präaamrraltv»» - prrisk KÜr Laibach Oau,iähr>g . . . ^ ft. — k«. HalbjLhrig . . «ierkeljährtg. . . I . Sv , «oootli» . . . - . SV . Mit ver Potz: «ao„L»rig . . . s «. - tr. Halbjährig . . . 1 . i» . «ieriellLhrig. . Wir g-Velluug in« Hau» viertel-1 ihrig »L kr., monatlich 9 Ir. Uiii-ewe Stummer» S lr. Laibacher Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht herückstchtigt; Manuskripte »icht zurückgesendet. L?La»>iot> t^adndk'^^slt Ltr L»pk»ittoi> und Zmksaii-r. «oceaii: .ükoLgrctz;!cih^, 8; (vrLht.1 r-i r von I. v. Klei.vmaln ^ ^ E ^ Z,sclti»it»rlc>st: >Wr rinlpoltige Peliizeile s !>ei lUielmaligkr »LwIchaUiiiig dreimal L 7 k. rnlkrtieuss^l n>rel ledeSma! Bei «rößeren Onierare» und i>s Sins»al»i!iitz riu>vrrcheuderNad« Nr. 297. Freitag, 30. Dezember. — Morgen: Silvester. 1870. Die Reform der theologischen Studien. (Schluß.) Auch die Unduldsamkeit entspringt hauptsächlich aus der Bildungseinseitigkeit. Es gibt wohl kaum einen Religionsstifter, dem von den Studirenden der Theologie nicht die erbärmlichsten Beweggründe unterschoben würden. Namentlich „Ketzer" nndSek-tengründer kamen sehr schlecht weg. Kaum einer entgeht dem Vorwurfe, im Lasterpfuhle so tief gesunken zu sein, daß er sich schließlich nicht mehr schämte, Empörung gegen die heilige Kirche zu predigen. Weiß man aber doch irgend einmal gar kein Laster zu entdecken, selbst mit der schärfsten Brklle nicht, dann war es verwerflicher, satanischer Hoch-muth, welcher die Unterordnung unter die heiligen Kirchensatzungen nicht mehr zu ertragen vermochte. Daß auch nur ein einziger mit reinen, untadeligen Ansichten, aus gewissenhafter Ueberzeugung sich von der Kirche losgefagt und den schwersten-Verfolgungen, den härtesten Qualen, biSweilerr selbst dem Tode ausgesetzt haben sollte, gilt für völlige Un-Möglichkeit. Und wie die Führer, seien auch die Verführten, lauter schlechtes, lasterhaftes Volk, welches, mit Gott und dem Himmel längst zerfallen, nur auf eine Gelegenheit lauere, gesetz- und zuchtlos sich allen Ausschweifungen und Wohllüsten überlassen zu dürfen, ungestraft und ohne Gewissensbisse, dem Satan seien sie alle sammt und sonders verfallen, und nur durch reuige Rückkehr in die allezeit mildherzige und nachsichtige Kirche seien sic noch zeitlich und ewig zu retten. Bis dahin seien sie wie Heiden und Zöllner zu meiden und als Abtrünnige zu behandeln. — So wird keine Duldung gelehrt. Die Ueberzeugung, daß der Gegner nur aus gewissenloser Herzensbosheit einem Jrrthume hartnäckig anhängt, kann nimmer Achtung erwecken, man wird ihn allezeit verachten müssen. Lüge und Trug zu achten widerspricht der menschlichen Natur, und Feuilleton. Richter Lynch in Lyon. Ueber die Ermordung des Obersten Arnaud durch eine Bande von „Rothen" in Lyon erzählt der dortige „Salut Public" unter dem 22. d.: „Am Montag Abends herrschte zu Lyon in Folge einiger bekannt gewordenen Einzelnheiten Uber den Kampf bei NuitS eine lebhafte Aufregung. In der Vorstadt der Seidenweber wollten einige Elende, die immer bereit sind, unser Unglück für sich auszubeuten, diese Gelegenheit benützen, um Unruhen anzustiften. Eine im Saale Valentino abgehaltene Versammlung beschloß, daß anderen Tags eine Demonstration in Szene gesetzt werde, mit Frauen in Trauer und unter Vorantragung der rothen Fahne; ferner, daß man das Stadthaus „reinigen" werde, derart, daß ein revolutionäres Komitee eingesetzt würde, welches die Priester und die Aristokraten zur Armee schicken werde. Man hatte jedoch keine Gewehre und der Morgen verging unter Berathungen und Reden, bis man Duldung gegen denjenigen, welchen man verachten muß, ist leichter gesagt als geübt. Gegenwärtig stehen wir endlich auch in der Kirche an der Schwelle einer neuen Zeit. Das Alte stürzt in sich selbst zusammen, neue Gedanken beschäftigen die Geister. Auch die Feindseligkeiten gegen die Wissenschaft, so wie gegen die nicht-katholischen Religionsbekenntnisse müssen endlich einmal einer liebevollen Duldung Platz machen, welche ja als die schönste Blüte echter Bildung unter den Menschen betrachtet werden kann. Diese Duldsamkeit von katholischer Seite ist aber nur dann erreichbar, wenn auch die Geistlichen bemüht sind, das Wirken ihrer bisherigen Gegner ohne die gewöhnliche Brille und Voreingenommenheit betrachten und achten zu lernen. Dazu scheinen die erwähnten beiden Lehrstellen nöthig und wünschens-werth. Die Geschichte der Flilosofte, wenn sie unparteiisch vorgelragen, nicht etwa irgend einem filoso-fischen Slsteme oder der katholischen Glaubenslehre zu Liebe willkürlich verdreht und umgedrechselt wird, ist vollkommen geeignet, Hochachtung sür die wissenschaftliche Forschung zu wecken und den Geist über die gemeine Alltäglichkeit zu reineren Anschauungen zu erheben. Aber auch die Geschichte der Religionen wird Gedankenreichen Bahn zu brechen vermögen, wovon jetzt viele Seelsorger noch gar keine Ahnung haben. Der Jüngling, welcher dem weih-vollen Priesterberufe sich widmete, wird vernehmen, wie die ersten Keime der Religion unter den Menschen ins WachSthum trieben und sich allmälig entwickelten. Mit der Zeit bilden sich Sisteme; diese verbinden und verschlingen sich. Immer milder und freundlicher, immer erhabener und ehrwürdiger wird der Gottesbegriff. Bei den Juden, welche allein den Gedanken der Gottescinheit lebendig ergriffen und begriffen haben, gelingt die Umwandlung des Gottes der Strenge und des Schreckens in den Gott der Liebe, welcher seit nahezu zwei Jahrtausenden im beschloß, einen der Bataillonschefs der Vorstadt auszu-suchen, um ihn aufzufordern, daß er den Generalmarsch schlagen lasse. Dieser lehnte ab und rettete sich nur mit Mühe vor Mißhandlungen. Nun requirirten die Leiter Herrn Arnaud, den Kommandanten des 12. Bataillons. Er folgte der Deputation, weigerte sich jedoch energisch, das an ihn gestellte Begehren zu erfüllen und versuchte, die verirrte Menge zu begütige» und zur Ruhe zu bringen. Nun zogen ihn die wüthend gewordenen Weiber auS dem Saale. Auf der Straße sah sich Arnaud von einigen mit Flinten bewaffneten Individuen angegriffen. Sich in Gefahr sehend, mißhandelt zu werden, zog er den Revolver hervor. Da wurde er von einem Bajounelstoß an der Stirne getroffen, nun schoß er zweimal in die Luft, natürlich ohne jemanden zu verwunden. Sofort fielen die um ihn Stehenden über ihn her, entwassneten ihn und führten ihn in den Valcn-tinosaal zurück unter dem Zeter und Johlen der Menge. „Er hat auf das Volk geschossen" rief man, „er muß füsilirt werden!" Alsbald konstiluirten zwölf der ezaltirtesten Klub- Cl,ristcn1h»ni gelehrt, aber nicht immer geehrt wird. Wie hochinteressant ist weiterhin der Entwicklungsgang der einfachen und wohl auch leicht verständlichen EhrislnSlchre zum heutigen katholisch-n! Religions-sistemc, wie lehrreich der Nachweis der Ursachen, welche eine Slkle um die andere von der Mutter-kirche sich abbröckeln ließen! Vernimmt der Jüng. ling alle diese Ereignisse einer schöpferischen Vergangenheit, erkennt - er die zwingende Nothwen-digkeit, mit welcher ein ReligionSsistem aus dem ändern entstand, mit welcher die „Ketzer" zumeist aus innerster Ueberzeugung von der Kirche sich los-sagen und ihren eigenen Weg geben mußten: dann wird er die Anhänger anderer Bekenntnisse nicht mehr verfolgen und voll Eigendünkel bespötteln, sondern liebevoll nnd nachsichtig sie ruhig ihre Bahn wandeln lassen, worauf sic, so wie wir, da« höchste Menfchenziel zu erreichen hoffen. Ein Priester von solcher Erziehung wird sich aber auch nicht unterfangen, über die Geschehnisse der Zukunft vornehm abzusprechen, da ihm die Vergangenheit die Lehr-meisterin des Künftigen ist. Wunderbar ist der Entwicklungsgang Ln Menschheit in der Vergangenheit, im Gebiete de« Glauben« wie im Gebiete des Wissen«.- die Menschheit wird auch in aller Zukunft zu immer höherer Erkennt-niß, zu immer sittlicherer BoSkommenheit. zu immer innigerer Wechsclliebe sich fortdilden! Auf dieser Bahn der Weiterentwicklung sollen auch die Priester Führer und Wegweiser fein, und darum ist cs unser dringendster, innigster Wunsch, daß die Priestererziehnng dem erhabenen Zwecke entsprechend verbessert werde. Reichsrecht und Landesrecht. Die Regierung hat das vom tiroler Landtage in der Session des Jahres 1860 beschlossene Lan-deSvertheidigungsgesetz der Krone zur Sanktion vorgelegt und Sr. Majestät der Kaiser hat dasselbe sanktionirt. Mitglieder sich zu einem KriegSrath und verurtheilten den armen Kommandanten im Handumdrehen zum Tode. Einige Minuten später fand die Exekution statt 30 Schritte vor einer Kaserne, welche Nnientruppen und einen Nationalgardeposten beherbergt. Und Niemand hat inlervenirt, Niemand hat Einsprache eingelegt und zehn Flintenschüsse streckten einen braven Familienvater nieder, dessen Agonie laut Aussagen von Augenzeugen schrecklich mitanzusehen war, und der von einem sechzehnjährigen Gassenjungen den Gnadenstoß erhielt. Dieser Mord wurde am hellichten Tage verübt um 1 Uhr Nachmittags durch 15 Individuen die von 20 Megären mit der rochen Fahne geleitet wurden. Nachträglich hat der Munizipalrath beschlossen, daß das Begräbniß des unglücklichen Opfers auf Kosten der Stadt Lyon stattzufinden habe; feine drei Kinder werden von der Stadt adoptirt und feiner irrsinnig gewordenen Wilwe wird eine Pension auSgesetzt." Das Land Tirol hal in der allgemeinen Äehr-Pflicht, die damit allerdings aufgehörl hat eine allgemeine zu sein, eine AuönahmSstellung und die Begünstigung erhalten, seine alten Institutionen bei-znbehalten. Dem tiroler Landtage wurde im Herbste de« Jahres 1869 ein Landesvertheidigungsgesctz vor-gelegt, das im 8 4 von der klerikalen Partei in bedenklicher Weise abgeändert wurde. Die Ultramon-tanen verlangten nämlich nicht !N:hr niLji minder , als daß die tiroler LandeSschützeu außerhalb des Landes nur dann Kriegsdienste leisten dürfen, wenn der tiroler Landtag seine Einwilligung hiezu gibt. Die Regierung, an deren Spitze dazumal Gras Taaffe stand, wehrte sich mit aller Entschiedenheit gegen eine solche Abänderung, welche den Oberbefehl über die Armee geradezu dem obersten Kriegsherrn entwand und in die Hände des tiroler Landings legte. Doch alle Vorstellungen waren vergebens und mit einer Majorität von nur acht Stimmen wurde der § 4 des Landeöverlheidigungögcsetzes in der von den Klerikalen beliebten Fassung angenommen. Natürlich zögerte der damalige Landeöverthei-digungsminister Graf Taaffe, ein solches Gesetz der Krone zur Sanktion anzuempfehlen, ebenso sein Nachfolger im Amte Feldmarschalllientenant Rilter v. Wagner und er mußte darin noch bestärkt werden durch ein Votum der ReichSvertretung, welche bei Gelegenheit der Budgetberathung Anlaß nahm, sich über diesen Punkt ganz unzweideutig auözusprechen. Abgeordneter Lasscr erzählte damals, daß eine starke Partei m Tirol sich an die Regierung gewendet hatte mit der Bitte, sie möge die Geduld nicht verlieren und die Sache noch einmal vor den Landtag bringen; daß eine große Anzahl von Schützenofsi-zieren selbst offen erklärt, daß nur der Ruf des Kaisers, nicht aber die Zustimmung des Landtages für einen Ausmarsch maßgebend sein könne. Und um seiner Anschauung größeren Nachdruck zu verleihen, beschloß der Reichsrath, in einer Resolution die Regierung aufzufordern, „die geeigneten Schritte zu thun, daß die Wehrkraft von Tirol in einem der Leistung der übrigen Königreiche und Länder entsprechenden Verhältnisse zur Verteidigung des Reiches herbeigczogen werde." Und nun, was geschieht? Derselbe Graf Taaffe, der sich im Jahre 1869 nicht entschieden genug gegen das tiroler Landcögesetz wehren konnte, empfiehlt im Jahre 1870 dasselbe Gesetz zur Sanktion um den klerikalen Tirolern damit ein angenehmes Weihnachtsgeschenk zu macheü. Selbstverständlich — bemerkt das „N. Frdbl." hiezu — haben wir nichts dagegen, daß Herr Graf Taaffe die nltramontmiei, Kinder der Berge unter seine besondere Fürsorge nimmt, allein, wenn er den Tirolern Weihnachts-Präsente macht, so bitten wir ihn, dies künftig in einer für die übrigen Länder Sr. Majestät weniger kostspieligen Weise zu thun. Denn durch das sank-tionirte Gesetz ist eine entschiedene Ungleichheit Wirschen Tirol und den übrigen Ländern in der Leistung jener Steuer herbeigesührt, die die kostbarste von allen ist, weil sie Mit dein Blute der Laudes-kinder bezahlt wird. Während die Landwehr aller übrigen Länder gefaßt sein muß, jeden Augenblick zur Verteidigung des Gesammtvaterlaudeö die Waffen zu ergreifen, werden die LandcSschiitze» Tirols gemächlich an ihrem Herde sitzen können; denn Tirol selbst hat nach dem Verlnste Lombardo-Venetiens aufgehört ein Kampfobjekt zu sein und unsere künftigen Feinde werden nicht von der Alpenseite eiu-brechen. Können die übrigen Länder anf Kosten ihrer militärpflichtigen Söhne einen so außerordentlichen Vortheil, der Tirol von neuem gewahrt wurde, gleichgiltig ansehen? Kann es der Reichsrath ruhig hingehen lassen, daß sein Votum so verächtlich mit Füßen getreten wurde? Nimmermehr! Der Reichsrath wird gegenüber dem hervortretenden Partikn-larismns daö Banner des Reiches hoch erheben: ex kann und wird ein von der Krone sauktionirtes Gesetz nicht antasten, allein er wird namens des Reiches von Tirol verlangen, daß es seinen Pflichten in demselben Maße wie jedes andere Land Nachkomme und so viele Soldaten stelle, als nach dem Grundsätze der allgemeinen Wehrpflicht auf dasselbe kommen. Bon dem Augenblicke an, wo die Wehrkraft znr Vertheidigung des Thrones und des Reiches cintritt, gibt es nur eine Nationalität, das ist die österreichische, nur ein Land zu vertheidigen, das ist Oesterreich! Wir sind gewiß, daß der Reichsrath diesem «satze zu seinem unumschränkten Rechte verhelfen wird. Vom Kriege. Der uene deutsche Kriegspla«. Ein militärischer Mitarbciler der „Pr," schließt aus gewissen Borbereitungen, daß der deutsche Generalstab, in Würdigung der den Franzosen noch immer zu Gebote stehenden zahlreichen Kräfte, eine Umänderung seines Kriegsplans für zweckmäßig erachtet. Man scheint in Versailles zur Erkenntniß gekommen zu sein, daß selbst die riesigen, bisher ohne Unterbrechung aus Deutschland herangezogenen HeereS-massen nicht genügen, um alle in Angriff genommenen Kriegsaufgaben g l e i chze i t i g durchzu>ühren. Der Wunsch, sie sämmtlich rasch zu Ende zu bringen, hat eine bedenkliche Zersplitterung der Heerkörper znr Folge gehabt, woraus die aufreibendsten Märsche, bedeutende Verluste an Mannschaft und zugleich verminderte Erfolge resultirten. Die weit ausgreifenden Offensiven der 1. und 2. Armee boten dem Feind offene Zugänge in der Richtung auf Paris. Wenn daher die deuischen Umlagerungstruppen gegenüber den wachsenden Organisationen Trochu'S nicht zahlreich genug sind, um vorkommendenfalls gleichzeitig ein Ersatzheer und ein Ausfallsheer zu schlagen, so wird die 1. und L. Armee näher an Paris heranzuziehen und die Überwachung der Ent-satzlruppen ausschließlich den Heeren des Prinzen Friedrich Karl und Mantcuffel's zu überlassen sein. Auf solche weitaussehende und menschenmordende Unternehmungen, wie die Märsche gegen Lyon oder Havre, wird zunächst die deutsche Heeresleitung verzichten. Man wird vielmehr nicht allzufernc von Paris, etwa in einer Distanz von 10 bis 15 Meilen, befestigte Orte einrichten oder Lager anlegen, um von dort aus, wie von vorgeschobenen Hochwarten aus, die etwa nahenden Entsatztruppen im Auge zu behalten. Zwischen diesen festen Standorten, zu welchen sich z. B. Laon im Nordosten und Orleans im Südwesten vorzüglich eignen, und dem Hauptlager der Deutschen vor Paris sollten die Schienenstraßen fahrbar gemacht, womöglich auch die vorgeschobenen Standorte untereinander mit Bahnen verbunden sein. Dagegen wären außerhalb dieses zwe ten um Paris gezogenen Kreises die Eisenbahnen zu unterbrechen, so daß die einzelnen noch nicht besetzten Theile Frankreichs an der Periserie nur durch die Schiffahrt kommuniziren könnten. Der deutschen Miterei fiele die wichtige Aufgabe zu, mit den Gegnern Fühlung zu behalten und die BeobachtungSheere in den Standorten rechtzeitig von der Annäherung von Entsatztruppen zu verständigen, so daß letzteren immer genügende Streitkräfte gegenüberständen. Die Franzosen wären dann in die Nolhwendigkeit versetzt, entweder einin schwierigen Angriff gegen die deutschen Befestigungen zu unternehmen, oder selbst im Falle eines gelungenen Vor-übcrmarscheS an den deutschen Lagern würden sie zwischen diesen und dem deuischen ZernirungSheer vor Paris in die Mitle genommen. * Bei der Beschießung des Mont Avron handelt eö sich, wie die Berliner „Prov. Korr." meldet, noch nicht um Beschießung der Stadt, ja noch nicht einmal unmittelbar um die Beschießung der Forts, wohl aber um ein wirksame Einleitung dazu. Sobald der Mont Avron genommen, werde »ielit blvs daö Vorgehen gegen die Nächstliegenden FmlS wc senllich erleichtert, sondern anch eine Beschießung ^ dcr naheliegenden Sladttheile ermöglicht scin. Diese ^ große Ausgabe werde jetzt um so sicherer ansgeführt ' werdeu, je weniger die Bclagcrungsarmee einen Angriff von außen zu besorgen habe. In einem Artikel über die „Zustände in Paris und dessen Beschießung" sagt Julius von Wickede, der als Militär über den Verdacht der Sentimentalität hinaus, zudem als preußischer Reaktionär ein erbitterter Feind der französischen Republik ist, in der „Kölnischen Zeitung" wörtlich: „Mit dem äußersten Trotz der Verzweiflung ver-theidigt sich Frankreichs Hauptstadt, und mit der hartnäckigsten Verblendung wollen Gambetta und Genossen Lrn Kampf noch bis zum äußersten fortgesetzt wissen , obgleich ihnen auch nicht der leiseste Schimmer einer Hoffnung mehr übrig bleiben kann, sich den Sieg noch jetzt zu erringen. Unterdessen wird Frankreich fortwährend zu einer weiten Wüste gemacht, der kleine Krieg gegen die Franktireurs läßt Menschlichkeit und Christenthum immer mehr aus den Reihen der Kämpfer verschwinden. Dieses entsetzliche Brennen und Sengen dauert fort, ganze Dorfschaften werden vielleicht einiger Schüsse wegen, die fremde Banden aus ihnen abfeuerten, vollständig niedergebrannt, und der ganze Kampf droht nunmehr einen Charakter anzunehmen, wie er im dreißigjährigen Kriege nicht viel wilder gewesen scin konnte. Wenn jemals etwas einen denkenden und fühlenden Menschen zu einem Anhänger von Elihu Bnrrit und seiner Friedenslehre machen konnte, so ist es di«ser Krieg von 1870, und wenn wir ihn erst einmal siegreich beendet und die Thore des Ja-nnStempels geschlossen haben, dann (Erst dann? Die Red. d. „N. Fr. Pr.") muß es eine heilige Pflicht aller Volksvertreter der europäischen Kultur-staaten- scin, zu einem großen Friedenskongresse sich zu vereinen, um Mittel zu erstreben und anch durch-zuführen, daß unsere großen stehenden Heere auf das möglichste verringert und den einzelnen Staaten alle Mittel entzogen werden, daß sie auch in Zukunft wieder in grausamen Kämpfen sich gegenseitig zerfleischen, daS Blut von Hundertlausenden auf frevelhafte Weise vergießen und Kultur, Wohlstand und Freiheit der Völker auf Generationen hin oft auf die roheste Weise vernichten." Wie begründet die wiederholt aus Paris gedrungenen Nachrichten über den unmilitärischen Geist der Nationalgarden gewesen sind, beweist folgender Rapport des Kommandanten der Pariser Nationalgarde, Generals Klement Thomas, an den Gouverneur von Paris: Paris, 16. Dezember. Herr Gouvernenr! Das 200. Bataillon hat heute Paris verlassen, um die Vorposten bei Creteil zu beziehen. Ich erhalte von dem Oberkommandanten von Vincennes folgende Depesche: „Der Chef des 200. Bataillons betrunken! Mindesten- die Hälfte dcr Mannschaft betrunken! ES ist unmöglich, mit ihnen den Dienst zu versehen. Man mußte sie von ihrem Posten ablösen. Unter solchen Umständen ist die Nationalgarde eine Plage und eine Gefahr mehr." Ich habe die Ehre, von Ihnen die Rückberufung des Bataillonschefs und Kommandanten des 200. Bataillons der Nationalgarde Leblois zu erbitten. Empfangen Sie u. s. w. Klement Thomas. Genehmigt: Der Gouverneur von Paris, General Troch». Seit einige» Tagen, schreibt man ans V er« sailles, sind hier einige Detachements Marine-Soldaten von Kiel angckommen. Sie sollen nach Orleans gehen, um die dort eroberten vier Kano-nenbooie zu transportiren. Ob dieselben nach Havre hinaufgeführt werden sollen, oder ob sie nach dem Kriegsschauplätze bei Paris zu Lande sollen trans-portirt werden, weiß ich nicht. Indessen wäre es ja nicht unmöglich, daß, wenn man sich noch entschließen sollte, Paris mit Sturm zu nehmen, auch Kanonenboote in die Aktion eingreifen könnten. Das „Echo du Nord" sagt, daß die preußische Garnison zu Rheims von 2500 auf 10,000 Mann vermehrt worden ist ; die von Chalons wurde wegen dcr Befürchtungen, welche die Nordarmee einflößt, ebenfalls vervierfacht. Zu Rheims ist cö verboten worden, von 5 bis 9 Uhr Abends ohne Laterne anözugehcn; nach 9 Uhr ist die Zirkulation streng untersagt. Da die Stadt Chalons die letzten Re^ quisitionen verweigerte, so wurden drei Geiseln nach Deutschland adgesührt. Wie der „Conftitutionnel" vom 19. d. meldet, wird in Bordeaux eine neue Hilfsarmee, welche auö Freiwilligen bestehen soll, gebildet. Aus Chaumont, 24. Dezember, wird geschrieben : Vor der kleinen Festung LangreS, die von 4000 Franzosen, größtentheils versprengten Soldaten der früheren Linienregimenter, sehr energisch verthei-digt wird, ist es in den letzten Tagen wiederholt zu verschiedenen lebhaften Gefechten gekommen, in denen wir stets Sieger geblieben und die Ausfälle der Garnison zurückgeschlagen haben, welche uns aber doch stets Verluste verursachten. Durch das sehr gebirgige Terrain begünstigt, sind in dem Departement der Haute Marne überhaupt zahlreichere Franktireurs-Bandcn, als in irgend einer sonst von uns besetzten Gegend Frankreichs, und selbst bis in die Nähe von Chaumont wagen sich solche Hansen, so daß die dortige Garnison beständig auf dem vivs sein muß. Bevor die beiden Festungen Belfort und LangreS gefallen sind, wird diesem Unwesen schwerlich ganz abgeholsen werden können. Daß LangreS nicht lange Widerstand leisten kann, sobald nur erst einmal die Beschießung mit schweren Geschützen begonnen hat, nimmt man allgemein an; desto schwerer dürfte aber der Widerstand vonj Belfort zu brechen sein, welches vermöge seiner natürlichen Lage und der aus steilen Felsen gelegenen AuHensorts eine große Bertheidigungssähigkeit besitzt. Es wird dort jetzt sehr heiß gekämpft, und halb Belfort soll schon in Flammen ausgegangen sein. Das Werder'fche Korps, welches jetzt sowohl gegen die Garibaldianer, als auch gegen die sogenannte französische Ostarmee kämpfen muß, erhält bedeutende Verstärkungen an Linie und Landwehr und mehrere preußische Regimenter sind schon auf dem Eilmarsch dahin. Die deutschen Blätter bringen nun ausführ- lichere Berichte über den Versuch einer allgemeinen Erhebung der französischen Kriegsgefangenen und deren Durchbruch nach Frankreich. Der Plan erstreckte sich insbesondere auf die Gefangenen in Köln, Koblenz und Mainz, mithin auf die ganz stattliche Anzahl von 60.000 Mann und sollte in der Nacht von, Christtag auf den Stefanstag verwirklicht werden. Wahrscheinlich rechneten die Veranstalter auf die um diese Zeit übliche Feststimmung, von welcher sie eine Abnahme der allgemeinen Wachsamkeit erwartet haben mochten. Allein die Behörden erfuhren von dem Projekt und trafen ihre Maßregeln. Am Abend des 24. Dezember rückten zahlreiche Mannschaften, darunter auch Artillerie mit Kartätschen bewaffnet, ans. Die übrige Besatzuugs-mannschaft war in den Kasernen konsignirt, um beim ersten Kommando zur Bewältigung der Erneute bereit zu sein. So wurde die Ausführung des Planes, welcher in, wesentlichen darauf hinausging, die Besatzungen zu überfallen, zu entwaffnen und zu tödten und nach Niederbrennung einiger Ortschaften der französischen Grenze zuzueile», rechtzeitig vereitelt. In Deutschland ist seitdem die Mißstimmung gegen die Gefangenen sehr groß. Politische Rundschau. Laibach, 30.'Dezember. Die tiroler Landeevcrtheidigungs-Ordnung mit dem viel angefochtenen Paragrafe 4 wurde, wie der „N. Fr. Pr." aus Innsbruck gemeldet wird, fanktionirt. (Der betreffende Z. 4 wurde in der Sitzung des tiroler Landtages vom 23. Oktober 1869 von der klerikalen Landtags-Majorität trotz der energischesten Abmahnung von Seite dcg RcgierungSvcrtretci's angenommen und lautct dahin, „daß die LinidcSschützm nur ausnahuiS. weist nnd insoweit Tirol und Vorarlberg in keiner Weist bedroht werden, auch außerhalb des Landes, jedoch nur nach vorhergegangener Zustimmung des Landtages verwendet werden können.") Der Klerus Oberfteiermark's prclestirt gegen die Besitzergreifung der Schulgebäude seitens der Ortsschnlrüthc und fordert für den Meßner jeweils Wohnung in Schulen. Wo kein Platz für eine Meßnerwohnung vorhanden ist, soll der Lehrer hin-auSgeschasft werden. Dieser Protestlärm soll natürlich nur die Schwierigkeiten, die sich der Durchführung des Schulgesetzes entgegenstellen, vermehren. Eine Kommission der ungarischen Delegation, welche sich mit „Prüfung" der Schlagfertigkeit unserer Armee zu beschäftigen hat, hielt bereits — eine Vorberathung. Man wird vor allem die Monturs-Kommissionen in Ofen prüfen und dann andere Untersuchungen anstellen, deren Resultat auf die Bewilligung des KriegsbudgetS von Einfluß sein wird. Wenn die Armee für „schlagfertig" befunden wird, dann wird alles bewilliget werden, wenn sie nicht für „schlagfertig" befunden, dann wird wenig oder nichts bewilligt; so wills angeblich die Politik der ungarischen Delegation. Sämmtliche Czechenblätter besprechen die Möglichkeit einer Allianz Deutschlands mit Oesterreich; sie hoffen, an der Innigkeit der Beziehungen zwi-fchen Deutschland und Rußland werde eine solche Allianz scheitern. Sollte sie jedoch dennoch zu Stande kommen, so wären die Czechen gezwungen, den Kampf gegen das gesammte Deutschland aufzunehmen! (Das ist wohl der Helle Wahnsinn! bemerkt hiezu mit Recht die „N. Fr. Pr.") Die Verkündigung der neuen deutschen Reichs-Verfassung soll geschehen, sobald die Genehmigung der Bundesverträge mit den Südstaaten erfolgt fein wird. Bald nach der Verkündigung dürften die Reichstagswahlen ausgeschrieben werden. Heute beginnt in der baierischen Abgeordnetenkammer die Verhandlung über die neuen Verträge, zu deren Annahme man trotz aller klerikalen Opposition doch die nöthige Zweidrittelmajorität zu erlangen hofft. Der Kommissions-Antrag, der vom Abgeordneten Jörg der zweiten baierischen Kammer zur Annahme vorgeschlagen wird, verweigert den Beitritt BaiernS zum künftigen deutschen Reiche. Dieses letztere soll einen engeren Bund bilden, mit dem Baiern nur durch eine Militär-Konvention und einen Zollvertrag zusammenhängt. Stimmt die Kammer diesem Antrage zu, dann wird ihre Auflösung nicht auf sich warten lassen. Die preußische Regierung soll entschlossen sein, im Falle Luxemburg nicht die geeignete Initiative zu einem Anschlüsse an Deutschland ergreift, das Besatzungsrecht der Festung Luxemburg geltend zu machen, welches wieder auflebte, nachdem der Vertrag vom Jahre 1867 durch Luxemburg an-nullirt wurde. Der Berichterstatter der „Times" in Bordeaux meldet, daß nicht Thiers, sondern Jules Favre Frankreich auf der Londoner Korke eu; vertreten soll. Preußen werde dieserhalb ersucht weiden, ihm eine» Geleitschein auszustellen. Dieser Entschluß — so fährt der Korrespondent fort — ist nicht nach dem Geschmack Gambetta's, derbes Ucb«s,gesehen, daß Frankreich sich von der Konferenz gänzlich strnge-halten hätte. Garybetta wird übrigens fürs erste noch nicht in Bordeaux erwartet, er habe noch vieles bei der Armee zu thun und wolle nur als der Ueberbringer guter Kunde zurückkehren. D« P fo rte ist aufgebracht über das Vorgehen des Fürsten Karl von Rumänien, welcher von seinem letzten Schritte der Pforte keinerlei Mitthei-, lung machte, und protestirtc gegen jeden Schritt der Mächte zu Gunsten der Ansprüche des Fürsten. Zur Tagesgeschichte. — Die Ministerial-Jnstanz fand laut Reskript des Reichskriegsministeriums vom 13. d. auf Grund eines Miitisterrathsbeschlusses die Absätze rr und b des 8 41 der Instruktion zur Ausführung der Wehrgesctze wie folgt zu modifiziren: Jene Individuen, die von dem Tiözesauvorstau^e in sein Priester-Seminar ausgenommen worden sind und die Theologie studiren; b) solche, die in einem von der Kirche approbirteu Orden eingekleidet sind und entweder bereits Theologie studireu, oder in dem Jahre, in welchem sie asseniirt worden, können die theologischen Studie» beginnen oder fortsetzen. — In Prag ist zwischen den deutschen und den czechischen Stadtverordneten ein Konflikt ausgebrochen, in Folge dessen erstere sich in Hinkunft von den Sitzungen ferne halten wollen. Es wurde nämlich in einer Sitzung ein die deutschen Stadträthe beleidigender Beschluß gefaßt. — Das deutsche Zentralhilfskomitee in Steiermark hat dieser Tage einen Betrag von tausend Thalern nach Berlin an das k. preußische Mi-litärinspektorat zur Vertheilnng an Witwen und Waisen gefallener deutscher Soldaten gesendet. — Die „Times" melden aus Bordeaux: Durch Dekret wird bekanntgegeben, daß die Post Briefe annehmen werde, um sie durch geheime Mittel nach Paris zu befördern. Das Gewicht der Briese wird 4 Gramme nicht übersteigen dürfen, das Porto 1 Franken betragen und der Adresse werden die Worte: «Paris über Moulin-Allier" beizufügen sein. Zur Tagesgeschichte. Die „Jndepen-dance" berichtet in einem „Originalbericht" aus Alt-kirch-Basel ein Geschichtchen, wonach in einer kleinen „ungenannten" Stadt des Elsaß ein Journal mit deutschen und französischen Spalten erscheine, welches in den deutschen Spalten deutsche Siegesnachrichten, in den französischen aber französische Siegesnachrichten produzirte. Letztere entgingen dem der Sprache nicht mächtigen Kommandanten, welcher — die Ueberein-stimmung der beiden Texte voraussetzend — die Zeitung passiren ließ. — Wie aus Versailles, 18. d., geschrieben wird, hatte General Blnmenthal vor wenigen Tagen ein tragikomisches Abenteuer, als er aus einem Gange durch die Vorposten von einem polnischen Wachtposten augehalten und nach der Losung gefragt wurde, die er vergessen hatte. „Lass' mich nur durch, mein Sohn, Du siehst, ich bin Offizier," sagte der General. — „Weißt Du Losung nicht, schieß' ich Dich todt," meinte der Musketier. — „Aber sieh' doch meine Tressen und meine Orden." — „Weißt Du Losung nicht, schieß ich Dich todt!" uud sofort in illtinitum, bis zwei in der Nähe befindliche Offiziere herbeieilten, dem bedrängten General die Losung ins Gedächtniß zurückricfen und ihn so auS der unangenehmen Lage, weder vorwärts noch rückwärts an der gewissenhaften Schildwache vorbei zu können, befreiten. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — Großfürstin Marie, älteste Schwester des Kaisers von Rußland, ist auf der Durchreise nach Italien gestern Abends hier angekommen und wurde am Bahnhofe vom Herrn Landesxrästdenten Baron Conrad EybeSseld ehrfurchtsvoll empfangen. Die hohe Reisende hat wegen der durch den Schneefall cing'etre-tenen Verkehrsstörung mit zahlreichem Gefolge hier Nachtquartier genommen und gedenkt ihre Reife, sobald das Bahngeleisc wieder frei wird, in der Richtung gegen Triest fortzusetzen. — (Franzosen in Laibach.) In Folge des dieser Tage ungewöhnlichen Schneegestöbers und der hiedurch bedingten Verkehrsstörung auf der Südbahn wurden mehrere aus der deutschen Gesangenschaft durchgebrannte französische Militärs auf ihrer Durchreise nach Frankreich zu einem unfreiwilligen Aufenthalt in unserer Stadt genothiget. Dieselben werden jedenfalls eine angenehme Erinnerung an hier bewahren, da ihnen von Seite der Nationalen Kundgebungen der lebhaftesten Simpathicn zu Theil wurde». Wie wir veniehmcn, svllen die Herren Franzosen in der Citalnica in gastlichster Weise bewirthet worden sein, bei welcher Gelegenheit auch eine der nationalen Damen, Fra» S., in französischer Sprache den Gefühlen der Slovenen für Frankreich und für de» Sieg der französischen Waffen Ausdruck verliehen habe» soll. Der Redakteur eines hiesigen Blattes, welches in jedem in Laibach gesprochenen deutschen Worte den Verraih an Preußen wittert, u»d mehrere stiner Gesinnungsgenossen unterhielte» sich mit den Gasten in deuncher Sprache (da einer der Franzosen ein Elsässer wir) uud gaben ihnen das Geleite auf den Bahnhof, wo sie sich in herzlichster Weise verabschiedeten. Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blnt-aussteigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — ^ 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeugniß Sr. Heiligkeit des Papstes, des Hofmarschalls Grafen Pluskow, der Marquise de Bröhan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die RevalWoiers bei Erwachsenen und Kindern 50 mal ihren Preis in Arzneien. Neustadl, Ungarn. So oft ich meine innigsten Dankgebcte zum allgiltigen Schöpfer nnd Erhalter aller Dinge sende siir die unberechenbaren Wohlthaten, welche er »ns durch die heilsam wirkenden Kräfte der Naturerzeugnisfe angedeihen läßt, gedenke ich Ihrer. Seit mehreren Hahren schon konnte ich mich keiner vollständigen Gesundheit erfreuen: meine Verdauung war stets gestört, ich hatte mit Magenübeln und Verschleimung zn kämpfen. Von diesen Uebeln bin ich nun seit dem vierzehntägigen Genuß der Revaleseivre befreit und kann meinen Berufsgefchäfteii ungestört uachgehen. I. L. Sterner, Lehrer an der Volksschule. In Blechbüchsen von '/, Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50. 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — lisvaleseisrö 6doo»1g,t66 in Tabletten für 12 Tasten fl. 1.50, für 24 Taffen fl. 2.50, für 48 Taffen fl. 4.50, in Pulver für 12 Taffen fl. 1.50, 24 Taffen fl. 2.50, 48 Taffen 4.50, für 120 Taffen fl. 10, 288 Taffen fl. 20, 576 Taffen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Wallfifchgassc 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parfnmeur und Anton Kr iS per; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg Pisztory; in Klagensurt P. Birnbacher; in Linz Haselm a y er; in Graz Ober ranz meyer,Grablowitz; in Marburg F. Kolletnig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Kronstädter, und gegen Postnachnahme. Baron Reyer, k. k. Minister-Resident, Schlos; Krastovih. — Drisinger, Brauer, Lack. — Payer, Casetier, Lack. -- Poll, Kfm., Brttun. — Pavlii, Han-delsm. — Hladnik, Handelsm., Loitsch. — Petz, Reisend., Wien. Luderitz, Stettin — Hotohlwitz, New-Dork, Amerika, Verstorbene. Den 29. Dezember. Simon Schager, Taglöhner, alt 59 Jahre, in der Polanavorstadt Nr. 101 an der Luugen-lähmung. Theater Heute: Der Weg dnrch's Fenster. Lustspiel in 1 Akt. Lalon Pitzclbcrger. Komische Operette in I All. Morgen: Der »Hofmeister in tausend Aeugsten. Lustspiel in l Akl. ZwölfMädcben i» Nniforin. Vaudeville in 1 Akl. Witterung. Lai dach, ZO. Dezember Gestern den ganzen Tag und auch über Nacht starker Schneesall. Heute diiuue Schneeflocken. Wärme: Morgens 6 Uhr — 4.3", Nachm. 2 Uhr - 2.3" L. (I86S -3.0"; 1868 -j- 10.3" R.) Barometer im Steigen 324.35"'. Das gestrige Tagesmittel der Wärme - 3 4", um l.l" uuter dem Normale. Der gestrige Niederschlag zu Wasser aufgelöst 8.40 Pariser Limen. Telegramme. (Orig. - Te legr. des „Laib ach er Tag bl.") Bordeaux, 28. Dezember. Briefe aus Paris vom SS. Dezember melden Re-kognoszirnngen, Einstellung der Erda.bei-ten wegen ungeheurer Kälte, siegreiches Gefecht bei Villa Evrard und starkes Seiue-AuStreten. Die Einwohner kehren in die verlassenen Nachbarortschaften zurück. — Offiziell aus Mans L8. Dezember: Bei Montoire fand gestern ein ziemlich lebhaftes Gefecht statt. Der Feind bewerkstelligte den Rückzug in der Richtung auf Chateau-Renault, wurde » Kilometer über Montoire verfolgt und verlor IVO Gefangene, Gepäck und Muuitionswägen. L -Offiziere wurden getödtet, mehrere verwundet. Telegrafischer Wechselkurs »dm 89. Dezember, hperz. Rente österr. Papier 56-45. — Üperz. Vien» Ssterr. Silber ü5.45. — 1860er Staarsanlehen 92.-10 — Bankaktien 727.— Kreditaktien 246.75. — London 124 30 - Silber E.ÄS. — K. k. Münz-Dukaten 5.8S. — Ra- po»«on«d'or S »v Ein Praktikant findet sogleiche Aufnahme in der Nürnberger-, Spejerei-> Material- und Fakbwaaren-Handlung des (5S4-1) in DIIII. — (Die Frage der Errichtung eine» eigenen BlindeninstituteS für Krain,) wovon in Nr. 290 unseres Blattes Erwähnung geschah, wurde Uber Anregung des Unterrichtsministeriums von dem hiesigen Landesschulrathe an den Landesausschuß geleitet, und es hat dieser beschlossen, sich vorerst an die Landesausschüsse von Görz, Istrien uud an den Stadtrath von Triest um Bekanntgabe ihrer Anschauungen Uber ein siir diese Länder gemeinschaftlich zu errichtendes Blindeninstitut, ferner an die Landesregierung um Einleitung von Erhebungen über die Anzahl und das Aller der iu Kram befindlichen Blinden gewendet. — (MUnzenfund.) Vor einigen Wochen fanden mehrere Bauern von Lanische in der Pfarre St. Marein bei Planiruug eines Ackers zum Behuse der Errichtung einer Getreideharpfe in der Nahe der dortigen Filialkirche einen mit alten silbernen Münzen vollgefiillten Topf. Der Rest dieses Fundes, aus beiläufig 200 SlUck bestehend, wurde dieser Tage von einem Landmanne nach Laibach gebracht und in mehreren Gewölben zum Ankaufe angeboten. Der größte Theil davon ist iu den Besitz des Museums gelangt. Es sind dies sehr gut erhaltene silberne Denare, fämmtlich aus dem 13. Jahrhunderte, und zwar dm Patriarchen von Aquileja und den Bischöfen von Triest angehörig. In sehr vielen Exemplaren und Prägen sind die Patriarchen Gregor und Raimund Della Torre, ferner der Triester Bischof Arlongus (eiu geboruer Steiermärker aus Voitsberg) vertreten. Zu den selteneren Denaren des Fundes gehören Bertold von Aquileja und Ulrich (Volneus) von Triest. Auch die seltene MUnze der Sedisvakanz des Triester Bisthums vom Jahre 1254 mit der Umschrift Lrmetus ^ust-us, sowie jene des Patriarchen Gregor mit der Umschrift OrsAoriuL eleotus sind iu mehreren StUcken vorhanden. Bei den innigen Beziehungen, in denen Kram im Mittelalter zu Aquileja gestanden, dessen Patriarchat Uber einen großen Theil unseres Landes sich erstreckte, wozu auch die uralte Pfarre St. Marein gehörte, ist es wohl erklärlich, daß MUnzfunde aus jeuer Epoche insbesondere Aquilejer und die damals Hierlands stark kursirenden Münzen des Triester Bis-thumS zu Tage sörderu. In den Urkunden jener Zeit wurden die Zahlungen meist in „Aglaer," d. i. Aquilejer „Pfennigen" bedungen. — Die „Marburger Zeitung" schreibt: Die erste Zivilehe in Marburg und wahrscheinlich die erste Ehe zwischen konfessionslosen Brautleuten wurde am 26. Dezember zwischen dem Herrn Skreta, Magazinsausseher der Kärntnerbahn und Fräulein Franziska Habicht durch den Herrn Bürgermeister Dr. M. Reiser geschlossen. Etwa vierzig Personen waren im BUrgermeisterzimmer erschienen, in welchem ohne Pomp, mit der höchsten Einfachheit der Akt vorgenommen wurde. Der Herr Bürgermeister hielt eine Ansprache, welcher wir folgendes entnehmen: „Es ist unter dem größten Theile der Bevölkerung die Ansicht verbreitet, daß die Zivilehe in Folge eines Einver-ständnisses der beiden Ehetheile jederzeit beliebig wieder aufgelöst werden könne. Diese Ansicht ist jedoch eine vollkommen unrichtige und irrthUmliche, denn sowohl die kirchliche als die Zivilehe haben die ganz gleichen rechtlichen Wirkungen im Staate; beide sind in der Regel unauflöslich und beide können nur in jenen besonders wichtigen Fällen, welche das Gesetz ausdrücklich bezeichnet, durch rechtskräftigen Spruch des ordentlichen Richters gelöst werden. Das Institut der Zivilehe ist bei allen Staaten, in welchen Religionsund Gewissensfreiheit praktische Geltung habe» sollen, eine politische Nothwendigkeit und ist in jedem Staate als ein Fortschritt umso mehr zu begrüße», da in vielen Fällen, insbesondere bei gemischten Ehen die Staatsbürger nur durch Eingehuug einer Zivilehe den ungesetzlichen Ansorderungen und Chikanen einzelner intoleranter Mitglieder des Klerus sich zu entziehe» im Stande sind."__________________________________________ Eingescndct. Allen Leidenden Gesundheit durch die delikate lisvü-leseiörs äu welche ohne Anwendung von Medizin und ohne Kosten die nachfolgenden Krankheiten heilt: Angekommene Fremde. Am 29. Dezember. Exzellenz Graf Buganjeff, St. Petersburg. — Ihre kaiserliche Hoheit die Frau Großfürstin Marie von Rußland nebst Gefolge (12 Personen), St. Petersburg. — Keglevii, Kfm., St. Peter. — Gall, k. k. Oberlieute-nant, Nyregyhaza. — Homann, Private, Baiern. 2^61 z« vermiethe«. Im Hanse am Hauptplatze Nr. 263, zweiten Stock, sind zwei möblirte Zimmer mit der Aussicht aus den Platz sogMch zu vrrmiethrn. Näheres daselbst. (552—2) 4^ 'S um Negr» vorgerückter Ksiso« werden wie alljährlich sämmtliche Zacken L Mnler-Msetok Anschaffungs-Preis ausverkauft, und ladet zum Ankauf derselben höflichst ein ü. kischer, Vamen-Nemäen Druck von Jgn. v. Kleinmayr t Frd Bamberg in Laibach. Verleger und für die Redaktion verantwortlich: Lttvmar Bamberg.