LMacherMMlmg. Nr. 277. Vränu merationspiei« : Im Lomptoll ganzj. ss. 11, ü'U>j. N. 5.5<). ssüi bir^usseNuttss in« Hau? b.»lbj.50li. MitberPoslq.iilzj.ff, l5, halbj. ft. 7.50. Freitag, 3. December Vnsertl on«,ebühr bl« 10 Zeilen: imal ou lr., «m.uotl., »«l. l ss.! sonst pl.Zlllc Im. «lr.,Lm.»ll., z»!. lo tr. u. s. w. Iülerlionsjlcmpel jebcöm. 30 l». 1869. Aintlicher Theil. ^!er Minister für Cultus und Unterricht hat den Eupplcutcn an der griech.-orient. Oberrealschule in Czer-Nowitz Elias Nimidzan zum wirllichcu Lehrer dieser Anstalt ernannt. Nichtamtlicher Theil. Ocjicrmch un> dil orirutalischc Frage. Wien, 29. November. Alö Oesterreich zur Aus glcichung des tüikisch^egyptischen Conflictes seinen Vcr-lnitllungsvorschlag in Constantinopel machte — einen ^cl,!liilln!!ssi>v0lschlaa. der sich sofort der Unterstützung beider Wcslmächtc. Englands so gut, wie Frankreichs zu ttfrnicu hatte - licß cs sich dabei von der Erwägung ^ilcu. daß der Streit vor allcn Dingen des Charakters dtt p'clsönlichcn Animosität, welchen die dirccleEinfluß-"ahme Mustapha Fazil Pascha's, des Bruders des Picc-lüliigs, ihm aufzudrücken begonnen, entkleidet nnd auf dnh rein sachliche Gebiet hinüdcrgcführt werden müsse, daß aber auch für die anderen Vcrstäudigungsvcrsuchc ci'ic Form zu finden sei. welche, ohne den vertragsmäßigen Rechten des Picekönig« zu präjudicireu, die obcr-l>nrlichc Stellung der Pforte von vornherein principiell dncumcntirc. Nach beiden Richtungen hin nun mußte bcr „Firman cxplicativ" als das geeignetste Auskunfts« Kittel ersHcinc», insofern sich derselbe einerseits mit der Iittcrprclalio» des ans den bisherigen Fcriuans abzuleitenden Rechtsverhältnisse in dcr Auffassung der Pforte 'Ucht mehr au den Vicclönig von Egyptcu, sondern an b>c cliluftäischc Mächte zu wenden, andererseits aber streng au das bestehende BcrtragSrccht anzulehnen hätte, wahrend dem Biccköuig sclbstucrstäudlich das Recht geehrt bliebe, eine dem Inhalt der früheren Fermanc U'ua nicht entsprechende und bereits erworbene Prwilc-9>cn fchmälcrndc Dcutuug — gleichfalls den Mächten Ncgcnübcr — zurückzuweisen. In einem solchen Vcr-!°hvcu würde freilich auch schon der Keim zu einer Con-lercuz uä jwo liegen, auf welcher, falls die betreffenden nermaue einer vcrschicdeucn Interpretation sähig sein sollten, schließlich die Mächte sich für die Berechtigung ^r einen oder der anderen Interpretation auszuspre-Heu hätten und damit zunächst eine moralische Pression ^rd, als derjenige, welcher aus den Beschlüssen des Ministe»rallies hervorgegangen ist. DaS Reichsgericht hat sich in der Sache dcs Bischofs Rüdiger für incompetent erklärt. Bekanntlich wollte dcr Prälat die dein Neligionsfonds als rechtmäßigem Besitzer zurückcrstatlelcn Nevcnuen dcr Güter Gaistcu und Glcinl rcvindizircu. Die Zustimmungserllällingen zu der Adresse des böhmischen Landtages mehren sich in außciordentlicher Weise. Einer jüuqst von den böhmischen Gcmcin-dcn erlassenen Cumulativadrcsse an daS Gcsammtmini-stcrium entnehmen wir füllende Stellen: „Tief beklagen müßten wil ls," heißt es da,in, „wenn mit den Gegnern dcr Verfassung üdtr dieselbe, über dcn großen Theil der Bevölkerung, dcr hinter ihr slcht, hinweg verhandelt, das constitutioncUe Leben unseres Vaterlos des wieder in Frage gestellt, und das kaum ncugcslüiktc Oesterreich abcrmuls dcn Gefahren und Wirren einer Sislirunaspolitik prcisae^cl'c», würde. Ticf bcllagc» müßtcu wir es, wem, die V^fassnna, die wir nicht in, leichten Kampfe errunaeu, g stürzt, wenn durch forlacfctzte Octroyirnngen das Itechtsbewußtsciu dcs Volkes, dcr Glaube an die Unucrletzlichkcil dcs Gesetzes, das Vcr-traucn auf die Zukunft Oesterreichs untergwbcu, vernichtet würde. — Mit tiefstem Schmerz crfüllt auch uus dcr politische Kampf, der Böhmcu durchwühlt und wir sind uns ganz tl.u dcr unbeilvollcn Folgen, die ihu begleiten. Allein wir sind auch fest überzeugt, daß Böhmen, losgerissen auS dem innigen Verbände mit dcm Reiche, wie er jetzt besteht, schwer gefährdet würde. Je liefer diese Uclierzeugnna in uns haftet, dcsto fester und trcner stehen wir znr Verfassung, wohl wissend, daß sie allein Oesterreich und mit Oesterreich auch Böhmen zum Heile führen werde. Nicht ein zerrissenes, in Atome zersetztes, nur ein cinigcs uud frcks Oesterreich qibt uns die Zuversicht, daß cS alle Schwierigkeiten, die sich ihm cntgc^enstcllcn, überwinden wird . . . Darum begrüßten wir die Adresse des böhmischen Landtages mit froher Zuversicht, ^ie bietet uns die Gewähr, daß derselbe cinstchcu weide für dic Staatsarnndgcsctzc, wie wir auch erwarten, daß die Männer, welche im Rathe dcr Krone sitzen, immer uud überall die Fahne jener Verfassung, welche sie selbst uns miterrungen haben, hochhalten wcrdcn." Zum dalmatinischen Ausstände wird dcr „Taaes^ presse" auS Tricst geschrieben: „Nach verläßlichen brief-üchen und mündlichen Mittheilungen macht sich in dei» slavischen Lescvcrciuen nud iu dcn andcrcu gesellschaftliche»» Kreisen der meisten dalmatmischen Städte ciue ''tarke Agitation für die Vereinigung DalmaticuS mit "em drcicinigcn Königreiche beinerlbar. Eine Deputation »nubhün^igcr ^iotable» aus Nagnsa, C^ltaro uud Zara »vill mit dem am 3. Deccmbcr hier eintreffe»»^»! Gipsen Ändrässy übcr diese Angelegenheit mündliche Rücksprache liftmen und auch schrifllich alisciuandersetzcn. dah dieser Anschluß erfolgen müsse, wenn Dalmatien gründlich deruhigt wcrdeu soll. Älit dcm letzten Lloyddampfcr ist a»ch dcr Senator Major Plamenae. dcssen Abreise von Triest nach Ätontcnegro ich vor drei Wochen mcldetc, von Ccltinjc hier cingelrofsrn. Er ist dcr Ucbcrliriuaer eines eigenhändigen Schreibens des Fürsten Nilita an Se. Majestät den Kaiser. Plamcnac versicherte gcstern u-tralität beobachtet habe und daß die gegeuthciligeu Beschuldigungen tendenziöse Lü^cn seien. — Der Kreis» ingenicur von Eattaro hat im Einverständnisse mit 5e,n dortigen d<»n Truppcnconnnandautcn zugetheilten Genie-Obnstcu die Baupläne der von Eastclmiovo nach Cat-laro führenden Heerstraße vorgelegt; sie werden in Hara geprüft und der Van soll schon aufaugs December in Angriff acnommcn werden. Die Wege von Risano »mch Ccrkoicc und nach Ledenicc wcrdcn von den Pionniercu praklicabcl geinacht, uud, wie schon ge« lncldct, befestigt. Die „Französische Corrcspondcnz" bringt einige Details übcr den Empfana dcs Kaisers Napolcou in den frauzösischcu Kammciii. Dcr Kaiser wurde von dem diesmal zahlreicher als sonst anweseliden officiellen und nicht officicllcn Pnblicum s'hr warm empfange», nnd man lonnlc rccht wohl erkennen, daß die großc Mchr-heit dcS Auditoriums diesmal noch stärker alö gewöhnlich daS Bedmfniß fühlte, ihren dyi'astischcn Gesinnungen ^!uft zu machen. So mnß auch constalirt werden, daß stleich in dc»n zweiten Paragraphe der Thronrede nach dcn W^ten: „Frankreich will dic Freiheit, aber mit dcr Ordnung," in welchen spccicll die Mitlclpartci ihr Losungswort wieder crkanntc, ein stürmischer Bei- sl'llilll'llill. Vin /lnnililnromlln aus >m 17. Jahr-hundert.* (4. Fortschung.) Die Journale, welche Penelope zweimal wöchentlich ^i'elt, erfüllten fie mit Angst. Sie erwartete mit Nu-^uld dcn Tag. wo die Sache dcr Religion uud Frci ^t gerächt wcrdcn würde. Dicse giühcndc Theilnahme an .^" Politischen Ereignissen licß sie fast ihre cigcncn Prü-^"lcieu vergessen. N>ä,ls halte unö jedoch auf dcu Brief ^bereitet, welcher hier folgt: Highbury 1^. Juni 1665. 2,. „Theuerste Frances! Warum waren Sie nicht hier. ^e hätten mit mir die Ehre getheilt, den großherzigen ^lnzen zu empfangen, der sei» Leben auf's Spiel setzen ^, um dic Gesetze dcs Bandes und unsere kostbare Re-^^°u zu retten. Uebrigcuö werdeu Sie ihn» bald selbst zu-^ ^>l, wenn er Sie von den» papistischcu Usurpator, wel-^Ü'Eie zu dienen genöthigt sind, befreit habcu wird. Ich /^ nichts dcstuweniger, Ihuen von einigem slutzeu gc-h,^" zu sei,,, denn unser gnädiger Couvcrciu hat kord '.^' ersucht, dic Namcu, lvelche ich ihm bczeichueu würde, ^^cichue»,. !g 6s war am 17. d. M.; M. Aasildon hatte sich nach ^"H zum Vischofe begeben. Ich hatte soeben an seiner " Der Roman begann i»r Nr, 270. Stelle die Abendgebete gesprochen, als ein Cavalier sich anmelden ließ. Zu meiner großen Verwunderung erkannte ich M. Holroyd, den wir einst oft bei unserer Großuiutter gesehen hatten. Er hatte mich zu sprechen verlangt, uachde»n man ihn vou der Abwesenheit des Sir Thomas benachrichtigt hatte. Er war vorausgeeilt, sobald die Marschroute der Armee festgestellt worden war, um, wie er mir sagte, die Enkelin seiner chrcnwerthcu Freundin, Frau Blactmore, zu beruhigen. Er versprach mir, daß wir leine Belästigung zu fürchten haben würden, weim ich das Schloß schließen und meinen Leuten Gcleitscheine geben wolle, welche er bereit sei, für mich zu schreiben. Er forderte mich auch auf, reichliche Vorräthe in das Dorf zu fchicten, um die ermüdeten Truppen zu stärken. Ich begriff endlich, daß die Landung des Herzogs von Monmouth " frohe Wirklichkeit sei, und daß die Bevölkerung sich um ihn schaarc, entzückt ei»,en Vertheidiger des wahren protestantischen Glaubens gesunde», zu haben. Die glühendsten Anhäuger deS göttlichen Rechts, Sir Thomas selbst, werden für die Sache des Herzogs oder vielmehr des Königs, — denn M. Holroyd versichert mich, daß die Heirat Karl's II. mit Mademoiselle Waters unwidorleglich bewiese» sei — gewonnen werden. Die Torygrundsätzc des Sir Thomas sind wohlbekannt und unser ergebener Freund war herbei geeilt, um uns aus der Verlegenheit zu ziehen. * dcr iialitrliche Sohn Ka,l's II. „lit Lucy WatcrS, macht?, als Jacob 1l. auf den Thron Klangt war, 'Aosprilchc cm! dc»' srllicn, mid laudotc II. Iliüi 1 bieier zu schaden, unser festliche Empfang dazu beitragen würde, ihn wieder in Gnaden aufgenommen zu sehen, da heiterte sich sein Gesicht auf uud er machte sich fröhlich an's Werk, und erbot sich sogar, die Glocken läuten zu 2028 fallsauslxuch erfolgte, wic man ihn in den letzte» sechs Iahrci, bci der nümlicheu Gelegenheit niemals gehört zu haben sich cnlsinnt. Dic Urtheile der französischen Presse iiber die Thronrede lauten sehr abweichend. Herr Girardm schreibt in der „Libert«" : Dic Nede, welche der Kaiser heilte «ehalten hat, macht dm Anspruch, der Ausdruck des ..Willens des Landes" zu sein. Ist sie das wirklich? Eine erste und sehr flüchtige Durchlcsnng macht auf uns nicht diesen Eindruck, und es ist zweifelhaft, daß eine reifliche Prü' fuug ihr Mistiger sein könnte. Die Gemeinplätze über die Ordnung mit der Freiheit, statt der Ordnung durch dic ssrcihcit sind abgenützt, abgenützter selbst als die alten Münzen, welche znr Umschmclzung verurthcilt werden. Es wäre Zeit, daß eine neue Politik cine min' der veraltete Sprach«: führte. Die Logik hat noch einmal bewiesen, daß man sie nicht so leicht verletzen lcmn, wie man die Freiheit verletzt; denn es ist die vertagte Session, mithin das Ende einer Session, welches heute mit der kaiserlichen Ncdc eröffnet worden ist! Trauriges Gcsländniß der Dürftigkeit unserer Politik! Sie fand nach Außen nichts zu rühmen, als die Abschaffung der Stlaocrci durch die Vereinigten Staaten, der Leibeigenschaft durch Rußland, der anglikanischen Kirche in Ir-, land durch England, die Verbindung des Mittclmeercs und des Rothen Meeres durch eine Eommandite und endlich den Zusammentritt des Concils in Rom. Nicht e i n Act. aus dem sich Frankreich mit Recht einen Rnhm hätte machen können. Dagegen bemerkt „La Presse": Keine Klage um die Vergangenheit, kein Gedanke an eine Umkehr gibt sich in den Worten des Kaisers zu erkeuuen. Die Annahme des constitutioucllen Regimes ist klar, deutlich und ohne die geringste Zweideutigkeit ausgesprochen. Die Gesinnungen, welche die Rede eingegeben haben, sind unstreitig liberal; es ist offenbar, daß der Kaiser Alles, was seine Minister für angemessen hielten, willig zugestanden hat. und daß er auch andere Reformen nicht zurückgewiesen hätte, wenn man sie von ihm begehrt Hütte. Für die „Gazette de France" liegt der Grundgedanke der ganzen Rede in den Worten: „Für die Ordnung stehe ich ein: helfen Sie mir, meine Herren, die Freiheil zu retten:" Indem der Kaiser, bemerkt Herr Ianicot sehr scharf-fining, sich vorsetzt, die Freiheit zn retten, bevor sie noch gegründet ist, enthüllt er den Gang seiner Ideen. Im Jahre 1852 hat er sich Frankreich als Retter der Ordnung vorgestellt; jetzt möchte er den Fall umkehren und im Jahre 1869 die Freiheit retten. Dieses beständige Trachten, ein rettender Souverän zu sein, ist bezeichnend : .nan erwartete etwas anderes von dein, der da begann: „Die Lage erfordert mehr als je Frcimnth und Entschlossenheit." Die Wahrheit ist. daß wir den vom Kaiser begangenen Fehler seiner persönlichen, trotz aller Warnungen und Rathschläge zur Ausführung gebrachten Politik, die abnorme Lage der Gegenwart, die Reuolu-tion, daS allgemeine Unbehagen verdanken, dan sein System administrativen Drucks an der Unfruchtbarkeit unserer Staatsmänner Schuld ist, uud daß sciu beständiges Mißtrauen gegen die bedeutendsten Männer des Landes die große Partei der Ordnnng verhindert hat, organi-sirt zu bleiben und vertreten zu sein. Seine überraschenden Decrcte sind es, welche die Interessen unseres Handels umgeworfen haben, seine höchsteigenen Pläne, welche unseren Einfluß in Amerika wie in Italien geschwächt und unser Ucbergcwicht in Europa eingeschränkt haben. Wir wollen in diesem Angcnblick nicht rccriminircn, aber wir können unser Erslanncn darüber nicht verhehlen, wenn der Kaiser davon spricht, die Freiheit zu retten und die Gesellschaft gegen die Revolution zu beschützen, da doch im Gegentheil das Land über die persönliche Regierung triumphirt uud sie gezwungen hat, auf ihre für die Größe und das Gedeihen Frankreichs so unheilvollen Entwürfe zu verzichten. . . . Diese Rede wird, wie wir glauben, eine große Enttäuschung dem Publicum bereiten, welches offenbar etwas anderes von einem Souverän erwartete, der Frankreich seit 18 Jahren regiert und noch vor drei Jahren sagte, daß er nur vor Gott, seinem Gewissen und der Nachwelt verantwortlich sei. DaS „I. de St, Pctersbourg" macht auf die interessante Thatsache aufmerksam, daß gelegentlich der Er» öffnung dcS Sucz-Canals ein Ercigniß hervorgetreten ist. welches in Bezug auf die Schifföblnitnnst die Ueber-legcuhcit Frankreichs über England auch auf diesem Gebiete constatirtc. Die Dampfer nämlich, welche die hohen Gäste durch die neue Wasserstraße führten, entwickelten dabei die größte Rivalität im Schncllscgcln. Bisher galt die iu England gebaute, vom Vieckvnig dem Sultan zum Geschenk gemachte Hacht „Sultanieh" für das schnellste der exislircndcn Schiffe in Europa. Jetzt nehme diese Macht nnr noch dcu drittcu Rang ein, indem sie während der Ucbcrsahrt von der „Aigle," die nur mit mitlerer Schnelligkeit segelte, besiegt wurde, da dies Schiff um vier Stunden früher als die „Sultanieh" in Egyfttcn ankam. Aber die „Aiglc" ihrerseits wnrdc wieder von der neuen Jacht des Kaisers Napo lcon „Girondclle" besiegt, indem die letztere die größte l'isher nicht erreichte Schnelligkeit, nämlich 15 Knoten in der Stunde, mit Leichtigkeit entwickelte. Dic erste Verhandlung vor dem österreichischen Reichsgericht. Wien, 30' November. Im großen Sitzungssaale der nicderöstcrrcichischcn Statlhaltcrei versammelte sich gestern zum ersten Male das Reichsgericht, um in einer Eompctcuzstreitigkeit sein Verdict zu fülle«. Den Vorsitz führte Freiherr v. Kraus; Referent war Freiherr v. Hye; als Richter fungirtcu: Hofratl, Professor Unger, Hofrath v. Apfaltern, Staatsralh Baron Holzgelhan, Reichsrath Dr. Ziemiallowsli, Bürgermeister (Brunn) Dr. Olt, Hcrrcnhausmitglied Fürst Czartorysti. Handclsgcrichtsfträsident Dr. Mcrkl, Professor Habictinct nnd Oberlandcsgcrichtslath (in Pension) Dr. Stcyrer; als Schriftführer: Scctionsrath Doctor Kautziani. Der Fall der Streitsache war sehr einfacher Natur. Herr Adalbert Müller anö Ledec leistete vom Itcn Juli bis 18. August 1860 Vorspannbdicnstc, wie er behauptete, auf Grundlage eines Privatoertragcs mit der Gemeinde Lcdcc; wie die Gemeinde behauptet, in Erfüllung seiner Pflicht. Da Herr Müller der böhmi sche» Stallhalterci gegenüber sich zu einem Haupteide el bötig machte, daß er aus Grundlage eines Prioat-rcchtsvcrhällnisscs den Vorspann leistete, ergibt sich nun die Frage, ob in der ganzen Angelegenheit in viel größerem Maße die Entscheidung, wer Vorspannspflicht zu leisten habe, richtig sei, oder die Entscheidung, ob ein Vertrag, daher ein Privatrcchtsvcrhältniß vorliege oder nicht. Das Oberlandcsgcricht in Prag, der oberste Gerichtshof und das Justizministerium bchanptcn, daß dic Entscheidung über ein ftrivalrcchtlichcs Verhältniß Sache der Justizbehörden sein müsse, die böhmische Statthalterci und das Landesvcrtheidiguugsministcrium dagegen, daß die Frage der VorspannSlcistuug ans administrativem Wege erledigt werden müsse. Die Sache kam nun vor daS Reichsgericht. Der Vertreter des Privatklägers Dr. Lichtenstcrn arguimütirle, daß staats- und privatrcchiliche Fragen des öftcrn mit einander verwickelt sind, und daß es hier immer darauf ankomme, ob die staatsrechtlichen Wirkungen auf praktischem Gebiete sich zeigen oder nicht: im ersten Falle müßten die Justizbehörden den politischen bci der Enlschcidnng des streitigen Gegenstandes das Feld ränmcu, im letztcreu Falle dagegen (nnd der jetzige sei ein solcher) sei das privatrechtlichc Verhältniß das überwiegende, die Entschcidnng daher lediglich in die Com-pctcnz der Instiz fallend. Der Vertreter des Landeöuerthcidiguugsministerinins u. Pfungcn, bcrnft fich anf cin Gefctz vom 15. Jänner 1849 und erwähnt, daß znr Vorspannslcistung jeder, der Pferde und Wagen habe, verpflichtet sei; zudem seien viele Fälle wic die gegenwärtigen zur Enlscheidumi gelangt, und der oberste Gerichtshof habe fic alle, biS anf den vorliegenden, an die administrative Behörde verwiesen ; er müssc zndem den Grnndsatz vollkommen aufrecht erhalten, daß in der Frage, wcr Vorspann zu leisten habe nnd wic dieselbe zn leisten sei, nur die Vcl' waltungSbehördcn entscheiden müssen. Nach einer kurzen Replik deß Vertreters dcS Pl>' vatklägciS zieht sich dis Reichsgericht zur Berathung jzurück. Nach cinstündiaer Berathung erkannte das Reichs gcricht zu Rccht, daß zur Verhandlung nnd Entscheidung ldcr von Adalbert Müller cii'gcbiachten Klage die M' richte compete»! sind, weil die Entscheidung darübci-, ob ein Vertrag bestekt oder nicht, blos dcu Gerichten z^ stehe und der Kläger von allem Anfange den Bestaub eines Pliuatvcttlages behauptete. Der Dergwerkblielrieb Krams im Jahre 1867. x. Ergebnisse der gesammten Production. Die g^ sammle Bergwerks ' Production von Kiain halte >lN ^ah,e 1867 einen Werth von 2.252.516 fi. 76 tr., wovon auf: Erze .... 1,036.646 fi. 28 V« lr>, „ Kohlen . . . 306.231 „ l!'/« "' Hütlenprodnctc . 909.639 „ 36 entfiele». Im Gc^cnhalte zum Vorjahre ergibt sich dah^ eine Wcilhzunahmc nm 824,176 fl. 69 k>'., an welch" sich mehr oder weniger alle Montanwerke belheiliatt^ wic es aus der frühereu Darstellung der einzclucn P'^ duclio»ö°Zwcigc deutlicher hervorgeht. Schlägt man von der Gcsammlsumme der Elzl"' gung den anf die Erze entfallenden Werth ab, welll^ sich größtci'thcils in d>r Hütte» - Production wiederhol so erhält man nahezn den Werth der GcsammtProdll^ tion mit 1,215.870 fl., da hicrzn noch der Wnth dcl mit Jahresschlüsse verbliebenen Erzvorräthi zu rcch"^ käme. Vergleicht man ferner diese Snmmc mit dcr >'" Gcqciislandöjahrc verwendeten Alb?iterzahl (2.331)/ " entfällt auf cinen Arbeiter die Quote von 5)21 ft. 61 ^ vcr Jahr. somit um 23 fl. 21, kr. mehr als im 2)<" jähre; cin Rcsult^t, waches zu den günstigsten neti^ die iu dem 7jähri^cn Zeiträume von 1861 bis 1^ sich herausstellten; denn diese Quote betrug: lassen, wie zur Zeit der ersten Restauration. Ich habe die feste Ueberzeugung, daß die, welche sich gegenwärtig vorbereitet, ruhmvoller für das Land sein wird. Wir hatten volle Zeit, uns nach dieser Aufregung zu beruhigen. Ich kleidete die kleinen Mädchen des Gemeindevorstehers und des Hofmeisters iu Weiß und beauftragte sie, Blumen auf den Weg des Herzogs zu streuen. Ich legte bci dieser Veranlassung mein Trauergewand ab, und schmückte mich mit dem blauen, silberverzierten Kleide, in welchem Sie mich einst so gerne sahen. Die Glocken setzten sich erst gegen 4 Uhr in Bewegung, und ihre Klänge vermischten sich mit den heiteren Fanfaren, welche den Herzog, unsern legitimen Souverän, ankündigten. Er zog in den Ehrenhof ein, begleitet vou Lord Grey, M. Fletcher de Saltone, M. Hvlroyd und anderen Edelleuten. Ich erwartete ihn an der großen Treppe in der .Mitte meiner Frauen, während die Männer auf beiden Seiten des Hofes Spalier bildeten; die kleinen Mädchen lehnten au der Balustrade und der alte HaMt stand bereit, dem Herzoge das Pferd zu hallen. Die Hurrahs meiner Lenle waren unglücklicherweise sehr wenig enthusiastisch und das wiuhcnde Gebell Nockwoods, der enormen Dogge des Sir Thomas, machte diesclbcu fast ganz unhor-bar. Dieses Thier ist nicht böse, eS fällt gewöhnlich nur Bettler und Landstreicher au; an diesem Tage aber schien er es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, mich mit Schande zu bedecken; seit der Nacht meiueö Uugluckes hatte ich ihn niemals wieder so bellen u»d heulen gehört. Er war wahrhaft wüthend, und wenn die Knechte ihn nicht zurückgehalten hätten, so glaube ich, daß er sich auf den Herzog gestürzt hätte, als Se. Hoheit mich aufhob und auf die Stirne küßte. Die Schüchternheit der Kinder machte dieselben so linkisch, daß sie ihre Blumen, anstatt sie zu seinen Füßen zn strencn, ihm fast zum Kopfe warfen; eine ungeheuere Lilie traf ihn auf die Wange und ließ dort einen langen gelben Flecken zurück. Der Herzog nahn« alle diese widrigen Zufälle mit einer gnädigen Heiterkeit auf, die mich an das erinnerte, was ich von seinem Vater, dem Könige, erzählen gehört habe. Er sieht ihm sehr ähnlich, obschon Karl II. niemals so schön gewesen ist. Er halle niemals mit mir gesprochen, aber mit jenem sichern uud schnellen Gedächtniß, welches das Privilegium dcr Könige lst, erinnerte er sich, mich einst gesehen zu haben, erkundigte sich nach Ihuen und sagte mir, daß er der Sympathien des Obersten Chet-wynd gewiß sei, obschon ein Ehrenpunkt, welchen er mehr als irgend Jemand achte, ihn wahrscheinlich abhalte, sich zu seinen Gunsten zu erklären. Der Herzog sprach darauf mit tiefer Dankbarkeit von der besondern Gnade, welche ihm der Himmel unter den Augen des Volles nach seiner Landung' erwiesen habe. Er ist von einer tiefen Frömmigkeit, dem protestantischen Glauben aufrichtig ergeben, und ich zweifle nicht, daß die göttliche Gnade sowohl als die Natur ihn dazu bestimmt haben, den Thron einzunehmen, den er heute reclamirt. Ich hätte Ihnen noch VielcS zu erzählen, aber die Zeit drängt. Er ist so zuvorkommend, so gnädig! Urtheilen Sie selbst: Er nöthigte mich, meinen Platz am obersten Ende der Tafel einzuuchmcu, setzte sich an meine rechte Seite und sprach von den Angelegenheiten des Bandes mit der liebenswürdigsten Vertraulichkeit. Die Malzeit wurde sehr rasch eingeuommeu, denn er wollte die Erwartung dcr guten Leute von Taunton nicht täuschen; aber vor seiner Abreise versprach er mir seinen Schutz und seine Gunst für meinen Gatten, meinen Vater und "' Obrist. Die Beweise der Legitimität seiner Geburt las!^ keinen Zweifel übrig, und wir können bessere Tage " nnser Vaterland hoffen. Ich bin glücklich in dem Oedc»^ kcn, daß kein Engländer von Herz es wagen wird, se"' Degen gegen den Sohn seiner Könige zu ziehen. ^,^ ich zweifle nicht daran, wird ein friedliches Uebercinkow"'^ den Thron dem legitimen Erben geben und wir w" ^ keine blutigen Kämpfe zu beklagen haben. . ^ Der Diener, welcher Ihnen diesen Brief nberb"^ wird, hat auch ein Billet an meinen Gatten zu iiberge' ' in welchem ich ihn von den freundlichen Absichten . Königs in Bezug auf ihn in Kenntniß setze. Er bal ',' anf das gnädigste versichert, daß die Person und dle ^ ^ des Sir Danverö vollständig sicher sein würden, ""'l ^ sich keine Handlung offenen Widerstandes zu Schulden n mcn lasse. Ich kann also hoffen, daß ich einmal "' "'" ^ Leben für elwaö gut gewesm bin. Ich bitte den H"» . Sie zu segneu, Sie und alle Jene, die Sie lieben, ich bleibe für immer ihre Sie liebende Schwester Penelope. Wir konnten das Billet, von wclchcm die Ncdc ,^ nicht finden, allcr Wahrscheinlichkeit nach tan, cö ^ mals an seine Adresse. Zwei Tage darauf "." c" ThomS nach Highbury zurück in dcr auaenschclm ^ Msicht. seine Pächter für dic Armee dcS Kö"«s,s ^ . zu recrutircn. dcr sich auf dic Schlacht von Scdg" vorbereitete. (Fortsetzung folgt.) 2023 im Jahre 1861.......482.3 st. .. „ 1862 -.....473.4 .. .. .. !863......527 1 .. „ .. 1864......l)l3.4 ., .. ,. 1805......490 .. „ ,. I860......498.4 .. .. „ 186?......521 6 „ Es würde sich diese Quote für das Jahr 1867 noch höher sl'llen, und vielleicht auch dic vom Jahre M'.3 und 1864 überragen, wenn dcr Werth der aus dcr Er^ugnng dcs Jahres 1867 ucrbrauchlcn (5rz< und Hal^piodnctcu-Vorrälhc uon Idria bekannt und dcm tichlig gestellten Prodnctiuns Werthe von 1,215.870 fl. znMcchlltt wordc» »uäre. Unter Annahme aUer Pio-düctcmliellhc ,», Abtrage von 2,2i)2 516 fl. würde sich lilr den Arbntcr sogar die Quote auf 966 fl. 92 lr. berechnen, was über jedenfalls dcr wirllichcu Produc-tion^quote weniger rahe käme, als obiger Ausat) mit 521 ft 6 lr. Anders vcihält eö sich mit der letzt' jährigen, bebrütend erhöhten Erz» und Melallgewinnung 'li Idria für sich allein bet, achtet, denn es ergibt sich für dieses Mtallivcrk selbst, nnr mit Berücksichtigung des HlitttnprotmctcnwcillicS von 592,475 ft.. für den Aibcttcr eine Quote von 826 si. 32 kr., welche bci Anrechnung der nicht verhütteten, im Vorrathc verolie« bcücn Erze der Erzeugung des Jahres 1867 sicher auf 1.000 fi. nnd darüber sich steigern würde; ein außer-^wohnliches Nesullat, das nicht bloö in dcr vcrstälttcn Quecksilbererzeligung, sonder» auch in dem AuSbaue ßrößcrcr und reicherer Erzmeugen beruht. Bcrgwerksabgabcn. Die Gcsammlsnmme der für das Jahr 1867 in'Krain bemessenci, Maßen- nnd Frei-schnrfgcbnhrcn beträgt 2.085 fl. 68'5 tr., wovon auf nstcre 1.805 fi. 68.5 lr., auf letztere 280 st. entfallen. Im Be«gliche zum Vo, jähre 1866 ergibt sich somit li» ?lnsfall von 1.398 fi. 39'5 kr., dcr nicht sowot,l i» dcr Abnahme der Zahl dcr Frcischürfe und Berg. Wcrlsmaßcn, als vielmehr in dcm Umstände beruht, daß >nm fäminlliche Montanwerke das ganze Jahr 1867 hindurch an der Begünstigung dcr mit allerhöchster Ei'lschlicßnnq vom 29. März 1866 ausgesprochenen Steuerermäßigung thcilncchmcn. Getrachtet man die Abnahme des Erlrägnisscs an Belglmrtöabgabcn vom Jahre 1861 an, wo noch ungeschmälert die Verlohne von den Montanwerken ein-lichobcu wuidc, bis zum Gegenslandsjahre 1867, so e>'a,ibt sich die nachstehende Uebersicht für den ganzcl, Äintsbrzilt der Laibachcr Vcrglianplmannschlift, d, i. für itram und Küstenland zusammen: Bcrgfrohne Maßeugcbilhren Freischursgebuhren UN I. 1861 24 603 fi. 59 5 kr. 3.685 00 ft. — ft. .. ., 1862 19.586 .. 2>5 „ 3.175'84 .. 1380 „ , 1863 - „ 4.47954 „ 2.720 „ . , 1864 - „ 3.230 94 , 1.970 .. .. , 1865 - „ 3.07702 , 2.430 .. .. ., 1866 - .. 2.566 45 .. 1.962 .. .. .. 1867 — .. 1.91055 .. 567 „ Hierbei erscheint das Jahr 1867 als jenes, in lvclchem die die Steuerlast dcs Bergbaues erleichlerndcn Gcsctzc vom Ial,rc 1862 und 1866 in ihrem ganzen Umfange zur Geltung kain, und wodnrch dieses Jahr ^r daO Stcucrciiikommen als das umui,,sligste, für den ^ngbandet! icl) jedoch als das günstigste sich charatlerisirt. Wenn übrigens das Stcuerergebniß dieses Jahres "nch obiger Zusammenstellung als das ungünstigste bc-^ichnct wild, nilt dieses nur von den älteren uno neuern eigentlichen Gergwerlsabgaben, der Gcrgfivhne, den "?nßcn - und Frcischnrfgebührcn; dcnn wollte man die Einkommensteuer, welche mit Gesetz vom 28. April 1862 U" dic Stcllc der Berafrohnc getreten ist, hier einbc ^l>u, so würde das Jahr 1867 eben des verstärkten ^clricbcö wegen das letzte complete Frohnsjahr 1861 lvcit überragen, da auf Grund dcr letztjährigcn Bctricbs-^fllllate bei den beiden Montanwerken Idria und Sagor °l>cin der stcuerpftichligc Reinertrag üdcr 500.000 fi. "etlägt, somit zu 5 Percent mindestens ein Einkommen« llklicr-Erlrägniß von 25,000 ft. abwitft, eine hohe ^ttticrsnmme, welche aber im Verhältniß zur Ertrags-Wgkcit dcr desteuccten Objecte steht, und milhin nicht ^"billig und drückend erscheint, was bei der alten Bcrg° llohne in so hohcm Maße der Fall war, Mgesneuistkeiten. — (Personal-Nachricht.) Am 29. v. Mts. ^urde in Frankfurt am Main der Nestor dcr dortigen MMndlerschaft, I. D. Sauerläuder, zu Grabe getragen, ^borcu im Jahre 1788, überlebte er den berühmtesten ächter, der seinem Verlag angehörte, Fr. Rückcrt, noch ^ einige Jahre. Auch W. O. v. Horn's meiste Werke ,^'ilen aus seinem Verlag hervor, unter ihucn die bekannte ^töthümliche „Spinnstube." Mit ihm scheidet dcr letzte ^Urctcr jener Zeit, in der Frankfurt noch eine Bedeutung ' l den Büchermarkt hatte. y ^-(Beerdigung auf dem Kriegsschauplätze.) v "s Cattaro, 24. November, wird gemeldet: Heute wur-^u hier die Leichen der vier bei Zagvozdak gefallenen Of-!!""e des Regimentes Albrecht zur (5rde bestattet. Die ^chcn >varen furchtbar verstümmelt. Major Iritsch hatte 5?.,Hals dnrschuitlen. Diese Operation war, wie dessen l^wciersoicner erzählt, der ihn als Verwundeten mit sich ^epven wollte, beim Heranrücken von Insurgenten aber verlassen mußte, an dem uoch Lebenden und Wehrlosen vollzogen worden. An Overlieuleuaut Urbinovies' Leiche fehlten Nase, Lippen und Kinn, desgleichen der übrigen zwei Officiere. Die Leichen warcu auf Wunsch des Officiers-corps vom Regimente Albrecht hierhergebracht worden, um zusammen mit den bereits beerdigten Oberlieutenant Riuek uud Hauptmann Naschte in eine Gruft gelegt und mit einem entsprechenden Grabdenkmal versehen zu werden. Die Witwe des Major Fritsch, eine junge, liebenswürdige Dame vo« 25 Jahren, ist mit ihrem Kinde bereits zu ihren Eltern nach Wieu zurückgekehrt. — (Vorschußfouds fürk. k. Officiere.) Fürst Johann v. Lichtenstein hat zu dem vom Erzherzoge Albrecht gegründeten Vorschußfonds für l. k. Officiere den Betrag von 10.000 st. ö. W. gespendet. — (Ein falscher Priester) ist, wie ein Wiener Blatt mittheilt, über Anzeige des Grazer fürstbischöflichcn Ordinariates verhaftet worden. Es ist dies em ehemaliger Aardicrgchilfe und gewesener Marqueur aus Oderzo bei Treviso, Namens Jakob Manarini. Er gab sich für einen Priester aus, ist als solcher gekleidet, mit der Tonsur versehen und hat in Görz, Laibach und anderen Orten die Messe gelesen. Er ist mit einem falschen Retsepasse und anderen gefälschten Documculen verschen. Er gesteht ein, nur aus Gewinnsucht den Charakter eine« Geistlichen an-genommeu und als solcher sein Leben gefristet zu haben. Er befand sich früher als Novize in einem Dominicanerkloster und im Grazer Barmherzigen-Convente. — (Ominös.) Aus Vudweis, 26. November, wird der „Boh." erzählt: Vorgestern setzte sich ein hiesiger Ge« werbsmann mit seinen Angehörigen Mittags zu Tische. Mit dem Zerlegen des Fleisches beschäftigt, richtete er plötzlich das Gesicht zur Zimmerthur und rief mit lauter Stimme „Herein!" Als nun Niemand ins Zimmer trat, wieder-holte er denselben Nnf. Auf die Bemerkung der Angehörigen, daß ja lein Klopfen hörbar sei, erwiderte er, es "Mo Jemand au die Thür klopfen, wobei er aufstand und zum dritten male mit starker Stimme „Herein" rief. In demselben Momente aber stürzte er, vom Schlage getroffen, todt zu Boden. Der in den besten Jahren stehende Ge-werbsmann, ein Nagelschmied, welcher sich einer kräftigen Körperconstitution erfreute und in lustiger Gesellschaft öfter einen Eimer Bier oder 18 bis 20 Seilet Wein vom Flecke weg austrant, hatte dem Tode „Herein" gerufen. — (Rache eines Branntweinbruders.)Wie ans Krems unterm 29. v. M. gemeldet wird, befindet sich das sonst so harmlose Städtchen in Folge des nachstehenden Ereignisses in nicht geringer Ausregung. Der Maurergeselle Johann Kieuast, ein übelbcrüchtigtcs Individuum, lrug nämlich der Brannlweiuschänkerin Weißmayer schon längere Zeit einen Haß nach, weil sie ihm nicht auf Borg geben wollte. Sonntag Nachmittags kam Kienast wieder in das Schautlorale und ließ sich um fünf Kreuzer Schnaps geben. Nachdem er etwas davon getrunken hatte, verehrte er der Frau Weißmaycr einen Schluck aus dcm Fläschchen. Diese trank arglos davon, es dauerte aber kaum eine Minute, so fiel sie wie leblos zusammen und niußte in ihre Wohnung gelragen werden. Die herbeigerufenen Aerzte con-statiren eine Vcrgifluug, da sämmtliche Symptome darauf schließen ließen. Alls Anordnung des Kreisgerichtes wurde Kienast alliogleich gesanglich eingezogen; derselbe hat sein Verbrechen auch bereits eingestanden. Welches Gift uud woher er dasselbe genommen, wird die Untersuchuug lehren, die eifrig betrieben wird. Frau Wcißmayer schwebt in Todesgefahr. — (Der Vcfuv) ist seitdem 28. November wieder in Thätigkeit und stößt weiße, mit Asche vermischte Rauch' wollen aus. — (Das Suezcanal-Denkmal.) Den griechischen Text der vielsprachigen Inschrift zum Suezcanal-Denlmal hat, von Paris aus dazu beauftragt, der ?rol68-»or oloyuoiltiao an der Leipziger Universität und Mit-director des philologischen Seminars, Dr. Rheinhold Klotz, verfaßt. Der Tert lalltet wörtlich: „Im Jahre der Hegira 1262 (1866) unter der ruhmvollen Regicruug des erhabenen Padischah Abd^ Azis Chan, Kaisers dcr Os-mancn, und unter der nieisen Regierung oes hohen Ismael-Pascha, Vicetönigs von ltzgypten, ist dieses Denkmal errichtet worden, um das Anden ten zu verewigen an die Gründung des Canals von Suez, der bestimmt ist, die Völker Europa's uud Asieuö näher zu bringe,,, die Handelsbeziehungen zu erweitern, die wohlthätigen Errungenschaften der Civilisation zu befördern, und die innigere Vereinigung aller Glieder der mcnschli cheu Familie z« begünstigen. Dieses große Wert des Fl.icdcns verdankt seine Entstehung der mulhvollcn Eutschlos senheit des Herrn Ferdinand v. Lessepö, uud ist ausgeführt worden unter der Mitwirkung der bedeutendsten maritt'zicn Nationen, unter dcm Schutze des Kaisers dcr Franzosen." — (Von der englische» Marine.) Das neue furchtbare Krie^sfahrzcug, welches der englische Marine-minister in sei'.,er Budgctrede ankündigte, ist seit einigen Tagen in Angriff genommen worden. Der Minister selbst war bei der Ceremonie zugegen. Wie vor einiger Zeit bei Gelegenheit der Flottenübuugcn hervorgehoben wurde, ha> man lange zwischen Breilscit- und Thurmschiffen geschwankt. Die einen empfehlen sich als besonders seetüchtig, dagegen sind die a äderen im Kampfe, namentlich bei stürmischem Wetter, »weitaus vorzuziehen. Das Thurmschiff ist im Stande, 'oeu ganzen Horizont zu bestrcichen, dafür gehen ihm aber au'ch Masten und Segel ab und es ist lediglich auf Dampf angewiesen, mit anderen Worten: es ist hilftos, sobald ihm die Kohlen ausgehen. Trotz dieses großen Nachtheiles hat man sich entschlossen, das Thurmschiff als Model für die Zutuuft zu adoptiren und die „Devastation," das neue Fahrzeug, gehört zu dieser Classe, wird aber mit einem Kohlenvorralh von drei Wochen ausgerüstet werden. Die Defensivstärke des Schiffes wird alles bis dahin Dagewesene übertreffen und die Wand soll aus einem Panzer aus Teakholz und Eisen von fast drei Fuß Dicke bestehen und, wie es heißt, siebenmal so stark sein, als die des „Warrior." Was die Armatur anbelangt, so steht dieselbe mit dem Panzer in Verhältniß. Das Schiff wird zwei Thürme und auf jedem Thurme zwei Geschütze von 30 Tonnen Gewicht tragen, die ein Geschoß von 600 Pfuud schleudern. Obschon man nach solchen Angaben auf ein im Allgemeinen gewaltig schweres Fahrzeug schließen sollte, wird der Touneniuhalt nicht größer als 4400 Tonnen sein, während der vorerwähnte „Warrior" sowohl, wie dcr „Minotaur" über 6000 Tonnen hinausgehen. Die Kosten für letztere beiden Schiffe belaufen sich dabei auf je 360.009 Lire, während die „Devastation" nur auf 290.000 Lire zu stehen kommt. Das eiserne Schiff „Achilles" hat, beiläufig bemerkt, auf eiuem Regierungswerft 450.000 Lire ge« kostet. Auch insofern wird die „Devastation" vor den Breitseitschiffen etwas Bedeutendes voraushaben, als ihre Bemannung nur 250 Mann beträgt, jene aber wenigstens 650 Köpfe haben müssen. Da das Thurmschiff nebenbei auch durchaus bewohnbar sein soll und eine Schnelligkeit von 13 Meilen die Stunde erreichen wird, so dürfte es sich als ein werthvoller Zuwachs für die Marine beweisen. In Pembroke soll denmächst ein Schwesterschisf des „Thunderer" erbaut werden. - (Bestgabc an die Filrslin vou Rumänien.) Mail schreibt cms Bukarest: „Vielleicht diirsteu die Leseriinie» die näheren Details betreff des Diadems und des nimämschei, Mtioual-costiimeö intercssiren, welches dic Stadt Bukarest der Filrstin bei i!,rer Ankunft als Ehrengabe hat überreichen lassen. Das Diadem ist aus der Wertstatt dcS Herrn Veangraild in Paris hervorgegangen nnd silr dm Preii« von 107.0(10 Franlen strlanft worden. Den oberen Nand dcS Diadems bilden 17 birnenfürmige Perlen, dcr Grüße nach auf- und absteigend, derart, daß die mittlere die glößte ist. In der zweiten Reihe befinden sich 17 ü ^um- gefaßte Solitaire von der schönsten Reinheit, von denen der miltlere in Grosic einer- Kirsche noch besonders dnvch 25 lleinerc Brillaulen gehoben ist. In dcr drillen Reihe stehen wiederum 17 feine Perlen von runder Form, darunter noch eine Reihe kleinerer Diamanten nud den äußersten Rand bilden 64 Perlen, alle von dcr Gro'hc einer Erbse. Die Mctallfassuug des Diadems ist anslerdem uoch au der vordcrn Scitc liberal! mit DiamanlspliUern verziert, so dnsi das Ganze bei strahlenden» Licht einen walirhaft zauberischen Effect macht. Das Nationalcostnm, welches bei Madame Armand Hierselbst verfertigt worden ist, besteht au« einem Untrllleide von weißer indischer Seide. Die Taille bil. et eine Alt Tunica vuu Goldbrocat, reich mit blau und rothen Besätzen verziert, so dnsz in den Farben dcS Oberlleides dir Nalionalfa beu blan, rolh uud gelb vertreten sind. Eine Schürze uon schwarzem Stoffe mit Goldstickerei und eine Kette, gebildet aus goldenen Münzen, vervollständigen den nationalen Anzug." H ocal e s. — (Von dem hiesigen Landesgendar« meriecommando) wurden 34 sprachkundige, im Dienst erfahrene und verläßliche Gendarmen in Folge Verfügung des Landesvertheidigungsministeriums zur Verstärkung der Gendarmerie in Dalmatien bestimmt. (Znm Ran ban fall in dcr Gradischa.) Jene Weibsperson, dir am 28. U. M, Abends in der Gradischa der KanfmllNlis-Galtiu St den Pelzkragen gewaltsam zu ciltreit ßcn versuchte, worde durch die magistratliche Slcherhritsbchilrdt >,i der Person der am selben Tage von Untertraiir hierher zuge-reisten liederlichen Dirne N. I. eruirt nnd dcr Sliafbehilide l-iligeliefcrt. Ncucllc M. Die gestern Abcud fällige Eilzngsvost ist uns, wle wir uoranösctzcn — dcnn eine Millhlilnna. hierüber haben wir wie gewöhnlich nicht holten — we^eu des SchnrcfaUs crsl heute früh zuyeloiumcn. Die Triester Post von heute flüb. haben wir nicht erhalten. Die „N. Fr. Pr." erfährt, daß dcr russische Botschafter in Paris. Graf Slackellicrg. nach Petersburg berufen wuroc. Aerzliche Gutachten haben nämlich festgestellt, daß der Kauzler durch seinen Gesundheitszustand verhindert sein dürfte, die Staatsgeschäftc fortzuführen. Man glaubt sogar, daß Fürst Oortschakoff's Ncaclivi-rung durch sein Leiden überliaupt unmöglich gemacht werden wird. Der Rücktritt Oorlschaloff's, aus welchem Oruudc immer, ist ein bedeutsames (örciguiß. namentlich für Oesterreich. Die Feindschaft gegen Oesterreich und dic blinde Bewunderung für den napoleouischcn Cäsaris-muS bildeten den Oruudzug dcr lcideuschaftlichen Politik dieses sehr hervorragenden russischen Staatsmannes. ,5ürst Gortschakoff ist 1798 geboren und somit 71 ^ahre alt. Aus Prag wird dcr ,.N. ssr. Pr." telegraphist, 5aß vor dcr Abreise des Erzbischoss nach Nom cine Confcrcnz znr lHrziclung cincs einigen Vorgehens des oöinischcn Clerns anf dcm Concile stattfand. Die Majorität dcr Versammln»«, sprach sich gegen das Uufehl-barteilSoogma aus. AllMige Petitionen um Kirchen«- 2000 form im czechischen Sinne, werden auf dem Concile vom böhmischen Clcrns bekämpft werden. Aus M n nchcu erfahren wir, daß lein ultramon-tanifchcs Ministerium berufen, sondern nur die Minister des Innern und des Cultus ausscheiden werden, in welchem Sinne sich auch SliftSprobst Döllinaer dem Könige gegenüber anf dessen Befragen aussprach. Im Pester Unterhansc wurde von TiSza ein Be-schlußantrass auf Reform der Hans-, Erwerb-, Zucker-, Fleisch- und Wcinsteuer, dann des TabakmouopolS ein« gebracht. Ueber das Verhalten Rußlands dem dalmat. Aufstand aegeniiber schreibt dic „Presse:" Wiener und Pester Glätter brina.cn dic Mittheilung, Fürst Gort< fchatoff habe an den russischen Gcschüststrägcr in Wien eine Note gerichtet, welche sich sehr befriedigt über den Entschluß des österreichischen CabinctS ausspricht, die Neutralität Montenegro's zu rcspectiren. Dem entgegen versichert man uns. daß eine solche Note gar nicht cMirt, daß in den Kreisen der hiesigen russischen Gesandtschaft von den gleichzeitig gemeldeten D, tails nbcr eine Confereuz des Gcsandtschafts-Personals in Folge des Eintreffens von Depeschen, über die sianalisirle Anktmft rincS Oencial - Adjutanten in besonderer Mission u. s. w. nicht da? Mindrstü be-lannl ist, und dah nbeihanpt das Cabinet uon PclelS bürg, indem es allerdings dringende Auffordeiuugen und Mahnungen an den Firsten von Montenegro rich' let, der übernommenm Verpflichtung zur Neutralität auf das strengste nachzukommen, bis ;ur Stunde sich cut-halten hat, dem Wiener Cabinet in Bczug auf dic Vorgänge in der Vucchc Rathschläge zu ertheilen oder auch nur eine Ansicht anSzusprcchcn. Wien. l. December. Aei der heutigen Ziehung der Vierundsechsziger-^osc fiel der Haupttreffer auf Serie 2l5)l) Nummer 39. Die iibrigcnm gebogenen Serien sind: 17«1. 1029. 215itt, 348, 753, 1657. 2498. Das Postdampffchiff Silesia, Capitän Trautmann, welches am 1s). u. M. von Hamburg abgegangen, ist an« 23. v. M. wohlbehalten in Nrw-?)url angekumme». Das PosldamftsschiffHamiuonia, Capitän Meirr. welches am 3. vM. vouHambi.vg abgegangen, isl am 17. v. M. wohlbchal. ten in New-Mort augelommeu. Das Postdaiupfschiff Allemanuia, Capitän Vardua, ging am 24. November mit 185 Passagieren von Hamburg vi« Havre nach Newport ab. Kandel und Wolkswirthschastliches. Beleuchtung dcr Vortheile der ?ticderwald-wirthschaft in Krain. Vom Folstmcister Adolf Gaudi a. Herr Kammcrrath Otto hat in dcr „^aibacher Zeitung" die Nicoerwaldwirthschaft hauptsächlich im Interesse dcr Lohgerberei empfohlen. Da ich den vom Herrn Verfasser entwickelten An-schauunqcn in mancher Richtung beistimme, und da in seinem Aufsätze die Vortheile dcr Niedcrwaldwirthschaft in Be^ug auf daS Lcdcrgewerbc hinlänglich dargelegt sind, so will ich mich hier vom forstlichen Gesichtspunkte über die Niedcrwaldwirthschaft anssprechcn. Den Wunsch möchte ich aber vorausschicken, daß die Stimmen wohlmeinender Männer nicht wie jene des Rufenden w dcr Wüste verhallen, daß mau nicht jeden Rath fremder Culturapostel gleich als unpraktisch vcr< werfen, daß endlich nicht mehr die Partcifarbc bei dcr Beurtheilung gemeinnütziger Vorschläge allein als ent» scheidend angesehen werden möchte. Aber auch diese Gefahr, verkannt zu werden, möge keinen Fachmann abhalten, seine Erfahrungen für das allgemeine Wohl zu verwerthen. Er möge nicht vergessen, daß viel Erz in den Ofen wandern muß, um einige Pcrzente echten und wcrthoollcn Metalls zu erzielen. Nun zur Hauplfachc nberzuaehen, ist es wohl be« lannt, daß mehrere Holzarten sich durch ihre scharf zusammenziehenden Theile für die Lohgerberei nützlich machtn, z. V die Eiche, die Fichte, die baumartige weiße Weide, der V^clbccrbaum und der in dieser Richtung nützlichste Gcibccdanm, auch Sumach (Mu8 ooriiiriä,) genannt. Obzwar alle diese Galtungen, wenn ihnen rationelle Cultur gewidmet würde, dcr Lohgerberei bcdcu-teudcn Aufschwung geben löimen, so müssen doch dic erforderlichen Bedingungen im Lande vorhanden sein. Die Eiche, soll sie durch ihr Gedeihen einen for« cirtcn Nntzcn geben, verlangt einen tiefgründigen und sehr kräftigen Gooen. da sie weniger in magerem Gebirge gcdliht und Niederungen ihre Heimat sind. Wohl findet man in allen Gegenden des Landes Eicheubestäudc, auch in Gruppen oder eingesprengt, wie sie eben am besten fortkommt; nur darf nicht übergau-ge» werden, daß größere Veslände wegen dcr bcschiunkten Ausdehnung dcS KleinbcsitzeS bei s.lbcm nicht statt« finden können, dahcr eine TurnuS'Eiulhcillmg unmöglich ist. Hat ei« minderer Besitzer cincn für die Eiche geeigneten Waldaruud im N>cdcr- odcr Hügelland, so macht er denselben lieber als Acker nrda^, statt daß cr sich zu cincr Hackwaldwirthschaft odcr Niedcrwaldwirlh' schaft auf Lohgcwilinuxg best mincn licßc. Wenn ich der Nicderwaldwirlhschaft mit industrieller Verwendung dcr Eichen-Lohe, als Hauptnutzcn, in Kram zustimme, dürfte es auch nur unter dcr Bedingung fein: daß. wo geeigneter Boden ist, das Aufhacken desselben zur Fruchtgewinnuug sehr mit Vorsicht zu geschehen hätte, da erstens: dadurch dcr Boden sehr gc-lockcrt, durch die hier, überhaupt in gebirgigen Gegenden, so nah' am Meere, starken Negcuniedcrschläge abgeschwemmt, und durch Schnccablaß der noch lockere uor> handenc Boden mitgenommen würde. Auf der Herrschaft Grcstcn-Stiebcr iu Niedcröster-reich sind von meinem Vorgänger ciica 300 Joch an die Neubruckcr Hüttcngcwcrlschaft zur Äbstockung überlassen worden, lvobci den Hol.machern daS Rccht iu ihren Lohn eingerechnet wurde, dcu Abraum brennen und in den aufgchaäten Boden Frucht anbauen zu dürfen, worauf dann Waldsamen gesät wurde. Beide Theile waren sehr zufricoen, die Holztncchle machten gute Ernte, nach der auch die Pfläuzchen sich hoffnungsvoll für die Herrschaft zeigten. Leider hat dieses scheinend günstige Resultat schlimme Folgen ge^ habt, da mail den Tribut an die Elemente und die Laqc des Terrains nicht in Rechnung ;og. Nach etlichen Iahreu entblößten sich dic Walzstrecken ihrer Hülle, Pflanzen sammt Erdc schwammen davon in die Donau. Meine Aufgobe war, diesen Boden wieder aufzuforsten, was auf einem künstlichen sehr, kostspieligen Wege geschah, zu welcher Arbeit ich 120 Mcnschcu aus dein BudwciScr Kreise Böhmens engagirtc. Zweitens: ist cS nothwendig für dic Eichenwurzcl. so wie überhaupt mit wenigen Ausnahmen, sür sämmtliche Holz-pflanzcn. daß die Wurzeln ungestört in ihrer Lage blci« ben, ihre Decke compact dcr Pflan.;e festen Stand biete, länger Feuchtigkeit (besonders in unserem heißen Klima) halte und der Wur^clstock nicht immerwährend ausdünste, was eben für dic Schärfe und zusammenziehenden Stoffe, die z. B- die Lohgerberei auch am meisten bcanfprucht, sehr schädlich ist. Um die Eichcn-Lohc-Gcwinnung durch die Nieder-nnd Hackwaldwirthschaft. wo es alle Umstände erlauben, zu befürworten, erlaube ich mir allen Verhältnissen Rechnung tragend, nachstehende Behandlung anzurathen. Man stecke die spät im Herbst abgenommenen Eicheln in den dazu bestimmten Waldboden, einzeln, je einen Schritt von einander, in eim'r Schnnrglciche, jcde Schnurgleiche wieder zwei Schritt auseinander in einem wohl anfgelocktertcn Boden c. MctalliqucS mit Mai' und November-Zinsen 59.90, - 5pcrc. NationalÄuleheu 6'«.45. - 1860er Siaatsauleheu 95.75. — Bautactieu 724, - Credit' Aclieu 250.50, — London 124.80. — Silber 122.75. — K. !, Ducatru 5 8«. Nudolfswertl,, 30, November. Die Durchschnitts-Preise stellten sich anf dem heutigen Marlle, wie folgt: ft. lr. st. ! lr7 Weizen per Mehen 4 70 ' Butter pr. Pfnnd . — 5U Korn „ A 30 Eier P.. Stttck . . — . U Gersie „ 2 8) Milch pr, Maß . - Ü' Hafer ,. 1 ^ » Rindfleisch pr. Pfd. - 22 Halbfrncht „ 4 — Kalbfleisch „ — 26 Heide» „ 3 20 Schweinefleisch „ ^24 Hirse „ — — Schöpsenfleisch „ — 16 Kulunch „ 2 70 Hähuoel pr. Stück — , 25 Erdäpfel „ 1 30 Taubc:l .. - . 2l> linsen „ 4 80 Heu P . Eeutner . 1 5l> Erbsen ,. 4 8<» Stroh „ . 1 Fisolen „ 3 84 Hol,, hartes pr. Klst. 6 50 vl'i!idi«schmalz p:. Pfd. — 45 — weiches, „ — -^ Schweineschmalz ,. - 4U Wein.rather, pr. Eimer 6 ! 50 Speck, frisch, „ — 30 — weißer ., 5 - Speck, geräuchert, Pfd. — 3l> Anbekommene Fremde. ?lm 1 December. 2tadt Wien. Die Herren: Sckacherl, Kaufn,., von Wien. -^ Wenzel, 5"ausm., von Cilli. — Hübncr, Kaufm., von Reiche» berg. — Cermak, Kcius.u., von Iilyr Feistriz. — Siegerist, l. t. Äc.ynui'qs Rath, von Graz. — Frl. Kastetiz, Kaufmaiinötochter, von Feijlch. (Elefant Die Herren: Dovi, Priester, von Unterkram. — Löw, Neisrnder, von Pest. — Oclatco, von Oörz. — i!evicnik, von Cilli. — Iahn, von Graz. — Lengycl. von Kanischa. — Asch, Kausin, von Paris, — Baron Vi0lschütz, von Smrck, — ^'en cek, Bauunternehmer, von Klagcnfnrt. — Starre, von Wien- Vnicrischcn Hof. Herr BinÄvanger, Handelsm , von Augsburg- Mohren, Die Herren: Klein, Handelsm. von Fiumc " Iureöic, Handclsm.. voil ^'andstraß, — Sachitti Giacomo, Van uulernehlUer, von Ita'ien. Baiser von Vesterreicl,. Die Herren: Fatur, Wirth, vo» Sagor. — Domiel, Kaufin,, von Slaoina. Theater. Heute: Ter Tchwnr, Oper in 3 Acten. Morgeu: Probicrmnmsell, Lebensbild iu 3 Ablheilliug"' Z N .« H Z « « l^",- ' tt u. Mg."323.l« ^"i^ willMll' triibc ^s, . 2. 2 „ N, 322.03 - 0., O, mäßig Schnee ^„..e 10 „ Ab. ^ 319,,;,, - 0,4 O. schwach Schnee ^" Tagilbcr, Wolkendecke geschlossen, dlinner Schneefall "' mäßig, anf dem Karst zur heftigen Bora sich steigernd, dic Eii^. bahuverbinduug mit Trieft unterbrochen. Das TagtSmiltcl l»c Wärme ^ <>6", um 14" nnlcr dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. Klcillmaur^ N^»«l<»nkl»r»^t Wien, 1 December. Die Vörfe, anfangs geschäftölos nnd matt, gewann im weiteren Verlaufe cinc enlschiedcu freundlichere Haltung. Devise» uud Comptautcu ermiiß^' Wllljlllllll.lUil. leu sich. Rente beider Gattungen. Grundeutlastungeii lind Priorität.», fanden willige Käufer, StaatSlusc der jilngereu Eimssiouen stiegen ebenfalls, wobei ^u bemcckcil "^ daß die tiefere Nutirung der 18.- ,. Silber „ Iänncr-Iuli . «9.55 U9.U0 „ „ „ April-October. tt9.25 ttl»,35 Stcilcraillehen rilckzahlbar (i) - 96.25 98,75 Lose V I. 1839 ... . , 231.- 232— ,. .. 1854 (4«/«) ,n 250 si. 89.50 90 50 ,. ., I860 zu 500 st. . . ^ «0 95 8.» .. „ I860 zu 100 fl. . . 1('1.75> 102.25 .. „ 1804 zu 100 ss. . N7.50 Ns.- Staats-Domäueu-Pfaudbriesc zu 120 fl. o,W. in Silber . . 118.25 118,50 »l. Orundentlastunsss-Vblisslltionen. Fttr 100 sl. <ü»elb Waare Vühmen .... zu5M. 92.- 93.- Oalizien ...» " b „ 72,50 73.- Nieder-Oesterrcich. . ,, >» « 94.— 95.- Ober-Oesterreich . . « 5 ,. 94.50 95.- Siebenbürgen ... „ 5 „ 75,75 76.25 Stelcrmail ... /, 5 „ 91.— 92. Ungarn .... «5„ 79.40 79.80, O. Actien von Bankinstitnten. Ocld Waare Anglo-üsterr. Vanl abgest. . . 265- 265.50 Auglo-ungar. Baul .... 85 ^ 86.— Bodrn-Ereditaustalt .... 2<^5 — 267. . Ercditllllstall f, Handcl u. Gew. . 246.50 247,-Kreditanstalt, allgem. uligar. . . 79— 80,— Escompte-Gcsellschllst, n, ö. . . 644. 84«.— Franco-östcrr. Vaul .... 97 98.» Gencralbank.......44.50 45,50 Nal.oilllldllnt......723 - 724 - Niederlälidlfchc Bant .... 79.— 80.— Vereiusbaul......9175 92.25 Vertrhrsbllul......N1.° 111.25 Wicucr Baul......54.- 56.» «D. Actien von Transport«nterneli° munsten. <^rld Waare Alfüld-Fiumancr Bahn . - . 16«.— K'8.50 Böhm, Westbahn.....22l.50 222-, Carl-Lndwig-Bcihn.....244.25 244.50 Donau-Dampfschiftf. Gcsellsch. . 548,— 550,— Elisabcth-Weslbllhu.....^75 > Welt' Waare Llol»o, Üsterr........320,— .^22 — Omnibus lerste Emifsion). . . N9.— 121,— RndolsS-Aahn ...... 16450 165.50 Sicbenbürger Bahn .... 167.50 168- SlaatSbahn...... .378.^330.— Slldbahn.......249. - 249.25 Sildnordd Verbind. Bahn . . 16050 I6l.— TheißVahn....... 252 — 252.50 Tramway........134,- 134,50 «5. Pfandbriefe (fttr 100 fl) Allg. üst, Vodm-Eredit-?lnfto.ll Oeld Waare verloebar zu 5 ftEt. in Silber 107.50 108 — dto.in33I.rilckz.zu5pCt.iuiz.W. 8950 90- Natioualb. aus Ü. W. uerlosd. zu 5. PCt........93.50 93,70 Ocst. HM. zu 5'/. PEt. rück,. 1878 98.- 98.50 Ung. Bod.-Crcb.-Anst. zu 5'/. pEt. i»0,75 91.25 ll?. PrioritätOobli«ationen. i. 103 fl. ü. W. Geld Waare Elif.-Westb. in S. verz. (l. Emiss.) 90.— »1 50 ! FerdinaudS.Nordb. in Silb, verz. 10?.- 107.50 Franz-Iosephs-Vahu .... 92.25 9275! O.Harl-Ludw.V.i. S. verz.I. Em. 101.50 102 50 ! Oestcrr. Nordwestbahu . . . - 90 25 ^ Sicbeub. Bahn in Silber vcrz. . 87.75 8« . Staatsb.G.3"/«ü.^00Fr. „!,Em. 136,75 1^' SNdb.G, 3'/«-. 500Frc. ,. . .119.50 1^ l Sl!db.-BonS 6 °/, (1870-74) ' i. 500 FrcS......244. - 2^- «. Privatlose (Per Stilck.) (lredilanstalt f. Handel u. Gew. Geld Wa^ z„ 100 fl. ü W......15.<)s'0 160.^ Nudolf-Stiftnug zu 10 st. . . 14.- l5- ! Wechsel (3Mou,) Geld W< Augsburg für W0 fl, fildd. W. 10^.20 W4^ Frankfurt a,M. 100 st. dctto 104.25 M-^ Hamburg, filr IW Mark Banco 92.15 -"^ London, für 10 Pfund Sterling 124 90 l^ ^ Paris, ,ttr 100 Francs . . . 49^ 4" < Uour« d^r Oeldsorten it. Mttnz-Ducatcu . 5 st. 88z fr. 5 fl. '^' ^, Napoleonsd'or . . 9 ,< 96j » -' " ^,, ,. Vcrciusthlller . . . 1 « ^^"-,.,« 15 " Silber . . 123 .. - « l" " Krmnischc Ornndentlanungs-Obligationen, 't'"' »atnottrun«: 86 50 Ocld. 30 Waare