-mmu.rran a» »reise: Für Laibach »auziährig . - . » fl. ^t0 Ir. Halbjährig - « . ^ » 2Ü, «-«telj-hrig. . . r , 1« . «vnatlich . . . — » 70 » Mit der Post: 'YsuMhriz . . . tt fl. — kr. H^Liährig . . . s , so , B i llähr»z. . . 2 » 75 » lyer ZusteLung IN« Hall» viertel- jLhrig « kr., monatlich » kr. Nn-imern « kr. Lai dach Nr. 192. Tagblatt. Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Mannscripte nicht zurückgrfendet. Freitest, 2!Z. Außust 1872. — Morgen: Bartholomäus. NeLaction: Lahnhosgafse Nr. -»pedüioll nud Inserate«, exreau: Longreßplay Nr. SI denten der Republik nachgewiesen werden könnte, daß er trotz.seiner feierlichen GegentheilSverficherung zur verbotenen Schonzeit Rebhühner gegessen habe, gleich wie der ewig hcüerc Olympier die Zeit seines ländliche» Aufenthaltes benütze, um die Th>o»rede für den Reichstag auszuarbeit:». Diese Meldung beglei tet das „Pesti Naplo" mit Rathschlägcn, die es an de» ungarische» Premier richlet. Das Eabinet Lonyay müsse mit der Politik des unsicheren Umhertappens > vollständig brechen, die es auf dem vorige» Reichstage befolgte. Die Regierung müsse mit eiuem entschiedenen Programm vor die Partei treten uud über ihre Ziele und Wege im klaren scin. Dazu fei es vor allen Dinge» uvthig, daß die Regierung in ihrem eigenen Kreise die Garantien einer erfolgreiche» Thätigkeit finde. Wenn einige Mimfter aus i dem Eabinete scheiden wollen, so müsse dieser Wech- sel sich rasch vollziehen, damit das Ministerium in sich festgeschlossen im Reichstage, erscheine. Lonyay's Sturz selbst bezeichnet das Blatt als ein Ereignis, welches unabsehbare Wirren über Ungarn bringen würde und daher zu vermeiden sei. Ausland. Die Diplomatie wird schou bei dem Umstande, Laß es Staaten gibt, welche durch die D r e i - K a i s e r Z u s a mmen k n »ft bedroht zu scin vorgeben, nicht umhin können, dieselbe zum Gegenstände eines Schristenwechfels zu machen. An die deutsch?» Missionen im Auslande sollen, dem „Berliner Börsen-Eourier" zufolge, Instructionen über dieses Thema bereits erlassen worden sein. Die Gesandten sollen autorisiert scin, „auf Anfragen" die Erklärung abzugeben, daß weder eine Störung des allgemeinen Friedens, noch eine Verletzung der Interessen des jeweilige» Staates zu besorgen.sei, und daß die Regierung des Kaisers sich Vorbehalte, auf etwa zu berührende Fragen vou allgemeinerem Interesse seinerzeit zurückkommen. Die Jesuite n frage verwickelt sich in Hesjeu - Dar m st adt, diesem so lange Zeit vom Minister v. Dalwigk und Bischof v. Ketteler ein-trächtiglich und verständnisinnig beherrschten Lande, auf eine ganz interessante Weise. Durch Reichszesetz werden die Jesuiten-Niederlassungen aufgelöst. Der erste Polizei - Commiffär des Mainzer Kreisamts macht den Jesuitenvätern im Ehristophspfarrhaus persönlich die Aufwartung und theitt ihnen die bedauerliche Sachlage mit; die Jesuiten bringen eine fulminante Verwahrung gegen die Untersagung ihrer Wirksamkeit zu Papier, das Organ des Bischofs v. Ketteler, das „Mainzer Journal", wirft dem Staat und dem Reich offen den Fehdehandschuh hin, indem es tagSdarauf erklärt, die Jesuiten Hütten in Mainz gar keine Ordensineder-lassung, sic seien nur vom Bischöfe zur Seelsorge berufe» worden, und dabei sei der Bischof in seinem Recht; die seelsorgerischen Functionen seien keine Ordensthätigkeit. Das Reich aber hebt den Fehdehandschuh sofort auf; die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Bei der Auslegung des Gesetzes kommt es durch- dem erstbesten hergelaufenen Kronen-Jnhaber — diese erlauchte und erleuchtete Körperschaft bemächtigte sich denn auch sofort mit lobeuswerther Energie, mit einem wahren Feuereifer des hochwichtigen Gegenstandes und eröffne.te unverzüglich die reglerechte Untersuchung über die Frage: ob auf der Präfiden-tentafel im Elysee Rebhühner „ihr Erscheinen gemacht", ob selbe im „Menu" figuriert und — wenn ja— ob die Gäste dieselben verzehrt hatten? Der Anordner des Diners; Herr Chevet, der ? zubereitete; die Lieferanten des Herrn Chevet; :ffen Küchen.Gehilfe», die Tafeldecker und Diener im Elysee, sümmtliche Chevct'fchen Eleven in der hohe» Kochkunst; der Portier, die Thürsteher, die Geschirrwascher nnd sogar der Lithograph, der die Menus gedruckt hatte, wurden unter Eid bis in die kleinsten Details verhört, kreuz- nnd guerverhört und ingniriert. Der Bericht der Enquete-Commission über das Diner vom 8. August im Elysee wird im Druck nicht weniger als zwei dicke Bände in Groß-Quart betragen uud vermuthlich noch ein Supplement und etwelche Nachträge und Berichtigungen ähnlichen Volumens im Gefolge haben................ (Schluß folgt.) aus nur darauf an, was der Ge s etzg e b er unter „Ordensthätigkeit i» Kirche und Schule" versteht. Und daß dieser die „scelsorgerische Thätigkeit" unter dem Ausdruck „Ordensthätigkeit i» Kirche und Schule" einbegriffen und mithin die „scelsorgerische Thätig-keit" den Jesuiten untersagt hat. darüber kann nur der zweifeln, welcher die in de» Reichstags-Verhand-lungen enthaltene Interpretations-Quelle des Gesetzes absichtlich ignoriert." Auch in Frankreich beginne» die Bischöfe sich auf Wallfahrten ink politischer Tendenz zu verlege»; so wurde erst jüirgst eine „nationale i Pilgerfahrt" nach ArS uns Salette gemeldet, befördert vom Bischöfe von Grenoble. Den Theil-nehmern waren ermäßigte Fahrpreise, ferner Frühstück und Diner zu halben Preisen zugesichert. Neuerdings kündigt sich unter dem Patronate des Bischofs von Tarbes und der Initiative des Comits'S für das Werk des Glaubens und der Hoffnung Frankreichs anf die heilige Jungfrau eine ähnliche Unternehmung an. Vo» den pariser Journale» beschäftigt sich ein Theil mit Petersburger Nachrichten, denen zufolge die Reife des CzarS Alexander nach Berlin die entschiedene LoSs'-gung Rußlands von der panslavisti-schen Agitalio bedeutet. Die Nachricht sagt den Blättern natürlich nicht im geringsten zu: Rußland, wenigstens das panslavistische, Oesterreich unlerwüh-lende Rußland, ist die Hoffnung aller Revanche-Politiker. Begreiflich, daß letztere sich um die unleugbaren Thatsache» winden und krümmen, wie der Regenwurm am Angelhaken; zuletzt wird doch die Erkenntnis von der vorläufig gesicherten Unmöglichkeit der Friedensstörung durchl'recheu und die Franzosen zn verdoppelter Arbeit au der inneren Reorganisation a.itreibe». In de» Verhandlungen zwischen Petersburg und Rom ruhe» die Waffe» wegen der sauren Gurkeuzeit. Doch hofft Herr Kapnig, der russische Agent in Rom, für den Winter die Einführung der russische» Litanei in den katholischen Kirche» vo» Littauen und Kleinrußland fertig zu stellen. Das katholische Collegium zu Petersburg hat den Papst noch nicht anerkannt. Die Jesuiten verkündige« es laut in der „Voce della Veritu", daß Pole» mir Rußland sich verschmelzen und dessen rechte Hand werden müsse, um die moskowitische Barbarei zu „belecken." Der Papst soll noch zwei bis drei Bischöfe für die russischen Provinze» ernenne». Im übrigen kann man aus dem Munde aller Prälaten in Rom hören, daß die Opferung der polnischen Nation durch deu römische» Stuhl uud deren Ueberantwortung an das Messer Rußlands unerläßlich und unabwendbar ist. Der irische, vo» einem fanatischen Klerus ausgehetzte Pöbel feiert wieder einmal Orgien. In Belfast, der zweitgrößten Stadt Irlands, mit 180.000 Einwohner, ist eine förmliche Commune-wirthfchaft eingerissen. Häuser werden demoliert, Verwüstung und Zerstörung durch die ganze Stadt getragen. Die Regierung hat die größte Mühe, weitere Excesse hintanzuhalten. Bis jetzt hat sie zu dem Mittel der Proclamierung des Belagerungszustandes noch nicht gegriffen, aber anders wird dem entfesselten Fenierthume kaum beizukommen seiu. Zur Tagesgeschichte. — «US Prag, IS. «ugust, wird dem „N. W. Tagbl." telegraphiert: Die VerMidiguugSversuche mit den Jungczechen bezwecken eine Beiheiligung derselben an den Agitationen fUr eine DemonstrationS-seier zu „Ehren" de« zehnjährigen Bestandes der „Po-litik-, welche am 10. September stcmsindet. Für diese Feier sind Fackelzllge (!), Ma'sfenadressen und dergleichen Firlefanz projectiert. Die nöihigen, bei Ärej-SowSky gedruckten «dreßsormulare sind bereits auf daflache Land abgeschickt. Die Jungczechen versagen selbstverständlich die ihnen zugemmhele schmähliche Teilnahme an der Vergötterung dev wegen Betrug-verdach' teS inhaftierte» Ärej^owSky. Der alte Palaeky erschien persönlich bei Gregr, um die Uebcrgchung der Jung- c zechen bei der Wahl der Depuialion nach Belgrad zu entschuldigen. Man sucht offenbar, nachdem ZkrejßowSky diskreditiert ist, die „Narodni listy" für die Äliczechen zu gewinnen. Klauvy, der präsumtive Verlheldiger HkcejöowSky's, sucht Entlastungszeugen. ES finden massenhafte Wechselpränoiationen auf das Vermögen Skrej-LowSky'S statt. In seine Gläubiger ist große Angst gefahren. — Die geologische Rcichsanstalt hat ihre Studien Uber die geologisch- Beschaffenheit des A r l b c r. ges mit solcher Genauigkeit gepflogen, und die Ge-digsformation an den untersuchten Stellen gestattet so klare Schlüffe auf die Schichtenbildung des ganzen Berges, das Professor Hauer, welcher die Studien leitete, in der Lage ist, mit einer Sicherheit, die sonst bei, ähnlichen Gelegenheiten nicht erreicht werden konnte, die Gestein-Arten, auf welche man bei den Bohrungen stoßen wird, anzugeben. Falls jene Trace gewählt wird, welche den Tunnel an dem tiefsten der in Com-bination gezogenen Durchbruchspuncte projectiert, werden die Arbeite« sich mit geringen Ausnahmen im Kalkstein und weichem Glimmerschiefer bewegen. Diese verhältnismäßig weichen Materialien geben die Gewähr, daß der Tunnel in relativ kurzer Frist nnd mit relativ geringen Kosten hergestellt werden kann. Die Regierung ist nach diesen Erhebungen sester denn je entschlossen, unter Beseitigung aller ändern Varianten die Arlberg-Trace zur Ausführung zu bringen. — In Rom e.regt nachstehender Borfall großes Aussehen. Die durch Schönheit ausgezeichnete Toch^ ter eitier dort lebenden spanischen Adelsfamilie erkrankte plötzlich, wie sich später herausstellte, an den Folgen einer Bergtstnng. Dem Tode nahe, gestand sie, sich selbst den Tod gegeben zu haben, da sie von ihrem Beichtvater, auch eivem Karmelitermönch, versühn worden sei und sich Putter suhle, weshalb sie, um die Schande nicht zu überleben, Gift genommen habe. Glücklicherweise konnte sie durch rechtzeitige Anwendung von Gegengift gerettet werden und Details angeben, aus denen hervorgeht, daß sie in der Kirche St. Giovanni Laterano häufig einem der spanischen Sprache kundigen Geistlichen beichtete und von demselben entehrt worden ist. Der saubere Karmeliter, eine in ganz Rom durch seine imposante Erscheinung bekannte Persönlichkeit, ist seitdem verschwunden. — Wie Nele tausend Unzuchissälle im Beichtstuhl bleiben aber verschwiegen ? Das ist die „ewige Keuschheit", diese frechste aller Lügen! Das ist das Cölibat, das sogar dem Cardinal Antonelli gestattet, mit Millionen Mitgift eine Tochter autzzuheiraien! — Ueber die Schließung des Jesuiten-kl osterS in der Nähe von Straßburg wird der „Germania" unterm 14. August folgendes berichtet: „Letzten Freitag um 4 Uhr nachmittags kam der Herr KreiSdirecior in Begleitung seines SecretärS und eines anderen Herrn, sowie zweier Gendarmen und einiger Soldaten in Jssenheim an und verfügte sich in das HauS der PatreS, welche schon tagSvorher schriftlich von seinem Erscheinen benachrichtigt worden waren. Gendarmen und Soldaten postierten sich vor und um daS Gebäude. Nachdem sich die Patres und Brüder um ihren Superior,versammelt hatten, laS ihnen der KreiSdirecior das famose Gesetz gegen die Jesuiten vor und begleitete den Text mit einigen Erläuterungen. Nachdem er den PatreS jede priesterliche Thätigkeit untersagt, besahl er dte Schließung der Kapelle. Pater Bertrand protestierte nun im Namen der Genossenschaft gegen ihre Schließung, indem er anösührte, daß sie von dem im Elsaß noch grltigen französischen Gesetze nicht als Congregcuion, sondern nur al- Priester betrachtet würden, welche- zusammen leben und nicht mehr Rechte und Pflichten dem Gesetze gegenüber besäßen als alle auderkn Bürger. Er fügte hinzu, daß der Bischof von Straßburg ihre Kapelle geweiht und eröffnet habe, ihm also auch allein deren Schließung zustehe. Als der Direktor auf der Schließung bestand, erklärte der Superior, daß er nur der Gewalt weiche. Er ließ sodann die Kapelle schließen und einen Zettel anheslen mit der Aufschrift: „Die Kirche ist auf Befehl der Civilbehörde geschlossen." Jeder Pater uud Bruder mußte Namen, Geburtsort, früheren Aufent- halt rc. angeben, und wurden sie auch u. a. gefragt, wohin sie beabsichtigten, sich zu begeben. Ans diese Frage gab man zur Autwort, daß man von einer Minute zur anderen keinen Entschluß fassen könne, worauf ihnen der KreiSdirecior gestattete, noch zwei Wochen bleiben zu dürfen, dann aber müsse das Haus geräumt sein. Privatmesse zu lessen gestattete der Kreis-director, d. H. Messen, welchen niemand beiwohnen dürfe. Der Superior verlanzle, daß sein Protest dem Protokoll beigefü^t werde, was man zugestand." Local- und Promnzial-AngelegenheiLen. Original-Correfpoudeuz. Krainburg, 21. August. Obgleich unsere vaterländische Statistik schon in einer zahlreichen Menge von Fällen durch die öffentliche Presse nachgewiesen hat, daß die Mtssionsprediger durch ihre bekannten, von Blitz, Hölle, Teufel und Verdammung durchzuckten pollerhaften Kanzelreden, besonders aber durch die Besprechungen im Beichtstühle einige, in Wahrheit be> dauernswenhe gläubige Seelen in die ewige Geisternacht stürzten; und daß überall, wo von geweihter Stätte nur Worte der Rache und der Verdammnis, nicht aber der Liebe und der Versöhnung ertönten, leicht erregbare, geistesschwache Individuen Spuren von Geistestrübung jeglicher Art davontragen, so möge dieselbe doch wieder eine kleine Bereicherung erfahren. Der derzeitige Pfarrer zu St. Martin bei Krain-burg hat es durch sein Zuthun dahin gebracht, daß zu Pfingsten d. I. die zu Repne im Bezirke Stein eingenisteten Jesutlen gerusen wurden, um alldort eine sogenannte hell. Mission in Scene zu setzen. Massenhaft strömte das Landvolk an diesen Tagen von nah und sern nach St. Marlin, theils aus religiöser Andacht, größtentheils aber auch, was namentlich bei der jüngeren Welt sicher der Fall war, in dem Vorsatze, die festlichen Tage mehr dem Vergnügen jeder Art zu widmen, als der Andacht und Erbauung. Der Erfolg der Mission ist wahrlich, wie überall, auch hier nicht auSgeblieben; denn es zeigt sich schon jetzt, wie eindrucksvoll die Männer mit den Schauselhüten auf die sündenräudigen Schafe mit ihren grauenerregenden Höllenschilderungen gewirkt haben. Ein Schwesterpar ist infolge dessen dem religiösen Wahnsinne verfallen! Diese armen, wahnbethörten Geschöpfe, die nun als lebende Ruinen in der menschlichen Gesellschaft zu betrachten sind, wüthen und toben besonders in der Stille der Nacht derart, daß selbst die Nachbarn im Schlafe gestört werden. Ja einige von den humanen Sitten des Zeitalters noch unbeleckte Nachbarn faßten sogar den Entschluß, die dem Wahnsinne verfallenen Opfer, wenn nicht bald Besserung einireten sollte, gleich wülheuden Thieren an Kelten legen zu wollen, um wenigstens theilweise sich der Nachtruhe erfreuen zu können. Er ist traurig und erschütternd, der Anblick dieser wahnsinnigen Geschöpfe, deren Jdeenkreis sich nur mehr um ewige Verdammnis und heil. Mission dreht! Dieser traurige Fall ist eine uicht wegzuleugnende Thalsache, und einem Kennerauge entgeht es nicht, daß noch bei mehreren weiblichen Seelen, welche der unheilvollen Mission beigewohnt haben, sich berei S ebenfalls abnorme Gehirnlhätigkeiten zeigen, welche vielleicht nach und nach auch in das Gebiet des religiösen Wahnsinnes übergehen werden. Die Erfahrung zeigt und lehrt leider nur zu deutlich, baß diese Mtssionsprediger überall, wo sie ihren Fuß hinsetzen, vielmehr Unheil als Nutzen stifte». Statt von der ursprünglichen milden Lehre des Heilands, der mit Zöllnern und Sündern freundlich verkehrte, statt von der Religion der Liebe und Versöhnung der Evangelien zu predigen, wird vom heuchlerische» Baalspsasfen aus der Kanzel nur mehr von Höllenqualen, scheußlichen Teuselssratzen und ewiger Verdammnis gedonnert, werden im Beichtstuhl die Ge-wlssen gefoltert und die Gemüiher geängstigt und harmlose Menschcnseelen in die ewige Geistesnacht hinein-gehetzt und gepredigt. Es ist, in Wahrheit gesagt, eine traurige Zeit Uber uns gekommen. Da gibt eS auf dem Lande Priester, die, wenngleich des Hochmnthes und Eigendünkels voll, doch nicht so viel Selbstgefühl besitzen uud so viel theologische Ausbildung sich zulranen, um den ihrer Hut anvertrauten Psarrinsassen bas Wort GotteS selbst zu verkünden und das heil. Evangelium selbst zu erläutern, sondern dazu sich die fanatischen Jünger Loyola's verschreiben. Unsere Priesterschaft kümmert sich blutwenig darum, wenn nach einem solchen Missionsfchwindel mit seinem Schreckapparat unter den leichtgläubigen Zuhörern Geisteskranke sich zeigen. Wo mag wohl diese Gleichgiltigkeit gegen das höchste menschliche Leiden, den Verlust des gesunden Verstandes, ihren Grund haben? Nirgends anders, als darin, daß ihnen durch die ewige politische Hetze schon jeder Funke christlicher Nächstenliebe abhanden gekommen! Local-Chrorrik. — (Der Herr Landespräsident) Graf Alex. Auersperg hat heute seine erste Bereifung der Provinz angetreten. Schon dieser eine Umstand, daß Graf Auersperg gleich im Beginne seiner neuen Laufbahn sich vor allem persönlich über den Zustand der Provinz und dis herrschende Stimmung im Volke informieren will, gibt Zeugnis, daß nun ein anderer Geist in den Hallen des Regierungsgebäudes seinen Einzug gehalten. Bekanntlich hat der Vorgänger des Herrn Grafen im Amte während der ganzen Dauer seiner Präsidentschaft nicht ein einziges mal eins Vereisung unternommen. — (Die Offiziers-Soir6e) im Casino-Garten war gestern von mehr als tausend Personen besucht, ein sprechender Beweis, welch' guten Rufes die Musik-Kapelle von Hartung-Infanterie sich erfreut. Sämmtliche Musikstücke des gewählten Programmes wurden stürmisch applaudiert und mußten wiederholt werden; besonders bei ber Ouvertüre zur Oper „Zampa" von Herold, Chor und Markt-Scene aus „Faust" von Gounod und „Gute Nacht, du mein herziges Kind", Lied von Abt, wollte der Beifall kein Ende nehmen. So hatten wir denn wieder einmal einen recht angenehmen musikalischen Abend verbracht, deren wir in Laibach leider nur wenige zählen können. — (Tru p p e n - C o n c e n tri er u n g.) Vorgestern rückte die letzte Abtheilung des 47. Jnf.-Reg. V. Hartung, welche der klagenfurter Brigadier und Generalstabs-Oberst Stubenrauch v. Tannenburg befehligte, hier ein. Gestern mittags kam das 19le Feldjäger-Bataillon von Rudolfswerth, dann eine Abtheilung des Fürst Schwarzenberg 10. Dragoner-Reg. von Marburg und heute mittags das in Cilli stationierte 20. Feldjäger-Bat. hier an. Seit einigen Tagen befindet sich auch der Artillerie-Director von Graz, General-Major Ritter v. Hübel, in Laibach. Die Gassen und Straßen der Stadt sind allenthalben von Soldaten belebt, und immer mehr macht sich das Bedürfnis einer zweiten Infanterie-Kaserne bemerkbar. — (Aus der Landesan Sschußsitzung vom 16. August l. I.) Die Gemeindevorsteher werden verpflichtet, bei Ausfertigung von Armuth-zeugnissen behufs Aufnahme kranker Personen zur Pflege in öffentlichen Krankenhäusern mit der größten Vorsicht und Gewissenhaftigkeit vorzugehen, und im Armuthzeugnisse nie ohne die vollste Gewißheit die Hei-malberechtigung zu bestätigen, indem durch die gemeinde-ämtliche Bestätigung der Heimatberechtig, ng auf dem Armuthzeugnisse der Gemeinde die Pflich' »rächst, für hilflose unbemittelte Kranke und evem 1 auch für ihre Familien zu sorgen, selbst wenn sie gesetzlich nicht in dieser und vielleicht auch in keiner ändern Gemeinde Krains heimatberechtiget wären. Um sich daher der Gemeinde und dem Lande gegenüber, welches aus Grund der gemeindeämtlichen Zuständigkeitsanerkennung die KrankenverpflegSkosten sür zahlungsunfähige Kranke sowohl in heimischen als auch in auswärtigen öffentlichen Spitälern übernehmen muß, vor Verantwortlichkeit zu schützen, haben die Gemeindevorsteher in zweisel-haslen Fällen über die Zuständigkeit den GemeindeauS-schuß zu befragen. — Ueber Antrag des k. k. LandeS-schulraihes wurde in Anhossung der landtäglichen Genehmigung für den Bau de« Schulhauses in Bavtavas (Waltcndors) die Einstellung des Betrage» von 400 fl. und zur bessern Dotierung deS dortigen Schullehrers die Einstellung des Betrages von 100 fl. in das Präliminare deS Normalschul-fondes pro 1873 beschlossen. — Zur Unterstützung der Abbrändler von Zalog bei Rudolsswenh wurde in Gewärtigung der nachträglichen Genehmigung deS Landtages aus dem Landesfonde der Betrag von 500 fl. bewilliget. — (Schn lpfennig.) Auch in Jllyr.-Feistriz fand am 18. d. Mt. zu Ehren des GeburtSsestes Sr. Majestät des Kaisers im Gasthause des Herrn Jellou-scheg ein Bestkegelscheiben statt, welches erst am 25. d. geschloffen und dessen Reinertrag dem Schulpsennige zugewendet werden wird. — (Beheizung der Eisenbahnwagen.) Der Handelsminister Dr. Banhans hat unterm lOten August folgendes Rundschreiben betreffs der Heizung der Eisendahnpersonenwagen an die österreichischen Bahnverwaliungen versandt: „Nach dem mir vorge-leglen Berichte über die auf Anregung des Handelsministeriums vom 8. »Juli 1871, Zahl 18588, von mehreren österreichischen Bahnanstalien durchgeführten Versuche über die zweckmäßige Methode der Beheizung der Personenwagen während der rauheren JahreSzeü und nach dem Ergebnis der in dieser Angelegenheit am 31. Mai 1872 unter Beiziehung von Männern der Wissenschaft und Praxis im k. k. Handelsministerium abgehaltenen Expertise erscheint keines der bisher versuchsweise zur Anwendung gebrachten Beheizungssysteme zur obligatorischen allgemeinen Einführung auf allen Bahnlinien und in allen Wagenklaffen geeignet. Nachdem jedoch andererseits die Forderung nach entsprechender Erwärmung der Personenzüge zur Winterszeit sich im Publicum mit Recht immer dringender geltend macht, so fordere ich den LerwaltungSrath auf, während der kommenden Wiuiersaisou für eine ausreichende Beheizung der Personenwagen aller Klassen ohne Ausnahme Sorge zu tragen Heizung der Wagen wird, da die eingelciteten Versuche noch zu keinem entsprechenden Resultate geführt haben, vorläufig nach dem Ermessen des BerwaliungS-rathes überlassen, es ist jedoch dte Beheizug in einer Weise durchzuslihren, daß der Grad einer entsprechenden Erwäimung der Waggons auch wirklich erreicht werte. Die bezüglichen Einrichtungen sind jedoch derart zu trefsen, daß die ersorderlichtii Apparate längstens bis 15. Oktober zur Benützung ausgestellt und in Anwendung gebracht werden, falls die Temperaiurver-häliuisse eS nolhwendig machen. Ich gebe mich der Erwartung hin, daß der PerwaltungSralh die bisher mit anerkennenswerthem Eiser durchgesvhrKn Behei-zungSversuche auch im nächsten W>»ier mit gl.icher Bereitwilligkeit sortsetze» werde. lieber die bei diesen Versuchen gewonnenen Resultate sehe ich eiuem eingehenden Berichte bis Ende April 1873 mit lebhaftem Interesse entgegen." -(Nützlichkeit der Ameisen.) Unter dieser Ueberschrist schreibt der „Omnibus" folgendes BeherzigenSwerlhc: „Auch den kleinen Amelsen e>klärt der Mensch den Krieg, da er eS »ich, untei lassen kann, überall in das Walten der Naiur einzngieisen. Man verhandelt darüber, wie man sie von de» Bäumen ab halte» kann, schlagt Petroleum, Düngung mit Gnano zu diesem Zwecke vor, sragt abek gleichzeitig, ob sie denn wiiklich schaden, und kommt zn der schaisen Di stinctio», ob sie wiiklich blc>s die svge»a»»>en Bl>,tt Schäden durch die Raupen vermindert werden, wenn man die Ameisen nicht direct oder durch Wegnahme ihrer Eier vernichtete. Was sie aber schaden sollen, weiß man nicht." Die Sache scheint wirklich von solcher Wichtigkeit, daß sie eS verdient, von den Herren Forstbeamten und Landwirlhen in reifliche Erwägung gezogen zu werden, zumal die Vertilgung der Amelsen durch Wegnahme ihrer Eier immer mehr Boden zu gewinnen scheint. So wurden beispielsweise in früheren Jahren die Ameisenlarven nur hie und da in einzelnen Districten des Odenwaldes gesammelt, und jetzt ist man damit fast ebensoweit wie in den Kreisen am Unter-Main, wo ganze Familien sich von düsem an den Müßiggang grenzenden Gewerbe nähren. Es ist dies für die National-Oekonomie um so gefährlicher, als die Sammler der Ameiseneier zugleich auch dem Vogelfänge nachgehen, den sie natürlich nur unter Beihilfe ihrer Abnehmer, die sich leider in viel zu zahlreicher Menge in Stadt und Land finden, betreiben können. Die Waldameise (I?ormi63, r>M), die, wie ihr Name sagt, dem Walde angehön, nicht selten aber auch in der Nähe von Baumanlagen an Feld rainen angetroffen wird, ist vorzugsweise dieser Versolgung ansgesktzt, und gerade sie ist es, die den Schutz am meisten verdiente. Sie ihrer Larven zu berauben, heißt soviel, als der Verminderung der nützlichen Vögel Vorschub leisten, da Nachtigallen, Roihkehlchen u. s. w. an diesen mit besonderer Vorliebe Aetzung halten und sich überall da zurückziehen, wo man ihnen diesen Kuiiernaps entzieht. Was nützen uns die Vogelschutzoerelne, wenn man das natürliche Verhältnis der Bogelweli sort und sort zu stören sucht und auf diese Weise indirekt die Vermlllderung der Vögel herbeijUhrl. Darum Schonung der Ameise! Laibach, 23. August, Stach Mitternacht abwechselnd Regen, schwaches Gewit ter, vormittags wechselnde Bewölkung, nachuiliiagS 2 llhr Die Art der Be-> lebhaftes Gewitter aus S. mit Reg,». Warme: Morgens '6 Uhr -j- l l.8 , nachmittags -- Uhr -> 1'^.8 0. i>8?t -j- 25.3"; 1870 -j- 17.5 .) Barometer im Fallen, 733.32 Millimeter. Das gestrige Lagesmittet der Wärme -s- 17 4", um 1.0" unter dem Normale. ANZcliMmeile Hrci»oe. Am 22. August. Fischer, Handels«!., Ezakathurii. — Debelat, Haudelsm,, Triest. — Frankenberg und Löwy, Kausleme, und Huppmann, Droguist, Wien. — Lchnlz, Lipel. -Nardln, Pfarrer, Copriva. »A >«-». MnSqnitter, jiansm., Kanischa. — Likan, Inspektor, Wien. - Hall, England. Röi>>nger. jiansin, Baiern. v. Strevowitz, Wien. Reiner, k. k. Oberliculenant. Eattaro. — Dr. Hasser, Professor, Äraz. — v. Lolli», Hossecrelär, Wie». — Tvmann, Sieuiblichl. KI»!»»-«;»«. KoSler, Rudolfswerth. — Rnsta, Klagenfurt. Gcöeilkllisel Über dic am 2 7. A n g u st l«72 staltfindcnden Lici-lalio.ieii. 3. Feilb., Zkos'sche Real., Mart.nsbach, BG. Planina. — 3. Feilb., Ziberllche Real., »leinpublog, BÄ. Hnrlseld. Wiener Börse vom 22. August Geld Ware -».P-p. «L.so «s.W »:o. dto. SK.mSllb. ^i yo 72 — <>!e v°» 1854 . . . »^ 96.50 ° - von 18S0, ganz? Igz 8g ,04.- »S. v. I8S4 . 147,7z ,4«. srrlermark »udp'Lr. räralen, Kraiu a. Lristenland 5 „ ln-^arn. . zuo . kroar. n. Slav. 5 ^ ?iebeubürg. ^ 5 , Nationalbank . Creditanstalt . . o. «vcourpre-Sei lnalo-österr. Lank ^eft. Bodencred.-L. Hyvoth.-Bank öteier. ^anko - Auftr»a . kais. Kerd.-Nordd. äüdbahn^Gesellsch. 'a-.s. EUsabetb-Bahu Ware o-a. Hypoih..«au« . ^ »4.Ü5 Sb 75 rtorirLt»-ai»UL. Südb..Ge!.zusvvFr. m.- I14.SV dto. BonsspCi. — »iordb. (Ivo ft. SM.) 102.75 loS.SL Sisb.-B.(i»0k.S.W. 82.1» i>S.»v Llaa'.sbahn Pr. Etüa 12».— 1»».— StaalSb. pr. Sl. I8S7 125.— ISS. --tuvolsSb.(3Ü»st.ö.W.) 97.— 97 2C §ranz-S°I.ii»»S.S.> ivi.W r.o»s. ^redtl 10» fl. ö. W. 1SK bv 1S7. -L>oii.«LampfsÄ.-Gc'. za 1V» ft. EM. . . LiTiefter iv» k. EL!. dto. 5»ft. ö.W. - jener . 4» ft. ö.W, Saim . , 40 „ Paiff? . , 4» , L'ar« . . 4V , Sl. Senois, 40 „ Lmdüchgrätz 20 . ^Laldkeill . 20 , ircziev.S . 1» ^ -.llgSb. looii.Iüdd.W Krankf. roo ft. , „ S9.5» 10».— 120.50 IL1 S0 58. - 59 - so. »r.- 4150 L8.5» rs.— SS.— ^8.— .9- SOLL.- 25.— 84 50 25.- 16. *7-^ 14.50 ^5.50 ! 91.90 92 10 92.10 9S.L0 109.80 1< 9.93 42 60 42.65 5 28 5.30 »1.73 8.74. 163 - 163.25 108 35 108.65 Der telegrafische Wechselkurs ist uns bis zum Schlüsse des Blattes nicht zugekommen. Ankündigung. In der vom b. k. k. Ministerium des Unterrichtes mit dem Oeffentlichkeilsrechte autorisirtcii sechKlasfigeu Lehr- nnd Enithunys-Anstalt für Mädchen der ViktvninS «» S!^?k k» beginnt der Unterricht wieder mit dem I . < . Anineldnngen können im Anglist und September stattfinden im Fürstenhos, Hcrrc»g»sse 20<», 1. Ltuck. DU" Der Kindergarten, "WW de» Knabe» nnd Mädchen besnche», ballen Unterricht mit dem 2. Aust»st nach knrzen Feri>n wieder beg nnen nnd wird durch die ganze Ferienzeit nnniilcrbroche» fortgesetzt. Das Nakere enibalie» bie Proqr.imme, welche ans Ber langen portofrei eingesendet werbe» (42i> —4) Bei bestes Pcril»i»e»!p»t>ier znni Obsteindnnsteii per Elle (:U2-!2) 24 kr. „ Lklispapic»', l Packel................7.> ,. „ rn„Iisches t^ichipapicr, l Boge» ... 12 ,. „ 7slienc»t»>pir»', > Pogc«...............4 „ „ Motlenpnpier, > Blatt..................10 „ Berstorbcilc. Den 22. Anglist ^>n> Herr» Johann Draschil, We-^b.rm istee nnd Han»besi>j>r, läuse vertilgen oder auch von dem Laste des Raubes s,m Kind Angnst, all 8 Tage, sich nähren. Wer tue Thäligkeit dieser kleine» 2h>ere w der Sl»dt Rr. 5»2 an beobachten will, der findet, daß sic nnr nach den Blöt tern wandern, wo die Eier ter Insecien, namemlich ^ aber der Schmetterlinge, abgelegt si»d, daß sie die ge chwiichk infolge der Frithge-t »>t. Deni BlasinS Zd»iuik, l. Postanilvidiencr, sei» Kind Ludwig, all 3 Tage, >n der sunden Blätter nicht anssnchen, den Bann. verlassm!P^'..ao°>stad> Rr 85 an oder mciden, wo Ungeziefer sich " ln>er, alt im weii mv^licherwelse eullc^e Plätter veichcwlHl lvci en an Marasmus, könnten wtll man die Ameisen verlreiben und dem insnla Klemeniii. gewesene »mm hat man in Preußen das Lchoneu der Ameise» l» Wälder» angeorduei, um die i» ihrer Masse gesahr-lichen Insecien zu ve>nichlen. Vielleicht würden die ^ »rs» vo> Aga >- »»etuxiai,>« Laibach, > » - < , VXX >> > ,> ,> ,> ,X, ^ ^ V,> , > , V, > X, > , ^ ,> » - » Das :ESölstll-Lomptüir und die Wechselstube ;; rr. i ^ Wienei' 6ommi88ion8-v3nIl, ^ übernimmt alle wie iinmcr Raine» badenden «»„I4-, ,,„d X8 Die «nflräqe am lnesiqen Platze nnd ans der Provinz werden selir rasch. ^ reell und prompt an§gesi>t»t nnd die dnrch das Börsr-Lomploir anqekanslen X Werlbpapiere u»d Palnlen inil Äiiictsichl ans die jeioeilige Lage des ÄeldmarkleS rr )L rr unter den billigsten Bedingnngen belelmt Die Weschästslocalilälen bleiben täglich von !> llhr morgenS bis 6 llhr abends ohne linierbrechnng dem Publlcnm gebssnel. (Iv ->», ^ verlenrr und sltr die dteftaclw» »rraiitwociliL Okev>nnr Bnmdera