Nnmmer 9.__Pettau. >rn 27. Februar 1898. IX. Z __uchler. der PettauerZeitunD erscheint jcbcn £onntag. ?rei< fslt Pettau mit Zustellung in» Hau«: Bierteljährig fl. I.SO. halbjährig fl. 2.40, ganzjährig fl. 4.ft0. mit Postversendung im Jnlaude: Vierteljährig fl. 1.40, halbjähria fl 2.80. ganzjährig fl. ft.60. — Einzelne Nummern 10 kr. Schriftleiter: JUmiul» I,e»> »»«er, Herrengafle Rr. 23, I. Stock. S»rechftu»»e »an 1 bi» 2 Uhr — StrwaUuitg und Verl«»: W. vlauke, H«»»t»la? Hr. 6. Handschriften werde» nicht zurückgestellt, Ankündigungen billigst berechnet. — Beiträge sind erwünscht und wollen längsten« bi» Freitag jeder Woche eingesandt werden. „Es ist erobert!" So rief nuS einer jener Herren zu, dem die erste Kunde von der telegraphischen SiegcSuachricht geworden war. das« da« heiß umstrittene und be-stritten« Obergymnasium endlich siegreich erstritten worden seil Und einer rief e« dem andern zu, wo immer sich welche begegneten! Aller Augen leuchteten freudig auf und alle jubelten, denen die mit Spannung von allen Pettauern erwartete Entscheidung mitgetheilt wurde. Denn wie Hamlet, der träumerische Dänenprinz. ventilierte jeder Pettauer und wenn er auch nicht die geringste Anlage zum Melancholiker hatte, in den letzten Tagen: »Wird eS lvahr sein, oder wird e« nicht wahr sein? Werden wir eS kriege», oder werden wir e» nicht kriegen?" Und diese allgemeine Theil-»ahme, diese allgemeine Auiregnng, die sich aller Schichte» der Bevölkerung bemächtigt hatte, während der wechselnden Phasen der Unterhandlungen, lieft wirklich auf jeden patriotischen Pettauer da« Dichterwort anwenden: „Hangen und bangen in schwebenderPein!"Denn namentlich in der letzteren Zeit hatten die Pessimisten bereits die Oberhand und versicherten, al« ob st« ?S bereit« schwarz auf weiß in der Tasche hätten: „Mit dem Gymnasium ist e« nicht«, da« bekommt Pettau um gar keine» Prei«!" Aber nun klebt es seit gestern an allen Straßenecken, schwarz auf roth und schwarz auf gelb: „Beglückwünsche alle meine Mitbürger zu dem erfochtenen Siege. .Heil! Ornig!" Und wir und mit un» alle Pettauer, rufen unserem wackeren Bürgermeister, dem unermüd-liehen Streiter und Vorkämpfer, der auch den allerersten Antrag vor Jahresfrist eingebracht hatte, und bi«her unentwegt für die Erreichung des erstrebten Ziele« thätig war, zu: „Heil!" „Heil!- aber auch den wackeren Mitbürger in unftrem Genieinderathe, die. al« die Sache „wacklig" zu werden begann, nicht die Flinte in'« Hauptmaun's „Versunkene Glocke." Ein Versuch, sie zu verstehen. Die „versunkene Glocke" gehört zu jtnen Werken, die sich dem Verständnisse nicht mit einem Male erschließen, deren Genuß sich aber auch nicht mit einem Me>l« erschöpft. Wieder« holung führt hier nicht zur Abstumpfung, sondern zur Steigerung des Genusses. Die Werke, denen die« eignet, gehören zu den erlesenen. Wer sich in unser tiefsinniges Märchen versenkt, findet sich stets aufs neue und immer inniger berührt, er-hoben und entzückt; aber indem er in die Tiefe dringt, begegnet er auch manchem Räthselvollen, da« sich der Lösung spröde widersetz«. ES liegt der geheimnisvolle. ahnungSreiche Zauber des Märchens über der Dichtung: „ES rauscht so voll und fremd. Der Tannen dunkle Arme regen sich so räthselhaft. Sie wiegen ihre Häupter so feierlich. DaS Märchen! Ja daS Märchen weht durch den Wald." Nicht minder mächtig als Ge-sühl und Phantasie wird unser Denken angeregt, eS werde» ihm weite Bahnen eröffnet, ohne dass Korn warfen und ReißanS nahmen, sondern in dein entscheidenden Augenblick eine Deputation »ach Graz entsendete», um al* Reserve dem hart be-drängten Bürgermeister durch ihr mannhaftes Auftreten zu jenem moralische» Übergewicht zu verhelfen, vor welchem die Gegner zurückweichen mußten, weil sie sich cingesteyeu mußten, dass eS eine Selbsttäuschung ifi, wenn sie de« Irr-glauben« wären, die ÄuMestaltung des Pettauer Gymnasium» sei nur ein Hrckeiipserd des Bürger-meister«. Denn nun ging« ihnen die Augen auf. das« hinter unserem wahren Bürgermeister und Abgeordneten der Handelskammer die ganze deutsche Bevölkerung PettauS wir ein Mann stehe, getreu der Losung: „Einer für alle und all« für einen." Bor dits«r imposanten Kundgebung, welche durch die Grazer TageSpress« im Interesse de« Deutschthum« ans daS nachdrücklichste unterstützt wurde, mußten alle gegnerischen Anwürfe, alle egoistischen Bestrebungen scheitern. Pettau hat gesiegt. daS heißt.- das frei erwählte Haupt unserer Stadt, unser Bürgermeister, hat den heiß be-kämpften Sieg durch Ausdauer, Zähigkeit Ent-ichlossenheit u. rechtzeitige« Dipiowatisieren erstritten. Darum rufen wir auch der Grazer Presse u. allen jenen Mitgliedern d«« Landtage«, welche sich für unsere Sache eingesetzt haben, ei» herzliche« „Wacker!" und „Heil alle. Heil!" z». Die Schule ist die Gmndlage de« Staate«; Bildung macht frei und mächtig und jede Bildung«-stätte ist einer Grenzfestung vergleichbar, die er-richtet wird, da« Land vor feindlichem Einbruch zu schützen, die Selbstständigkeit zu wahren und die BertheidigungSkraft zu erhöhe». Aber nicht nur daS Deutschthum Pettau'S wird durch das Bestehen des ObergymnasiumS hoffkutlich gekräftiget werden, sondern auch eine neue, mächtige, niemals mehr versiegende Quelle der materiellen Wohlfahrt wird hiedurch unserer Handel- und gewerbetreibenden Bevölkerung er- eS auf ihnen immer zum Ziele geführt würde. ES bleibt nicht wenig übrig, was aufs neue lockt und anzieht: »ine Frage, der die Antwort fehlt, ein Gedanke, den wir vergeben« auSzudenken suchen. So sehr diese Eigenschaft dem Werke wie einkm Probleme eine halb süße, halb peinliHe Anziehungskraft verleiht, so dürfen wir doch nicht verkennen, das« e» eine Schwäche desselben ist; haben wir dem Märchen gegeben, was de« Märchen« ist. so verlangen wir auch hier nach voller Klarheit. Gerade weil die Dichtung in ihrer Grundbedeutung über den Rahmen eine« duftigen Märchen« weit hinausgeht, stört un» das Unbestimmte, Neblige — oder Unverstandene? — da« ihr anhaftet und läßt un» zu keiner ganz reinen Befriedigung kommen. Au» dieser Schlväche ist zu erkläre», dass e« der Versuche, da« Werk zu deuten, die schwere Menge gibt. Ob einer der vielen Deuter sich von seinem Thun ganz befriedigt gefunden hat? Paul Schlenther, der neue Burgtheaterdirector, der uns iin Borjahre ei» verständig und schön ge-schrieben?» Buch über Hauptmann geschenft hat, warnt mit Recht vor iveitgehender Deutelei. Ge-wiß ist eS verfehlt, in jedem Stück Handlung, schlössen. und auch die Population hiedurch günstig bcieuflußt werden, da zweifelsohne viele Familien, mindestens für die Dauer der Studienzeit ihrer Söhne, nach Pettau übersiedeln oder gar ihren dauernden Ausenthalt hier nehmen werden, während die erbgesessenei!, besitzenden Classe» der Bevölkerung, die bisher ihre öölfTl^yy^ au«wärts in's Gymnasium sandten, diese nunmehr dasselbe hier besuchen lassen werden und somit daS Geld, welches bisher nach auSivärtS floß, hier bleiben und befruchtend auf Handel und Gewerbe wirken wird. ES steht demnach aber auch zu er-warte», dass Pettau alle« thun wird, den ihm zugewandten Vortheil auszunützen, indem eS all' die unerläßlichen Borbedingnisse und Erfordernisse, auf welche wir ein andereSiu.u näher eingehen werde», erfülle» wird, «wiche dazu beitragen, den Ruf einer Anstalt zu heben nnd dessen Besuch von auSwärt« zu sbrdern. Für heute begnügen wir un« allen Mitstreitern und ihrem Vorkämpfer, unserem wackere» Bürgermeister Josef Ornig, ein tausendstimmige« „Heil I" zuzujubeln. Das Pettauer Museum. (jochhioh-) Professor Ferk besprach auch die Ursache diese« Austrittes, die in einer Schrift niedergelegt worden sei, in ivelcher ina» ihn gewissermaßen ai'geklagt hätte, durch sei» Vorgehen gegen Pro-fessor Gurlitt die Interessen deS Museum» geschädigt zu haben, allein er wolle nur auf die Absurdität dieser Anklage hinweisen, dass er. der Schöpfer des Museum«, sein eigenes Werk zu schädigen gezieh«» werde. Er begnüge sich demgegenüber mit der Feststellung der Thatsache, dass die grnannten Herren, als er im September des Vorjahres die BertrauenSsrage stellte, ihm ja ebenfalls trotzdem das Vertrauen ausdrückten. alS sie bei der Abstimmung, ob er jedem äußere» Vorgang ein Symbol, in jeder Märchengestalt eine Allegorie zu wittern, alle« Loncrete, das der Dichter mit so viel Leben er-füllt hat. abstract zu deuten; da« Märchen will vor allem als solches genomme» werde» und e« ist Verdienst de« Dichter«, dos Märchen und seinen Gehalt an Gedanken so verwoben zu habe», dass eine reine Scheidung unmöglich ist. ohne dem Werke Gewalt anzuthun. Allein e« ist ebenso unzweiselhaft, das«, wer da« Märchen rein concret saßt, ohne »ach seiner tiefere» Bedeutung zu frage», weder de» Inhalt der Dichtung ganz erschöpft, »och auch einen ungetrübten Genuß von ihr hat; die« gilt von Anfang bis zu Ende, inibesondere aber von dem letzte Acte. Abgesehen von diesem inneren Grunde, der Dichter selbst weist unS die Wege zur Deutung; ja. eine Scene wie die mit den secys Zwergen zu Beginn deS 4. Actes will unbedingt symbolisch ausgelegt iverdeu, soll sie nicht SchlentherS Borwurf leerer „Fabelkram" zu sein, verdiene». Die Deutung muß also den Spuren des Dichters folgen; sie muß sich jedoch an die yroßen Züge der Dichtung halten und nicht i»S Kleine dringe», sonst zerstört sie sich selbst. foi^i.« noch weiter an ber Spitze dr» SluS-jJÄSSiben solle, für sei» Verbleiben stimmten S ihre Anklage selbst als ungerechtfertigt ^W». Was sie ihm zum Voriours machte»: Professor Gurlilt, der voni LanbesauS-*|t bedeutendere« Mitteln ausgestattet vd Im größere Grabungen bei Haidin yre«, hieran verhindert habe, indem er Banern Verträge abgeschlossen habe, dass Qjl| inaubru oh»e feine Erlaubnis graben «.ijSÄLfrfen, beruhe nur aus einer »»richtige» A»Sleg»i g dieser Maßnahme. Jene Verträge waren von ihm im wohl-verstandene» Interesse de» Museum« vorsichtsweise abgeschlossen worben. um dem Musealverei» daS Eige»tl)»i»srecht aus wertvollere Fmtbe und daS Recht der Grabung zu sichern; denn »ach den J»structio»en, die dem Professor Gnrlitt geworden und nach dessen Forderungen wäre diesen, da» unbeschränkte Recht, überall grabe» zu lasse», mit der das Museum schädlichen Folge verbünde» ge-wesen, dass alle Fnnbe »ach Graz i» das Museum gewandert wären und dem hiesigen Museum mir die fast wertlose» Scherbe» verblieben wäre». Jnbe»! er, Professor Ferk. sich »»» das Recht für bie Giabnuge» auf ein bestimmtes Areal zugunsten de» Museums vorbehalte», dagegen dem Profeffor Gurlitt südwestlich ein so große» Areal Jur freien Schürfung überlassen habe, welches sich >s St. Johann hin ausdehne, dass zu dessen vollständiger Durchgrabung die bei» Professor zur Verfügung stehenden viel größeren Mitteln — e» sollen ihm von» LanbeSauSschuße 1400 fl. ausgeworfen worden sein — bemioch nicht einmal ausgereicht hätten, sei wohl ber Beweis erbracht, dass er die Interessen des Vereines, resp, des Museum», am besten geschützt habe, andererseits aber dem Professor Gurlitt in keiner Weise hinderlich gewesen sei, die von demselben beabsichtigten Rachgrabungen auSzusühren, wie bie« durch den nachfolgenden Brief desselben auch auS-drücklich anerkannt wurde. Professor Ferk ver'.n« hierauf diese» Brief, welcher lautete: «eaz 28./». t«J7 prä« 21»..'». 1897. Euer Hochwohlgeboren? Bestätige ich bankend den Empfang Ihre« Briefes vom 26. d M, da nun alle Vorfragen geordnet sind, werde ich mit den AuSgralmngen im Haidinfeld beginnen, sobalb ich vo» Mittet»-borf zurück bi», wo ich Ausgrabungen angeordnet habe, nachdem ich in Pettau aus Schwierigkeiten gestoßen war, die nun behoben sind. Ergebknst Professor Dr. U). Evrlitt. Räch Verlesung diese» Briefes, den Pro-seffot Ferk den Theilnehmern der Vollversammlung zur Einsichtnahme überließ, fuhr derselbe fort: Diesen Brief habe ich am 4. Oktober dem Herrn Burgermeister Ornig vorgelegt, um ben-selben davon zu Überzeugen, bas» die gegen mich erhobenen Anklagen, welche von falschen Voran»-s-tzungen auSgienge», vollständig unbegründet seien, wie sie sich nun selbst, meine Herren, hievon überzeugt haben. Warum Herr Professor Gurlitt bie so außer-ordentlich günstige» Witterungsverhältnisse nicht be-nützt und mit den Grabungen nicht begonnen hat. ist mir gänzlich unbekannt, nachbem et boch selbst brieflich bestätigt, bas« bie anfänglichen Schwierigkeiten behoben und alle Borfragen geordnet seien. Allein mir genüat e«, das« hiedurch alle Anklage» gegen mich entkräftet werben und ich erhoffe mm von der Loyalität und dem Lo-calpsltriotitmn« derjenige», die au« irgend welcher mißverständlichen Auffassung au« dem Vereine geschieden sind, dass sie nunmehr ihre hochschätz-bare Kraft und ihre Unterstützung ben Bestre-bungen de« Mnseal-Verei ne« wieder widmen werde», indem wir alle deren Wiedereintritt nnd thätige Mitarbeit nnd Fvrberung unserer Zwecke mit Freuben begrüßen würde»." — 2 — Hierauf vetla« Zahlmeister Herr I. Gspaltl de» Eaffenbericht, nach welchem sich die Gaffe»-eingänge auf fl. 578 25, die Auslagen aber auf fl, 591'33 beliefe», so bas« Zahlmeister Gspaltl «. 13 08 bet BereiiiScassa vorstrecken mußte, um diese Zahlungen leisten zu können; jedoch erlagen in bet Sparcasse noch 10 fl. und betrugen die im Lause be« JahreS 1897 aus ber Sparcaste erwachsenen Zinsenforberungen fl. 1040, welch ersterer Betrag am 31. Jänner 1898 behoben würbe, währenb die Zinse» noch bei der Spar-caffa erliegen. Unter den Casseneinnahmen, figurieren a» Subventionen 300 fl von der Sladtgemeinde Pettau, 100 fl. vom LandeSan«sch»ße in Graz. 25 fl. vom Vorschußvereine in P>ttan und fl. 49 30 al« EintrittSerlag von 239 Besuchern. Die vo» der Spatcaffa i» Pettau für da» Jahr 1897 bewilligte Subvention von 200 fl. ist bagegen bisher »»behoben, da bie Bewilligung zur Auszahlung, resp, die Genehmigung Dieser Subvention feiten« ber Regierung, von der Statt-Halter»! noch nicht iutimiert wurde Au« be» BereiuSmitteln würben Objecte im Betrage vo» fl. 49 30, desgleichen burch Prosesfor Ferk solche um 86 90 erworben, welchen Betrag derselbe vorgestreckt hat. Ganz besonder« wichtige Enverbungen hievon sinb für die historischen Abtheilungen ber Musik hiebet: 1. Eine Viola d'amour von Johann Ulrich ttberle in Prag, ein Instrument mit 14 Saiten ans dem Jahre 1732 und 2. Eine Geige von Loni« Gilbert in Metz au« bem Jahre 1764. Beibe genannten Meister waren berühmte Geigenmacher, deren Instrumente man den Cremonesern an bie Seite stellte. Die im Verlaufe des Jahre« vorgenommenen Ausgrabungen beliefert sich ans 241 Gräber, worunter 197 Brand- und 44 ©felettgräber waren, jedoch enthielten dieselben nur wenige Münze». Urnen, Thränenkrügleii, lt.. so bas« bie «»«beute für baS Museum nur eine geringe war. Nachdem hiemit ber Cassa-Rechenschafts.- und bet Thätigkeitsbericht beendet unb beiben bie Genehmigung burch Acclamation seitens der Versammlung ertheilt worden war. wurde zur Wahl der Au«jchüsfe für da« beginnende Verein«jahr geschritten. In denselben wurden gewählt: die Herren R. I. Bayer, Schriftsteller, Apotheker Jgnaz Behrbalk. Professor Ferk. Dr. Sixtu« v. Fichtenau, Abvocat, Josef Gspaltl. Optiker. Simon Hutter unb I. Krupieka, k. k. Ober-Geometer. In der danach auf der Tagesordnung stehen-ben statutenmäßige» Wahl zweier VereinSmit-glieber in ben Aussichtsrath, beantragte Herr Bayer, dass jedenfalls einer der beiden hiezu zu Erwählenden ein Jurist fei. Infolge dessen wurde auch Herr Dr. Sixtu« von Fichtenau in erster Reihe hiezu erwählt und zum zweiten AufsichtSrath Herr Pisk ge-wählt. Eine längere Debatte entspann sich über bie Festsetzung des Mitgliederbeitrages. Herr Fürst befürwortete die Herabsetzung desselben auf 1 fl., wogegen Herr Bayer auf den hieraus entspringenden bedeutende» Entfall aufmerksam machte und eine Erhöhung aus 3 fl., respective monatliche Einzahlungen ä 25 fr. beantragte, welcher Antrag ober abgelehnt wurde, wogegen Herr Joses Gspaltl für die Beibehaltung des derzeitige» Beitrage« von 2 fl. eintrat; dem gegenüber Herr Bayer monatliche Beiträge pr. 20 kr. vorschlug. Aber auch diese geringe Erhöhung wurde abgelehnt und abermal» die Höhe de« Beitrage« mit 2 fl. beantragt, jedoch mit der Concession, diesen Be-trag in zwei ©emestrolraten zu erlegen. Hiezu machte nun Herr Bayer den Husatz-antrag, wen» eine so geringe Erhöhung wie von 40 kr. pro nnnv schon nicht angenommen werde und ebenso monatliche Ratenzahlungen abgelehnt würde», mindesten« die Beiträge in OuartalSbe-trägen » 50 kr. zur Zahlung zu zulassen, ba et ber Ansicht fei, das« bet Beitritt nicht so sehr von ber Höhe de« jährlichen Beitrage«, al« von dem Modu« der Zahlung beeinflußt werde, da da» Publikum erfahrungsgemäß größere Beträge in kleineren Raten leichter unb lieber »ahle, al« selbst eine kleinere Summe, wenn sie aus einmal oder zweimal erlegt werden müsse, welche« Princip auch in den Concessionen unserer neuen Steuer-reformgesetze ihre Anerkennnng gefunden habe, hieraus wurde dieser Zusatza»trag einstimmig angenommen. In der hieraus am 14. d. M. abgehaltenen coustitnierenden Versammlung wurde Herr Pro-feffor Franz Ferk zum Obman». Herr i. k. Ober-Gevmeter Joses Krupiöka zum Obmann-Stellver-treter und Herr Josef Gspaltl zum Zahlmeister wieder gewählt. Herr R. I. Bayer aber zum Schriftführer neu erwählt. Nach vollzogener Wahl fanb eine ziemlich lebhafte Debatte über einen Antrag deS Herrn Profeffot Ferk statt, welcher bie Erwerbung dreier werthvoller Bilder betraf, bie um 150 fl. zu erstehen feien, beten Kauffchilling aber in zwei Raten ü 75 fl. zu erlegen, von ihm durchgesetzt wotde» sei. Herr Obergeometer Krupiöka sprach sich heftig dagegen au«, indem er betonte, dass der Verein ohnehin nahezu 90 fl. an den Vorstand. Herrn Prosesfor Ferk, schulde und dringend »oth-wendig Kästen sowohl zur Unterbringung al« auch zur Instandhaltung der Objecte anzuschaffen seien. Diesen Einwendungen stimmte auch Herr Gspaltl bei. Dagegen trat Herr Bayer lebhast für die Erwerbung der Bilder ein und machte geltend, das« derartige wertvolle Objecte nur Zufall«käufe feien und das«, wenn man sich die Gelegenheit entgehen ließe, man nicht daraus rechnen dürfe, im nächsten Jahre auch noch diese oder «ine ähn-liche wertvolle Erwerbung wieder machen zu können, während man jederzeit die nöthigen, entsprechenden Kästen bestellen und bekommen könne. Der Redner wie« aber auch ziffermäßig nach, das« der Verein sehr wohl diese Erwerbung machen könne, ohne einen finanziellen Krach be-fürchten zu müssen. Aber auch diese Au«führungen vermochten die Bedenken de« Herrn Krnpiüka n.cht zu erschüttern und erst daS Anbot deS Herrn Professor Ferk, er sei bereit, baS im Vorjahre »m 38 fl. Erworbene um 40 fl. rückzukaufen unb eS zur Schaustellung dem Museum leihweise zu überlassen, aber nur dann, wenn dieser Bilderan-kauf realisiert werd-, vermochte Herrn Krupiöka seine Opposition gegen die Erwerbung jener alten Gemälde auszugeben, woraus mit allseitiger Zu-stimmung der Bilberkanf eventuell genehmigt unb ber wieder so uneigennützige Vorschlag deS Herrn Professor Ferk. bet bie Erwerbung allein ermög-lichte, mit Dank unter allgemeiner Zustimmung angenommen wnrbe. Hieraus banste Herr Profeffot Ferk allen Anwesenben für ihr Erscheinen sowie Herr» Ob-mann-Stellvertreter Krupiüka und Zahlmeister Gspaltl für ihre aufopferungsvolle Thätigkeit und sprach die Hoffnung au«, dass das neuem-getretene Mitglied, Herr Bayer, al« Schriftleiter ber Pettauer Zeitung, den Mnsealvereiu auch möglichst durch die Presse unterstützen werde, wo-rauf dieser versicherte, das« et. bei bem große» Werthe, welche ba« Museum für die Stadt der-zeit bereit« habe unb der bei ber in Aussicht stehenbem Ausgestaltung de« Gymnasium» sich unendlich steigern werde, weil e« den Lehrkörper in die Lage setze, den Anschauung»- Unter richt in au«gedeh»ter Weise zur Geltung zu bringe», je-berzeit für bie Interesse» unb die Förderung deS MufealvereineS in der Presse eintreten werde und zwar nicht nur auS wiffenichaftlichen n. pädagogischen Gründen, sondern auch aus LocalpatriotiSmuS, weil er sich al« Bürger der Stadt Pettau, da« heißt: als Gemeindemitglied derselben fühle und eS daher als seine schönste, aber auch seldstver-ständliche Pflicht betrachte, alle« zu thun, was in seinen schwachen Kräften stehe, für alle» ein-zutreten, wovon er meine, e» könne zum Blühen und Gedeihen, zum Wachsthum und zur För- derung seiner Adoptivheimat beitragt», die er hier in Pettau für sich und die Seinen gefunden zu haben glaube und für die z» wirken und thätig zu fein, er wünsche. das» ihm die« noch lange vergönnt sein möge. Nachdem Professor Ferk den Ausschuß noch empfahl, sich über allfällige Veranstaltungen, al« Vorlesungen, Concerte ic. zu Gunsten de« Vereine« zu besprechen und auch mit der Stadtgemeinde ein Übereinkommen zu treffen, welche« größere Unternehmen oder Fest man bei der feierlichen Vefitzübergabe de« Museum« an die Stadtgemein-de gemeinsam zur Ausführung bringen könne, verabschiedete er sich vo» alle» Anwesenden, feine Wiederkehr bi« längstens zu den Herbstferien in sichere Aussicht stellend, zugleich ober auch da« Versprechen gebend, wenn irgend möglich, dem „feierlichen Acte der Übergabe des Museunis" bei-zllwohnen. Zum Schluße sprach Herr Gspaltl nainen« der Anweseudeil dem Scheidenden den Dank für seine aufopferungsvolle und zielsichere Arbeit und Leitung au«, welchen Ausführungen alle Anwc« senden in lebhastester Weise zustimmten. Seit dieser constituierende» Versammlung de« Museal Vereines ist ein in den Annalen Pettau« denkwürdige« Ereignis eingetreten, da« wir an anderer Stelle diese« Blatte« einer ein-gehenden Würdigung unterzieh«» und wolle» wir hier nur nochmal« constatieren, welchen freudigen Eindruck dasselbe bei allen Bewohner» der Stadt gemacht hat, um darauf hinzuweisen, das« dieser Erfolg, der für Pettau« Existenz und Zukunft so schwer in die Wagschale fällt, auch gewißc Ber-pflichtungen auferlegt. Vor allem, das« den Besuchern de« Gymnasiums die Gelegenheit gebi'ten werd«, die wissen-schaftlichen. theoretischen Vorträgt in möglichster Weise durch den praktische» Anschauungsunterricht unterstützt, erläutert und erleichtert zu finde». Je instructiver dieser ist, desto sicherer aber auch müheloser werden Profefforen und Schüler günstige Resultate erzielen und hiedurch der günstige Ruf dieser jungen Anstalt begründet und gefestigt werden und dadurch imnier mehr Schüler ange-lockt und veranlaßt iverden, dieselben auszusuchen und sich hier für die Hochschule vorzubereiten. Indem aber Pettau hiedurch immer mehr citt Sammelpunkt wachsender und sich vermehren» der Intelligenz werde» wird, wird sich auch eine immer größere Anzahl Besitzender, um da« Stu-dium ihrer Söhne willen, dauernd oder doch ans Jahre hier niederlassen, oder mindestens werden die Söhne solcher Wohlhabender, die an dit Scholle gebunden sind und ohne große Verluste ihre Realitäten oder Geschäste nicht ausgtben können, für 8 bi« 9 Jahre hiehtr ziehen, >vo-durch die hier befindlichen Gewerbetreibend«» und Kaufleute eine sich stets steigernde Zahl capitalS-kräftiger Kunde» gewinnt» werden. Es litgt also im eigensten, tgoistischeste» In» terefft aller Pettauer, das hier bestehende Museum thatkräftigst und werkthätigst zu unterstützen, damit t« wachse und gedeihe und eine Musteranstalt werdt; denn hiedurch wird e« ein mächtige« För-derungSmittel zum erfolgreiche» Studium werden, so, dass die Resultate des neuen ObergymnasiiimS für Pettau eine Quelle des Ruhme«, des An» sehen« und der Wohlhabenheit werden könnten. Angesicht« dieser Darstellung und der wesentlichen Unterstützung, lucldic die Existenz dieses Museums vom Anbeginne des Kampfe« um die Ausgestaltung de« hiesige» Gymnasium«. für dasselbe bildete, erhoffe» die Mitglieder d-« Museal. Vereines, das« sich nunmehr alle Mitbürger an der Ausgestaltung und Bereicherung de« Museums durch ihren Beitritt bethriligcn, namentlich da durch dir Concession der quartalweise» Einzahlung von nur 5t) ir. es auch dem Miudenbe. Mittelteil ermöglicht ist, demselben anzugehören »nd das Museum mitzubenütze» u:,d dort Be-lehiung. Anregung und Stunden edlere» Vergnüge»« zu finden. — 3 — Rundschau. Ausland. Ungarn. Budapest. Graf Alexander Andrassy interpellierte de» Mnister Perczel wegen der social» agrarischen Umtriebt und Ausschreitungen in ver» schiedeuen Comitattn und beantragte, das« der Minister baldigst an eine gründliche Lösung der socialen, brtiinend gtwordtntn ^rage herantrete, und sich nicht mit erfolglose» Palliativmittelchen begnügt oder etiva gar durch Einführung der Präventivcensur auch die anständige politische Presse beschränke. Deutschland. Berlin. Der AuSgang der Donnerstag« be-gonnene» Berathung de« Flottengesetzes und dt« Marine-Etat« wird eine ?ntsch«idtnd« Erprobung und Klarstellung der Stärke der für die Durch» bringung dieser Gesetze nöthige» Majorität bringen und wohl auch der Bedingungen, unter welchen biese bereit ist, sich hiefür einzusetzen, da sie jedtnsall« einige Modifikationen als unerläßlich bezeichnen wird. Frankreich. Paris. Da« Berbict ber Geschworene», welch«, beeinflußt vo» einem beispiellosen Terroriimu«. in unerhörter Berblenbung nach breiviertelstün» biger Berathung, bie Schuldfrage» Zola und Pereux, de« Genannten der „Aurore", betreffend, in ihrer Majorität mit Ja beantwortete», wird in der ganze» gebildeten Welt, bei allen Verur-theilslosen einen schrei der Entrüstung als Echo wecken. Zola zu einem Jahre Gefängnis uud 3000 Francs. Pereux zu 4 Monaten Gefängnis und der gleiche» Summe verurtheilt. Dieser Richterspruch ist kin Brandmal, da« nicht nur diesen Geschworene» und diesen Richtern, sondern allen denen, die in wahnsinnigem Hasse und blödem Fanatismus diesem ungeheuerlichen Urtheile heute zujubeln, unauslöschlich ausgedrückt wird. Die eigenen Kinder werden dereinst erröthen über dies« Vergewaltigung be« Rechts unb die beispiellose Brutalität, mit der der große Sohn ihrer Nation, Zola, für sein muthvolles und selbstlose« Eintreten beschimpft und in mißbräuchlicher Anwendung der Gesetze be» straft wurde. Aber die Berufung fkine« Vertheidiger« gibt Frankreich noch einmal bie Möglich-seil, sich selbst vor ber Schmach der Jukrafttretung diese« Urtheils zu bewahren. Italien. Rom. Auch in Siiditalien wird die social-agrarische Bewegung immer bedrohlicher und gewinnt immer mehr ÄnSbreilung. wobei das bedenkliche Moment an Bedeutung und Wahrscheinlichkeit gewinnt. dass sich dahinter anarchistische Umtriebe verberge». Griechenland Athen. Die Vertreter Englands und Frank-reich? setzte» den Ministern des Äußer» davon in Kenntnis, dass ihre Regierungen die Entwürfe für daS Coiitrolgesetz und das Gläubiger-Arrau-gemciit a^ceptierte». Inland. Steiermark. Graz Die deutschen Abgeordneten habe» über de» Verräther an der deutschen Volksfache, den cleri-calen Bauernführer- und Verführer Kaltenegger, ei» verdientes Schnldgerichi gehalten, indem sie dnich geschlossenes Verlasse» des BerathnngSsaales, während feiner Rede, ihm ihre Verachtung ans-drückten. Rirdrräftrrerich. Wien. Die Berathung des Arnicngcseye»t> Wurfes führte zu einer größeren Debatte, welche zi: lebhaften Controvcrsen führte. Schösset und Dr. Osncr sprachen sehr eingehend nnd belehrend, aber dcr Referent, Pfarrer Bauchinger ivar seines clericaleu Trosses, der als christlich-socialen Volks- retter verkleidete» Dümmlinge nnd Heuchler, der Erwählten des dumme» Kerl« von Wien, so sicher, dass er sich nicht sehr für die vorliegenden, engherzige» und reaktionären, geradezu gemein-schädliche» Vorlage anzustrengen brauchte, beren Annahme gesichert gewesen wäre, wenn nicht bie Beschlußnufähigkeit be» Hause« die Vertagung der Berathung erzwungen hätte. Bth«rn. Prag. Die LanbeSumlage würbe um 12 kr. pr. Sleuerguldeu, das ist um 3075°, erhöht, auch ivurbe ei» Anlehen von 4000000 fl. zur Deckung be« Deficits beschlossen. Pettauer Wochenbericht. (Dirrctor der öcullchcn Analirnschule.) Wie uns mitgetheilt wird, ist ber Oberlehrer in Fladnitz Herr S t e r i n g zum Director der hiesigen deutschen Knabenschule ernannt worden (Speuder für das städtische ^erk-Mujeum nnd dcr mit demselben orrbunSkurn LidliolhcK im Zahrc 1897.) Die Actiengefellschaft „Austna" i» Wien. Herr Joh. Arnofcheg, AdvocaturScan-cipiciit in Luttenberg. .Herr Dr. Thomas Berg-man» in Windlfch-Feistritz, H» Graz, Herr Al. Muchitsch, Kaufmann in Pettan, Herr I. Mnr» A«c. Oberlehrer in St. Marti» bei Winbisch-Graz, Fra» Marie NameSnigg. Rechtsanwaltsgattin in Luttenberg, Herr Dr. Josef NameSnigg, Rechts-aiiivalt in Luttenberg, Herr Dr. Joh. Oniulec. RcchtSanwalt i» Friedau, Herr Josef Ornig, Bürgermeister i» Pettan. Herr HanS Pasdirek, Professor i» Graz, Frau Aunä Poglaye», Ge-Wertsinhaberin »> Mißling. Frau Rnfine Potschi-wasucheg in Hohenmauthen, .Herr Jg >az Potschi-waiifcheg, Kaufman» in Hoheuniautlien. Herr F. Raisp, GntSverwalter i. R. in Pettan, Frau Friedens« Rauschl. Olxrlehrcrsgattiu in Frieda», Herr Ferd. Rauschl. Oberlehrer in Frieda», Herr Joses Reicht in Hohenmauthen, Hr. Major Rosen in Pettau, Frau Emilie Sadnik. KansmannSgattin in Pettau. Herr Dr. Alfred R v. Scherer, t k. BezirkShauptmanu in Pettau. Herr Lud schiffer-Müller, Gcrverks nnd Giiterdirector in Mißling. Herr Aug. Schm'tz, Uhrmacher in Pettan. Herr Alex Schober. Wein Großhändler in Hohen ma»tt>e», Herr Hermann Schumy in Graz. Herr Alex. Schrofl. Gefchäftsleiter der Firma Götz in Mar» k»irg, Fra» M. Schwab, Kairfma»n«gattin in Pettau, Fran M. Schwarz. Apothekersgattin in Lnttenberg. Fra» Gertrud Seinkowitsch in Frie» da». Herr Job. Seinkowitsch, Privat in Frieda», Herr Vinc. Verona, Lehrer in St. Marxen bei Pettau, Herr Jak. Skafa, Schneidermeister in Hohenmauthen. Herr 5oh Sknhala, Dechant in Luttenberg, Herr Matthäus Slekovec. fürstbifchöfl. geistlicher Rath und Pfarrer i» St. Marxcn b. P«tlau. Herr Ferd. Sorko, Beamte in Prrre»-Lippit. Besitzer vo» Thuruisch b. Pettan. Frau Weißen-Hof rn Ranu bei Pettan, Herr Rudolf Wibmer, in Pettau, Fran Helene Wiegele in Hohenmanthe», Herr Josef Winnler in Hohen-mautheu, Frau Wirth in Pettau. Sr. Excellenz, Geheiinrath uub Minister i. R. Herr Gundaker Graf Wurmbranb in Ankenstein bei Pettau. Hr. Josef ZagajSek, Pfarrer in Hohenmauthen. Herr I. Zistler, emerit Postmeister i» Petta». (Landwirtschastlicher Verein in Ketta».) Im Sinne bes von ber letzten Vollversammluiig gefaßten Beschlusse», eine» Betrag von 50 fl. behilf« Ankauf von verschiedene» Sämereien zur unentgeltlichen Bertheilung an bie VereinSniitglieder zu widme», hat ber Verein diesen Beschluß ausgeführt. Es werbe» baher die Mitglieder, welche Anbanverinche mit Sämereien durchführe» wollen, eiiigelad««, ihre Wünschc ber VereinSleitnng bekannt gebe» zn wolle». 854 zur Eröffnung de« „im Innern neu erbauten Stabttheater« in Pettan" gesprochen würbe. Sprecherin desselben war bas 16-jährige Fräulein Emilie Edle von Tigrenberg, die nachhenge und am 12. d. M. verstorbene Frau Emilie Steinroser: Prolog zur Feier der Eröffnung de« im Innern neu erbauten Stadrheater« in Pettau gesprochen am 20. November 1854. Ich möchte gern ein würdig Wort der Weihe. Ein würdig Wort de« schlichen Empfange« An Alle sprechen, die sich hier versammeln. Doch in der Kunst des Worte« noch ein Laie Und überwältigt von der Macht de» Dränge« Der mich beseelt, ringt sich ein schüchtern Stammeln, Ein Lallen lo«. au« viel bewegter Tiefe De« Herzen«, das« an Euer Herz e« riefe! — In einen würdigen Tempel Thalien« umgestaltet. Erbellt, durchströmt von vieler Lichter Glanz, Geschmückt von holder Damen reichem Kranz, Der menschlich Schöne« tausendfach entfaltet. Seh' ich die liebgeword'nen Hallen wieder. — Nenn Monden lang durchtönte nur der Schlag De« Hammer«, und der Arbeit laute« Wollen Die Räume, wo sonst and're Töne galten: Vollendet ist da« Werk mit heut'gem Tag, Der Lärm verstummt. Beini Schalle froher Lieder. Geiflegt von güt'ger Gönner hoher Gunst, Silt ihren Einzug nun die schöne Kunst nd läßt sich dankbar lächelnd bei un« nieder. Beglückter Ort, wo man die Kunst verehrt, Der edlen Menschheit schönste, höchste Blüthe, Beneiden«werth, wer sie im Busen nährt. Und wem ste blühet, dufter im Gemüthe! Er mag in unverdienter Niedrigkeit Da« därft'pe Kleid de« armen Manne« tragen, E« mag sein Herz an i9old und Purpur schlagen. E« Ift gesegnet reich für alle Zeit I — Denn nimmer, nimmer kann ein Herz verwildern, Da« sich an wahrhaft Schönem gern entzückt, Und an vergangner Tag« hohen Bildern Dem Geist der AlltagSwelt entrückt; Ihm wird der Muth durch Unglück nicht zerknickt, Und selbst d«r Tod muß seine Qual ihm milder»! — r Alle, die mit edlem Bürgersinn e« Hau« der Kunst so reichlich ausgestaltet, Ihr Alle, die mit emsigem Bemüh n Trotz allen Hindernissen unermatiet Da« Werk vollführt, bis endlich e« gedieh'n, Habt tausend Dank! — Doch nicht allein de« Danke« flüchtig Wort, Die Thal wird durch sich selber sich belohnen, Zur Wahrheit wird an Euch de« Dichter« Wort: „Die Kunst gedeiht, wo gute Menschen wohnen." — So rufe denn ein günstige« Geschick Euch noch recht oft in diese Musenhallen Zum ernsten Spiel, zu Scherzen und Gesang Und ivenn manchmal ein Scherz, ein Wort mißlang. Gewiß wird ihm Verzeihung von Euch Allen, E« läßt ein güt'ger, nachsichtsvoller Blick Sich auch da« minder Bollkomm'ne gefallen. Ein Jeder, dem daheim die Langeweile Der Winterabend unerträglich macht. Ergreife schnell die Fluchl vor ihr und eile !ieher. hier wird gesungen und gelacht, irr welkt kein Lenz, z» Tag wird hier die Rächt, ier gibt es immer Jubel, Tanz und Feste, nd stet« willkommen sind hier alle Gäste! — (Thralrrnachricht. Nachdem die j Aufführung Hauplmmln'S „Die versunkene Glocke" am letzten Donnerstag einen so großartigen Erfolg errungen hat. hat sich die Direktion entschlossen. diese so effektvolle, bi« jetzt einzig und allein in ihrer Art dastehend« Märchendichtung heute zu wiederholen. Da sehr viele Personen zu der letzten Aus-führung keine Karten mehr bekamen, ist wohl zu hoffen, das» dieselben diesmal in« Theater gehen werden; wir können auch allen jene», die dieses Stück »och »icht keimen, den Besuch d«r Sonn-tag»-Bvrstellung nur wärmsten« empfehlen, da in d«r Kleinstadt sehr selten Gelegenheit geboten wird, ein so geivaltiges Werk, an das sich w«it größere Bühnen als die hiesige, nicht heranwagen, zu sehen. Direktor Gärtner hat damit bewiesen, dass er wirklich der Leiter eines KuilstinftitnteS ist. bem bie hehren Interessen ber Kunst eventuell auch höher stehen als bie materiellen. Und wir glauben mit Bestimmtheit annehmen zu können, dass sich da« Publicum hiefür dankbar zeigen und sich sehr zahlreich zu der heutige» Vorstellung einfind«» wird, um die Direktion für die so hohen Aufführung«kosten zu entschädigen. — Dienstag den 1. März erscheint abermals eine Novität auf dem Spielplane, indem LSon'S heiterer Schwank „Wettrennen" zum erstenmale ge-geben wird; dieser Schwank, der auch in Graz mit vielem . Beifalle aufgenommen wurde, hat Überall fehr gut gefallen. Frl. Bellau spielt darin die Hauptrolle u. zwar eine sportsüchtige Ungarin; diese Rolle, welch« dem Temperamente dieser vor-züglichen Schauspielerin so angepaßt ist. gehört zu ihren Glanzleistungen. Die Novität wird sich wohl schon auS dem Grund« eines sehr guten Besuche« zu erfreuen haben.— Donnerstag kommt, als Beneficevorstellung de« Schauspielers Franz Kam mauf, Schönthan'S gediegenes Lustspiel „Das letzte Wort" zur Aufführung; diese» Lust-spiel, welches hier noch nie gegeben wurde, er-freut sich eines sehr guten RenomseS. was ja wohl nicht befremdet, nachdem Schönthan der Verfasser ist. Herr Kammauf ist ein talentirter Schauspieler, der speciell al« Bonvivant im Lust-spiele sehr gefiel; wir wünschen deshalb dem be-liebten Darsteller an seinem Ehrenabende ein volles Haus, was auch jedenfalls nicht «uSbleiben dürste. An Interesse gewinnt die Borstellung noch außerdem dadurch, dos« die von ihrem ersten Auftreten noch bekannte Schauspielerin Louise Fischer mitwirkt. An Novitäten werden noch in nächster Zeit „Goldene Herzen", „Circusleute". „GlückSnarren", „Renaissance", „Die goldene Eva" u. a. gegeben. Landwirtschaftliches. (Srhanilung der Saatkart«ffel.) Mittelgroße, völlig gesund«, unverletzte, »icht zerschnittene und gut auSgereifte Knollen liefern den höchste» Er-trag- Jede Augenvertiefung enthält 3 Knospen, wovon die Hauptknospe zuerst keimt und den kräftigsten Trieb bringt. Bei der Ausbewahrung der Knollen im Keller keimen die Kartoffeln und brechen beim Legen (AuSsaat) diese Hauptkeime ab. Wird der Hauptkeim abgebrochen, so treiben die bedeutend schwächeren Seiten Keime nach. AuS diesem Grunde bilden die Stauden von ab-gekeimten Saatkartoffeln zwar mehr, aber um so viel schwächere Stengel, welche selbst bei günstiger Witterung nicht im Stande sind, den größeren Ertrag der Pflanzen vo» ungekeimten Saatkar» toffel» hervorzudringen. Um da» frühzeitige Keimen der Kartoffeln zu verzögern, breitet nian dieselben Ende Februar oder Anfang März an einem luf-tigeu, frostfreien Orte z. B. aus dem Speicher oder in der Scheune, Tenne, (auf Dachböden) au» und läßt dieselben abwelke». Durch viele Versuche ist bestätigt, das» abgewelkte, noch mit dem Hauptkeime versehene Saatkartoffeln 10 bi» 30 Proceiii mehr Srtrag bringen, al» im Keller aufbewahrte und abgekeimte Knollen Theater. Der schon vor einigen Jahren hier ausgeführte Schwank von Harry und A. Paulton: „Niobe" fand Donnerstag bei schwach besuchtem Hause eine» großen Lachersolg. zu dem die Darsteller durch ihr Spiel wesentlich beitrugen, vor ollem Direktor Gärtner al» „Dunn" und Fräulein Würtemberg al» „Niobe", welche jedoch den tragische» Ton noch etwa» mehr hätte auftrage» könne», um damit eine noch stärkere parodistische Wirkung zu erzielen, obwohl die Zuschauer ohne-hin vor Lachen beinahe zum Weinen kamen. Mit diesen beiden Darstellern theilten sich in de» Beifall die Dame» Fräulein Reif al» „Helene" »nd Fräulein Bellau al« „Jetti", sowie die Herren Kammaus als „GriffinS" und Eckhardt al» „Innig«". Unbegreiflich ist e», warum Fräulein Würtemberg al» Statue eine weiße langherab-wallende, schlafrockähnliche Bekleidung trug, stütt derfeitlichgeschlitzten, ausgeschürztenGeivandung. wie die Trägerin dieser Rolle so überall al» Statue, gleich der .Galathee" und der schönen Helene, erscheint und wie auch hier, bei der ersten Aufführung der Niobe. die Trägerin dieser Rolle bekleidet war, wa» um so auffallender war und um so nnverständlicher, da man die Stelle stehen ließ, wo .Lord Iomkin»" „Dünn" auffordert, ihm die Statue ansehen zu lassen, damit er „deren reizende» Knie bewunderu könne." Samitag den 19. sahen wir Dir. Gärtner zum erstenmale in einer charakter» komisch,» Rolle al» „Just«» Wörmann" in „Mauerblümchen", Lustspiel von Kadelburg und Blumenthal, da» bei besser besuchtem Hause einen weniger lauten aber tieferen Erfolg hatte, al» der jüngst vorhergegangene Schwank. Direktor Gärtner führte die Rolle zimlich einheitlich durch und gerieth nur zweimal in deren Eharakterisierung in» Schwanken, behauptete aber dessenungeachtet die Meisterschaft de» Abend», wie ihm der wohl-verdiente Beifall u»d die zahlreiche» Hervorrufe bewiesen. Ebenbürtig stand ihm seine Partnerin ftrauleiti Bellau al» „Francisa" zur Seite. Neben ihnen thaten sich besonder» hervor: die Herren Kammaus al» „Paul Wörmann" und Eckhardt al» „Völz", sowie Herr Eichinger al» „Spaiigeubach", durch seine Ma»ke und feine trockene verschüchterte Sprechweise; auch Frl. Würtemberg sprach in recht graziösem Ton, jedoch schraubte sie ihr Organ m eine bedenkliche Höhe hinauf, wodurch e» schrill und unschön klingt; auch verfiel sie diesmal wieder in die einst bei ihr beliebte und ungünstige Pose, den Oberkörper zu sehr zurückzubeugen und den Kopf gar zu stark aus die Scite zu neigen. Die Rolle de» Marberg ist zu u»bedeute»d, darüber etwa« zu schreiben, doch hatte Herr Kühne eine sehr I — 5 — charakteristische Masse und ist die Jnfcenefetzung wie da« gauze Ensemble lobend anzuerkennen. Wir gestehen ganz offen, das« wir e» al» ein sehr großes Wagnis der Theaterdirectio» betrachteten. Hauptmannt letzte», größte», tiefsinnigste« nnd von wunderbarem Mär-chenzauber durchwehte» Werk, das vielleicht sein poetischeste» und bedeutungsvollste» bleiben wird und in da» er so viel Symbolische» hineingeheimni»! hat, hier in Pettau zur Auf-sührung zu bringen, wo doch viel größere Pro-vinzbühne», mit einem sehr gute» Ensemble, noch bi» heute diesen kühnen, aber auch gefäyrlichen Versuch nicht an»zuführen wagten. Nun der jugendliche Beneficiant. der nicht wie wir von de» Zweifel» Bläffe angekränkelt war, wnrde in seiner Zuversicht »icht zuschanden; sowohl da» Werk, wie die Darstellung errangen einen vollen Erfolg. Man mußte nur sehen, wie da» Publi-kum dem bei aller Schönheit doch schwer ver» stündliche» Werke andächtig lauschte, von dem Zauber dieser poetischen Sprache ganz gefangen. Der jugendliche Benesiciant hat ein Maß de» Könne«», ein Verständnis für die mystische Ge» statt de» Heinrich» bewiesen, das alle Zuschauer überrascht und er nach jedem Akte stürmischen Beifall und zahlreiche Hervorruft erwarb, wie den» der ivarme Timbre seiner Stimme und dessen markiger Ton in den Affectstellen von großer Wirkung auf daS Ohr der Zuhörer war. Seine Partnerin, Fräulein Bellau, ver-lieh der märchenhaften Gestalt deS Rautendelein all den Duft, all die hinreißende Lieblichkeit, wie den schalkhaften Übermuth und den tiefnagenden Schmerz, mit welcher der Dichter diese herrlichste Figur seiner Phantasie ausgestattet hat. über-zeugeudsten Ausdruck und entzückte durch Ma«ke und Spiel. Ihr reihte sich ebenbürtig Fräulein Würtemberg als „Magda" und Herr Kühne in der schwierigen Rolle dcS ..Nickelmann»" an. Herr Kammauf sprach den ihm so ferne liegenden Pfarrer sehr gut; nur mangelte demselben die innere überzeugende Wärme. Es war mehr die Sprache de» Verstandes, al» die de» Gemüth» und doch setzt nur diese Schauspieler und Zu» Hörer in einer lebhaften Rapport. Sehr gut fand sich auch Herr Großmann mit der krausen Figur de» .Waldschrat" ab. Zuletzt müffen wir auch noch de» Fräulein« Reif erwähnen, die sich als alte WiUichen ganz gut mit dem für sie schwie-rigen Dialett abfand. Kein Mißton störte die Borstellung, die vom Anfang bi« zum Ende in de« dargestellten Meisterwerke« würdiger Weise verlief und ein Ehrenabeud de» Regisseur» Herrn Kühne war. Nur am Ende des dritten Akte» überhastete Herr Eckhardt seine Rede, die dadurch unverständlich wurde. Die Stelle: „Hier kommt der Wein", sprach er mit falschen, Patho», ebenso war sein Lächeln bei de» Worten: „Die Abendstunde lieb ich »ichs, fehlerhaft. daS muß er mit düsterer Mime sagen. Störend wirkte die beständige Gestikulation der rechten Hand mit ausgespreizten Fingern, während die Linke unbe» weglich, wie gelähmt, herabhieug und seine ge-brochene Haltung mit eingeknickten Knieen »nd eingefallener Brust in jener Scene, wo er sich stolz der neuen Kraft doch rühmt. Da muß er. durch seine strammere .Haltung mit gespannten Mu»keln uud Sehnen, auch äußerlich die über-schwellende innere Kraft glaubhaft machen, nicht uur durch da« Wort. Auch waren seine Bewe-gungen noch etwa» unfrei; er brachte die Arme bi» zu den Ellenbogen nicht vom Körper weg. Aber da« sind Kleinigkeiten, die wir nur er-wähnten, damit sie Herr Eckhardt bei einer Wiederholung vermeide und seine wirklich vorzüg-lichc Darstellung dieser Partie auch dieser Män-gcl entkleidet werde, denn wir rechnen darauf, das» Direktor Gärtner diese Glanzvorstellung wiederhole» werde. Da» Meisterwerk de» Dichter«, wie die so gelungene Darstellung bürgen für ein gute» Hau», denn sehr viele Zuschauer werden und müssen ein zweite» Mal kommen, damit sich ihnen die Schönheit und da» Berständni» de» Werke» ganz ausschließe» und ihnen einen er-höhten Genuß bereiten. Ver Gluig zum Treff. „Dem liebe» Gotte weich' nicht aus, Streckt er die Hand aus auf dem Weg," So alle fagen, geht'S hinaus Am Sonutag, dass sich jeder reg'. Zur Arbeit hole frische Lust! DaS stärkt die Glieder, wie die Brust. Man zieht mit Weib und Kind und Kegel Zum „Treff" am Sonntag in der Regell Man ivandert durch das Feld dahin, Freut sich aus alt' uud neuen Wein. Und denkt mit froh vergnügtem Sinn Wer von de» Freunden dort wird sein. Gesellt sich Hunger dann zum Durst. Gibt'S dafür „Ripperlg'felchtS" und Wurst! Man geht hinan» meist nur zur Jause Und kommt um Mitternacht nach Hause. Da schleppt man oft gar manch Gethier, 'neu Affen oder Katze wohl. Mit Weib und Kind in'S Nachtquartier, Wenn man nicht gar vom Wein fo voll, Dass man gleich an deni Straßenrain Hinfällt und schlafet schnarchend ein, Dieweil so Weib als Kind mit Bangen, Richt wissen, was jetzt anzufangen. So war'S am jüngsten Sonntag auch, Gab'S da doch Sonnenschein, Und — wie e« immer ist der Brauch, — Zog Alt und Jung und Groß »nd Klein, Hinaus manch ungezählte Schar, Durch Feld' und Wies' zum Treff fürwahr. Doch bei der Bahn staut sich die Menge, Und schnell sich mehret daS Gedränge. Denn dort wehrt furchtbar heut' den Weg, Ei» Mann mit einem Hund! Und schreit: „Da geht'S uur durch den D . . ., Das ist für Euch gesund!" So springt dann Kind und Mann und Frau Hinab die Böschung in die Au, Versinkend da bi« zu den Knieen, Vor jenem Wüthenden zu fliehen. So kommen sie beschmutzt, befleckt. Zu Treff ganz athemloS. Der fragt: Was seid Ihr so verd. ...? WaS ist denn wieder loS?" Da klagen alle fluchend an Dort bei der Bah» den SchreckenSmann! Der Treff, der aber meint mit Lachen: „Der macht schon so verrückte Sachen!" Eingesendet. Herr« Dirrctor Vsk«r Gärluer. Im Namen eines großen Theile« de» theaterbeftlchendcn Publikum« fei Ihnen für die in jeder Beziehung auSgezeich»ete Aufführung von Gerh. Hanptmann'S „Versunkene Glocke" gedankt, sowie allen Darstellenden, insbesondere Fräulein Bellau, Frau Reif und Herrn Eckhardt für ihre hervorragenden Leistungen, sowie der Regieführung K ü h n e'S die vollste Anerkennung zum Ausdrucke gebracht. Achtungsvoll V. Sch. Die Poesie unserer Zeit. O Poesie, wo flohst du hin? Auf deinen märchenhaften Wogen Seh' ich »icht einen Schwan mehr zieh'n, Seit Hrbbrle Genius fortgezogen. Glaubt Ihr, das» da» ein Dichter sei, In dessen Lied kein Feuer dränget, Nur eitle Weltenschmerzelei In eine schale Form sich zwänget. Ein Dichter muß in starker Faust De» Geiste» Flammenbrande schwingen, Vor seinem Wort, wenn'S donnernd braust. Muß klirrend jede Feffel springen. — 6 — Vor seinem Lied, weim's Freiheit spricht, Muß jede» Auge flammend sprühen — Und wenn'S der Liebe Kränze flicht. Muß Liebe jetxS Herz durchglühen. DaS ist ein Sohn der Poesie, Ein gotlgezeugteS Kind der Musen, Gebore» von der Fantafle. Und großgesäugt an ihrem Busen. Er singt, wenn ihm daS Herz zerbricht. Die Poesie, die i» ihm waltet. Tritt wie Minerva ernst an'» Licht, Wenn ihm der Schmerz die Stirne spaltet/ Ein solcher war'S, der von unS schied. DeS Wort dem Wetter gleich ergrollte. Dem Blitze gleich sein flammend Lied, Sein Zorn dem Donner, wenn er rollte. Und wie ein König hoch er saß Umwallet von der Wolken Chören, Nur schmmbewegt, dass am Parnaß Er mußte Raben krächzen höre». _3. tt. tvinlrrsteiger. »Uhelms Shee von Franz Wilhelm, Apotheker in Neunkirchen (Nied.-öst.) ist durch alle Apotheken zum Preise von ö. W. fl. 1.— per Packet zu beziehen. Wie viel man last, kommt in den meisten FÄllen weit weniger in Betracht als: wie viel man verdaut. Selbst die nahrhaftesten Speisen gereichen dem Körper nur zum Nachtheil und ermüden daa Verdauungssystem, wenn sie. infolge mangelhafter Zubereitung, mit ungenügendem Appetit gegessen und dann schlecht verdaut werden. „Es schlügt ihm nicht» an", sagt dann der Volksinund und mit Recht. — Hier wirkt Maggi Wunder: ein kleiner Zusatz dieser ausgezeichneten Würxe verleiht Suppen und Speisen einen seltenen Wohlgeschmack und bewirkt so, dass sie leicht verdaut werden und deshalb gut bekommen. Für eine leistungsfähige Kork- und Holzspundfabrik werden tüchtige Vertreter gegen gute Provision gesucht Offerten beliebe man an Wenzl Schlosser's Erben in Platten bei Carlsbad zu richten. 100 bis 3oO fl. monatlich können Personen jeden Standes in allen Ortschaften sicher und ehrlich ohne Capital und Risico verdienen durch Verkauf gesetzlich erlaubter Staatspapiere und Lose. 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Februar zu Ehren unseres Herrn Bürgermeisters Josef Ornig stattfindenden Fackelzuges, wird die für diesen Tag anberaumte Hauptversammlung des Casino-Vereines auf Dienstag den I. März verlegt. Ort und Beginn der Versammlung, sowie Tagesordnung bleiben dieselben. Der Obmann de» Casino-Vereines: Simon Hutter. Pettau, nm 2(5. Februar 1808. — 7 — Brüder Slawitsch »Her Syit.m. complet, nru ■orlirt Nur | anerkannte, brat« und «•uttoli* FalrlUls. Frei» ohn« ConcatT«Ri. 1; .Baumaschinen in Pettau. 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(iiitr llrzühlung an« untern Zag«» von tiV tii, lj»or«i„ui,«.) escheide» war Mitschdors» Hansrat, bescheiden seine Ein» kaufe in der Stadt. Zu Geburt»- und NamenSfesten, zu Weihnachten waren die Geschenke nicht zahlreich, aber doch gediegen und nützlich. Bis irgend ein Gegenstand flutsliift wurde, waren mehrere Gänge zur Stadt erforderlich. Man »iiilite sich eben »ach der Decke strecken und durste, um nicht einen Ausjchlag auf die Ratenzahlungen zu riskieren, da dies ja stet» vo» dem Besitz eine» Vermögens abhing, nicht üppig werden. Sie »»litten sich mit dem Beschauen der in den BerkaufSläde» auSge-füllte» Herrlichkeiten begnügen »nd konnten aus dem Heimwege, wenn sie lwm Beschauen müde waren, Pläne für bessere Zeiten schmieden. Der Gras hatte in seinem Verwalter einen treuen, fleißigen ?ie»er gesunde», hatte ihm von Jahr zu Jahr ausgebessert und ihm »och verschiedene Ländereien zugewiesen, so daß Mitschdors nebe» der Gntswirtschast noch eine kleine eigene Musterwirtschaft führen konnte. Seine landwirtschastlichen Kenntnisse hatte er durch fleißiges Studium und durch den Verkehr mit guten und tüchtigen Landwirten erweitert, so daß er bald als einer der besten im ganzen Umkreise galt. Er sehnte sich nicht nach Genüssen, nach Zer» nreiinngen: er sand sie im Familienkreise und in seiner Beschäftigung. Sein ganzes Streben war nur darauf gerichtet, seinen Liebe» ein sorgenfreies Leben und Achtung in seinem Kreise zn »mchaffen. Bon seinen ehemaligen Bekannten, die sich hocher->Mbe» über ihn» fühlten oder ihn wegen seine» Fortkommens be« neideten, hielt er sich fern. «eine Fra», welche anfänglich eine getreue Partnerin gewesen, rnti unsäglich viel Mühe gab, nm in dem ihr bisher «»bekannten Zelde, der Führung einer Haushaltung mit Knechten nnd Mägden, mit Ehren beistehen zn können, bei Tag und bei Nacht in der Wirtschaft stets zur Hand war und mit innerer Befriedigung Thaler zu Thaler vom Erlös ihres Wartens legte, fühlte sich mit der Zeit doch vereinsamt. Ihre Kinder Ringe» zur Stadt in die -chule, kamen erst des Abends nach Hause; ihr Man» war den größten Teil des Tages im Felde bei seinen Leuten. Da war sie »un einsam und hing ihren Erinnerungen ans alte» glücklicheren leiten nach. Mit den Dorfweibern konnte sie keinen Umgang vilegen! die Gräfin, wenn ste auf dem Gnte anwesend war, be-handelte sie wie eine Dienerin. Sie fühlte sich verstoßen; denn '»ich die Freundinnen au« den Kreisen, in welchen ste sich früher l'nvegt hatte, ließen sie unbeachtet, oder ließen sich höchstens zu mitleidigen Erkundigungen über ihre jetzige Lage herbei, was ihren Ltolz empstndlich berührte. Das gab nur zu oft Beranlassnng zn >rüden Stunden, zu bittern an ihren Mann gerichteten Vorhaltungen. I» solchen Zeiten hatte Mitschdors fast die Hölle zn Hause, obschon sie in einer varadiesischen Einsamkeit lebten und uch obendrein über da» Gelingen eines jeden Unternehmens freuen konnten und dursten. Sie sehnte sich hinaus, in Gesellichast; er wehrte, so gut er vermochte. Einem Verdammten werden die dimmelspsorten eben nicht mehr geöffnet. Der letzte Thaler der olle» Schuld war gezahlt; nun atmeten sie frei aus. Jetzt dürfte iic an de» .Besitz eines Vermögens- denke». Sie bat nuu ihre» Mann nicht mehr, dir friihere» Kreise auszusuchen; sie verlangte, sie wollte es und hatte es endlich auch erreicht 5. Die Fran Kanzleirat hielt ihre regelmäßige invnatliche Kassee-Visite und hatte heute sür ihre sonst recht bescheidene» Räumlich-l' ich einen onicbnlicheii Kra»z älterer uud jüngerer Damen um sich versammelt, über ein Dutzend, da« iu dem kleine» mit allerhand altmodische» Möbeln ausgestatteten .Salon" wie Häringe in der Tonne — mau verzeihe den Vergleich — gar eng zusamuien-gedrängt saß. Kanzleirats waren wunderliche Leute; sie wollten »ach außen hin glänzen und zum wenigste» den .Geheimen Rat" kopieren. Bei solchen Gelegenheiten wie der heutigen ging es immer hoch her. An Speisen uud Getränken, an Gebäck, Zucker uud Nasch werk war kein Maiigel; ja e» blieb davon stets so viel Übrig, daß die Gäste für ihre „lieben Kleinen" zu Hause noch Düten voll mit-nehmen konnten. Auch an den süßen Weinen und Liaueureu wurde nicht gespart, so daß man meinen mochte, der Flaschenkeller des Herrn Rat sei unergründlich und der Herr Rat beziehe mindestens den Gehalt eines .Geheimen", wenn »icht gar eines .Wirklich Geheime»." Sollst aber soll Meister Schmalhans nur zu oft Gast im Hause sein. Das wurde durch die öfter» wechselnde» Dienstmädchen, welche all« über mamelnde Verpflegung klagten, verraten. Kanzleirat» hatten keine Kinder. Die Frau suchte daher Zerstreuungen in Gesellschaften, Vereine». Kaffeekränzchen, und fand sie, wie sie sagte, dort anch vollans. Eine förmliche Sucht schien sie zn beherrschen, ihren Bekanntenkreis im-mer weiter auszudehnen, so daß sie in den dreißig Tage» eine» jeden Monats mit lauter Anftandsbesnchcn und Einladungen kaum dir Runde bei allen ihren Freundinnen und Bekannten zu inachen ver-mochte. Vielleicht war aber dieses hastige Suchen »ach neuen Be-kanntschaften eitel Absicht, um etwa die täglichen Ausgaben wenig stens für das Abendbrot zu ersparen. Obschon keine Kinder zu Hause warteten, versäumte sie e» doch nie, die ihr nach dem je-weiligen Kränzchen beim Abschiede angebotenen Leckereien mit nach Hause zu nehmen. Für ihren Mann, der von der gleichen Sucht befalle» war, dabei aber aildere Mittel und Wege benutzte, brauchte sie nicht sehr zu sorgen. Dieser erholte sich nach der .schweren Tageszeit" beim Wein oder Bier »nd Kartenspiel. Die Rätin bemerkte alle Nenigkeiteii der Stadt in betreff des schönen Geschlecht»; der Rat kümmerte sich um jede» Straßen«, Wirtsha«s- »nd Nachtwächterskandal Und so hatten sie in später Abendstunde, wenn beide be! einem Gläschen Anisette die geschenkten Leckerbissen verzehrten, Zeit und Muße genug, von ihren .neuen" Freunden und Freundinnen. je nachdem mau von ihnen eine opulente Aufwartung erhoffe» konnte, rühmend oder abfällig zu sprechen. • « Im Kreise der Geladenen sühne die Fran Rat das Wort; sie hatte für gewöhnlich eine spitze Zunge. Die älteren Damen hüteten sich vor ihr »nd nickten ihr teil« beisällig, teil» pflichtgemäß zn. Die jüngeren hingen, wie Dilo selig der Erzählung des Aneas über seine Irrfahrten, schweigend an ihrem Munde. Da» Kapitel der Mägde war absolviert. Auch der Abschnitt über Kleider, »leidermacherinnen und Mode gelangte eben zum Schlusie. Run mußten die Sommerfrischen, die Bäder, die Aus-flüge an die Reihe kommen. Hierbei wurde» merkwürdig viele Schnitzer in der Geographie gemacht. Einige der Wortsührende» wußte» »icht einmal im eigenen Vaterlande. ja sogar in der »ach-sten Nähe ordentlich Bescheid. .Willst Du immer weiter ichweise», sieh' das Gute liegt so »ah'", flötete u»erwartet zu aller Verwunderung dir Fra» Revisor Strecksuß mit ihrer dünnen Stimme. .Ja. meine Damen, in unserer Nähe befindet sich ei« trauliches Plätzchen, gegen das ich alle die kleine» Bäder n»d Luftkurorte, dir 2ir vorhin aufgezählt habe», vertausche» möchte. Ein Idnll, wie es nur ein Dichter je erdacht haue!" -i- 34 „Sie mache» nnS «eugierig, meine Liebe/ versetzte die Wirtin. .Wo itt da« Eldorado aller Sommerfrischen?" .Sie kenne» doch alle gewiß da« Dorf Guldenfel», die erste Bahnstation von hier, wo der Gras von Stciusel« residiert?" meinte die Sprecherin. .Da« armselige Dorf mit den Düngerhaufen vor den Häuser», den vielen Gänsen auf der Gasse, daß e« einem bange wird, durch-zugeben; die vielen barfüßige» Bettelkinder! Gehe» Sie, Fra» Streckfuß, mit Ihrem Paradiese," e»tgeguete eine Fra» Gericht«-sekretär ziemlich verächtlich. . Ich meine ja nicht da« Tors, sondern da« Schloß de« Grasen, hauptsächlich da« alte, in welchem ich vor ei» paar Tage» eine höchst interessante Bekanntschaft machte, so bloß au« Zufall." .Eine ueue Bekanntschaft?" srng nun die Frau Kauzleirat äußerst neugierig, ja fast entsetzt. Als ob nur sie da« Recht hätte, nene Bekanntschaft zu schließen! .Bitte, erzähle» Sie!" .Sie wisse», meine Damen, meine Ella besucht da« Pensionat Glanber, eines der besten, ich möchte fast sagen, da« beste der Stadt. In demselbe» wird erstaunlich gelernt: Frau Mich. 5hsto-metrie, doppelte und einfache Buchhaltung. Zeichne», Male» «. s. w. So viel wie in der höheren Töchterschule. Je nun, man muß eben seine Kinder in dieser Beziehung nicht kurz hallen.' »Ja, warum schickten Sie denn Fräu-lein Ella nicht in die höhere Töchter-schule, wo es doch billiger ist uud wo man ebensoviel lernt?" .Wenn ein Mädchen dort die Selekta absolviert hat, so kann es getrost al« Lehrerin oder Erzieherin Stellung sin-den," fiel ihr die Nachbarin in die Rede. .Meine Ella soll keine Erzieherin oder Lehrerin werden/ versetzte Fran Streck-fuß piauiert. .Und in der Töchterschule? Nein! Der Direktor war. al« mein Mann Ella anmeldete, so anspruchsvoll, daß es gar »icht zu sage» ist. Als er hörte, daß mein Man» nur Revisor wäre, meinte er. in seiner Schule würde» nur Töchter höherer Beamten, so vom Regierungörat aufwärts und von Offizieren aufgenom-men und da müsse er, d. h. mein Mann, es begreiflich finden, daß Ella nicht hin-passe. Welche Impertinenz! .Wir dienen, d. h. mein Mann dient schon an die dreißig Jahre dem Staate. hat bei Diippel, Königgrätz uud Grave-lotte gekämpst, ist Ritter des eisernen Kreuzes. Und da soll ei» höherer Be-rn»ter, der »och keine Kugel hat pfeife« höre», bevorzugter sein al« wir, die wir auch jetzt »och eben so tren, wie i» den schweren Zeite» z» König »nd Baterland stehen! .Gleiches Recht für alle! sage ich. Und wenn der Herr Direktor leine „niederen" Töchter will, so soll er sich die .höheren" selber suchen." „Ja, eö sollen ganz merkmindige llmga»g«sormen unter den Schülerinnen dort herrschen," meinte eine der jüngeren Dame», .und wie es scheint, wird von oben herab auch kein Einspruch dagegen erhoben. E« soll zwei Kategorien höherer Töchter geben, solche, die „ans Silber" speise», uud solche, die nicht zu diese» glückliche» Sterbliche» gehöre», die gewiß »ichtS dafür können, daß ihre Großeltern reiche Leute gewesen waren." .Ja, das ist stadtbekannt!" stimmten einige andere der Sprecherin bei, als von verschiedener Seite Zweifel laut wurden. „Nun aber, meine liebe grau Revisor," mahnte die Gastgeberin, „komme» Sie doch einmal zur Sache, den» ich bin in der That äußerst gespa»»t auf Ihre weitere» Mitteilungen." ..Also, meine Ella ist in der Pension Glanber nnd behauptet dort seit langer Zelt den ersten, manchmal anch den zweiten Platz, d. h. ein anderes Mädchen, Lnise Mitschdors an« Gnldenfels, ebenso alt wie Ella, macht ihr maxchmal den Platz streitig. Die beiden sind aber trotzdem immer die dicksten Freundinnen geblieben. Zwei Klassen weiter unten sitzt »och eine kleine Mitschdors, sie heißt Anna, auch ein prächtige« fleißige« Mädchen, etwa zwölf Jahre alt. Nun wurde unsere Ella unlängst vo» de» beiden, als nachmittag« in der Pension Schenerfest war, »ach Galdeiisel« eingeladen. Die Mitschdorfs wurden mit einem Wagen abgeholt, denken Sie sich, mit einem prächtigen Landauer. Ella fuhr mit meiner Erlaubnis mit, nachdem die Freundinnen versprochen, sie gegen Abend wieder zn bringen, natürlich wieder im Wagen. ..Es geht gegen Abend, meine Ella kommt nicht: ich werde ängstlich, laufe erregt ini Hanse herum, bi« mein Mann vom ich ginge mi, dem den Landweg < i (saften 'WurfII, »er ««»« üuntlctprafltlcnt. Bureau kommt. Er meint, da« beste wäre, nächsten Zuge nach Gnldensel« »nd er wollte schlage», um unser Kind sicher zu treffen. „Ich gelangte halb tot vor Angst im Orte au und lief schnui straf« zum Schlosse de« Herr» Grase», frug nach Mitschdors der ist nämlich G»t«verwalter beim Grasen von Steinfels — uub finde meine Ella, nachdem mir ein betreßter Diener den zum Schloßgarten. wo die Fränleins gerade spiele» würde». \cigt, i» Gesellschaft der jungen Gräfin n»d ihrer Freundinnen in einem prachtvolle» Parke sich an der Schaukel amüsierend. Schaukeln ist mir in der Seele zuwider. Wie viel Unglück hm r<-schon gegeben. Ich rnse: Ella! Sie springt verwundert ans mich zu »nd frägt: „Wie kommst Du hierher, Mama?" Ich sage ilir. ich hätte zn Hanse feine Ruhe gehabt, sei deswegen herausgeiakueri »nd ei» Diener hätte mich hierhergewiesen. „Und Du hast die Dame »icht begrüßt?" sr»g da« Kind. „Welche den», die Gräfin?" „Nicht doch! Die Mama von Anna nnd Lnise?" „Da« hakte ich in meiner Sorge vergessen und befand mich »ui> iu einer kölnische» Situation, so wildfremd und unangemeldr:, »icht vorgestellt» fremde« Eigentum eingedningeii zu sein. » .Ella erlöste mich ans meiner inr legenheit, indem sie mich eben der hinpi tretenden Fra» Mitschdors, einer hoch gewachsenen, stattliche« Fra» mit sanii,» Zügen, vorstellte. „Sehr augeilehm, daß Sie nn« ei» mal besuche». Unsere Kinder haben mir schon oft von Ihnen erzählt," sagte sie. „Entschuldigen Sie, daß ich so oliu, weiteres hier eingedrungen bin," so,,» ich, „aber die Angst um Ella, welche 91 Abend zurückkehre» wollte ..." „L. sie ist gut bei im« ausgehol», und unsere Kinder hätten sich's nicht nelt men lassen, sie im Wagen nach Hause -,u begleiten. Nun aber bleibe» Sie a»ch zum Abendbrot bei uns. Mein Mai» wird sich sehr freuen." „Nun, daß ich'Sknrz mache! Ich bliel': mein Mann kam bald nach. Herr Mitich dorf, ein ansehnlicher, in seinem Ai.i treten sicherer nnd gediegener Herr mir bedeutenden Kenntnissen, machte die Tai l runde voll. Wir saßen in schattiger Lau:,' de« prachtvoll angelegten Garten« in tw heitersten Stimmung. Und wa« es all» zum Abendbrot gab? Prachtvolle Butul nnd Käse; süße und saure Milch mit Sahne, prima Honig, herrliche Fisrli., feinste Kartoffeln, saftige Birnen int? Aepfel, excellenter Kuchen, vickseiuer Landwein. Alle« selbst,ir zogen und fabriziert, wie mir Herr Mitschdors, der ein redtur Oekonvm zu sein scheint, mitteilte. Dazu der süperbe Dust t>« unzählige» Rosen und andern Zierblumen, der melancholische i"< sang der Nachtigallen, deren e« im Parke die Menge giebt; der azurblaue Abendhimmel mit den nach und nach aufleuchtend.> Sterne»; die tröstende«Abendglocke», der ferne harmonische Gen 'i der Torfschöne«! Reize«d! »»vergleichbar! Da« muß man gesell gehört, mit empfunden und mit genösse« haben! Die paar Stiur ; flogen wie Minuten dahin. Sonst konnten wir nicht viel im sehen: z. B. die Bienenstände, die Milchwirtschast. E« war frl < spät und dunkel Wohnen thun sie auch allerliebst, einfach «h doch geschmackvoll, mit kurz zn sein: gediegen. Und nun erst Heimfahrt in feinem Landauer mit zwei feurigen Rappen bei klar ;r Mondschein! E« war wirklich bezaubernd, seeuhast, diese Heitnsaht Auch den Korb voll Obst, den wir von den liebenswürdigen Leu erhalten haben, nicht zn vergesien. Mit der Frau harmoniere i mein Mau«, wie es scheint, mit dem Verwalter ebenfall«. Si >r habe ich bei ihr so einen Zug zur Melancholie, den sie zu i< bergen suchte, zu bemerken geglaubt. Da« mag daher rühren, ! • sie wenig itt Gesellschaft kommt, weil sie die Aufsicht im H,i < sichre» muß. wa« bei dem ausgedehnten Wirtschast«betrieb sehr 1 I Zeit in Anspruch nimmt." »Ihr Mann wird wohl so ein Grie«gram sein," wars jem, > ans der Taselrnnde hin. .Die arme Frau!" „Mit nichten, meine Verehrte; er ist, wie mein Mattn sagt. -gemütlicher, lustiger Herr." Die Kanzleirätin, die bei der Auszählung der Vorzüge ? Hanse« Mitschdors mit gesteigerter Aufmerksamkeit zugehört h>? und sich scheinbar in da« Land, .wo Milch und Honig rlir'e versetzt fühlte, frug erregt, aber leise zu Frau Streckfuß gettei («llt Iffl.) wiimlcu Sie mich, meine Liebe, nicht auch mit Ihrer neuen .Aber, meine Dame»,' wehrte die Kanzleirätin, als sie die zorn- Mnhrit Wlirfr hi»r fti*ihiMi >si»it treffen und zu spre > „ ^ wen» Sie mir die l k.' Ihres angenehnien ■i'iiiitftM ebenfalls schen-t.n wolle». Sie hat zu« .i.i.'.tt." .Zuperbe, köstlich!" rief ^ üiätin; .wir wolle» ?>r»röschen aus ihrem ;ja»l>erschlaf erwecken." _ _ _ .Mitschdors? Hm, der ! W iMI . |«i; i meinte darauf die Frau i iu*SL -ctretär Roland. .Es war einmal vor etwa zehn bi? ,wölf Jahren ein Regie« nngssckretär Mitsch-Dorf — oder war er Mi- nisierialsekretär? — in - »-Niger Stadt, bei dem MTaTa! 1 im Amte, ich weih nicht Ä>. > > 1 mäk, ijjSfif.J J !7- |^H JJ ® mcbr wir, Unregelmäßig- M W£'~- 4 ? .2 feilen vorgekommen fein solle», infolge deren er cmlasse» worden ist." „Das wird nnn egal »ci». ob Ihr Mitschdors Äiuistcrial- oder Regie-nuigssekretärwar," warf riruu Strecksnß hastig hin. .Mitschdors in Gnlden-icls ist Lekonom nnd war nie im Staatsdienste. Tas weiß ich zn genau: habe uud> schon Nachfragen gehauen." „Was behaupreu Sie da, Berehrteste; es fei kein Unterschied zwischen einem Miuisterialsekrelär und riiicui Regieruiigs-ickietär? Tas ist ein ganz mualliger Unterschikd; ^ V -« mein Man» ist Ministe- ^ GMIi ^ »q/ iialsekretär," korrigierte die attdcre, die vorla»te -oiecherin hochmütig von I__ oben L habe denn 9 gejagt, da» Sie so ärger-lirti werden? Nichts als vaß Mitschdors in Gul- ^ dnisel» Lekvuom, oder ^ & m, »n Sie einen »och wohl-t! »genderen Titel wollen, ..'Agronom" vo» Hanse aus ist. Und mit dem I'nterfchied zwischen Mi-initerial- undRegienings-ickretär ist's doch nicht weit her. Höchstens ei» vitrt. Die.Schreiberei" ni so zienilich die gleiche und der wehall beim ersteren manchmal noch ge-> "iger als beim andern." ainit gab sie der Sekretärin einen wohlgezielte» Hieb: denn ihr ian» hatte vor kurzem erst die höhere Rangstufe erklettert. .Und »rnu er auch gewesen wäre, was Sie sagen, so ist dir Zache, da So war über die .Hosfähigkeit" der fast allen ilnbckan»ten Wntsverwalteri» abgestimmt iu,d dieselbe, wahrscheinlich durch dir Aussicht auf ländliche Geuüiie, als jaloufähig erfunden. iwUf Jahre darüber hinweggegangen sind, einfach verjährt. er> i .Ich muß doch meinen Mann über die Sache hören," meinte Icdigt, vergessen. Meine neuen Freunde sind sehr anständige, äußerst Frau Roland z» ihrer Begleiterin aus dem Nachhausewege. Den liebenswürdige uud wohlsituierte Leute." | Irnnipf, de» ihr grau Streckfuß mit dem Titel und Gehalt aus- Al1. iKimeli, sonnte sie nicht überstehen, ba sie loi'ueii de, erhobenen Anschuldigung doch nicht ganz sicher war. igo,t!e»»ng,«,»> > Aur (ßcfunöljettelebrc. kie manches Unwohlsein, dessen Veranlassnilg uilanfgeklärt bleibt, würde verhütet, wenn allerhand unscheinbaren Klei-uigkeiteu mehr Aufmerksamkeit nnd Sorgsalt zugewendet würde. So sollte z, B. jedes Knpsergefäß. wenn e» sich mich nnr im geringsten abgenntzt zeigt, neu verzinnt werden. In einem peinlich tauberen, gut verzinnten Kupfergefäß kann man ohne jedweden Nachteil sowohl salzige, al» auch setthaltige Substanzen, ja. selbst Esfifl kann man darin kochen, nur darf man den Essig nicht darin stehen, nicht darin erkalten lasse«, weil dieser sonst genügend Kupfer auslöse» würde, um den menschlichen Körper zu schädigen. Hierbei sei bemerkt, daß Vergiftung durch Kupfer gegenüber dem Genuß anderer vergifteter Stoffe den Vorteil hat. da« sie sich alsbald durch Erbrechen knndgiebt »nd der schädliche Stoff dadurch schnell wieder a»S deni Körper entfernt wird. Von allen Metallen ist — vom kulinarischen Gesichtspunkte aus betrachtet — am meisten vor dem Blei zu warnen, da eine eventuell schädliche Einwirkung von Blei sich nnr — entgegen dem Kupfer — sehr allmählich kundgiebt. Aber »icht immer die Gesässe sind schuld an der oft schädliche» Einwirkung einer und der anderen Speise aus den Körper. Es ist noch viel zu wenig bekannt, daß den Kartoffeln, sobald sie zu keime« ansangen, gauz besondere Aufmerksamkeit zugewendet werden muß. wenn sie nicht unbekömmlich werde» sollen. Ebenso ist das Grüne, das sich an der Kartoffel zeigt, wenn sie während ihres Wachstums stellenweise der Luft ausgesetzt war. dem Magen schädlich. Dieses Grüne uud die sog. .Augen' enthalten zweifelsohne ein Gift, das sich in einem gewisse» scharfen Geschmacke erkennbar macht. Es ist wiederholt vorgekommen und genau nachgewiesen, daß Schweine vom Genuß solcher Kartoffeln, von welchen das Grüne und die „Augen" vorher nicht sorgfältig genug entfernt waren, erkrankten. Auch bei Pilzen ist stet« eine gewisse Vorsicht anzuraten. Pil^e sollten stets nur von Leuten, welche dU vieler, Sorten genau kennen, gesucht und verkauft werde». HWe fiigcu beim Kochen der Pilze einen silbernen Löffel oder ein? Zwiebel bei — wenn sich ein giftiger Pilz in dem Gericht besindet. meinen sie, färbe dieser sowohl Silber als auch die Zwiebel schwarz — das ist aber ein ganz unzulänglicher Beweis, denn es giebt viele Giftpilze, die ans Zwiebel und Silber absolut keine» Einfluß haben. Es sind nicht nur alle thätsächlich giftigen Pilze gesundheitsschädlich, es ist z B. auch vor dem Gennß jede« älteren, sehr ausgewachsenen offe-»eil Steinpilzes zu warnen I G. ttuften Rufftz, der neue schweizerische Bu»de»präside», fUr da« Jahr 1898 ist im Kanton ttaabi 1864 geboren, und besuchte in den siebziger Jahre» die Recht«schule in Lausanne und später deutsche Universttäte» Tan» widmete er sich in seiner Heimat der Advokatur, wendete sich jedoch schon Anfang der achtziger Jahre der Politik zu Er hatte ei» gute» politische» Vorbild an seinem Vater, der e» zum vunde»rat bracht« »nd wie jetzt sein John — zum Präsidenten der Eidgenossenschaft gewählt wurde, aber vor «»tritt ber Präsidentschaft starb Eugen Ruffi> wiirde 1882 Mitglied de« Große» Rate» »nd de» Nationalrat«, und beiden präsidierte er. vor vier Jahren wühlte ihn die Bu»de«v«rsammlung zu« erstenmal zum vundesrate. Ruffh geniest die Achtung aller andere» Parteien. Er Hot sich in Unterricht»sragen hervorgethan, die Einführung der Nnentgeltlichkeit der Lehrmittel in lx» Primärschulen be-trieben und bie Akademie in Lausanne zu einer Hochschule mit Universität»->a»g »»«gestattet Im Bunde«rate stand Ruffy zuerst der Justizabteilung, dann der de« Innern vor. — Unter Rusfy» Verdienste» wirb der Bau neuer Alveustraßen. die Vollendung de» Rheindurchstich», verschiedene Anregungen aus dem Gebiete ber Tchulstatistik und der volk»zähl»ng hervorgehoben. Auch al« kunstverständig wird der neue President gerühmt. Da« kiinigl. bayrische Nntionnlmiifeiim in München. la» neuerbaut» bayrische Nationalmuseum in München ist eine Schlipsung de» Prosessor» Gabriel Seidl, der damit die Jsarstabt um ein Wert von hoher monumentaler »nd malerischer Schdnheit bereichert hat. E» ist kein Prunkbau konventionell stilistischer Art mit mehr »der weniger reicher Architektur, sondern da» Aeußeee wurde bedingt durch bie abwech»I»ng»reiche Gestaltung im Inner», wo gegen liundert Räumlichkeiten zu schaffe» wäre», die eine kultiirhistorischr Repräsen-tation vo» viele» Jahrhunderte» darstelle» werden ta» game ist im Stil der deutschen Hochrenaissance zu 'Anfang de« sechzehnte» Jahrhundert» ge-halten. Diese Bauweise gewährte reiche« Spielraum, und sie ist »irgend« ver-lassen Rein romanische «der gotische Motive kommen nicht vor. Schon in de» «esimse» und in der ganze» Gliederung de» Baue« spricht sich der Eha ratler der Renaissance au«, der danu im Haupttrakt zu reicher Entfaltung kommt, tei Giedel.iblchlaß dc«selben mit offener Hall». Seilrnterrasse» und flankierenden kui manchen, nebst dem rfiiflnätt» sich erhebende» und in zier- lich" Weiiuntiuiig „»iitredenden giuuetc« luim, giebt eiutu Ixiouoei» ichti Mittelpunkt i» dem aichileklonischen Bilde. Aus die reich« Au«sla«tuiig t<-Innern wird noch zurück,»kommen sei», sobald der neue Monumentalbau all I«mein zugänglich ist Anschließend da,au ist da« rückwärt« gelegene für Giv«gießere>. Der gegen die Straße vorspringende Anbau im Westen i zum Studienhau« bestimmt, in welchem Künstler »nd Handwerker auch in den Abendstunde» Gelegenheit haben werden, die Schätze de« bayriichen National, niuseum« sich z» nutze zu machen Tie Prüde. Dame j .Mein Herr, ich in»ß ernstlich bitten, kein A„n weiter — ich kenne die Geschichte!" Hundeliebhaber. Eine kostspielige Passion für Hunde besaß König Hfin rich lll. vo» Frankreich, welche, Hundrrttaiisende für solche Vierfüßler aueg.ib Niemal« iah man ihn ohn» seine Lieblinge, die den Bolognesern ähnlichem Ltioner Hündchen, nnd stet« hatte er einige von ihnen in einem »orbe «» Halse hänge». Sogar in die Kirche «ahn, er sie mit. Für die besondere tttci Ichätzung, die Jakob ll.. König von Eiigland, dem General Marlborough \ teil werden ließ, zeugt der Umstand, daß er während eine» Seesturme» d>r Matrosen in stehendem Tone zurief: .Kinder, rettet mir meine Hunde r .-Marlborough!" An sich selbst dachte der gute Jakob erst in dritter Reihe Zu den am Hose .einflußreichen" Handen gehörte auch Lisette. Zar Peter Ki Großen Liebling»hünbiii. Einmal al« der Zar trotz der stehendsten Bitte» da-über eine» Staat«verbrecher gesprochene Tobe«urtei> nicht ausHeden wollte, tau jemand au« der Umgeb»»g de« Monarchen auf den Gedanken, Lisetten ein i><. gnadig»ng«gesuch a» den Hai« zu binden. Und flehe da, die« halte Lachend schenkte der Zar im »Namen der Hundheit" dem verurteilten du Leben und die Freiheit obendrein. St. Bei« Optiker. Käufer: .Ich lasse Ihnen als» mein« Adresse b>« »nd bitt», «iu vollkommen verläßliche» Thermometer mir eheste»« nachzusende» — Optiker: »Nach Reaumur?" — Säufer »Nein, nach Stettin?' emtinimtzlyrg // Zur Mistbeelkofien Anlage eignet sich auß>.l dem Pferdemlst sr>>^ Gerberlobe, wie sie au« de» Gerbereien kommt, Hopsen von den Suden d« Bierbrauereien, Wollabsälle, wie fl» dir Spinn»reien al« unbrauchbar abged > Wollstaub wirb in »euester Zeit angeboten nnb von Gärtneni moisenhast all billige« und beste» Material verwendet. Weiße Zchildläiise an Oleander suche man durch Abwäschen mit Seise». Wasser oder Luassiaholzabkochung zu entferne». I» den »armen Februartage« seiern die Bienen ihren Auferstehung lag. — Bei dieser Gelegenheit kann der umsichtige Bie»e»vater die Honig Vorräte der Bienen kontrollieren und gleichzeitig unter dem Wabenbau tu» Gemall« und di« toten Bienen mittelst einer Krücke wegräumen. Ebenso ist bie Reinigung de« Flugloche» nicht zu vergessen. «ehr einpsehlen«wert ist tu« Ausbreiten einiger Strohmatten oder alten Tücher vor dem Bi nenhnnse, »i* den ermattenden Bienen Gelegenheit zu geben, später wieder aui.legen ,i können. Die Han»frau dars freilich keine Wäsche in der Nähe de« Bie,,,-" stände« bei eine» Rei»igu»g«fluge hängen haben. L»,»iriph. Mit R steigt-» Düster auf zur Mh'. Mir I Ich e» im «arten seh', ........ l|Sll b « »,!>*! fl— c 7 I) 1. d 7-c , I It....... II K d «-« » ! I) 1> C t-C » t «r I«. I) S d 4-f 4 i >>>!«-««: II S d 4 l i II .......... IlStl i)D».rt. »> T f , » 1 f i* % ■TiOi t 4# 4-i i A A» Ä ■ M 'iSi ■ •? ABCPKFOII Weiß Sfife ziel» und i»»> in i ,*{Uri«n ma» Aufloinnge» au« voriger Numnier: d«4 vogo^rip»! Hand, Äniid, 0a>U>. Eand: de» Ftllderrälsel»: Durch wird man klu«. ober nicht rciit -om Kflf Mflltf >>rdedatten» «(fliier, aedtuifi und t»ei»»4u,,^bri> von «reiner k -llfrlffrr In «luugait.