» Donna an; »Ihrem Edelsinne, der nicht erst überlegt, was zu ret­ten ist, sondern, der für alles Nothlcidcnde ein war­mes Herz hat, gebührt meine volle Anerkennung, Sie haben ein Thier gerettet, das mir durch seine Treue unschätzbar geworden ist; der Neid meiner Verwandten um eine beträchtliche Erbschaft meines geliebten Man­nes , den ich in der ersten Woche unserer Ehe verlor, hatte mir bestimmt, das schmerzliche Glück, ihn beerbt zu haben, mit dem Tode zu büßen. Mein Kammer­mädchen ward bestochen, mich während der Ruhe mit Kohlendampf zu ersticken; inneiülciic, sah die Vorrich-H tungen mit an, und kaum hatte sich das Mädchen ent­fernt, so zerschlug er die Fenster, warf die verdächti­ge Kohlenpfanne hinaus, und wurde so der Verräther des Mordanschlags, und der Erhalter meines Lebens; Sie sehen, daß ich das Leben eines Geschöpfes, wel­ches mir dasselbe gerettet hat, nicht theuer genug be­zahlen kann.« Nie hatte Treuenstein eine Dankbezeugnng verlegener gemacht, nie hatte er etwas bitt'rer bereut, als Auguste so verletzend behandelt, als ihr das Vild gesendet zu haben. Er wäre so gerne jetzt an ihr Herz geflogen; schüchtern warf er ihr einen Blick zu, in dem sich ganz seine Reue, seine heimgekehrte Liebe malte, und den sie offen und freundlich erwiederte; — 26 ^ Auguste! rief er endlich, sein? Arme gegen sie aus­ breitend, — Aug u ste! verzeihe! ja ich will dich glück­ lich machen, will dein wackerer Gatte seyn! und eine herzliche innige Umarmung knüpfte auf's neue und fester ein Band, das in einer fremden Flamme unterzugehen droht?) da klopfte Ba bette ihm leise Mf hie Schul­ ter, und lispelte: »Sagen Sie Augusten ja nichts, daß Sie ihr das Portrait geschickt haben. Ich behielt es bei mir, und habe ihr dafür einen kleinen Spiegel in den Umschlag gelegt; dadurch hat das Ganze einen andern Sinn bekommen, und das Mädchen mit Ihnen ausgesöhnt; denn ich dachte, Sie werden es mir noch Dank wissen, wenn ich Ihnen ein so gutes Herz er­ halte, wie es Ihr Vräutchen besitzt.« Vater Falzbeindl, den man nach vielen Ve­theuerungen, daß er nicht den mindesten Willen habe, sobald, und am allerwenigsten sich selbst aus der Welt zu schaffen, sondern, daß er sich blos habe rasiren wollen, entlassen hatte, war lange nicht zur Einwilli­gung in die Heirath zu bewegen gewesen; doch, als die Donna Augusten manch' werthvolles Brautgeschenke gemacht, als sie für de» Bräutigam bei ihm selbst ei» Sümmchen goldener Nothpfennige angelegt, und ihm die Versicherung gegeben hatte, daß sie seine Kunst in allen Hauptstädten der Welt anrühmen werde, war er sogleich umgestimmt, und betrieb selbst die Sache. Fröh­lich" schloß auch er nun seine beiden Kinder in die Ar­me, uud vollführte hiebet einige Sprünge des Entzü­ckens , die ihm inuoiiaoi«, im Ecke Sprung für Sprung getreu nachmachte. Ein Bedienter meldete, es sey angespannt; in zwei modernen Schwimmern, im ersten Madame B ... . die Braut, und ihr Vater, im zweiten Fräulein Na­belte mit der unzertrennlichen Maceppa, und der Bräutigam, wurde zur Trauung gefahren, die stille vor sich ging; ein desto glänzenderes Abendfest, zu dessen eßbarem Theile auch Babettens ganze Arche Noah geladen war, beschloß diesen entscheidungsvollen Tag. Das junge Ehepaar lebte wirklich beglückt und heiter. Treuenstein konkurrirte um eine Dienststelle, die er durch Geschicklichkeit und seine nun trefflich ge­wordene Verwendung auch erhielt und behauptete; — Auguste aber war sein treues, herziges Weibchen, das als Frau von Treuen st ein sich bald den schönen Ruf der Häuslichkeit erwarb. Beide ehrtest und lieb­ten als die Gründerin ihres Glücks die schöne B.... , deren Herz einen eben so reinen edeln Klang hatte, als ihre Stimme. Auch Fräulein Babette, die Madame V.... von der Lage und den Verhältnissen Treuensteins in Kenntniß gesetzt, und durch ihr kluges Benehmen alle Köpfe und Herzen so zum Glücke ihrer Hausge­nossen zu leiten gewußt, erfuhr im Alois «ud Au­gusten s Hause immer gleich Beweise der aufrichtig­sten Anhänglichkeit, und lächelte nach der Zeit jedes­ mal recht vergnügt, wenn die Treuenst ei n'schen Kin­der mit Maceppa spielten. Was aber einst in dem armseligen verpfändeten Stübchen Treuensteins das Interressanteste gewe­sen war, das blieb es auch jetzt noch in seiner hüb­schen zierliche» Wohnung: bas-Bild dir Fürsten v. Vr « uabarca. Die Schlange von Wallenburg. (Fortsetzung.) Auf Wallenburg ging es hoch her. Die zahl­reichen Gäste leerten tüchtig den Humpen, allein die Frauen hattensich in die Nacht hinein in ihre Zimmer zu­rückgezogen. Die Burgfrau Brigitt e kam diesen Abend heiter gestimmt in ihre Schlafkammer. Die schlaue Gertraud , ihre Zofe, benützte die Gelegenheit, um mit der Herrin etwcls zu plaudern. »Edle Frau« be­gann sie: »heute seht Ihr so freundlich aus, und so darf sich denn Eure Zofe wohl unterstehen, Euch zu be­kennen, daß uuter allen Nittcrn der großen Tafelrun, de da drüben der Eure unstreitig der schmuckeste sey.« »»Ei seht doch die Zofe!«« entgegnete spitzig uud scharf Frau Brigitte : »»Hast du vielleicht auch Ursache zu solcher Behauptung?,« fragte sie finster die verstum­mende Magd, und maß sie mit rollenden Augen. Die Letztere war furchtsam zurückgetreten, die Burgfrau aber rauschte gegen ein Fenster, riß es auf, uud sah wild hinaus i« die sternhelle Nacht. Vom andern Flü­gel des Schloßes ertönten noch immer Toaste der fröhlichen Zecher. »Gertraud!« nahm nach einer Weile die Strenge wieder das Wort «ich erinnere mich, daß der Ritter vorhin seinen Schildknappen, den alten Tuckmäuser, mit Wein wohin schickte; weißt du nicht wohin?« Schmunzelnd näherte sich jetzt die Zofe der Herrin. »"Ihr habt mir großes Unrecht gethan vorhin, edle Frau«« sprach sie mit leisem Vorwurf-»»allein ich weiß die Quelle Eures Mißtrauens hierin, und bil­lige letzteres. Wissen möchtet Ihr , wohin der Ritter Wein geschickt habe und Imbiß? — Hm! freilich der Knappe wird es nicht sagen, allein wenn ich rathen dürfte, ich würde nicht fehlen. Nach Leibuitz hinunter, zu der alten Kunigunde , des verstorbenen Schloß­vogtes Eheweibe, hat der Knappe die Labung getragen, ich möchte meine Korallenschnur wetten!«« »Nun das mag wohl angehen, obschou ich die Alte nicht recht lei­de» kann« nahm die Burgfrau das Wort. »»Ja, wenns so eigentlich der Alten wegen nur wäre, aber edle Frau, werdet uicht böse — es muß heraus — ich glau­be, daß es vielmehr wegen der Jungen geschah. — Sie kam erst vor etlichen Tagen hier an — ein schmu­ckes Ding, Agnes heißt sie, hier im Schloß aufge­wachsen, und schon früher der Augapfel des Ritters.«« »Was sagst du, Unglücksdirne!« schrie die vor Zorn 37 Erblassende, «jene Agnes, die Tochter des ehemaligen Vurgvogtes wäre hier?" —»"So wahr ich Gertrau d heiße, und Euch vom Herzen zugethan bin«« war die Antwort der Zofe. »«Ich habe sie selbst gesehen, doch ob sie aus einer Veranlassung hier sey, und ob der Wein auch gewiß hinunter gewandert ist, weiß ich noch nicht; aber daß sie ein liebes munteres Kind, ihr wie ein Ei dem andern gleichend, mitgebracht habe, kann ich eidlich erhärten.«« — «Was? ein Kind, ihr Kind?« kreischte auffahrend V r ig i t te, und warf wü­thend das Fenster zu, daß die Scheiben in den Schloß­hof hinunter klirrten »weh dir Schändliche, wenn du gelogen, ich werde mir Ueberzeuguug verschaffen, du aber packe dich jetzt!« Sie winkte befehlend, und die giftige Natter entfernte sich froh, der schuldlosen Ag­nes ein solches Süppchen eingebrockt zu habe». »Ei» Kind, ein Kind! ha, ihr Kind — sein Kind! — aber schrecklich sey auch meine Rache, so wahr ich die betro­genste aller Frauen bin !>< knirschte V r ig itt e, und warf sich erschöpft auf ihr Bett. Vis gegen Morgen hatten die Ritter gezecht und gejubelt. Als der Hahn schon zum dritte» Mal kräh­te, und ein grauer Streif des werdenden Tages im Qsten aufstieg, suchten sie taumelnd ihr Lager. Ritter Udo hatte im Geräusche der Zecher Zerstreuung ge­sucht ; denn sein unglückliches Vündniß mit einer Frau, die er niemals geliebt, und die ihm nur des Vaters eiserner Starrsinn in die Arme geworfen, wurde ihm durch das Erscheinen der stillen Rose des Thales, sei­ner Iugcndgefährtin, nur desto lästiger. Doch war er ein Mann von Ehre; denn obwohl er sich durch ei» geheimes Band zu dem niedlichen Landmädchen hinge­zogen fühlte, und ihrer innigen Neigung gewiß war, so fühlte sein biederes Herz gegen die Gespielin seiner Knabenjahre doch nichts, als die sorgsamste zärtlichste Liebe eines Vaters, deffen das arme Mädchen jetzt be, raubt ward. Die Gäste waren nach dem Morgenim­biß fröhlich fortgezogen. Die Burgfrau saß eben nach der Sitte damaliger Zeit im Kreise der Mägde an dem Spinnrocken, als Ritter Udo eintrat. Er wurde von Brigitte n keines Blickes gewürdigt. »Ich reite nach Katzenstein hin« sprach er, beleidigt ob der Gering­schätzung der Hausfrau »und werde vor Morgen Abends nicht kommen,« und rasch verließ er den Saal. Bald darauf hörte man aus dem Thore und über die don­nernde Brücke ihn sprengen. Frau Brigitt e war aufgestanden, an das Bogen­fenster getreten, und sah dem flüchtigen Reiter nach, bis er jn eine Krümmung des Weges einbog. Ihr Au­ge glühte sonderbar; sie gedachte der gestrigen Mähre von Gertraud . Da trat diese herein, und bat geheim und demüthig die Herrin, ihr folgen zu wollen. Sie zeigte derselbe» schlau aus dem Fenster eines der hin­tersten Zimmer, wie der Burgherr eben vor der Hütte im Thale abstieg. »Also dahin warst du geladen? dies ist dein Katzenstein? schändlicher Lügner!« tobte vor Wuth bald erstickend die Burgfrau, riß sich vom Halse eine köstliche Perlenschnur, und warf sie der Dienerin hin mit den Worten: »Nimm zum Lohn deiner Treue dieses sein erstes Geschenk—<-es brennt mir am Halse.« Sprach's und stürzte fort auf ihr Zimmer. Agnes arbeitete im kleinen Gärtchen, und hörte lächelnd dem kindlichen Geplauder des Knaben zu, als dieser durch Pferdetritte geschreckt, emporfuhr, und sie zu gleicher Zeit den Ritter absteigen und auf den Zau» zukommen sah. »Agnes!« sprach weich und wohltön­nend der Stattliche »deines Bleibens ist fürder nicht hier. Du Schuldlose hast Feinde, ich weiß es gewiß, doch das Nähere künftig 5 darum mußt du fort. Ich werde für dich und die Dcinigcn sorgen, und reite des­halb nach Vigaun. Sag' das der Mutter, und lebe wohl unterdessen!« Und noch ein freundlicher Wink seiner Augen, und er schwang sich auf's Pferd, und fort war der Reiter. Das Mädchen aber sprach nach einer Zeit mit thränenglänzenden Augen: «Ich bin ja rein vor dir, Vater im Himmel, und schuldlos wie dieses Kind, darum baue ich auf deinen Schutz!« — Der Abend kam. Die Burg, die gestern vom Lärm der Vachanten erdröhnte, war heute still wie das Grab. Nur das Gebell wachsamer Rüden ertönte zuweilen vom Berge herab. Bald lag. Alles in den Armen des Schlafes. Ueberall herrschte Ruhe und Friede, nur nicht in der Brust der Hausfrau von Walleuburg. An ihre Hand gestützt, saß sie einsam am Tische, ein unheimliches Lächeln schien ihren Mund zu umspielen, und düster, wie die Flamme des Nachtlichts, brannten ihr die Augen in, Kopfe. — I » sehnsuchtsvoller Er­wartung saß sie da und horchte zuweilen. Endlich nah­ten leise, bedächtliche Tritte. Ein Mann, im Man­tel vermummt, trat in's Gemach. Die Edelfrau wiukte ihm näher. »Der Ritter« sprach der mit Geld Erkaufte geheimuißvoll »war wohl heute früh unten, doch nur auf Augenblicke. Er ist nicht dort, und sicher in Ka­tzenstein. Die Dirne schläft mit der Mutter und dem Kinde in der offenen Kammer, in welche man aus der ebenfalls offenen Stube gelangt. Das Vettche» des Kleinen ist gleich neben der Thür. Das Hausthor ist durch einen hölzernen Niegel nur leicht verschlossen, und geräuschlos ohne Mühe zu öffnen. Uebrigens könnt Ihr auf meine Worte sowohl, als auf meine Faust Euch verlassen, und ich bin bereit, Euch zufolge», wann ihr befehlt.« »»Gut denn»» entgegnete mit dum­pfer Stimme die Burgfrau, »«bleibe draußen und warte.«« Sie hüllte sich nun in ein weites, dunkles Kleid, band auf abenteuerliche Art ein Tuch um den Kopf, nahm Etwas aus einem kleinen Kästchen und ihre Handlaterne, und rief leise den Diener herein. Sie horchten. Alles schlief. Nun gingen sie die ge­heime Treppe hinab; das Hintere Pförtlein gegen de» Wald that geräuschlos sich auf, und sie befandensich als­bald auf dem Fußsteige nach Leibnitz, und in weniger als einer Viertelstunde vor Agnesens Häuschen im 28 Thale. Grabesschweigen schwebte über der Nacht. Der Knecht hatte das Lichtlein behuthsam im Walde schon ausgelöscht. Er trat zur Hütte hin, und nach einigen Augenblicken gähnte das einfache Thor geöffnet die nächtlichen Wanderer an. (Beschluß folgt.) Aphorismen. Die Welt gleicht dem Carneval. Bunt treiben sich die Masken hier wie dort durch einander, weil es dem Kühnsten an Muth gebricht, ohne Larve herum zu gehen. Zwei Hiänen wüthen verderbend in der menschli­chen Gesellschaft, die Habsucht und die Wollust. Keine Taglia vermochte noch bis nun ihrer Macht Schranken zu setzen. Die leeren Aehren hört man rauschen, während die vollen schweigend und bescheiden die Häupter zur Erde neigen; darum denke viel, doch rede wenig. — Baue nie zu fest auf die Gunst der Menschen. Wandelbar sind ihre Gesinnungen, und brechen sich oft, wie die Sonnenstrahlen im kristallenen Prisma. Nicht Wortgepränge, nicht ein eitles oft unberu­fenes Klügeln, sondern Glück und Unglück mit Gleich­muth ertragen, macht uns zu wahrhaften Weisen. Lasse dich nie vom äußern Glänze blenden, denn sieh des Regenbogens wunderbare Farben, sie sind — Nichts. Fliehe den Menschen, der keine Religion besitzt, denn ihm ist nichts heilig in der großen Natur. Die Gräber der Hingeschiedenen sind das Saat­feld, auf welchem unsere Hoffnungen blühen : Ach! aus dem Schatten der düstern Cypressen blickt sich's so schön zu unsern Lieben hinüber! Das Grab ist das Thor zur ewigen Glückseligkeit; der Schlüssel dazu ist — der Glaube. V-gg. Altes «nd Neues. Der Aufruf der Commission zur Errichtung eines Denkmals für Mozar t in Salzburg, seiner Vaterstadt, fand auch in Paris Anklang. Die Administration und die Mitglieder des Orchesters von St. Honor«, dire-girt von M. Valentine, werden zum Vortheile der Sub­scription ein großes Concert geben, ganz zusammenge­setzt aus den Welken des unsterblichen Meisters. (^