Laibacher TaMtt. Redaction und Expedition: Bahnhosgasse Nr. 15. . PrLnumerationSpreile i ^ Nr. 15. ZKWMWZ Frertag, 18. Janner 1878. — Morgen: Ccmutus. Jnsertion«rreise: Sin-spallige Petitzeile L « Ir., bei Wiederholungen L 3 kr. Anzeigen bi» 5 Zeilen 2« kr. 11. Jahrg. Unsere Handels- und Gewerbekammer. ii. (Schluß.) Ueberblicken wir nun die Thätigkeit unserer Handels- und Gewerbekammer in den letzten drei Jahren, von der wir vorstehend nur in den alleräußersten Umrissen ein Bild zu skizzieren versuchten, so müssen wir zugestehen: daß dieselbe eine ebenso umfangreiche als bedeutsame war, daß es galt, eine Reihe außergewöhnlich wichtiger Aufgaben zu lösen, und daß es der vollen Hingebung und der regsten Arbeitskraft aller Betheiligten bedurfte, um den gestellten Anforderungen in so vorzüglicher Weise gerecht zu werden, als es tatsächlich der Fall war. Die Befriedigung über die gedeihliche Wirksamkeit der Kammer wird, wir sind dessen gewiß, in den weitesten Kreisen eine lebhafte und verdiente sein, vor allem jedoch werden die Angehörigen des Handels- und Gewerbestandes ihrer Vertretung für deren würdige Haltung, für die pflichteifrige Wahrung der ihr anvertrauten Interessen, für ihre zahlreichen, gründlichen und erfolgreichen Leistungen die vollste Anerkennung zollen. Die Angehörigen des Handels- und Gewerbestandes sind es aber auch in erster Linie, welche den bevorstehenden Ergänzungswahlen ungetheiltes Interesse und rege Theilnahme entgegenbringen sollen. Wenn dieselben ihrer ausgezeichneten Dis-ciplin bei den letzten Neuwahlen sich erinnern, sich erinnern an den glänzenden Erfolg, den sie damals erzielten, an die glückliche Zusammensetzung der Kammer, die dadurch ermöglicht wurde, und an der letzteren so reiche und fruchtbringende Thätigkeit, so muß gewiß bei allen der lebhafte Wunsch erwachen, daß auch bei den vorzunehmenden Nachwahlen abermals würdige und wahrhaft befähigte Vertreter in die Kammer gelangen, und eine ebenso ersprießliche Wirksamkeit derselben, wie solche im ablaufenden Triennium vielversprechend inauguriert wurde, auch für die Zukunft inauguriert werde. Wir unterschätzen sicherlich keinen Moment die politische Bedeutung, die den Handels- und Gewerbekammern innewohnt, und insoferne haben alle Freunde der Verfassung im Lande, alle aufrichtigen Anhänger des Fortschrittes volle Ursache, sich für die nächsten Wahlen gar sehr zu interessieren und nach ihren Kräften für einen gedeihlichen Ausfall derselben zn wirken. Allein ungleich höher noch steht die Aufgabe, welche die Kammern als legale Vertretung der Industrie, des Handels und der Gewerbe zu lösen haben. Ihnen ist die Pflege der wichtigsten materiellen Interessen anvertraut, Und in mehr als einer Richtung liegt die wirtschaftliche Wohlfahrt und Zukunft des Landes in ihren Händen. In demselben hohen Maße steigt demgemäß auch die Pflicht der wahlberechtigten kommerziellen Kreise, den Wahlen ihre Theilnahme entgegenzubringen, sich vollzählig an denselben zu betheiligen und ein-müthig für die aufgestellten Kandidaten einzustehen. Niemand denke und beruhige sich, daß die bisherige Majorität in der Kammer ja ohnehin noch für das kommende Jahr gesichert sei, und lasse sich dadurch von der Betheiligung an der Wahl abhalten, denn es ist eine Ehrensache der Wählerschaft und es fordert die« nicht minder die Rücksichtnahme auf ihre eigensten Interessen, daß nicht ein einziger, wenn selbst vorderhand ungefährlicher Schritt nach rückwärts gemacht werde, und daß die Kammer vielmehr auch aus den bevorstehenden Ergänzungswahlen in ihrer bisherigen Zusammensetzung hervorgehe. Nur dann ist die Sicherheit geboten, daß dieser wichtige Vertretungskörper dauernd auf der Bahn des Fortschrittes und einer zeitgemäßen Entwicklung einherschreiten und auch für die Zukunft eine Stätte friedlicher Arbeit, einträchtigen Zusammenwirkens sein und für das Land und die Bevölkerung wirklich erfolgreiche und segenbringende Wirksamkeit entfalten werde. Vollzählige Betheiligung und unerschütterliches Zusammenhalten, das also ist es, was wir allen Wählern für die Handels- und Gewerbekammer., nochmals dringend ans Herz legen. Ihre musterhafte Haltung bei den letzten Wahlen gibt uns übrigens die Gewähr, daß sie auch jetzt ihrer Pflicht eingedenk sein werden. Und mehr bedarf es nicht, um einen durchschlagenden Erfolg abermals zn erzielen. Auf einen solchen hoffen wir mit Zuversicht. Aus dem Abgeordnetenhause. Sitzung vom 16. Jänner. Abg. Dworski begründet seinen Antrag betreffs Abänderung des tz 9 des Gesetzes vom 3. Mai 1850 (Gebürennachlaß bei Übertragung unbeweglicher Sachen.) Derselbe wird dem Gebüren-ausschusse zugewiesen. Fortsetzung der Debatte über das Zoll- und Handelsbündnis mit Ungarn, Art. VIII. Aby. Baron Kellersperg spricht für die Linie Slssek-Novi. Die Verbindung mit Serajevo sei um so wichtiger, als sie die Ausführung der Verbindung Serajevo-Spalato ermöglicht. Die Behauptung, daß der gegenwärtige Zeitpunkt nicht der geeignete sei, beantwortet Redner mit Hinweisung darauf, daß das Zoll- und Handelsbündnis auf 10 Jahre geschlossen werde. Ob nun Bosnien nach dem Kriege an die Türkei zurück oder an Oesterreich falle, jedenfalls sei die bezeichnte Verbindung eine vitale. Die Ungarn wollen aber den Anschluß, der in unserem Interesse ist, nicht zugestehen, und die Regierung war schwach genug, unsere Interessen nicht zu vertreten. Nachdem noch der Referent Gomperz den Ausschußantrag be- Jeuilleton. Ein Winterbild aus Rumänien. Die „Augsb. Allg. Ztg." bringt aus Fra-teschti, 6. Januar, nachstehende interessante Schilderung: „Ein eisiger Wind weht über die mit fußhohem Schnee bedeckte Fläche, die erhöhten Punkte kahlfegend und die Niederungen mit immer oichteren Massen bedeckend. Wehe dem Wanderer, welcher, unbekannt in diesen Gegenden, nicht mit den Vorsichtsmaßregeln vertraut oder nicht in der Lage ist, sie mit in Rechnung zu ziehen, während er den Einflüssen dieser Mark und Bein ausdörrenden Kälte im freien Feld ausgesetzt ist. Meilenweit wird oft kein Dorf angetroffen, und ist ein solches auch vorhanden, so ist die Armuth der Bewohner und die anspruchslose Lebensart derselben nicht im stande, den geringsten Schutz gegen die Unbilden des Winters zu bieten, weil die Wallachen eben nur ein Loch bewohnen, gerade groß genug, um der eigenen Familie den unentbehrlichen kargen Raum zu bieten, welcher zum Sitzen ausreicht, aber nicht gestattet, den Körper der Länge nach auszustrecken, ohne mit den ändern in Collision zu gerathen. Im Winter schreitet man oft hart an den Dörfern vorüber, ohne dieselben zu bemerken, wenn nicht zufällig ein ausgesperrter Hund durch sein Bellen um Einlaß dem Wanderer das Vorhandensein von Menschen verräth. Obgleich das Hans, wenn man eine Grube, welche dachförmig mit Reisig und Rohr bedeckt ist, so nennen kann, nur eiueu einzigen Raum enthält, so werden doch während des rauhen Winters alle Bedürfnisse in der unterirdischen Rauchkammer erledigt. Die Rührigkeit des Wallachen ist in Sommerszeiten nur sehr unbedeutend, im Winter schläft er wie der Maulwurf oder wie der Bär. Das Vermögen des wallachischen Bauern besteht aus einem äußerst grobsadigen Hemd, mit dessen Anfertigung seine Ehehälfte während des Frühjahrs, Sommers und Herbstes beschäftigt war und welches die Weihnachtsgabe bildet. Am Christmorgen wird das alte, selten weniger als ein Jahr getragene „Kemasch" ausgezogen und beim Vorhandensein von Kindern, deren Hemdchen damit ausgebessert. Das zweite Stück seines Vermögens bildet eine Hose von demselben Stoff; doch setzt das Vorhandensein einer solchen schon einen bedeutenden Grad von Wohlhabenheit voraus, weil ein solcher, in die Kategorie von Luxusgegenständen gehörender Artikel als durchaus nicht unumgänglich nothwendig betrachtet wird. DaS wichtigste und unentbehrlichste Kleidungsstück besteht in dem Pelze, einem weißgegerbten Schaffell ohne jeglichen Besatz. Im Sommer trägt der Wallach bei großer Hitze oder bei heftigem Regen — beide Witterungsarten verlangen keine verschiedenen Schutzmittel — die Wollseite nack außen, bei Annäherung der kühleren Jahreszeit oreht er das Ganze um und begleitet seinen Ochsenkarren ohne wesentliche Störung. Eine Mütze von Schafpelz und ein Stück Schweinsfell, um die Füße gebunden und verschnürt, vervollständigen den Anzug. Ein roh gezimmerter Wagen, ohne die geringste Spur von Eisen, ein Paar Ochsen vollenden die Glückseligkeit des irdischen Daseins. In den schöneren Jahreszeiten schlendert er oft wochenlang zwischen zwei benachbarten Städten neben seinen Ochsen hin, oft kaum eine halbe Meile des Tags zurücklegend. Die Zeit hat noch keinerlei Werth erlangt; außerdem würde er wenig Vortheile durch eine möglichst rasche Ausnützung dieses wichtigen Elements erzielen, da seine Auftraggeber, fürwortet, wird der Art. VIII mit Ablehnung des Beisatzes bezüglich der Strecke Sissek-Novi mit 76 gegen 66 Stimmen angenommen. Zu Art. XI wurde ein Minoritätsvotum des Abg. Grocholsky angenommen, wornach der Ver-schleis des Viehsalzes im ermäßigten Preise in jeder der beiden Reichshälften im Gesetzgebungswege selbständig eingeführt werden kann. Dieser ermäßigte Preis dürfe aber nicht weniger als 4 Gulden für 100 Kilogramm Chlornatrium betragen. Nächste Sitzung Freitag, 18. d. Ai. Zur Leichenseier Victor Emanuels wird noch berichtet, daß dem Papste bei der Todesnachricht die Thränen in die Augen getreten seien und er die Befürchtung ausgesprochen habe, das Hinscheiden des Königs möchte sich leicht noch zu einem Verluste für die Kirche gestalten. Diese Aeußeruug erscheint glaublich, nachdem anderseits gemeldet wird, Pius IX. habe feierliche Exeqnien fiir Victor Emauuel in der Lateraukirche, der ersten aller Kirchen der Christenheit, angeordnet. Der Mailänder Klerus sendete eine Deputation an den Erzbischof, um gegen Ausdrücke zu protestieren, welche der „Osservatorö Uowiwo" anläßlich des Todes des Königs gebraucht hatte. Der Erzbischof von Genua fordert in einem Erlasse an seinen Klerus, in welchem er Anordnungen wegen Abhaltung von Messen und Requiems er-theilt, denselben auf, dem neuen König sich treu zu beweisen, und ordnet vierzehntägige Gebete für das Gedeihen seiner Regierung an. In Nom trugen alle Häuser schon am 16. Trauerzeicheu, im Pantheon, dessen Ausstattung schon großartig ist, arbeitet inan noch unablässig. Bis 17. waren 1:60,000 Fremde in Rom angekommen, 400 Studenten kommen aus Turin; 200 aus Pisa, eben so viel aus Neapel. Für einzelne Zimmer in den Häusern, vor denen der Trauerzug Passiert, verlangt man 200 Francs, für einzelne Fenster 100 Francs. Heute um 11 Uhr sollte der Trauerzug vom Qnirinal ausgehen und 5 Stunden dauern. Garibaldi, den man erwartete, ist nicht eingetroffen. Vom Kriegsschauplätze liegen keine neuen Nachrichten vor. Wenn die Depesche des „Univers," die serbische Drina-Armee werde zwischen dem 20. und 23. d. Bosnien überfluten, der Einspruch Wrede's in Belgrad und Audrassy's bei Gortschakoff sei vergeblich gewesen, sich bestätigt, dann stünden wir nicht fern außer der Fristung seiner nackten Existenz keinerlei weiteren Vorschub leisten würden. Der Bauer ist das Werkzeug der Bojaren oder der Judeu. Die elfteren versorgen ihn mit dem nothwendigen Quantum Mais während des Winters und nehmen dafür seine ganze Kraft während der Feldbauperiode, die letzteren, falls ein Einverständnis mit dem Ortsprimar (Dorfschulzen) zu erzielen ist, gegen den Winterbedarf an Branntwein die Leistungen seiner Ochsen und seiner Person während der übrigen Jahreszeiten in Anspruch. Das sind die Ursachen, weshalb es dem Bauer nicht gelingt, trotz der formellen Landesconftitution auch nur den geringsten Grad von Wohlstand und damit die unterste Stufe von Bildung zu erreichen, oder selbst nur das Verständnis für die einfachsten Begriffe über den Zweck des Daseins zu sammeln. Der Fürst Kusa hob die Leibeigeuschast auf, doch seine Hoffnung, den Bauernstand durch die erlangten Freiheiten zu heben, hat sich nicht realisiert. Volkslehrer sind nicht vorhanden, der Pope kann als solcher nicht gelten, weil er selbst weiter nichts ist als seine Nachbarn und sich nur vou den letzteren dadurch unterscheidet, daß er stets einen Ornat trägt und nothdürftig lesen kann, um von der Occupatio» Bosniens. Auffallend ist es, daß eben in diesem Momente in Wien Mobilisierungsgerüchte auftauchen, welche der „N. fr. P.", welche berichtet, daß der Landesvertheidigungs-minister sie dementiert, nicht beendet scheinen, während die „Deutsche Ztg." sie mit der Anwesenheit der ungarischen Minister Tisza und Szell in Wien in Verbindung bringt. Eine Depesche des „Bien Public" über die Geheimpunkte, welche Rußlaud für den Frieden (besser für den Krieg) aufstellen soll, kann zur Beruhigung eben nicht beitrageu. Diese Punkte sollen sein: Offensiv-uud Defensivallianz zwischen Rußland und Türkei, Reorganisation der türkischen Armee durch den russischen Generalstab, Cession der türkischen Panzerflotte, Neutralisierung des ganzen Euphratflusses, Cession des Landstriches an der europäischen Dar-danellenküste für eine russische Kohleustatiou mit 5 Meilen Umfang. 8s non tz voro, ö bsu t.rovg,1io! In der Herzegowina stehen übrigens noch im ganzen 11,000 Mann türkischer Truppen, 3 Batterien Feldgeschütze uud gegen 20 Bergkanonen, welche auch gegen Bosnien dirigiert werden könnten. Dem Fortschreiten der Russen südlich des Balkans stellen sich Fourage- und Pro-viant-, ja selbst Mnnitionsmangel entgegen Zur Verstärkung Gurko's wurde die serbische Division Horvatvvic herbeigerufen. In Belgrad ist die dritte Klasse der serbischen Miliz zu den Fahnen einberufeu worden. Tagesneuigkeiten. — Vergiftung durch Tinte. In Brau-bach starb vor kurzem ein junger Mensch, Schüler der höheren Bürgerschule zu Oberlahnstein, unter Umständen, die anch in weiteren Kreisen verdienen bekannt zu werden. Derselbe hatte sich durch Unvorsichtigkeit mit Tinte die Oberlippe beschmutzt, woselbst er ein kleines Geschwür hatte. Nach einiger Zeit schwoll die Lippe sichtlich an und die Geschwulst verbreitete sich rasch über die nächsten Theile des Gesichtes und des Halses und ergriff auch die inneren Theile des Mundes. Der junge Mensch selbst dachte nicht daran, daß die Tinte die Ursache des Uebels sein könnte, und sagte deshalb auch nichts davon zu seinen Eltern. Nach zwei Tagen trat Delirium ein und am vierten Tage erfolgte der Tod. Möchte diese Mittheilung alle Eltern und Lehrer bestimmen, ihre Kinder und Schüler an den vorsichtigen Gebrauch der Tinte zu mahnen, und möchte sic auch dazu beitragen, daß künftig in den Schulen nur giftfreie Tinte zur Verwendung komme. — Eine neue russische Bibelausgabe. Der „Augsb. Allg. Ztg." wird aus Oxford, bei den Ceremonien der Trauungen und Beerdigungen die vorgeschriebenen Gebete herzulesen. Der Diener der Kirche verdingt sich zeitweise als Holzhacker, da seine kirchlichen Functionen wenig Zeit absorbieren und außerdem bei der trostlosen Armuth seiner Gemeinde die Einkünfte nicht ausreichen, um die geringen Bedürfnisse zu befriedigen. Die Indolenz der Landbevölkerung ist enorm; am meisten ist das Gemüth unentwickelt geblieben, während der Verstand bei etwaiger Kultivierung einer Entwicklung fähig fein dürfte, wenn man aus der richtigen Erkenntnis der eigenen Vortheile darauf zu schließen berechtigt ist. Ereignisse, welche auf das Gemüth einwirken, gibt es nicht. Die Ermordung seines Nachbars berührt ihn nur wenig. Das Sterben eines nahen Familiengliedes wird auf Rechnung des Rathschlusses Gottes gesetzt und als eine Begebenheit alltäglichen Charakters behandelt. Wenn in diesen Landstrichen ein die Straße entlang Ziehender gezwungen ist, auf die Wohlthätigkeit der Bewohner zu rechnen, so ist er als verloren zu betrachten; die Mild-thätigkeit kennt man nicht. (Schluß folgt.) 5. Jänner, geschrieben: Seit dem Bibelverbot in Rußland vom Jahre 1826 war gerade ein halbes Jahrhundert verflossen, als im Jahre >876 der Bann gelöst und mit Zustimmung des „Heiligen Syuod" eine neue autorisierte russische Bibelübersetzung veröffentlicht wurde. Dieselbe trägt den Titel: „öibliM, ili XmZi 8wöodtsclisnlm»o ?i-sg-ni^g, MstöliLAO i 8g,vvgtÄ« (Die Bibel oder die Bücher der heiligen Schrift des alten und nenen Testamentes.) Unter den Büchern des alten Testamentes befinden sich hier auch die bekanntlich von der englischen autorisierten Bibel ausgeschlossenen Apokryphen. Es sind die folgenden neun Schriften: 1.) das zweite Buch Esra; 2.) das Buch Tobia; 3.) Judith; 4.) die Weisheit Salomons; 5.) Jesus Sirach; 6.) Seudung des Jeremias; 7.) Proset Barnch; 8.) drei Bücher der Makkabäer; 9.) das dritte Bnch Esra. Verglichen mit den früheren russischen Bibelausgaben kommt nun dieser neuen Uebcrsetznng das wesentliche Verdienst zu, daß hier die alttestamcutlichen Bücher zuerst auf den hebräischen Text unmittelbar zurückgehen. Die älteste russische Bibel, welche im Jahre 1581 zu Ostrow gedruckt wurde, ist bekanntlich auf die deu Brüderu und Missionären Cyrillus und Methodius zugeschriebenc, im nennten Jahrhundert entstandene altkirchen-slavische Bibel basiert — eine Uebcrsetznng, welcher für die Bücher des alten Testamentes keine andere als die Septuaginta zur Grundlage diente. In der jetzt von der russischen obersten Kirchenleitung edierten heiligen Schrift erscheinen, wie wir im Eingang ausdrücklich bemerkt finden, die Worte, welche aus der Septuaginta stammen, iu Parenthese eingeschlossen, andere für deu Sinn nnd Zusammenhang erforderliche knrze Erläuterungen aber in Kursivschrift hervorgehobeu. Der eorrecte, vollendete Druck dieser neuen Ausgabe, nicht minder als die sorgfältige Kritik, welche die Bearbeiter leitete, gereicht denselben zur vollen Anerkennung und Ehre. Lokal- und PromliM-Ailgelegenheilen. — (Verwaltungsgerichtshof.) Die Beschwerde der hiesigen Sparkasse gegen das Finanzministerium wegen ausgesprochener Endgiltigkeit einer Entscheidung der hiesigen Finanzdirection in Einkommensteuer-Angelegenheiten gelangt am 22. d. zur öffentlichen mündlichen Verhandlung. — (Arbeiten im Laibacher Moore.) Die erste Section der Centralkommission für Kunst-uud historische Denkmale in Wien hat das Gesuch des krainischen Musealeustos Herrn De sch mann um Bewilligung einer neuerlichen Subvention zum Zwecke weiterer Forschungen nach Pfahlbauten wärmstens befürwortet dem Unterrichtsministerium unterbreitet. — (Die sprechenden Staare), welche Herr Franz Welsch aus Vorau in Steiermark im Mahr'schen Hause am Kaiser Josefsplatze in den Nachmittagsstnnden von 2 bis 5 Uhr abends vorführt, ziehen das große und kleine Publikum au. Es ist aber auch lohueud, die Conversatiou und den Gesang der beiden „Wundervögel" anzuhören, sie sprechen ganz deutlich ganze Sätze, z. B.: „Paß' auf, du Spitzbub!", „Gib deu Staarl Fleisch!", „Ein frisches Wasser!" Beide singen die Melodie: „Vom kleinen Vögerl ans'n Tannenbaum" u. s. w-Gestern nachmittags war der Besuch des Produetious-lokales ein sehr lebhafter, fämmtliche Bevölkerungs-kreise Laibachs waren vertreten und sprachen sich über die Productioueu der zwei sprechenden und singenden Staare sehr befriedigt ans. Herrn Welsch wurde bereits iu mehreren hiesigen Instituten und Privathäusern Gelegeuheit gegeben, die Kunstfertigkeit seiner durch unsägliche Mühe und Ausdauer vortrefflich abgerichteten Vögel zu demonstrieren. Herr Welsch ist betreffs der Leistungen seiner Zöglinge aus dem Thierreiche im Besitze unzähliger belobender Zengnissc. Der Kinderwelt wird durch Production der beiden Staare in Familienkreisen ein ganz besonderes Vergnügen bereitet. Herr Welsch gibt auf Verlangen in Familienkreisen in den Vormittagsstunden Vorstellungen. — (E i n K a m i n b r a n d) brach gestern abends uach 6 Uhr im Hanse Nr. 8 am Alten Markt aus, Wurde jedoch bald gelöscht und jede Gefahr beseitigt. — (Eissport.) Am Sonntag den 20. d. um 8 Uhr früh unternehmen auf der Rudolfsbahn mehrere hiesige Freunde des Eislaufes einen Ausflug zum Veldeser Sec. Theilnahmslustige wollen sich bis Samstag nachmittags in den in der Bam-berg'schen Buchhandlung aufliegendeu Bogen einzeichnen. — (Einkommensteue r.) Die Einkommen-steuerpflichtigen Parteien in Laibach haben die Ein-kommciisteuer-Bekenntnisse für das Jahr 1878 bis Ende Jänner d. I. bei der hiesigen Steuer-Lokal-kommifsion zu überreichen. In der Erwägung, als sicherem Vernehmen nach ein großer Theil dieser Kassianen, zu deren Ausfüllung die erforderliche Drucksorte bei der genannten Konimission unentgeltlich verabfolgt wird, unvollständig und uncorrect ausgefüllt der Kommission überreicht wird und im Wege zeitraubender Erhebungen nachträglich ergänzt und richtig gestellt werden muß, bringen wir den einkommensteuerpflichtigen Parteien nachfolgend die einfchlagenden Bestimmungen des Z 33 des Einkom-menstcuer-Patentes in Erinnerung: 1.) Bei den Fassionen über das Einkommen der ersten Klasse (von Handels-, Fabriks- und Gewerbe - Unternehmungen und von Pachtungen) sind die im Jahre 1875, 1876 und 1877 erzielten Einnahmen an-zufetze». 2.) Der Gewerbsverpächter hat den Pächter, dessen Gewerbsbetriebsort und die Höhe des Jahrespachtschillings namhaft zu machen. 3.) Die stehenden Bezüge der Privatbediensteten (Jahresgehalte) sind von den Privat-Dienstgebern der Lokalkommission anzuzeigen, überdies sind auch von den bezugsberechtigten Privatbediensteten Einkommen-steuer-Bekenntnisse (Fassionen) der Lokalkommission vorzulegen. Die Anzeigen sind auch in jenen Fällen zu erstatten, wenn der stehende Bezug (Gehalt und Nebengenüsse) den Totalbetrag von 630 fl. nicht übersteigen sollte. Andere Arten des Einkommens der zweiten Klasse sind in gleicher Weise wie für die erste Klasse einzubekennen. 4.) Die Fassionen über das Einkommen der dritten Klasse (Zinsen nns Renten) find nach dem Stande des Vermögens Vom 31. Dezember 1877 zu verfassen; einzubekennen snid: Interessen und Renten von allen Kapitalien, bezüglich welcher dem Schuldner das Recht des Einkommensteuer-Abzuges nicht zusteht (Zinsen von Partial-Hypothekaranweisnngen; Zinsen von Dienst-, Heirats- und sonstige Namen habenden Barcantionen; Zinsen von Privatobligationen, Leibrenten, Zinsen von ans steuerfreien Häusern versicherten Kapitalien, Zinsen von Pfandbriefen oder Schuldverschreibungen der allgemeinen österreichischen Bodenkreditanstalt; Zinsen von Obligationen des Grazer 1873er Stadt-anlehens n. s. w.) Die Zinsen von Staats- und öffentlichen Fonds- und ständischen Obligationen, von welchen die Einkommensteuer sofort bei der Zinsenanszahlung mittelst Abzuges entrichtet wird, sind von der Fatiernng ausgenommen. Die Prüfung und Richtigstellung der Fassionen und die Einkommensteuerbemessung erfolgt Vonseite der hiesigen Steuer-Lokalkommission; über allfällig vorkommende Reenrse entscheidet die hiesige Finanzdirection- — (Erdbeben.) Auch in der Stadt Stein wurde am 13. d. M. um 3'/« Uhr morgens eine Erderschütterung verspürt, ein donnerähnliches Getöse wnrde von Südost wahrgenommen, es erfolgten in schwingender Bewegung einige Erdstöße, die vier bis fünf Minuten andauerten. Die Erschütterung War so stark, daß die Mehrzahl der Bewohner Steins aus dem Schlafe erwachte. — (Kronprinz Rudolfsbahn.) Wegen Absturzes von Schneelawincn wurde der Verkehr auf den Bahnstrecken St. Michael - Selzthal und Admont-Hieflau eingestellt. — (Ein seltener Gast.) Der 13. d. M. ergab eine seltene Jagdbeute, cs wurde nämlich in dem Jagdreviere des Steiner Bürgermeisters und Landtagsabgeordneten Herrn I. Keeel in der Gegend von Schenkenthurn ein aschgrauer Schwan geschossen, dessen Flügelbreite eine Klafter mißt. Wie verlautet, wird dieses prächtige Exemplar dem krainischen Landcsmuseum gewidmet werden. — (Bra ud uug lück.) Aus Selzach, Bezirk Bischoslack, wird dem „Slov. Narod" geschrieben: Am 12. d. morgens 5Uhr kam in dem Schuppen des Johann Pintar in Stndeno Feuer aus. Das Feuer verbreitete sich so schnell, daß, ehe noch Hilfe kommen konnte, vier Häuser samint Wirtschaftsgebäuden in Flammen standen, das fünfte Haus wurde kauni gerettet, indem schon das Dach Feuer gefangen hatte. Die Gefahr für das ganze Dorf war groß, da es größtenthcils mit Stroh gedeckt ist. Nur der schnellen Hilfe und dem Umstande, daß auf den Dächern noch Schnee lag, ist cs zu danken, daß nicht die ganze Ortschaft in Flammen aufging. Es sind zwar alle Beschädigten versichert, aber für so geringe Beträge, daß sie kaum den dritten Theil des Schadens vergütet erhalten werden. Es muß noch beigefügt werden, daß die Feuerspritze von Eisnern zur Löschung des Brandes viel beitrug. Eine gute Folge dürfte der Brand haben, daß nämlich für die Hauptgemeinde Selzach, zu welcher Stndenc gehört, eine Feuerspritze angeschafft werden dürfte. — (Landschaftliches Theater.) Vor mittelgut besuchtem Hause fand gestern die Abschiedsvorstellung der Dora Friese statt. Die kleine Dora hat seit der Zeit ihres vor zwei Jahren hier gegebenen Gastspieles sehr hervortretende, erfreuliche Fortschritte gemacht, und der wohlverdiente Beifall blieb ihr auch Heuer nicht anS. — Stimmen aus dem Publikum geben nach Ablauf der Friese'schen Gastspiele der Hoffnung Ausdruck, daß die Theaterunternehmung nun ein interessanteres, gediegenes Repertoire ans die Tagesordnung setzen wird. — (Aus den Nachbarprovinzen.) Der Maschinenfabrik I. Körösi in Andritz wurde die Lieferung der eisernen Brücken für die Bahnlinie Tarvis-Pontasel übertragen. — Die im Vorjahre 1877 durch Hagelschlag arg beschädigten Be-zirksinsassen in Ober-Radkersburg erhielten aus der kaiserlichen Privatkasse den nanihaften Unterstütznngs-betrag von 4000 fl. — Zwischen Burschen aus Kranichsseld und Padova fand in voriger Woche eine förmliche Schlacht statt, die gerichtliche Untersuchung ist im Zuge. — Die Eisenbahnbediensteten in Cilli veranstalteten am 12. d. ein recht animiertes, von distinguierten Persönlichkeiten besuchtes Tanzkränzchen. — Die Lizentierungskommission in Cilli hat am 15. d. von vorgeführten 7 Hengsten 2 zuchttauglich erkannt und beide um den Preis von je 700 fl. angekauft. — In Agram wird mit dem Bau des neuen Landes-Jrrenhaufes im kommenden Frühjahre begonnen. Die neue Anstalt wird nur Geisteskranke aus Kroazien und Slavonien aufnehmeu. Das Hauptgebäude erhält einen zwei Stock hohen Mitteltraet mit 9 Fenstern Front, an welchem sich rechts und links einen Stock hohe Gebäude mit je 14 Fenstern Front anschließen werden; den Abschluß gegen Ost und West werden vorspringende Risalite mit 3 Fenstern Breite bilden. — Die im Klag enfurter Theater herrschende Kälte hat — obgleich dasselbe geheizt wird — den Besuch der Vorstellungen in den letzten Tagen wesentlich beeinträchtigt. — Die Landwirthschaftsgesellschast für Oberöst erreich richtete an die dortige Statthalterei eine Eingabe, worin auf die für den Land-wirth erwachsenden nachtheiligen Folgen der derzeit bestehenden Verkehrsbeschränkungen im Viehhandel aufmerksam gemacht und betont wird, daß hiedurch die Weckung der Lust und des Verständnisses für die Pferdezucht unter der bäuerlichen Bevölkerung auf viele Jahrzehnte hinaus unterdrückt wird. — In St. Pankraz im Traunkreise war am 14. d. bei einer Kälte von 14 Grad R. ein sehr schöner Regenbogen durch 5 Minuten sichtbar. — Die Gail-rcgulicrnngsarbeiten in Kärnten schreiten nun rasch vorwärts, bei den Durchstichen sind 16 Maurer, 250 Handlanger und 35 Fuhrwerke beschäftigt; die bisher geleisteten Arbeiten bestehen aus 90,000 Quadratmeter Wald- und Gestrüppe-Ausrodung, aus 16,000 Kub.-Meter Aushüben und 3500 Knb.-Meter Steiuwürsen. — Die Stadtkasse in Klagen-fnrt verrechnete im Jahre 1876 an Einnahmen 115,640 fl. und an Ausgaben 96,130 fl. — In Klagenfnrt wird eine zweite Volksküche errichtet. — (Arbeiterkompagnien.) In der Grazer ,.Tagespost" tritt eine mit „S" signierte Stimme aus dem steierischen Oberlande für die Errichtung von „Arbeiterkompagnien" auf. Diese Stimme beantragt: es sei in jedem Bezirke eine solche Kompagnie zu errichten, in dieselbe könnten alle arbeitslosen Individuen ausgenommen und müßten in dieselbe auch alle arbeitsscheuen Individuen ausgenommen werden. Diese Arbeiterkompagnien könnten zu öffentlichen Straßen-, Eisenbahn- und Flußregulierungsarbeiten verwendet werden. Die Angehörigen dieser Kompagnie sollten nebst Massen-qnartier die nöthigen Kleidungsstücke und einen ver» hältnismäßig geringen Lohn erhalten. Durch die Errichtung solcher Arbeiterkompagnien würde einerseits dem immer lästiger werdenden Vagabnnden-wesen ein mächtiger Hemmschuh unterlegt, andererseits den Straßenbau-Unternehmern, Eisenbahnverwaltungen und Gemeinden die Gelegenheit geboten. billige Arbeitskräfte zu erwerben; überdies wäre der moralische Erfolg nicht gering zn veranschlagen. — („Ueber Land und Meer") Das sechste Heft bringt die Fortsetzung des Romanes „Der alte Praktikant", biographische Skizzen von Albrecht von Haller, Ferdinand Keller, Osman Ghazi, Szenen vom Kriegsschauplätze, Bilder au? der Modenwelt, Räthsel. Notizen, eine Novelle : „Die Liebe eines Todten", von Vacano, Miniatnrbilder. Mittheilnngen vom Büchermärkte, Musikalisches; an Illustrationen: Porträt von Albrecht von Haller, Festball im Saalbau, Bilder vom Kriegsschauplätze, Gefangennehmung von Paschas, Weihnachten, Porträt von Ferdinand Keller, Berliner Volksbilder, humoristische Bilder. Diesem Hefte ist das sechste Heft der „Deutschen Nomanbibliothek" beigegeben; dieses enthält Romane von Eduard von Hoefer, Gregor Sa-marow, Marie Colban, Mittheilungen aus der neuen deutschen Lyrik und internationale Lesefrüchte. Pränumerationen auf beide Druckwerke besorgt die hiesige Buchhandlung v. Kleinmayr L Bamberg. — (Zum Stichworte „Jugenderziehung".) Aus den ärztlichen Befunden der Assentierungs-Kommissionen ist zu entnehmen, daß es hier und dort mit dem Gesundheitszustände unserer wehrpflichtigen Jugend nicht am besten aussieht, es kamen im Verlaufe der letzten fünf Jahre bei der Assentierung wehrpflichtiger Individuen in den verschiedenen Provinzen der österreichischen Monarchie Fälle vor, daß von den vorgeführten Rekruten nicht zehn Perzent als „militärtauglich" erkannt wurden. Es ist dies eine traurige Erscheinung, die auf die Gesundheitsverhältnisse der Jugend ein nicht sehr günstiges Licht wirft. Nach Bericht der „Allg. österr. Lehrerzeitung" ist in den verschiedenen Provinzen eine sehr merkbare Abnahme der Körperkraft unserer Jugend zu verzeichnen, und es drängt sich die Frage auf: worin die Ursache dieser bedenklichen, traurigen Erscheinung liege? Wir begegnen hier nicht einer einzigen Ursache, sondern es wirken mehrere Faktoren zusammen. Nebst den Defeeten, die viele Kinder ererbt haben, sind in erster Linie die mangelhafte nnd unrichtige Ernährung, die ungesunden Wohnungen, der Mangel an frischer Luft uiid freier Bewegung, insbesondere die Ueberanstrengung der Kinder in Betracht zu ziehen. In erster Linie haben die Eltern für entsprechende Nahrung, Kleidung und Wohnung zu sorgen. Aerzte hervorragenden Ranges geben dem eonstatierten Befunde Ausdruck, daß die Menschheit einem mehr und mehr um sich greifenden Siechthum verfällt und zu dem Umsichgreifen dieses Uebels mitunter die Schul? einen großen Theil beiträgt; eine Hauptursache liegt in der Ueb^rbiirdung der Jugend in der Volks- und in noch höherem Grade in der Mittelschule. Wenn ein die Volksschule besuchendes Kind, wenn ein die Mittelschule besuchender Schüler während des Tages fünf bis sechs Stunden die mit den verschiedensten Ausdünstungen geschwängerte Schullust einathmen muß, so ist dein jugendlichen Organismus geuügend Gewalt angethan; wenn aber ein Schüler überdies fünf bis sechs Stunden am Studiertische zubringen muß, so erwächst demselben hiedurch ein schwerer Nachtheil für die Gesundheit, für die gedeihliche Entwicklung des jugendlichen, im Wachsthum befindlichen Körpers. Es ist Pflicht der Eltern, Aufgabe der Lehrer, dieses oft uuvermerkt eintretende Siechthum zu verhüten, zu bekämpfen nnd zn beseitigen. Das Lehrziel soll nicht auf Kosten der Gesundheit des Schülers angestrebt werdeu, M6»8 suuL in eor-xors 88.no, zu deutsch: gesunde Seele in gesundem Körper, soll das Ziel sein. Nur eiu gesunder Körper kann dem Lebenszwecke gerecht werden. In der Schule soll alles vermieden werden, was den Körper des Zöglings in irgend einer Weise benachtheiligt; bei dem gesammten Erziehungswesen muß die Pflege und Ausbildung des Körpers immer mehr und mehr, immer entschiedener in den Vordergrund treten. Tüchtige Fachmänner auf dem Gebiete der Schule erkennen einen großen Verstoß, wenn man die Erreichung des Lehrzieles durch angestrengte Hausarbeiten anstreben will. Thatsache ist, daß die Jugend nicht so sehr durch die Normen des Lehrplanes geplagt und überbürdet, als vielmehr durch überspannte Anforderungen an die häusliche Thätig-keit des Schülers über die Gebür in Anspruch genommen wird. Thatsache ist, daß ein großer Theil der Schüler, wenn er seine Aufgaben von Alpha bis Oniega lösen soll, noch in später Nachtstunde beim Studiertische sitzen muß. Fachmänner sprechen sich dahin aus, daß die Militär-Erziehungsanstalten in Oesterreich inbetreff des Unterrichtes besser organisiert find als die Zivil-Lehranstalten, den Zöglingen in Militärinstituten wird die znr Stärkung und Erholung des Körpers und Geistes erforderliche Ruhezeit gegönnt. In militärischen Bildungsanstalten Wird die Zeit der geistigen Arbeit und der noth-wendigen Ruhe genau eingehalten, deshalb begegnen wir in diesen Militärinstituten durchwegs frischen, gesunden Gesichtern. Die Ueberladnng der Schüler, namentlich in Mittelschulen, ist ein Mißgriff, und ein solcher ist auch in der Volksschule zu vermeiden. In der Erwägung, als ein gesunder Körper zu den kostbarsten und theuersteu Gütern des Menschen zählt, ist eine Ueberbürdnng uud Ueberanstreuguug der Jugend zu vermeiden; übermäßige Hausaufgaben tödten den Geist und die Lernlust, tödten den Körper nnd die Lebensfähigkeit des Schülers. Uoäerata äurLut! Landwirthschaftliches. (Schluß.) Bei der Hütte war der Betrieb ungestört. Bei den Flammöfen wurde durch Ermäßigung des Satzes ein besseres Durchbrennen der Erze bewirkt und das Ausbringen im Jahre 1875 auf 82 9 Perzent erhöht. Das Ausbringen bei den Schachtöfen betrug 85 7 Perzent, bei den Muffelöfen 87 7 Perzent und im großen Durchschnitte 85 4 Perzent mit einem Abgange von 14 6 Perzent. Ein wesentlicher Fortschritt wurde durch den mit Sohlenheizung eingerichteten Fortschanslnngs-ofen erzielt, welcher im Jahre 1875 aus dem gepanzerten Flamniofen umgestaltet wurde und die Bestimmung hat, die feinen Zeuge zu brennen. Bei Griesen von 1 Perzent wurde das Ausbringen auf 95 Perzent, bei gepochten Erzen von 9 Perzent Halt auf 92 Perzent erhöht (86 5 Perzent metallisches Quecksilber uud 5'5 Perzent Quecksilber in Hüttenzeugen (Stnpp). Die Betriebskosten und das Ausbringen sind jenen beim Flammofenbetriebe gleich. In sanitärer Beziehung sind beim Betriebe des Fortschanslungsofens keine nachtheiligen Folgen für die Arbeiter wahrznnehmen. Im Mai 1876 wurden die Versuche in dem neu erbauteu Patera'schen Röhrenofen unter Leitung des Erfinders abgeführt, ergaben aber kein günstiges Resultat, denn das Ausbringen aus der durchschnittlich 137 perzentigen Beschickung (feinen Griesen) betrug uur 56 3 bis 63 Perzent, darunter eine nicht unbedeutende Menge Stnpp, und außerdem wurde» die Arbeiter beim Laden und Entladen der Muffeln dnrch Erzstaub und Quecksilberdämpfe stark belästigt. Das neue Gebäude für die vom Werke erhaltene Schule ist nahezu vollendet nnd wird im Jahre 1877 bezogen werden; der alte Probiergaden wurde zu einem Wohnhause für zwölf Arbeiterfamilien umgestaltet und ein nenes Arbeiter-Wohn-hans für acht Familie» vollendet. Der Hüttenprobiergaden ist neu adaptiert, dagegen mußte der Bau des neuen Badehanses nach Aussetzung des Dachstuhles wegen Mangels an Arbeitern unterbrochen werden. Die Aufstellung zweier neuen Schachtöfen mit Eisenpanzerung und Thonröhren-Condensation wurde vollendet und der Bauplatz derselben, auf welchem früher der alte Schachtofen Nr. 4 stand, durch Absprengen des Felsengehänges erweitert. Witterung. Laibach, 18. Jänner. Seit morgens 9 Uhr geringer Schneefall, Windstille. Temperatur: morgens 7 Uhr -j- 0 4°, nachmittags 2 Uhr -t- 0 8« 6. (1877 -4- 3 4°; 1876 - 7 1° 6.) Barometer im Steigen, 742 76 wm. Das gestrige Tagesmittel der Temperatur — 04°, um 17° über dem Normale Verstorbene. Den 16. Jänner. Thomas Zidaven, Arbeiter, 27 I-, Zivilspital, Eiternngsfieber. — Peter Martinak, Weber, 45 I., Zivilspital, Lungentuberkulose. Den 17. Jänner. Maria Ghing, Kanzleidieners Witwe, Zivilspital, Luugcnlähmnng. Gedenktafel über die am 19. Jänner 1878 stattfindenden Licitationen. I. Feilb., Gusiö'sche Besitzrechte Vigaun, BG. Reif-niz. — 1. Feilb., Bergant'sche Real., Reteke, BG. Lack. — 1. Feilb., Zetko'sche Real., Senosetsch, BG. Senosetsch. — 1. Feilb., Zenko'sche Real., Kleinnbelsko, BG. Senosetsch. — 1. Feilb., Lcvstek'sche Real,, Travnik, BG. Reisniz. — 1. Feilb., Arko'sche Real., Reisniz. BG. Reifniz. — l. Feilb., KunM'sche Real., Grdb. Gallenfels, BG. Neumarktl. Am 21. Jänner. 3. Feilb., Nadrah'sche Real., St. Georgen, BG. Littai. 3. Feilb., Pregel'sche Real , Ustje, BG. Littai. - 3. Feilb., Blut'sche Real., Oberlokviz, BG. Möttling. — 2. Feilb., Slapsak'sche Real., Draga, BG. Nassenfuß. — 2. Feilb., Wilcher'sches Gut Steinberg, LG. Laibach. — 3. Feilb., Valentinüii'sche Real, Laibach, LG. Laibach. — 2. Feilb., Miheve'sche Real., Martinhrib, BG. Loitsch.2. Feilb., Breskvar'sche Real., Bolavlje, BG. Littai. — 2. Feilb., Bergant'sche Real., Seebach, BG. Krainburg. — 2. Feilb., Jerina'sche Real., Eevee, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Ule'sche Real., Niederdorf, BG. Loitsch. Telegramm. London, 17. Jänner. Parlamentseröffnung. Die Thronrede hofft, die Schritte der Pforte und die Schritte Englands gegenüber Rußland würden zu einer friedlichen Lösung fiihren, die England bestens unterstützen werde. Bisher verletzte keiner der Kriegführenden die britische Neutralität. So lange dieselbe unverletzt bleibe, werde die Haltung Englands dieselbe bleiben. Die Thronrede verkennt jedoch nickt, daß im Falle einer Verlängerung der Feindseligkeiten irgend ein unerwartetes Ereignis Vorsichtsmaßregeln nothwendig machen dürfte, und hofft, das Parlament werde die Mittel bewilligen. Die Beziehungen zu allen fremden Mächten seien freundlich. Theater. Heute (ungerader Tag): Die beiden Waisen. Sensationsstück in 4 Acten und 8 Bildern. Nach dem Französischen von d'Emery und Cormon. ie Miele (21)3-1 (Prula) wird am 24. d. M. verkauft. Näheres bei Großer Ausverkauf von Resten, so auch billigster Verkauf des gut sortierten Warenlagers bei (17) 18—3 « A»k«t«>>. Donau-Regul.-Lose > Una. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . §>«>'«» ». Lanken. Kreditanstalt f.H.u.G. E«comPte-Ges., n.ö. . Nationalbank........... A«Ii«a ».Tra«»xi>rt Unter»«!»»»»»»«». Alföld-Bahn............ Donan - Dampsschiss - Elisabeth-Westbahn . gerdinandS-Nordb. . Kran,-Joseph-Bahn. Galiz. Karl-Ludwigb, Lemberg - Czernowitz -Lloyd-Gesellschaft . Geld Ware 63 8V 66 SO 750 296'-108 50 113 75 123 5V 137— 63 90 67— 7515 300 — -09 — 114 ^5 1L4-- 137 50 86 25 76— 77 50 79— 86-75 76 75 78-7950 102 75 76-75 88-25 103-25 77— 88 50 223 10 223 20 805'- 80?— 113 50 354 -1k425 1990 129 SO 246 25 120— 385— 114 — 356 — 164 75 1995 13050 246-50 1L1-— 388'— Nordwestbahn . . . . RndolsS-Bahn . . . . Staatsbahn............ Südbahn................ Ung. Nordostbahn . . Psanckdrief«. Bodenkreditanstalt in Gold............. in österr. Währ. . . Nationalbank.......... Ungar. Bodenkredit- . Prioritäti-Abli». Elisabethbahn, i.Sm. Kerd.-Nordb. i. Silber kranz-2oseph-Bahn -Laliz.K-Ludwigb, I.E. Oefi- Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn Staatsbahn, 1. Em. Südbahn L z Per». ,, LS „ . Prioatlofe. Kreditanstalt . . NudolsSstistung. D«»is«a. London G«Usort«n. Dukaten.............. rv Franc» ........... 100 d. Reichsmark . Silber............... Gelb IV9- II7-S5 rs« — 78 »5 110-75 10« SV «g'6» 9» SS 98 — 92-50 rv« 75 88— 100 75 8575 85 — 154-50 Ilv'LS S25V 180 50 1S5V II84V 6'62 9 45 58 5V I0»-«5 War ,0» 5V 117 7L rs8-rs 7«, 7S 111'— 105 7L I-S-7S 88 7» 9ZLV 9i — 1V5— k8 50 lOI'LS 88-25 es SO >55 50 110 7S sz — 180 7L -4 — 118-5; s 8« >>'«8 5!'80 I >S7S Telegrafischer Äursbcricht am 18. Jänner. Papier-Rente 63 65. — Silber-Rente 66 90. — Gold-Rente 74 90. — 1860er Staats-Anlehen 114-—. — Bank-actien 810. — Kreditactien 22150. — London 118 55. — Silber 103 70. — K. k. Münzdukaten 5 61. — 20-Francs-Stüöe 9-45. — 100 Reichsmark 58 50. Druck von Jg. o. Kleiumayr L Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaction verantwortlich: Franz Müller.