Bezugspreise Hiir Gsterreich-Ungarn ganzjährig K 4- — Halbjährig K 2 — ^sir Amerika: ganzjährig D. 1-25 Zur bas übrige Ausland ganzjährig K 5-20 Briefe ohne Unterschrift werdennichtberücksichtigt, Manuskripte nicht zurück-gefenbet. Erscheint mit einer illustrierten Beilage „tDctnbennappe" am 4. und 19. eines jeden Monates. Bestellungen übernimmt die DerwaNung des Kottscheer Molen in Gottschee Sir. 121. Berichte sind zu senden an die Schriftleitung des Kottscheer Moten in Gottschee. Anzeigen (Inserate) werden nach Tarif berechnet und von der Verwaltung des Blattes übernommen. Die „Wandermappe" ist nur als Beilage des Gott« scheer Boten erhältlich. Postsparkassen-Konto Nr. 842.285. IT. 17. KotLschse, am 4. September 1912. Jahrgang IX. Alldeutsche und deutschnationate Politik. Scotus Viator (Deckname) in England äußerte sich vor wenigen Jahren in seinem Buche „The Future of Austria-Hungary“ über die Zukunft Österreich-Ungarns. Er betonte in diesem Buche, Deutschland habe das größte Interesse daran, Österreich-Ungarn ungeschwächt zu erhalten. Die Worte Bismarcks: „Wir haben für Deutschösterreich keine Verwendung, weder die Erwerbung des Ganzen, noch eines Teiles würde den preußischen Staat stärken", haben, wie Scotus Viator sagt, noch heute ihre volle Geltung. Trotz dieser sehr deutlichen Ablehnung Bismarcks und obwohl Bismarck es nicht unterließ, deutschen Abordnungen aus Österreich nachdrücklich zu empfehlen, die Deutschen in Österreich sollten mehr als bisher die Beziehungen zu ihrem angestammten Herrscherhause pflegen, gefallen sich Leute wie Schönerer und Wolf —• die beiden sind sich zwar jetzt spinnefeind ■—. und die ganze Schar der Alldeutschen in einer Rolle, die für bewußte Deutschösterreicher entwürdigend ist. Es ist das gewissermaßen eine nationale Bettlerrolle dem Deutschen Reiche gegenüber, ein hilfloses Wimmern, das die Achtung vor den Deutschösterreichern im Deutschen Reiche zu erhöhen nicht geeignet ist. „Eher möge dieKatastrophe über Österreich Hereinbrechen, als daß die Deutschen einen Hauch ihrer Rechte preisgeben wollen", sagte Abg. Wolf einst in einer Versammlung in Wien. Solche Bismarck-Verehrer vergessen daraus, daß es gerade Bismarck war, der in seinen „Gedanken und Erinnerungen" den Deutschen Österreichs die Möglichkeiten ihrer Politik abgesteckt hat. Ein patriotischer Österreicher wünscht ebensowenig das Hereinbrechen einer Katastrophe über Österreich als eine Preisgebung der Rechte der Deutschen im Douaustaate. Bismarck forderte die Deutschösterreicher auf, ihre Beziehungen zum Herrscherhause zu pflegen, der Bismarck-Verehrer Schönerer machte seine Anhänger zu Verächtern der Dynastie und ertötete insbesonders in tausend und tausend Studentenherzen patriotisches Denken und Fühlen. An Stelle der Vaterlandsliebe sollte die Sehnsucht nach einem nebelhaften Alldeutschland treten. Diese unmännliche Sehnsucht nach dem Reiche wurde ein Programmpunkt und eine fixe Idee der Alldeutschen. Aber nicht bloß im Kreise der Alldeutschen und in jugendlichen Brauseköpfen will man nichts davon wissen, das „frische und tapfere" (d. i. deutschvölkische) Deutschtum Österreichs mit habsburgischer Loyalität in Einklang zu bringen, auch im Deutschnationalen Verband e gibt es Elemente (Dr. Pollauf und Genossen), die im österreichischen Patriotismus „lediglich Kriecherei und untätige Anbeterei" uhen und sich in einer öffentlichen Versammlung in Wien (November 1911) in solch niedrigen Ausdrücken gegen unser Herrscherhaus ergingen, daß die damalige kindische Hohenzollern-Ekstase in allen vaterländischen Kreisen die stärkste Entrüstung erregte und auch von ver weit überwiegenden Mehrzahl der kaisertreuen Mitglieder des Deutschen Nationalverbandes scharf getadelt und abgelehnt wurde. In einem früheren Aufsatze schon haben wir ausgeführt, daß die Richlungslinie „Reichspolitik", die bekanntlich seit jeher einen wichtigen Programmpunkt der christlichsozialen Politik bildet, auch unter den Deutschnationalen des Nationalverbandes immer mehr überzeugte Anhänger gewinne. Schon im Jahre 1910 wies der damalige Obmann des Deutschnationalen Verbandes Dr. Freiherr v. Chiari (f) darauf hin, daß das österreichische Deutschtum sich nie mehr von der Regierung ausschalten lassen dürfe, daß das österreichische Deutschtum als Gesamtheit befähigt bleiben müsse, die führende Rolle im Staate zu übernehmen. Die Deutschen sollen, wie Baron Chiari sagte, mit Beiseitesetzung aller parteipolitischen Bestrebungen ihre nationale Politik auf eine zentralistische Reichspolitik entrichten. Die Politik der Vorjahre habe eine solche Richtung schon vorgezeichnet. Sie ist auch zur Zeit der Kriegsgefahr (1909) zu Tage getreten, im erfreulichen Gegensätze zu 1878, wo sich die österreichischen Deutschen durch ihren unpolitischen Widerstand gegen die Okkupation Bosniens so viel verscherzten. Ähnlich war es auch bei der zustimmenden Erledigung der Wehrreform. Abg. Dobernig konnte damals in der „Österr. Volkszeitung" schreiben: „Es ist ein erfreuliches Zeichen reifender Einsicht, daß über die Haltung zur Wehrvorlage im Deutschen Nationalverbande keine grundsätzliche Meinungsverschiedenheit besteht. Alte und junge Politiker, Abgeklärte und Stürmer, bewegen sich auf einer Linie, man könnte sagen, auf dem Boden des Staatsgedankens, im Bewußtsein der historischen Bestimmung und vielhundertjährigen Tradition des deutschen Volkes in Österreich. Die Anwürfe der Katastrophentheoretiker dürfen uns nicht irre machen. Gerade in den Fragen der auswärtigen Politik und des Heeres fällt die Führung den Deutschen zu, weil die Monarchie als Großmacht nur mit ihnen denkbar ist. Es ist in Österreich nicht leicht, für die Stärkung des Staatsgedankens ein Wort zu reden; denn der Verdacht, daß ein deutschösterreichischer Politiker „etwas will" und ein „Streber", ein „schwarzgelber Kriecher" oder dergleichen ist, lauert hinter jedem Vorsprung. Es ist umso schwerer, als die jeweiligen Regierungen und Kreise, welche für sich Vorrechte beanspruchen und dabei auf die Empfindungen eines Volkes keine Rücksicht nehmen, den Deutschen die Freude am Staate gründlich verleidet haben." Es ist erfreulich, daß die besonnenen Deutschfreiheitlichen sich immer mehr von der Katastrophentheorie und der Politik der Reichsverdrossenheit lossagen und den festen Boden des österreichischen Staatsgedankens betreten. Solchen Deutschnationalen zollen auch wir volle Achtung. Mögen sich diese ernsten Vertreter des Staatsgedankens weder _ von den Katastrophenpolitikern noch von der jüdischen Presse jemals mehr von der Richtung „Reichspolitik" abdrängen lassen. Jahresbericht des Gottscheer Laaernbundes. (Erstattet in der Hauptversammlung des Bauernbundes am 11. August 1912 in Mitterdorf.) Fortsetzung. Übergehend auf die nationalen Angelegenheiten können wir mit Befriedigung feststellen, daß es im abgelaufenen Jahre im Ländchen zu keinerlei nationalen Vorstößen oder Demonstrationen gegen Gottschee gekommen ist. Wenn der nationale Ausgleich in Böhmen zustande kommt, wird hoffentlich, allerdings vielleicht erst nach vorübergehender neuerlicher Auspeitschung der nationalen Leidenschaften, die nationale Gehässigkeit auch in anderen sprachlich gemischten Ländern allmählich immer mehr abflauen. Zeitigt ja doch der nationale Chauvinismus nie und nirgends gute Früchte und gereicht meist beiden Streitteilen zum Nachteile. 'Wozu sollen sich Landesgenossen, die das Geschick schon seit Jahrhunderten zu gemeinsamer Arbeit, zu gemeinsamen Leiden und Freuden verknüpft hat, ohne Not befehden? Ich sage: ohne Not, denn ein Abwehrkampf gegen ungerechte Übergriffe ist ja Sache der nationalen Selbsterhaltungspflicht. Man spricht und schreibt jetzl viel über trialistische Bestrebungen. Die Vereinigung der kroatischen oder überhaupt aller slawischen Länder im Süden der Monarchie, also auch Krains, zu einem einzigen autonomen staatlichen Körper bildet bekanntlich den wichtigsten Punkt des südslawischen Programmes. Vorderhand sind diese Bestrebungen allerdings noch Zukunftsträume, an leitender Stelle ist man derzeit nicht gesonnen, an dem gegenwärtigen dualistischen Gebilde der Monarchie zu rütteln. Die Deutschen in Zisleithaniep würden nach dem Ausscheiden von nahezu zwei Millionen Südslawen einerseits zwar ein dauerndes Überwiegen des deutschen Einflusses auf die Staatsverwaltung gewinnen, andererseits aber würden sie samt den anderen Völkern Österreichs den freien, ungehinderten Zugang zur Adria verlieren. Für die Deutschen in Krain wäre es jedenfalls eine eminente nationale Gefahr, wenn einstens einmal auch Krain zu dem erträumten trialistischen Gebilde geschlagen würde. Der Trialismus braucht uns vorderhand zwar noch keine bangen Stunden zu machen, aber eine ernste Mahnung rufen uns Deutschen in Krain die trialistischen Bestrebungen doch zu, nämlich erstlich: Deutsche in Krain, die ihr, was die Volkszahl anbelangt, ohnehin schwach seid, schwächt euch nicht noch mehr durch die konfessionelle Verhetzung, durch die unglückliche Los von Rom-Bewegung, die euch auseinanderreißen und so euren nationalen Untergang herbeiführen würde! Ferner: Deutsche in Krain, Deutsche in Gottschee, kräftigt euch immer mehr in wirtschaftlicher Hinsicht, denn nur ein kräftiges wirtschaftliches Gedeihen verbürgt auch den nationalen Bestand eines Volkes. Der wirtschaftliche Schwächling geht auch national zugrunde. Wer sich für den wirtschaftlichen Aufschwung seines Volkes einsetzt, der leistet auch ein im besten Sinne des Wortes nationales Werk. Darum ist es auch mit warmem Danke zu begrüßen, wenn die wirtschaftlich und finanziell starken Elemente der Deutschen in Krain den wirtschaftlich hilfsbedürftigen Gottscheern hilfreich zur Seite treten, denn die deutsche Sprachinsel Gottschee ist ja doch das hauptsächlichste und größte deutsche Volksbecken in Krain. Daß ein wirtschaftlich kräftiger Volksteil oder Volkssplitter sogar unter den ungünstigsten Verhältnissen seinen nationalen Bestand aufrechterhalten kann, beweisen z. B. die Deutschen in Slawonien, die dort auch heutzutage noch 28 deutsche Volksschulen besitzen, an denen die Jugend zum angestammten Volkstum erzogen wird. Die Deutschen in Slawonien haben an ihren Geldanstalten einen starken Rückhalt. Diesen Rückhalt haben auch die Deutschen Krains an ihren Geldinstituten, vor allem an der Krainischen Sparkasse und an der Sparkasse der Stadt Gottschee. Sobald einmal unsere deutschen Raiffeisenkassen sich genügend gekräftigt haben werden, werden auch diese den finanziellen Rückhalt entsprechend festigen und stärken helfen. Und nun wollen wir, verehrte Anwesende, übergehen zu den wirtschaftlichen Angelegenheiten. Unsere Hkaiffeisenüallen entwickeln sich auf gesunder Grundlage ruhig und gedeihlich weiter. Im Jahre 1911 war ihr Ums atz folgender: Altlag.......................K 260.266-29 Ebental *....................„ —'—■' Gottschee....................„ 209.372 34 Mitterdorf.......................... 177.009'40 Mosel........................„ 56-321-85 Nesseltal....................„ 113.596’51 Pöllandl.....................„ 83.255-— Rieg ................................ 45.239-61 Unterlag ....................„ 42.132"84 Der Segen der Raiffeisenkassen wird von Jahr zu Jahr immer fühlbarer werden. Wenn wir vom Walde absehen, der ja nur nach gewissen längeren Zeiträumen dem Bauer ergiebigere Einnahmen abwirst, ist es hauptsächlich die Viehzucht, welche unserem Landwirt seinen Lebensunterhalt verschafft. Die Viehzucht bildet bei uns die Grundlage des gesamten bäuerlichen Wirtschaftsbetriebes, auf ihre Hebung muß also das allergrößte Gewicht gelegt werden. Die deutschen Gemeinden im Gerichtsbezirke Gottschee besitzen über 12.000 Hektar Wiesen und mehr als 19.000 Hektar Hutweiden. Diese ausgedehnten Flächen wären imstande, Futter für etwa 20.000 Stück Rinder zu liefern, während nach der Viehzählung vom Jahre 1910 nur 8037 Rinder vor ■ utben waren. Wenn es im Laufe der Zeit gelänge, den Viehstand im Gottscheer Gebiete zu verdoppeln (16.000 Rinder), würde das einen Zuwachs an Bolksvermögen von 2,400.000 Kronen bedeuten, wenn man nämlich ein erwachsenes Rind durchschnittlich auf 300 K rechnet. Einen rascheren Fortschritt der Viehzucht nach Quantität und Qualität verhindert nun vor allem der Ümstand, daß die Anzahl der im Ländchen vorhandenen Zuchtstiere viel zu gering ist. Den mehr als 4000 Kühen und faselbaren Kalbinnen stehen nämlich gegenwärtig nur 25 Zuchtstiere gegenüber, also eine Anzahl, die nur für etwa 2500 Kühe hinreicht. Es fehlen 15 Zuchtstiere. Bei einem Stande von mehr als 4000 Kühen und faselbaren Kalbinnen ergibt sich infolge des Mangels an Zuchtstieren ein jährlicher Ausfall von mindestens 800 bis 1000 Kälbern, was einem Entgange von etwa 50.000 bis 60.000 Kronen an Geldwert gleichkommt. Auch die Milchproduktion leidet sehr darunter, daß vielleicht gegen 800 Kühe und Kalbinnen ein Jahr hindurch gelt bleiben müssen. Der Verlust an Milch und Molkereiprodukten, der sich hiedurch ergibt, kann — ein Liter Milch nur zu 12 h gerechnet — per Kuh und Tag mit rund 50 h angenommen werden. Wenn dieser Entgang 100 Tage im Jahre dauert, ergibt sich ein weiterer Verlust an Geld von 40.000 Kronen. Es ist also im ganzen ein jährlicher Ausfall von beiläufig 100.000 Kronen anzunehmen, wobei noch nicht berücksichtigt ist, daß infolge des unzureichenden Stiermaterials auch der Nachwuchs an Qualität zurückgeht. Der im Verhältnis zu den vorhandenen Wiesen und Hutweiden viel zu geringe Viehstand wirkt anderseits wieder auf die Wiesen- und Weidekullur nachteilig ein, da für die ausgedehnten Flächen viel zu wenig Stalldünger vorhanden ist. Der Kunstdünger ist schließlich doch nur ein ergänzender Notbehelf. Eine weitere ungünstige Folge ist auch die, daß die Fechsung an Futter weit hinter jenem Ertrage zurückbleibt, der bei stärkerer Düngung erreichbar wäre. So erzeugt und bedingt ein Übelstand den ändern. Um dem Mangel an Zuchtstieren abzuhelfen, schritt man in Gottschee im Jahre 1910, angeeifert durch eine diesbezügliche An- 1 Die Bekanntgabe ausständig. regung des hohen Landesausschusses, an die Gründung von Viehzuchtgenossenschaften. Mit großem Eifer wurde eine erhebliche Anzahl solcher Genossenschaften vor 2 Vs Jahren ins Leben gerufen, von denen jedoch mangels an Mitteln mittlerweile die meisten sich wieder auflösen mußten, während ein spärlicher Rest derselben sich nur mit Mühe und Not über Wasser halten kann. Der Versuch, der heimischen Viehzucht im Wege des Genossenschaftswesens aufzuhelfen, schlug also im großen und ganzen fehl. Der Stand an Rindvieh hat sich im Gerichtsbezirke Gottschee im Jahrzehnt 1900 bis 1910 von 10.358 auf 8037 Stück vermindert, ist also um 2321 Stück oder 23 % zurückgegangen. Soll nicht eine weitere Verminderung Eintreten, muß entschieden etwas geschehen. Man darf die Sache nicht acht- und teilnahmslos ignorieren. Unter Anführung obiger Gründe hat deshalb kürzlich der Verständigungsausschuß im Verein mit der Filiale Gottschee der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft und den Vorständen der noch aktiv bestehenden Viehzuchtgenossenschaften des Gottscheer Gerichtsbezirkes an den hohen Landesausschuß, an die hohe Landesregierung und an die löbliche k. k. Landwirtschaftsgesellschaft in Laibach eine umfassende Eingabe gerichtet, in welcher erstlich um eine genauere und strengere Handhabung des Stierkörungsgesetzes ersucht, ferners darum gebeten wird, es möge bei der Verteilung der Subventionen für Viehzuchtförderung nicht nach einer allgemeinen Schablone vorgegangen, sondern auf die besonderen Verhältnisse und Bedürfnisse der einzelnen Gegenden und Bezirke tunlichst Rücksicht genommen werden. Wo die Viehzucht bereits vorgeschritten ist und finanziell leistungsfähige Gemeinden bestehen, brauche man für die Haltung ber Stiere freilich keine Subventionen zu geben, da könne das Geld mehr für Stallverbesserungen, Wiesenmeliorierungen u. bergt, verwendet werden. Anders sei es in Gottschee, wo es noch an dem Notwendigsten fehle, nämlich an Zuchtstieren. Da müßte eine Ausnahme in der Weise gemacht werden, daß wenigstens durch eine gewisse Anzahl von Jahren an ärmere Gemeinden, au schlecht situierte Viehzuchtgenossenschaflen oder Private Subventionen auch für die Haltung von Zuchtstieren gewährt werden sollten, bis sich die Sache eingelebt und der Viehstand gehoben habe. Ist letzterer einmal nach Menge und Güte auf die entsprechende Höhe gebracht, dann werden überall die Sprungtaxen und gewisse Beiträge der Gemeinden hinreichen, um die Mittel zur Haltung der Zuchtstiere aufzubringen. Da die einzelnen Bezirke und Gebiete ihre Bedürfnisse selbst am besten kennen, wäre es am angezeigtesten, wenn unter Zugrundelegung eines angemessenen Verteilungsschlüssels den lokalen Faktoren das Vorschlagsrecht über die Verwendung der auf das betreffende Gebiet entfallenden Subventionsbeträge eingeräumt würde. ^fiS Straßenwesen anbetrifft, ist nun wenigstens ein Anfang gemacht worden zur schrittweisen Verwirklichung des diesbezüglichen vom Verständigungs-ausschusse im Jahre 1909 ausgestellten Programmes. Die mit einem Kostenaufwands von 45.215'53 K hergestellte neue Bezirksstraße Malgern-Ebental wurde am 7. November vorigen Jahres kollaudiert und dem Verkehr übergeben. In Rieg und Morobitz hofft man, daß heuer noch der Bau der Bezirksstraße Rieg-Morobitz an die Reihe kommen werde. Für die Umlegung der Straßenstrecke Hohenegg-Nesseltal wird soeben das Projekt ausgearbeitet. Es wird eifrig darauf hingearbeitet, daß nun auch die übrigen dringlichen Straßen, zunächst wenigstens bezüglich der Projektsverfassung, baldigst an die Reihe kommen. Es sind dies die Straßen Graflinden-Unterlag, Malgern-Altbacher-T iefenreuter, Lichtendach-Kummerd orf, Stalzern-Skrill, Tiefenbach-Aibl u. a. Ein Fortschritt ist im vorigen Jahre auch auf dem Gebiete des Wasserversorgungswesens zu verzeichnen. Im vorigen Herbste wurde die Wasserleitung in Nesseltal fertiggestellt und am 21. März d. I. kollaudiert. Des- gleichen ist die Wasserleitung in Tschermoschnitz gebaut worden, wodurch ein langgehegter Wunsch der dortigen Bevölkerung erfüllt wurde. Und nun wird, so hoffen wir zuversichtlich, bald auch die große G ruppen-Wasserleitung Schigmaritz-Reifnitz-Gottschee mit den angeschlossenen Abzweigungen (Altlag usw.) an die Reihe kommen. Wenn wir vom Bahnbau absehen, wird diese Wasserleitung das größte wirtschaftliche Werk sein, das unser Gebiet bisher zu verzeichnen haben wird. In Erkenntnis der großen Vorteile, die die Versorgung mit gutem Trinkwasser bietet, haben mittlerweile auch jene Gottscheer Gemeinden ihren Anschluß an diese Wasserleitung beschlossen, die bisher mit ihrem zustimmenden Beschlüsse noch ausständig waren. Wie schon früher erwähnt, will die Regierung als Kompensation für den Bau der großen Kanäle im Norden des Reiches den Alpen- und Karstländern gewisse Zugeständnisse machen und die Wünsche dieser Länder auf dem Gebiete der Flußregulierungen, der Wasserversorgung und der Landeskultur in weitgehendem Maße berücksichtigen. Da wird denn hoffentlich auch eine Erhöhung des Staatsbeitrages für die Gruppenwasserleitung Reifnitz-Gottschee erreicht werden zugunsten der Interessenten, deren Beitrag vielleicht von 20 % auf 10 % herabgesetzt werden dürfte. Der Verständigungsausschuß hat im Jahre 1909 auch ein Programm ausgearbeitet, betreffend die Ausgestaltung des Postwesens im Gottscheer Gebiete. Auch die Verwirklichung dieses Programmes geht allmählich und schrittweise vor sich. Im vorigen Jahre hat das hohe Handelsministerium die Errichtung einer Postablage mit erweitertem Wirkungskreise in Nieder-Tiefenbach bewilligt, welche Postablage am 1. März d. I. aktiviert wurde. Dem Antrage der hochlöbl. k. k. Postdirektion in Triest aus Erweiterung des Landbriefträgerdienstes beim Postamte in N e s s e l t a l, dann auf Einführung des Landbriefträgerdienstes im Bestellungsbezirke des Postamtes in Unter deutsch au, ferner aus Erweiterung der Ruralpost beim Postamte in Obermösel und auf Teilung des aus zwei Raponen ■ bestehenden Ruralbezirkes des Postamtes Gott sch ee wurde damals allerdings noch keine Folge gegeben, aber die k. k. Postdirektion in Triest hat diese Anträge im Jahre, 1912 neuerlich beim hohen Handelsministerium eingebracht. Für Mosel ist mittlerweile bereits ein zweiter Landbriesträger bewilligt worden, ebenso auch für Gottschee ein dritter Landbriefträger. Auch für die Ausgestaltung derHaltestelleMitter-b orf zu einer Frachten st ation hat sich seinerzeit der Verständigungsausschuß eingesetzt und nach vielen Bemühungen ist es heuer endlich gelungen, dieselbe durchzusetzen. Wir beglückwünschen Mitterdorf zu diesem schönen Erfolge. (Schluß folgt.) Zur Geschichte der Gottscheer Landschuten. Die Schule in Wilterborf. (10. Fortsetzung.) Erker war ein Schulmeister im besten Sinne des Wortes, voll Begeisterung für seinen Beruf, unermüdlich in der Erfüllung seiner Pflichten, ausharrend auf seinem Posten bis ins höchste Alter. Obgleich hervorgegangen aus der alten Schule, hielt er doch immer Schritt mit den Anforderungen der Neuschule und besaß, wie sich ein Schulinspektor ausdrückte, eine wunderbare Anpassungsgabe an die wirklichen, gesunden Fortschritte der Lehr- und Erziehungskunst. Bald nach dem Jnslebentreten der neuen Schulgesetze wurde er in den Bezirksschulrat gewählt, und er bewies auch hier durch seine Tätigkeit, daß man den rechten Mann in diese Körperschaft entsandt hatte. Was seine Unterrichtsmethode betrifft, so bestand sie nicht in einer mechanischen Behandlung des Lehrstoffes oder in einer dilettantenmäßigen Beibringung der erforderlichen Kenntnisse, sondern in der Kunst, die Kinder von der Vortrefflichkeit, Nützlichkeit, Notwendigkeit oder Unentbehrlichkeit des betreffenden Lerngegenstandes zu überzeugen und in ihnen Freude und Eifer zur Aneignung desselben zu wecken. Schreibstunden z. B. leitete er gewöhnlich mit einigen wenigen, aber begeisternden Worten über die Nützlichkeit des Schreibens ein, indem er, ganz den Verhältnissen der Kinder sich anpassend, etwa sagte: „Sehet, Kinderlein, eure Väter oder Brüder leben weit draußen in der Fremde auf dem Hausierhandel. Oft möchten sie etwas aus der Heimat erfahren, wie es euch oder der Mutter oder überhaupt bei der Wirtschaft geht. Wie schön wird es sein,, wenn ihr dann im Namen der Mutter oder der übrigen Geschwister dem Vater über dieses oder jenes werdet schreiben können I Wie wird sich der Vater über einen Brief von euch freuen!" Man hätte da die Kinder sehen sollen, wie sie brannten vor Begierde, sobald als möglich das Schreiben zu erlernen. Einen besonder» Wert legte er auf den Anschauungsunterricht, wobei er selbstredend die Anschauung in natura vor der im Bilde bevorzugte, daher womöglich eine solche den Kindern zu verschaffen suchte. In der Nacht vom 1. auf den 2. Dezember 1877 hatte der Jagdaufseher Matthias Kren von Ort Nr. 10 auf der Hutweide einen Dachs in einem Schlageisen gefangen. Erker ersuchte ihn, das Tier der Schule für Unterrichtszwecke zu überlassen, was auch geschah. Am nächsten Tage ließ der Oberlehrer das gefangene Tier den Kindern beider Klassen vorzeigen. In der 2. Klasse wurde überdies das 142. Lesestück „Der Dachs" aus dem Lesebuch (II. Teil) vorgelesen, bei der Beschreibung des Tieres auf die beschriebenen Teile desselben hingewiesen und diese vor den Kindern besichtigt. So verstand es Erker, auch geringfügige Vorfälle für den Unterricht nutzbar zu machen. Auch eine Must er stunde (Abteilungsunterricht) mit praktischen Übungen mußte Erker am 27. Juli 1881 infolge Beschlusses des k. k. Bezirksschulrates gelegentlich einer Bezirkslehrerkonserenz in Mitterdorf in Gegenwart des BezirkSschuliuspektors Linhart halten, an die sich dann eine rege Besprechung seitens der anwesenden Lehrer knüpfte. Doch nicht auf das Schulzimmer allein beschränkte sich die erziehliche Tätigkeit Erkers. Ju der Schule versäumte er natürlich nicht, die Kinder auch zur Höflichkeit und zu freundlichem Begrüßen der Vorgesetzten und anderer angesehener Personen beim Begegnen außer der Schule anzuleiten. Unterließ nun bei der nächsten Begegnung ein Schüler aus Unachtsamkeit oder aus sonst einem Grunde die Höflichkeitsbezeigung gegen den Lehrer, so machte nicht selten der Lehrer selbst den Grüßenden, indem er sein Haupt entblößte und dem Schüler im Vorbeigehen den schönen Gruß zuflüsterte: „Gelobt sei Jesus Christus!" Das wirkte mehr als eine lange Strafpredigt und der Knabe versäumte seine Höflichkeitspflicht fürderhin gewiß nimmer. Nicht nur Kindern, sondern auch Erwachsenen suchte er nötigenfalls durch Unterweisungen nützlich zu sein. Mit der Einführung der metrischen Maße und Gewichte gab es im Volke manche Schwierigkeiten. Da machten sich die beiden Lehrer (Unterlehrer war damals Johann Gottfried Erker, ein Vetter des Oberlehrers) erbötig, dasselbe mit dieser Neuerung vertraut zu machen und an Sonntagen Unterrichtsstunden zu geben. Oberlehrer Erker richtete daher unterm 3. März 1876 ein amtliches Schreiben an den Gemeindevorstand mit der Bitte, jung und alt zu diesem Unterrichte einzuladen. Der Erfolg war ein überraschender. Bei siebzig Personen aus allen Dörfern nahmen an den bezeichneten Sonntagen von 1 bis 2 Uhr nachmittags an diesem Unterrichte teil. Auch der Obstbaumzucht wendete der umsichtige Oberlehrer seine Fürsorge zu. Im Pfropfen, im Okulieren, im Kopulieren, in allen Arten der Obstbaumveredlung unterrichtete er theoretisch und praktisch. Zu diesem Zwecke hatte er schon beim alten Schul* hause Nr. 9 eine kleine Obstbanmschnle angelegt; das neue Schul-haus Nr. 26 umgab er aber mit einem ganzen Walde von edlen Obstbäumen, die er alle selbst sorgsam vom Kern aus aufgezogen hat. Hiedurch wurde die Liebe zur Obstbaumzucht in der Schuljugend und bei den Gemeindeinsassen immer mehr geweckt und gefördert. Und wenn in dm letzten fünfzig Jahren in der Pfarre eine Besserung in der Pflege der Obstgärten eingetreten ist, so ist das sicher größtenteils das Verdienst des Oberlehrers. Bei der anläßlich der Feier des vierzigjährigen Regierungsjubiläums Seiner Majestät des Kaisers von der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft für Krain im Oktober 1888 in Laibach veranstalteten Landes-Obstaus-stellnng wurde Erker durch Verleihung eines Ehrendiploms ausgezeichnet und erhielt überdies eine Geldprämie in Gold. (Fortsetzung folgt.) Aus Stabt und Land. Hottschee. (Ernennung.) Der Justizminister hat den Richter Dr. Walter Knapp in Kufstein zum Bezirksrichter und Gerichtsvorsteher in Kufstein ernannt. Herr Dr. W. Knapp ist ein Sohn des verstorbenen Gymnasialdirektors Benedikt Knapp. — (Personalnachrichten.) Dem k. k. Steueroberverwalter Herrn Johann Bnchta in Gottschee wurde anläßlich der von ihm erbetenen Versetzung in den dauernden Ruhestand die Anerkennung des Finanzministeriums ausgesprochen. — Wie man uns mitteilt, wurde Herr Oberleutnant Franz Hadwiger, Kommandant der Gendarmerieschule in Laibach, nach Gottschee versetzt bei gleichzeitiger Ernennung zum Kommandanten der Abteilung Nr. 4. — (Vorn Klerus.) Der Kaplan in Nesseltal Hochw. Herr Franz Nowak wurde als solcher nach Hinach versetzt. — Am 2. September verließ Hochw. Herr Stadtkooperator, nunmehr Pfarr-verweser Andreas Kraul and unsere Stadt, um seinen neuen Posten in Ebental anzutreten. Hochw. Herr Pfarrer Kranland hinterläßt hier das allerbeste Angedenken. Sein unverdrossener Eifer im Berufe, sein menschenfreundliches, gewinnendes Auftreten und seine warme Liebe zu den Kindern und zur Schuljugend erwarben ihm hier die allgemeine Wertschätzung und Zuneigung. Wir beglückwünschen die Pfarre Ebental zu ihrem neuen eifrigen und leutseligen Seelsorger. — (Mittelschuldienst.) Seine Exzellenz der Minister für Kultus und Unterricht hat den Supplenten am Staatsgymnasium in Linz Dr. Josef Ecker zum wirklichen Lehrer und den Supplenten Dr. Otto Lax zum provisorischen Lehrer für das Staatsgymnasium in Gottschee ernannt. — (Vom Finanzdienste.) Versetzt wurden: Titularrespi-zient Anton Mue von Tscheruembl nach Gottschee, Titularrespi-zimt Amon von Ofstnnitz nach Tscheruembl, Oberaufseher Josef Zemljak von Oberlaibach nach Ossinnitz, Aufseher Alois Zribar von Littai nach Gottschee, Oberaufseher Franz Siurdu von Gottschee nach Oberlaibach. ■— (Todesfälle.) Am 25. v. M. starb hier nach langem schweren Leiden Frau Maria Scheschark, Gattin des Oberlehrers Herrn Franz Scheschark, in ihrem 43. Lebensjahre. — Am 2. September starb hier im 65. Lebensjahre nach langem schweren Leiden, versehen mit den heil. Sterbesakramenten, Frau Wilhelmine Šparov itz geb. Braune. Sie ruhen in Frieden I — (Neue Banknoten.) Die österreichisch-ungarische Bank beabsichtigt, nicht nur neue Hundertkronennoten, sondern auch neue Zwanzigkronennoten auszugeben, da in beiden Notengattungen zahlreiche Fälschungen im Umlaufe sind. — (Kočevska pofojilniea.) Die auf den 25. August einbernfene Hauptversammlung der Kočevska posojilnica hätte über die Wahl der Liquidatoren und die Genehmigung des Rechnungsabschlusses Beschlüsse fassen sollen, war aber nicht beschlußfähig. Es wird deshalb am 14. September d. I. eine neuerliche außerordentliche Hauptversammlung abgehalten werden. — (Das hiesige Handelsgremium) hielt am 11. v. M. seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung im Saale des Hotels „Stadt Triest" bei Anwesenheit von 16 Mitgliedern ab. Es waren dazu eingeladen worden außer sämtlichen Mitgliedern auch die k. k. Bezirkshauptmannschaft, Herr Dr. Blodig, Genossen-schaftsinstruktor in Triest, und die hiesige Handwerker-Genossenschaft. Vertreten war letztere durch die Herren Josef Pavli eek, Franz Engele den Älteren und Karl Jetein. Eingangs der Versammlung besprach .sperr Pavlice I die Notwendigkeit des gemeinsamen Zusammenarbeitens beider Körperschaften, des Handelsgre-miums und der Handwerkergenossenschaft, unter lebhaftem Beifall der Anwesenden. Hierauf erstattete der Vorsitzende, Obmann Herr Matthias Rom, den Tätigkeitsbericht. Dieser erstreckte sich auf 9 Ausschußsitzungen, in welchen 72 Geschäftsstücke ihrer Erledigung zugeführt wurden. Den Aufnahmen und Freisprechungen von Lehr-jungen wurden monatlich eigene Zusammenkünfte gewidmet und fanden 29 Aufnahmen und 14 Freisprechungen statt. Mitglieder zählt das Gremium gegenwärtig 98. Durch geschäftliche Verschiebung und Übergaben entstanden seit der letzten Hauptversammlung drei neue Geschäfte in Gottschee. Herr Peter Petsche erstattete den Rechenschaftsbericht mit einem Kassastande von K 1688'88 Die Kassagebarung weist bei einer Einnahme von K 382 07 eine Ausgabe von K 63 60 seit der letzten Hauptversammlung auf In den neuen Ausschuß wurden gewählt die Herren: Obmann Matth Rom, dessen Stellvertreter Franz Loy, als Ausschußräte Peter Petsche, Josef Schober, Alois Kresse, Adolf Schleimer und Roman Koritnik, als Ersatzmänner Johann Macher und Hans Hönigmann, sämtliche in der Stadt Gottschee. Von der Wahl auswärtiger Mitglieder wurde aus dem Grunde abgesehen, weil diese zu einer Sitzung nie erscheinen, wie auch zur Hauptversammlung nur Herr Alois Hönigmann aus Altlag erschienen ist Unter den allfälligen Anträgen ist besonders hervorzuheben die Abänderung des Paragraphen 11, Absatz a, der Statuten, welcher lautet: Die Lehrzeit beträgt drei Jahre und nun lauten soll: Die Lehrzeit beträgt drei bis vier Jahre. Der Antrag des Herrn Josef Röthel, es möge dem Vorsitzenden, Obmann Herrn Matthias Rom, durch Erheben von den Sitzen die Anerkennung ausgesprochen werden, wurde mit allgemeinem Beifall angenommen. Weitere Anträge wurden teils abgelehnt, teils angenommen und zur prompten Durchführung empfohlen. — (Im Bergwald verunglückt.) Der Hausbesitzer in Gnadendorf Georg Ja klitsch ging am 26. v. M. in den Bergwald bei Gottschee, um Kräuter für Schweinefutter zu sammeln. Oberhalb der drillen Straßenwindung stürzte er wahrscheinlich und wurde zwischen zwei Felsen derart eingeklemmt, daß er sich nicht helfen konnte, zumal bei seinem vorgerückten Alter (77 Jahre) auch die Kräfte schon geschwächt waren. Seine Hilferufe wurden nicht gehört, weil er gegen die Straße zu von einer hohen Felswand verdeckt war. Als er vormittags am 27. nicht nach Hause kam, eilte die alte Ehegattin des Verunglückten zur Gendarmerie, damit sie Nachforschungen anstelle. Doch führte dies zu keinem Ergebnis. Ein paar Tage später erst erzählte ein Knabe, daß er oben im Berge Hilferufe gehört habe. Auf das hin machten sich die Nachbarn in Gnadendorf auf und kamen zu der Stelle, welche ihnen der Knabe zeigte. So wurde der arme Verunglückte am 80. v. M. endlich in ganz erschöpftem Zustande aufgefunden und auf einer Tragbahre nach Hause gebracht, wo er wenige Stunden darauf, ohne zu sich zu kommen, sein Leben aushauchte. Er konnte nur noch die heil, wtzte Ölung empfangen. Zu bedauern ist seine alte, gebrechliche Gattin, die jetzt ihre Stütze verloren hat. Die Teilnahme an oem traurigen Falle war eine große und allgemeine. . — („Bekenntnisse eines Mariani ten".) Wirerhalten Agende Zuschrift: „In Nummer 33 der „Gottscheer Nachrichten" konnte man unter dem Titel „Bekenntnisse eines Marianiten" wieder k>ne recht gemeine Verhöhnung der Marianischen Studentenkongre-gation in Gottschee lesen. Unter anderem hieß es da, daß ein chemaliges, recht eifriges Mitglied der Kongregation sich ins Kloster zurückgezogen habe und jetzt bedauere, nicht schon früher der edlen (?) Gesinnung eines guten (?) Freundes gehuldigt zu haben, ferner oß es nun um Entschuldigung bitte, solange im „Sumpfe des uaufgeklärtseins" verharrt zu sein und noch manches derlei Un-I unlgez. Selbst wenn nun dies alles der vollen Wahrheit entspräche, w möge sich der „gute" Freund, an den der Klosterschüler ein kyreiben richtete, doch fragen, ob sich nicht auch unter gutem Weizen Unkraut finde und ob der Artikelschreiber sich herausnehmen dürfe, alle Kongregationsmitglieder in ein verdächtiges Licht zu stellen (was ihm nie gelingen wird), wenn bloß ein Mitglied fällt! ? Weiters überlege einmal der gute (?) Freund, ob es nicht schuftig gehandelt ist, Briefgeheimnisse eines ehemaligen Mitschülers ohne dessen Erlaubnis zu veröffentlichen... Hier sieht man wieder einmal das rohe Vorgehen der „Freiheitlichen", wenn es gilt, jemandem die Gesinnung zu rauben. Saubere Ehrenmänner das! Pfui!" — Bezeichnend für die Geistesrichtung und schofle Gesinnung ist es jedenfalls, wenn in einem Blatte ein in einer unglücklichen Stunde geschriebener Privatbrief abgedruckt wird, der jedenfalls nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Doch was ficht es die „Nachrichten" an, einen jungen Mann durch eine solche indiskrete Veröffentlichung als charakterlos hinzustellen, wenn sie dabei nur der Kongregation eins anhängen können. Ein anständiges Blatt tut so etwas sicherlich nicht. Einen sachlichen Irrtum des erwähnten unglücklichen Briefes, der den ehemaligen Kongreganisten leider in einem äußerst ungünstigen Lichte erscheinen läßt, möchten wir bei diesem Anlasse ebenfalls richtigstellen, nämlich ein falsches Zitat aus Thomas von Kempen. Der Briefschreiber zitiert nämlich aus der „Nachfolge Christi" den Satz: „Ama nescire (Lwbe das Nichtwissen!)", um daran eine hämische Bemerkung zu knüpfen. In Wirklichkeit heißt es aber nicht: ama nescire, sondern ama nesciri, was einen ganz ändern Sinn gibt, nämlich: Liebe es, unbekannt zu bleiben, d. H. sei bescheiden und hänge deine guten Werke nicht an die große Glocke! Sowie das vom Briefschreiber gebrachte Zitat ein Irrtum ist, so sieht der ganze Brief wie eine, hoffen wir, vorübergehende Verirrung aus. Im Interesse des Briefschreibers wünschen wir vom Herzen, daß er den Weg zur Wahrheit und Charakterfestigkeit wieder finden möge. Eine Judasrolle zu spielen ist doch gewiß keine Ehre. Witterdorf. (Trauungen.) Am 12. August wurde Josef Samide, Malgern 14, und Josefa Perz, Malgern 6: am 2. september ^zofef Händler, Mitterdorf 38, mit der verwitweten Magdalena Petsche, Mitterdorf 34, getraut. — (Sterbesälle.) Gestorben sind: die 82jährige Witfrau Maria Krauland, llnterloschin 6; die 77 jährige Maria Ja klitsch Neuloschin 13; die 6 jährige Josefa Palčič, Kostern 7, und im Kaffer Franz Josef-Asyl in Laibach der 71jährige Matthias Schusteritsch aus Kerndorf. . — (Obstmühle und -Presse.) Die hiesige Raiffeisenkasse har eine Obstmühle und Obstpresse angeschafft, welche an die Mitglieder unentgeltlich ausgeliehen werden. — (Genossenschaftliches.) Am Ausstuge nach Zwischen« wässern, der letzthin stattfand und wobei der landwirtschaftliche Zuchtstierhof, die gemeinsame Weide für Jnngstiere, Stallungen u. dergl. besichtigt wurden, nahmen von hier die Besitzer Georg Petsche' Josef Sigmund und Matthias Kreiner teil; sie sprachen sich über das Gesehene und Gehörte sehr lobend aus. Bei dieser Gelegenheit wurde für unsere Biehzuchtgenossenschaft ein neuer Stier angekauft. — (Schlechte Kartoffelernte.) Das anhaltende Reqen-wetter hat den Kartoffeln stark geschadet; die Rosenerdäpfel zumal sind größtenteils angefault. Weffettak. (Trauung.) Am 29. Juli l. I. ist in der Stadtpfarrkirche zum Hl. Josef in Linz Matthias Stonitsch aus Nesseltal Nr. 2 mit Johanna Schönhofer getraut worden. (Dreißig Jahre) werden am 20. d. M. verflossen sein, daß Herr Alois Wüchse aus Nesseltal 36 in treuer Pflichterfüllung als angesehener Bürger und Kaufmann der schönen Bischofsstadt St. Pölten seine Kräfte widmet. Anläßlich dieses eigenartigen Gedenktages übermitteln wir unserem geschätzten Landsmanne die herzlichsten Glückwünsche. y 0 , T~ 18. v. M. abends überfiel der italienische Kohlenbrenner Anton Muzelini in unserer Ortschaft ohne irgendwelche Ursache den Zimmermann Johann Hiris aus Nesseltal und brachte ihm mit einem Taschenmesser mehrere bedenk- liche Kopfwunden bei. Der Messerheld ergriff hierauf die Flucht und konnte seither von der Gendarmerie nicht entdeckt werden. Wir sind der Meinung, den italienischen Hitzköpfen sollte im Gottscheer Ländchen gar keine Gelegenheit zum Broterwerb gegeben werden, dann hätten solche Geschichten ein- sür allemal ein Ende. Weichen«». (Die diesjährige Hauptversammlung) der Ortsgruppe des Deutschen Schulvereines sand am 18. v. M. im Gasthause des Herrn Michael Stonitsch unter starker Beteiligung statt. Wanderlehrer Herr Matthias Petschauer hielt einen Vortrag über , Arbeit und Erfolge des Deutschen Schulvereines". Kandlern. (Schadenseuer.) Am 23. v. M. brannten hier mehrere Gebäude nieder: dem Johann Wittine ein Stall samt Futtervorräten (Schaden 5600 K), dem Josef Pntre ein Wirtschaftsgebäude samt Fechsung (Schaden etwa 4000 K), dem Johann Anderknl, der Maria Kaltschitsch und der Maria Schneider Scheunen (Wert ungefähr 1000 K). Gleich vom Anfang an vermutete man, daß das Feuer gelegt worden sei, und es wurde der schwachsinnige I. M. von der Gendarmerie verhaftet und mußte sich vor Gericht verantworten. Da sich jedoch herausstellte, daß I. M. nicht schuldig sein dürfte, wurde er aus der Haft entlassen. Mchermoschmh. (Postalisches.) Am 20. August 1912 trat in Reuter (Laase) ein neues Postamt mit der amtlichen Benennung „Laase bei Rudolsswert — Laze pri Rudolfovem in Wirksamkeit, welches sich mit dem Brief- und Fahrpostdienste befassen, als Sammelstelle des Postsparkassenamtes fungieren und seine Verbindung mit dem Postmtze mittelst einer täglich einmaligen einspännigen Postbotenfahrt zwischen Töplitz und Laase (Reuter) erhalten wird. Gleichzeitig wird bei gedachtem Postamte der Land-briesträgerdienst angeführt. Keintal. (Blitzschlag und Schadenfeuer.) Am 21. v. M gegen 3A12 Uhr mittags schlug der Blitz in die Scheuer des Besitzers Georg Tramposch Nr. 30 ein, zündete sofort und es brannte gleich lichterloh. Es war ein großes Feuer, da die Scheuer mit Futtervorräten, landwirtschaftlichen Geräten, Wägen und noch ungedrofchenem Hafer vollgepfropft war. Da das brennende Objekt kaum zwei Meter von den nachbarlichen Wirtschaftsgebäuden Nr. 29 und 31 entfernt war, bestand die größte Gefahr^ für ein Weiter-greifen des Brandes auf die Hälfte der Ortschaft. Die heimische Feuerwehr war gleich zur Stelle. Infolge Mangels einer zweiten Spritze mußte sie die nächstgelegene und vom Feuer am meisten bedrohte Scheuer Nr. 31 zuerst zu schützen suchen. Es war also höchste Not und Gefahr für die andere Seite, für die Wirtsschaftsgebäude und Häuser Nr. 29, 28, 27 usw. Doch bald kam ausgiebige Hilfeleistung durch die Feuerwehr und die Insassen von Mosel. Da nun die Feuerwehren von Reintal und Mosel mit ihren sehr gut bedienten und tadellos arbeitenden Spritzen die brennende Scheuer flankierten und auch die Feuerwehren von Ver-dreng, Schwarzenbach, Lienfeld, Grafenfeld und Gottfchee zur Wehr herbeigeeilt waren, wurde das Feuer isoliert und brannte nur die genannte Scheuer vollständig ab. Der Brandschaden beträgt ungefähr 5000 K, während die Scheuer nur aus 1000 K und die Futtervorräte auf 600 K versichert waren. — Am 29. August fand durch den Generalagentschaftsvertreter in Graz der Wiener Versicherungsgesellschaft mit dem Versicherungsagenten Herbst aus Römergrund die kvmmissionelle Besichtigung des Brandschadens statt und wurde dem Georg Tramposch, da er in einem Nebengebäude noch etwas Heu ausbewahrt hatte, zusammen 1580 K und dem Michael Lackner für die an seiner Scheuer gemachten Beschädigungen 100 K zugesprochen. — Hiemit sprechen die durch das Feuer am meisten bedrohten Nachbarn in erster Linie der Feuerwehr, den Männern, Frauen und Mädchen von Mösel für ihre anerkannt ausopfernde und anstrengende Hilfeleistung und in zweiter Linie auch allen übrigen Feuerwehren und von allen Seiten erschienenen Helfern den größten und innigsten Dank aus. Im Namen aller Johann Tramposch Nr. 27. Köentat. (Empfang des neuen Herrn Pfarrers.) Am 2. September fand hier der Einzug des neuen Pfarrers, Hochw. Herrn Andreas Kraul and, statt. In sechs Wagen kamen die Herren der Gemeindevertretung und andere Pfarrinfassen dem neuen Herrn Pfarrer bis nach Malgern entgegen. In Malgern wurde der Herr Pfarrer in kurzer Ansprache vom Herrn Bürgermeister von Ebental Franz Gliebe herzlich begrüßt. In acht Wagen erfolgte sodann die Einfahrt nach Ebental, wobei die Herren Hochw. Dechant Ferdinand Erker, geistlicher Rat und Pfarrer I. Eppich von Mitterdorf, Pfarrer Aug. Schauer von Nesseltal und Kaplan Johann Ja klitsch von Nesseltal das Geleite gaben. Weit vor der Ortschaft Ebental kam die Schuljugend mit Fahnen und das Volk den Ankommenden entgegen. Beim Eingänge in die Ortschaft erwarteten die Männer den Herrn Pfarrer und Herr Schulleiter I. Wittine hielt eine warme Begrüßungsansprache. Das Glockengeläute und Pöllerschießen gebe der großen Freude lebhaften Ausdruck, die die Bevölkerung über die nach fast einjähriger Vakatur der Pfarre erfolgte Neubesetzung derselben im Herzen empfinde. Hochw. Herr Pfarrer Andreas Kraul and dankte auf das freundlichste und betonte, er fei mit warmer Liebe in die neue Pfarre gekommen und wolle den Frieden bringen. Hierauf begab inan sich in die Kirche, wo ein kurzes Gebet verrichtet wurde, wornach im Pfarrhofe in Gegenwart der Gemeindevertretung und der Kirchenpröpste die Übergabe der Temporalien erfolgte. Wir wünschen unserem hochgeehrten neuen Herrn Pfarrer ein sehr gedeihliches, segensreiches Wirken. Hberuwsek. (Wahrheitsliebe der „Gottscheer Nachrichten".) Am 1. Sept. I. I. brachten die „Gottscheer Nachrichten" als Lesefutter für ihre Abnehmer auch einen Artikel unter Mösel mit der Überschrift „Wahrheitsliebe des Bötl". Der „unbekannt? Verfasser, ein Supplent, dem die verleumderische Angst, den Mut, seinen Nameit herzugeben, benahm, ist ganz aus dem „Häusel", geberdet sich, als ob es in seinem Oberstüblein nicht mehr richtig wäre, und will nun schier aus der Haut springen vor lauter Wut und Haß, daß Leo Sterbcnz die Matura in Laibach mit Auszeichnung bestanden hat, und regt sich nun, nachdem seither schon Jahre verstrichen sind, in der jämmerlichsten Weise auf. Herr Supplent, si tacuisses! Ja für feine Hirnsubstanz ist dies satt unbegreifbar. Wir brauchen auch nicht fo weit zu greifen, „Herr"! Die Erklärung liegt ja viel naher. Es dürfte Ihnen doch zur Genüge bekannt fein, daß es für einen Schüler, gegen den einmal die Lehrer Vorurteile hegen, sehr schwer ist, sich emporzuarbeiten, besonders wenn dazu noch andere Umstände von Seite der Vorgesetzten kommen. Als Leo Sterbenz nach Laibach ans Gymnasium kam, wurde er auch dort anfangs auf Grund seines Zeugnisses aus Gottfchee mit scheelen Augen angesehen. Doch die dortigen Herren kannten das Sprichwort: „Selbst ist der Mann" und bildeten sich nach und nach auf genaue Prüfungen hin ein eigenes Urteil von dem neuen Schüler und dessen Kenntnissen. Sv hat mm Leo Sterbenz auch die Matura mit Auszeichnung bestanden, nachdem er ans vier Gegenständen in der Weise über sein Gesamtwissen Rechenschaft abgegeben hatte, daß selbst der Vorsitzende der Prüfungskommission belobender Ausdrücke Über ihn und hiebei auch einiger Anspielungen auf die letzten Zeugnisse aus Gottschee sich nicht enthalten konnte. Ferner möchte ich dem Herrn Nachrichtenschreiber, einem Supplenten, wie schon erwähnt, raten, sich vor seinen Untergebenen doch etwas gelehrter, M meine wirklich gelehrt und nicht geleert, benehmen zu wollen. Do« Beispiele jetzt anzusühren, dazu mangelt der Raum. Vielleicht nächstens und zwar ausführlich. Was dann die Worte: „Herr, entschuldigen Sie, wenn der Mond neu ist," usw. usw. anbelangi, na, da haben Sie sich wieder einmal in einem hervorragenden Sichte gezeigt und Ihre phänomenale Erfindungsgabe abermals glänzen« bewiesen! Vielleicht beglücken Sie uns bald mit der Erfindung eines Perpetuum mobile? Sie, Herr empplent, Sie glE« wirklich, daß die Gottscheer sich diese Fabel aufbir.ben lassen? Nein, so dumm sind sie nicht. Genug beleuchtet? Mlag. (Spenden für die freiw. Feuerwehr.) 3ut die Anschaffung der neuen Spritze sind folgende weitere Spenden ein- i die reuen trarbe leister lagen 'pich rplan : vor > das schast Heiter ocken-Aus-ckatur finde, eund-Zfarre n sich ch im cchen-rschen iches, kach-chten" Mösel inte" Mut, ufel", richtig : Wut Ausschon Herr s fait )err"I Y zur inmal leiten, e der Gym-Zeug-rtigen d bil-enes it nun mben, esamt-K der i auch aus h dem oähnt, :r, ich Doch Leicht ,Herr, langt, Lichte inzend ndung tauben Nein, i M :n ein- gelaufen: K 5 von Wilhelm Spitzer, Laibach; je X 3 von Andreas Högler, Altlag 28, und Maria König, Langenton 69; je X 2 von Anton Perz, Neulag 9, Johann Tifolt, Altlag 29; Johann Kikel, Langenton 16, Franz Fink, Langenton 10, Josef Fabijan, Langenton 17, Josef Fabijan, Langenton 6. Josef Morscher, Langenton 5, Franz Kraker, Langenton 3, Franz Fink, Langentvn 4, Maria Gliebe, Langenton 18, Johann Höferle, Langenton 9, Josefa Tschampel, Langenton 63, Franz Morscher, Langenton 15; je X 1 von Johann Kikel, Altlag 11, Josef Kraker, Langenton 22, Franz König, Langenton 2, Johann Skufza, Laugenton 23, Martin Pfeifer, Langenton 1, Johann Lobe, Langenton 20, Matthias Herbst, Langenton 35, Johann Gliebe, Langenton 18, Johann Fink, Langenton 65, Matthias Höfferle, Langenton 61, Alois Schauer, Langenton 45, Magdalena Skufza, Langenton 33, Alois Pfeifer, Langenton 12, Matthias Maußer, Langenton, Anton König, Oberwarmberg; 78 h Rosalia Petsche, Langenton 55; 70 h Magdalena Fink, Langenton; je 60 h Johann Morscher, Langenton 66, und Martin Konte, Langenton 37; je 50 h Josef Schusterschitsch, Langenton 51, und Agnes Skebe, Langenton 13; 40 h Andreas Fink, Langenton 68, Magdal. Schusterschitsch, Langenton 47, und Johann Novak, Siplach; 30 h Gertrud Fink, Langenton 55; je 20 h Franz Höfferle, Langenton 31, Johann König, Langenton 2, Josef Skufza, Langenton 83; 12 h Jakob Branklone, Italien; 10 h Johann Kump, Langenton; Vom Gemeindeamte Seisenberg erhielt die hiesige Feuerwehr anläßlich der Hilfeleistung beim Brande in Hinach (am 29. Juli I. I.) am 26. August als ''Entschädigung für die Abnützung der Spritze X 25 und für die Bespannung X 10. Summe X 93. Weiters liefen ein aus Amerika durch die Sammlung des Johann Högler, Baggaley Box 51 Wesmoreland, 72 X 50 h, und zwar je 2 Doll, von Heinrich Mische, Altlag 23, Franz Mische, Altlag 64; 2 Doll. 50 Cent, von Alois Pfeifer, Altlag 48; je 1 Doll, von Anton Maußer, Ebental 6, Franz Rom, Schwarzenbach 6, und Matth. Flack, Oberbuchberg 13; je 50 Cent, von Alois Kinkopf, Unterwarmberg 33, Franz Schober, Seele 10, Lorenz Schober, Seele 10, Josef Schober, Seele 10, Anton Samide, Altlag 80, Anton Kraker, Altlag 113, Alois Maußer, Ebental 6; ferners von Josef Kikel, Altlag 90, und Ferdinand Mische, Stockendorf 4, je 1 Doll. Allen geehrten Spendern, insbesonders auch unseren lieben Landsleuten in Amerika, sei hiemit der herzlichste, wärmste Dank ausgesprochen. Unterlag. (Sterbefall.) Am 22. August starb nach großen und laugen Leiden Agnes Ruppe von Unterlag Nr. 4. Die Verblichene war eine Schwester des verstorbenen Herrn Pfarrers Georg Jaklitsch. In ihrer langwährenden Krankheit fand sie wahrhaft aufopfernde Pflege bei ihrem Sohne Alois und insbesondere bei ihrer auf Nr. 28 verheirateten Tochter Magdalena, welche wochenlang Tag und Nacht an ihrem Schmerzenslager weilte. — (Trauungen in Amerika.) Am 14. Juli wurde Josef Herbst von Neugereut Nr. 1 mit Margaretha Fugina von Oberberg, Pfarre Altenmarkt, in Brooklyn getraut. — Am 18. August wurde ebendort Aloisia Rom von Unterlag Nr. 8 mit Gustav Stalzer von Nesseltal getraut. Schakkendorf. (Grundlose Befürchtung.) Es hatte sich fälschlicherweise das Gerücht verbreitet, daß wegen der Sprengungen beim benachbarten Kohlenwerk die Gefahr bestehe, daß Schakkendorf über kurz oder lang versinken müsse. Diese Befürchtung ist schon deshalb ganz grundlos, weil die Ortschaft Schalkendors gar nicht auf dem Kohlenlager steht, sondern auf felsigem Gebiet. Man braucht also wegen dieser Sprengungen durchaus nicht irgendwelche Befürchtung zu hegen. Die Mär von dem „versinkenden Dorfe" Schalkendors ist von mehreren Zeitungen gebracht worden. Zur „Sauregurkenzeit" ist manchen Blättern eben jeder Tratsch willkommen. Kokenegg. (Selbstmord.) Der hiesige ledige, 26 Jahre alte Auszüglerssohn Alois Köstner („Jonkeisch") von Nr. 18 hat sich am 22. v. M. erhängt. Er dürfte den unglücklichen Schritt im Zustande momentaner Geistesverwirrung begangen haben, da er wenige Tage vor seinem Tode eine hochgradige Aufregung zeigte,, die zu dem Zustande seines Fußleidens in keinem Verhältnisse stand. Wien. (Geschäftsübernahme.) Herr Jakob Kump, gewesener Kaufmann in Wels, derzeit in Bad Ischl, und sein Neffe haben das Geschäft des Herrn Johann Montel, Wien XIII. Breiten-seerstraße 21, käuflich an sich gebracht und bereits übernommen. Wir wünschen den beiden Landsleuten viel Glück. KanMchel. (Trauung.) Am 10. August l. I. ist in der Allerheiligenkirche in Brooklyn Johann Erker aus Tanzbüchel 3 (Stafonsch) mit Josefa Stampfel aus Altlag getraut worden. Kingesendet. KKrenerkkärung. Ich gefertigter Johann Bauer, Besitzer in Altbacher Nr. 14, Bezirk Gottschee, widerrufe hiemit meine unbegründeten und erdichteten Beschuldigungen gegenüber dem Fräulein Leopoldine Hotschev aus Obrem Nr/20, Bezirk Gotlschee, bitte die Genannte um Verzeihung, verpflichte mich, sämtliche Kosten, insbesondere auch die Kosten ihres Vertreters Herrn Dr. Rajh, Advokaten in Reifnitz, zu bezahlen, habe als Sühngeld einen Betrag von 10 X für die freiwillige Feuerwehr in Mitterdorf erlegt und danke dem Fräulein Leopoldine Hotschevar, daß sie von der gegen mich beim k. k. Bezirksgerichte in Gottschee überreichten Privatanklage zurückgetreten ist. Johann Dauer m. p. Johann Kraker m. p., Zeuge. Johann König m. p., Zeuge. Bei einmaliger Einschaltung kostet die viergesxaltene ^leindruckzeile oder deren Raum *0 Heller, bei mehrmaliger Einschaltung 8 Heller. Bei Einschaltungen durch ein halbes ^abr wird eine zehnprozer tige, bei solchen durch das ganze Jahr eine zwanzigprozentige E äßigung gewähr:. Anzeigen. Die Anzeigengebühr ist bei einmaliger Linschaltung gleich bei Bestellung, bei mehrmaliger vor der zweiten Lin. schaltung zu erlegen. — Ls wird höflichst ersucht, bei Bestellungen von den in unserem Blatte angezeigten Firmen sich stets auf den „Gottscheer Boten" zu beziehen. Gottscheer Raiffeisenkassen. Zinsfuß für Spareinlagen 41A%. » „ Hypothekardarlehen 5 %. » „ Personal (Bürgschafts)-Darlehen 5 72/%. In Ebental ist das Haus Nr. 1 mit drei Waldanteilen, bei 60 Joch Äcker und Wiesen, sehr vielen Eichen — das Haus in gutem Zustande ~~ preiswürdig zu verkaufen. Anzufragen beim Eigentümer Andreas Herbst in Setsch, P. Gottschee (Xrain). (4—i) Tässer im guten Zustande, große und kleine, alte und neue, sind zu verkaufen bei Johann Luggenig Aaßöindermeister in Laibach, Rudolfsbahnstraße Nr. 5. (24-i) Reparaturen werden billigst berechnet. Abonnieret und leset den Gottscheer Boten! 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