Nr. 206. Montag, 12. September 1«87. 1W. Iahlssanss MibacherMZeitma. ^,!ä^ ?. ?"s^^ ^^ Poftveisendun«! «-»»^ahli« fi. 1», halbiähri« sl. 7,b°. Im «amptoil: I Dlt .^aibacher .^titun»" erschelnt tiizlich mlt «u«n°hm« d.r Vonn- und jfn«t«,e l ^!., "^ i '' "'lbjahli« » befindet fich Bahnho,8«Ne lb. dlt «e»l>c»»,« wienerst«,« 15, - U>!»»nlierle «N»'e "eiüe >« zu ^ .4?,l«» «<> t>., größere verheile ,! k,.: bs, öfteren Wieberholnnnen pr, .4nle » ts, »W lonben nichl ^ngrnommcn und Mnnusrnple »lchl ,«ürwatt>om,ten an der technischen Hochschule iu Graz Adolph Andreasch zum wirklichen Lehrer an der Naatsrealschule in Währing ernannt. Nichtamtlicher Mil. Zur inneren Lage. .. Der Abgeordnete Dumreicher hat diesertage vor m»en Wählern in der Klagenfurter Handelskammer ^ "ede über die innere Lage des Reiches gehalten, H, der man nicht wohl schweigend vorbeigehen kann. der m "^ ^ ^ "°^ "'^ bereitwillig zugeben — r Beachtung auf. Sie fordert ein sorgsames Erwägen o em intensives Studium von jedermann, der zur ""rye,! über die Pflichten der politischen Parteien ge-""aen will. Form nnd Inhalt machen die Rede zu is'?' glelch würdigen Objecte des Nachdenkens. Sie nu/ n" logisches Gefüge gekleidet, dessen Lücken man Ph:, °"l"?hl'ch entdecken kann. Sie ist gleichsam die Physik k ^ Opposition. oder vielmehr ihre Meta-^ndtiel "" !^ forscht nach ihren Gründen nnd ihren stehen "' ^^ ^eibt nicht bei den praktischen Fragen des S, l ^ ^"^t kkine Grenze an den Aufgaben strack ^' ^'^ bewegt sich in der Sphäre des ab-3ta»n.^ "enkens und kennt nicht die Schranken des ^ "och jene der Zeit. Mit i^'^'^ Philosophische oder wirtschaftliche System rechnet l z^ ""^ ^" Praktischen Verhältnissen nicht N^arittz ? " ^^ Confequenzeu des eiumal aufgestellten anal ? '" ^'^ Unendlichkeit verfolgt, so macht es Polit,, >> ^tische Philosophie oder die philosophische ElM Abgeordneten Dumreicher. In drr hohen iwicti "p"^islischer. rein idealer Begriffe und Con« iWck ""v ^ bewegend. sieht er bereits den Kampf d,f 3!" ^rmanenthum und dem Pauslavismus um »^"lhrrrschaft vor der Thüre. Vor seinem Auge wogt bereits das Ringen von Millionen von Streitern. Er sieht die Hunnenschlacht in den Lüften und ver« langt jeht schon eine solche Gestaltung der Parteien, wie sie einstens jener Augenblick erfordern wird. über dessen Nothwendigkeit uns jedoch der Herr Abgeordnete Dumreicher überzeugende Beweise noch keineswegs geboten hat. Fortgerissen von den einmal aufgestellten Thesen über die Unerlässlichkeit des Zusammenstoßes der Nationalitäten, die ja nur geschaffen sind. um sich gegenseitig aufznreiben, fordert er die Parteigenossen auf. bei der Beurtheilung ihrer Pflichten in dem österreichischen Vertretuugskörper des Berufes eingedenk zu bleibe», jene Völkerbewegung zn bekämpfen, «welche weit abseits vom österreichischen nnb ungarischen Boden einen Hannibalschwur gegen das deutsche Voll und eine europäische Mission des Panslavismus zu erfüllen anstrebt,» Was wäre die Consequenz dieses Gedankens? Wohl die Aufforderung an alle Parteigenossen, neue Milliarden für die Ausrüstuug der Armer zu bewilligen. Friedens nnd Kriegsstärke zu vermehren, die Monarchie in ein permanentes Lager zu verwandeln, das von Eisen und Kanonen starren müsste. Denn auch der Nbg, Dumreicher wird mit uns Eines Sinnes darüber sein, was, wenn es zum großen Völkerkampf kommt, die Entscheidung bringen wird. Keine Worte, sondern Kanonen werden dann die Frage lösen, nnd keine Fractionen, sondern Armeen! Wir wussten eine andere Folgerung aus dem Hannibalschwur nicht abzuleiten, als eben die düstere Pflicht, alle Thätigkeit des Frieden« einzustellen und das Reich in Arsenale umzugestalten. Zu solchen (Konsequenzen luinmt man. wenn man ^em logischen Gedankenspiele allein in der Politik alle Macht einräumt. Wie alt stnd denn alle die heftigen nationalen Strömungen und Nutagouismen? E5 ist ja unwahr, dass sie gleichsam den Nationen immanent sind. Sie sind momentan da. sie werden vielleicht in einigen Jahren total geschwunden sein und vielleicht wird in einigen Decennien niemand mehr an einen nationalen Hanuibalschwur beulen. Immer gewaltiger treten in den Nation.» selbst die Culturideen, die wirtschaftlich?» Bedürfnisse, die socialen Theorien auf. und diese werden auch den nationalen Chauvinismus überwinden. Noch ist es fraglich, ob der nationale Fanatismus in Frankreich wie in Russland nicht bloß das Privileg der politisierenden Kaste ist. jeuer «Intelligenz», die an den Leiden des Volkes nur geringen Antheil nimmt, und es ist sehr fraglich, ob die Völker hinter den diner« sen Hannibalen stehen, die Nationen, denen die Pflege ihres Wohlstandes weit willkommener ist als das gegen« seitige Abschlachten auf den Walstätten! Nlfo jeht schon von einer österreichischen Partei fordern, sie soll den Hannibal vor den Thoren erwarten und deshalb in steter Kampfposition bleiben — das heißt, die Politik des Tages nach jener fernen Zu« kunjt einrichten, die vorderhand nur ein Nebelgebilde ist. dai hoffentlich von den Sonnenstrahlen der Auf« llärung zerstreut werden wird. Auch wissen wir ja, wohin die diversen Hannibale sammt ihren Eiden schließlich gekommen sind. Die Geschichte hat von ihnen allen nur ein abschreckendes und jammervolles Ende zu verzeichnen. Dem Abgeordneten Dumreicher selbst schwebte ja schon bei seiner Besprechung der geistigen Strömun-gen jenes Element vor, welches nicht nach Blut und Kampf dürstet, das ist der Mittelstand mit seinen tausendfachen materiellen uud geistigen Bestrebungen, das ist mit einem Worte die Cultur, welche durchaus nicht jenen fatalistischen Rassentheorien huldigt, derzufolge das eine Volt das andere aufzehren müsste! So sehr wir die geistige Vertiefung in der Rebe des Abg. Dumreicher gerne anerkennen, so aufrichtige Achtung uns die philosophische Schulung seines Geistes und sein Bemühen nach apodiktischen Sähen für die politische Action seiner Partei abringen, für die Aufgabe, welche seine Partei für Oesterreich zu erfüllen hat, geben uns seine Auseinandersehungen keinerlei praktisch verwertbare Gesichtspunkte. Es kann eben in Oesterreich von leiner abstracten, sondern nur von einer österreichischen Politik die Rede sein. Es gibt überhaupt keine reine, es gibt nur eine angewandte politische Vernunft, und diese stellt jeden österreichischen Staatsmann vor die Frage, nicht, wie die Deutschen die Slaven am besten zu bekämpfen, sondern wie sie sich mit diesen zum Wohle des Reiches am besten zu verständigen hätten. «Es zieht der Kamps aus dem Kampfe selbst seine Nahrung,» meinte der Redner. Er bedauert, dass überall an die Stelle des Staatsgefühls das National« gefühl trete, uud doch ist die von ihm selbst anempfohlene Politik keine andere als die nationale. Wir haben nichts gegen die Behauptung des Redners einzuwenden: «Die Deutschen müssten gegen ein slavisches Oesterreich ankämpfen, fort und fort.» Das ist ihre selbstverständliche Pflicht. Aber die Idee. aus Oester-reich einen slavischen Staat zu machen, ist vorderhand ein Gehirngespinst, das niemanden erschrecken kann. «Gegen die Nngriffskraft des nationalen Pathos Feuilleton. Ein zartfühlender Mensch. der c^ 'tt Freund war oder ist vielmehr ein reizen-ih^unge. Selbst Ehemänner, deren respectables Alter heilen 6"' Gattinnen vielleicht nicht immer vor Thor->vM. ^ schützen vermochte, stimmten seufzend in dieses Dali ll/nde ^"^'l über Arthur ein. und da die dnra, " das Gegentheil behaupteten, ist lein Zweifel ^ c?^lich. dass sie im stillen sich dasselbe dachten. lc>ss freund war übrigens, das muss ihm sein Feind ^'"' stets nach Möglichkeit bestrebt. Gnade vor den l>l, ib '^"erFranen zu finden, nnd wenn man eines walz s ä" tadeln hatte, so war es nur, dass er nie-blich, ^ ^ ber ergebene Ritter seiner Herzensdame er H». dass er kaum so lange in den Bauden lag, als 'lillr » gebraucht, sie zu knüpfen. Er liebte beständig. ^ aber nicht. ^elral ^" """ ^^ ^" allgemeinen nicht dazu an-^eitn/ « Sittenrichter und Moralprediger meiner Hnllr?''"' ä" lein, aber ich fühlte mich beinahe von die 5?! "fasst, als Arthur in einem Gespräche über belies./ ""^ Localereignisse«. welche, von ihrem -'cluck s getäuscht und verlassen, einen Selbstmord-'N" ln l'^"^" hatte, die Bemerkung fallen ließ: "Uen rrk ,,.^^ gewiffeulofen Herzensbezwinger! Mit ^laubi^ '^" Kitteln trachten sie das Herz eines ^ dann ^l'che" Geschöpfes zu gewinnen - um Hiele mit grausamer Gleich« leine« lw°"" >'ch zli stoßen. Das finde ich erbärmlich, "'unnes würdig.. Ich blieb völlig starr vor Staunen, als ich Arthur diese Theorie mit einem Brnsttone der Ueberzeugung entwickeln hörte, welcher der guten Sache würdig war. aber ans diesem Munde wie pure Heuchelei klang. Mir war's, als ob ich vou einem der paar Menschen-frrsfer. die es nach glaubwürdigen Berichten noch geben soll. das Evangelium der idealsten Nächstenliebe demon-stricren hörte. Meine Mimen verriethen wahrscheinlich die geheimen Gcdauken. die ich mir über die schönen Gefühle meines Frenndes machte. Denn in einem Tone der Verwunderung fragte er mich: «Bist dn etwa nicht meiner Ansicht. dass dn ein so verzweifelt zweifelndes Gesicht machst?» Das konnte ich mir nun doch nicht mehr ruhig sagen lassen. «Ich bin,, sagte ich mit einem Lächeln, welches die Bitterkeit meiner Worte mildern sollte, «allerdings deiner Ansicht, nur erregt es einigermaßen meine Verwunderung, dass mich dn deiner eigenen Ansicht bist. Wer gleich mit mir liebevoller Aufmerksamkeit so deinen Wandlungen auf dem Gebiete der Liebe folgen konnte, muss wohl staunen, dich nun die Lehre von der alleinseligmachenden Treue und Beständigkeit predigen zu hören.» — «Du willst doch damit nicht andeuten, dass ich jemals ein Herz. das in Liebe für mich schlug, verlassen habe.» erwiderte gereizt Arthur. «Ich glaube nnr, lieber Freund, dass noch nie ein Politiker so oft seine unerschütterliche Ueberzeugung ge-ändert hat, als du in einem Jahre die Damen deines treuen Herzens.» - «Du thust mir bitter Unrecht.» meinte nun lächelnd Arthur, indem er mit der weißen, wohlgepfleglen Hand die Spihen eines nicht minder wohlgepflegten fchwarze» Schnurrbärtchens kräuselte. «Bitteres Unrecht. Ich habe noch leine verlassen, die ich liebte.» — «Du verließest sie wohl erst. als du sie uicht liebtest?» — «Scherze nicht ... Ich verlieh keine, alle haben mich verlassen.» — «Nicht möglich!» Ich ließ mir dieses schmeichelhafte «nicht möglich» unwillkürlich entschlüpfen, denn Arthur fah wirklich nicht aus wie jemand, den die Frauen gern verlassen. .Ja, mein Freund, ich gestehe es mit freudiger Genug-lhuuuq, dass uoch alle mir den Abschied gaben, die ich je geliebt, lind dass ich leinen Augenblick Reue über eiue Unglückliche. Verlassene gefühlt habe — in den Armen ihrer Nachfolgerin. Du möchtest wohl wissen, wie dies geschah. Nun höre. Ich will dir die Geschichte meiner letzten glücklichen oder unglücklichen Liebschaften — es kommt anf die Auffassung an — erzählen, und dn wirst alles begreifen. Fürchte nicht, dass ich zu breit« spnrig werden und mich in liebevolle Detailmalereien verlieren konnte. Mit der Gewissenhaftigkeit und Ruhe des Historikers will ich berichten. Es war vor sieben oder acht Monaten etwa. ich kann mich nicht genau an den Mouat erinnern, allem das weiß ich. es war ein herrlicher Taq. °n welchem ich Leonore kennen lernte. Sie war W'twe und sa)on we der Tranm eines Dichters Ich b,n sonst mcht eitel auf meine Verfe °us versch.edenen Hrunden d.e aber nicht zum Verständnis meiner Geschichte nöthlg find aber ich fühlte mich genug Dichter, um m Leo. noren das Ideal meiner Träume zn erblicken. Die fchöue Frau hatte, wie ich bald ersuhr. eine schier thörichte Schwärmerei für die Poesie. Die surchibare Prosa, die sie an der Seite eines alten, durch ein ^llidaclicr Zettung sic. 2i)6. 1698 12. September l»^. kann man sich mir wieder mit dem nationalen Pathos wehren.» meinte der Abg. Dmnreicher. Wir aber halten das nationale Pathos für ein hohles Gebilde, das einer Abwehr gar nicht bedarf und binnen kurzem in sich selbst zerfallen wird. Nach der Natur der Ding«? kann Oesterreich nicht nach jenen Umwandlungen regiert werden, welche von der düsteren nationalen Sehelkraft vielleicht als das Resultat nächster Jahrhunderte vor« hergesehen worden, sondern nach seinen gegenwärtigen Verhältnissen. Diese sprechen einer jeden nationalen Politik, möge sie slavisch oter germanisch sein, jede praktische Berechtigung ab. So lange keine der Nationalitäten sich ails deu ausschließlich österreichischen Standpunkt gestellt haben wird, auf jenen des Staats» lit'dnrsliisses. aber auch des gerechten und innerhalb desselben zulässigen Wohlwollens fur alle Stämme, welche zur Macht und zur Existenz des Reiches beilragen, wird das Staatsruder eben keiner ausgeliefert werden. Das wild vielleicht noch lange dauern, vielleicht so lange, bis eine bessere Aufklärung richtigere Be» griffe über die wahren Ziele nnd culturellen Pflichten der Völker gebracht haben wird. Der Staat wird aber daran nichts verlieren, wenn er sich stets der Pflicht bewilsst bleibt, die eigene Stärke mit der Billigkeit für alle zu vereinen. Politische Ueberkcht. (Der Kaiser in Ungarn.) Ebenso glänzend und begeistert wie in Neutra, wo die wackeren Slu-vaken dem Monarchen ihre Huldigungen darbrachten, gestaltete sich der Empfang des Kaisers in Csakathurn. Hier hatten sich auch zahlreiche Deputationen aus den zum Sprengel des Agramer Erzbislhums gehörigen Muralöz sowie aus Kroatien und Slavonien unter Führung des Cardinals Mihajlovic und des Banus Grasen Khueu eingefunden, und sämmtliche Deputationen überboten einander in dem Bemühen, ihrer dynastischen Treue, ihren loyalen Gefühlen und ihrer patriotischen Gesinnung den correctesten Ausdruck zu geben. Es ist mit Grund zu erwarten, dass namentlich die Ant« wort des Kaisers auf die Ansprache des Erzbischofs von Agram auf die nächstinteressierten Kreise in Kroa» tien eine» tiefen nnd nachhaltigen Eindruck machen wird. (Landtagswahlen in Böhmen.) Die Sommenuhe auf dem Gebiete der inneren Politik ist nun vorbei. Vorgestern nahmen die durch den Exodus der deutsch-böhmischen Landtagsabgeordneten nothwendig gewordenen Ergänzungswahlen ihren Anfang. Die Prager Parteiblätter veröffentlichten nochmals die Can-didatenliste des Vertrauensmänner - Collegiums, welche 28 Candidate» für die Landgemeinden, 32 Candidate» für die Städte nnd Industrialorte, 7 Candidate» für die beiden Handelskammern Eger nnd Reichenberg enthält. Von den 74 gewählten deutschen Abgeordneten, wclchc seinerzeit die Austrittserklärung Dr. Schmrykals unterschrieben haben, finden sich nnr mehr 58 auf der Candioatenliste des Vertrauensmänner-Collegiums. Zwei Abgeordnete, die Herren Ialowitz und Dr. Ruß. sind seither der extremnationalen Vehme zum Opfer gefallen; die übrigen Abstinenzler sind mit Tod abgegangen oder wolle» ei» Mandat nicht mehr annehmen. (D e r U n t e r r i ch t s m i n i st e r G a u t s ch) be« absichtiqt. im Oktober Galizien zn besuche«, um die Schulverhältnisse des Landes aus eigener Anschauung kennen zu lernen. Mittlerweile dauern die Agitationen gegen Dr. von Gautsch in Böhmen lind Mähren fort, und der aus seinen Reichsraths Predigten wohlbekannte Pater Weber hat ein Meeting nach Gaiwitz einberufe». (Reichsraths wählen.) Im Städtebezirke Krumau wurde der Candida! d^r demsche» V^trauens-männer, Notar Kraus, an Stelle Nitsche's als Reichs-raths'Abgeoroneter mit 11A2 Stimmen gewählt, — Vorgestern fand die Reichsiathswahl für die Prm,rr Altstadt an Stelle Brouwvsly'ö statt. Alt- und Jung czechen entwickelten eine große Agitation. Gewählt wurde der Candida! des jungczechischen Bürgerclubü. Professor Blazet. mit 820 St-mmen, Der Ältczeche Eiselt erhielt 768 Stimmen. (Bulgarien.) Nach Briefen der "Pul. Cmr.» aus Sofia wird die Einführuug einer Mililärtunzlei des Prinzen Ferdinand geplant, in welche unter anderen der ehemalige Kriegsminister und jetzige Commandant der Iunkerschule, Major Petrov, berufen werden soll. — Dem «Ga,llois» zufolge laugten in Wien Privatbriefe vom Fürsten von Bulgarien ein, worin derselbe die Hoffnung ausdrückt, dass es ihm gelingen werde, Russland von der Correctheit seiner Haltung zu überzeugen. Der Fürst schreibt »nter anderem: «Komme, was da wolle, ich bin entschlossen, meine Pflicht bls ans Ende zu erfüllen.» (Die Session der italienischen Kam« mer) ist durch löniglia>s Decret für geschlossen erklärt. Damit ist geschehen, was vorauszusehen war. Der neue Ministerpräsident Crispi »uird nicht die bereits begonnenen parlamentarischen Arbeiten fortsetzen, sondern selbst eine neue Session eröffnen, wobei er Gelegenheit nehmen wird, sein Regierungsprogramm zu entwickeln. Ob dasselbe iu alleu Pimllen sich dem von Depretis befolgten anschließen wird, ist mehr denn zweifelhaft. (Die Probe-Mobilisierung.) Fast alle Pariser Blätter schwelgen jetzt iu Begeisterung über den glänzenden Erfolg des Mobilmachungs-Versuches, der als nunmehr in der Hanptsache abgeschlossen betrachtet werden kau». Er habe bewiesen, dass Frankreich hellte vollständig schlagfertig sei. in zwölf Tagen 1200 000 Mann an die bedrohte Grenze werfen uud acht Tage später eine weitere Million Streiter hinter dieser Maner au« Mensche» aufstellen könnte. Die «Mpu-blique Fran^aise» meint, der Versuch habe gezeigt, dass, falls im letzte» Frühjahre bei dem Schnaebele-Fall die Mobilmachung »othwe»dig geworden, diese niemande» überrascht habe» würde, weder die Reservisten »och die Dispositiulls-Urlauber. noch das allgemeiue Heer. Die Erregung, die patriotische Leidenschaft, den heilige» Zorn ausgenommen, welche die französische Jugend entzünde» würden, wenn sie zu den Waffe» greifen müsste, um das Vaterland auf de» Vogesen und am Nhei» zu vertheidige» u»d zu rächen, würden die Dinge gerade so verlaufen wie jetzt. Das sei in Zukunft sicher. (Scrbie n.) Wie man aus Belgrad meldet, siud die Mitglieder der Commission zur Ausarbeitung eines Verfassililgsl'ntwurfes für den 7./19. September zusanl» menberufe». Die Arbeiten der Commission wird Mi> nisterpräsident Ristik mit einer Ansprache eröffnen, welche die Wichtigkeit der Aufgabe sowie die Nothwendigkeit, die Verfassuugsreoision im Geiste der Neu» zeit durchzuführe», hervorhebe» wird. (König Kalaka»a von Hawaii) ist «n couslitutioneller Mouarch geworde». Bekanntlich bm vor einiger Zeit, d»rch seine Verschwendung veranlaff, eil'.' Erhebung gegen ihn aus, welche hauptsächlich "0l Fremden geleitet ward. Man ließ dem König die Way^ entweder abzudanken oder eine Verfassung zu geben. 3M einigem Arfiune» entschloss sich Kalakaua. seiner a°' solute» Herrschergewalt zu entsagen, und mm ist HalM ein Verfassüngsswat. Dem König bleibt der Obel' lx'fehl über die Armee, welche angeblich ans hlliidell Man» »no einer Musitbanda besteht, und die MarM' die ei»e Aacht zählt. ^. Tagesneuigleiten. Se. Majestät der Kaiser haben, wie der «A"" sin Tirol u»d Vorarlberg» meldet, dn» Veteranen' vereine i» Arco zur A»schafsu»g eiuer Fahne 10" l" der Fenerwehr i» Rome»o 80 fl. »nd den, Oemen'^ schießstande in Sulzberg 100 fl. zu speude» geruht. Se. Majestät der Kaiser haben dem M""' hilfer Ambulatorium auch heuer eine Snbvention von 100 fl. zu spenden geruht. Derselben Anstalt widme« Se. k. und l. Hoheit der durchlauchtigste Herr ErzherW Ludwig Victor den Betrag von 20 fl. — (Auszeichnung für den Kronprinze" Rudol f.) Wie das Armee-Verordnungsblatt meldet, ya Se. Majestät der Kaiser dem Kronprinzen Rudolfs Bewilligung zur Annahme und zum Tragen des H^ ' band-Ordens, der goldenen Erinnerungs-Medaille an "" Negierungsjubiläum der Königin Victoria und des pre ßischen Hausordens von Hohenzollern verliehen. — (Spenden für den Papst.) Vis zu^ 15, August sind für den Papst 711202.85 Lire "^ Secundizgefchenk in dem Vatican eingegangen. Die vo dem Papste für die vaticanische Ausstellung best'""'" Räume erweisen sich nach den bisher eingelaufenen "' Meldungen als viel zu tlein. Der Papst hat daher a geordnet, dass auch die geographischen, ferner die M menten- und Candelabersäle geräumt und dem Äus!" lungscomite zur Verfügung gestellt werden sollen. — (Frühe Rücklehr.) Dr. Neusser, ^ als Leibarzt den Prinzen von Coburg nach VuM" begleitet hatte, kehrt in den nächsten Tagen wieder "^ Wien zurück, um seine frühere Stelle als Assistent " der Klinik des Hofrathes Professor von Vamberger il»et»e zn übernehmen. ,> — (Erträge aus der BlumenzU^ Nach del, statistischen Aufzeichnungen wurde» in P", in, Monate Mai vorigen Jahres Rosen uud Oalbk"'^ um A'/y Millionen Francs verkauft. Im Winter stH der Erlös aus dem Verlaufe der Rosen allein auf i' Millioneil Francs in Paris, wo manche Gärtner l2' ^ 13NU0 Rosen oder Syringapflanzcn besitzen, die l Winter alljährlich zur Vlüte getrieben werden. Auf i"^ Millionen Francs schätzt man den Erlös für verM Luxusblumen. Das Budget der Stadt Palis weist l^ die letzten zwanzig Jahre einen Aufwand vo» aahl,^1 lionen Francs für Erhaltung, Herstellung ic. von öfte lichen Gärten und Parks aus. Gegenüber dieses ^. gaben erscheinen unsere Verhältnisse der Blumenzucht ^ Verwertung sehr gering. ^ — (Mutterliebe.) Eine Wallfahrt auf ^ Luschariberg schildernd, erzählt die «Magenfurter Zeitu"» nachstehendes Ereignis, das sich vor etwa drciM^ Gichtleiden keineswegs liebenswürdiger gewordenen Oelonomem drei Jahre hindurch zur Genüge genossen hatte, mag bei ihr eine gewisse Schwäche für Poesie hervorgerufen haben. Sie interessierte sich anfänglich für meine begeisterungstrunkenen Verse, später auch für mich. Ich war glücklich, wie noch nie, das heißt, um weniger poetifch zu reden, wie fchon öfter, wenn ich das heißbegehrte, im Wachen und Träumen ersehnte geliebte Wesen endlich mein nennen durfte. Leonore liebte mich. und ich war glücklich. Die Ueberfchwättglichkcit meiner Gefühlsäußerungen (denn ich musste, um mich der Liebe der schöne» Frau würdig zu erweisen, in glühenden Versen meinen Empfindungen Ausdruck verleihen) brachte schließlich eiue sonderbare Wirkung hervor. Ich merkte, dass meine Liebe allmählich erlosch, dass die Fesseln, die ich vor kurzem »och beseligt trug, mir zur drückenden Last wurden. Je kühler ich fühlte und beobachtete, umso deutlicher konnte ich es sehen, wie die Liebe Leonurens zu mir wuchs. Ich hätte ein Ungeheuer sein müssen, um der ganz in ihrer Liebe lebenden Frau die furchtbare Enttäuschung zu bereiten, dass sie nicht mehr geliebt werde. Ich war kein Ungeheuer. Ich war aber auch nicht Heuchler ge»ug. um a»f die Dauer die Rolle eines Liebenden zu spielen, nachdem ich keine Liebe mehr empfand. So wie vor einigen Monaten mein einziges Ziel war. die Liebe der schönen Frau zu gewi»»e», so hatte ich jeht »ur ein Ziel vor Augen: ihrer Liebe verlustig zu werden. Mit denselben Mitteln, mit denen ich ihre Neigung erworben, mit denselben Mitteln huffte ich. dieselbe wieder zu verscherzen. Meine Verse halten sie bezaubert, nur meine Gedichte, das hoffte ich, würden sie auch wieder von der Liebe zu mir heilen. Ich hatte oft gehört, wie leonore mit Worten des tiefsten Nbfcheues vo» jenen Plagiatoren gesprochen hatte, dle schamlos genug wäre», ahnungslose Lescr über die eigene Unfähigkeit durch die herrliche» Schö» pfunge» goltbegnadeter Talente täusche» zu wolle». Darauf ba»te ich meinen Plan. Ich sendete, wie früher, von Zeit zu Zeit der schönen Fran Gedichte zum Mor< gengruße ins Hans. Früher waren es die Schöpfungen meines Geistes gewesen. N»» aber began» ich Dichter abzuschreiben, von bellen ich vermuthen dmste, dass Leonore sie kenne, sie iu ihrer kleinen Bibliothek besitze. Ich wurde einer der schamloseste» Plagiator«'!,. Die Wirkung war eine furchtbare. das heißt vielmehr eine herrliche. Die schöne Fran empfieng mich kühl, sah mich oft träumerisch an. als ob sie z» zweifel» begänne, dass ich derselbe sei. dem sie ihre Liebe qe-schenkt. Ich musste das bemerken, wenn ich nicht »lit Blindheit geschlagen war. und sieng an. mit drn bittern Worten eines Verzweifelten ihr kühles Betragen zu rügen. Ich that dies aber in Verse», die ich mit großer Ku»st den Werten vo» Poeleu entlehnte, die in einer ähnlichen Lage sich besulldei, hatten. Meine Bitwl wurden nicht erhört. Ich musste sogar die wachsende Verachtuug Leonorens erfahren. Eines schönen Tages erhielt ich von der schönen Frau rineu Abschiedsbrief, der mir in dürren Worten sagte. dass ich unwürdig der Liebe einer Frau sei. die für Poesie, aber für echte Poesie schwärme. Leonore li»vt jetzt eim» echten Dichter, der nicht nur eigene lange Haare trägt, son» der» auch eigene Vers,' für sie dichtet. Ich lachte und gab zu. dass Arthur sich "ls e Mau» von außerordentlichem Zartqefuhl bewährt l) , Ich äußerte »ur das Bedenke», ob drun alle 3"^ >' anf diese odrr ähnliche Weis^ zu h,ile» i^e"- ' ^e alle», die ,ch bls jetzt liebte, hat sich meine Tye bewährt; ich zweifle daher »icht im gei inM» a>« ^ ^ Richtigkeit. Mall mnss n»r die Frauen kennen, .., das beginnt in dem Momente, wo man aufhört' ^ wahnsinnig zu lieben, und man culdlckl d^n P"" ' ^ ihre Liebe ans de» Angeln zu Heden ist. Ho"' '^ ^ mir nach Leonoren ergieng. Mein unbeschäftigt»"" ', ^ befaud sich bei d»»l Mühigqang nicht wohl. E6 I .^ bald wieder in hellen Flammen. Ich will dich, , ,^ Freund, »icht mit einer neuen Schilderung l"^,s »euen Lieben laugweilen. Du wirst dich ermneru. z ich dir vo» nu'mer Leidenschaft für Leonoie 8 , hatte. Ich liebte Rosa vielleicht glühender alö 2"" ^ denn sie fesselte mein Herz länger als jene. ^"Mdel aU>s ein Ende nimmt, so auch diese Liebe. .hl war ich es. der früher .'rtaltete, Rosa liebte "»fy ^ als je. Das blonde, sanfte Kind quälte '"'.^ ,^r seiner Eifersucht bis zur Unerträglichkeit, ^.„„i»" eifersüchtig, als wäre sie Othello nnd ich Des" «"vese». ^„„tt «Es war nicht mehr zum Aushalte». ^ ^ he» Rosa nicht vernüuftiq mache»; ei» einziger V^r!» '^,-< ich i» dieser Richtung ultteruahm, warf ^'?M>^' uieder. Nu» musste meine Theorie aushelfe». ^ ,„ue>" uuch fast. dir zu brenne», dass Rosa mich ^l , >'>'' gleichlich schön hielt. Ich finde es absch>'»lich, '"^ ^, Mann wegen seiner Schönheit geliebt wird. ^H,l,M bill »icht veraMwortllch fü, den schlechten ^'" ___jacher Zettung Nr. 206. 1899 12. September 1887. zugetragen hat. Eine Dirne ans dem Lavantthale, die in emem sogenannten «Zögger» ein todtes Kindlein trug. war », die Wallfahrtskirche getommeu. Sie legte das Kind ^or d.,z Aild am Hochaltar und betete. Infolge ihres ^chgcmges — sie brauchte über zwei Tage von Lava-Mnd — „^ -^^ inbriinstigen Gebetes erwartete sie ""'Zuversicht das Wunder der Wiedererweckung ihres «"'des. Da dasselbe jedoch todt blieb, packte sie den Leichnam wleder in ihren Zöggei lind gieng hinab zum Pfarrer nach Saif„ih und bat ihn. das Kindlein zu begraben, "'eser bedeutete ihr, dass er dies nur nach Vorweisung °es Todteiischeines thun tonne. Da ein solcher vom Di Wctsarzte in Tarvis ausgestellt wird, verfügte sie sich ^hm, Dieser fand an der schon der Verwesung nahen «lndesleiche, welche die gemarterte Mutter durch vier Tage herumschleppte, Spureu eines unnatürlichen Todes. Er "ahm das Frauenzimmer ins Examen, und es stellte sich mails, dass sie das Kind im Schlafe erdrückt habe. Na-"llich wurde das Kind begraben, die uuvorsichtige, aber Mübensstarte Mutter in Untersuchung gezogen. , ^' (Fünftausend Centner Tabal verbannt,) Wie aus Semliu gemeldet wird, ließ der "bische Finanzminister Vuic dnrch eine Commission die ^"len, uud finden, wie aus unferem ,3' ""'"heile ersichtlich ist, die Einschreibungen am Kasse N "^ ^^ September im Fürsteuhofe (Herren-^schastl^ ^ ^"^ ^°"' ^^ Direction hat die gezogn , ?I" Schulen einer durchgreifenden Reform unter-^laiiat ^ '" """" "senen Schulstatut zum Ausdruck deform hervorragendsten Momente der genannten ^raani^- l^lM in der Eiufiihrllng einer präciseren slramn, °" ^" ?^uleu und in der Einführung einer "ldliun " Disciplin den Schüleru gegenüber. Die Schul-^^xrpflichtetnunmehr jeden Schüler, dem Unterrichte im Chorgesange und den Vorträgen über Mnsiltheorie beizuwohnen und beim Eintritte in die Schule derselben mindestens ein Jahr lang anzugehören. Das Unterrichtsgeld ist für die ganze Dauer des Jahres in Monatsraten vorans zu entrichten; nur andauernde, ärztlicherseits bestätigte Krankheit bildet eine Ausnahme. Ferner hat die Direction sogenannte Productions-abend e eingeführt, um den Schülern Gelegenheit zn geben zum öffentlichen Auftreten. Diese Abende finden in den Vereinslocalitäteu statt, und haben zu denselben außer den Directionsmitgliedern auch die Lehrer, alle Schüler und die Eltern und Angehörigen der letzteren freien Zutritt. Außerdem bleibt es bei dem bisherigen Schülerc 0 ncert, und sind nunmehr auch die öffentlichen Schlnssprüfungen wieder eingeführt worden, während Anfangs Jänner und Ende April in Gegenwart des Lehrkörpers durch den Gesell-schastsdirector die Censuren unter Antheilnahmc aller Schüler zur Verlesung gelangeu. Eine ganz neue Ein» richtung ist das Institut der Hospitanten, d. h. Nicht-> schüler, welche gleichwohl am Chorgesange. an den Ensemble-Übungen und an dem Unterrichte der Musiktheorie gegen Entrichtung des halben Schulgeldes theilnehmcn können, vorausgesetzt, dass sie genügende musitalische Vorkenntnisse ausweisen und sich verpflichten, bei allen Aufführungen mitzuwirten. Das Nähere ist aus dem soeben im Druck erschienenen «Schulstatut» ersichtlich. — (Personal Nachrichten.) Der Herr Präsident des Obersten Rechnuugshofes Gras Hohen wart ist vom Curgebrauche aus Gastein nach Wieu zurückgekehrt und hat die Amtsleituug übernommen. — Der' Landesgerichtsrath Dr. Moriz von Pflügt wurde zum Rathe des Obcrlandesgerichtes in Graz ernannt. - (Ans dem kroatischen Land ta ge.) Die vorgestern im kroatischen Landtage vorgelegte, von Mis-katovic verfasste Adresse der Majorität erklärt die Bereitwilligkeit des Landtages, mit ganzem Eifer sich der Entwicklung der öffentlichen Angelegenheiten des Landes zu widmen. D<»r Ausfall der letzten Wahlen sei ein Wegweiser für die Legislative, auf dem Gebiete des autonomen Wirkungskreises, wo zahlreiche Institutionen zu schaffen und zu verbessern sind, thätig zu sein. Der Landtag sei bereit, die großen politischen Errungenschaften und nationalen Heiligthümer zu wahren, und werde stets den Wünschen des Volkes, den Bedürfnissen des Landes entgegenkommen. Besondere Aufmerksamkeit wird der Landtag der Organisation des Voltsunterrichtes widmen und denselben in Einklang mit den besonderen Bedürfnissen des serbischen Stammes bringen. Der Landtag werde noch andere wichtige Fragen verhandeln, die Delegierten für den gemeinsamen Reichstag wählen, die nach Recht und Pflicht das Wohl der staatlichen Einheit und das der Länder Kroatien und Slavonien fördern werden. Als feine wichtigste Aufgabe betrachtet der Landtag die Erneuerung des finanziellen Ausgleiches. — Die Abrcss-debatte beginnt morgen. — (Fluss«Uebersuhren.) Die Vczirkshaupt-mannschaften erhielten den Austrag, bis längstens 20. September d. I. zu berichten: in welchem Zustande sich die in, betreffenden Amtsgebiete bestehenden Fluss-Ueberfuhren befinden, welche Beschaffenheit dieselben haben und ob sie den bezüglichen Vorschriften entsprechen. Selbstverständlich ist in Fällen, als einzelne Ueberfuhrsfahrzeuge den Vor-schrifteu nicht entfprcchen oder sonstige Uebertretungen der bezüglichen Ministerialverordnungen wahrgenommen werden sollten, nach Maßgabe derselben sofort amtszuhandeln und hierüber in dem Berichte die Anzeige zu erstatten. Ursache zu dieser Verfügung find die zahlreichen Unglücks-fälle, welche sich im Laufe der letzten Zeit bei Benützung von Fluss-Ueberfuhren ergeben haben. — (Cigarren-Verschleiß.) Nach einer Kundmachung der Generaldirection der Tabalregie werden im Laufe des Monates September bei den t. k. Com» missionsverlägen in sämmtlichen Ländern der diesseitigen Reichshälfte Nn tout c^-Cassetten (Mustercollectionen) in eleganter Ausstattung, enthaltend je 12 Stück sämmtlicher Regie-Specialcigarren, also zusammen 168 Stück Cigarren, zum Preise von 32 sl. in Verschleiß geseht werden, welche an die Stelle der bisher beim Wiener Commission»-lager probeweise geführten ku tout. <.-H3 - Cassette« mit 140 Stück Special-Cigarren zum Preise von 28 st. treten sollen. — (Doppel'Iubiläum.) Der Nezirlslvunb-arzt in Zirklach bei Krainburg Herr Eduard Globoc-nik feiert heute gleichzeitig sein 25jähriges Jubiläum als Arzt und seine silberne Hochzeit. — («Slavia» in Graz.) In Oraz ist soeben ein literarisch'wissenschaftlicher Verein «Slavia» ins Leben gerufen worden. Die steiermärkische Statthalterei hat die Statuten des neugegründeten Vereins bescheinigt. — (Wochenausweis der Sterbefälle.) Dem soeben publicierten 35. Wochenausweis der Sterbefälle iu den größeren österreichischen Städten entnehmen wir folgende Daten: ^A Gesammtzahl ^ A«^ ?^ der Z ««^D Elüdte H^ Verstorbenen ^D «Z">8 ^ I m. ^ w. ^uwn.^ ^,6 Laibach . 27480^11 4 15 7 28.4 Wien. . . 7W.W1 227 176 403 4« 26,5. Prag. . . 184 0UY 70 49 11U 25 A-j,tl Graz. . . 104 740 23 34 5? li 2«,3 Klagknfurt 18 521 7 4 II 5 2U,3 Trieft . . 157159 58 52 110 2 A6,4 Görz. . . 22545 7 10 17 — 39.2 Pola, . . 26 823 7 3 10 2 19,4 Zara. . . 12 326 3 14 1 16,9 Von der Gesammtzahl der Verstorbenen sind in Laibach ttl),0 Procent in Krankenanstalten gestorben. — (Heimische Literatur.) Soeben ist in Druck erschienen ein «Praktisches Handbuch für Stadt- und Land-Verzehrungssteuer-, Vrantweinauflage-, Weg-, Brllcken-und Fährten-Maut-Ueberwachungsorgane». Dieses Buch hat den hierortigen Verzehrungssteuerbeamten Herrn Ig-naz Stupica zum Verfasser und dürfte von den Verzehrungssteuer-Angestellten mit Freuden begrüßt werden. Denn aus diesem Hanbbuche wird sich jeder, der in die Lage versetzt wirb, sich desselben zu bedienen, in allen in derlei Überwachungsdiensten vorkommenden Fällen genügenden Rath und Belehrung schöpfen können, um nicht mit den Gesetzesbestimmungen in Conflict zu gerathen; auch für Wirte, Fleischer und überhaupt für Handelsleute, die sich mit dem Verkaufe von der Verzehrungs- be» 3l II. ?""k" haben. Ich fieug plötzlich an, unter H't 7r„ - """' H"ar- und Äartkrantheit zu leiden. "'2. i,,k 6-" Worten setzte ich Rofa davon in Kennt, lieh s '^Nl lch meiner düsteren Ahnung Ausdruck verdick ' , 5°""te allmählich dazu gelangen, die Liebe für ^hiate »-!'"'' """" 'H "liste«! aussähe. Rosa bc-H zrilw-'?' S" werde mich ewig lieben, auch wenn ^ein n/'" hässlich sml sullte. Was sMc ich thun? ^rulll, Ä""' l"l deu Rosa in mädchenhafter Begei-trten ^',?wcm"t hatte, fiel als Opfer meiner erdich-s"rchtl,^ ^' Rofa weiute, als sie mich fah. Ich war dllss si/ ^stellt, allein unter Küssm schwur sie mir. ''c mich „och immer liebe. l'üen/^ !""l"e eine Woche. Ich musste mich zu bllrt w« >!^'" Entschlüsse auffrasfen — mein Schnurr-«l,s "?l das zweite Opfer meiner Krankheit. Ich sah »och i"„ ""e Vogelscheuche — aber Rosa liebte mich l^ttlnsj . V'"ächl Taqe später erschien ich mit einem >»id kg«" Kopfe, die Haare wären mir ausgegangen »ie wil " "°ch der vcrlässlichen Auslunft eiucs Arztes filrcht^' ^"s" fiel in Ohnmacht — ich sah auch zu »nd sH,-^. °"s- Nachher weinte sie bittere Thränen, >laf ich c"'ch lachte sie mich aus. Drei Tage später ^absche,^ l°" ^""e 'h^s Cousins, den sie bis dahin ^le 5W^ ^'' Sie werde ihu heiraten, sagte mir das ^ Musste ''..'"dem l" '"'ch bat. von ihr zu lassen. !^«l/lim? b" nun überzeugt?. schloss Arthur seine '^r?. "^'da,ss 'ch uicht leichtfertiq Frauenherzen Sender ^3 ^!?' """ ^'' H"'^' -D" bist ein zart-^»sch!. ^ E^,„ Zas Milö im Spiegel. Roman von Vietorien Vuval. (50. Fortsetzung.) Er hatte Mühe, vor seinem Onkel seinen Eifer, von ihm loszukommen, sobald die Mahlzeit beendet war, zu verbergen. Erst die Erklärung, dass in einem Fisth.Aoenue« Hotel eine Patientin auf ihn warte, welcher er seinen Äesuch versprochen habe, bewog den alten Herrn end« lich dazu, allein in seinen Club zu gehen. Harry aber eilte wie auf Sturmesflügeln zu Mrs. Driscoll. Nie znvor in seinem Leben hatte er ein Wesen gesehen, das einer Wandlunq von der dunkelsten Verzweiflung zum jubcludstrn Entzücken fähig gewesen wäre. gleich dieser Mexikanerin. Ihre Freude war in Wirklichkeit eine maßlose, und sie versprach ihm alles, was er von ihr verlangte. «Wir dürfen uns an Vord nicht anders denn als oberflächliche Bekannte begegnen,» erklärte er ihr. «Sie dürfen niemanden auch nur ahnen lassen, dass ein Geheimnis zwischen uns maltet. Meinem Onkel will ich mittheilen, dass ich Sie während einiger Tage ärztlich behandelte. Auch Damen gegenüber, bitte ich Sie, sehr zurückhaltend zu sein. Mrs. Priscoll. Wenn wir nicht mit größter Vorsicht operieren, werden wir unsern Zwrck verfehlen. Denken Sie daran, dass wir durch, aus nicht wissen, wo wir diejenigen zu suchen haben, welche Sie finden wollen. Ich habe allerdings einen Brief von Mis« Livingston, der in Paris zur Post gegeben wurde, erhalten; aber das ist eine Grundlage, auf welche wir keine Hoffnungen stützen dürfen.» «Ich bin gewiss, dass wir meinen Gatten finden werden!» rief sie zuversichtlich. Dass sie ihren Gatten finden würbe! Aber wie? Diese Wiederbegegming konnte nur eine Tragödie zur Folge haben, die Menschenleben zum Opfer fordern musste. Der Morgen, an welchem der Dampfer, auf welchem Harry sowohl für seinen Onkel und sich, als auch für Mrs. Driscoll Plätze belegt hatte, den Newyorker Hafen verließ, war der eines klaren, hellen Märztages. War Mr. Fisks Gesundheit in der That eine etwas angegriffene gewesen, so besserte sich das sofort; er hatte nichts nöthig gehabt, als einen Wechsel der Luft und der Umgebung, den besten Arzt für so viele eingebildete kleine Leiden. Gitana hielt sich vier ober fünf Tage in ihrer Cabine auf, ehe sie auf Deck und an der Tafel er-schien, wo ihre wundervolle, eigenarti ^e Schönheit jedes Auge auf sie zog. Sie benahm sich mit einer Würde, deren Harry jie nich» für fähig gehalten hatte,- ihre dunkelfarbige Dienerin war stets an ihrer Seite. Sie hielt sich so reserviert, dass, obgleich jedermann an Bord sich beeilt haben würde, ihr gefällig zu sem. doch niemand eine Vertraulichkeit wagte; die hohelt-volle Zurückhaltung, welche sie zur Schau trug, verlieh ihr in aller Augen die Grandezza einer phantastischen Märchenprmzessm. «Das hübscheste Gesicht, das mir jemals begea/ l,ste!» erklärte der alte Mr. Fist, als sie zum ersten« male auf dem Deck erschien und am Arme chrer Dienerin auf. und niederwandelte; ihre zierliche Ve-stalt war von einer königlichen Robe mit Nabta« Pelzbesah umhüllt, unter welcher kokett ihre winden Xaibacher Zeitung Nr. 20«. 1700 12. September IM. steuer unterliegenden Artikeln befassen, dürfte das Buch uon Nutzen sein. Das Buch umfasst 232 Blattselten und kostet in Leinwandrücken gebunden 1 fl. 50 kr,; es ist zu beziehen vom Verfasser Ignaz Stu pica, Maria-Theresienstraße Nr, 10 in Laibach. — (Process Starcevic.) Im Processe Starcevic haben vorgestern die Plaidoyers begonnen, Nachdem der Staatsanwalt Kraljevic in zweistündiger Rede die Anklage begründet hatte und der Vertheidiger Dr. Frank unter der gespanntesten Aufmerksamkeit des zahlreich versammelten Publicums drei Stunden für die Freisprechung David Starcevic', der Vertheidiger Dr. Ivandija für die Freisprechung Ivan Starcevic' plai-diert hatten, ergriff David Starcevic das Wort. Er wies auf die Nebelstände hin, welche im Volke platzgreifen; das Volk ignoriere bereits die Richter und die Gerichte, ein Symptom, welches tief zu bedauern sei. Starcevic schloss mit einer Apostrophe, an die Gerechtigkeit der Nichter. Der Staatsanwalt replicierte kurz und sachlich. Das Urtheil wird morgen mittags gefällt. — (Glasbena Matica.) Die Aufnahme und Einschreibung der Schüler in die Musikschule der 25 4 65 Milch pr. Liter > - ""> ^ -^ Hafer » 2 60 3 — Rindfleisch pr. Kilo —,64 ^ ^ Halbfnicht .-------6 4« Kalbfleisch » — 50-^ Heiden » 8 74 4!65 Schweinefleisch » —,60-"^ Hirse . 4 6 4 70 Schöpsenfleisch » —,36^^ Kuturuz » 4 5>5 bW Händel pr. Stück . — 40 - ^ Erdäpfel 100 Kilo 2 41-------Tauben » — 20 - ^ Linsen pr. Helwlit, 12-----------Heu pr. M. Ctr. . 2 5 — " Erbsen . 13-----------Stroh . . . 160 - ^ Fisolen » 11-----'-----Holz, hartes, pr. Rmdsschmalz Kilo 1----------- Klafter 6j30^^ Schweineschmalz» -66-------— weiches, » 4!10^"" Speck, frisch, » - 60-------Wein, roth,lOOLit. -^ A" — geräuchert » — 64-------— Weiher, » -.i-^l)^ Anbekommene Fremde. Am 10. September. Holcl Stadt Wieu. Daxenbergcr, Kjm.. Mühldors. — Kmo>"c> Stoll. Findler, LicholM und uon Wretschlo, Privatiers, iM"' — Teutsch, Kfm., Fünflirchcn. — Zeininger und TMi. Privatiers, Agram. — Ialy, Sparcassc. Amtsleiter, Cill>. ^ Gaberset, Besitzer, Tolmein. — StaueMi, Kaufn,., Esscg> "" Baumgartner, Privatier, s. Familie. Laibach. - M?'"' Haiiptmann, s.ssrau, ssiume. — Stall und Gerstner, Privates, Pola. Hotel Elefant. Fürstin Auersperg; v. May, Hauplmann, s.^N Areo, Haas, Petrin, Eversly, Private, Wie«. - ^nnar, ^, sender. Salzburg. — Berti. Kaufm., Innsbruck. ^ "p^' Professor. Neutitschein. — Baron Teglio de Krant, P"M' ssreiwald. — Biller, Reisender, Graz. — Stieger, ÄeM' s. Frau, Marburg. — Maurovic, Kralj, Heimer, P""" Agram. - Iutenberger. Kaufm.. Villach. — Iaschle, Kaul"^ Trifail, - Hafner, Restaurateur, St. Peter. - Pa^"', Wechsler, s. Frau, Venedig. - Panajotti, Kraus, Scil"'^ Panfilli, Kromfcld, Private, Trieft. » Hotel Aairischcr Hof. Leitmaher, Fabrikant, s. Frau, VudaM' Rasthof Äidlmlinhof. Angress, Kaufm.. Berlin. - Luzar, M" roth, Privatiers, Wien, Stopar. Priv., Graz. ^ ""?,, roth, Priv., Frasslau. — «lahovcc, Priv.. Agram. ^ ^ uik, Prof., s. Frau, Dubromiil. -- Felft, Obrrcommissär, s-3""' Trlest. — Fles, Coucipist, Oberlaibach. Gasthof Miser von Oesterreich. Stampfer. SteucramtsbeaMV s. Frau, Klagenfurt. - Valouits. Priv«tier, Ungarn. — «^ Maschiuenführer, Diuaca, Lottoziehungen vom l<1. September. Trieft: 5.'j 8-j 5 2« 19. Linz: 74 26 4 73 30. Meteorologische Beobachtungen iu I'aibach^. " 7 u. Mg. 737.34" 16^ NO.Mach 'bewüllt " 1,?0 10.2» N. 7.'!7.:^. 1«,« O. schwach bewüllt Ml" ^ . Ab. 7W,48 1b,4^ O. schwach ! bewüM ,. 7 U. Mg> 735,80 ^ 14,8 N. schwach bewdttt „^ 11. 2 . N. 7?z3,96 20,2 O. schwach lheilw. heiter 0.^ 9 » Ab.! 733.55 14,2 O. schwach heiter Den 10. tagsüber bewölkt, vormittags öfter Regen- ^ ll. vormittags bewölkt, nachmittags Ausheitcrung: stcrneN^^ Nacht. Das Tagcsmittcl dcr Wärme 16.1" und U',4"' ziehungsweise un, 1,3" und 1,8" über dem Normale. ^,^ Verantwortlicher Redacteur: I. Naglic. ^^» W Danksagung. > ^ Für die vielen liebreichen Beweise aufrichtiger W W Theiluahiue aus Anlass deö Hinscheidens meiner « W theuren Gattin M > Johanna Smetana geb. Werner > M sowie für die äußerst zahlreiche Netheiligung an dew W W Leichenbegängnisse uud die gespendeten prachtvollen » W Älunnnkränze spreche ich aus jchmerzerMtem Hel,^>' W W den innigsten Danl aus. M W Laibach am 10. September 1887. > W Johann Siuctana W W f. l. Riltlucister W W Landes-Gendarmerie>Vonlmandant. W » Danksagung. W W Für die vielen Beweise herzlicher TheilnafM' > W und die zahlreiche Betheiligung am Leichenbega '^ « W nissr unserec« uuuergcsslichen Sohnes, Bruders l « Schwagers, des Herrn , W > Antun Pilchlci > ^ l. l. Hauptmann d. R. W M sagen wir hicmit allen unseru tiefgefühlte!! Dan' W W Neumarltl, 12. September 1887. > > Die trauernden Ointerbliedene"-»