Nummer 19. »ettau. den S. Mai 1807. VIII. Jahrgang. sp ' < 'u y- . erscheint jeden Sonntag. Preis für PflW mit Zustellung in» Hau«! viettetjährig fl. I SO. halbjährig fl. 2 40, ganijSbrig fl . . . _ _____ _________ „ „ ... 4.80, mit Postversendung im Inland«: Vierteljährig fl. v«0.^haldjührig *' 1 ' fl. 2.80, gai'jjähr.g fl. 5.6U. - tinzelne Mummern 10 h. V( B H Schriftleiter: I»sef Seltner, »eehetlitengassr 14. — Ber»»ltung nnb Snlog: W. vlauk. Buchhandlung, Hauptplatz Rr. S. Handschriften werden nicht zurückgestellt. Ankündigungen billigst berechn«. — Beiträge sind erwünscht und wollen längsten» bi» Freitag jeder Woch« eingesandt werden. Zur Ministeranklage. Was der Chef der österreichischen Regierung in der Sitzung des Abgeordnetenhauses am tt. Mai d. I. vorbrachte, um den Antrag der Deutschen aus Versetzung deS Ministeriums in den Anklagezustand zu entkräfte», da» hat der Abgeordnete Kaiser in drastischer Weise zurück-gewiesen und wenn Graf Badeni dabei sagte, dass er »ur die juridische Seite der Frage berühren wolle, so hat der Abgeordnete Kaiser auch darauf richtig geantwortet, dass sich die Herren Minister als Angeklagte in der günstigsten Stellung be» finde:«, weil sie alle Mitte! der RegierungSgeivalt in der Hand habe», um ihre Richter zn beern-flußen. die Pole», die selbst der ärgsten Gesetze«-Verletzungen bei den galizischen Wahlen angeklagt sind, die lochen, welche hier Richter in eigener Sache sind und die Deutsch-Elericalen, von denen der Redner sagte: „Ich glaube, Berräther hat man nie hochgehalten." — Dass der Polenclub die Versetzung der Minister w«gen Verletzung der StaalSgrundgesetze in Anilageznstond ablehne» wird, dass die Lechen wie ei» Mann dagegen stimmen werden, da» wußte» die deutschen Abgeordneten schon vor der Einbringung ihre« Antrages und die Clericalen brauchen gerade diese Regierung so nothwendig sür ihr, Zwecke, das« nur ein politisch Blinder hätte annehmen können, sie würden sich der An-klage anschließe» und die Christlich Socialen ziehen seit der Bestätigung LuegerS ohnehin mit voller straft am RegierungSkarren. Dessen waren sich die deutschen Abgeordneten von vornherein bewußt und vielleicht baben sie es gerade deshalb unter-lassen, ihre Anklage auch sofort juridisch zu begründen. ^ Nein. daS wäre bei diesem au« Polen, Rechen, Clericalen und Christlich-Sociale» zu-sammengesetzten Richtercollegium eine ganz unnö» thige Arbeit gewesen, denn diese, deren Weizen unter der Regierung de« Grafen Badeni so Sonntagsplauderei. Wenn dieser preklete ferdarnene Zustand der politiönou Unsicherheit tanto nel' interuo, kako auf der Balkanhalbinsel joi einen rneaec andauert, potom geh' ich piutosto kao Einjährig-Freiwilliger iS puäkorn i brodäakelj unter die ustafie und dann mag der dreibeinige Satan oder seine hochgeehrte Großmutter eine Son»tag«plan> derei im Sinne der vom hohen k. k. Ministerium bereits erlassenen und noch zu erlassenden Sprachen» Verordnung schreiben oder ihr beim babylonischen Thurmbau in Ei»«, GiS- oder FiS-Leithanien Steine zutragen, wenn er oder die höllnische Wab'n da-zu Lust haben. Was nützt denn die schönste Obstruktion, wenn die anderen immer sagen: Kann uit verston k und für das einzige Wörtlein: „Nein" bei den Abstimmungen übe? die DringlichkeitSanträge zehn Gulden Diäten einstecken? — Nicht« nützt sie, geradeso wie sie dem Herrn Niger! nicht« nützte, nls er dieser Tage von einem MaiauSflnge etwas spät zum Nachtmal heimkam und die Seinige" eine geharnischte Interpellation wegen Uberschrei- mächtig in die Halme schießt und die die beste tÖffnung aus eine reiche Ernte habe», so lange die onne Badeni« über ihnen leuchtet, diese werde» es sicher nicht zugeben, dass die Regierung, deren Ehef er ist, wegen Verletzung der StaatSgrund-gesetzt angeklagt wird. Wie denn auch? Die Polen, die heute in Österreich Schoßkindlein sind, sollen die etwa in einer Anwandlung von Gerechtigkeitsgefühl auf ihre dominirende Stellung verzichten? Sollen etwa die lochen, für die die Vprachenverordnungon. die nächste Rate auf ihre Forderung d^ böhmische» StaatsrechteS ist, diese Rate wieden zurückgebe»? Und wa« die Clericalen für ihre Gefälligkeit, der Regierung beizustehen, erwarten, davon gibt der Ebenhoch'sch» Schulantrag bereit« einen Vorgeschmack. Und die Lechen sind bereit« init dem CbenhoH'schen Schulantrage so halb und halb einverstanden, denn ejiie Hand wäscht die andere. Nein, im Parlamente wird der Antrag der Deutschen auf Versetzung der Minister in den Anklagezustand sicher nicht durchgehen, aber der Antrag hat manchem ehrlichen deutsche» Pfahl-bürger, der in feinem dur^ nicht« z» erschütternden Gieichmuthe jeden Uka« skr ei» unanfechtbare« Etwas hinnahm, dessen üble Folgen er eben in Geduld und Demuth zu ertragen habe, die Angen weit geöffnet und ihm de» Muth gegeben, sich gegen das Unrecht, welche« er lange Jahre für ein unabwendbare« hielt und mit Geduld ertrug, nunmehr energisch zu wehren. Die beiden großen Parteitage in Teplitz und Reichenberg, die ungezählten und zumeist in einem ebenso scharfen als entschiedenen Tone der Ent» rüstung gefaßten Resolutionen au« de» verfchie-densten deutsche» Gauen Österreich« und von den verschiedensten Körperschaften ausgehend, beweisen zur Genüge, dass die deutsche Schlasmütziakeit und Uneinigkeit, auf welche der Herr Minister-Präsident beim Erlassen seiner Sprachenverord» tung der Sperrstunde loSliesS. Eine Weile hörte Herr Niger! geduldig zu, geradeso wie die Deut-scheu den gegen sie gehaltenen Brandreden während der Ära Taaffe und Eoalition geduldig zugehört hatten. Endlich riß ihm beim Auskleiden der letzte Westenknopf und der Geduldfaden zugleich und er sagte drohend: „Du Lisi, hirzt schöpf' amol Ath'n und nachher mach dein Vaterunserlöchl zn. sunst fang ich mit dera Eonstruktion an. dass d' nur so paff wirst, vor lauter DringlichkeitSanträg!" — Das war natürlich Wasser auf die Klappermühle der theuren Gattin und sie redete in immer län-geren Perioden, bi« Herr Niger! plötzlich eine Geste machte, die ihr die Red' verschlug. Diese Geste sah au« wie der Anfang einer „Awigen", aber Herr Nigcrl ist ein zu gebildeter Mann, um feine bessere Hälfte zu mißhandeln. Aber die eingetretene Pause wußte er vortrefflich zu benützen und die Obstruktion gieng lo«. „Hirzt möcht' ich nur wissen, warum Du mich eigentlich g'heirat' hast Weib!" — begann er seine DringlichkeitSanträge. — „hast etwa ein Simandl woll'n? DöS hättst gleich sog'n soll'n. nungen so sicher gerechnet haben mochte, jäh in das Gegentheil umgeschlagen hat. Die österreichischen Minister werden nicht angeklagt werden, davor werden sie durch die Frundschast der Polen. Ezechen und Clericalen bewahrt bleiben; kein Staatsgerichtshof wird über die Excellenzen zu Gericht sitzen, aber all die Tausende und aber Tausende von Staatsbürger», welche durch diese Sprachcnvcrordnnngen »euer-dingS in eine» erbitterten nationalen Kampf ge-drängt W/rdc», alle die Hnnderttausende und Milli-.»neit, welÄt von diesem Parlamente eine frucht-^'ung^idr Tätigkeit in nationalökonomischer und IrauHdtflhritUidjfr Richtung mit Recht erwarteten. werden die Urheber deS erbitterten Kampfes verurtheile», der hente im österreichischen Parlamente tobt, der aber i» dem Momente in die breiten Masse» de« Volkes hinausgetragen wird, wenn die deutsche» Abgeordneten sich entschließen, da« letzte Mittel der Opposition zu wählen und den Reichsrath verlassen. Der Krieg. Lansta, 6. Mai. 2 Uhr nachmittags. Die letzten Concentrationsbewegnngen der Armee wer» den heute durchgeführt werden. Cdhem Pascha, begleitet von seinem Geiieralstab und den fremden Militärattaches, hat Larissa verlassen, um per» sönlich die Leitung der Action zu übernehmen. Wahrscheinlich werden die Türken heute abend« Fühlung mit den griechischen Truppen nehmen. Um 5 Uhr 30 Minuten abends wird gemeldet: Die sechste Division der thessalischen Armee mar-schiert gegen Pharsalns. Gerüchtweise verlautet, dass die Griechen einen Waffenstillstand verlangt haben. Edhem Pascha erhielt „»beschränkte Vollmachten. Äthrn, 5. Mai. Die Türken stellten sich heute mittag« iu der Ebene von Pharsalu« vor der 23.000 Mann starken griechische» Armee in nachher hätt' ich drauf g'sagt: Fräul'n Lisi! hätt' ich g'sagt, a Weib. döS an Simandl will, dös hat Anlag'» zu derer Herrschsucht und a solchene soll lieber Königin von Honolulu werd'n, da kann'« herrsch'» »ach Belieb'», döS heißt so lang, al« bi«' S von ihre getreuen Unterthanen aussig'seuert wird!" Zweitens frag ich Dich, ob'« Dich denn gar nit schämst, wann d' Leut sag'n thun: Uh je! i« dö Frau Niger! a BiSgurn! Der arme Mann thut eh all'S, waS er ihr an d' Aug'n ansieht und no i« ihr nix recht! — Schämst' Dich wirklich nit Lisi? Alsdann geh',, mir weiter! Wie viel Viert! Neuchn mit Sauerwasser und wie viel Birtschina muß ich mir denn blutig vom Mund abspar'n, wann ich Dir ein neuchn Hut kauf mit ein Fliederbuschn und mit Maiglöckerln garnirt? Hast denn gar kein Einsehn, das« so a Deckt mit an ganzen Ziergart'n drauf und sieb'n Meter Band dazu ein Haidengeld kost'n thut, wa« ich besser für meine leiblichen Bedürfnisse verwenden kunnt?" — „Und weiter Alte! Wer hat Dich denn betreut. wie'S d' 'S letzte Mal dö« Reiß'n hast g'habt in Dein plombirten Stockzahn? Wer Schlachtordnung auf. Nach einer Privatdepesche habe der Kampf begonnen. Athen, 5. Mai, 6 Uhr abend«. Nach einer Privatdepesche hat bcr Kampf bei Aivali zwischen Velcstinv und Pharsalu» begonnen. At^eu, 6. Mai. Die griechische» Borposten bei Phasalu« zv>»en sich nach einem lebhaften Ge wehrfeuer gegen die griechische ConcentrationSlinie zurück. Der Kampf dauerte mehrere Stnnden. Der Kronprinz, welcher &»m Corp» von Phar-salnS gestoßen wa», kämpfte in der ersten Linie und wurde wegen seiner Tapferkeit von de» Sol» daten acclamiert. Einzelne Geschosse der türkischen Artillerie, die eine gute Stellung bezogen hatte, erreichten die Stadt, die Türken wurden definitiv zurückgeschlagen. Die Nachrichten vom KriegSschau-platze rufen hier allgemeine Befriedigung hervor. Eonstanlinoptl. 6. Mai. Nach einer Mel-dung d-s Commandanten von Prevefa nähern sich zeitweise griechische Schiffe, um die Werke von Prevela anf große Distanzen zu lvschicße». ConstanNnopkl, 6. Mai. Bisher sind 6000 Griechen iwch Griechenland abgereist. Paris. 6 Mai. Wie die „Agence HavaS' aus Salonichi ans osficiöser Quelle erfahrt, seien acht türkische Kriegsschiffe, jkreuzer und Torpedo-boote, auS den Dardanellen ausgelaufen und bis Kasfandra gekommen, jedoch wieder nach LemnoS zurnckgedampst._ Wochenschau von drr „drolschtn volksparlei." Die teutsche VollSpartei brachte in der Sitzung deS Abgeordnetenhauses vom 30. April einen Dring-liuzkeittantrog ein aus Versetzung des Ministeriums in den Anklagestand. Der Antrag lautet: Am 6, bezw. 22. April 1897 wurden in der „Wiener Zeitung" je 2 vou deu Ministern des Innern, der Justiz, der Finanzen, de« Handels und des Ackerbaues erlassene Verordnungen für das Königreich Böhmen und die Markgrafschaft Mähren kundgemacht, womit für diese beiden Länder neue Bestimmungen betreffend den Ge-brauch der Landessprachen bei de» Behörden und die sprachliche Eignung der Beamten festgesetzt wurden. Die erlassenen Verordnungen wider-sprachen in auffälliger Weise dem klaren Wort» laute deS Art. 19 d. St»Gr.»G. v. 21. De» zember 1867, R.-G.-Bl. Nr 1+2, sowie der Be» stimmung de» § 13 G.-O., heben für den Be« reich deS Königreiches Böhmen uitb der Mark» Sralichaft Mähren die Geltung der bezogenen ge» tzliche» Bestimmungen entgegen dem Gru"d>'atze, dass Gesetze immer nur durch Gesetze ganz oder theilweise ausgehoben und abgeändert werden können, auf und stellen sich als ein ebenso kütmeS. wie den allgemeinen StaatSinterefsen zuwider-lausendes Unternehmen dar, im BerordnungSwege die staatsrechtliche Sonderstellung Böhmens und Mährens vorzubereiten. Die erlassenen Verord-nnngen wiederstreiten zunächst dem Art. 19 der St.-Gr.-G. vom 2l. Dezember 1867, denn sie i» denn anfg'ftaiiden und hat Dir z'erst warme, nachher kalte, nachher wieder lauwarme Umschläg g'macht? Etwa» Deine treue Veronika, der ver-schlafen? Trantsch? Wer ha» denn nachher, als Deine Schmerlen uit nachlaß'n hab'n, den Zwifel brat'n und Dir ausS Zahnfleisch ausglegt? Ha? Dös war ich! Ich warS, Du undankbares Weib! U»d wer hat denn den Fünfer Straf zahlt, wie Du vom Bezirksgericht wegen Chrenbeleidigung eingangen bist? Ich warS, der angesehene Herr Nigerl, den d' Leut nachher deSwegn auSglacht hab'» und g'sagt hab'n, hätt dem Drach'n nix g'schadt. wann'S a paar Tag hätt müssen im Kolter brumme»!" — „Ma»n ich bitt Dich hör' auf!" seufzte Frau Rigerl und zog die Bettdecke über de» Kopf, „laß' mich schlafen!" „So schlafen willst, Du liebe Nit*? Dös gibts nit! Hirzt kommt erst der letzte Trumpf, der Anklageznitand i» den d' ver» fetzt wirst! Alsdann: 1. Bei der Trauung hast g'hört, dass das Weib dem Mann gehorsam sein soll! Dös is Dein Fall nit. der Gehorsame war allerweil ich! — 2. Wie steht's denn etwa» um | führte» für Gebiete, i» denen nur der deutsche VolkSstamm wohut, die daselbst nicht landesübliche Sprache als Landessprache ein uud enthalten überdies Bestimmungen, dnrch welche au» die gesammte deutsche Bevölkerung Böhmens und Mährens ein mittelbarer, auf die gegenivärtig und in Hinkunft stndirende deutsche Jugend dieser beiden Änder aber ein unmittelbarer Zwang zur Erlernung der tschechischen Sprache geübt wird. Dass die erlassenen Berordnn.igen auch in hohem Grade geeignet sind, Rechtöunsicherheit und Rechts-verivirrung auf den mannigfachen Gebieten der öffentlichen Verwaltung herbeizuführen und da-durch auch »virtschastliche Schädigungen nach sich zu ziehen, fei nur nebenbei erwähnt. Die er-lasfeuen Verordnungen widersprechen aber auch dem g 13 ver G »O.. »veil dnrch sie Parteien und deren RechtSfrennde verhalten werden, sich unter Umständen auch bei Gerichten in rein deutscheu Gebieten Böhmens und Mährens der tschechische» Sprache, somit einer anderen als der in diesen Gebieten üblichen Sprache, zu bedienen. Statt de» einzig richtigen Weg zn betreten, ein AuSführungsgesetz zu Art. 19 des St.-Gr.-G. vom 21, Dezember 1867. R.-G.-Bl Nr. 142 vorzubereiten und beide» Häxsern des ReichSrathe« vorzulegen, hat es der Regierung beliebt, sich außerhalb deS Bodens der bestehenden Gesetzgebung zu stellen. DafS hier eine vorsätzliche Gesetzes»«-letznng vorliegt, kann umso »völliger bezweifelt werden, »veil bei Ministern eine genaue Kenntnis der Gesetze, namentlich der StaatSgrundgesetze, letzterer umsomehr vorausgesetzt werden muß, als die Minister bei ihrem Amtsantritte eine» Eid abzulegen haben, womit sie getreue Beobachtung der StaatSgrundgesetze gelobt», A»ch Müßte den Herren Ministern aus den anläßlich der Erlassung der zwei Sprachenverordnunge» für Böhme» gepflogenen Erörterungen klar geworden sein, dass gegen die Gesetzmäßigkeit dieser Verordnungen zum mindesten gewichtige Bedenken obwalten. Gleichwohl wurden kurz darauf zwei gleichlautende Vrrorduunqrn für Mätiren erlassen. Gestützt auf diese Erwägungen stelle» die Gefertigten auf Grund des Art 9, St.-Gr.-G, vom 21. December 1867, R -G.-Bl Nr. 142 und der §§ 2. 3, 7 und 12 deS Gesetze« vom 12. Jänner 1867 den Antrag: Die Herreu Minister des Innern, der Justiz, der Fina izen. des Handels und des Ackerbaues, dir Herren Graf Badeni, Graf Gleis-pach, R. v. BiliuSki. Freiherr v. Glanz und Graf Ledebur seien lvegen der durch Erlassung der Sprachenverordnunge» für das Königreich Böhme» vom 5. April und für die Markgrafschaft Mähren vom 22. April 1897 begangenen Verletzung des Art. 19 deSSt-Gr.-K. vom 21. De-cember 1864 und des § 13 G.-O. in Anklagestand zu versetze«. In formeller Beziehung »vird beantragt, gemäß § 9 deS Gesetzes vom 12. Juli 1867, R.-G.-Bl. Nr, 101, diesen An-trag einem zu wählenden 24-gliedrigen Ausschüsse zur Vorbereitung zuzuweisen. — deine Sanstmuth? Das« ich nit lach! Wann ich meiner StaatSbiirgerpflicht nachkommen will und zu einer Versammlung geh', nachher drahst auf uud sagst: DöS wär nur a Pflanz! 3, Wann ich sag: Alte, ich hätt an Gusto auf abtrieben? Grie«nockerl. laßt au Rei« kochen oder gar a Kräutlsupp'n, al« wann ich a Begetarianer sein that! Sei» schon 3 Punkt, wo Du Dich gegen dö StaatSgruiidgesetz vergangen hast, denn dort Heißt'S Paragras 1: Der Mann ist Herr im Haus! Verstanden? Alsdann geh'n mir weiter." Frau Nigerl schluchz unter der Decke: „Laß mich doch schlafen, alter Drahrer!" — Daraus beginnt Herr Nigerl den Radetzkymarsch zu pfeifen und nachher lacht er höhnisch: „Aha, hast schon Zwirn? Wart nur. hirzt kummt die Pointe! AIS-dann, zu was hast Du Dir denn Puffärmel mach'n lass'» auf Deine »euche Blus'n? DöS iS direkt gegen döS ivirtschastliche Prinzip, den» zwei Meter mehr Stoff hast braucht! — Zwegei» was hast denn vorig« Jahr nach ihau« fahren müssen, wannst nit krank warst» Hm?" Unter der Bettdecke beginnt ein unterdrückte« Weinen Gegenüber den in einigen Blättern aufgetauchten Meldungen, vas» Abg. Dr. Stemmender seine Stelle im Vorstände der Deutschen Volkspartei zurückgelegt habe, wird festgestellt, dass der ge-nannte Herr Abgeordnete nach wie vor dein Vor» stände des Verbände» der Deutsche» Volkspartei im Abgeordnetenhause augehört. Der Umstaiid. das« in der letzten Verbandssitzung ein anderes Mitglied des Verbände« deu Vorsitz inne hatte, ist auf die sowohl seinerzeit in der Deutschen Na» tionalparlei als auch jetzt in der Deutschen Volks-Partei beobachtete Gepflogenheit zurückzuführen, dass sich die Mitglieder de« Vorstandes in die Parteigeschäste theilen uud daher auch in der Lei-tuug der Geschäfte wie der V'rb.iudssitzuuqeu ab-wechseln. Das Verhalten de« Verbandes bleibt nach wie vor ei.» vollkommen selbständige» und wird derselbe wie bisher nach jeder Richtung hin unabhängig und unbeeinflußt vo>gehen. vrr Verband drr „vrutschen Volkspartei" beschloß in seiner heutigen Sitzung, der rein wirtschaftlichen Vorlage der Regierung, betreffend den bulgarische» Handelsvertrag, keine Hindernisse zu bereiten, »vie überhaupt die Obstruction nur von Fall zu Fall zu betreiben und die Erledigung im Volksiuteresse gelegener, »virtschastlichcr Vor-lagen nicht zu behindern. Dagegen »vird der Verband in alle» nationalen Fragen u. dgl. die be» gonnene Opposition gegen da» Ministerium in schärfster, rücksichtslosester Weise fortsetzen. Abgeord» neter Dr. Steinwender berichtete über die Ver» Handlungen der Quotendeputatio» in Osenpest. In den Erörterungen hierüber kam allgemein und einhellig der Grundsatz zum Ausdrucke, als an» uehmbare Quote nur eine solche anzuerkennen, welche mindesten« der Bevölkerungsziffer der beiden ReichShälften entspricht, das« also die Ver-Handlungen zum Mindesten nur unter Zugrunde-legung des BevölkerungSverhältnisseS geführt werde.! dürfen. VerivahruugSkuudqebuugeu gegen die Sprachenverordnunge» wurden überreicht: Von, Abg. v, Forcher. jene de» Bezirk«auS»chusse« von Kuittelfeld. welche auch von dem ehemaligen deutsch» clericalen Abg. Bärnfeind unterzeichnet ist, ferner solche der Stadtgememde Kuittelfeld, Murau, Judeuburg und der Märkte Gröbming. Neumarkt, St, Galle». Vom Abg. Professor Kienmann eine Kundgebung der VolkSverslg. in Waidhofen a./o. Ubb« am 1. Mai l. I. Vom Abg. Dr. Lemifch Kundgebungen einer größeren Anzahl von kleinen Gemeinden in Körnten, darunter auch von einigen gemischtsprachigen. Vom Abg. Gebler Kundgebungen der Städte GraSlitz, Falkenau, Nendeck. Schlaggen» wald, Schönbera, Königsberg und Wildsten, und des Deutsche« Volksvereine« in GraSlitz. Pettaner Wochenbericht. (Hymrn.) Nachdem vor kurzem eine unserer hübschesten jungen Damen. Fräulein Ada ^uüek, dem Manne ihrer Wahl. Herrn k. k, Gerichtshof» adjunkt Franz von Koüevar, zum Altare gefolgt und Seufzen nnd dann flötet Frau Nigerl weinerlich: .Wann der Doktor g'sagt hat. das« — das« — huunu — Du — komm her ich sag Dir'« in'« Ohr, Nigerl!" — Herr Nigerl schreitet triumphierend an da« Lager der theuren Gattin, neigt sich herab nnd sag» ebenso triumphierend über den Eindruck seiner Obstruktion: »Alsdann red!" — Als sie aber geredet ha'te, ließ Herr Nigerl die Ohren hängen, zog sich sachte au«, kroch unter seine D>'cke und brnmmte: „Nau ja. wär ja eh rech»! Zeit wär'S wohl schon! Heul nit, sunst eschoffirst Dich Lisi und wann'« noth»vendig i«, gehst halt Heuer auf zwei Monat nach NeuhauS." — Die Obstruktion hat Herrn Nigerl nicht viel geholfen, den» Frau Lisi Nigerl hat sehr viele Anlagen zu», Premierminister, wie alle Frauen. Da aber Gras Badeni den Obstruktionsparteien ganz unmöglich das versprechen konnte, was Frau Nigerl ihrem Alten versprach, so istS immerhin möglich, dass er nachgeben muß, waS bekanntlich bei Frauen niemals vorkommt. P, tmb nun als jung? Hausfrau bereit« ihres Amtes waltet, erhielten wir am Mittwoch a»S Laibach vom 4. Mai d I. die Anzeige von der Vermäh-lung einer zweite» i» der Gesellschaft PettauS Dank ihrer vortresflicheu Eigenschaften im besten Andenken stehenden jungen Dame, Fräulein Jttdit ^lechfchmied, nunmehr Frau Judil Stangen-berg, hat sich mit Herrn Er»st Stangeiibcrg. Zäh»-arzt in Laibach, vermählt. (Die Cryon)uny unseres llntrrgymnasinms) zu einem Cbirtujmnofium wurde in erster Linie vo» der Verstaatlichung des Leobener LandeSOber-g'.mnaslnm« abhängig gemacht. Nach einer Notiz der Grazer Tagespost v. 7. d, M. wird das Le-obener LandeSgymnasium mit Beginn des nächsten Schuljahres i» die Staatsverwaltung übernommen und wäre somit die Hauptbedingung znr Ergänzung unseres Untergymnasium« erfüllt. (Wohnnngsuolh in pkitan.j Seit Jahren besteht in Peltau ein sehr empfindlicher Mangel a» Wohnungen im allgemeinen und ganz speciell an Prlvatlvohnungen für kleinere Familien. Bei der Abtheilung für WohnuugSvermittlung des hiesigen VerschönerungS- und Fremdenverkehrs-Vereines lausen jährlich eine Menge Anfragen solcher Personen ein. welche sich in der Stadt oder nächsten Umgebung dauernd niederlassen wolle». Die allgemeine WohnnngSnoth verhindert solche Ansitdlnngen, die jede Gemeinde als einen Vortheil betrachtet, weit sie Consumenteu in die Gemeinde führe», die ihr Geld da verzehre», oh»e de» einheimischen Produzenten oder dem Handel Concurrenz zu machen. Diese Wohnun>,Snoth macht alle Anstrengungen deS FremdenverkehrSvereiueS. Eremde zum dauernden Aufenthalte »ach der tadt zu ziehen, zuschanden. wen» aus die ein-laufende» Anfragen stet« die Antwort erfolgen muß, dass keine Wohnungen zu haben sind. Diesen WohnungSmangel bekommen ganz besonders die »ach Pettau versetzte» verheirateten Beamte» und andere hier Ansenthalt nehmende öffentliche Funktionäre zu fühlen. >ve«n sie tage- »nd oft wochenlange auf der Suche »ach einer paffenden Unterkunst herumirren uud endlich mit einem Logi« Vorlieb nehmen müssen, an dem nichts an eine moderne Wohnung erinnert, al« die Miethe. G« ist da blos von gewöhnlichen Wohnungen die Rede, wie sie dem SBebürfuiffe einer bescheidenen bürgerlichen Familie entsprechen. GroßeWoHnungen sind überhaupt nicht zu haben und was die Wohnungen für die sogenannten .kleinen Leute" betrifft, so ist am besten, darüber gan» zu schweige», denn hier liegen die Verhältnisse so. das« die Behörde bereit« de« Öfteren gezwungen war, einzuschreiten, weil die bau- und sanitöt«-polizeilichen Verhältnisse dieser Art Wohnungen die denkbar schlechtesten sind. Die Stadtgemeinde als solche wird, wenn die Ergänzung de« hie-sigen Untergyninasiums zu einem Obergymnasium durchgeführt wird, wozu alle Aussicht vorhanden ist, mit der Herstellung der nöthigen Bauten für die UnterrichtSanstalt selbst nnd für da« eveitwell zu errichtende Studentenheim nachgerade genug in Anspruch genommen sein. Ihr auch die Abhilfe der WohnnngSnoth aufzuhalsen, wie eS von vielen Seiten geschieht, ist denn doch etwas naiv. Derlei bietet überall der Spec»latio» ein weite« »nd dazu ein sehr eiuträgliche« Feld■ ihrer Thätigkeit und wenn bei un« diese« Feld seit Jahren brach liegt, so ist das noch lange kein Grund, das« sich nicht auch für Pettau auswärtige Consortien finden sollten, die bereit wären, diesem Wohnung«. Mangel gründlich abzuhelfen und dabei zugleich ein schöne« Stück Geld zu verdienen, wie sie sich für andere Orte finden, in denen die Verhältnisse nicht halb so günstig liegen wie bei nn«. (Älsrnlieriing in prttao.) Bei der gestrigen Stellung der Stellungspflichtigen au« dem Stadt-bezirke Pettau. gelangten 19 der I., 5 der II. und 3 der III. Altersclasse zusammen 27 junge Männer zur Stellung und wurden davon vier der I. und einer der III. Altersklasse assentiert. Tauglich wurden befunden: Heinrich Tscheitfcher, Max Massanetz. Franz Stumberger und Franz Ezak der I. und Eonrad Wreffnig der III. Alter«- — 3 — claffe. während die Pettauer Franz Kingal und Adolf Rendl bereits bei der Stellung in Wien am 1. April d I. tauglich befunden wurden Dem Techniker Josef Czak wurde die Begünsti-gung de« Einjährig-Freiwilligeiidienstes zuerkannt. Von den 11 fremden Skilum,«Pflichtigen, welche im Stadtbezirke Pettau zur Abstellung gelangten, wurden Franz Krsnik und Adolf Krajuc, beide der I. Altersklasse, assentiert. (firgrlabrnbe.) Der Perschöiiernngsverein ladet seine unterstützenden Mitglieder höflichst ein. jeden Mittwoch Kegelpartien zu arrangieren nnd steht ihnen die vorzüglich hergerichtete Kegelbahn des Schweizerlianse« für den Mittwoch jeder Woche zur Verfügung. Selbstverständlich sind auch die Familie» der P. T. Mitglieder in dieser Ein» ladung mit inbegriffen »nd bestens willkommen. (Illsammrngckiirit.) Herr Mayer, k. u. k. Major i. R, stürzte am letzten SamStag infolge eines plötzlich eingetretenen Unwohlsein« in der Allerheiligengasse zusammen, ohne glücklicher Weise Schaden zu »ehmen und wurde von 2 Herren aufgehoben und in das 'lächstliegende Hotel Lamm gebracht, wo sich der alte Herr, der sich allseitiger Beliebtheit erfreut, rasch wieder erholte. (Gesunden.) Beim Stadtamte wurde von der Besitzern, Maria Vidomß aus Karöoviria ein Goldring als gesunden deponirt, der die Gravierung A St. trägt. Der Verlustträger kann den Ring gegen Erlag deS gesetzlichen Finderlohne« beim Stadtamte abhole». (Allerlei ltngntrs.) Laut Polizeianzeige wurde in der Nacht voin 2. auf den 3. Mai vor einem Hotel ei» Soldat am Boden liegend gefunden. Er war einer der znr Waffenübnng ein-gerückten Reservisten, der offenbar ein GlaS über den Durst getrunken hatte. Zwei andere »ogen laut singend über de» Florianiplatz durch die Ungarthorgasse in ein dortige« Gasthan«, wo ihnen ziemlich energisch bedeutet wurde, dass in Pettau ebenso eine Pol «Zuordnung existirt wie in ihrer Heimat. Ein Vierter erhielt von einem anderen einen Säbelhieb über den Kopf. Der Verletzte sowohl, als der Thäter, machten sich rechtzeitig au« dem Staube. Jakob Pischätz au« Rann mußte arretirt werden, weil er im total betrunkenem Zustande sein Kind in einer das öffentliche Ärgernis erregenden Weife unter strömendem Regen in der Stadt herumschleppte, so das« der arme Wurm vor Frost nnd Nässe laut weinte. — Freunde nächtlichen Ulk«, der übrigen« von Büberei nicht weit entfernt ist, ent-trugen die Lampe an« der Gassenlaterne beim Hotel Woisk »nd steckten sie in die Zwiesel eines BaiiineS im bekannten Hause der namenlosen Gasse, während auf den« Plahe vor der Bezirks-hauplmannschast ei» Friesenrschild gesunden wurde. Wer da meint, das« i» Pettau kein Nachtleben herrsche, dürfte durch diese kleine Blütenlese von seinem Wahne wohl geheilt sein. (Shierseochen im SeMt.) E« herrscht: 1. BläSchenausschlag in Zirkowetz (2 Höfe.) 2. Schweinerothlauf in .Haidin, Loüiödorf und St. Rochus (je 1 Hof.) 3. Schweinepest in St. Lorenze» am Draufelde (2 Höfe), Sauerbrunn (1 Hof.) Erloschen ist der Schweinerothlauf in der Gemeinde Sauerbrunn. (ÜtarMbrrid)!.) Zum MonatS-Viehmarkt wurden aufgetrieben: Ochsen 140 Stück, Kühe 262 Stück. Jungvieh 112 Stück, kroatische Rinder 60 Stück und Pferde 80 Stück, Summe »54. Bei güust'gkm Wetter und ziemlich gutem Besuche von Seite der Händler gestaltete sich der Verkehr bei etwa« gedrückte» Preisen recht lebhaft. Von Kühen u»d Jungvieh wurde eine größere Zahl angekauft und nach der Richtung gegen Leibnitz und Mureck abgetrieben. Der nächste Viehmarkt (Monatvikhmarkt) gelangt am Mittwoch d. 2. Juni zur Abhaltung. Bei diesem Anlasse erinnern wir an die dringende Nothwendigkeit der Auf-stellung einer Viehwage, verbunden mit der Vor-richtung zur Ausstellung und Überschreibung der Viehpäfse am Marktplatze. Vermischte Nachrichten. (Dir LranüLalastrophe in Paris.) Dien«-tag nachmittag« ereignete sich in Pari« ein Brand» unglück, da« in seiner Schrecklichkeit an den Brand des Wien-r Ringtheater« erinnert. In der Ruc Jean Goujon befindet sich ein dem Baron Heine gehöriger Bauplatz, welcher vou der philantrophl-schen Gesellschaft zur Errichtung eines BazarS ge-mietet wurde. Auf dem Banplatze wurde ei» rie-sige« Holzgebäude errichtet uud mit Teppichen, Vorhängen und Seidenstoffe» reich drapiert. Im Inneren ivaren Verkaufsstände, Lotteriebuden und Zelte augebracht. Hier verkaufte» vornehme Damen vo» Pari« Waren zu wohlthätigem Zwecke. ES mochte» 1500 Personen um halb 5 Uhr nachmit-ta^S in dem Bazar gewesen fei», darunter zahl-reiche Damen. Da fieng daS Holzgebäude im In-nern Feuer. Der Brand brach bei dein Kinemato» graphen auS. Die elektrischen Funke» deS Kiuema-tographen, welche die Moiuentbilder beleuchten, entzündeten den Stoff, welcher den photographi-schert Apparat verkleidete. I» wenigen Minuten ergriffen die Flamme» das Innere des mit Menschen dicht gefüllten Gebäudes. I» ka»n> fünfzehn Mi« nuten war der Holzbau vollständig niedergebrannt, bevor noch die Feuerwehr erschien. Die i» dem brennenden Gebäude befindlichen Personen konnten nur schwer Rettung finden, da der Brand an dem Material des Baue« uud an deu Dekorationen reichliche Nahrung fand uud erschreckend rasch um sich griff. DaS Gebänoe hatte nur zwei kleine Thüren. Alle« drängte diesen AuSgängen zu. aber nur wenige konnten bis zu den Ausgängen ge-langen, da die Menschen »lassen durch die Zelte und die Verkaufsstände gehindert waren. Das Ge-schrei der in dem brennenden Gebäude einge-pferchten Menschen erfüllte die Lust, aber niemand konnte Hilfe bringen. Erst nachdem das Gebäude niedergebrannt war. konnte man die Giöße de« Unglückes ermessen. Man schätzt die Zahl der Todten auf 164. Die Leichen der verbrann-ten Menschen lagen, so wie die Verzweiflung de« Todeskampfes sie aneinandergesührt hatte, aufge-schichtet da. Viele waren unter verkohlten Holz» stücken begrabe», wo sie vielleicht erstickt waren. Wer nicht das Freie gewinnen konnte, der ver» brannte. Unter den Todten befindet sich auch d.e Herzogin Sofie von Alen^on, deren Leiche bereit« amtlich agnosciert wurde. Die He"z:g'm von Ale— Con ist eine Schwester unserer Kaiserin und die schwergeprüfte hohe Frau weint seit der schrecklichen Nachricht ununterbrochen. Man schätzt die Zahl der Todten auf mindestens 164 und fast ebenso» viele sind verwundet worden. Da in dem riesigen Holzbaue nur zwei AnSgänge bestanden, so war, sobald diese durch Gefallene und Niedergetretene verlegt waren, eine Rettung unmöglich. In kaum 15 Minuten war der Holzbau vollständig nieder-gebrannt, ehe noch die Feuerwehr erschien. (Ein neuer Sport.) Knrz vor den Osterfeier-tagen fand sich in Görz der Inhaber einer Schieß» bnde — zur Ehre anderer Nationen fei gleich hier bemerkt, dass er ein aus Italien zugereister Italiener ist — ein und eröffnete in seiner Schau» bude auf Grund einer von der Statthalter« Trieft ertheilten Licenz ein Preisschießen auf lebende Tauben, Hühner, Wachteln mittelst Flaubertgewehres. Da die Licenz, wie erwähnt, von der Tricster Statthalterei ausgestellt worden wur, konnte selbstverständlich die untergebene Behörde eine Sistierung nicht vornehmen, und so kam e», dass das schöne Görz mehrere Tage Schauplatz einer geradezu empörende» Thierquälerei war. Man bedenke die Organisation diese« Prämien» schießen«! Die unglückchen Thierchen hockten auf hölzernen Pflöcken, welche so eingerichtet waren, das« die Füße der Opfer fest eingeklemmt werden konnten, die Thiere sich also nicht zu rühren vermochten. Geschoflen wurde mit sogenanntem Vogeldunst, das« heißt mit Schrot kleinsten Kali-bers. derjenige, bei dessen Schuß das verstümmelte Thier endlich den Kopf sinken ließ, erhielt dasselbe als Preis. DaS Martervolle wird einem jeden, auch dem Nichtiger llar, wenn wir darauf ver weise», das» ein solcher ZchusS bei einer Entfernung von fünfzehn Schritte» eine Taube nur tflbtft. wenn Vluiie oder Gehir»partie getroffen wird, im anderen Falle blos schmerzhafte Ver-wnndung eintritt. Um daS Qualvolle deS VIcteö C ermessen ^n sönne», ist jedoch außerdem in acht ziehe», dass die „Sch%n" zu», grbbte» Theile »»geübt iva»e» uud zwischen den einzelne» Scl>üsse» große Zwischenpause» eintraten, die grausame Handlung sich oft cnij zwei Stunde» hinaus erstreckte, Glücklicherweise erhielte» die Bvrsta»d?m>tglieder deS Österreichischen Bunde» der Vogelsreunde.^ Frau Katliarina Schreiber und Frau Dorothöe Edle von Brüll, sehr bald Nach-richt von diesem empörenden Schauspiel, sie über-zeugte» sich von der Richtigkeit der kaun, glaub-haft ersch'iiieiideu Mittheilungen und reichte» so-fort ini Name» des Bundes eine» Protest bei der politische» Behörde ein. Infolgedessen ver-füllt'- letztere die Einstellung des skandalösen Schau» spiele» uud mehrere Körbe mit Tauben wurde» nunmehr vo» dem saubere« Biideiiiiihaber »»ver. sehrt »nd lebend als SchnsSprämien abgegeben. Ans seiner Licenz befindet sich jetzt aber die Clausel, das Schieße» könne »ur auf mechanische Tauben vorgeuoninik» werde». Wir verweisen gelegentlich dieses Falles auf die mächtige Corporation des Oll'lrelchische» Bundes der ^^ogelfreunde, welche zur Stunde über 21 000 Mitglieder zählt, und bitten unsere Leser bei Kenntnisnahme ähnlicher Tierquälereien sich an deren Sekretariat, Graz, »iöblergasse 40, unverzüglich zu wenden. eS sei deu». dass sich in, eigene» Oite ein OberbundeS-wart des Bundes befindet, l/iir Wrinyartenlirlil;rr.> Chlorkalk lBlei-kalk> Lall«na chlorala, lio. El 4 ist das sicherste und bewäl,riefte Mittel zur Vertilgung und Hint-aiihaltnng der Reblaus. Phylloxera vnsintrix und aller aud.rrn Rebei-schädliuge. Je l Kilo „unver-witterter" Chlorkalk wird mit Kilo „Fett" gut zu einem Zeig vermischt, zu „Rollen" geformt und mit „Werg" (Hanf oder Leine») umwickelt. Von diese» so geformt.» .Rolle»" wird je ei» Längsstück genommen uud der Wurzelltock der kranke» oder befallene» Rebe einmal umwunden oder man legt ein Stück von dieler Rolle a» de» Theil der Wurzel wo die Reblaus mnthmahlich ihren Wohnsitz hat. Der .Anfang" der Bertis gu»g hat schon i» jedem Herbst nach der Wein-lese zu beginne» und muß im daranffolgenden Frühjahre fortgesetzt werden und zwar mit der peinliche» Lese oder Aufklauben aller trockenen abgesallenen Blätter »nd Weiustockbestaudtheile >onders nach dein Beschneide» d->S Stockes im Frühjahre.) Das Laub und die Abfälle sind mit der peinlichsten Sorgfalt aus Hansen zu lege» und sose.rt zu verbrenne». Ist der Weingarten so gereinigt, so wird wie oben beschrieben, mit dem Chlorkalk die weitere Vertilgung am besten nach dem ersten Gehauen der Rebe begonnen. In kurzer Zeit wird das Insekt vernichtet sein, ohne dass hiednrch das Gedeihe» der Rebe leiden würde, was bisher von dem jetzt allgemein angewendeten Schwefel-kohlenstt'ff und der übrigen Sulfate gerade nicht gesagt werden kann, da diese wohl daS Jnsect, aber die Rebe noch früher znni Absterbe» bringen. Die Rollen macht man so stark als eS jeweilig der Wurzelstock der zu reinigende» Rebe bedarf, was noch bemerkt werden inusS bei der Bern-tung veS VertilgungsmittelS Es dürfte sich somit der Versuch obigen Mittels lohnen, da eS jedes Jnsect vertilgt, ohne die Rebe oder sonstige Pflanze zu schädigen. Bei Raupenfraß an den Bäumen verwende man dieS Mittel mit dem besten »nd sich rsten Erfolg, nur muß die Rolle entsprechend stärker geformt uud unter der Krone des BaumeS umwunden iverden. Zur „Reinigung des Laube»" bediene man sich der Kalkmilch, die Löiu»g von je „2 Kilo »»verwittertem Chlorkalk" aus „l Hektoliter Wasser" in einem gut zu verschließenden Faße ausbewahrt. Mit dieser Kalkmilch wird ie nach Bedarf einmal täglich die verseuchte Stelle des Weingartens bespritzt nnd täglich fortgesetzt, bis die Reinigung als gelungen dasteht. Der Massenbesuch der Vögel, al« Staare, Weindrosseln ic. kann durch öfteres Aufspritzen hintangehalteu werde». Dieses hier empfohlene Mittel ist selbst von dein kleinste» Weingartenbesitzer mit de» ge ri»gsten Koste» leicht zu beschaffe», zu bereiten nnd leicht zn handhaben, ohne schädliche Wirkung für die zn reinigende» Reben, Bäume und son-stigeii Sträucher und Pflanze». Adolf NostiS k. k. Foritreferent a. D., Beamter der k. k. priv. allg. österr Bodencredit Anstalt. Auch Herr H. Kott in Cilli scheint ein Mittel gegen die Phylloxera gefunden zu habt», das er erproben möchte nnd die Bitte stellt, Weiiigartenbesitzer. welche »och lebenskräftige aber reblansbehaftete Weinstöcke in ihren Weiiigärte» haben möge» ihm gestatten, diese Versuche vorzunehmen, »albsgutisch Man gebe zwei Kaffeelöffel voll fein-khacklce $»MfI in heiße Butter, dazu eine Messerspitze tapeita und ein paar Tropfen Sffig, der dazu dient, dein Cancniicpscffer seine schöne rolhe Farbe zu erholten, Hierin schmorrt man ein Psund in messerrückdicke Würfet geschnittene« Kallifteilch »ngesShr 8 Minuten lang, bestäubt ti mit einem ltaffrelöffelchen voll Mehl und einer Prise Salz, giebt nach weiteren 3 Minuten eine halbe Tasse Bouillo.. dazu, kocht tt noch 2 Minute» aus und kräftigt ei mit einigen Tropfen Maggi'S Suppenwürze, friinW Alle die ein wolilsohmeckendesKaflee-g«trftnk lieben, peaund bleiben und sparen wollen. Z. 1873. Kundmachung. Gemäß § 17 der Gemeindewahlordnung für Pettau wird hiemit kundgemacht, dass die Wahl der Mitglieder deS GemeinderatheS auf den 8., 9. und 10. Junl 1897 anberaumt ist und im Nathhauosaale vorgenommen werde» wird. Jeder der drei Wahlkörper hat 6 Gemeinde-räthe »nd 3 Ersatzmänner zu Wählen. Die Wahlberechtigte» des drillen Wahl-Körpers wählen am 8. Juni 1897 von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis ö Uhr nach-mittags vie Wahlberechtigten des zweiten Wahl-Körpers wühUn aui 9. Juni 1897 von 9 bis 12 Uhr vormittags, Die Wahllirrechligten des ersten Wahlkörpers wählen am 10. Znni 1897 von 9 bis IE Uhr vormittags Sämmtliche Wahlberechtigten werden ein-geladen, sich am Wahlakte zn bet heiligen. Die Wählerliste» liegen stets z» Jedermanns Einsicht in der Stadtanitskanzlei aus Stadtamt pettau, am 20. April 1897. Der Bürgermeister: 3oscf Gruig. *ls votthnlhafitSltrHaffttZusatz empfohlen: HHteKKMaffee von. >n S faijruantit rt1*ttiil innre». «jbartlon 3M Leo», Rlkttltt*tr mUt«i»i»» mit Mi tt ••■•fttiit" u. t« start u min «tritt DtUagt ca. M J3a-ittiuint« Zu beziehen durch die Bachb. W. Blanke in Pettau. Alles Zerbrochene aus Glas. Porzellan, Steingut, Marmor, Alabaster, Elfenbein, Horn, Meerschaum, Gips, l^der. Holz, sowie alle Metalle etc. etc. kittet dauerhaft Rufe unerreichter U ii i v e r s a I k 111 das beste Klebemittel der Welt In Glasern ä 20 und 30 kr. bei W. Blanke, Pettao. Annoncen In allen Zeitungen um! KachtPltn^tirifton, Cotirabucher etc. beaorgt nach un I raverlAMig zu den vortheIIhafteten Bedingungen dir Annoncen-Expedition von Rudolf Mom«; dieselbe lUftrt Ko*tenan*chlttj:o Entwürfe für zweckrolia-•lg« und ge chmackvollo Annpi.cn, aowie Inaortiona-Tarife kostenfrei. ZE^\o.dolf Mosse Wien I., Seilerstätte 2. Prag. Graben 14. Berlin, Bratlin, Orutden, Frankfurt «. M„ Hamturg, K&ln, Itlptig, M«Q«et>uro. München. RUrnb«ro, Stuttgart, ZUrlct. Suche für mein Brantweingeschäft eine Verkäuferin, gute Rechnerin, deutsch und slo-venisch sprechend, gegen guten Lohn. Franz Kaiser. U1VSFRF T7 Monarchie ILLUSTRIRTES KAISER-JUBILÄUMS-PRACHTWERK • DIE ÖSTERREICHISCHEN KRONLÄNDER ZUR ZEIT DES 50JÄHRIGEN REGIERUNGS-JUBILÄUMS SR. K. U. K. APOST. MAJ. 1 l'ANZ JOSEPH L Herausgegeben van JULIUS LAUREN'Clt Sammlung photoyrnphischer Neproductionen der hervorragendsten Städtebilder, Bauten und malerischen Landschaften aller KronUndtr, 24 Monatshefte mit je 12 Iiildertafeln und 12 Seiten begleitendem vielsprachigem Text «'» deutscher, böhmischer, polnischer und italienischer Sprache. Complet ah literarisches Kaiser-Denkmal im December 1898. IM- Jede Lieferung nur i Krone. lieft 1: Hauptstädte der hauptsächlichsten Kronländer, soeben ersch itnen. Zu beziehen durch die Buchhandlung W. Blanke, Pettau. Probeheft* sind daselbst vorräthig. Brüder Sla witsch , »>»'' i'rmschiner» auf Raten. Stefan Stanic Witwe Tapezierer- und DecorationsgeachUft Bahnhofgasse 6 Pettau, Bahnhofgasse ß empfiehlt sich zur Anfertigung aller in dieses Fach einschlagenden Arbeiten in und ausser dem Hause. Garnituren und Polsteruittbeln in allen Stylarten, Decorations-und Scblafdivans, Ottomane, Ruhebetten, Betteinsiltze, Matratzen zu den billigsten Preisen in feinster und solidester Ausführung. Ueberbrauchte Möbel, Bettcinsätze und Matratzen werden schnellstens und solid umgearbeitet. Uebernahme von Spalierarbeiten. Ausserdem erlaube ich mir, die P. T. Kunden auf die neu eingelangten Mustercollectionen von Möbelstoffen, Ledertuch und Tapeten für die Saison 1897 aufmerksam zu machen. Zahlreichen Auftrügen mit Vergnügen entgegensehend, hochachtend Stefan Stani6 Witwe. Reinrassige Yorkshire-Zuchtf erkeln verkauft Mathilde Heller, Rann bei Pettau. Nähere Auskunft bei Brüder Slawltsch, Pflttail. j^Jfercatitil- (gouoerts mit Firmadruck von fl. 2.— per mille an, liefert die öuchdruckerei W. iZlanke, pettau. |anerkannte, beato delerreldi-ieohe and öeutaohe Fabrikate. Prciaa > hne Coiicurrenx Nih-maschinen-Bestand-theile tlisr SyitMii | compkt, neu ■ortlrt. Singer Handmasehine ....... Singer A, hocharinig mit Verschlusskasten Singer A, hocharmig. deutsches Fabrikat, mit Perlmutter- Kasten und Luxusausstattung . . . Singer Medium, mit Verschlusskasten . . Singer Medium, deutsches Fabrikat . . . Singer Titania. grosse, lür Schneider . . Singer Titania, grosse, lür Schneider, deutsches Fabrikat Wenler & Wilson, Berliner Fabrikat, beste Nähmaschine für Weissnttherei.............. fl. 24.— 30.— 40.— 42-50.— 50.— 60.— Howe C für Schneider und Schuster.........fl. 42.— Beate deutsche Ringschiffchen für Familien........60.— Beste deutsche Ringschiftchen f. Schneider u. Schuster „ 76.— Beste t'ylinder-Klastik f. Schuster m. längst Arm und kleinst Kopf, ringsherum transport., auf Bockgestell „ 85.— FnhrrnHpr> Sl#*"» Orsir, 1897, »», <»r c«,!»»,. „»« Fakrrl4«r-Fi»rik-r am I OUCI , «tlm-tHilllAin. An«rl<«nnt bMtM FltrlUt. Elegantes Tourenrad..............fl. Sehr elegantes Halbrennrad...........„ Hochelegantes Baibrennrad............. Fahr- Unterricht gratis. 42 — _ _ Wir machen die P. T. Kunden auf die notirten Preise besonders aufmerksam, indem die Preise der anerkannten, beliebtenTabrikate Concurrenz leicht übertreffen. VerhaufHlor.nl und lieparaturircrknt/ltte im Hause den Herrn Jonef Hlubek, Frtrber(/atme. Sämmtliche angeführten Sorten sind stets lagernd. — Preise netto Cassa. — Preise auf Baten nach Übereinkommen. 150.— 170 — 180.— 6 — | Die anerkannt beste '"WU Peronospora-Spritzel ist die von Franz Bieger, Bozen. Dieselbe hat kupfernen Kernel, Verlänuerungsrohr mit separatem Zerstäuber zum Bespritzen der Obstbäume, ist leicht, sehr solid und dauerhaft gearbeitet. Vom Herrn Weinbaulehrer Stiegler wurde diese Spritze wiederholt lobend anempfohlen. Preis complett sammt Verpackung f|. fß.— Steiermärkische Landes-Curanstalt Rohitsch Sauerbrunn Südbahnstation Pöltschach. Saison I. Mal bl» I. October. Trink-, Bade-, Kolken- u. elektrische Curen. Pro"pocto durch dlo Direktion. Die weltberühmten Glaubersalz-Sauerlinge, empfohlen durch die ersten medicinischen Autoritäten bei Erkrankung der Verdauung»- und Athmungsorgane und zwar: Tempelquelle als bestes Erfrischungsgetränk, Styriaquelle als bewährtes Heilmittel, versendet in frischer Füllung die landschaftl. Hauptniederlage im Landhause in Oraz und die Brunnenverwaltung iu Rohitsch-8auerbruniL Der laodsch Rohitiicher ist überall erhältlich. "W» Gesündeste« Mädchen - Pensionat CILLI. Schulbehördlich concossionirt. — SorgsÄltigo Erziehung und Pflege. Wissenschaftliche und praktische Ausbildung. Höhere Töchterschule und Volksschule. Sommermonate die Sannbader. A> htungavoll E. Haussenbüchl. Wie anuiDgtnglicfa nothwendig du Bespritzen der Weingärten i»t, hat lieh In der leUtrerlloeaenen Campagnu deutlich erwitnen, nachdem Bar die be-aprititen Culturen erhalten blieben. Am braten fQr diesen Zweck hat alch P*. *a>rarth k v» PA TEN Till TE selbstthätige ■a.. ^flaa^Lzea^.-Spritze DKT~Ö YPHONIA" -*5 bewahrt, welche ohn« tu pumpen die Plllnigkelt aaibetthätlg Über die Pflanzen »Uul t Vlale Tausende dieeer Sprllwn »leben In Verwendung nnd zahlreiche lobend« Zeugniaa» t>». welaen deren Vorillgilchkelt gegenüber allen anderen Syatemen Man verlange Abbildung nnd Beachrolbiuig von IPlcL. 2v£a3rfartla. Co. Fabriken landwlrt. Maschinen» Spetisl-Fsbrik für Weinpressen u. Obetverwertungi-__Maschinen WIEN, II1, Taborstrasse Nr. 76. Catalofe und tahlreiche Anerkennungsschreiben gratn. — Vertreter und Wieder-verkMufer erwUnscht. In Pettau zu beziehen durch MAX OTT. Scheuer - V erpachtung. Die im Oherpettauer Maierhoie befindlichen Scheuern und Heuböden werden Montag den 10. Mai Vormittag 9 Uhr im Licitationswege auf weitere 3 Jahre verpachtet. Hiezn ergeht die höfliche Einladung: von der Gräflich Herberstein'Mhen Domänenverwaltung Pettau. Petter. Echte wasserdichte Tiroler T77"etterrr^.är^tel nur bestes Fabrikat, aus reinem, echtem Kameelhaar-Lodcn. Sommer-Qualität in jeder Männer-Grösse, stets lagernd pr. Stück 12 und 16 fl. Die überraschen,! schöne und gute Qualität bietet leichte Concurrenz zu jedem anderen Fabrikat. Alleinverkauf der Sorten bei Brüder Sla witsch, Pettau. £r Azerin-Blau-Vitriol 5 zur Weingärten-Bespritzung, execuliv billig zu verkaufen bei Josef Herrn ill Graz, Mariahilferstrasse Nr. 28. Bruder Mauretter empfehlen frische Füllungen von Sauer- und Mineralwässern, wie: Badeiner, Bohitscher, Krtnigsbrunnen, Mnrienquelle, Mattoni (iiesshübler, (ileichen-berger Constantin- und Emmaquelle, Original-Selterwasser, (iuberquelle, Preblauer, Bon-cegno, Hallerjod und Ofner Bitterwasser, sowie nlle Flelschextracte von Liebig und Marke Flage, Fleischpepton von Liebig und Kemerich, pulv. Fleischextract Somatose, neuestes, bestes Kräftigungsmittel für Kranke. Alle Hohenlohe Haferprfiparate, wie. Hafermehl, Hafergrütze, Haferflocken, Hafer-cucao „Servus", Erbswurst und andere Hohenlohe Suppenconserven. Rother Wein, 1 Liter 28 kr. Budsreiser Bier, 1 Liter 20 kr., sowie nlle anderen Delicatessen und Spe-zereiwuren zu den billigsten Preisen. Äe ist keix Hixieniz. Wenn man gut und billig bedient werden will, wende man sich vertrau-en « v 0 ll an die unten stehende Firma, Man bekommt daselbst einen guten Winterrock um fl. 16. einen Stadtpelz. Bisam, Prima.Sorte um fl. Kö. einen Pelz-Sacco fl. 80, einen Loden-Auzug um fl. 16. einen Sal 0 n-R 0 ck u m fl. 20, ebenso die feinsten Sorten. Für JOtfljt» paffenbr# tutrb daß tfrlb r r 10 ti 1 g r> geben. Provinz.« usträge gegen «ach-nähme. Stoffmuster unb Mabanleituitg sranco. Auch genügt ein Musterrock, um ein passende» Kleid zu bekommen. Jakob Rothberg er, t. u, k. Hof-«leider-lieserant. Wien, L, Stesantplatz 9. Grössere Anzahl leere Kisten verkauft W. Blanke, Pettau. — 7 — Johann HofFs Malzpräparate für Schwache und Kranke. Johann Hoff'4 lalz-Gcsimdlieils-Gctränli. Hei Bnut-, Lungen- und Mageiilelden Ver-i|>uun.'«be»chw»rd»n »Ilgomoiner Entkrkftung. ..wie für lleconvaleacenten lwetbewährtea, wohl-s-hme kendee SUrkungaroittel Seit 10 Jahren o.l«r noch Unser kauf» ich ri Itirvrn Ihr Malif«eundh«itat>ier und auch dlf i irren Malzpriparat». Sie ilnd da* einzige Mittel, welch« meiner Frau wieder iu ihrer Ge-in»lheit verbolfen haben. Bitt« um ein« neu« Stnjuag 0 BAgrter, Wien, HofmUhlgaea«. Johann Hoff'9 Conccotrirles Malz-Extract. Bei Kehlkopfkatarrh, Bronchlalkatatrh, sowie veraltetem Hosten. ist besonders fQr Kinder bei Erkrankung der At hm un^so rgs.no ru empfehlen; such höchst angenehm su nehmen. Johann Hoff'" Mz-GesiiinIliciiH Johann Hoff% e.lalz-Eilracl-Brasl-Btiibons.1 Ihre Malzpräparat« »ind wirklich gut» und kniffig» Mittel. Ereuche daher, mir wieder & gro«»e Flacon» concenlrirtea Mali-Extract, I I fund Malz-Cbocolade u t « Beute. Bnut-Mali-Bonbon» zu aenden Q. flectier, Maj , J7. Ins-HegGroaawardein Bei Schwache, Blutarmuth, NerioeitUt, Schlaf- Bei lluaten, Hrieerkeit, Verechlelmung un loalgkcit, '•ppotitloelgkoit »ehr bewkhrt. Ul Obeitroflen. LHe achte« ■alz-Eztract-lruet-Bonkeail iu-aeret wolilechroeckend, »--wie nahrhaft und künn«n ohn« Vei dauungaeUirung In beiiehlgor An-1 wird mit boaonderem Erfolg« b I echwichllchen uhl gebraucht worden Kindern und nUtrenden Müttern gebraucht I . ----- --Wunderbar war di« «chneti« Bcaetiigunl Ihr« Mali-Choco.ade Ut die «onUglkhal«, di« lurinea liartoli. kigen Huetena durch Ihre Mali] Ich kenn«. Ich habe diee angenehme Getränk b*, Extract-Bru»t-Bonbon«. chronischer Magen-, roapactlve VerdauungaatSrang, ». Z«dllti-N*«klroh, Waidenburg Blelchaucht und In allgemeinen S hwüchnza- Ihr« Bonbon« bekommen meiner Frau bell attndan »tat« mit gutem Erfolge angewendet. ihrem Huten und aithmaüac »ra Leiden auege [ Dr. Mioolai Arxt in Triehel. «"lehnet. Buch, Marter, Weiechtilx Zu haben in Apotheken, besseren Droguen-, Delicatess- und Spezerei-Handlu.igen, sowie direct bei JOHANN HOFF, k. n. k. Hoflieferant, Wien, I. Bez., Graben, Bräunerstrasse 8. Prospecte mit Preislisten gratis and franco. P. T. Beehre mich die höfliche Anzeige zu erstatten, dass sich mein Maler- und Anstreicher-Geschäft, sowie Pinsel- und Farbwarenhandlung Ungarth orgasse Nr. 6 befindet und hier stets folgende Mater- u. Anstreicherartikel in bester Qualität zu den billigsten Preisen erhältlich sind, als: Feinst geschlemmte und gemahlene Erd- und Fa9ade-Farben, in Firniss geriebene Öl-Farben in allen Nuancen. Desgleichen sämmtliche feinste Kutschen-, Schleif-, Möbel-, Damar-, Witterungs-, Eisen-( Etiquett- und Strohhutlacke, wie auch Fussboden-Bernstein-Öllackfarben, als wie Politurlacke in Glanz und Matt, Nussbeize, flüssig und in Körnern, Gold-, Siloer- und Kupfer-Bronze, Gold-, Aluminium- und Kupferlacke. Ausserdem halte ich stets die sehr dauerhafte, waschbare Fussboden-Sparwichse für Parquet-und weiche Fussböden in bester Qualität am Lager. Übernahme sämmtlicher in dieses Fach einschlagenden Zimmermalerei-, Bau- und Möbel-Anstreicher-Arbeiten, wie Schriftenmalerei. Achtungsvoll FRANZ PETROWITSCH. ' Bartoschs Zahncement zum Selbstplombieren hohler Zähne. Mit diesem Mittel, das seit mehr als 20 Jahren erprobt i ist, kann sich jedermann ohne Mühe nach Angabe der (iebrauchsanweisnng eine Zuhnplombe anfertigen; weshalb dasselbe insbesondere dort, wo zahnärziliche Specialisten fehlen, als ein willkommener Behelf zur längeren Erhaltung der Zähne, sowie auch zum Schutz gegen Zahnschmerz bezeichnet werden darf. Preis I Blastiegel I II. Zu haben bei Jos. TX7"eis, (Apotheke zum Mohren) WIEN, I.. Tuchlauben 27 sowie in den meisten Apotheken Steiermarka. Gedenket bei Wetten, Spielen u. Testamenten des Verschönernngs- und Fremdenverkehrs- Bereines. Ferd. Körösi, Graz, Das concessionirte, im besten Betriebe stehende ienstmänner-Jnstitut Pettau ist wegen eingetretener Familien-Berhältnisse bis 3uli 1897 zu annehmbaren Bedingungen verkäuflich. Nähere Sufcfunft ertheilt Frau Christine Schosteritsch in Pettau, Trans-porthauSgasse Nr. 2. Sporgasse 4 und 0 empfiehlt ftvtcG:»'1®' BESTE eronospora- >prlKg „Non plus Ultra" Peronospora-Spritzen (Patent Georg Czimeg.) Anerkannt bestes, dauerhaftes Fabrikat, leichte Handhabung, ausgiebigste und feinste Zerstäubung, keine Reparaturen: Kupfertmtte. Hei Sendungen von 8 Stück frnneo jeder Hahnstation. Heschrei-bungen postwendend kostenfrei. Das Gasthaus „zur neuen Welt" iHt sofort unter günstigen Bedingungen zn verpachten, eventuell tüchtigen Leuten auf Rechnung zu gehen. Anzufragen hei J. Kravagna, Pettau. Daselbst ist auch EIS zu verkaufen o. der Eixkeller mit zu benutzen. eKarten vom vorräthiff bei W. BLANKE in PETTAU. Eigenbau-Weine. ALTER STADTBERGER, pr. Bouteille 50 kr. TISCHWEIN pr. Liter 26 kr. TISCHWEIN 1885 pr. Liter 50 kr. empfiehlt K&tla-i Lercli, PETTAU, Draugasse Nr. 4. T. W. S. JhmpfcSi Da» Bad im llaune i-l iU» cm ist Mittel, um den grw»»n UaU ren, welche au« der Ve uacbtüsaiiciiig de Kb net pflege *>ih entwickeln, mit Siicheitieit zu enigii >», (Lei mau m » »Ich herzu Hi>lid(f nnil p akliacli «rprubter Apparate be iei> o und »I» noleh« k&t.nrn die Triumph-Wiegenbad-Schaukeln nihiff sin|»!< laU'U werden, denn »le bl*leu 1. «II« VortMJI« 0«w5hnlloh«r Badewannen, weil »ie *u Voll-, Halb-, Bit* un I Kinder«i*tuicin tu«! kaltem, lauem ixlti warm n« W#««r xu gehraurheti ■UMI ; t die Möglich rtt, WelltnMder !« Zimtner tu «eHman, w.»hci der Wett d» durvh Jm gleichzeitig« Einwirku»# von Lult und W«»r er/ieltuti Wtlktn-e blajce« nicht «'Mt bclont su werden bruurht; S volllttndlfla Oampfbk-jer, w Hi« für die Wid^rdiwUIÄhi krlt des körp«rt u nJle Jürkaltun*»- »i» I KieborkrnnkhviUn uim! wmlt aui'h gegen alle Epidemien von grosser Wichtigkeit »Ind! Dia Triiiniph-Wü-genbad Schauke u r-imi aber auch fUr Jadaa Mauahalt dia aiiga-nabmatan Hadc Apparate, denn I. bita><»pru hen «U- *aiu wenig Wu wer — 2 Elmar genügen aobon iu einem Wellenbade j ». ein «ind leicht und hnmllUh — aalbet »Ine eoboache Peraoa kana ilela eplelead eatlearan und traaeportleran; S. nehmen >i« I» t keinen flau ein — «la «erden einfach aa die Wand getiUngt; Die Triumph-Wn denn Grösse und Preise der Triumph-Wiegenbad Schaukeln; icg>'ubail-M'ha»krln «ind vi n einer aavarwbatliclia« Oaaerfiaftlakelt, denn dar Rumpl I»t au aiaiM SttK'k Ankert gt und i<' l^edi»>rn tahr billig. Nr 0 I Lange: 113 IM* IM 171 im 17 I«1 MV im :lo sa Golden I« l« - 1 T-inmph Wiegenbad-Schaukel Ki rtel : IU 24 *H 1 Schwill-Ein ichtung daxu kualet: — l& 18 Di« Praiaa verstehen »Ich eiiuchlleorto nach <«ens IV Kr Männer-Oesangwereln, Pettau. Jeden Dienstag u. Samstag robe. nnd Seiohenberger Tuch- Anzugstoffe! Directer Verkauf an die Prlvatkund8ChaftT Man verlange Muster unserer reizenden Neuheiten. Hochelegante Frühjahrsanzüge, — ganzer Anzug fl. 6.70, fl. 8.—, fl. 10.— etc. FRANZ REH WALD SOHNE Tuchfabrikslager REICHENBERG I. B. Für Hustende beweisen Über 1000 Zeugniffe die Vorzüglichkeit vvn Kaiser's Brust-Bonbons sicher und schiiell wirkend bei Husten, Heiser-1 keit, Katarrh und Verschleimung. Größte Specialität öslerreichS. Deutschlands und der! Schweiz. Per Pnk. 20 iir. bei H. jttolitor,) Apotheker in Pelta». Reben-Veredlungs-Messer und Gummiband zur Griinveredlun^ der Reben in bester Qualität am Lager bei Wilh. Sirk's Nchflq. in Pettau. Doge, getigert, Männchen, gross, 2 Jahta alt, wachsam, ist zu verkaufen. Anfrage „Pettaoer Zeitmg." verantwoiilicher Schriftleiter: Josef Feltner. Druck und Berlag: W Blanke, Petta». !)*>; [.'d Weitage ^ur ■J0cttaitrt* 25cit**:rtg Das rechte IDort. 9! o D f I l f von E. $ a i n b c r g. («chl«».) ie unteren Räume der Villa waren inzwischen wieder in bewohnbaren Stand gesetzt nnd die Kommerzienrätin lg/ mit Hedwig und der Dienerschaft wieder dahin überge-Ä siedelt. Hedwig sah nun jeden Tag um die Mittagszeit "3 im Garten, vorsorglich in wanne Decken gehüllt, dann lonnte sie schon kleine Spaziergönge »nternehinen, die sich mit je-Itciit Tage weiter ausdehnten. Der Spätsommer war nun bereits eingetreten: feine Epinn« titrocbe flogen durch die Luft und spannen Brücken von Baum zu 'fntmt, von Strauch zu Strauch, auf denen um Mitternacht bei hrllrm vollmondschein die Elfen sich lustig schwingen. Die Luft war durchsichtig klar und rein, und vl,n jener köstlich herben Arische, wie sie Rachsommertagen mit vorherrschenden Ostwinden eigen ist. ?ie Bäume standen im bunten Laubschmuck, grün, rot. gelb, in de» mannigfachsten Schattierungen, im Warten prangten Grmginen uud Wer in bunter, aber duftloser Schönheit. läglich fühlte sich Hedwig mehr gekräftigt, täglich kam sie langer und frischer von ihren Ausflügen zurück. Sie konnte sich jetzt ganz dem Zauber hingeben, den die Natur auf sie ausübte, memand störte sie. Die Konimerzienrätin überlieh die Genesende bei diesen kleinen Ausflügen gern sich selbst, weil sie die wohl« itiätige Wirkung dieses Ollen, ruhige» Grnnffe» an Hedwig be-i>>>achtete. stundenlang sah Hedwig aus einem ihrer Lieblingsplätze, ent-wrdrr im heimlichen Dämmerlicht, das eine Gruppe dicht stehender Waldbäume über sie ausbreitete, und zwischen deren Kronen irhmale Stückchen blauen Himmels hindurch schimmerten, oder anch i» weiter, freier Lüftung einen herrlichen Blumenflor vor sich; mweilen anch auf einer mäßigen Anhöhe mit dem Blick in weite fernen. C . wie erhaben und schön ist doch die Natur, doppelt ichöii im Bewußtsein wiederkehrender Kraft und Gesundheit. Welche Freuden birgt sie für den. der ihre Schönheiten zu erkennen und idr geheimnisvolles Walten zu beobachten weiß. Für ihn hat die Aatur eine Sprache, rein und lauter wie Gottcsodein. - Auch heute faß Hedwig auf jener Anhöhe, das schöne, wieder lebensvolle Buge ins Weite gerichtet. Sie hörte nicht den hasti-«im Männerschritt, der sich ihrem Platze näherte, bis Doktor Wild »eben ihr stand. .Ich freue mich, daß meine Ahnung, sie hier zu finden, mich nicht betrogen," sagte er nach der ersten Begrüßung .Ist es hier nicht schön?' antwortete Hedwig. .so mit einem Wick ein größeres Stück Welt zu überschauen. Wie viel Frrnde und Leid, wie viel Kummer, Sorgen und Mühen, wie viel er« niilgener Erfolg oder gescheiterte Hoffnungen bergen sich wohl zur .ieit. da unser Ange da» alles umfaßt, in jenem Stück Welt zu lmieren Füßen? Und doch, wie friedvoll lacht uns daö Thal mit leinen vänsergrupven uud eng umfriedete» böse« entgegen. Man wllte glauben, wenn man die Welt so an» der Vogelperspektive iletrachtet, jeder Hader, jede Schuld sei vo» der Erde entschwunden. nicht» als weihevoller Frieden, schaffende Arbeit und Segen 'in der Mühe Preis sei da unten zu finden. Wohin mein Auge l'lickt, was meiu Ohr vernimmt, ich sehe nur Frieden. Friede» und !»'ilige Lobeshvmnen tönen für mich ans der Sprache der Natur." .Weil der Frieden in Ihnen wohnt, deshalb sehen und fühlen ->e ihn auch in der Natur. In der Welt zu unseren Füßen, in Natur rings um nnS herum, hört der Kampf nicht auf. Wer weiß, wie viel Zwietracht und Bosheit sich eben da nnten ihre vier sucht, wir der Moid aus den Ahnungslosen lauert, und wir mancher VerzpeiflungSschrei zum Himmel dringt? Sehr» Sir dort den Habicht, wie er seine auserkorene Bente immer rnger umkreist und näher zn ihr hinab schwebt? Lder jenen Hase» in wilder Flucht, wie er sein Leben vor der »ugel seines Erbfeindes zu der« gen sucht? Aprnthalben, und ohne Unterlaß der Kampf ums Dasein ! Friede — ein schönes Wort, ein köstliches Gut! Aber ihn tragen wir iii uns, außer uns suchen wir ihn vrrgrdens. Doch wo wir hingegen, da nehmen wir ihn mit, uud grbrn ander» eine» Teil von diesem HimmelSgutr." .Fast könnten Sie einem dir Natur verleiden, mit Ihrrn Rrdr» vo» ewigem Kampf in derselben. Doktor. Was ist häßlicher, als daß der Schwächere ewig daö uiiterliegeude Opfer des Stärkeren ist, denn Stärke ist kein Verdienst, sie ist nur ein Zufall, ein Ge« schenk der Natur.' .Zufall erkenne ich in der Natur nicht an, alles hat Zweck nnd Bestimmung > Auch Kamps muß sein. Durch ihn stählt sich der einzelne und eiitwickelt seine Kraft. Der Kampf ist nötig, »»> das Weltgetriebe In Ordnung zu halten und zu größerer Entwick? hing zu ftiöjxn. Den« wie der Kampi der Elemente die Lüfte reinigt, uiwiwch jrdrm Sturm auch wieder heitere Tage. Ruhr und Heller S»nneufchein folgt, so kommt im Leben des Mensche» »ach Kampf und Streit die Einkehr in sich selbst, rr erkennt seine Mängel und Fehler, und indrm er sie in Zukunft zu vermeidru sucht, arbeitet er an seiner Besserung, er wird geistig immer voll-kommener.' .Sie rede» dem Kanwf und Streit das Wort,' erwiderte Hrd-wig sinnend, > .und doch, um nur ein Beispiel zu erwähnen, wie viel lieber weilen wir in einem Hause, wo Frirdr »nd Eintracht herrscht, als da wo Zwietracht »nd Hader ihrr Wolmstättr haben? Niemand wird sich ein Weib wählen» vo» dem er weiß, daß rs seiner Tage Frieden stören würde.' .Da haben Sie recht. Hedwig. Allein rs ist ei» axderes. d u Streit hervorsuche» und Zwietracht säe», als den Kampf, zu drin ma» uns herausfordert, nicht fcheuru. Lagt doch schon dir Schrift: .Auf daß ih» einen gutrn Kampf kämpfet." Und nnsrr größtrr Dichter sagt: .Mensch sein, heißt Kämpfer sein.' De» Frirdrn lieben und den Kamps nicht scheuen, da« sei unser Losungswort. Oder wollte» Sie dem Manne da« Wort reden, der «rgebungsvo» zusteht, wie ihm Hau« und Hos geplündert wird, oder wir ein Ruchloser sei» Weib, sein Kind beschimpft, der nicht sein allr« daran setzte, sein Eigentum vor Räuber und Diebeshänden zu schützen, »nd den Schänder seiner Ehre zu züchtigen?" »Nein, bei Gott, nein! Sir haben recht!' sagte Hedwig hin-gerissen. »Von dieser Seite hatte ich e« bisher nicht ausgrfaßt. Ich haßte den Streit und zürnte dem Menschen, der solchen mutwillig heraus beschwört. Aber er muß sein. Und jrtzt vcrstrhr ich erst recht des Dichters Wort! .ES kämpft drr Mensch, so lang er strebt. DaS heißt: Kämpfe um die Güter, welchr Dir grwordr», oder auch um die, welche Du noch zn erringen strebst. Aus solche Weise ist der Kampf geheiligt" Wild faßte ihrr Hände. .Ieyt,' sagte er. .sprachru Sir da» rechte Wort zur rechten Zeit. Hedwig. a»ch ich will kämpfe», redlich kämpfen um »in köstliche» Gut, da« ich erringen mochte. Wollen Sie in diesem Kampfe mir beistehen, oder wollen Sie auch ferner meine Widersacherin sein?' .Ich. Ihr« Widersacherin, wann wäre ich da« je grwrsrn?' .Jahrelang/ Hedwig ' .Jahrelang?' .Ja, jahrelang Denn jahrelang ringe ich um Ihre Liebe, und Sie, Hedwig. ließen mich glauben. dai> ich Ihnen gleichgültig sei. Sie gaben mir nie ein Zeichen der A^> untening Warum da«, Hedwig, warum verbergr» Sie mir Ihrr Lirbr?' .Mein Gott, wie konnte ich das ahnen? Und wie kSnueu Sie wiflen —?" .Woher ich um Ihre Liebe weiß? wollen Sie fragen? Ja. Hedwig. die mußte ich Ihnen auf de» Kopf zusagen, damit Sie mir nicht auf» neue entschlüpfen. Gott sei Dank, Hedwig, ich weiß jetzt. daß ich wieder geliebt werde, »nd nun ruhe ich auch nicht, bis Sie mir freiwillig das GestiiuduiS wiederholen und sagen, daß Sie mein liebes Weib werde» wollen." .Sie sagen, Sie lieben mich? Aber mein Gott, wie ist denn das möglich, Ritta —" .Sie fragen, wie das möglich ist. daß ich Sie liebe? Ja. Heb-wig, haben Sie den« all' die Jahre, da Sie noch in Ihre» Vater» Hanse lebten, «ichts davon gemerkt? — Nitta hat meinem Her-zen nie näher gestanden." Hedwig schlug die Hände vor das Gesicht; sie wollte die Thrä-«e« nicht sehen lassen, die heiß und doch wie milder Balsam au« ihre» Augen stürzten. Er hatte sie geliebt, all' die Jahre, wäh-rend sie in zweifelnder Onal gedacht, daß er ihrer nicht begehre, daß sie ihm fremd und gleichgültig fei, nein, nicht fremd nnd gleich-gültig, daß er ihrer nur in ruhiger Freundschaft gedeuke. .Hedwig spreche» Sie das rechte Wort!" Da schlug sie die thrä»e»feuchten Augen zu ihm auf. .Ja, ich will Ihr Weib sein!" .Hrdivig, Geliebte! Das war daS rechte Wort! Doch einer klei-nen Verbesserung ist es immerhin noch bedürftig. Willst Du mir einmal nachspreche» ?" Hedwig nickte lächelnd. .Ich will Dein Weib werde», denn ich habe Dich lieb, Johannes." Wort um Wort wurde der vorgesprochene Satz nachgesprochen. .So, nun da das rechte Wort zur rechte» Zeit gesprochn!, nun folge der verlobungskuß! Hedwig, me!«e Braut, wie lange schon habe ich niich «ach Dir gesehnt!" Er drückte ste a» sich, das geliebte, heiß begehrte Mädchen, daS er ans Feuersglute» sich gerettet. .Eines sage mir »och, Johannes," sagte Hedwig, nachdem sich die erste» stiirniische» Ergüsse gelegt hatte». .Wodurch wußtest Du um meine Liebe, aus welche Weise hat sie sich Dir verrate»?" ..Weißt D« nicht, mein Herz, daß fieberkranke da», was sie am meisten beschäftigt, auch in ihre Fieberphantasien init hinei» trage»?" .Und da habe ich ausgeplaudert?" Hedwig bedeckte in mädche»-hafter Scheu ihr erglühendes Gesicht. .D» brauchst Dich desie» »icht zu schämen, Geliebte. Es war notwendig, daß ich davon erfuhr, ich hätte sonst nie den Mut gefunden, Dir dies zu gestehen, und wir ständen nns heute noch eben so fremd gegenüber, wir seit Iahren, und wer weiß, ob e» je zu riner Aussprache gekommen wäre. Etwas Gutes hat »»S Deine Krankheit also doch gebracht." .Und noch ei» wider Gut," dachte Hedwig. '.Eiuer verirrte» hat sie de» Weg z»r Rettimg gezeigt. Herr, Dei»e Wege sind wunderbar uud unbegreiflich." Arm In Arm trat das Brautpaar de» Rückweg a«. Ann in Arm traten sie der Kommrrzie»r8tin entgegen, die aber gar nicht erstaunt war. sondern nur eine große Freude zeigte, als wäre längst Erhofftes hiermit in Erfüllung gegangen. Sie breitete den» Paare ihre Arnie entgegen. .Meine gelieb-te» Kinder!" rief sie. .Ich wünsche Ihnen Glück, Ihnen beiden, aus vollem Herzen! Dieser Augenblick löscht vieles ans. Er söhnt niich aus mit meinem einsamen Leben voller Bitterkeiten »nd Mißmut, ohne Glück, ohne Frieden!" .Anne Freundin!- sagte Wild. .Ja ann, aber arm durch eigene Schuld, weil ich die Güter dieser Welt höher achtete, als ein treues Herz. — Ich weiß, Hed-wig," wandte sie sich a» diese: .Sie tragen dem Manne, dem Sir sich he»te verlobt, ein Herz voll Liebe e»tgegen. Lassen Sie diese Liebe Ihr höchstes Gut sein, alles andere dagegen ist eitel. Machen Sie ihn glücklich, denn er verdient es, wie sei» Vater es verdient hätte," sehte sie mit sinkender Stimme hinzu. „Mein Vater?" sagte da Wild erstaunt, „kannten Sie ihn denn?" .Nach dreiimdzwan^iajähriger Ehe starb mein Gatte, ohne daß ich besonderen Schmers über seinen Tod empfunden hätte. Er war mir eben fremd gehtsrben, ich hatte nicht ihn, sondern nur seineu Reichtum geliebt, nnd war ich doch jetzt uuumschräukte Herrin über ein großes Vermögen, um denenwillcn ich einst den Tren-bruch an Ihrem Vater vrrilbt hatte. »Selbst meine Stieftochter war vo» ihrem Vater zu mriuen Gunsten i» ihrem Erbe benachteiligt; ich fand di»s nur in drr Ordnung, hatte ich doch inei» jnnge», blühendes Lebe» dem alter»-de» Manne geopfert »»d dem Geliebte» meiner Jugend entsagt, sollte das alles vergebens gewesen sein? .Obgleich ich nnnmrhr virrzig Jahre.zählte, war ich doch »och lebensfroh n»d ge»»ßsüchtig genug, da» Leben in all seinen Freu-den genießen zn kö»»en. .Aber e» kam ander». Gott, der Gerechte, rüttelte an mcii. m Herze», er wollte mich zu sich heranziehen. Er nahm mir m, : r Kinder Erst meine» Sohn, meinen Liebli»g, dann meine Tori).% mein lebte« Kind. Ich aber erkannte nicht die Hand des ln -miitigen Gottes, der auch da» geringste feiner Geschöpfe nicht i><, derben lassen will. Mein Herz bäumte sich ans in wilder ve> zweifluug und bitteren Trotz, und erhärtete sich noch mehr. Tic Leiden anderer mitanzusehen, ward mir eine Art Genugthim i Warum sollte ich alle!» leiden, hatte» die andere» etwa» vor mir voran» ? Ich ward gefühllos gegen die Armen und Notleidend , Hatte Gott kein Erbarmen, warum sollte ich e» haben? Haue Gott kein Erbarmen, warum sollte ich, das Geschöpf, e» dem ©choi ; r zuvorthun I Ich floh die Menschen, weil deren Freud« ein Stachel für mein freudenleeres Dasei» war. Nun hätte ich wohl diuch ein wenig Menschenliebe meinem Dasein wieder Wert verleibe» können» aber ich wollte weder Liebe geben, noch sie bei andricn suche», ich liebte nur mich selbst." .Mir aber haben Sie Liebe »nd Wohlwollen entgegen gebracht,' sagte Wild weich, .gegen mich waren Sie stets gütig." .Ja. vo» Ihnen ging der erste Weckruf aus, der wieder an mein verhärtete» Herz tönte, der venva»dte Saiten »nd vertrame Areorde anschlng, deu» Sie wäre» ja ga»z das Ebenbild Ihre! Vaters, und die Erinnerung an meine uuschuldvolle MÄchenzrit und das reine Gefühl, das mich Ihrem Vater verband, ließ Är> sichle in meinem Herzen aufleben, die ich längst erstorbeil wahmr. Dann kam der zweite Weckruf und der kam durch Hedwig." .Durch mich?" fragte Hedwig erstaunt. .Ja, durch Sie, Hedwig. Ich behandelte Sie schnöde, mit ab> weisender Kälte. Sie aber waren-sanftmütig. nnd geduldig trugen Sie meine Launen. Gar bald entdeckte ich Ihre Liebe zu Doktor Wild, anch Wilds Liebe zu Jhueu blieb mir kein Geheimnis. Ich aber hatte andere Pläne mit ihm vor, und die dursten Sir mir »icht durchkreuze«. Dnrch die Hand meiner Enkelin und den ihr dereinst zufallenden Reichtum glaubte ich die Schuld tilge» z» können, die ich einst an seinem Vater begange». Aber ich mußtc erleben, daß auch dieser Plan scheiterte. Wild schlug die Hand meiner Enkelin ans. Und dann kam der letzte, furchtbare Weckrui. Die unbesonnene That meiner Enkelin, der um ein Haar Ihr Lebe», liebe Hedwig, zum Opfer gefallen wäre. Diese erst hat mich zur volle» Erkenntnis gebracht, auf welche Abwege ein selbstsüchtige? Herz führen kann. Aber zugleich erkaiuite ich auch de» Weg, dr-i ich fort«» z» gehen hatte. Richt, indem ich Ihnen, lieber Doktve. meine Reichtümrr zuwandte, konnte ich die Schuld au dem Sohne tilge«, die ich einst an dem Vater begi»g, sondern indem ich Ihnen das Weib Ihres Herzens z«führte; denn nur durch Liebe könnte ich sühne«, was ich einst gegen die Liebe gefehlt. Ueber Ihrr», Kraiikeiilager wollte ich wachen, alles thun, was in meinen Kräfte» stand, sie der Liebe, dem Lebe» z» erhalte»." .Das habe» Sie redlich gethan," siel hier Wild ein. „Sie habe.i Hedwig in derzeit ihrer Krankheit tre» behütet; ich bürste nchii meiner Berufsthätigkeit nachgehen, wußte ich ja doch, daß wäl' reitd meiner Abwesenheit ein treu sorgendes Herz an chrem Lager weilte." .Nein," sagte Hedwig, die zn den Füßen der alten Dame kniete .Sie haben mehr gethan, als blos mein leibliches Wohl bewache denn Sie, die Fremde, gaben mir die Liebe einer Mutter! Denn ich fühlte, o glaube» Sie mir, ich habe ein feines Empfinden iü dergleichen, es war das Auge einer liebenden Mutter, das übe. meinem Schlummer wachte, es war die Hand einer Mutter, du tröstend über meine Stirne strich. Und dafür lassen Sie mich Jhnr! heute auch mit Worte» da»tr», wie ich es bisher i» meinem Herze! gethan." Sir «mschlaiig die Kniee der alte» Dame. .Frau Kvi» merzienrätin, Sie spräche» vorhin ein schönes Wort, Sie »auntr. uns liebe Kittder. Solle» wir es «icht mich für die Zukunft fein die Ki«der Ihres Herzens?" .Ja, meine Kinder. Erla«bet mir beide, daß ich euch so nenne Lehret ihr mich ein glückliches Familie«lebe« ke««e«, bere« ei«zeln Glieder d«rch tre«e Liebe zeitlebe»s einander verb««deu sind, u» laßt mich eines dieser Glieder sein. Den» Nitta," setzte sie trauri hinzu, .was auch immer ans ihr werde» möge, sie wird doch ui jene Höhe der Selbstlosigkeit erreiche», d»rch welche die Liebe er« zur beglückende» Sege»spe»derin, zur treue» Bewahrerin häu< licheu Glückes wird." .Meine Mutter!" flüsterte nun Hedwig ait ihrem Halse, wall rend Wilds Rechte mit kräftigem Druck die der alte» Dam umfaßte. .Noch eins," sagte die Kommerzienrätin zu Wild gewandt, .sa gen Sie mir noch das eine: Ist Ihr Vater mit Ihrer Mutte glücklich gewesen?" .Ja." sagte Wild, .»leine Eltern waren glücklich. Meine Mutte war eine edle Natur, ihr war ebensowohl jene selbstlose Liebe z> eigen, die n»r in dem Glück anderer das eigene findet. Mein r ■ i/'P ^ 76 t rn Ifbtert in seltener Harmonie, und die Erinnerung an diese» sie heiter fort, .lasset den heutigen Tag ein Freudentag sein, und riirijc Familienleben hat mich die unerfüllte Sehnsucht nach nur der Freude sei er fortan geweiht l" «cm Äliick um so schmerzlicher fühlen lassen.' Sie drückte auf die Glocke: .Ehristian," besahl sie dem ein- .Gott sei Dank!" kain es von drn Lippen der alten Fran, tretenden Diener, .bringe Champagner herauf, und auch die Diener- Da« neue Rtich»ba«lgtbiiudr in tlöl«. Nach einer pholographischen Wut"nahm.- von Hn(clm Z ch tu i V in «dl» «Mit Icx« > .Also habe ich doch loenigstens »icht das Leben Ihres Vaters l'ittert, das ist der schönste Trost, drn Sie mir heute geben lrn. Schwerlich hätte er anch durch mich jenes Gliick ge> toi, das Ihre Mntter ihm zn geben verstand. Aber mm," fuhr schaft soll sich etwas zu gute thun. Air feiern heute ein Freuden-sest, die Verlobung des Herrn Doktor Wild mit Fräulein von Dahin,. Trinket also ans das Wohl des Vrantvaares!" 76 5^ ~ft Daö »tue !tieichSba«kgeblude i« Köln. Seit fünfzehn Jahr?» befindet sich die rheinische Metropole In einem von Zag zu lag in^niii sichtbarer hervortretenden Verjüngungeprozeß. Nachdem im Juni 1881 in den dreifachen Festungsgürtel, der di« Stadt NSln viele hunder» Jahre umschlossen hielt, die erste Bresche gesprengt worden war, haben ltominnnol- wie Staatsbehörden sich in gleicher Weise bemüht gezeigt, durch stattliche und nmsaslende Neubauten nicht nur den erheblich vergrößerte» räumliche» Verhältnisse», sondern anch dem historischen llharakter der Stadt StOfii Rechnung zu trage», um nicht durch nüchterne »der stillose Fassaden ein« der interessantesten deutsche» Städtedilder lieblo» zu verwische». Der Vollendung de» Justizpalaste», in be» zierlichen Forme- deutscher Renaissance ausgeführt, folgte alsbald bi» Eröffnung de« monumentalen Hauptbahnhos»: durch den Neubau der Post wurde ein ganze» Stadtviertel in einen majestätische» früh« f gotischen Eandsteinbau »mgewanbelt, und diesem unmittelbar gegenüber hat nun der prunkvolle Bau ber Reichsbank.Hauptstelle Platz gesunde», der am 22, März b, 3, dem hundertjährigen Geburt»tag Kaiser Wilhelm» I., seiner Bestimmung Übergeben wurde. Bei dem Bau ber Kölner Reich». bank, der In seinem Aeußern eine gewisse Aehnllchkeit mit dem Papstpalast in Avig-»o» erkennen läßt, versuchte der Architekt, Laud'Bauinspektor Hasak, zwei besondere Vorzüge der Frühgotik zur Geltung zu bringen! da« prangende Laub und die schwellenden Simse. Die Freunde der Hoch-gotik, wir letztere sich namentlich im Lang. schiff de» Kölner Tom» am schärfsten au». geprägt findet, werden freilich gegen diese Stilvermlschung Protest erheben: aber e» «ißt sich nicht in «brebe stellen, daß durch di« Wiederaufnahm» der Frühgotik der pro-fanen Baukunst neu« Wege uud dankbar« Aussichten eriffne» wurden, und baß da« Auge de» Beschauer» «it mehr Wohlge. fallen an dieser Stilart haftet al» an den, wenn auch noch so majestätische», so doch immerhin etwa« starren Form«» d«r »las-üichen Hochgotik, «der nicht nur di« reine Archileklurfrage, sonder» auch die Farben» Wirkung ist b«i drm Bau der Kölner Reich»-bank mehr ol» gewöhnlich in Berechnung gezogen worden, hellroter Mainsandstetn von frischester Färbung wird durch weiße Ausfugnngrn und vereinzelte Vergoldungen. namentlich de» reichen Blattwerk», z» leb. Halter Wirkung gebracht. Ta di« «üben-sassad« wegen ihrer Lage nach Norden de» Sonnenlicht« entbehr», so können solch« koloristische Effekte nicht weiter dean-standet w«rde»; hingegen hat die vollständige Vergoldung der den hohe» Mittel-giebel krönenden Figur, «ine Schöpfung de« Bildhauer« T-,ck», viel«» Anlaß zu kritisch«» Vorwürfe» gegeben. Im obersten Feld de« Mittelgiebel«, gl«ich unterhalb der vorerwähnten Figur, breitet d«r deutsche Reichsadler sei»« mäch-tigen Fittiche au«, während am Fnße de« Giebel« allerliebste Engeldgruppen di» Wappenschilder der erst«» drri Hohe»zoller»kals«r in den Händen halt«». Lurch das etwa» schmal geratene Elngang»portal gelangen wir in da» reich-gewölbte Vestibül mit malerischem Treppenaufgang; da« mächtig, Erdgeschoß enthält außer dem Geschäf>»zimmer de» Direktor» und d«r Buchhalter»! den besonder» vornehm ausgestatteten, für da« Publikum bestimmt«» GeschästSsaal, bessen reichverzierte Teiken vo» zwölf mächtige» Säulen au« Palsauer Granit getragen wird. Tie beiden Obergeschosse sind al» Dle»st«ohn«»gen für den ersten und den zweiten Vorstandsbeamtin eingerichtet vo» einigen absonder-liche» Detail« abgesehen, gewährt der ganze Bau «ln hochmalerisch«« Bild, das bei ollem aufgewandten Reichtum eine» vornehm ruhigen Eindruck hinter-läßt, die mittelalterliche» Formen in echtester, be» neuzeitlichen Bedürfnisse» »»gepaßter Gestaltung wiedergiebt und dem genialen Architekten wie auch dem, di« reichen Meldmittel spendende» Bauherr» zur höchst«» Ehr« gereicht. A. T. G»g»nliöndr lag«» darin: vier Edelsteine, zwei Stückchen holz und endlich im kleine«, kaum eine» Fingernagel große« Knochenstückchen, um dessennvillc» iltr die Umhüllungen angebracht und der große Hügel errichtet worden war. Di » ist daselbst d«r Anficht, daß der Knochensplitter einst dem L«!b« de« göttlich.» Gaulama Buddha angehörte N. Wirtlich befolgt. iihes (am Morgen in» Comptoir komnienbs: .Wae iv» denn da» Zehnpslindgewicht da auf der Korrespondenz voti gestern?" — Leb,, litt#: „Sie sagte» doch, aus diese Briefe soll ich ein besondere« Gewicht legen " Die Fasteudrczrii, sollen ursprünglich eine religiös« Bedentung ge^ift haben, da sie ei» vo» einem Ring umschlossene« kreuz drn stellen; der Siin.i vertritt hier die Stelle des Nimbus. Durch diese Gestalt sollte» lile Brrtil» an da» Kreuz llhristi erinnern und fl« wurden deshalb vor Jahrhunderte-, », drn Monaten vor tster», in der Fastenzeit gebacken, welche v»rji«g»wrile der Betrachtung des Leidens unsere« Herrn gewidmet war. Viel« halt«» daini, daß bi»srlb«n uriprü»glich die Bestimmung hatt«», einen heidnische« ««brauch zu verbrä»gen. Unter den Festen, sagen fle, welch« im germanischen H«Ide„t,>m zu Ehren der Götter in. Lause de» Jahre» gefeiert wurden, würd« da» Fest der Frrha am feierlichsten begangen. Unter anderen, wurden ihr anch de« Jalms Abbilder, die sog. Tonnenräder, dargebracht, welche au» dem seinft«» Mehl gebacken um-den Wa» von diesen Sonnenrädern nicht geopfert würd«, ward gegessen, so langc >„« Fest dauerte und blieb «twa» übrig, so IsoIi man «< auf bi« zur Saatzeit, wo » klein ik ri«b«n und mit dem Same« zugleich aus drn Acker gestreut wurde, in d«r Mkinnng, drn Ertrag der Ernt« dadurch z« förd«rn «ach Einführung de« Ihriste»tnm« soll dann di« heidnische Sitte durch Einführung de> Sreuzbrbtchen verbrängt worden sein *. «i «««fl» nn» .Potztausend. Inte Tu reizend bist. So frisch und »rngelnnd. Man meint. derTau hat Tich geküßt Uns Wor.o», Ailg' un« Rnnd." __J_ Sittlichkeit. »Der lau? 8a Herr, MI I» nit wahr. 18» reit o nelr» Plaifle! Der Tau! Ha Hai g dächi ich» gar — Z wo» wär da Sep» denn hier?!» MkinnUyige» l Tie .stanpibrdinginig „Warum möchten Sie keine» Arzt heiraten?" — .Nun, bcnke» Sie fich doch, »inen Arzt zum Manne zu haben — da machte ja das kranktverde» gar keinen Spaß mehr." {Luftig? Blätter > (flnt Reliquie Buddha«, Der indische Eivilbeamte Eampbell hat süd- östlich von Iunagadh in Lattyar in einem riefige», «0 Fuß hohen GrabhÜg«! wertvolle Reliquie» de« Religionlstifter« Buddha aufgefunden. Die kostbar-keilen befand«» llch i» einem steinerne», l< .'toll im Geviert messende» und n >joU hoben Saften In diesem war -in onderer. thönerver »asten und in letzterem wiederum ein runder, fiaschenartiger, kupferner, mit Grünspan bedeckt«r Behälter. d«r seinerseits »in Nlberne» Kästchen barg, da» einem golden«» al» Umbülliing diente. Das golden« Kästchen hat di« Form einer Kastanie und '><■! !, r idtdem e» IM«»» Jntjre i» der (5>de gelegen hat, wie nen an» Sieben R»stfi«cke» nnö Wäsche zu »»tsernril. «an befeuchtet den Fleck mit Elteonensn'l und bügelt »It einem heißen Eisen barüdn Der Fleck zerrinnt daraus nach alle» Seiten und wird, sollte er I» der Wäsche »ich, vollkomme« weichen, noch einmal »der sogar n»ch Aster gleicherweise behandelt, bi» er erprobterweise vollständig verschwindet Wnideii ,» Lännien schneide man «n scharfem Messer bi» a»f« gesnnde Holz au», bedeck» dieselbe« hierauf mit «i««« dicken au» */t thoniger Erde, */4 reinem, stoffsrex Rind»mlst »nd >/, Kalk herg«st«IIten Bxi und leg« «i««n Tuchv«rba«b an. KaltftÜsfige, Baumwach» leistet gleich trefflich« Dienste und erspart gleichzeitig den Tuchderdar.» $«» Bestreiken de« A»«em der Blumentöpfe «it «thrfi,fie» ist, wie nachstehender versuch beweist, von gan, erheblichem Einfluß aus ba» Gedeihe» >i Pflanzen In eine» mit Nährstoff au»a^ strichen»» Topf, sowie in »ine» gewöhnlichen Kontrollt»pf gleicher Größe winden bei gleicher Erdmischung «inige Samen de» «ielenkürbi» ei«gepfl»»z«, dir bald keimten und bi» auf j« «in« Pflanz« weggeschnitten w»rbe». Da» Resultat war Überraschend Schon b«i dem «ultrelben de, dritte» «nd vierten Blatte» zeigte sich der Unterschied z» Gunsten der Ghp»au»kleidu»g und »ach sech« du fl'be» Wochen war di« Gesamt«lierfläche aller entwickelte« Blätter im Ghpstc»' etwa fü»fz»h»mol so groß al» die im anderen Tops »nb die Ranke war M" bi» fl»b»«mal länger »nd mit Blütenknospe» reich besetzt, während i» anderrn Tapfe nur verkümmerte Blüten erzengt war««. Al» Grundlage ,« einem solch-, Anstrich nimmt man Gyv» nnd zwar 100 Teile gebrannten Ghp», be« mit 5 Prozent der gewöhnlichen Rährsalze al» trockene» Pulver mischt, dar« mit Wasser zn einem Teige anrührt und die Innenfläche de« Topfe« mit dieirn, halbflüINgen Gyptbrei etwa b Millimeter dick überzieht- Dann läßt man d ! Gefäß einige Tage trocknen »nb füllt e« mit guter Gartenerde. >«sl»s„g. m » v h | i | e » e ! n T1 r i a Scherz-Rttsel. «et» «ttler Ind «ich fcuu et» «ach •tflde»brim um Ahel», Und rückwär«« müßte Ich ri lew «chried' tch dem ««tt«*: .Mein!» Emil Ai>»> Ich »in eine Stadt Im tzeiNaen Land. Schon au» der «p«stelzeil her betaun «iedst du mir ader andre «eutun«. Tann dten' Ich immer zur B»kletdnn> Juli»» Aal' L»«»,ripl». Zch bin ein Tierchen, winzig llein. Heimle mit Well mir Vorrat ein »«ich frohe» Bull," «eil stimm' Ich o if« Wenn mir der itopf wird weggeihn «>,N«Iung iolgt In nächster Runiir. »Ue Hechle «»rdedaiir» Verlag vo» « Bla«ke In Pettau. Beran.n.».,liche !1.daM°n von «rnft ,»elf»er, «druck, UN» d.,..»«q.».n von «reiner k Pfeilfee in Stuitgaet.