Vereinigte salb ach er Zeitung. ^druckt mit Edlen von Kleinmay?r'sche!: Schriften. Frey tag den 20. November 1 8 1 5< l a i d a ch. ^)estern Abends nach 5 Ubr hatten wir das Glück Ihre königliche Hoheit die Zrau Erzherzoginn Bcatrir, Mutter Ihrer Majestät unserer allcrgnädigsten Kaiserinn, ans Fl,rer Durchreise nach Italien, im besten Wohlseyn in unserer Stadt eintreffen zu sebcn. Der ehrfurchtsvolle Empfang an der Gränze des Kreises, so nie die Bewillkommung unfern der (^tadt, dann die Aufwartung aller Au-/ tdoritäton, des löbl. f. k. Militärs und eines ausgczcichncieu Kreises von Tamcn wurde von Ihrer wnigl. Hobeit mit der allen Mitgliedern und Angehörigen des erlauchten Regenten - Hauses ganz eigenen Huld und Gute a'^gel ommen. — Oö,chon in: bischöflichen Palais alles, was in der Kürze der Zeit nur' immer geschehen konnte, zur würdigcu 'Auf-uahme Ihrer königl. Hohenvorbersitetwar, so geruheten Hochdieselben doch, früher getroffener Disxosizion zufolge, Ihr 'Abstcig-uno Nacht,-Ouartier in: Gasibofe zum wil-denManne zu nehmen, zngleich adcr die pfiicht-N'ässige Bemühung Hochdeuselbcn eine nach Möglichkeit angemessene Unterknnst, dann dos dicsfättige cbrsin'chtsvoUc Anerbictbcn mit dcn wiederholten huldrenhesien Aeusscrnngen zu würdigen. ^Die gctrcncste, Sr. Majestät dem aller- Uhr Abends der un«'rigen) vollzogen worden sey. Unsinniger konnte dieser Mensch nicht gegen sich selbst wüthen, als daß er nach dem, was er vom Schrecken des Weltgerichtes in Moskau und oor Leipzig sah, was eo an sich selbst erfuhr, und von Bonaparte's kläglich geendeter Tollkühnheit vernahm, mit Schwerdt und Brandfackel der Empörung auf Calabrien er'chien; und fürchterlicher konnte sich die höhere Gerechtigkeit nicht aus< sprechen, als daß sie ihn den Tod des Verbrechers auf eben dem Lande finden ließ, dessen Thron er sich selbst durch Treulosigkeit und Verrath untergrub, und dessen Gcsilde er zur blutigen Schlachtbank der schmählich hingcopfert'en Unterthanen umschuf. So erbärmlich ist der Nahn des Verbrechers auf dem Throne, der da meint, daß ihn Gottes Gericht nicht erreiche, so toll wie jener des gemeinern Verbrechers, dcr sich nur vom menschlichen Gerichte bäten zu müssen glaubt, um ungestraft zu bleiben. (GZ.) Deutschland. Die vor Landan gestandenen preußischen Truppen sind, durch österreichische abgelöst worden; die erstern zogen sich am Hardgc-birge abwärts gegen Kaiserslautern hin. (Eine Frankfurter Zeitung will wissen, die künftige Bundesftstung Landau sey schon am 2,. Oktobcr durch österreichische Truppen besetzt worden.) Von den französischen Kriegsgefangenen sind 19 Offiziere mildem General Laplanche, welche zu der Nationalgarde der von den Preussen und Hessen mit (Äturm eroberten Stadt Charleville geborten, auf königlichen Befehl entlassen, und in ihre Heimath zurückgekehrt. Unter den noch aufder Citadelle befindlichen Franzosen befindet sich ein Offizier mit einem hölzernen Fuß, welcher pen-sionirt war, und aus Anhänglichkeit für Vonaparte bey Ausbruch des Kriegs wieder den Waffen ergriff. Ncnlich sind unter einigen Festungsbau - Gefangenen zwey französische Bauern hier angekommen , welche einen preußischen Unteroffizier sehr mißbandelt batten, und von einem Kriegsgericht zu fünf-und zehnjähriger Fcstungsstrafe vcrurtheilt wur-den. — Gegen den berüchtigten Schulmeister ist zwar durch den Gouvernementsauditor die Untersuchung eingeleitet; diesem verschmitzten Spion ist aber bis jetzt wenig anzuhaben , weil man versäumt hatte, sich seiner Papiere zu bemächtigen, als er in der Nahe' von Paris arretirt wurde." (V. v. T.) Preußen. Se. Maj. der König von Preussen haben, wie es heißt, vor Ihrer Abreise aus Paris dem Feld marsch all Fürsten Blücher 60,000 Thaler, sämmtlichen kommandircn-den Generalen, mit Einschluß des Generals Gneisenau, jedem 26,000 Rthlr., den Gc-uerallicnteuats /.000 Nthlr., den General-Majors 200^ Rtblr., uud d»'m übrigen im Felde gewesenen Militär zwey monathliche Gage als Geschenk angewiesen. (B. v. T.) S ch w e i tz. Den barmherzigen Schwestern im Hospitale zu ^ontarlier, die den kranken Schwei-zcrmilitars überaus sorgsame Pflege zu Theil werden liessen, hat der Staatstath von Zürich nebst einem Velybungsschrcibcn ein Geschenk von 10^ Loisd'or zustellen lassen. Neufschatel soll durch die Verwendung bei Königs von Preussen eine vortheilhaste Gränz-crweiterung gegen der Franche-Eomte erhalten. Durch zuverlässige Berichte ans Paris erfahrt man, daß der Friedensschluß der eidgenössischen Bnndeskasse 3 ift Mill. Fr. von. der französischen Kontribution anweise. (B. v. T.) Frankreich. Die in dem Departements des Ober-Rheins siazionirtcn Sachsischen Truppen haben Verstärkung erhalten, und werden daher noch längere Zeit daselbst verweilen. In den Departementcn der Maas, der Meur-the, der Vogesen, so wie der obern und untern Marne, werden 30,000 Mann Russen überwintern. Diejenigen dieser Truppen, welche zu Vitri liegen, haben die Walle neuerdings mit Kanonen besetzt, und verschen ihren Dlenst m tt weit grösserer Strenge und Aufmerksamkeit, als bisher. Zu Rouen befinden sich, ausser der Englischen Garnison, i5oo Mann Preussische Ca-vallerie. Mau schreibt aus Marseille vom i5.Oc-tobcr: Das zweyte in Englischem Sold stehende Italienische Regiment ist seit einigen Tagen wieder hierher zurückgekommen; dagegen sind die hier gelegenen Ochcrrcichischcn Truppcu ausmarschirt Vor unserm Haftn liegt noch immer eine Englische Eskadre unter dem Commando des Admirals Ermouth. Unter den Lippischen Bnndes-Trnppen, die bei der Belagerung mehrcrrr Festungen nicht unthatig blieben, verdient ein Mann des ersten Landwebrfähnleins, Nahmens Müller, gelobt zu werden Er sch vamm bei Mezieres nackt mit einem Messer im Munde durch die stark ströhmende Maas, um einen aufder Insel St Julien im Getreide bemerkten Spion zu hohlen. Der bewaffnete Franzose, überrascht durch den nackten Krieger ergab sich, mußte jedoch, da er sich nicht zwingen lassen wollte, sich beim Rückwege durch die Maas dem kühnen Schwimmer anzuvertrauen, von demselben erstochen werden. Vom Straßburaer Tribunal sind mehrere Personen, die sich erfrecht hatten , aufrüh-rische Ncdeu zu führen oder Napoleon ein Lebehoch an öffentlichen Orten zu bringen, zu drey - oder sechsmonatlicher Gefängnisstrafe verurtheilt worden. Sie bleiben ausserdem fünf Jahre lcmg unter die Aufsicht der hohen Polizey gestellt. Man erkennt endlich allge-gemcin an, wie nothwendig es ist, mit Strenge gegen Personen zn verfahren, die durch ein so sinnloses Betragen sich in Aufruhrzustand gegen die Regierung setzen und die öffentliche Sicherheit bedrohen. Diejenigen die dergleichen Strafen zu streng finden, erinnern sich wohl nicht, daß unter Bonapar-tc's Negierung einige Mable Personen, die dem König cm Vivat ertönen liessen, vor Militär-Kommissionen gebracht und erschossen worden sind. (W. Z.) Sechs Personen aus Vrienne und der Gegend hatten am 3i. Inly den Mord verbündeter Soldaten versucht, und auch die Effecten von Wägen, die sie nach Nancy führen sollten gestohlen. Das Bayerische Kriegsgericht verurtheilte sie zum Tode. (3)ie wurden am 11. October nach Var - sur - Aube geführt, wo das Urtheil an ihnen vollstreckt werden sollte. Dieß war das Gedurtsfestdcs Königs von Bayern. Schon knieten die Verbrecher; die Augen waren ilmen verbunden; die Scküße sollten fallen , als der Oberste der Bayerischen Cürassicre das Wort: Gnade, rief, und ihnen die Verzeihung des Königs ankündigte. (G. Z.) G r o ß b r t t a n i e n. In Nachrichten aus London vom, 3. Okt. wird gemeldet: Die Nachricht von dem Tode des Spanischen Generals Porlier wird durch das von Coruna zuFalmouth angekommene Paketboot Succdy bestätigt. Er wurde am 3 Oktober nach einem kurzen Prozess« mit mehreren seiner Anhänger auf dem Ho-teafelde vor Corunadurch den Strang hingerichtet Er hat ein Testament und ein Schreiben an se'lne.Gattinn hinterlassen. Sein Unternehmen ist hauptsächlich durch die Benedik- tiner des Klosters St. Martino zu Sr Iago von Co mpostclla vereitelt worden, welche bey seiner Annahrung dem daselbst komman'oiren-den Generale Aoalos 2n,cx)o Piaster als frey? williges Geschenk zur Bezahlung des rückständigen Soldes der .unzufriedenen Besatzung überreichten, und letzterer zugleich ihre Vorrathskammcrn und Keller öffneten , wodurch sie vermochtwurde, gegen Porlier aufzuziehen Die Admiralität hat amtliche Nachricht erhalten, daß der Northmuberland am 2H, August im Gesichte von Madera war Alle Passaqiere befanden sich gesund, und in ihr Schi.cksal ergeben. Der General Bonaparts wußte, wie man sagt, die Gclin'oi)?cit zu würdigen, die man gegen ihn bewiesen hat Briefe ans Südamerika sagen, daß Buenos ^Ayres und Monte Vidca Bevollmächtigte an den Prinzen Regenten von Portngall nach Brasilien geschickt haben, um chn zu bitten , sie mit seinen Staaten z'l vereinigen. (W. Z) M i s z e l l e. Kapitän Hold, der berühmte Fußgänger aus Som^nersetsdirc, hat seine Wcttc gewonnen, die darin bestand, 1^00 cnglNche Mcilen in 100a aufeinanderfolgenden stunden zn machen, Schlaf, Essen, Hindernisse, Alles eingerechnet. Dies ist nun der sechste Versuch dieser Art, seitdem Kapitän Bar-clai den ersten gemacht. (B. v. T.) Wechsel-Cours inWicu am ^. November. >Ni5. Conventionsmünze vou Hundert 36^ 5ss ss. G u b e r n i a l - V e r l a u t b a r u n g. (1) Nach der bohen organischen Verfügung vom 29 Iuny v, I müssen jäbrli ch 2 Knrse sur den Hebammen «Unterricht" abgehalten werden, deren einer am 1. November anzufangen hat, und mit Ende März aufhört, der zweyte aber mit 1. April beginnt, und mit Anfang September sich endet. Nachdem nun der 1. Kurs anfängt, so wird solches mit dem Beysatze biemit bckamU gemacht, damit die diesem Unterrichte sich widmen wollenden Weiber bis 20. November hier zu erscheinen, uud bey der medizinisch-chirurgischen Etudiendirekzion ihrer Aufnah» Me wegen sich zu melden wissen mögen. Laibach am 2i. Oktober 1815.