>l Nr. 278. Pr»num«l»««on«P»ti«: 3m «omploll g«n,z. fi. 1,. halbj. fi. »«. Y2r die Znfielluna in» H«>« halbl-«lr. Mil der Post gan»j. ff. ll, holbl- »>. ^ b« Montag, 4. Dezember. 4 Htilen « k., größ«e »« geil« S ll, l bl« Sft»e» Nltbelholungtn P« Zeilc » ll. 1882. Amtlicher Theil. Be. k. und k. Apostolische Majestät haben mit «llerhöchster Entschließung vom 26. November d. I. °em infulierten Dompropste an dem üavamer Dom» "Pttel in Marburg. Eonsistorialrathe Franz Sor-'chltsch. in Anerkennung seines berufseifrigen und °erdlenstlichen Wirkens taxfrei den Orden der eisernen Krone dritter Classe allergnädigst zu verleihen geruht. Erkenntnisse. »«» ^°^ ^ ^ Landesgericht Wien al« Pressgericht hat aus > Avember 1882 enthaltenen Bildes mit der Nufschrist „Guter z°th und des duzn gehörigen Textes das Vergehen nach A 51« St. G. begründe, und hat nach 8 493 St. P, O, da« "«dot der Weiterverbreitunq dieser Druckschrift ausgesprochen. °, Das l. t. Bundesgericht Wirn als PresSgcricht hat auf «Ntrag der k. f. StaatSamuaI»schnft ersann«, dass der Inhalt ?" >n Nr. 48 der periodischen Druckschrift „Wiener llarrica. ","n" uom 26. November 1882 auf Seite 2 enthaltenen Auf-U« mit der Aufschrift „Vei Herrn von Viers" (Original. ^Nterhit^r des „Hifthorn der Wahrheit") in der Stelle von l'/7 'ch bin über die Vorgänge" bis „so früh als möglich er» 'llyrcn —« da« Veraehen nach 8 300 St ». begründe, und hat "«ch 8 483 St. P. O. da« Verbot der Weilerverbreitung dieser "ruckschiist ausgesprochen. Nichtanltlicher Theil. Se. k. und l. Apostolische Majestät werden vonnerstag. den 7. Dezember b. I., in Budapest Audienzen zu ertheilen geruhen. Se. Majestät der Kaiser haben, wie da» »Präger Abendblatt" meldet, zur Bestreitung der Sch»l. >losten in der Gemeinde Itebihost L00 fl. zu 'p^den geruht. Wien, 30. November. (0rig,.«orr.) Welche Macht den Thalfachen innewohnt. davon ^'tben wir dann und wann sehr drastische Beispiele, ""lere oppositionelle Presse z. N. sieht sich zeitweilig 3"°lhW. der Regierung, welche sie auf Tod und "tn bekämpft, ihre volle Anerkennung zu zollen und '"ubei sich salbst zu desavouieren. E'nen solchen Fall b° «en wir jüngst mit dem Staatsbahnvertrage. Alt buk ^°n°ten die ungarische Regierung mit der Staat«. H^n den bekannten Vertrug abschloss, welcher die ""'"'Heilung der Staatsbahnlinien zur Basis hatte. gab es große» Geschrei, und unserer Negierung wurde natürlich vorgi-worfen, das» sie die Interessen der diesseitigen Reichehälfte nicht zu wahren verstehe. Die schwersten Nachtheile für unseren Staat wurden pro» phezeit und als unvermeidlich hingestellt. Und siehe da, vor kurzem wurden die Präliminarien des Vertrages bekannt, welchen die diesseitige Regierung mit der Staatsbahn abschließen wird, und alle Welt ge« steht zu. das« durch denselben der diesseitigen Reich«. Hälfte ebenfalls die gleichen Vortheile gesichert werden, wie sie Ungarn erlangte. Auch die oppositionelle Presse ist von demselben völlig befriedigt, da er ebensowohl die wirtschaftlichen Interessen der Bevölkerung wie jene des Staates, insbesondere aber Wien bestens be. rücksichligt. Die Thatsachen haben wieder einmal be« wiesen, dass man nicht früher — zetern soll, bevor man nicht die Thaten gesehen. Dass die Regierung die Errichtung einer czechi-sche» Privat-Schule im I. Bezirke gestattete, wird von gewisser Seite zu einer Slaalsussaire aufgebauscht. Die Entscheidung stützt sich auf die klaren Veftim« mungen des Gesetzes, welches die Errichtung von Privalschulen gestallet, wenn gewisse Bedingungen er-füllt werden. Unter letzterer Voraussetzung könnte z. B. auch die Errichtung einer Privatschule mit fran-zösischer Unterrichtssprache nicht verwehrt werben. Gegen eine solche hätten freilich jene nicht» einzu» wenden, welche sich über die czechische Schule so sehr ereifern. Für eine conftitutionelle Regierung dürfen keine politischen Motive, sondern nur da» Gsseh maß. gebend sem. und nach letzterem konnte über die Zu« lässigkeit einer solchen Schule lein Zweifel sein. Z« L«ge. Die Wiener Morgenblätter vom 1. b. N. be-schuftigen sich neuerding» mit der zu errichtenden cze-chischen Privat-Volksfchule in W,en. Die „Neue freie Presse", der da« komische Malheur passiert ift. innerhalb zwölf Stunden zwei einander diametral entgegenstehende Anschauungen über die An. gelegenheit dieser Schule zum Beslen zu geben, schweigt und begnügt sich damit, dem Wortlaut der rmmste. riellen Entscheidung sowie die dagegen beschlossene Vorstellung de» niederösterreichischen Lauoesschulralhe» zn publicieren. Die .Deutsche Zeitung", welche nicht minder unglücklich wie ihre äolleg'N aus der F'chtegasse. in einem langen Leitartikel gegen die con. crssionierte „öffentliche czechische Volksschule" gedon« nert hatte, erklärt verschämt, sie habe einen Irrthum zu berichtiaen. der sich in ihren Artikel einschlich, es sei leine öffentliche Anstalt im gesetzlichen Sinne, sondern eine Prioatschule, zu deren Errichtung das Ministerium seine Einwilligung gab. Trotzdem müsse sie die Bedenken. die sie bisher vorbrachte, auch gegenüber „dieser Gattung von Privatschulen" aufrechthalten. Ei wie pfiffig! Stand denn nicht schwarz auf welß Fol-gendes in der „Deutschen Zeitung" zu lesen: „Wer hätte sich auch darum geschert, ob die czechischen Agitatoren eine, zwei oder zehn Schulen mit czechische l Unterrichtssprache ins Leben rufen, so lange diese Anstalten Privatschulen geblieben wären", und etwas weiter: „Der Staat könnte ja die Errichtung von czechischen Privatschulen in Wien nicht Hinbern, selbst wenn er es wollte". Wem will nun das genannte Blalt weiß machen, es habe hiemit blos eine Art czechischer Sprachschule im Ginne gehabt? Eine »Schule mit czechischer Unterrichtssprache" ist denn doch nicht identisch mit einer bloßen Sprach-schule, etwa wie eine französische, englische oder italienische Sprachschule. deren es in Wien bekanntlich mehrere gibt. Da« .Fremdenblatt" äußert sich folgendermaßen über die Angelegenheit der czechischen Schule: „Die von einem czechischen Vereine geplante Pi watschule hat freilich nicht den Zweck, eine freie Ausbildung des Geistes zu sichern. Sle will blos czechische Kinder in chrer Muttersprache unterweisen und in dieser den Unterricht erlheilen. Aber wie man vom gesetzlichen Standpunkte einem solchen Beginnen entgegentreten will. ohne ein wichtige», im Vvllsschul-glflhe gar«ntiertes Recht zu alterieren, das können wir nicht fassen, es wäre denn, das» mon dessni Vestim« mungen so lange ausdehnt und interpretiert, bis man den § 70 zu einem eben solchen Scheindasein ver-urtheilt, wie solche» den meisten liberalen Gesehen ohnehin widerfahren ist. Und dabei beqnügl sich der H 70 nicht etwa mit der Duldung solcher Schulen, sondern erklärt kategorisch, dos< die Eiöffnung iolcher Lehranstalten nicht versagt werden darf, sobald die gesetzlichen Voraussetzungen erbracht sind. Das „Vaterland" schreibt: .Nach den klaren Blstlnimmia/n der von der Verfassunytpartei ohne Mitwirkung der Czechen beschlossenen Slaatsgrund- und Schulgesetze ist die Er» iichtUlig von Privalschulrn m>t dieser oder jrner Unterrichtssprache an einige wenige Bedingungen geknüpft, die leicht erfüllt werden können. Vor allem braucht der Nachweis eines Bedürfnisses einer solchen Privat-schule gar nicht gellefeit zu werden. Wer Geld hat und sich den übrigen Bedingungen fügen will. kann Feuilleton. Ein Gespenst im Atelier. H, Vnz London. 26. November, wird der „Frlf. 2 ^schrieben: .Die Wichtigkeit eines Processe« H "'cht immer im Verhältnis zu seiner Länge. ^ würde der Process, welcher sich seit Monaten h^ °en Schranken des Exchequer Court in London hör?l?v'' zu den causes c6Iöbr68 unserer Tage ge-!c>ck, "b doch ist es scheinbar nur eine kleine Strelt. ai<>'c,"l" die rs sich handelt, nicht viel mehr al« da« ^ vuhn. welches, nach der Autorität des Alexander W, 'n den fröre» corse», zwei corsicanische Fa. ber>?^"hlend zehn Jahren in eine blutige Vendetla ltnMll- Ein Bildhauer. Mr. Belt geheißen, ver-(die l,t/"storbenen Earl of Veaconsfield gemacht, von ^rd S^lchar Herzoginnen. Bischöfen. Aldermen. Y>l.t. -""hors und kleineren Leuten nicht zu sprechen. t>tfch -"'l. Bell war 6n voguo, und von ihm con-losehs ^ werden, ob todt oder lebendig, gehörte ebrn« zu l .zürn guten Ton, als seine Pomade bei Trueftlt Nits, .'l" "der die Pariser Toilette von Worth kom- Wch s ° >""g man aber an zu munkeln, dass Mr. suhle s Statuen und Büsten gar nicht selbst aus« ^^elli " 5" v"s« unbekannter Hand nicht nur "leren, sondern gar meißeln lasse. Heinzelmänn- chen, die vor Zeiten in Köln so bequem waren, gibt e« nun in London nicht; die Spirilualisten thun zwar allerhand tolles Zeug. von ihrer Bildhauerkunst jedoch hat man nichts gehört. Oleichwohl bestanden die bösen Zungen darauf dass ein Gespenst im Atelier des Mr. Belt thätig sei — ein Gespenst, da« immer verschwinde, sobald ein Kunde dem Künstler einen Besuch abstatte. Nun gtbt es in London eine erkleckliche Zahl sogenannter Society.Iournal«, welche den Klatsch der Elub« der fashionablen Drawing.Room« und gelegent. lich der Loblies im Westmmsterpalast mit Begier auf-saugen und Klatsch liebenden Lesern in pikanter Form wieder auftischen. Zu dleser Classe Zeitungen gehören vorzugsweise ..World". „Truth" und .Vanity Fair". I» den beiden letztgenannten Pressorganen erschienen nun vor einem Jahre einige Notizen von anonymer Hand. welche insinuierten, dass Mr. Belt sich mit fremden Federn schmücke und dass die Statuen, welche er um hohes Grld als seine Arbeit verlaufe, in Wirk-lichleit von anderen Künstlern modelliert würden. Thatsächlich rührten diese Insinuationen von einem Lon-doner Bildhauer her, der aus Brotneid oder ähnlichen Motiven seinen Colleger, als Betrüger blosstellen wollte. Natürlich konnte Mr. Veit diesen Vorwurf nicht aus sich ruhen lassen. Er strengte einen Process gegen die Zeitung wegen Verleumdung an. Das war aber gerade, was „Vanity Fair" wünschte. Diesen Society Journal« ist nicht« lieber, al» ein langer Llbellprocess, m dem möglichst viel schmu-tzige Wäsche vor dem Gerichtshof ausgewaschen wird. Je mehr persönliche Anzüglichleiten herumgeboten werden, um so besser für die Zeitung, denn das ganze Zeugenverhör wird in Millionen Zeitungen Tag für Tag abgedruckt, und jeder spaltenlange Bericht ist für das Journal eine Gratisannonce. Hat sich doch auch Labouchbre. der Redacteur und Eigenthümer bls „Truth" von Levy'Lavjon öffentlich prügeln lassen, um sein pikantes Wochenblatt flott vom Stapel zu senden. Im vorliegenden Falle hat auch die „Vanily Fair" ihre Rechnung nicht schlecht gemocht. Mr. Belt hat, um seine Reputation als Künstler zu retten, nicht nur einen Ex Kronjuristen engagiert und einen Schwärm Zeugen. Herzoginnen, Lorbl. Bischöfe und andere Leute citiert, sondern sich erboten, vor dem Vorsitzenden Salomo eine Büste, den Richter selbst, als Be-wei» seines Talente« zu modellieren, und zwar vor den Augen der Geschwornen. Die angeklagte Partei dageaen hat das „Gespenst" einen gewissen Vlamän-der Van Heyde citiert, der behauptet, die besten Sta« tuen des Mr. Belt um Wenig Gelb gemeißelt zu haben. Wer recht hat. das kümmert das Publicum nicht' man gaudiert sich über den Scandal, lacht über die Bildhauer, die sich zugunsten der Advocaten rui» niercn; und der Eigenthümer der „Vanity Fair", welcher die beiden künstlerischen Streithähne gegen ein» ander gehetzt hat, reibt sich vergnügt die Hände. Die Rentabllilat seine« Journal» ist gesichert." Jubiläum des Streichholzes. Vin gar eigene» Jubiläum, ein Jubiläum, an welchem in der That sämmtliche fünf Erdtheile inter-essiert sind. hätte man im vorigen Monate feiern können. Da» Jubiläum de» Streichholze« ift es, welche» wir meinen. Nachdem unsere Väter sich viele Jahrhunderte mit Feuerstein. Stahl und Zunder de-gnügt hatten, erfand im November 1832 tzonarboe «ine eigene Art chemischer Feueranzünder. Er hatte Lailmchcr Zeitung Nr. 278 2378 4. Dezember 1882. l)hl>eN'l'it dem Oberbefehle über die Armee betraut werden. ^ Bezüglich des Processes Arabis Wild ein CoM-promiss erwartet, dem zufolge der ProcefS gänzlich niedergeschlagen werden soll. Der Aufstand im Sudan, i. Aus bester Quelle gehen der „Pol. Corr." a^ Kairo, 10. November, über die Empörung d?» Mahdi im Sudan nachstehende sehr bemerkenswerte Mittheilungen zu: Die letzten brieflichen Nachrichten, die hier aN« Chartum eingetroffen sind, stammen vom 8. Ollobel und entwerfen unter Angabe von ganz unglaublich^ Ziffern, die Verluste an Todten betreffend, ein düstel" Bild von der gegenwärtigen Lage des egyPtisA" Sudan. Inzwischen sind Telegramme des General' gouverneurs Nbdel Kader Pascha angelangt, deNs" zufolge Chartum vorderhand noch gesichert erschein', obgleich die dortigen Streitkräfte zur Vertheidig^ der ausgedehnten Verfchanzungen auf der Süd- U"" Westseite der Stadt als durchaus unzureichend a"' zusehen sind. Man hat eben alle verfügbaren Trupps nach der durch die Horden des Mahdi MuhalN^ Achmed hartbedrängten Hauptstadt Kordofans. ^ Obeid, dirigiert, und diesen letzten zum Entsatz ^ stimmten Streitkräflen scheint es schlimm genua ^ gangen zn sein.* Nach dem am 7. hier eingetroffen/" Telegramme hätten diese letzten 2500 Mann ">' schwere Niederlage erlitten. 1000 Mann und ^ höheren Officiere wurden getödtet; doch gelaxg ^ einem Hauptmanne, die übrigen 150(1 zu samwel und mit ihnen nach Bara zu marschieren. Wahrsche'" lich wurden sie von den um El'Ob'i'o lager"^ Horden zurückgeschlagen, und die Truppen musste ihr Heil in dem nächsten von den Egyptern noch ^ haltenen Waffenplatze zu Bara, etwa sieben delmV Meilen nördlich von El-Ob^'d. suchen. Die O"'"'',,. von Bara machte auf die Nachricht des herannay" den Succurses hin einen Ausfall, bei dem die ^ lagerer den Kürzeren zogen, und es gelang «Hr.» ,'', mit den versprengten 1500 Egyplern zu verelinq und in Bara einzuschließen. Der Mahdi soll ""^ vor Cl-Obrid lagern, es aber angesichts der in w« eingetroffenen Verstärkungen nicht wagen, einen e scheidenden Schritt zu thun. Nach dem Chartu" Schreiben vom 8. Oktober sollte die Garnison " * Als die betreffende Expedition sich vom Weiften N>l ^ in Veweanng schm sollte, baten die Commandierende» .^, Aufschub, indem sie ans die nngenügendc M)l uon «<"» >n und den Mangel an Proviant nuslnerlsam machten. ^" j„ üblen Willen wurde dadnrch ein Ende neinacht, dass I ^, Ketten grient und nach llhartum znniclacscndet wurden, „,, rend man daS Commando jüngeren Kräften übergab, »," d. Verf.) üaibacher Zeitung Nt. 278 2379 4. Dezember 1882. Vara auf ein Jahr mit Lebrnsmiltcln versehen sein. In El.Odiiti. hirß es, liegen 0000 Mann Regierung«-''"Pften, die bis jetzt alle verzweifelten Angriffe des Hiahdi — cs wird von vier verschiedenen, äußerst wordssischen beichtet — mit Elfola zurückgeschlagen hatten. Die Ausständischen scheinen darauf zu rechnen, bass den Egyplern die Munition ausgehen werde, und hierin liegt für die Stadt in der That die größte Vefahr. Von dem todesmuthigen Vorgehen der Fanatiker Gerden unglaubliche Einzelheiten berichtet. Gegen W000 Mann sollen bereits vor El-Obeld gefallen nln, und da man nicht imstande war, auch nur den llmlsten Theil der Todten zu verscharren, füllt sich ^k ganze Gegend mit unerträglichen Ausdünstungen. Abssleich dem Mahdi bei früheren Siegen große sengen egyptischer Gewehre, namentlich Remingtons, »' die Hände g'fallrn sind, soll cr von einer V^r- luendung dieser'W^sien für seine Zw.ck' bis j°tzt völlig "bgesrhen haben, da seine Len!e, meist nur mit Lanzen >"'d Schwertern oder mit alten Sl^iüschlossfliiiten aus- Al'istet, sich derselben nicht zu bedienen wissen. Die Gewehre wurden weggeworfen und die Patrone» ge- "ssl'et, um das Pulver und Blei heiauszumhml'n. Die lathselhasle Ueberlegenhell dieser undisc>p!i»ielten Haufen über die mehr oder minder regulären Truppen der "ll'g'erung im off.n>n Felde lässt sich nur aus dem Imstande erklären, dass dem M lhdl die Reiterscharen "tr Naggara-Uiaber zugibote stehrn, eines sehr voll» Elchen, räuberischen, lr^qsqeiiblen Hirtenvolkes, das ^t seinen zahlreichen Siämmen dir nu^rmessliche» Ebenen inne hat, die sich in, Siiden vun Kor^ofan ">'d Darfur bis an den Gazellrnfluss nnd den Weißen ">l ausdehnen. Es hat den Anschein, als seien die, Optischen Truppen, namentlich in den zwei Schlachten am E^liel Gedir am 8. Dezember 18«! und im Mai °'eses Jahres, wo 3000 und spälrr 5000 Mann ihren Allera.ang fanden, einfach zu Nodrn geritten worden. > ^le Bewegung des Mahdi sticht sich hauptsächlich auf z ^u Beistand, welchen derselbe bei den Äaggara fand. "ls er im August des vergangenen Ichrl sich als den vermeintlichen letzten Propheten proclamierte und die Legen ihn unter der Leitung des Schinken Abn-Zaud el Agad abgescindten 200 Mann Egypter niedergemacht! hatte, brauchte er nur auf das westliche N,l>Ufer zu j gehen, um inmitte der B^ggara aller Verfolgungen zuj spotten. Der damalige Genelülgouoerneur Nauf Pascha! halte eben einen dummen Streich bigangen, als er' ^en durch Sir Samnel Baker und später durch Gordon^ '0 berüchtigt gewordenen Abn.Saud mit jener wich. "»«n Mljsion betraute. Nach den letzten Nachrichten "us Charlum soll übrigens der Genannte vor kurzem 'Nfolge von Fieber gestorben sein. Unruhen durch Zusammenrottung religiöser Schwär, ^.tl sind im Sudan ein ganz gewöhnliches Vortomm-^ls Und pflegen daselbst vorübergehende Erscheinungen ^ bilden, wenn man sie nur rechtzeitig unterdrückt, ^bt freilich ist Muhammed Ahmed, der ehemalige ^"lfaterer alter Nilboote in Dongola, vermöge einiger ^oranverse und der ihm bei den ärmsten Classen der AMkerung von Chartum und Sennaar in seiner ^genschaft als Prediger erworbenen Popularität zu sli Ü ^"^^ herangewachsen, welche diejenige des ge. 'Utchteten Dictators Arabi weit in den Schatten zu biäk ^^^' b" er ganze Ländercomplexe gegen die "yer unerschütterte Negierungsautorität in Aufruhr flacht hat und zur Zeit über 150000 Streiter ver-»:""' soll. Zwar ist der Zug gegen Sennaar, den .'"" seiner Anführer, Muhammed el Mekatsch. nach ^ ersten Siege am Gebel Gedir zu Anfang dieses Uyres 'ns Werk sehte, für ihn ohne nachgiebigen Er« l^ verlaufen, Dank der vom Groß-Scheilh des Schu-dllr>3' ^""d.el.Kerim, der Regierung gebrachten Hilfe, wur? "'^^ ^'^" wichtige Punkt wiedergewonnen El^' allein immer noch hält er auf eine weite te,k die beiden Ufer des Weihen Nils beseht, wäh-lein . ^"^kr im Westen desselben sich völlig in ^"Händen zu befinden scheinen, wie ja denn auch Eba, ""ten jeder telegravhische Verkehr zwischen sch?i "' Kordofan und Darsur unterbrochen ist. Auch 3« v die Araberstämme der Gesira (das Land zwi-lnäck.-^ ^"be" und Blauen Nil), namentlich der sier/n ^ ^bu Roof im Süden mit ihm zu sympathy 3tied , ^" leihen Nil selbst sind alle die kleinen Jak/ """gen, welche daselbst in den letzten zwanzig! ^onn l ^"" ausgewanderten Nubiern (Leuten aus ll»n ^ ?' Mahas und Kenus) gegründet wurden, d. h. WärtK ^ ^ ""^ der Strecke von Dueme stromauf. Wär H ^ zur Insel Aba und am Ostufer stromab-stitien l'"" ^'^" I"lel bis Kaua (gleich El-Aii) von bttk^ '"""Elchen Anhängern bevölkert. Der Dampfer-nicht . "^ ben, großen Flusse scheint indes bis jetzt Provi krochen 5" s"n, so dass für die südlichsten hc,^ ^"' namentlich die „des Aequators" vorder- ° noch leine Gefahr droht. linens" Hauptbollwerk fand der Mahdi in jener lNyt, ""'"llaien Berggeuend südlich von Kordofan. die ^lnzel^ "luba.Berge bezeichnet. Zahllose kleinere ""'Neb ^ lagen daselbst archipelartig aus den sie hetbys ""' "ud von den Baggara bevölkerten Steppen ' Ihre ursprüngliche Bevölkerung, aus Held» Nischen Nubll.Negern bestehend, üble von jeher Venhandels im östlichen Sudan. Die Nuba-Neger vertheidigen sich gut auf ihren unzugänglichen Bergen; sobald sie aber mit ihren Herden in die Ebene herab-steigen, werden sie nur zu leicht eine Beute der auf sie lauernden Räuber. Eine katholische Mlssionsstation. die einige Tagereisen südlich von El-Obelo in diesen Bergen unterhalten wurde, mag längst den Fanatikern, denen sie verhasst war, da sie sich stets der Bedrängten angenommen und viele Sklaven befreit hatte, zum Opfer gefallen sein. In ELObelb selbst befindet sich die katholische Haupt-Missionsstation. Hagesneuigkeiten. — (Beeidigung.) Am 30. d. M. vormittags legte Graf Stefan E r d ä d y in der Ofner königlichen Burg unter Aifistenz de3 M,nisterpläsioenten v. TiSza den Eid als ungar, Oderstslallmeister in die Hände Sr. Majestät des K a i s e r s ab; die E,de3formel ver. las der ungarische Minister am Allerhöchsten Hoflager Baron Vela Orczy Sodann folgte t»e Eidesleistung des Bischof« von Spalato Marcus Calogerk und des Bischofs öl», Siebenbürgen L 0 nhart als wirkliche geheime Räthe, wol'ei in Vritretuna, des Münsters beb Aeuhern Baron Orczy ajsistleite und. ebenfalls m Ver. lretung eines Beanttsn des MmifteiiumS d«>S Aeuh-ln, Ministerialralh Tarlomcs die Eidesformel vrrlaö. Der neuernannte ungarische Obersthofmeister Gras Georg j Feste tics konnte den E,d noch nicht ablegen, da er, seit mehreren Wochen krank daniederliegt. — (Professor Bcnndorfs Vortrag) über die lylischen Funde versammelte um 30. o M. im Museum , für Kunst und Industrie in Wien eine so illustre Oe» .selllchast. wie sie wohl noch an keinem Lese Abende des Milseums die Räume des großen Saales gefüllt. Man bemerkte Se, k. Hoheit den Herrn Eizherzog Rainer, den deutschen Botschafter Prinzen Reuh sammt Ge> mahlin, Minister Conrad, die gewesenen Minister Stre mayr und Chlumecly. den Grasen Edmund I'chy. Ni> lolaue Dumlia und andere Re'chsrathsab^eordnete. die Professoren S'ckl. gimmermann. Baron Dumreicher. Oberbaurath Hansen, zahlreiche Künstler. Gelehrte. Schriftsteller, viele Damen u. s. w. Pros'ssor Venndorf. der glückliche Schahfinder und Leiter der Expedition, wurde gleich bei seinem Eintreten in herzlichster We,fe acclamiert und gewann durch sein sympathisches Wesen, durch seinen liebenswürdigen, ungeschminkt bescheidenen Ton und durch die fesselnde Darstellung seiner und seiner Genossen Fahrten und W-rle nicht nur die Nufmerl-samkeit. sondern auch die Herzen der Anwesenden Er wurde selbstverständlich zum Schlüsse durch anhaltenden stürmischen Applaus belohnt und ausgezeichnet. Gipsabgüsse der Funde, so weit sie bereits hergestellt, und Photographien der Gegend und der Funde waren im Saale ausgestellt, so dass die Anwesenden nach jeder Richtung hin, durch Wort und Bild, aus da» grilnd. lichfte unterrichtet wurden Über die herrlichen Kunst, werke, die wir mit Stolz unser Eigen nennen können, — (Gambettas Verw u n du ng) Die «Franz. Eorr." schreibt: „Ueber das Befinden des Herrn Gam. betta. mehr aber noch über die Ursache seiner Verwundung gehen die widersprechendsten Gerüchte, zu wel. chen die verlegene Haltung der Freunde des Patienten nicht zum wenigsten beiträgt. Der Glaube verbreitet sich jetzt immer mehr. dass Herr Gambetta sich keineswegs selbst verwundet hat, sondern das Opfer eines Rache-Actes geworden sei. Die einen sprechen von einem beleidigten Ehemanne, die anderen von einer ehemaligen Geliebten, der Mutter eineS Sohnes Gambettas. der unter dem Namen Massabie in Leipzig erzogen wird, welche das Attentat verübt haben sollen Man vermuthet in diesem Falle, dass Gambetta die Hand erhob, um den Schuss abzuwehren, dass er aber außer an der rechten Hand in die Schulter ober in die Brust ge» troffen wurde. So würde sich. meint man. die Zuziehung von zwei benachbarten Aerzt.n und drei bekannten Pariser Chirurgen erklären, welche sich sämmtlich sehr mysteriös verhalten und sich weigern, unverholen auf die Frage, wo die Kugel durchgegangen ist. zu antworten. Niemand wird zu dem Kranken gelnssen. und während die „Ripubtique Frantzaise" mit der ihr verwandten Pressc von einer normalen Heilung spricht, wollen andere wissen, eine Amputation stehe bevor. Es wird erzahlt, dass sich schon ein Liebhaber für die Kugel, welche Gambetta verwun» bete. gesunden hat: es ist dies ein Engländer. Herr Rowel, ein gewaltiger Raritätensammler vor dem Herrn, der für das Project,! 10000 Frcs.. die den Armen zu-kommen sollen, bezahlen will." — (Papier aus Moos.) In Iönköping in Schweden — der Vaterstadt der „limäuUckor ulkn ßvklei ocll ?li08p!wl" — wird eine Actiengesellfchast sür Papierfabrication errichtet, welche als Rohmaterial Weihes Moos (Iwit. lN08»a) verwenden will. Nach einer Mittheilung des „Hamb. Corr." gibt es in Schweden fast unerschöpfliche Vorräthe dieses Materiales, auch spe. ciell in unmittelbarer Nähe von Iöülöpmg. bei Talla-hos. Dali weihe Moos, welches diese Fablil benutzen wird. ist nicht die wachsende oder lebende Pflanze, sondern es sind die Ueberreste von derartigen Moosen, die sich seit langem an dazu geeigneten Plätzen angesammelt haben und zum Theil in unerhörten Quantitäten gefunden werden. Durch praktische Arbeiten sei dargethan worden, das» das Material hält. Was es verspricht. Aus weißem Moos sind nämlich Tonnen'und dickere Papiere und Pappen hergestellt worden. Letztere sind in Schei-ben bis zu °/< Zoll dick fabriciert worden, welche härter als Holz sind und wie dieses sowohl gemalt als lackiert werben können. Locales. — (Ernennungen.) Se. l. und l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 28ften November d, I den mit dem T'tel und Charakter eines Regierunzsrathes bekleideten Polizeirath der Wiener Polizeidiliction Valentin Ienko zum Regierungsrathe und Polizeidirector in Graz allergnädigft zu ernennen geruht. Der Minister und Leiter des Justizministeriums hat den Bezirksgerichts-Adjuncten in Llchtenwald Dr. Ignaz Peu-H zum Gelichtsadjuncten bei dem KreiS-a/richte >n T>lli ernannt, ben Beziltsgerichts-Adjuncten Franz Macun von Friedau nach Mahienberg verseht und zu Bezirksgerichts Adjuncten die Auscultanten Karl Nedwed für Fc,edau und Anton Levec für Lichten« wald ernannt. — (Versehung) Der Minister und Leiter des Iuftizininistsriums hat den Landesgerichtsrath Edmund Schrey Edlen von Reblwerth auf sein Ansuchen vom Kreisgerlchte in Till» zum Landesgerichte in Graz verseht. — (Die Veseda im landschaftlichen Redoutensaale) zu Ehren Preöirens, die gestern nachmittags staltfand, ist nach jeder Richtung hin br>llai,t auSg-fllll-n; derselben wohnten der Herr Landes» Präsident Winller sammt Gemahlin unl> F'l Tochter Andreana. der Herr Landeshauptmann Graf Thurn, Handelelammelptäsident Heir Kuiar. der Sparcasse-Präsident Herr Dreo und ein sehr zahlreiches Pub-licum bei. Die zur Ausführung gebrachten Pöcen fanden alle reichlichen, bestoerdirnten Beifall, namentlich das Solo des H-rrn Me den und die von der Musik» l^pelle des vaterländiichen l k 17, Infanterieregiments eleculierten Nummern. Herr Kapellmeister Nemrava erntete sür sein Flüg-lhornso!o jllbelnden Applaus. Das Quartrtt „V Uki iwüi" von Fo erster der Herren Razinger, Stamcar. Iuoanec und Paternoster wurde stürmisch zur Wiederholung verlangt. Grohen Beifall fand auch der von Herrn Valenta tüchtig geleitete Chor „H.6ri^uk!lO iiwi^«". Eaal und Gallerie waren gedrängt voll. — Wir kommen auf das Concert, das der Männerchor der Aitalnica in seinen Annalen mit Stolz verzeichnen kann, noch ausführlicher ! zurück. — (Von der Freiin von Liechte nth urn-schen Mädchen-Waifenansta lt) Wie uns mitgetheilt wird, wurde vor mehreren Tagen der Frei in von Liechtenthurn'schen Müdchen.Waisen-anstalt die hohe Ehre des Besuches des Herrn l. k. Landesprä'sidenten Winller und dessen Frau Gemahlin zuthril. Nach erfolgter ehrfurchtsvoller Begrüßung in slvvenischer Sprache seitens der Waisenkinder und sei» tenS der Schwestern im Arbeitssaale wurde die ganze Anstalt in allen Räumlichkeiten einer genauen Besich» tigung unterzogen. In der Schule fand über Wunsch des Herrn Landespräsidenten ein kleines Examen mit den Zöglingen statt, Cs wurde (slooenisch) Lesen. (slo< venischer) Sprachunterricht, Geographie, Naturgeschichte und Weltgeschichte behandelt, und wurden sodann die schriftlichen Arbeiten und Aufgaben eingehend durch« gesehen. Der Besuch, welcher in der Chronik der An-ftalt ein ehrenvolles Blatt ausfüllen wird. schloss mit einer warmen Ansprache von Seite des Herrn Landes» Präsidenten an die Waisen; hochderselbe erwähnte der befriedigendsten Unterrichtserfolge und versprach, Seine Majestät unseren allergnädigsten Kaiser u>d Herrn zu bitten. Se. Majestät geruhe die Anstalt anliijslich der für das nächste Jahr alleranädigst in Aussicht gestellten Allerhöchsten Anwesenheit in Laibach mit Allelhüchstseinem Besuche beglücken zu wollen. Die Herrschaften schieden in der freundlichsten Weise, begleitet von den Segenswünschen der Waisen und Schwestern. Da wir eben von der so vorzüglich geleiteten Freiin v, Liechtenthurn'schen MädcheN'Waisencmstalt sprechen, können wir nicht umhin, einige infolge der Waisenhausdebatte im letzten Land» tage verbreitete irrige Ansichten der Wahrheit entspre« chend richtig zu stellen Die barmherzigen Schwestern machten allerdings eine Eingabe an den lrainischen Landtag Diese Eingabe enthielt jedoch nur die einzige Bitte: „Ein hoher Landtag geruhe gnädigst eine Entscheidung dahingehend zn treffen, ob hochselber die Lan» desftiftlinge an den VincenzVerein für die Zukunft zu überlassen beabsichtiget oder nicht," Gleichzeitig, erklärte aber die Congregation, dass sie sür den Fall. als der hohe Landtag die Entscheidung für die Uebergabe an den Vincenz.Verein treffe, bei demselben nur eine untergeordnete Stellung einnehmen werde und die getroffene und gegenwärtig bestehende üaibacher Zeitung Nt. 278 2380 4. Dezember 1882. Vereinbarung eines hochlöblichen Landesausschusses mit den barmherzigen Schwestern zu Tnde gehe. dass ferner mit der Uebergabe der Landesstiftlinge an den Vincenz« Verein auch jede Verantwortung an denselben Übergehe, die sich aus den zwischen dem hochlvblichen Landesausschusse und dem Vereine getroffenen Vereinbarungen ergeben sollte, Ueber mündlich an die Congregation er-gangene Anfrage, unter welchen Bedingungen selbe die Landesstiftlinge unter Aufrechthaltung der bisher be« standenen Vereinbarung behalten würde, wenn sich der hohe Landtag nicht für eine Uebergabe an den Vincenz« Verein entscheiden sollte, erklärte die Kongregation in derselben Eingabe an den hohen train Landtag, dass für einen Uebergang des Provisoriums* in ein Defini» tivum in irgend welcher Weise Vorsorge getroffen werden müsse, umsomehr. als die Congregation bereits behördlicherseits mit Zuschrift des löblichen Stadtmagi, ftrates Lawach aufgefordert wurde, diesem Provisorium ein Ende zu machen. Da aber ein Definitivum kaum anders sich schaffen ließe, als durch Errichtung eines eigenen Waisenhauses, so erbot sich die Congregation gegebenen Falles, ein solches errichten zu wollen, wenn ihr der hohe Landtag eine solche Herstellung durch Bewilligung eines Darlehens von circa 15- bis 18 000 st. auS dem Landes-waisenfonde und ebenso die Rückzahlung dieses Dar« lehens durch Zusicherung einer bestimmten Anzahl von Landesstiftlingen auf eine gewisse Anzahl von Jahren ermöglichen würde. Das war eben nur eine Proposition für einen gegebenen Fall. Von einer Bitte um dieses Darlehen war in der ganzen Eingabe mit keinem Worte Erwähnung gethan. Auch dürfte die Veweiserbringung für die im weiteren Verlaufe der diesbezüglichen Land« tagsdebatte fallen gelassene Bemerkung, dass die meisten der in den hiesigen verschiedenen Wohlthätigkeitsanstalten in Verwendung stehenden Schwestern der slovenischen Sprache nicht mächtig seien. einigen Schwierigkeiten unterliegen. Eine Einfichtnahme in den Divcesan«Schema< tißmus ergibt, dass von 64 Schwestern 53 slovenlscher, 4 czechischer und 7 deutscher Junge sind. Die 4 Cze-chinnen sprechen schon geläufig slovenisch und von den 7 deutschen Schwestern haben sich bisher 4 die für ihre Beschäftigung nöthige Kenntnis der slovenischen Sprache angeeignet. — (Beim patriotischen Frauen. Hi l fs-vereine für Krain) in Laibach sind für die durch die Überschwemmungen in Nothlage gerathenen Bewohner von Tirol und Kärnten außer den bereits veröffentlichten Spenden weiters noch von Fräulein Margarethe Z. 3 st,, von Frau Caroline Schonta, Kreis« commissärswitwe, tanten Grafen Mittrowsky gemeinsam das Souper ein nnd fuhr sodann, vom Prmzen Wilhelm begleitet, nach dem Anhalter Bahnhofe, von wo um 10 Uhr mittelst Extrazuges die Abreise nach Prag erfolgte, nachdem sich Kronprinz Erzherzog Rudolf in herzlichster Weise vom Prinzen Wilhelm verabschiedet hatte. Anf dem Bahnhofe waren außerdem der Stadlcommandant, der Polizeipräsident, die Mitglieder der österreichisch« ungarischen Botschaft und die zum Ehrendienste bei dem Kronprinzen commandierten Herren anwesend. Kronprinz Erzherzog Rudolf hat heule 18 Stück Damwild erlegt. Paris, 2. Dezember. Die „Revue Politique" veröffentlicht einen von Reinach gezeichneten AU>tel, in welchem die Anschauungen Gladstones über die egyplische Frage nach dem Journal „Nineteenth Century" vom I.August 1877 reproduciert werden. Reinach constatiert, dass England, wenn es Egypten an sich reißen sollte, sich Frankreich gänzlich entfremden und die orientalische Frage in größerer Ausdehnung wieder eröffnen würde. Es sei zu hoffen, dass Gladstone, der im Jahre 1877 die Politik, die man ihm heute an-räth, so herrlich bekämpfe, auch fernerhin das wohlverstandene Interesse Englands erfassen und nicht einen Widerruf bewerkstelligen werde, der für England eine Quelle ernster Schwierigkeiten und für den Orient die Ursache einec mehr oder weniger nahen gewissen allgemeinen Conflagration ware. London, 2. Dezember. Lord Granville emftfieng nachmittags im Namen der Königin den madagassischen Gesandten sammt Gefolge, welcher seine Beglaubigungsschreiben überreichte. Bukarest, 2. Dezember. Die Kammer votierte die nothwendigen Credite zur Ausführung des in der letzten Session angenommenen Gesetzes, durch welches Rumänien in vier große Militärcommanden eingetheilt wird. Die vor zwei Jahren begonnene Armee-Örgani« sation ist hiemit beendet. Constantinopel, 2. Dezember. Die Journale besprechen das neue Ministerium in günstiger Wrise. Kairo. 2. Dezember. (Reuter Meldung.) Das Kriegsgericht für den Process Arabis und der anderen Angelegenheiten ist für morgen früh einberufen. Das Pulilicum und die Vertreter der Presse haben Zulritt zu den Verhandlungen. Handel und volkswirtschaftliches. Verlosung. !8ll4er Staatslose. Vei der am 1. d. M. in Wien vorgenommenen Verlosung wurden nachstehende Serien aczogen: 398 595 «28 917 1097 1327 1575 1703 1788 18!« 1972 252! 3111 und 3462. Au« diesen Serien siel der Haupttreffer mit 200 000 fi. auf E, 3111 Nr. 29. der zweite Treffer mit 20 000 fi. auf S. 1972 Nr. 10. der drltte Treffer mit 15» 000 st-auf S.3I11 Nr. 66. der vierte Treffer mit 10 000 fi. anf S. 17<" Nr. 72; ferner gewannen jc 5000 fl.: S, «28 Nr, 78 und S. 1097 Nr. b6; jc 2000 fl,: S. 398 Nr. 75, S. 595 Nr. ss und S. 3111 Nr. 96^ je 1000 fl.: S. 828 Nr. 48 S. M? Nr. 23. S. 132? Nr. 70, S. 1703 Nr. 66 und 68 und S. 3iU Nr. 32. ___________ Latbach, 2. Dezember. Auf dem heutigen Marlle sind erschienen: 14 Wagen mit Getreide, 6 Wagen m!t Heu und Stroh, 20 Wagen und 2 Schiffe mit holz (18 Kubikmeter). Durchschnitts» Preise. fl.j lr, fi,'lr', fl^I lr, ^l!^- Weizen pr.hektollt. 7 4? 9M Vutter pr. Kilo . — 9li-j^ Korn , 5 04 b 73 Eier pr. Stück . . — 2j —!^ Gerste (neu) . 4 39 4 72, Milch pr. Liter . - 8 - ^ Hafer , 2 93 3 27 Rindfleisch pr.Kilo — 56 - ^ halbfruch» . - . 6 70 Kalbfleisch , ^43^^ Heiden . 4 39 5 73 Schweinefleisch ., — 46----- Hirse , 4 87 4 98 Schöpsenfleisch _ _ 28 — ^ Kukuruz , 5 80 6 16 hähndel pr. Stuck — 35 —^ Erdapfel 100 Kilo 2 59-------Tauben „ __ 15 . - Linsen pr. heltolit. 8-----------heu 100 Kilo . . 2 86 - Erbsen „ 8------> Stroh „ . . 18?- Fisolen , 9-----------holz. hart., pr. vier Nindsschmalz Kilo — 96------ Q.-Meter-------?-" Schweineschmalz „ —88------ -weiches, „ -------4 50 Speck, frisch „ — 74-------Wein, roth., i00Uit.-------20 "- — geräuchert. —60-------— weiher .-------18^ Verstorbene. Den I.Dezember. Margareth Noic, Gärtnersgattin, 36 I,. Glockengasse Nr. 3, pleuritischcs Exsudat. Den 2. Dezember. Anna Nappe, Arbeitersgattin, 40 Jahre. Maria-Theresienstraße Nr. 16, Hchrficber. - Maria Icnlo, Waiscnmädchen. 12 I., Polanastrahc Nr. 30, Gehirnlähmung- Den 3. Dezember. Maria Dcrnovsel, Inwohnerin, 80 I., Karlstädterstraße Nr. 7. Marasmus. Theater. heute (ungerader Tag) zum erstenmale: Der Schwaben- streich. (Novität.) Lustspiel in vier Acten von Franz voll Schünthan. Lottoziehungeu vo« 8. Dezember: Wien: 84 18 21 56 78. Graz: 37 31 53 36 4. Meteorologische Beobachtungen in Laibach.^ 7Ü.Mg. 728 20 —18 SW7schwach bewölkt «,'90 2. 2 , N. 729 20 ^. 02 TW. schwach bewölkt «Mtt ___9 . Ab. 731 91 — 2 0 O. ___bewölkt ^^ ? Ü. Mg. 734 60 — 9 4 windstill Nebel 3. 2 . N, 734 71 - 34 SW. schwach heiter 00l1 9 . Ab. 734 17 — 6 6 SW, schwach heiter Den 2, morgens geringer Schneesall, tagsüber bewöl^ abends einzelne Sterne sichtbar. In der Ebene leichte SclM^ orclc. Den 3. morgens Nebel, nicht lange anhaltend, "^ hühcnreif, dann wolkenloser Himmel, sternenhelle Nacht. Ka>^ rasch zunehmend. Das Tagesmittel der Temperatur an bcu>^ Tagen — 0 9° und — 6'5«. beziehungsweise um 2 2" und? " unter dem Normale. ____ Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Vam b erg-^. Auf die heutisse Annonce „Anlage und Speculationsläust des Vankhauses „Ueitha", Wien, bitten wir besonders zu achtel" bestes Tisch- und Erfrischungsgetränk, erprobt bei Hütten, Haiskrankheiten, Magen- und Blasenkatarrh. PASTILLEN (Verdauungszeltehen). Heinrich Mattoni, Karlsbad (Böhmen). Ktlquelte u.Korkbrand MATTONI ^> wie nebenstehend m-----> nirrcUÜRl FR 2381 Course an der Wiener Görse vom 3. December 1?llt8. ^^0^^^^°^) Gelb ware Vta»t«.Nnlehen. ^««nte.......7» 8c 76 4» 3^" <°/, «taat«lol« ««» st- N7 ?5> 1,8 5° !«««" ^0 ^°nzl boo „ ll!» s,o I»o - l^3"^° Mn,lel1lX)„ 1,0 7» I»«! ,5 ,"'N Stll»t«los« . . 100 „ IYX — ,«» 7Ü »°no.«tnt«n,te, fteuerliei . «461 94 8« b«?A ^"b"Vsch«'n«. lückzahl. °"z. Volbltnte ««/, .... ,,8 55 ,18 ?<> ' i,^ ^» - - - «b«n 8555 - Vavitncntc 5"/„ .... 84-5», 84 ßl> » «>I«nb..«nl. illnfl. ö.w.E. ,34 — „^ l.c. " »-'ftbnhu.Pliolillllen . . 88 9 c, 89 xo ' «taal«.Obl. (Uug.Oftb.) --- lio- ' ^ ^ » vom 1.187« 93 «0 94 — ti.«l V^"l"'l''l.<»'00sl.«.W. I,»,o "?- ^«'«'Ntn.Lose 4«/« llX» fl. . . 108 5» 108 »0 «»undent!.. Obligationen Mr loo ft.H..^.). zV'b'ihn'ilche.......,og,_,<>7_ z°7«Wisch«.......97 50 98 5c z°7 "'^"!.ch°.......1"— "5— /<>N!et,el5slc,l.!chilcht, . . .105-50 107 — ^°ftem,che.......104-105— "/° "««tische und slavonische , »» — 10« — «»/, filbenbilrgilche.....»8«, 98 8« 5«/, T«mr«v»r»ittan»ler . . «« bO 8? bl> 5°,« ungalische......»«,«93 — Nudere össcntl. «nlehen. Donau.Ness.'Vole 2»/, 100 fi, , 114 f>0 1>N50 dto. Anleihc I«?», fteutlilci . »0« 8b ic» 7.', Nnleben b. Ktablgemeinde Nien 100 ?l> 101 50 Nnlcyen d. Stadlgemelnd« Wltn (Vilber oder Gold) . . .--------------- Plamien«»lnl.b.el»dt8«m.wi»n i»4— iz» «b Pfandbriefe llüriovst.) «odencr.allg. österr.«'/,'/» Void i,8?5 1,9 25 bto. w 20 , „ ü°/, . —-—------- blo. in 5l» » , <'/,"/<, »»^ »»il, bt«. in 50 . , 4°/, . »3 »0 »< 3« blo, Plamien.Kchuldveischr.H'/» 99 75 x.ll-— OeN, Hypolhelcubanl I0j. 5'/,'/<> 100 üc >c,i 5«, Oeft.'ung. Van! verl. ü°/, . . >„« 4^> l<<oo . dto. « 4»/, , . !»5«0 z»,40 U»g. aUg.Nobtnciübit.Uclicngcs, in Ptft in »4I.verl. 5'/,°/» - —'— — — Prioritäts. Obligationen. Ichc Karl - Ludwig > Vahn «tm. 1««, .. S. 4>/,»/« . . 9»,5 »9b0 OeNtll. «,ld»»ftb»hn . . . . loi 80 ,ol »n Siebtnbürgtr.......«0 ?<< l»»'— Staatabahn ,. l« 50 Slldbahn «^ V>/,......,5, 7^1,4- » ^b°/, , , . ,1? f.N I I? »0 Ung..gali, Vah, . . . , »^ ,5 »« ?i, Diverse Lose lp« Etilll). silbitlose 100 fl...... ,?4 »5 »74 75 «lary.r»!« 4U f>...... ,77^ »».',« »«/» T>onau>D lDsener t?o st. . . . ^ ^. 3« z^ 4'alffh.vole 40 ff..... ' ,475 Hz z^ Nudol<»ko! el,»«»enoi«.^!?se 40fl. . . . 4» bo 4? - walbftcini.'i'Ic »«fl, . . . ' „75 ,725 Wlnbilchffläv»i >»i 7l> Oanl.Oeltllschajl, Wit»« z<,>, «^ „,» 50 «dncr..«nft.. Ocst.üuofl. S.40«^ ,«l - >0 0 ^tpofillnb., cc>mple.Oes.. N».'dcrösl. 5«» N p»o — «zc, — Hypolhelend. oft. z««»s>, ,5«/^. ^._ ^__ i,<ä»derbanl oft. l«,« ft. G. bo°/,O. —— — — O«ftcrr..U»g. Banl.....^,7—»50 — Unionbanl luu ft......li5»l>l»^0 Vciledlsl^»,! Ä,l,,. 140 fl, , . it«'5l 14» — Mt!b Wai»' Nctie» von Transport Unternehmungen (per Glüll». »lb««t.«ahn ,»o fl. Silbn — — — — Nl!rll> jfiumo«,t1llhr. «uosl.Sill) i»«'?5 1«7 ll^ »llIN»,.Ttvl. ««lend, »«>!<. 2M____^.— sohm. sioldbahn 150 ft . >7« ,78 — , lveftbab'! »00 N , , 290__zy,__ «uthtaber Vilb, 500 N. «Ui «<» — »ly - , (lit, «) »uc, fl, ,78 — »80 — Donau » DampslchiNabrt » G^i, 0eft«l.500N sM, . . , 576 — 580 — DlaU'«il.l«at..Db..H.Mo!».>i —____ Dul»«obcnbachei H..V,»lXift,- ,7z ^ 57, ^ «lisabelb'^ahn »«0 N, «M, , ,0» —!ü« » 5l. „ ?ln,'«ubn>e>« zwo ft. . . »«9 »s, ,8!» 7/, „Oli,b.'Tirol III,7l» z^> ft>^orl>b, louu s> !,z>Ic>!e<.>vll!,n ü!»0 N. SlU> 194 ?»5 bl. M!n! «luff, tz_________ Kalz.«»rl"i!ud»lg.V U !tl)uil.ü.!ll! ,z« . „, . . ll»dlenber». . K»!chau»Qb«b. Hiscnb. »uoff, S 148 7<> >4« >', »!cinbcrg > 9 50 z^o — Prag'Dufcr Ib,^ 1^5 5> 7» «uboll. «Nahn »Ull ft. bilber i«z 75 ,»4 l>> Sltblüvülger !tl>enb. X00 ft, 3 159 50!i«<» — V«aat< >5!z5» b0 Siid.Noibb '«elb'B^oofl.sM ^147 75 > 4» 25 Ibeik'Voh, wn ff, «, W . , »47 s>b <4« — Tramway.<»tl..wr. ,?<> ft s. W »l9 K« »zc — ^ wi. nll»' 7« ft, . , — — — — Ilan«voll»G?!elllcka« >uu N. , ll»0 — 10I-. Turnau<5iia!lip «U'> ft, ö, W, . — — — — Unq,.aali,, «tilfüb ilOUst, ?ilbf7 Il,9'»0 1^0 — Nn», »iordossbalin 20« ft, Vilbc, l5» 75 >s>9 l«5 Ung.wtNb.sNanb l«!»^!«K>ft.V. I«5 — 1»3 b0 ^«dnstrie.Nctien nnb Vladl ^Nb, in A),cl! ,0« ft. , — - —-— hg. lzwon. 4V"/„ IL4 ?b in'i 5.« „Llbcmiibl", Pap,er!, u, V..O. K7 — 5? 5« Monlan<«l!ell!, öste«,.alpine . 74 75 75-25 Prayti Hijci, ^nb ^^1, «w ff. 1«», 50 l«9 50 Nalao Tai,. ..H«<. 100 ft, . — —------- Devisen. Deullche Playe......58 3^> 58 4b bonbon.........>,» ^5 '19 55 Par»«.........«7 «0 4? »b Pet«»bulg.......—— — — Valnten. Ducalln........ »«4 5»» «>°^lllNc»'VtU