OaibachelG Zeitung. Nr. 9. Vränumel«tl«n«pr«l«: Im «lomptoll „an,,, st. l l. bolbj. st. 5 50. ssüi die Zustelln»« in« Hau« V»lbj. 5»l» lr. Ä)Nt bcr Post ganzj. ft. i.»,, halbj. fi. 7 50. Mittwoch, l». Jänner. InstrtiensgebUhl! ^ H »« Wieberbolungen pl. Zelle , lr, ^" ' ^^^ Nichtamtlicher Theil. , Zum Jahresschlüsse. Nuch die „Augsb. Allg. Ztg." registriert die politischen Ereignisse im Jahre 1K74 und sagt in Bezug auf Oesterreich-U ngarn: ..Das letzte Jahr war für Oesterreich daS erste, in welchem ein von den ^andt^en abgelöster aus un« mittelbaren Wahlen hervorgegangener Reichstag in Wirt« s^mleit war und seine Prob? zu bestehen hatte. Sie ist nicht übel abgelaufen. Daß statt der Alten ziemlich viele „Junge", die mit wenig verständigen Wahlpro» grammcn aufgetreten ware», in den Reichstag gekommen, hat nicht so viel ^ärm und Störung gemacht, als man befürchtete. Auch sie haben entweder mit den maß» gebenden Thatsachen rechnen gelernt, oder sind, soweit dies nicht der Fall war, ziemlich vereinzelt geblieben. Auch irrt man laum, wenn man annimmt, daß der Verfassungsbau in Oesterreich eher zu. als abgenommen hat. Die gegen die einhei'liche Gestaltung des Staates gerichteten Bestrebungen der Nationalitäten sind zwar nicht abgestorben, aber sie habei, all Leidenschaftlichkeit und Zusammenhang verloren, im ^ande der Polen und Ruthenen wie in jenem der Czechen und in jenem der Slovene«. Dinge, wie die Wahlniederlage von Clam< Martinitz und der sich erweiternde Riß zwischen Alt. und Iungczechen, der Eintritt von sieben Iungczechen in den böhmischen Landtag, der Einlrilt einiger slavischen Volksvertreter aus Mähren in den Reicherath zu Wien, die Reise des Kaisers nach Böhmen u«d der ihm daselbst lereitetc Empfang sind nicht zu übersehen. Unter den Arbeiten des RcichSratheS nimmt der in die grtthjahrsefsion fallende Abschluß von drei der ein. abbrachten confessiomllen Gesetze eine hervorragende Stelle ein. Das vierte, das Klostcrgesetz, w^r vom Herren, haus am Schlüsse seiner Sitzungen einer Commission Überwiesen und ist so in die Herbstsession mt hinüber-genommen worden. Ueber die von den österreichischen «lrchenfürstcn bel Berathung und bei Ausführung dieser Gesetze beobachtete Haltung, über die temporisiercnde Politik der Curie, welche zu vermeiden sucht, daß die staatliche Reaction Oesterreichs gegen ihre Politik tn offenem Kampfe mit der kirchlichen Politik des deutschen Reiches in eins zusammenfließt, ist schon an einer andern Stelle das Nöthige bemerkt worden. Ebenso über die Mäßigung und daS Tempo d:r Regierung bei Ausfüh> ^ rung der Gesetze, wodurch der Curie eine solche Politik erleichtert wird. Aber: Aufgeschoben ist nicht aufge« hoben. Und an Versuchen, den Abschluß der Gesetze zu vereiteln (Märzmemorandum der Bischöfe, Brief des Papstes an den Kaiser) hat es so wenig gefehlt, wic an bösen Worten und grimmigen Gesichtern nach ihrer Sanction. Die Nothwendigkeit zu sparen, macht sich auch in der Heeresverwaltung, trotz des principiell wichtigen Wechsels im Kriegsministerium, welche in das letzte Jahr fiel, sehr geltend. Manche erfahrene Stimmen behaupten, daß die gediegene Ausbildung des Heeres darunter leide. Nuch bei der Aufstellung und Abänderung des Militärbudget« für 1875 machte sich diese Rücksicht auf Seite der Regierung so weit geltend, daß der Abschluß der Delegationen befriedigend erfolgte als c« anfangs den Anschein hatte. Die Ungarn waren es diesmal, welche ihre natürliche Hinneigung für ein großes und glänzendes Heer wegen dcr bitteren Nothwendigkeit zu sparen gar sehr in Schranken hielten. Es wäre zu lang, die gesetzgebenden Arbeiten der Reichstage in Wien und Pest im einzelnen zu verfolgen. Aus dem öffentlichen Leben Ungarns sei nur noch an die Wahl des serbischen Patriarchen und deren Einfluß auf die Zustände in Kroatien nach dem neuen Aus« gleich des Waldes mit Ungarn und besonders noch an die Gründung einer eigenen Universität in Agram erinnert, WaS dil Stellung der österreichisch-ungarischen Monarchie nach außen betrifft, so hat daS Jahr 1874 dcn Charakter derselben fast ganz unberührt gelassen. Er ist sich gleichgeblieben. Höchstens könnte man daranf hindeuten, daß das Reich in der Richtung vorwärts schreitet, fich mehr und mehr von der allen Politik los. zusagen, welche allezeit geneigt w-r für die Aufrecht-crhaltung dcr morschen Stützen der europäischen Türlei mitzuwirken. Der Besuch, welchen der Kaiser im Fe. bruar in St. Petersburg machte, in Erwiderung des Besuchs des russischen Kaisers bei Gelegenheit der wiener Weltausstellung, befestigte nur die in dcn Vorjahren eingeleiteten guten und freundschaftlichen Beziehungen mit den beiden benachbarten Kaiserreichen." Die Lage m Frankreich. erfährt in der „Montags.Rev:«" nachfolgende Vespre» chung: „Am w. d. hat die versailler Nationalversamm. lung, welche sich auf kurze Zeit vertagt halte, ihre Ar. beiten wieder aufgenommen. Hoffentlich findet sie das rekonstruierte Ministerium bereit« vor. Dcr Mißerfolg der Botschaft Mac Mahons, fo empfindlich er der Re. gierung sein mußte, hat in letzter Änie wenigstens die wichtigen, die prinzipiellen Interessen des Septcnnats unberührt gelassen. Die Erneuerung des Ministeriums auf der Basis der bisherigen leitenden Ueberzeugungen er« schien trotz des fast erschreckenden Eonsums von regie» rungsfähigen Persönlichkeiten, der seit dem 24. Mai ein» getreten ist keineswegs als eine Unmöglichkeit. Die Schwierigkeit laa nur darin, die Zusammensetzung des Cabinets gleichzeitig mit den in dcr Nati?naloersam», lung herrschenden Auffassungen und den Forderungen der öffentlichen Meinung in Einklang zu bringen. Wie sehr in ersterer die konservativen Tendenzen noch immer das Uebergewicht bchaupten, hat die Abstimmung vom letzten »Freitag gezeigt. Mit mehr als hundert Stimmen wurde der Antrag der linken, über die Petitionen inbetress der Beobachtung der Sonntagsruhe zur Tagesordnung über» zugehen, zurückgewiesen, und auch dem persönlichen Ein» greifen Gambelta'S blieb eine formelle Niederlage nicht erspart. Andererseits haben dic Ergän^ungSwahlcn auf das überzeugendste dargethan, daß biejc so prononciert conservative Haltung der Nationalversammlung den wahren Stimmungen des iianoeS keineswegs entspricht. Für daS Sefttennat wird in dieser Alternative stets ein bedenkliches Moment liegen So wenig sich Mar schall Mac Mahon mit den Prinzipien des jeweiligen Ministeriums identificieren maa, ganz wird er die politische Verantwortlichkeit für die eingeleiteten Regierungsmaßregeln nicht abzulehnen vermögen, und vielleicht ist gerade bei der jüngsten Krisis dadurch, daß sich der Marschall zu einer persönlichen Kundgebung der Versammlung gegenüber herbeiließ, die nothige Porsicht in dieser Richtung einiger» maßen außer Acht gelassen worden. Indeß das Scptennat bildet noch immer for» mell und sachlich den ei zigtn festen Punkt inmitten der Verwirrung der französischen Verhältnisse und fo leichten Herzens oic Nationalversammlung über Cabinelsfragen entscheide!, so wenig wird sie sich jemals entschließen, dle eigentliche Regicrungefrage aufzuwerfen. Die Verwerfung bcr jüngsten ministeriellen Vorschlüge schien ihr le« diglich durch die Pflicht der Selbsterhaltung gebolcn. Da« SenatSgesctz hat l^otz feinest ausgeprägten Charakter« auch conservative Gegner, einfach weil es die Möglichkeit der Auflösung umschließt So weit man blicken kann, waren die IänneoAllializen in der Versammlung stet« künstliche, sie beruhen auf dem natürlichen Interesse al-ler Pa'teien, die Zukunft Frankreichs, die definitive Gestaltung leiner Rrgierungsform nicht prüjudicierl z» sehen. Alle organisatorischen Fragen werden einzig aus diesem Ocsichlepunlle beurtheilt. Die Niederlagen, die man dem Ministerium bereitet, gelten nickt dem Jahre 1875), sondern in Wirklichkeit dem November 1830. Der Marschallprüsident scheint allerdings in die durch die versaillcr Beschlüsse geschaffene Situation zu-nächst im Sinne der conseroativcn Richtung dieser Ve-schlüsse eingetreten zu sein. Sein erster Gedanke galt der Neubildung des Cabinet« unter Duc de Broglie oder unter de Larcy. Der Gedanke scheuerte an der pralli« schen Undurchführbarleit einer derartigen Combination Feuilleton. Der Graf von Felseck. ilriminalnovelle von Fanny Klinck. (Fortsetzung.) IV. yelses v?.^ ^"" in jcner entsetzlichen Nacht Schloß We V^ "eit genug hinter sich «lltin- " '" tlefaufalhmenb stehen. Sie war ganz sie ihr, z^ v"t ""der freunde noch Bekannte, wohin keine »eit ^"^" konnte und cs dllcb ihr auch 3urchl?d°k^"?^"- Sie war fortgeeilt, zitternd vor und ni ,,.v^°/ l5"deric vorzeitig ihre iUucdt entdecken Wrte w? ?'" l°""" - welches ^oS ihrer dann "dun« de» s5 'c" U°"5 Mau. nachdem sie die Unter. h° nu^e? hi^""" belauscht. ""li- I?tt°..^^ und dachte - sie fand leinen Aus. und sichVn v "^"lste Absicht war gewesen, fortzueilen »luck nicht ««!'"""- N°a begriff fic ihr volles Un, Wecht G/as ^ ?"^ lie nicht, was ihrer harrle, wie l«nmt«t>en 5 Dstkn dämmerte der erste Strahl des Wucht entdeckie?" ^""^ ^"" Graf Frederic ihre l«"e^"^"°"° "«"< si« in neuer Thatkraft. Sie Elches Ne kalb . !" ""'^"' durchnäßten Most, auf ^warte D°« ^bl^ niedergesunken war und eilt > "nter ihr, fie sah nur ^nenscheln ^""."' "ll«thurmsspihe im Morgen. ""« ie nicht d«e U.es7^" "?" "" """' °b-'^l o,e leiseste Ahnung hatte, wohin. Sylvia war todtmüdc. sie konnte thatsächlich kaum noch auf ihren Füßen slchcn, aber sie fürchtete sich, sich nur einen Moment der Ruhe zu gönnen. Aber endlich war ihre Kraft dennoch gebrochen, sie lonnle nicht wci« t«r und brach bewußtlos zusammen. So fand man sie, elwa emc Stunde später. Man bob die bleiche, schwarzgekleidete Dame auf und brachte sie auf einen Wagen, wo sie so gut wie möglich auf Stroh gebellct und mit wollenen Decken zugedeckt wurde. Die wohlthuende Wärme, welche ihren «örper alsbald durchströmte, brachte Sylvia wieder zum Bewußtsein und als sie sich neugierig umblickte, sah sie sich von zwei fremden, aber gutmülhigen Gesichter:-, umgeben. Ihr zur Seite saß eine alle Bauersfrau. „Sie haben mich gefunden?" fragte Sylvia, sich schnell gcnug erinnernd. ,.Ia, Sie lagen wie todt am Wege und da meinte mein Sohn, wir thäten ein Werk der Barmherzigkeit, wenn wir uns Ihrer erbarmten." ,.)ch bin Ihnen zu großem Danke verpflichtet, gute Frau," sagte Sylvia gerührt ..Sie wissen nicht, welchen Dienst «Sie mir geleistet haben. Wohin fahren Sie?" „Nach N . . heim. Wollen Sie dort hingehen?" Sylvia erröthele. Sie hatte ja durchaus gar keinen Plan. Aber bei Nennung olescS Namens fiel ihr ein anderer ein. In N .. heim wohnte ein entfernter An. verwandter der ^ady Mervill, Advocat von Zabern, der. >lbe hatte auch das Testament ihrer verstorbenen Sties« mutler aufgezeichnet. Sylvia athmclc ganz erleichten auf. DaS war offenbar ein Wink des Himmels, den sic be achten muhte. „Ja, ich wollte bort hingehen, Zu einem Verwand» ten, zu dem Ndvocaten von Abern. „Zu von Zabern? I, du meine Güte und dlls ist ein Verwandter von Ih»en?" lamentierte die Mt«. „Nun freuts mich doppcll, daß wir Sie aufgenommen haben. Von Zubern i>l ein p>achtiger Mann und ohne ihn Sie können es mir glauben, gnädiges Fräulein, wäre mein Sohn da niemals in den Vtsitz seines oiiter» lichen Erbtheils gllommcn." Von fern blickten die Thürme von N .. heim her« über und unter lebhaftem Geplauder erreichte die kleine »aiavane die Stadt. Die alte Frau wußte so viel gutes von dem Manne zu erzählen, wohin Sylvia ihre Schritte lenken wollte, daß diese fich wunderbar beruhigt fühlte. ^ady Merville würde sie — das wußte sie «lt aller Bestimmtheit — niemals dem Grafen Frederic anvertraut haben, wenn fte dessen wahren lHharaller gekannt häite. Sie hatte ihren Neffen für leichtsinnig ge» halten und ihn durch eine Verbindung mit Sylvia von feinem Leichtsinn zu hlilen gehofft, abcr fie dachte nicht daran, daß er fchlecht - wie schlecht, sein konnte! Sylvia kannte laum noch cinrn Menschen, dem sie all ihr Kcio hätte anvertrauen können und es allein zu tragen, dazu war sie zu jung. Sie fühlte inslinctw, baß sie es sich schuldig war, hier himdelnd aufzutreten, oeoyr gre» ocric von stclseck Schritte lhat, die sie für immer in der Meinung der Wrlt entehrten. Unter solchen Gedanken war das Haus de« «dvo-calen von Zabarn erreicht und Sylvia wurde .vo« Wagen gehoben. Sie fühlte sich so schwach und krank, daß sie sich kaum aufrecht auf ihren ,Men hallen konnte, «ber Syloia wolllc; und sie gehörte z?> den bevorzugten Menschen, die gerade das. was sie wollen, limnen. Zwai noch bleich, aber doch mit einer bedeutenden Portion Muth begabt und entschlossen, lhre Sache zu verfechten, 66 Go lebhaft den Regierungslreisen die Erinnerung an die Mai.Allianz vorschweben mag, in immer unverkennbarerer Weise hat sich das linle Centrum als ein nicht zu umgehender Factor herausgestellt. In dem Appell an Dufaure prägt sich diese Erkenntnis auf das Deutlichste aus. Der conservative Republilanismus ist zur Sicherstellung der Regierungsfühigteit nicht zu entbehren, trotz der mehr oder weniger prononciertcn Antipathien, denen er auf orleanistischer und trotz der verstellten Feind« schaft, denen er auf bonapartistischer Seite begegnet. Ob ein Ministerium Dufaure in der Lage sein »ird. kräftiger und positiver in die Gestaltung der Ver« hültnisse einzugreifen, muß allerdings noch dahingestellt bleiben. Das wenige, was bis jetzt über das dem Mar« schall vorgelegte Programm des neuen Ministercandida« ten in die Oeffentltchleit gedrungen ist. verräth nur ein bescheidenes Ausmaß von Selbstvertrauen und staatsmän« nischer Bestimmtheit. Eigentlich scheint es sich nur mehr nm die Frage des unpersönlichen Septennates zu han« deln. Alle anderen organisatorischen Probleme^wurden vertagt, der Klärung der Pirtei'Anschauungen, der ruhigen Einwirkung der öffentlichen Meinung vorbehalten. Man kann die Grenzen offizieller Einwirkung auf den Gang der Verhältnisse nicht mit mehr Entsagung, mit «ufrichtigerem Verzicht auf alles ziehen, was einer Ueber« rumpelung ähnlich sehen könnte. D«noch darf die oersailler Politik, selbst das unpersönliche Septennat noch keineswegs zu den gesicherten Errungenschaften zählen. Die versailler Persammlung ist heute unberechenbarer als je; feste und verläßliche Ma< joritäten hat noch kein Cabinet aus ihr herauszubilden vermocht. Der Leichtsinn, mit welchem sie die Zukunft Frankreichs ohne jede Vorsorge läßt und das sand von Regierungslrisis zu Rtgierungskrisis treibt, hat etwa« fast erschreckendes. Und an einen durchgreifenden Um» schwung ist für erste wenig zu denken. Nllein eine rela« tioe Beruhigung liegt immerhin in der persönlichen Stellung des Präsidenten der provisorischen Republik. Die oersailler Versammlung sanctioniert immer mehr, we»n nicht das Princip, so doch die Praxis der Perwal, lungsdictatur. In dieser Richtung hat Marschall Mac Mahon eine Beschränkung seiner Gewalten nicht zu besorgen, wenn es ihm auch nicht gelingen sollte, die ge< setzllche Umgrenzung und formelle Uebertragung dersel. ben zu erlangen. Die Maschinerie der Verwaltung, und zwar einer allen wirtlichen Bedürfnissen entsprechenden Verwaltung stockt nicht, der Wohlstand und geistige Auf. schwung des Volles erleiden leine Einbuße trotz aller verfalller Verfassungspolitil. Die pessimistische Auffas. sung der französischen Verhältnisse findet darin ihre noth-»endige Richtigstellung. Im Kampfe der Parteien spie« geln sich so wenig erschöpfend die inneren Zustände Frankreichs wieder, als das politische Talent die ftaat< Uche Leistungsfähigkeit seiner Bevölkerung." Von der Nationalbanl. Der Rechnungsabschluß der österreichischen Nationalbanl für das Jahr 1874 bringt uns folgende Resultate zur Kenntnis: Das Gesammterträgnis beziffert sich auf st. 12038,249, und zwar wurden eingenommen durch d«s Escomptegeschäft nach Abzug des Zinsen-vortrages pro 1875 ft. tt.534,751, durch das Leih. «eschaft fi. 2.444,719, durch das Hypothekar» creditgeschäft fl. 1.137.437; das Banlanwei« sungsgeschäft ergab ft. 65,130, das Devisen- geschäft fl. 717,347. der Verkauf von Pfandbriefen fi. 196,010 Nutzen, der Reservefond warf ein Zinsenerträgnis von fl. 942,812 ab. Diesem Erträgnisse stehen Auslagen in der Höhe von fl. 2.958,464 gegenüber, und zwar Gebühren-pauschale für das Darlehcngeschäfl und Stempelgebühr für die Bankactien - Coupons fl. 1.288,479, Regie-Auslagen fi. 1.401.656, Banknoten < Fabricationstosten ft. 268,328. Nach Abzug dieser Gesammtauslagen verbleiben als reines Iahreserträgnis fl. 9.079,785 und mit Hinzurechnung des im Jahre 1873 unvertheilt ge< bliebenen Gewinnes fl. 9.088,278. Das Iahreserträgnis ist diesmal zur Gänze an die Actionäre zu vertheilen, da der Reservefond bereits die Höhe von 20 Perzent des eingezahlten Vankfondes erreicht hat und daher statutengemäß nicht weiter dotiert werden darf. Das Erträgnis pro 1874 beträgt danach per Actie — nach Uebertragung von si. 13.273 auf neue Rechnung — fl. 60 50 oder 10"/^a Perzent des eingezahlten Actiencapitals. es ist geringer als das pro 1873. in welchem Jahre dasselbe fl. 67 per Actie oder 11"Vl»0 Perzent betrug. Die auffälligste Bewegung hatten im abgelaufenen Jahre der Metallschatz und die Devisen; der Metallschatz nahm um fl. 3.866,802, der Devisenbesitz um fl. 601,000 ab, den Grund hiefür bieten die Verläufe von Metall gegen Rücklauf; diese Geschäfte gelangen in der nächsten Zeit zur Abwicklung, und es wird dann das Minus nicht nur ausgeglichen erscheinen, sondern sich eine Erhöhung des Metallschatzes um fi. 90,197 gegen Ende 1873 ergeben. Was den Banlnotenumlauf betrifft, so er< gibt sich Ende Dezember 1874 gegen Ende Dezember 1873 eine Abnahme von fl. 65.180,230. Ende 1874 waren fi. 293.762,350 Banknoten im Umlauf, und zwar 84,699 Stück zu fi. 1000, 924,802 Stück zu fi. 100 und 11.658,315 Stück zu fi. 10; die Bewegung der Staatsnoten innerhalb der Bank ergibt, daß im Jahre 1874 eine Zunahme derselben um ft. 536,540 eintrat. Die Bewegungen in den Hauptgeschäftszweigen der Bank sind erst jüngst hervorgehoben worden, hier sei nur bemerkt, daß im Portefeuille der Bank Ende 1874 60.563 Stück Wechsel und und Effecten im Gesammt-betrage von fl. 142.195,^22 sich befanden und doch die Darlehen gegen Handpfand Ende Dezember fl. 35.477,500 betrugen; am stärksten vertreten sind unter diesem Dar» lehcn die Grunoentlastungs-Obliaationen der Länder der ungarischen Krone mit fl. 14.342,268 Nominal, ihnen zunächst die Actien von Eisenbahn- und Dampfschifffahrtsgesellschaften mit fi. 13.066,578 Nominal, am schwächsten die Actien und Prioritäten von Industrie-gesellschaften mit ft. 1.133,020 Nominal. Im Giroge schüft zeigte sich im abgelaufenen Jahre ein Revirement von fl. 877.462,983, die Ge-sammtsummc der bewilligten Hypothetarcredite betrug ft. 18.873,000, wovon auf Ungarn (inclusive Sieben« bürgen) fi. 10.089,200 entfallen. Das gesammtc Kasserevirement betrug Gulden 7,281.372,250. wovon auf die Filialen fi. l.430.080.562 entfallen.______________________________________ Politische Uebersicht. Laibach, 12. Jänner. Das ungarische Amtsblatt publiciert die defini« tiven Ernennungen der in der ehemaligen kroatisch. slavonischen Militär grenze zum Iustlzdienst verwendeten Richler und Beamten für die von ihnen provisorisch bekleideten Posten. Der kroatische Landtag beschloß, den Gesetzen!« wurf über die Ortsgerichte in der nächsten Session zu berathen, da die Zeit diesmal zu kurz bemessen sei und der Entwurf eine eingehendere Berathung erheische. Der „Times" wird telegraphiert, daß Unl«hand< lungen im gange seien, um den Kronprinzen von Hannover zur Anerkennung des deutschen Reiches z< bestimmen. In diesem Falle »erde man in Berlin gegen seine Succession in Braunschweig nicht« einwenden. Die „Times" redet sehr lebhaft dem Prinzen zu, in dieses Arrangement einzuwilligen. Dem bairischen Landtage wird alsbald nach, seinem Wiederzusammentritte im nächsten Monate zu«« nächst der Etat für die bairische Armee pro 1875 vorgelegt werden. Die Aufstellung desselben erfolgt auf Grundlage des vom Reichstage für die deutsche Armee im allgemeinen genehmigten Militäretats und werden die vom Reichstage bewilligten Bezugserhöhungen ver« schiedener Militärs in gleicher Grüße auch für die bat-rische Armee statuiert werden, und zwar mit rückwirken' der Kraft vom 1. Jänner d. I. ab. Das „Journal des Dsbats" sagt anläßlich der ge> genwärligen Lage der Dinge in Frankreich, daß dlt Regierung sich in einer unaemcln schwierigen Situation befinde, die Ruhe. Tact und Besonnenheit in hohew Grade erheische. Glücklicherwelse sei Marschall Mac Ma« hon von den gegen das Eabinet gerichteten Voten in let-ner Weise getroffen. Ihn schütze das Gesetz vom 20ste«l November und so bleibe die Septennalgewalt des Präst' denten der Republik ganz außerhalb der Parlaments debatten. Die Frage reduciere sich demnach auf die Ver' Hältnisse einer Eabinetslrise, die allerdings die ernstes« sei, die Frankreich in den letzten anderthalb Jahren er« lebt habe, da es sich gegenwärtig um einen ganz neuer Aufbau handle. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde del Marschall nur in den beiden Centren und im gemäßlg' ten Thtile der Rechten die geeigneten Rathgeber ftnl>el> lsnnen. In einem vor kurzem abgehaltenen Ministerrathe theilte Marschall Mac Mal)on das Ergebnl< seiner mit politischen Persönlichkeiten gehabten Unter' redungen mit, sagte, daß die Bildung eines Eablnets be' dem gegenwärtigen Zustande der Parteien und bis siä> die Nationalversammlung über die VerfassungsgeseV ausgesprochen haben wird, schwierig ist, und verlang" sonach, daß die Minister ihre Geschäfte fortführen. ^ Man ljofft, daß die c onstitut ionellen Fragen a^ Schlüsse der Woche nach der Votierung des OtseH' entwurfcs übcr die Arm«'Cadres zur Berathung ßl' langen werden. — Broglie erklärte, er könne lein Cabinet bilden, bevor sich nicht die ^ialionalversamw' lung über die constitutionellen Gesetze ausgesprochen hat< Der „Agence Havas" zufolge wird die Nachricht englischer Blätter, daß Don Alfonso sich vor selnel Abreise von Paris mit einer Tochter des Herzogs vo» Montpensier verlobt habe, in Abrede gestellt. — ^ dem Bankette in Barcelona brachte König Alfon^ einen Toast auf die Reorganisation der Armee und del Marine aus, die nicht zum Zwecke des Krieges, sonoel" zur Erhaltung des Friedens dienen solle. Er sagle, del Friede ist das Glück der Völker - er sei berufen worde", Spanien glücklich zu machen. trat sie in da« Vorderzimmer des Ndvocalen. Es waren noch mehrere Menschen dort und so dauerte es eine geraume Weile, ehe sie vorgelassen werden tonnte. Aber endlich kam auch an sie die Reihe. Die Thür »urde geöffnet und ein Diener führte sie hinein. Herr von Zabern, ein aller Herr mit schneeweißem Haar und Vart. war ein freundlicher Mann. Sylvia kannte ihn noch, sie hatte ihn ja oftmals bei der Lady Merville gesehen, aber sie wagte dennoch nicht so recht, naher zu treten und ihn in seiner Arbeit zu stören. Plötzlich wandte er den Kopf um und Staunen und Verwunde« rung prägte sich in seinen Zügen aus. Aber dann sprang er auf und auf Sylvia zueilend, fiog es wie heller Sonnenschein über sein Gesicht. „Gnädiges Fräulein - Sie hier?" rief er, ihr beide Hände entgegenstreckend. „Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuche«? Wie befindet sich Lady Mer. oille?" Sylvia deutete mit Thränen in den ilugen auf ihr schwarzes Gewand. ..Tobt? Lady Meroille todt? Und Sie?" Jetzt konnte Sylvia sich nicht mehr halten. Strom, »eis flössen die Thränen über ihre Wangen herab. Herr von Zabern führte sie sanft nach dem Sopha und bat sie. sich zu setzen. .Herr von Zabern — geben S« mir »rgenb et< v«S. ein Stückchen Brot oder einen Schluck Wein — lch fühle mich einer Ohnmacht nahe", murmelte Sylvia. .Seit vlerundzwanzig Stunden habe ich keinen Bissen zu mir genommen." «Sie erschrecken mich. Fräulein Sylvia!" rief Herr o«n Zabern aus, indem er hastig die Glocke zog. «Bringen Sie «ir «in Glas Wein und etwas Bis» zut«", »anote er sich dann dem «intrelenden Diener zu, „und wenn jemand mich zu sprechen wünscht, so be« stellen Sie ihn auf eine spätere Stunde, ich habe Ab« Haltung." Der Diener brachte das Verlangte und begierig genoß Sylvia von beiden etwas, während Herr von Zabern sie neugierig und voll Mitleid belrach'ete. Als er das junge Mädchen zum letzten male sah, dlichte sie wie eine eben erschlossene Rose und jetzt sah sie aus, als habe der Sturmwind sic entblättert. Was bedeutete das? Nachdem Sylvia Glas und Teller von sich gescho, ben, kehrte ein leises Roth auf ihre Wangen zurück. Sie fühlte sich unter dem Schutze dieses Mannes unendlich erleichtert und beruhigt. Herr von Zabern llch sich an ihrer Seite nieder. „Ich weih nickt, was sie hierhergeführt. Fräulein Sylvia, aber ich habe eine leise Ahnung, als wären Sle zu dem rechten Manne gekommen. Nicht wahr, Lady Merville ist gestorben und Sie sind allein? Sie hätten das leichter haben und mir ein paar Worte schreiben können, ich würde sogleich herbeigeeilt sein." Sylvia schüttelte mit dem Kopfe. ,.O, nein. Herr von Zabern, nicht das ist es", sagte sie dann „Es ist so vielerlei, was mich zu Ihnen führt, daß ich leinen Anfang noch Ende weiß. Ich bin da« unglücklichste Geschöpf dcr Welt." ,Wlr wollen das nicht hoffen, liebes Fräulein", meinte der alte Herr freundlich. „Der Tod Ihrer Frau Mama hat sie zu sehr angegriffen." „Nein, nein, Herr von Zaber», ich hatte Mama's Tod längst vorausgesehen. Gestatten Sie mir eine Frage: Wissen Sie. wo Lady Mecville's Testament aufbewahrt ist?" „Allerdings, gnädiges Fräulein, das Original b? findet sich in meinem Vesitze." Ein helles Roth fiog über Sylvia's Wangen. „Gott sei Dank! So habe ich denn alles gerel!^ Das Blatt, den Taufschein und das Testament." „Ich verstehe Sie nicht, Fräulein Sylvia," sagtl dcr alte Herr verwundert. ' ? „Sie werden mich bald genug verstehen, Herr vo" Zabern. Kennen Sie den Inhalt des Testaments, »^ ches Lady Merville hinterlassen?" „Wie sollte ich nicht, Sylvia? So etwas vergiß' man nicht so leicht." „Sie wissen also, daß es der Wunsch meiner v^ storbencn Mama war, daß ich dem letzten Grafen v^ Felseck meine Hand reichte?" „Allerdings - Lady Merville hat oft mir gege"' über mit Vorliebe von ihren Plänen gesprochen." „Und was sagten Sie dazu?" „Gnädiges Fräulein, ich bitte Gie, mir ein Urth«"! über diesen Punkt zu ersparen." l „Ach, ich verstehe Sie kennen den Grafen?" „Nein, ich kenne ihn nicht persönlich." „Aber Sie haben von ihm gehört?" ,. „Ja, gnädiges Fräulein, ich habe von ihm gehört' „Darf ich nicht wissen was?" „Fräulein Sylvia, ich möchte Hie bitten, dtest" Punkt ruhen zu lassen." Sylvia seufzte. . „Herr von Zabern, sagte sie dann, „ich habe d»-nicht von Ihnen erwartet. Sie wissen, ich bin alle'" auf der Welt. wird es Ihnen da so schwer, mir eint" guten Rath zu ertheilen?" ^ „Nein, Sylvia, ganz gewiß nicht. Ich habe ^ von jeher sehr lieb gehabt, Sie müssen sich dessen n'" 6? Die Situation in Louisiana hat sich nicht geändert. Der Präsident Grant wird nächste Woche eine Notschaft an den Congrcß richten nnd die von der Regierung getroffenen Maßnahmen erklären. Grant unterstützt das Verhalten des Generals Sheridan, aber die öffentliche Meinung spricht sich immer mehr gegen die Politik Grants aus.___________________________ Die Eulen in der Landumthschaft. Ein großer Theil unserer Landbevölkerung ist noch von einer abergläubischen Furcht vor den Eulen be> herrscht, obschon, namentlich die kleinen Sorten, wic Wald, oder Vaumläuzchen, Schleier- oder Zwcrgculen. bei uns ziemlich verbreitet, der Lanowirthschaft durch Vertilgung von einer Unzahl von Mäusen u. dergl. einen bedeutenden Nutzen leistet und anstatt dummer Weise niedergeschossen und an eine Wand genagelt zu werden, den Schutz jedes auf Bildung Anspruch machen» den Landmannes im höchsten Grade verdienen Unsere kleinen Küuzchenartcn erhalten sich beinahe ausschließlich von Mäusen und ihre Thätigkeit in der Jagd auf die-ftlben ist jehr erfolgreich. Wenn diese verhaßten Nager, namentlich in den Scheunen, es am lustigsten treiben, beginnen diese Eulen ihr Handwerk. Unhordar schweben sie dicht über dem Boden hin, durchsuche,, denselben gründlich und die erspähte Maus wird mit den kurzen beweglichen Zehen, den nadelscharfcn, stark gekrümmten Krallen des Käuzchens (zum Fang gebrauchen sie niemals den Schnabel) erdolcht, ehe sie ans Entrinnen denken kann. Zudem ist ihr Flug pfeilschnell, wenn eine Beute erspäht ist, was ihnen zu ihrem unermüdlichen Iagdberuf sehr zu statten kommt. Dem Men» schen sind sie gar nicht gefährlich und erschrecken ihn blos durch ihr eigenthümliches Knacken mit dem Schnabel; zudem ergötzen sie durch ihre Gebcrdenschneiderel und d thümers merken, finden sie sich dabei zurccht. Nm Morgen, am besten, wenn es Tag und hell, wird die Oeffnung vom Gitter befreit. Die alten Käuzchen be trachten neugierig den Ausgang, weil aber das Licht ihnen zu grell hcrcinschcint, finden sie es für besser in ihre Behausung umzukehren. Kommt dann die Nacht, so wagen sie sich auf den vorn wie bei einem Tauben« schlage angebrachten Sädel, visitieren ihr neues Jagdrevier und — bringen den Jungen Beute. Hat sich ein Pärchen eingewöhnt, so verlassen sie nicht leicht ihren Standort, und auch die herangewachsenen Jungen machen sich zum Brüten zurccht, indem sie ihr Nest ausbauen. Diese Thicrchen stiegen dann nach Belieben aus und ein, selbst mit und neben den Haustauben, denen sie nichtb zu Leide thun, vertragen sich vortrefflich mit den Hauskatzen und jagen in und außer Scheune oder Wohnhaus mit denselben um die Wette den Mausen nach Diese« Heranziehen von Eulen oder sogenannten Käuzchcn ist namentlich in Holstein sehr gebräuchlich aber jedenfalls überall des Bcachtcns und des Versuchs werth, statt sie unverständig zu verfolgen oder gar aus> zurotten, da sie bald merlcn ob man ihnen geneigt oder nicht geneigt ist, in lchcrem Falle weiter ziehen und so bald nicht wiederkehren. Freilich lassen sie auf der Jagd hin und wieder einen Spatz mitlaufe«, was aber in Betracht ihres andcrweiten Nutzens kaum erwähnt zu werden verdient. (Bern. Bl.) Hagesneuigkeiten. — (Vo « «. h. H « se.) Am 9, d. M. fand in der Hof' bnig zu Ojen tin Holball sialt, dem Ihre VtajeNäten der Kai s e r und die Kaiserin beizuwohnen geruhten. — Ptlsonalnachricht.) Die beiden Oeheimräthe und Vrtlder Nlefander Freiherr v. Vach, ehemaliger Votschafter beim heiligen Stuhle, und Eduard Freiherr». Nach, ehemaliger Stalthalter de« illlftenlande«, sind am 7. d. M abend« von Wien in Trilsi eingetroffen und habcn a« 8. abend« ihre Reise nach Nlerandrien fortgesetzt. — (Eisenbahn Programm d«r Regierung.) Ditskllage fand eine längere Lonscrenz im Handelsministerim we» gen Vorlage dr» Eisenbahnprogramme« slatt. Die Reichhaltigkeit de« diesbezüglichen Material«, welche« seilen« de« Referenten zu sammengfftellt wird, durste verursachen, dah die «u«arbeitung die-. Zabern. Graf Fre. "neHin'N^alt^"^^ f«lnd'au,^'°'" "^ b" "te perr ungläubig und zwei. „Es ist so, wie ich Ihnen sage, Herr von Zabern," versetzte Sylvia »nil Thränen in den Augen. Ich hörte den Grafen Frederic die Sache seinem Diener mittheilen -" Erzählen Sk, mein Kind! erzählen Sie, Sylvia! Gott sei Daul, daß Sie zu mir gekommen sind. Wenn Ihnen irgendwie ein Unrecht zugefügt ist, so bin ich der Mann, Ihnen hilfreich beizustehen. Niemand soll es wagen, Sie zu beleidigen, so lange ich lebe. Theilen Sie mir alle« mit." Sylvia erzählte. Sie erzählte von dem Momente an, too Graf Frederic das Schloß von FelSeck betreten hatte, oftmals von Weinen und Schluchzen unterbrochen. Sie vergaß nichts, auch nicht daS mindeste. All ihre Sorgen, ihre Angst, ihre Unruhe schüttete fie in das Herz ihreö väterlichen Freundes aus. Herr von Zabcrn hatte ihr schweigend, aber mit steigender Verwunderung und wachsendem Zürne zugehört. Er konnte kaum glauben, was ihr lindlicher Mund ihm erzählte, und doch hatte sie die Beweise, daß sie dir Wahrheit sprach, in Form deS BlatlcS aus dem Kirchenbuche und deS Trauscheines bei sich. Er konnte nicht umhin, Sylvia seine Anerkennung über ihr besonnenes entschiedenes Auftreten zu ertheilen, obwohl ihm die Handlungsweise dcs Grafen noch nicht so recht Nar cv schien, da er ja. ohne in Wirklichkeit Sylvia's Hand zu besitzen, niemals Lady Merville's Erbe werden konnte. Nichtsdestoweniger war es ihm vollständig klar, daß es sich um irgend einen Schurkenstreich handelte. Er lanntc den Grafen Frederic, er hatte fchon mancherlei von ihm gehört, was ihn aber nicht in das beste Acht stellte. Als Sylvia geendet hatte, schwieg Herr von Zabern eine Zeitlang still. Dann sagte er: „Weißt du, mein Kind, wo sich Graf Frederic von Felseck aufhält?" ..In M..., von daher ließ ihn Lady Mervllle kommen, als sie ihr Ende herannahen fühlte." „Wohl, mein Kind, es gilt hier ein rasches Handeln und du sollst nicht vergebens Hilfe von mir er« wartet habrn, Sylvia, du kannst hier bleiben, du btst hier ganz sicher aufgehoben, niemand wird dich hier finden können, es ist absolut unmöglich. Meine Schwester wird es sich zur großen Freude anrechnen, dir Oasl« freundschaft zu erweisen. Aber eine Bttte habe ich, eine dringende Bitte, welche on unbedingt erfüllen mußt — du darfst unter leinen Umständen das Haus verlassen." „Ich werde Ihre Vitte pünktlich erfüllen, Herr von Zabern." „Ich bin davon überzeugt, Sylvia, und nun noch Eins. Du wirst mir jenes Blatt und den Trauschein anvertrauen." „Unbedingt." Sie reichte beides dem Advocate« dar. „Ich lönntc sic vielleicht in deinem Interesse «e« ! brauchen müssen. Ich werde sofort nach M ... abreisen und (Yraf Frederic zur Rechenschaft ziehen, nachdem ich seine Gesinnungen durchschaut und mir über seinen Cha« raller Gewißheit verschafft habe." „Herr von Zabern", sagte Sylvia plötzlich, noch ernster werbend. „Hüten Sie sich vor dem Grafen, m«. somehr, wenn er weiß. daß Sie im Besitze jener Pa» pierc sind." „Er wirb es nicht erfahren, mein «ind. Du magft meinethalben unbesorgt sein, ich werde mich vor einem solchen Menschen zu schützen wissen." (Fortsetzung f,l«l.> ss Der Herr kandesregierungsleiter l. t. Hofrath Ritter v. Nid -mann hat gestern unvermuthet die hiesige Zwangsarbeitsanftalt »ifiriert. — ( treffend die «ufhebung de« Schulgelde« in Krain. mit. getheilt. — «n fünfter Slelle finden »ir eine Rimdschnu onf die Echulgebiet, in Tteicrmarl, Niederöfterreich. Tchlesien. Ungarn. Deutschland. Schweiz und Nußland. — «n sech«ter Stelle folgen Mittheilungen llder Veränderungen im Lehrstande. ?ande«schul« rathsfitzungl'l, Stipendienverleihungen, Schulbesuch, «ber die Thätigkeit de« lrainischen Bchulpfennig, de« Rehn'sche« Kinder: garten« und über Lehrervereinsangelegenheiten. - Diesen Mittheilungen »erdeu Orianalcorrsspondenzen »»« Innerlrai» und Danzig, Mannigfaltige«, eine Vllcherschau und eine Neoue Über erledigte Lehrstelle« «ngefchloffe« — Unier anderen Neuigkeiten theilt die »Laib. Schulzeitung" folgende« mit: l. Die Leitung der Knab«nvoll«schule in Stein wurde Herrn P vidic übertragen; Herr Peter Fleischmann in Ncißlirchen wurde Lehrer in Saven» stein nnb Herr «ndrea« Kmel. pr«vis«rischer Lehrer in Hülben. 2. Von dem zu Staalsftipendien gewidmeten Velrazze per 10.000 fi. »nrden 4 Stipendien i 2N fi.. 13 i 150 fi., 35 ü 100 fi.. 75 t 50 fi verliehen H I« Gchulbezirle Stein be» standen i» »bgelaufwen Schuljahre 2l B«lls- und 7 Notb, schulen mit 39<3 Schülern. 4. Die wissenschaftlichen Verträge für die Lehrerschaft in Laibach beginnen am 17. ». Pl. und wer de» »» 24. d. fortgesetzt. 5. Der Lande«lehrer«ertin hält am 13. d. ei»en Oeselligleit««bend und »m 20 einen wissenschaftlichen «bend ab. — lVom NÜchertische.) Nlr lenlen mit biefe» Zellen die «ufmerfsa»leit unserer geehrten Leser aus den vierte» Jahr« g«g de« literarischen Jahrbuche« „Die Dio«lmen«. welche« der Lrfte allgemeine Veamtenvereln der österreichisch, »ng«risch« Monarchie i» Interesse der «egründung einer hüheren Veamten, lllchterschule h«rau«gibt »nd da» sich durch die sorgsame Mühe der Herau«geber (an deren Spitze der v» den Verein und dessen Interessen fehr veibieute Minifteiialrath Falte ?o,< Lilieustein) um da« Gedeihen diese» heimatlichen Prnduclc« auf literansche« Gebiete immer mehr Vahn bricht. Hervorheben wollen wir die Gedichte «ine« Lorm und Hamerling, Johann Nepomnl und «lfred Verger, Eajetau lerri, Karl Fidler, Netti Paoli. Juliu« non der Traun, Karl Neck, Han«gilg, Tschabuschnigg, sowie auch der nichlöfterre Mandanten des franMschsn Ävisodamvsers begrüßt, mofür üöuig Älsons unter ^'obesllhebllngen aus Frankreich dankte. Oönig Älsons reist Mittwoch ab. Paris, 12 Ääuner. Eine Carlisteudepesche spricht vom ersten pronuncia«ento in der HlfonststeN' armee. _______ Kiel, N. Jänner. Die „Kieler Zeitung" erfährt: Die Admiralität traf alle Vorbereitungen, um nöthigen-falls ohne Zeitverlust die Dampfcoroetten ..Victoria", „Louise" und „Augusta" in die spanischen Gewässer zu beordern. Paris, N. Jänner. Man versichert, daß für die Verfassungsgesetze die Dringlichkeit beantragt werde» wird, um den aus der Verlängerung der Cahlnelslrisis hervorgehenden Mißlichteiten zuvorzukommen. Vor der Eröffnung der Debatte werben die Minister erklären, unter welchen Bedingungen sie im Cabinet bleiben. Telegraphischer Vechselcurs oo» 12 Jänner Papier-«ente 70'A) - Silber-5lente 7l» 50. — I860« Staals-Nnlehtn 1l» . — vanl,«ctien l005 lreblt'« Hähndel pr «tlick . — l »5 ltuluruy . ll Hrdliftil. Zlnluei ll 30 ! Heu pl Zmlael . 1, <^ Linse« Metzcn .- > — Klrnh .. . - S«1 «rbse« .. -'— Holz, har^«32". »l.'l 7!-> Fisolen „ 41 80 — weichf«. . __ .- «:ud«jchm«ll, pr, Ptd — ! 50 W«n.c°t!,el. pr «s«m,r « ^ bchwelueichmulz , 50 — «»«^l ^ K^ 3>plll, frisch. 35 Leinsamen pr «etztn — ^ Voeck. ^tliluchcll Pfd . — Hasen pr, «ll»ck . - ^ Austetommene Hremde. Am 12 Jänner. Hstel Tl«Vt wle«. Detlela, »utsbefther, Ehrenau »»be- mann, Privatier. Graz. - Vohalscb, »fm, Wien hstel Vlel«nt. D« lori, Graz. Putoiuig. Obeitram «lückner, «eis. München - Thalmann, «els. Men Valerischer v«l Vaumann, Wien Ot«hren. 3r»jch, »gent, Ofen. __________ Theater. Heute: Zum Vortheile der Schauspielerin «auu «tun»««» thai: Martin Luther, oder: Die Weih« der »rast. Historische« Gemälde in 5 Ncten und 8 Vildern von Werner. Mctcorologijche Beobachtungen in Laibach. Z ^Z W n « "° '3Z UUMg. 74lo, — c>7 »schwach bewollt 12. 2 „ N. 741 ,, -s- 4» W. schwach > bewölll 0^.n 10 „«b 743,v? 0«,W. schwach j t.cw , Morgen« beiuiilll. m N. und NO. gelichlet, die Alpen tags» llber Nar; «bendroth. Alpenglühen Da» Tc>gt?mi,te' dll Tcm» ptlatur f I I . um 3 7 über dem slorma!<. Veraittwlittllchss Ncdn'.-tmr.- OtlomarBamberg. NörseNl)tNÄ)t. d?c^°«.!r.?^^«^ der berliner «ölst «mun^ '" "° "« ^«°"'"'" °"' '"""°"^ "°"" "' "" "" ^""°" '« "°^«n notiert hdhe'r. «0 70 i0 «redltanstall. ungar.....212 75 »13 - «udolfs'vahn.......147 l.0 146- Staal«b°hn . ,^- ,^!u gilnner-) Silberrente 5 ' ?^3 !^ Depositenbank.......18k 127- Staatsbahn........29«- 299- Sllobahu ^ ^'/, , , , 1^4,. l^.3g »pril- ) 6"""«" ( . . - 75 70 75 8' E«c°mpteanstalt......858- 864 Slldbahn.........12750 126- / ü' . . . c"?.!x ^.H k«sr. '839 26«- «72^ ssranco-Vanl 5,25 5250 Theih-Vahn........186 75 ,87 25 Slldbahn. von« . ^, A ^.II . '854........l«5- 10550 Handelsb.nt........W.25 kj-ßl) Ungarisch« Nordoftbahn . . . 116- 11650 llng. Oslbahn . Ä.^? «,.^ . I860........üi'^Ü!« ««t.onalbant.......,lX12 1004 Ungarische Oftbahu.....5475 5525 «l^..,.l. « 1860 »u 100 fi. .. 1^-- !!675 Oeft.rr. vanlgesellschas, . . _. Iramway-Heselllch......12«-- 129 ^ ,. ^ Privatlsfe. ^ 1864 .......l4175 14225 Unionbanl ...... «cazz ,^50 «redtt.L..........,ßß.zh ,^.50 D°««nen.Pfanbbriefe . . l26 25 1«6 50 Vereinsban,........45. AZ v«useft«l«