Blätter zur Förderung des NbterlungsunLrrrrchtes. Herausgeber: Prof. Rudolf E. Peer;, k. k. Drxirksfchulinfxrktvr in Laibach. SB (a II a | Die »Vl. z. F. d. Rbk.-Unk.» erscheinen al« Vrilage zur «laibachrr Schul- Ciftnlirr lon^« Jfr. 1U, II. ^ayrg. !eiimtg„ monefl, @ B. Frage. — t.) Ans dem Lehrcr-album. — B.) Ein paar Worte über die Exkurrendoichulen. — 6.) Die Wechselrede. — «.) Sprachnnrichligkeitc». — 8.) Brieskaflcn. — 9.) Mir das Lehrerhcim im Süden. — 10.) Von Schule zu Schule. ........ «Uuauselzuliches Bliimcheu, wer bist du?» — Du kennst mich also nicht ? und so hast du mich denn auch nimmer vermißt. Herder. Der äutzere Schein. Dem Verdienste — die Kronen, dem Stande — das Ansehen! Ersteres muß gegeben iverden, letzteres müssen sich die Lehrer selbst verschaffen. Die Achtung hängt nicht immer am Range, sie ist zumeist mit der Persönlichkeit des Lehrers verknüpft. Wie mancher «Lehrer» versteht cs, sich mehr «Respekt» zu verschaffen, als der «Ober-» im Orte! Das ist aber noch immer nicht die Regel. Nur diese kann indes ins Auge gefaßt werden. Wo fehlt es, daß der Lehrerstand im allgemeinen eine niedrigere Respektsstufe in den Augen des Volkes einnimmt als andere Stände, denen die Lehrer in der Bildung zuweilen weit über sind? Der Gründe gibt es mehrere, vor allem aber die: 1.) Die Lehrerschaft setzt ihren Stand selbst herab, indem sie gering von ihm denkt. Wie oft kommt es vor, daß ein Kollege sagt: -Bitte, sprechen wir nicht von der Schule; ich kann die Fachsimpelei nicht leiden; das Reden vom i-u-e ist mir zuwider!» Was tut aber der Offizier, wenn er einen Kameraden trifft, was spricht der Arzt mit dem Genossen und worüber der Forstmann, der Beamte, der Priester? Die Zuhörer am Lchrertische merken die Abneigung vor dem eigenen Geschäft und denke» bei sich: «Es muß wirklich nicht der Rede wert sein.» — 2.) Der Beruf wird zum Hand-werk. Wer «pünktlich» in die Schule kommt, ohne früher nachgedacht zu haben, was er vortragen und wie er es behandeln wird, kann es im Augenblicke nicht viel besser treffen als der routinierte Laie und es ist dann nicht zu verwundern, wenn der letztere meint: «So unterrichten kann ich auch!» Wo steckt aber dann die Kunst, auf die wir Anspruch erheben sollen? Sic kann dem Zöglinge in den vier Jahren seiner Bildung nicht eingeimpft werde», sie greift nur mit den Wurzeln in sein Geistesleben, groß machten sie erst der Geist und der Fleiß. Gerade der Lehrer im Abteilungsunterrichte kann aber um seine Arbeit einen Rimlnts weben, wenn er den Stoff geschickt verteilt, wenn er aus dem Leben schafft, wie es sich ihm im Schillerte bietet, wenn er den Zeitgeist vor sein Wägelchen spannt, — wenn er über sein Wirken nachdenkt und es mit dem Blick auf ein festes Ziel entfaltet. Vor ihm zieht dann nicht nur der Inspektor, sondern auch der Bauer den Hut. — 3.) Nicht in Gegenwart der Leute über das Lehrerelend klagen und schelten! Der Bauer kann es ja nicht ändern. Wozu die Armut vor ihm anfdecken, wenn er dann sein Viertel Wein mit um so größerem Behagen hinabschlürft und für sich hinsummt: «Sind doch arme T , die Lehrer!» Es ist nicht zum letztcnmale vorgekommen, daß nach all dem Lamento dem «Armen» ein Gratisvicrtel an-geboten wurde. Man muß also immer daran denken, wem man das eigene Wehe anvertraut; gar Sammelt Gaben für das Leürerüeim i, 8. und sendet sie an Bundesobmaun Kessler, Maunswortli ü, Wien. oft bringt es, am falschen Orte angebracht, nur noch Schaden. — 4.) Und nun noch die Titulatur! Da sollte es nur einmal jemand mögen, einem Hauptmanne Oberleutnant, einem Steueramtskontrollor Adjunkt, oder einem Pfarrer Kaplan oder -Sie, Herr N.» zu sagen! Aber wie ist es bei den Lehrern? Die wenigen Titeln, die ihnen zu Gebote stehen, haben keinen Wert, weil ihnen die Lehrer selbst keinen beimessen. Es ist ja recht schon zu meinen, unsere Arbeit steht viel zu hoch, als daß >vir ihr den Platz erst durch den äußeren Schein anzuweisen brauchten. So verhält es sich zwischen den Gebildeten und den Lehrern des höchsten Ranges. Alle ändern Verhältnisse heischen jedoch den Glanz des Titels; besonders aber das Landvolk braucht die Nomenklatur. Seht nur, wie peinlich der Gemeindevorsteher auf den - Bürgermeister-achtet und wie der Ortsschnlratsobmann den -Schulrat» hervvrkehrt! Der Lehrer aber läßt sich von Bauernburschen mit Herr 3£. und der Oberlehrer mit dem Zuruf -Sie Lehrer!- benamsen. Dabei geht nicht nur ein Quentchen, sondern sehr viel von dem Ansehen verloren. Es gibt dermalen einen -Schuldirektor-, einen -Oberlehrer-, einen -Schulleiter-, einen -Lehrer-, einen «Aushilfslehrer» (der -Unterlehrer- ist gottlob im Absterben begriffen) und daran soll festgehalten werden. Wer sich nicht die Reife und Befähigung erworben hat, soll auch nicht das Anrecht auf den Titel -Lehrer- haben. Der Bauer kalkuliert: -Schaut's, Lehrer wird man leicht: drei oder vier Lateinschulen, die G'schicht geht nit; holla, da werd' mer a ,Lehrer'!-Man braucht leider Gottes auch Anshilfslehrer, solange es nicht genug «Lehrer- gibt. Wenn wir sie aber nicht sogleich in unser« Kreis ziehen, so schützen wir das Lehreransehen und treiben sie förmlich zur Prüfung. An die vorstehenden Erörterungen hängen sich mehrere Fragen: a) Warum gibt es bei anderen Ständen eine so lange Stufenleiter und bei den Lehrern so wenig Sprossen? b) Warum kann der verdienstvolle «Lehrer» nach Jahren nicht «ad personam» den Titel -Oberlehrerbekommen? c) Weshalb geizt man mit dem -Schuldirektor?- — Darüber ein andermal! Einiges über Kunstpflege im Schulliause. Von P. Koschicr, Graßnitz, Steiermark. Mein Heim, meine Welt. (Schluß.) Bin ich nun eingezogen, gehe ich gleich daran, mir die Wohnung geschmackvoll einzurichten. Möbel kaufe ich mir nach den verfügbaren Mitteln und sie müssen echt, zweckmäßig und schön sein. Auch weiche Möbel können diesen drei Forderungen der «Modernen» entsprechen. Bilder. Es hat mir weh getan, als ich vor Jahren in einem Lehrerhausfe die Bilder an der Wand betrachtete. In der Mitte der fensterlosen Wand ein Spiegel mit Goldrahmen, mit Papierblumen «geschmückt», links und rechts davon, ebenfalls mit Goldrahmen, zwei Bilder, die braunschweigische Dorfidyllen oder so etwas vorstellten, ober der Tür ein Heiligenbild, das auch «spielte», u. zw. das «Tedeum» und «Stille Nacht» in rasendem Marschtempo usw. Den Mann habe ich bedauert; von seinem «Wandschmuck» hatte er rein gar nichts und seine Nachkommen werden noch lange darüber nachsinnen, wie sie sich dieses Plunders mit Anstand entledigen könnten. Und was hätte der Mann für dieses Geld nicht haben können?! Halten wir ein wenig Umschau nach Quellen, aus denen auch der Minderbemittelte etwas von wirklicher Kunst schöpfen kann! Da ist es zunächst die k. k. Hof- und Staatsdruckerei, die schon einige prächtige Bilder geschaffen und sie um einen minimalen Preis an Lehrer abgibt. (2 K, sonst 6 K.) Ein paar von diesen Bildern würden auch die Lehrerwohnung ganz schön schmücken. Wem auch diese Ausgabe zu hoch ist, der schmücke sein Heim mit den Bildern, die vom «Kunstwart» in München herausgegeben werden. Alte und neue Meister sind hier vertreten und dies in vorzüglicher Reproduktion. Ein Bild kommt auf — 25 Pfennige. Dieses Unternehmen war nur möglich, weil ein Kunst- und Volksfreund zu diesem Zwecke 10.000 Mark spendete. «Für ein Biergeld», schreibt die «Schlesische Schulzeitung», «kann man sich einen Kunstschatz erworben, der gerade im schlichten Schulhause eine Quelle immerwährenden Genusses sein wird.» Ich will nur noch bemerken, daß die Seele des ganzen Kunstwartunternehmens der Dichter Avenarius ist, wir also in der Person des Dichters die Bürgschaft haben, daß nur Gutes geschaffen wird. Wer mit Kleinplastik Freude hat, dem seien die Museen in Berlin empfohlen, die im Aufträge des Staates in rein idealem Interesse unter eigenem Herstellungspreise Abgüsse nach den plastischen Kunstwerken aus dem Staatsbesitze verkaufen. Kleine Statuetten, die bequem auf dem Schreibtische ein Plätzchen finden, kann man schon für einen Taler das Stück bekommen, größere Reliefs zu 5 bis 15 Mark, also Preise, die bei « Luxuswaren * für ganz niedrig gelten. Kunstblattsammlungen. Da spielt der Geldpunkt keine Rolle. Firmen senden uns oft ihre ganz netten Reklamebilder und die gütigen Buchhändler Probenummern von illustrierten Zeitschriften. Hat man das Bild herausgeschnitten und vom Ballast befreit, hebt man es auf. «In geschmackvolle Art gefaßt, bringt auch der schlechteste Holzschnitt, dessen Schicksal es sonst ist, auf die Straße geworfen zu werden, ein Stückchen Kunst ins Haus.» Doppelt wertvoll wird ein solches Blatt, wenn wir es auch in der Schule verwerten können.* — Ist einmal der Grundstock einer solchen Sammlung gelegt, wird sie zu einer Fülle von Anregung für den Besitzer, ja für die ganze Familie. «Wie anders sähe es hei uns aus, wenn recht viele das Steckenpferd des Kunstsammelns ritten und sei es in seiner einfachsten Form. Man lache die Leute nicht aus, wenn sie (nach Art Jörn Uhls) ** ihre Schätze sorgsam hüten, sie ordnen, einfügen, sichten, verschließen und wieder vorziehen und wieder betrachten. Gewiß, ein Teil davon ist Pedanterie — was tut’s?» (P. Schnitze.) Auch Ansichtskarten, hübsch angeordnet, entweder an der Wand oder in einer Sammelmappe, bringen viel Anregung. Die Technik hat auf diesem Gebiete geradezu schon Wunderbares geschaffen. Die schönsten Landschaften sah ich auf Ansichtskarten, herausgegeben von der Photoglob- Kompanie in Zürich. Da erhält man Photographien in Naturfarben von 70 Pf. an bis 10 Mark, kleine Karten schon zu 5 h das Stück. Und das Gute bei diesen Karten ist, daß man sie auch in der Schule prächtig verwerten kann. — Meicrl lobt und empfiehlt in seinen «Präparationen zur Behandlung des Vaterlandes» die Riesenpostkarten, herausgegeben vom Verlage Stengel und Komp. in Dresden. (24X30 cm, 10 Stück 3 K.) Makartsträuße, künstliche Blumen, japanische Fächer und ähnliche Staubsammler sollen nicht mein Heim zieren; ebensowenig werde ich Töpfe und Teller bemalen oder mit Hilfe der Laubsäge mir Uhrenständer, Rahmen, arabische Hocker, die jetzt so modern sind, anfertigen. Solche - Dilettantenfirlefanzereien» kann sich ein Spießbürger leisten, nicht aber ein Lehrer, der die Kunst in Schule und Haus pflegen soll. Pflanzen als Zimmerschmuck. Wer schon mit Pflanzen sein Heim schmücken will, der wähle dazu nur heimische Pflanzen, nicht nur deshalb, weil sie geringerer Pflege bedürfen, sondern auch deshalb, weil sie die Wohnung behaglicher machen. An die Nelken der Mutter oder der Großmutter erinnern wir uns immer noch gern. Palmen, Kakteen haben für uns etwas Kaltes; zudem verlangen sie auch eine sorgfältige Pflege. «Wie wenige kennen doch den Reichtum der heimischen Flora, wissen nichts von der Mannigfaltigkeit ihrer Formen!» Wer von der Sucht, Treibhauspflanzen zu ziehen, kuriert sein will, dem sei A. Daudets «Tartarin aus Tarascon» aufs angelegentlichste empfohlen. Nippsachen. Auch hier gilt der Grundsatz der «Modernen : die Sachen müssen echt, zweckmäßig und schön sein. Alles andere gibt sich von selbst. Ich bin am Schlüsse meiner Ausführungen. Nochmals sei es gesagt: Gerade wie nur in einem gesunden Körper eine gesunde Seele wohnen kann, so kann auch nur in einem behaglichen Heim das Glück wohnen. Es soll deshalb all unser Trachten darauf gerichtet sein, daß wir die Räume, die uns täglich umgeben, die uns an die Arbeit mahnen und zur Erholung rufen, nicht stiefmütterlich behandeln, sondern sie durch Zusammenstellung des Passenden, Vermeidung dos Ungefälligen und Störenden, uns und den Unseren zu einer Stätte des Geschmacks, zu einem Zufluchtsorte des Behagens, zu einem Tempel der Reinheit und edlen Freude machen und daß wir mit Auerbach ausrufen können: «Ich für mich könnte nicht leben ohne die Kunst, ohne den Anblick dessen, was die bildende Kunst hervorgebracht hat und noch hervorbringt.» * Ein Fingerzeig, wie ein fleißiger Lehrer zu Lehrmitteln kommen kann. ** Siehe: «Goldkörner aus Jörn Uhl». Laibacher Schulzeituug. 1905. III. D. Sch. Nachwort der Schriftleitung. Man schreibt in unserer schreibseligen Zeit über mancherlei, was den Lehrer a» die Pflicht mahnt, findet aber so selten ein Wort für sein Vergnügen. Ein Vergnügen bedeutet es mm jedenfalls, wenn den müden Mann ein traulich' Heim umfängt. Darum Dank dem Kollegen in der grünen Mark, der uns wieder einmal den Weg zum wahren Glück gewiesen hat! Trüge doch der Geschmack für die «gute Stube- auch etwas ins Schnlzimmer: Wie lieb wäre dann den Kindern der Raum, wieviel strahlte in die Dorfstnben hinüber! Die 3. Frage. Ungeteilte cinklassige Volksschule oder Halbtagsschnle? (Abschließende Berichte.) 8. Gegenüberstellung: Jür: 5.) Bei mehr als 50 Schülern — Halbtagsschule. (Folge 2, Jahrg. 1905.) /Schulleiter Pomesberger in Frähwärts, N.-Ü.j 6.) «Die einklassige V. ist ein Unding.» Die H. ist der 2 klass. V. nahegerückt, daher vorzuziehen. — «Lehrer, welche durch eine strenge Untersuchung nachweisen, daß sie körperlich vollkommen gesund und in allen Gegenständen methodisch tüchtig sind, können nach eingehender Befürwortung durch den Orts- und Bezirksschulrat vom Landesschulrate die Ermächtigung erhalten, den Unterricht an ihrer 1 klass. V. ganztägig zu erteilen, wenn die Kinderzahl weniger als 40 beträgt.» — (Folge 3, Jahrgang 1905.) /Schulleiter Pohl in Lim-bach, N.-Ö.J 7.) Die ung. 1 klass. V. erfordert einen wirklichen «Schulmeister». — Gesundheit und Amtseifer leiden; man wird nervös und zur körperlichen Züchtigung verleitet. — Die Lehrerarbeit wird zersplittert, sie sinkt zum Mechanismus herab. — Müßiggang, Zerstreutheit, Langeweile! Die Schulhygiene wird in der 1 klass. V. nicht beachtet. — (Folge 4, Jahrg. 1905.) [Lehrer A. Erker in Mitterdorf bei Gottschee.] 8.) Bei mehr als 50 Schülern unbedingt H.! — Ein Nachmittag der Woche soll auch in der H. frei sein. — «Es kommt nicht gerade auf die Stundenzahl an, sondern auf die kluge Ausnützung der Zeit.» — «Wer durchaus Lust hat, in etlichen Jahren nervös zu sein, mag auch mit 100 Schülern ganztägig unterrichten.» — (Folge 7, Jahrg. 1905.) [Schulleiter Lueger in St. Jakob i. W., Steiermark.] — 31 jähr. Erfahrung! 9.) Erwiderung auf das Urteil des Ohl. Pensler, Pirken-Görkau, Folge 8, Jahrg. 1904. — In der H. arbeitet man nicht nur, sondern erzielt auch etwas. — Im Rechnen bewährt Wider: 5.) Bei der H. geht viel Stillbeschäftigung, die, richtig geliandhabt, die Hausarbeiten ersetzt und das Erlernte einiibt, verloren. — (Folge 2, Jahrg. 1905.) [Lehrer Brugger in Nußdorf, Tirol.] 6.) Unter 80 unbedingt Ganztagsschule, über 80 2 klass. V. — Die Stillbeschäftigung hält den durchgenommenen Stoff fest, «das geschriebene Wort bleibt dauernd im Gedächtnisse». — Bei Dreiteilung der Stunde ergibt sich mehr direkter Unterricht in der unget. 1 klass. V. als in der II. — Die Unterrichtserfolge sind daher in der II. bei demselben Zeitausmaße jedenfalls geringere. — (Folge 5, Jahrg. 1905.) [Oberlehrer J. Perz in Nesseltal, Krain.] 7.) Die Landbevölkerung ist für die H. aus Unverstand, Verhetzung gegen die Neu-scliule und aus Armut. — Der Zeitgeist fordert ganze Menschen, daher einen ganzen Unterricht. — Auch bei der Ganztagsschule bleibt noch Zeit zur häuslichen Arbeit. — Suppenanstalten halten die Bedenken bezüglich der Verköstigung in der Mittagspause nieder. — (Folge 8, Jahrg. 1905.) [Schulleiter Pichler in Oppenberg, Steiermark.] 8.) «Der II. setzt die Unterrichtserfolge, die Bildungsstufe der Kinder weit herab.» — * Man stößt mit der II. die Kinder aus der Schule hinaus auf die Straßen und Wege, Felder und in die Wälder»; es wirkt die «Erziehung der Gasse». Die Eltern haben nicht Zeit, sich der Erziehung jener Kinder zu widmen, die noch nicht zur häuslichen Arbeit verwendet werden können. Diese Kinder wären in der Schule am besten aufgehoben. Die Schüler nehmen in der freien Zeit Nester aus, machen Trink- und Rauchversucho, gehen Raufhändel ein, verrohen und kommen ungezügelt und umschwärmt von verschiedenen, dem Unterrichte abträglichen Vorstellungen in die Schule. — Der Rückgang in der Zahl der Gerichts- gittr: sich die H. besser. — Zu Allotria ist keine Zeit, weil die Kinder in der freien Zeit zur häusl. Arbeit benützt werden. — Der Schulbesuch ist in der H. geregelter. — Die Disziplin macht weniger Ansprüche. — Unter 40 Ganztagsschule, darüber H. — (Folge 9, Jahrgang 1905.) /Ein Einklaßler in Nord- mähren.] — 211/2 Jahre in der Einldassigen tätig. 10.) Ein ungenannt sein wollender hochstehender Schulmann ist für die H., weil er die Wahrnehmung gemacht hat, daß das Durch-schnittslehrgeschick und die Biegsamkeit des Geistes der Lehrenden den Anforderungen eines rationell betriebenen Ganztagsunterriehtes in der 1 klass. V. dermalen nicht entsprechen. Wider: Verhandlungen ist ein Erfolg der Neuschule, und zwar der Ganztagsschule. Führt man die H. ein, so wird man die Besserungsanstalten, Gefangenhäuser u. dgl. vermehren müssen. — Die H. führt zum Müßiggang und dieser zum Laster. —- Durch die Vermehrung der Stundenanzahl werden die Kräfte des Lehrers aufgebraucht. (Österr. Schulzeitung, Folge 11, Jahrg. 1904.) 9.) Schulleiter Titze in Batzdorf in Böhmen bringt einen Vorschlag besonderer Art, der in der Zusammenfassung berücksichtigt werden soll. (Folge 1, Jahrg. 1905.) 10.) Schulleiter Titze in Batzdorf verweist nach der sich allmählich zur Ruhe abstufenden Wechsel rede Uber die 3. Frage neuerdings auf das in Folge 1, Jahrg. 1905, vorgeschlagene Übereinkommen. Hiemit ist die Debatte geschlossen; nächstens erfolgt die «Znsaimnenfassnng». — Wer noch ein Wortlein mitreden will, melde sich bis Ende des Monates; abgcdrnckt werden Urteile freilich nicht mehr, wohl aber in die Erörterung einbezogen. Hits dem Lehreralbmn. 6. Nf/tv/fd/fr/ger jNförer der T/rt/eers/Zd/ U Ofer/e/zrer Ich war begierig, diesen «zweijährigen» Oberlehrer kennen zu lernen. Eine Lehrerversammlung brachte ihn aus dem hintersten Winkel des Engtales. Nun stand das Männlein vor mir. Es kam mir vor, als hätte es der liebe Gott aus Lehm geformt und hernach von oben nach nuten zusammengedrückt: Unter der niedrigen Stirne hinter dem dicken Augenglas zwei kluge Äuglein, ans dem breiten Naschen ein kleiner Gupf, schimmernd in der Abendröte, der Mund tief in die Wangen geschnitten, darüber im wirren Durcheinander ein rötlicher Bart und zuunterst das Kinn mit dem Grübchen. Wieviel Weisheit mußte hinter diesem Gesichte schlummern, da der Kopf sich tief zwischen die Achseln gesenkt hatte! -Guten Tag, Herr Oberlehrer!» ««Salve, salve!»» »Sind Sie trotz des schlechten Wetters gekommen?» - -Das wäre doch ein testimonium paupertatis, wenn sich ein Oberlehrer montanes durch die Launen des Jupiter pluvius irritieren ließe!»» — Gottlob, daß ich auch Latein gelernt hatte, sonst hätte ich den Faden der Rede nicht aufnehmen können I — Der zweijährige Hörer der Universität saß spät am Abende in der Gesellschaft von Beamten und Bürgern und bot die aus dem Schiffbruch gerettete Ware feil. Ich sah, wie die einen schmunzelten, die anderen höhnisch lächelten, wie diese kicherten und wie jene mitleidig auf den «gelehrten» — Professor der zweiklassigen Schule in St. R. herabsahen. Mißmutig schlich ich von dannen. 6. Er sitzt in der «Amtsstube» und arbeitet gerade an der «Verhandlnngsschrift» über die letzte «Lehrerberatimg». Die Frau war ans den Zehen vor uns geschritten, was Wunder, daß auch wir leise in die Schreibstube schlichen! «Darf man stören?- -«Bedaure, meine Herren! Noch ein Viertelstnndchen und ich bin fertig. Die Ver-handlnngsschrist muß noch heute fort.»» — Wir sind dem Pflichtgetreuen nicht gram, sondern ergehen uns im Schulgarten. Wie sorglich da doch alles geordnet ist! Hier ei» Blumenbeet, dort die Obstbaumschule, tu der Ecke ein Bienenhaus: Glücklicher Mann, glückliches Volk! Die Viertelstunde ist um, er kommt. Der Oberlehrer von V. ist hochgewachsen, aber auch ebenmäßig in die Breite gegangen. Seine Rede fließt langsam dahin, bedächtig, im Baß — und harrt immer des Zeitpunktes, da die unsere vorübergerauscht ist, ehe sie aufs neue hervorquillt. Wir sind beim Wirte eiugekehrt. Die Bauern erheben sich und begrüßen «ihren» Herrn Oberlehrer; auch der Förster hat sein Federche» flattern lassen, der Pfarrer ist dem «Herrn Oberlehrer» gar entgegeugekommen. Wie hat's der Mann nur angestellt, daß er der Cäsar des Dorfes geworden ist? Urteile werden erbeten für folgende Fragen: 5. Frage: Sott das dritte Schuljahr zur Unter- oder zur Mittelstufe gehören? (i. Frage: Welche Stoffmassen (Kapitel) sollen aus dem jetzt bestehenden Lehrpläne ansge-schieden oder zngeschnitten werden? 7. Frage: Inwieweit kann das Helferwesen im Abteilungsunterrichte Geltung haben? Ein paar Worte über