Macher TaMtl. Redaction und Expedition: Bahnhofgasse Nr. 15. Nr. 801. Pränumerationspreifei Für LaikaS: Ganzj. fl. 8-4V; Zustellung ins Haus vrtlj. LS Ir. L!it der Post: GanzMr. fl. 12. JnsertionSpreise: Ein- Dienstaa, 3. September 1878. — Morgen: Rosalia. 11. Jahrq. ^ zeigen bis 5 Zeilen 20 kr. Zur Occupationsfrage. Oesterreich-Ungarn hat sich gelegenheitlich des Berliner Diplomatenkongresses bei einem Unternehmen engagiert, dessen Rentabilität, dessen Erfolge heute noch nicht zissermäßig präliminiert werden können. Oesterreich-Ungarn hat die Grenzen Bosniens und der Herzegowina mit den Waffen in der Hand überschritten, es muß nun vorwärts marschieren, es muß seine finanziellen Kruste zu außerordentlichen Ausgaben anspannen, es muß eine ausgiebige Truppenmacht ins Treffen senden, damit es den Zweck der politischen Sendung erreiche, denn die Geschicke Oesterreich-Uugauis stehen bei diesem gewagten Unternehmen auf oem Spiele. Alle Völkerstämme Oesterreich-Ungarns wurden zu den Waffen gerufen, um bei dem Occupa-tionswerke thätigst mitzuwirken. Das erwähnte Spiel hat unter ungünstigen Auspicien begonnen, und die Heeresleitung muß jetzt bemüht sein — koste es an Gut und Blut, was erforderlich, — die Ehre Oesterreich-Ungarns zu retten. Die österreichische Regierung scheint nun ungesehen zu haben, daß sie infolge ihrer Leichtgläubigkeit eines schweren Vergehens sich schuldig gemacht; sie hat stch endlich aufgerafft und stellt den Insurgenten mehr als zwei Kompagnien und eine Fahne entgegen. Die Unterlassungssünde hätte üble Folgen tragen können! Mit Befriedigung nehmen wir Act, daß selbst ausländische große Journale, namentlich das „Journal des Dcbats", Oesterreich-Ungarn den Sieg in der Occupationsfrage wünschen und gönnen; Auch dieses unabhängige, unparteiische Weltblatt betont, daß Oesterreich-Ungarns Aufgabe darin bestehe, die verschiedenen Gelüste Rußlands energisch abzuspeisen, die panslavistische Action lahm- zulegen und die Machtstellung Oesterreich-Ungarns zu sichern. Oesterreich-Ungarn mußte den Weg des Friedens, den es in Bosnien und in der Herzegowina gehen sollte, verlassen und in jene der Waffengewalt einlenken, Es ist ties zu beklagen, daß die Kulturmission mit Pulver und Blei durchgesührt werden muß; nachdem es jedoch so weit gekommen, muß Oester-reich-Ungarn auf dem Wege der Gewalt vorwärts schreiten: ein Rückschritt ist heute nicht mehr möglich. Eisen und Stahl, Pulver und Blei müssen leider jetzt jene Fehler corrigieren, welche durch die Feder der Diplomaten vorgekommen sind. Um Gotteswillen nur jetzt keine diplomatischen Schnitzer und Irrfahrten mehr! Die österreichisch-ungarische Regierung muß ohne Verzug unter Entfaltung aller Militärkräfte in Bosnien und in der Herzegowina Ruhe und Ordnung schaffen, bevor es zu spät wird. Die Occupationsfrage muß in den nächsten sechs Wochen gelöst werden; später ruft der böse Winter den Occupiereuden ein frostiges Holt zu, und das blutige Drama würde im kommenden Frühjahre eine Wiederholung erleben. Ein großer Theil der Truppennachschübe hat den Uebergang nach Bosnien bereits vollzogen, die Communicationsherstellung zwischen den verschiedenen Garnisonsorten ist im Zuge, die Jn-surrectiou hat den Charakter des Maffenaustrittes bereits eingebüßt und fliegende Colonnen sind mit der Säuberung der beiden Provinzen beschäftigt, Theile der österreichisch-ungarischen Armee werden Tag für Tag auf den Occupatiousschauplatz entsendet und Oesterreich-Ungarn tritt mit den Waffen in der Hand für einen Missionszweck ein, der vielleicht vor wenigen Jahren oder noch vor wenigen Monaten — wenn Oesterreich - Ungarn etwas weniger ehrlich und etwas mehr energisch ins Zeug gegangen wäre, — ohne Schwertstreich zu erreichen gewesen wäre. Wird der Werth jener Früchte, die Oesterreich-Ungarn von dem Felde der Occupation heim-zusühren vermeint, aber auch jene Opfer, die Oesterreich-Ungarns Völker an Gut und Blut in der Occupationsfrage bringen, nach Gebür entlohnen? Bis heute liegen zur Beantwortung dieser Frage im Oesterreich-Ungarns günstigen Sinne sichere Anhaltspunkte noch nicht vor. Vom Occupationsschauplatze. Am 1. d. wurde nach Bericht des Spezialkorrespondenten der „N. fr. Pr." in Serajewo die erste Nummer des in kroatischer Sprache erscheinenden offiziellen Blattes „Bosna" veröffentlicht; sie enthält einen Leitartikel, die Zukunft Bosniens besprechend, und einige offizielle Kundmachungen. Die Vorbereitungen für die Einhebung des diesjährigen Zehents sind im Zuge. FZM. Baron Philippovich hofft durch den Zehent den Getreidebedarf der Armee für den Winter sicherstellen zu können. Von den transportablen Kranken und Verwundeten in Serajewo wurden 450 nach Brod befördert. Nur die Schwerkranken und die Schwerverwundeten, deren Stand 380 war, bleiben zurück. Der Gesundheitszustand ist nicht sehr günstig, Darmkatarrhe und typhöse Erscheinungen treten häufiger auf. Em Kaufmann, gewesener Offizier, welcher aus Loznica über Janja und Bjelina nach Brod kam, erzählt, wie die „Deutsche Ztg." erfährt, daß türkische Genie-Offiziere aus Bjelina ein zweites Plewna gemacht haben und daß es nicht nur einer großen Anstrengung, sondern geradezu einer regelrechten Belagerung bedürfen wird, um Feuilleton. Unsere Artillerie vor Serajewo. (Schluß.) Die 7./XII. schwere Batterie unter Kommando des Oberlieuteuauts Turkayl folgte der Brigade Oberst Villecz auf der Straße, dann bis aus die Höhen südlich von Fratinselo. Ihre nächste Aufgabe war die Bekämpfung der feindlichen Geschütze des unteren Kastells, gegen welche auch das Feuer eröffnet wurde. Da sowol Ausblick als Ausschuß behindert waren, ließ jedoch der Interims - Batterie - Divisionskommandant Hauptmann Küper das Feuer einstellen, die Batterie um einige hundert Schritte vorrücken und die auf dem Hange des Debelo-Brdo der Brigade Kaifsel entgegenstehenden Feuerlinien enfilieren. Auf 1500 Schritte wurden nur ein Hohlgeschoß-und zwei Shrapnelschüsse abgegeben, und schon flüchteten die gegnerischen Plänkler aufs eiligste. Darauf wurde um 10 Uhr die dritte Aufstellung noch weiter vor, aber schon in der Ebene, unmittelbar vor dem westlichen Stadteingang, und von da nunmehr das untere Kastell auf 3200 Schritte ins Feuer genommen. Auf 3650 Schritte war die Batterie beim fünften Schüsse eingeschossen, beim achten Schüsse das Kastell zum Schweigen gebracht und dadurch der Infanterie das Eindringen in die Stadt wesentlich erleichtert. Zum vierte» male wurde darauf das Zielobjekt gewechselt, und zwar auf 4800 Schritte die nordwestliche Enceinte des oberen Kastells enfiliert. Da aber der Ausschuß beschränkt und die weitere Vornahme der ganzen Batterie der Häuser wegen nicht möglich war, wurde ein Geschützzug unter Lieutenant Miloseric wieder auf den Fuß des Debelo-Brdo, nur weiter vorwärts, etwa auf 1200 Schritte detachiert und die westliche Enceinte auf 4200 Schritte en rsvsrs beschossen, und zwar concentrisch mit den weiter links feuernden Batterien, was zur raschen Räumung derselben seitens des Gegners wesentlich beitrug. Als die eigene Infanterie hintennach in die Stadt eindrang, wurde das Feuer eingestellt. Die Batterie hatte 120 Hohlgeschoß, und 2 Shrapnelschüsse abgegeben. Zeitweise war sie schwachem feindlichen Jnfanterie-feuer ausgesetzt. In der Ausstellung vor dem Westeingange wurde sie aus einem Hause auf 100 Schritte beschossen. Korporal Hammer sprengte angesichts der ganzen Batterie kühn auf das Haus vor, feuerte vier Revolverschüsse ab und vertrieb so den gefährlichen Gegner. Feuerwerker Geißler, welchem bei einem Geschütze seines Zuges an einer schwer passierbaren Stelle die Deichsel gebrochen war, wußte durch außerordentliches Geschick und Umsicht das Geschütz trotzdem in die Feuerlinie vorzubringen. Auch that er sich bei der Bergung des während des Vorrückens der Batterie gefundenen, von der Batterie 11./XII. demontierten feindlichen Geschützes durch Geschick und Energie hervor. Durch kaltblütiges, vorzügliches Richten thaten sich besonders hervor die Vormeister Vuc-kovik, Tomper, Deh, Kliebert, Schadt. Bei dm Bewegungen leistete die ganze Fahrmannschaft Außerordentliches; insbesondere aber thaten sich hervor: Oberfahrkanonier Beczkovsky, die Unter-ahrkanoniere Kromer, Tertnjak, welche über die chwierigsten Bergstellen ruhig, entschlossen und mit äußerstem Geschick die ersten hinwegzukommen wußten und so das rechtzeitige Erscheinen der Batterie am Orte ihrer Bestimmung ermöglichten. „Die 10./XII. Batterie unter Hauptmann Gütl wurde von dem Corps-Artilleriechef, Obersten Frank, bei der besonderen Wichtigkeit ihrer Aufgabe und Aufstellung selbst dirigiert. Derselbe placierte sie auf der steilen, dominierenden, näch- es zu erobern. Von der Drina angefangen, bei den Dörfern Amalja, Patkovic vorbei, ziehen sich großartige Erdwerke bis nach Dugopolje dahin und dann über Ohurska, längs den Brodnatfcher Morasten zurück zur Drina bis zum Dorfe Med-jarschi. Bjelina wurde stark verproviantiert und mit Kriegsmaterial reichlich versehen. Proviant und Munition kam wie aus der Erde gestampft, größtentheils nachts, von wo, das ist bis jetzt Geheimnis. Die Besatzung Bjelina's ist dermal schon bedeutend, doch scheint es, daß man für später auf eine vierfach größere vorgesorgt hat. Wie die gestrige „Kroatische Post" berichtet, wurde Major Fischer vom Erzherzog-Leopold-Jnfanterieregimente verwundet und in das Spital nach Agram gebracht. Unsere Truppen ertragen die ungeheuren Strapazen des bosnischen Feldzugs standhaft, aber der Gesundheitszustand, der anfänglich ein so guter war, beginnt jetzt sich insofern zu verschlechtern, als die Ruhr sich unter den Truppen zeigt. Auch Erzherzog Johann Salvator ist an der Ruhr erkrankt, doch glücklicherweise bereits wieder auf dem Wege der Besserung. Der Gesammtverlnst unserer Armee in Bosnien und in der Herzegowina dürfte die Zahl von 2000 an Tobten und Verwundeten bereits überschritten haben. Die Situation auf dem Occupationsplatze hat sich seit kurzem wesentlich geändert, es scheint, daß auch in Wien die Occnpation Bosniens viel ernster aufgefaßt wird als ehedem. Seit gestern kommen nach Brod Truppenmassen, welche sofort über die Save dirigiert werden und welche wol darauf schließen lassen, daß man südlich von Serajewo nicht nur mit Insurgenten zu kämpfen haben wird, sondern daß auch das türkische reguläre Militär sich zum Kampfe gegen die österreichischen Truppen vorbereitet. Die Kriegsvorbereitungen werden auch in Serajewo beschleunigt und sehr energisch betrieben, hiezu gehört auch die nun beschlossene Befestigung Serajewo's. Heute ist schon eine halbe Batterie Geschütze schweren Kalibers hieher gekommen, und es heißt, daß dieser halben Batterie noch bis 5. d. Mts. 1*/° Batterien ebenso schwerer Geschütze folgen werden, welche ebenfalls für die Befestigungen in Serajewo bestimmt find. Es ist nur eine Frage, wie dieses riesige Kriegsmaterial von Brod weiter transportiert werden wird, denn obwol sich jenseits der Save mehr als 12,000 Wagen befinden, ist noch immer an Transportmitteln ein solch' erheblicher Mangel, daß Stunde für Stunde zu Hunderten von Wagen gefordert werden und das Fuhrwerk schon von ganz Kroazien und Slavonien, ja selbst aus den sten, nordwestlichen Höhe von Serajewo. Als nächstes Zielobjekt wurde die nordwestliche Eneeinte der alten Befestigungen gegeben. Das Feuer wurde auf 3800 Schritte eröffnet. Links vorwärts kämpfte Infanterie. Dieselbe wurde von dem auf steilen Felsabhängen postierten Feinde aus einer Entfernung von 600 Schritten heftig beschossen. Um sie zu degagieren, ließ Hauptmann Gütl den linken Geschützzug auf 3000 Schritte gegen die Felsabhänge feuern. In kurzer Zeit war der Gegner von dort zurückgetrieben. Später erschwerten wieder die am Stadtrande eingenisteten feindlichen Schützen der Infanterie das Vorrücken. Einige Shrapnel-schüsse vertrieben auch von dort den Gegner, so oaß die eigenen Plänkler leichter Vorkommen konnten. Mch auf das untere Kastell wurden Ehrere Schüsse mit guter Wirkung abgegeben. Behufs Erhöhung des eoneentrischen Zusammenwirkens nnt den anderen Geschützpositionen disponierte Oberst Frank einen Geschützzug einige hundert Schritte gegen links weiter bergan, woselbst ein Geschütz der 9./XII. Batterie beim Auffahren stecken geblieben war, und stellte später diese drei Geschütze unter Kommando seines eigenen Adjutanten, LientenantS Patt, um dem die Batterie unausgesetzt belästigenden feindlichen Klein- entferntesten Gegenden des Landes bereits erschöpft ist; da nun die Ungarn ihre Wagencolon-nen zurückverlangen, so dürfte es den verschiedenen Regierungskommissären bald nicht mehr möglich sein, auch nur ein Pferd aufzubringen, Wagen sind jetzt schon keine mehr da, weil von jenen, welche einmal in Bosnien waren, nur wenige transportfähig zurückkommen. Bis zum 6. d. sollen nach Brod noch sechs complette Infanterieregimente!.', eine Masse Kavallerie, Artillerie und Fuhrwesen anlangen, welche die Bestimmung haben, den nordöstlichen Theil Bosniens von den Insurgenten gänzlich zu säubern. Die austro-tttrkische Convention. Aus Wien wird der „Nat.-Ztg." mitgetheilt, daß in der Conventionsfrage plötzlich eine vollständige Stockung eingetreten ist, nachdem die Ueberzengung von der Unmittelbarkeit der bevorstehenden Unterzeichnung der Convention noch anfangs voriger Woche eine so allgemeine und tiefe war, daß eminent offiziöse Stimmen bereits mit größtem Eifer daran waren, der öffentlichen Meinung die der Pforte gemachten Zugeständnisse plausibel zu machen. Heute hört man von der Unterzeichnung der Convention nicht mehr sprechen, und aus Aeußerungen maßgeblicher Persönlichkeiten geht hervor, daß es sehr fraglich sei, ob überhaupt so bald von der Convention eine Rede mehr sein dürfte. Nur aus der Anwesenheit Karatheodori Paschas könnte geschlossen werden, daß die Pforte vielleicht die Absicht noch nicht ganz aufgegeben habe, den momentan gänzlich abgerissenen Verhandlungsfaden ihrerseits wieder anknüpfen zu wollen. In der diplomatischen Sachlage ist somit vorläufig eine vollständige Stagnation eingetreten. Zur Action Serbiens. Mögen offizielle und offiziöse Blätter neunhundert neunzig und neunmal betheuern das „offizielle" Serbien sei dem Treiben serbischer Agenten und Insurgenten in Bosnien und in der Herzegowina gänzlich fremd, so liegen doch diesen Versicherungen gegenüber unleugbare Beweise vor, daß Serbien den Ausstaud in Bosnien angefacht hat uud heute noch nährt. Der „Pester Lloyd" bemerkt ganz richtig, daß die Herstellung einer leidlichen Ordnung ans dieser ersten Etappe unseres Weges nach dem Orient unmöglich ist, so lange die Garantien einer friedlichen, dem Geiste und dem Buchstaben des Berliner Vertrages entsprechenden Haltung Ser- gewehrfeuer besser entgegenzuwirken. Ohne Adjutanten nmßte dann Oberst Frank bei der Leitung des Artilleriekampfes seine ohnedem beispiellose Rührigkeit noch verdoppeln. Die Batterie 10./XII. war während mehrstündigen Feuerkampfes in Front und Flanke feindlichein Kleingewehrfeuer ausgesetzt, so daß Lieutenant Marquis de Gozani, Oberkanonier Kral, Unterkanonier Trattner durch Gewehrkugeln verwundet wurden. Dieselbe hatte 173 ohlgeschoß-, 27 Shrapnel- und 3 Brandgeschoß-chüsse abgegeben. Besonders hervorgethan haben sich während Vorrückung und Feuer: die Kadett-Offizierstellvertreter Neugebauer und Metzger, die Zugsführer Pfefferer, Zdelar, die Vormeister Hö-nigschnabl, Draxler, Fischer, Hoff, Oberkanonier Graf, Kral, Gutstein, Leeb, Reizenberger, Trattner, Oberfahrkanonier Pauic, Unterfahrkanonier Buchta. „Die 9./XII. (schwere) Batterie unter Hauptmann Küper, iinter einen: mit der 10./XII. vom Obersten Awuk persönlich dirigiert, nahm Aufstellung bei der Kuppe Buffalic, so nahe am Sattelrand südlich des Hum als möglich. Dieselbe war dabei auf 6 — 700 Schritte feindlichem Kleingewehrfeuer ausgesetzt, indessen war eine andere Aufstellung bei dem gegebenen Zielobjekte unmöglich. Es war dies der vorspringendste Winkel und zu- biens fehlen. Uud wenn die herrschenden Gewalten in Serbien nicht geneigt noch in der Lage sind, diese Garantien zu leisten, so ergibt sich von selbst die Consequenz, daß Oesterreich-Ungarn diese unumgänglichen Garantien in dem nöthigen Umfauge und für die nöthige D.iuer nehmen muß. Der Berliner Vertrag. Jnbetreff der am 28. v. M. iu Berlin erfolgten feierlichen Auswechselung der ratificierten Friedensinstrumente wird der „Ä. Ztg." folgendes berichtet: Deutscherseits war der wirkl. geh. Legationsrath von Radowitz anwesend, für Oesterreich der erste Botschaftsrath Frhr. v. Trautten-berg, für Frankreich Graf v. Moug, für England Botschaftssekretär Dering, für Italien Graf Launay, nach anderen Berichten Chevalier Tost, für Rußland wirkl. Staatsrath Arapoff und für die Türkei deren gegenwärtiger hiesiger Geschäftsträger, der erste Botschaftssekretär Ohan Bagdnglian. Das Protokoll führte Legationssekretär v. Bülow vom deutschen auswärtigen Amte. Die Sitzung der Delegierten währte eine Stunde. Nach der „Krenz.-Ztg.' hat die Fertigstellung der sechs türüschen Exemplare, welche an Kostbarkeit des Umbandes alle anderen übertreffen sollen (der Preis eines Exemplars wird auf 5000 M. geschützt), so lange Zeit erfordert, weil jedes der Exemplare in besonderer Schrift und dadurch abweichend von den Exemplaren der übrigen Mächte hergestellt worden ist, daß in den türkischen Exemplaren jederzeit der Titel des Sultans an der Spitze stehen muß, welchem sodann als zweiter die Macht folgt, deren Regierung das betreffende Exemplar erhalten wird. Hrn. Ohan Bagdaglian ist aus Anlaß seiner Thätigkeü während des Kongresses diesertage das Commandenrkreuz des k. k. österreichischen Leopold-Ordens zugestellt worden. Das Socialistengesetz. In maßgebenden liberalen Kreisen Berlins herrscht, wie die „A. A. Ztg." erfährt, die Ansicht, daß der Reichstag das Socialistengesetz in der vom Bundesrath beschlossenen Form sicherlich nicht annehmen werde. Jedenfalls werden die Bestrebungen der Mehrheit des Reichstags dahin gerichtet fein, eine Recnrs-Jnstanz gegen die Verfügungen der Landespolizeibehörde bei den ordentlichen Gerichten zn schaffen. Man kündigt bereits in parlamentarischen Kreisen Gegenvorschläge an, welche geeignet sein sollen, die Zwecke der Regie- gleich die höchste Bastion des alten Kastells, mit Geschützen und Schützen besetzt. Mit 7 Geschützen — das 8. war weiter unten zurückgeblieben, wo es dann Oberst Frank mit zwei Geschützen der 10./XII. in Verwendung brachte — wurde sich auf 3900 Schritte eingeschossen. Beschossen wurde erst das Kastell iu Flanke mit Hohlgeschossen und einigen Shrapnels, später der ganze innere Kastellraum durch 2 Stunden. Nachdem sich der Feind in die innere Stadt zurückgezogen hatte und er mit einigen Schüssen verfolgt worden war, mußte der eigenen nachdringenden Infanterie wegen das Feuer eingestellt werden. Abgegeben wurden 213 Hohl-geschoß-, 21 Shrapnelschüsse. Später, am Nachmittag, als die österreichische Fahne auf dem Kastell aufgepflanzt wurde, gab die Batterie noch 101 Salutschüsse. Merkwürdigerweise wurde von derselben nur 1 Mann verwundet. Hervorgethan haben sich Oberlieutenant Gasteiger durch schnelles, Verlusten zuvorkommendes Auffahren im Kleingewehrfeuer, Feuerwerker Reifchl, Zugsführer Novi, Korporal Marton, Vormeister Ruck, Müllner, Mielußuic, Kanoniere Latkovic, Fabric, ferner die gesammte Fahrmannschaft durch außerordentlich kaltblütiges und geschicktes Auffahren im feindlichen Kleingewehrfeuer. rung zur energischen Bekämpfung der staats- und ordnungsfeindlichen Bestrebungen auf dem Wege des gemeinen Rechtes zu erreichen. Mit Spannung sieht man übrigens den Motiven zu dem Socia-listeugesetz entgegen und ist begierig, zu erfahren, ob und inwieweit auch in denselben der Kämpfe um das jetzt gescheiterte Reichsamt für Vereinswesen und Presse Erwähnung gethau werden wird. Aus der letzten Sitzung des Bundesraths erfährt man noch, daß als Referent über die Socialisteu-vorlage das kgl. baier. Bundesrathsmitglied Ober-appellationsgerichtsrath Kästner fungierte._________ TagesnemgkLiten. — Rumänische Eisenbahnen. Die „Frkf. B," und die „H. Z." bringen über den Stand der Verhandlungen inbezng der Uebergabe der rumänischen Eisenbahn-Actiengesellschaft in das Eigenthum des Staates nachstehenden Bericht: „Die Verhandlungen zwischen der rumänischen Regierung und der Banqne de Paris dauern fort, sind aber noch zu keinem Abschlüsse gelangt. Die Motive der Verzögerung bilden, wie vor Wochen erwähnt, die Domicilsrage und die sofortige Übertragung der Bahn an die rumänische Regierung. Die betreffenden Unterhändler suchen einen moäus vivmM, um den gerechten Anforderungen des Berliner Verwal-tnngsrathes nachzukommen. Die Bedingungen für den projektierten Umtausch der diversen Eisenbahnpapiere in eiue, mit 1 Perz. tilgbare 6perz. rumänische Staatsanleihe, welche übrigens eine spezielle Garantie in der Bahn selbst sowie überdies in den Einkünften des Tabakmonopols genießt, sind folgende: Die Stammaktien werden zum Kurse von 60 Perz. berechnet, während die Inhaber von 8perz. Stammprioritäten für je 100 Thlr., welche bekanntlich L 150 Thlr. zurückgezahlt werden, in neuen Obligationen 200 Thlr. Nominal erhalten, d. H. also, wenn man die neue öperz. Anleihe zum Minimalkurse von 75 Perz. annimmt, für die Stammaktien 45 Perz. und für die Stammprioritäten xari. Betreffs der Prioritätsobligationen ist noch nichts Definitives bestimmt. Wahrscheinlich werden auch diese umgewandelt, und zwar dergestalt, daß von den den Prioritäten anhaftenden 2 Perz. Amortisation 1 Perz. kapitalisiert wird und den Besitzern der Obligationen zufällt, wodurch dann die öperz. jetzigen Obligationen bei der Umwandlung auch bezüglich der Amortisation ganz gleichstehen. Dieses 1 Perz. kapitalisiert heißt 14^ Perz., und ans den Kursstand vou 75 Perz. gerechnet circa 10'/» Perz., welche, zum gegenwärtigen Kurse von circa 83 Perz. zugeschlagen, den Inhabern bei der Umwandlung den Preis von 93 Vz Perz. gewähren wird. Wenn die rumänische Regierung von ihrer Forderung, daß das Domicil nach Bukarest verlegt und die Bahn ihr sofort übertragen werde, iusolange absteht, bis sie mindestens den Umtausch des halben Aktienkapitals effectniert hat, so werden die Verhandlungen rasch zu Ende kommen, anders aber kaum zum gewünschten Resultate führen, da der Berliner Verwaltungsrath im Interesse der Actionäre sowol als um seiner eigenen Sicherheit willen nur dann auf die Verlegung des Domieils re. eingehen kann, wenn sich die rumänische Regierung infolge des vollzogenen Umtausches des halben Actienkapitals die Mehrheit in der Generalversammlung gesichert hat." — Bierstatistik. Die von der Redaction der Brauerzeitung „Gambrinus" in Wien alljährlich bei Gelegenheit des internationalen SaatenmarkteS und der landwirthschastlichen Ausstellungen erscheinende statistische, ein Quadratmeter große Tabelle liegt uns nun wieder in ihrer geschmackvollen Ausstattung vor. Die Tabelle enthält Heuer, um dem Wunsche vieler Brauer Rechnung zu tragen, außer dem genauen Namensverzeichnisse jener Brauereien bis 10,000 Hektoliter Production, auch viele Brauereinamen unter vorerwähnter Erzeugung. Dieser Bierproduc-tionstabelle ist zu entnehmen, daß in ganz Oesterreich-Ungarn derzeit 2387 Brauereien mit einer Erzeugungsmenge von 11.538,453 Hektoliter Bier im Betriebe stehen, während im Jahre 1873 2636 Braustätten mit einer Productionsmenge von 22.378,821 Eimern (--- 13.427,293 Hektolitern) im Betriebe standen. Es hat somit die Zahl der Brauereien im Zeiträume von fünf Jahren um 249 und die Erzeugung um 1.888,840 Hektoliter abgenommen. Entsprechend dieser Minderproduction sank auch der Steuerertrag vom Biere von 27.091,334 auf 21.466,324 fl., also um 5.625,010 fl. Der Bierimport fiel von 7683 im Jahre 1873 auf 2574, der Export hob sich vou 283,988 Eimern (--- 170,393 Hektolitern) auf 201,100 Hektoliter, also um 30,607 Hektoliter gegen 1873. Der Con-snm nimmt seit 1874 rapid ab, und betrug im Jahre 1874 dessen Abnahme 747,445, im Jahre 1875 314,664 Eimer, im Jahre 1876 662,603 und 1877 654,905 Hektoliter gegen das Vorjahr. Die meisten Braustätten zählt Böhmen, dann kommt Mähren, Niederösterreich, Obcrösterreich rc. Interessant sind die Daten der Hauptübersicht der Braueampagne 1876/77 mit den Durchschnittsgraden nnd dem Gerste- uud Hopfenverbrauch. Auch in letzterer Beziehung steht Böhmen obenan mit 1.016,875 Meterzentner Gerste und 6082 Meterzentner Hopfen, dann folgt Niederösterreich mit 634,627 Meterzentner Gerste und 4393 Meterzentner Hopfen, dann Mähren mit 252,669 Meterzentner Gerste und 1555 Meterzentner Hopfen rc. Zu dem im Jahre 1877 iu den Kronländern der österreichisch-ungarischen Monarchie gebrauten 11.538,453 Hektoliter Bier wurden 2.762,812 Meterzentner Gerste und 17,923 Meterzentner Hopfen verwendet. Die Gradhältigkeit der Biere stellt sich folgend: Nicderösterreich 12 65, Oberösterreich 11-2, Salzburg 11 '2, Böhmen 10' 1, Mähren 106, Schlesien 10 9, Galizien 112, Bukowina 11b, Ungarn und Siebenbürgen 12, Steiermark 136, Kärnten 115, Krain 12 9, Tirol und Vorarlberg 11-5, Kroazieu und Slavonien 1136, Militärgrenze 15 7. Triest sammt Umgebung 13. Die Tabelle kostet sammt Karte 1 fl. — Die Goldausbeute der sibirischen Bergwerke betrug im Jahre 1877 44 Millionen Rubel und soll im Steigen begriffen sein. Lokal- und Provilyial-Angelegenheiten. — (Spende.) Der hochw. Herr Fürstbischof Dr. Pogacar hat für Unterstützung verwundeter Krieger und armer Reservistensamilien in Krain einen Betrag von je 50 fl. gespendet. — (Aus dem Franziskanerkloster.) P. Kallistus Medic und P. Placidus Fabiani wurden, ersterer zum Guardian, letzterer zum Viear des Laibacher Franziskanerklosters ernannt; übersetzt wurden: P. Romuald Jereb nach Stein, P. Krizogon Majer nach Nazareth und P. Ottokar Ales nach Rudolfswerth. Zum Vicar des Franziskanerklosters in Stein wurde der P- Cornelius Arko ernannt. — (Kapselschießen.) Am gestrigen Eröffnungsabende des im Gasthause „zur Schnalle" zum Besten mittelloser Reservistenfamilien vom hiesigen Turnvereine veranstalteten Kapselgewehrschießens wurden 100 Serien abgeschossen. Dieses Kapselschießen ist mit einer reichen Anzahl von Besten dotiert, nicht weniger als 20, in splendide Fassungen gehüllte und mit Gold- und Silbermünzen gefüllte Beste werden an die die meisten Kreise schießenden Theilnehmer zur Vertheilnng gelangen. Wir wünschen dem Unternehmen des Turnvereins, welches darin gipfelt, einen Humanitätsact zu üben, einen recht günstigen Verlauf — (Jmpfprämien.) Das Ministerium des Innern hat für die eifrige und erfolgreiche Verwendung bei der Durchführung der allgemeinen Impfung im Jahre 1877 den ersten Jmpfpreis mit 63 fl. dem Bezirkswundarzte Max Himmer in Zirkniz, den zweiten mit 52 fl. dem Bezirkswundarzte Josef Scheibl in Brunndorf, den dritten mit 42 fl. dem Bezirkswundarzte Franz Bachmann in Jllyrisch-Feistriz verliehen. — (Von der Pariser Weltausstellung.) Der Berichterstatter der „N. fr. Presse" referiert in dem landwirthschastlichen Theile des genannten Blattes über die Vertretung der Bodenkultur Oesterreichs auf dem Ausstellungsplatze, und wir heben aus dem Referate folgende, die Bienenzucht in Krain betreffende Stelle aus: „Das Gebiet der Bienenzucht wies verschieden beachtenswerte Einsendungen ans. Am reichsten und vollständigsten war diejenige des Barons Rothschütz zu Smerek in Krain, eines bekannten Verkaufs-Bienenzüchters und apistischen Schriftstellers; seine Bienenzuchtapparate haben in Paris solchen Anklang gefunden, daß sie sämmtlich verkauft und zahlreiche Nachbestellungen gemacht wurden." — (Aus der Bühnenwelt.) Heute liegt uns ein ausführlicher Bericht über das erste Auftreten des Fräulein Nuscha Butze auf einer der großen Bühnen Wiens vor. Fräulein Nuscha Butze wurde sympathisch begrüßt, empfing ein prachtvolles, riesiges Blumenbonqnett und wurde viermal stürmisch hervorgerufen. Der Theaterdirektor, Regisseur und Verfasser des Stückes äußerten sich über die vorzügliche erste Leistung sehr zufrieden. Frl. Nuscha Butze machte auch auf dem Gebiete der Toilette Aufsehen, namentlich im Ballanzuge aus blaßblauem Atlas, im Reitkleide aus Sammt, im grau-blauen Reisekleide und in der Schlußszene in der Rosa-Salonrobe. Auch mit Frl. Klara Butze war das Publikum zufrieden. Das Geschwisterpaar Butze glänzte in erster Linie durch sein bescheidenes, echt weibliches Auftreten. — (Aus den N a ch b a r p r o v i n z e n.) Der Bau der Bahnstrecke Dalja-Brod ist bereits am 27. v. M. in Angriff genommen worden. Die Arbeiten werden forciert betrieben, so daß man hofft, die Strecke Vrpolje-iAamac werde bereits in 3- bis 4 Wochen ansgebant sein. Die Grundeinlösung, für welche Zwecke aus dem Grenzinvestierungsfonde 160,000 fl. bestimmt sind, geht ohne Schwierigkeiten vor sich, was hauptsächlich ein Verdienst des Obersten Trnski ist, welcher die betreffenden Arbeiten leitet und dem die Bevölkerung überall mit großem Vertrauen entgegen kommt. Zu den Landtagswahlen in unseren Nachbarprovinzen. Die sogenannte konservative, d. H. katholischpolitische Partei in Oberösterreich und in der Steiermark setzt den gesammten ihr zngebote stehenden Agitationsapparat in Bewegung, um die Männer von echt konservativer und klerikaler Gesinnnng in die Landtagsstube einzuschmuggeln. Die schlichte Landbevölkerung ist cs, auf die es die Parteiführer abgesehen haben, es wird über das Wirken der liberalen Volksboten geschimpft, Kritik geübt und ins Blaue hinein — Besseres versprochen, als das bisher Errungene. Die Klerikalen und Spießbürger vom reinsten Wasser überbieten sich darin, die bisherige Aktion der liberalen Landtagsabgeordneten zu verdächtigen und vor den Augen des Volkes schwarz zu malen. Die Katholisch-Politischen wagen es, die Finanz-wirthschast unter dem Regime der liberalen Aera als eine üble zu bezeichnen; hätte diese Partei nur eine geringe Dosis Gedächtnis, so müßte ihr die Thatsache vor Gesicht stehen, daß die sogenannte konservative, ultramontane Herrschaft zur Zeit Metternichs und Sedlnitzky's es war, die Oesterreich dem finanziellen Abgrunde zuführte; hätten die Katholisch-Politischen ein Gedächtnis, so müßten sie sich daran erinnern, daß wir der katholisch-politischen Regierung unter den Fahnen der feudalen Ritterherrschaft innerhalb eines Zeitraumes von zwölf Jahren eine Schuldenlast von 1348 Millionen Gulden zu danken haben. Die Männer der Reaktion und die Protektoren des Concordates haben es zu verantworten, daß Oesterreich in so tiefe Schuldenlast gestürzt ist; ^ unter der Herrschaft der Feudalen und Klerikalen hat sich die österreichische Finanzwirthschaft so verschlimmert, daß die Zeit der Auferstehung des Kredites noch in weite Ferne gerückt ist. Unter der Zeit der Feudalen und Ultramontanen stand in Oesterreich der Schwindel in Blüte, und wenn wir in der Geschichte unseres engeren Vaterlandes Krain nachschlagen, so werden wir die unter klerikaler Herrschaft aufgetauchten Uebelstände in hellster Beleuchtung sehen. Die Finanzwirthschaft war unter der Herrschaft der Feudalen und Ultramontanen eine erbärmliche; erst als das freisinnige Ministerium Auersperg die Zügel der Regierung ergriff, erblickten wir den Anbruch einer freiheitlichen Mor-genröthe, die auch Ordnung in den Staatshaushalt brachte. Die liberale Partei stand bei der Geburt freiheitlicher Institutionen in Oesterreich zu Gevatter, und auch in Hinkunft möge das Hest der Regierung in liberalen Händen bleiben. Wo Ultramontanismus uns entgegenglotzt, dort weht nicht frische Le-bens-, sondern dumpfe Grabesluft. Die liberale Partei hat den Augiasstall der Klerikalen und Re-actionäre gesäubert. Dafür soll ihr die gesammte Wählerschaft in Oesterreich Dank zollen. In den Kreisen einer Partei, wo „Volksverdummung" als Parole und Losungswort ausgegeben wird, wollen wir unsere Volksvertreter nicht aufsuchen. Zur Förderung rationeller Fischzucht. Max Freiherr v. Washington, Präsident des neu gegründeten Fischereivereines in der Steiermark, brachte am 4. August l. I. gelegenheitlich der konstituierenden Versammlung des genannten Vereins Mittheilungen zur Kenntnis der Vereinsmitglieder, die auch in unserem an Fischwässern so reichen Heimatlande Krain volle Beachtung verdienen. Die Mittheilungen Washingtons lauten, wie die „Wiener landwirthschaftliche Zeitung" berichtet, wie folgt: Wenn wir in die Geschichte des Menschengeschlechtes zurückgreifen, so sehen wir, daß sie immer den Spuren des Wassers folgte, wie sie ihnen heute noch folgt. Die Ufer des Wassers waren die ersten Stätten, wo der Mensch sich ansiedelte. Er geht den Wassern entlang, an ihnen siedelt er sich an; dort fängt er den Fisch, berückt das Wild an der Tränke; dort weidet er seine Herden, dort pflanzt er seine Feldfrüchte. Ja, nicht blos am Strande des Wassers, mitten auf das Wasser stellte er die Pfahlbauten, deren Reste unsere Forscher heute noch lebhaft beschäftigen. Die Heimstätten der alten Kultur waren an den Ufern des Euphrat und des Tigris, im wasserreichen Thale des Nil, auf den Inseln und au den Küsten des griechischen Meeres. Die Phönicier, die die Kultur uach Westen trugen, wareu Küstenbewohner und Seefahrer. Die Wasseradern des Festlandes sind die Wege der Eroberer, die Wege des Forschers, die Wege des Kolonisten; sie sind die Straße der Knltnr, und all-mälig erobert der Mensch, immer das Wasser mit sich ziehend, immer es suchend, immer und immer von ihm abhängig, das trockene Land. (Fortsetzung folgt.) Aus dem Schwurgerichtssaale. Laibach, 2. September. Heute wurde in geheimer Sitzung die Schlußverhandlung mit Georg Prestar wegen Verbrechens des Bordes und der Unzucht wider die Natur und mit sechs seiner Genossen wegen letzterwähnten Verbrechens durchgeführt. Die Geschwornen sprachen über fammtliche sieben Angeklagte das „Schuldig" aus. Georg Prestar wurde zur Ausstehung einer 20jährigen, »lugust Kos, Anton Krovatar und Thomas Meglica zu einer anderthalbjährigen, und Josef Dobnikar, Johann Bernik und Josef Erzen zu einer 13monatlichen schweren Kerkerstrafe verurtheilt Der Hauptschuldige Georg Prestar, wäre, hätte er sein 20. Lebensjahr bereits erreicht, zum Tode durch den Strang verurtheilt worden. Eiugefendet. Die diesjährige III. Schwurgerichtsperiode ist von un gemein langer Dauer und daher für die Geschwornen eben kein allzu großes Vergnügen. Die 36 Hauptgeschworncn sind zum größten Theil Laibacher Geschäfts- und Handelsleute, von denen jedoch sechs oder acht theils ganz, theils zeitweilig beurlaubt wurden, daher täglich blos 30 zur Auslosung gelangen. Von diesen min dürfen bekanntlich 18 abgelehnt werden, und dieser Ablehnung suchen einige Herren denn auch so ausgiebig thcilhaftig zu werden, daß selbe noch gar nicht oder höchstens ein- bis zweimal auf der Gcschwornenbank Platz zu nehmen gezwungen waren, während cs anderen, welche auch recht dringende Geschäfte zu besorgen haben, nicht möglich ist, erwähnter Begünstigung thcilhaftig zu wcrdcu und daher dic Gcschwornenbank bereits täglich aus den gleichen Geschwornen gebildet ist. Ein derartiges Vorgehen ist, gelinde gesagt, rücksichtslos und verdient den schärfsten Tadel. Vielleicht finden diese Zeilen Beachtung nnd genügen, um die Herren etwas rücksichtsvoller für ihre übrigen Col legen zu stimmen. (391) Laibach, 3. September 1878. Mehrere, die fast täglich auf der Geschwornen-bank sitzen müsse». Witterung. Laibach, 3. September. Schöner Morgen, daun wechselnde Bewölkung, mäßiger Ost. Wärme: morgens 7 Uhr -j- 112°, nachmittags 2 Ühr -i- 20 8° 0. (1877 > 16 6°; 1876 -j- 20 6° 6.) Barometer im Steigen, 739 04 mm. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -j- 16 6°, um 0 2° unter dem Normale; der gestrige Niederschlag 6 SO mm. Regen. Angekommene Fremde am 2. September. Hotel Stadt Wien. Deseovich, Fiume. — Kosir, Klagen-furt. — Bednarz. Lederfabrikant, Triest. — Essinger, Kfm., und Pistor, Wien. — Golob, Kfm., Oberlaibach. — Jaklik, Lieut., Ragusa. — Vouk, Lieut., Rudolss-wcrth. — Dr. Lubcr, Gymnasialprofessor, Görz. — Westhofen, Kausm, Frankfurt. — Altmann, Gymnasial-Professor, Brünn. Hotel Elefant. Novak, Kanfm.; Friedmaun und Schuirch, Wien. — Popovie, Privatier, Nengradiska. — Cala-sati, Privatier, Triest. Hotel Europa. Petranio, Polizeibeamter, und Brock, Triest. — Neumann, Privatier, Wien. Baierischer Hof. OjsterZck, Privatier, Laibach. — Pod-logar, Finanzwach - Oberansscher, Töpliz. — Mellitzer, Wien. Kaiser von Oesterreich. Bnkovnik Katharina, Rann. — Haas Theresia, Triest. — Renko, Feldwebel, Fiume. Mohren. Mayer sammt Tante, Triest. — Plenkar nnd Bostjanciö, Laibach. — Holub, Trautenau. — Likovar Maria, Baieru. Verstorbene. Den 3. September. Maria Regali, Hausbesitzerstochter, 7 Jühre, 9 Mon., Petersstraße Nr. 21. Gedenktafel über die am 6. September 1 878 stattfindenden Licitationen. 3. Feilb., Smerdu'fche Real-, Batfch, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Ovijai'fche Real., Mosche, BG. Krainburg. — 3. Feilb., Trebee'fche Real., Smerje, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Rojc'fche Real., Verbica, BG. Feistriz. — 3. Feilb., MerZnik'fche Real., Smcrje, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Videtiö'fche Real., Trnovee, BG. Möttling. — — 2. Feilb., Klemeniii'fche Real., Dolfch, BG. Rudolfswerth. — 2 Feilb., Simon^'fche Real., Unterkronau, BG. Rudolfswerth. — 2. Feilb., Bcriiardiö'schc Real., Ober-nassenfeld, BG. Rudolsswerth. — 2. Feilb., KlobuLar'sche Real., Thomasdorf, BG. Rudolsswerth. — 2. Feilb., Cui-nik'schc Real., Sapusche, BG. Rudolsswerth. — 2. Feilb., Hokevar'fche Real., Pristava, BG. Rudolsswerth. — 2. Feilb., Paulin'fche Real., Tschetschendors, BG. Rudolsswerth. — 2. Feilb., Penza'sche Real., Tschermoschniz, BG. Rudolfs-wcrth. — 1. Feilb., Malli'fche Real., Obertuchein, BG. Stein. — 1. Feilb., Cebasek'fche Real., Schmarza, BG. Stein. Telegramme. Wien, 3. September. (Offiziell.) Unsere Truppen besetzten am 2. d. widerstandslos Drieno auf der Straße nach Trebinje. Die Besatzung, aus 150 türkischen Soldaten bestehend, wurde nach Ragusa escortiert. Wien, 2. September. Die „Pol. Korr." bezeichnet die Nachricht, daß der Kommandierende in Banjaluka die Häuser und Kaufläden der Türken der Plünderung preisgab, nach den besten Informationen als gänzlich unbegründet. — Dieselbe Korrespondenz erfährt, daß die in der Geschäftsordnung des Kriegsministeriums für Kriegsperioden vorgesehene Kontrollkommission bereits zufammen-trat, deren Ausgabe in Ueberwachung der Gebarung mit dem Mobilisierungskredit, sowie in der Abgabe von Gutachten bei größeren Beschaffungen besteht. — Einer weiteren Mittheilung der „Pol. Korr." aus Ragusa zufolge marschiert die Mehrzahl der regulären türkischen Truppen in Bosnien in der Richtung auf Novibazar. i.392) Kosttmabm aus besseren Familien werden bei einer allein stehenden Dame in einem lichten, ganz trockenen Zimmer placiert. Ein Garten steht den Zöglingen zur Benützung frei. — Nähere Auskunft: Florianigafse Nr. 25 im Geschäfte. Vs vl ^ Buch- und Papierhandlung, S. t Unter der Trautfche 2. 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Kreditanstalt f.H.u.G Escompte-Ges., n.ö. Nalionalbank.......... Aetien v. Transport Unternehmungen. Alföld-Bahn......... Donau - Dampfschiff Elisabeth-Westbahn Ferdinands-Nordb. , Franz-Ioseph-Bahn. Galiz. Larl-Ludwigb Lemberg - Czernowiv -Lloyd-Gesellschaft . Geld Ware 6140 63 20 7170 323 — 106 50 111 — 119 50 138-50 6150 63-30 7180 325 — 107 — 111 25 120 — 139 — 83 50 73— 76— 77— 84-50 74— 76 50 77 75 104 75 79 25 9125 105— 79 50 9175 241 — 24125 800- 801 - 120 — 470 -163 — 2032 132 50 233 75 126 75 547 — 120 50 472 — 164 — 2037 133— 234— 127 25 548— Nordwestbahn . . Rudolfs-Bahn . . StaatSbahn . . . Südbahn........... Nng. Nordostbahn Psanäbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold .... in österr. Währ. Nationalbank... Ungar. Bodenkredit- . Prioritäts-Obkig. Elisabethbahn, l.Em. Fcrd.-Nordb. i. Silber ^ranz-Ioseph-Bahn. )aliz.K-Ludwigb,l.E. Qest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn . Staatsbabn, 1. Em. . Südbahn L 3 Perz. „ k 5 „ . Hrivatkose. Kreditlose.......... Rudolfsstiftung. . . Devisen. London Gekäsorlen. Dukaten............ 20 Francs .... 100 d. Reichsmark Silber............. Geld Ware 113 — 119-50 254 -71— 11650 106 60 92-75 99 25 93 50 91 105 50 87'— 100 50 87— 65'— 156 — 109 25 9480 161— 1475 115 — 5-48 9-22»/, 56 75 100- 114— 120' — 254-25 71 25 116 75 107 — 93 — 99 50 93 75 9150 106 — 87 25 101 — 87-25 65 50 156'50 109 50 95— 161 50 15 25 11510 5'4S S2S 56 85 10005 Telegrafischer Kursbericht am 3. September. Papier-Rente 6175. — Silber-Rente 63 15. — Gold-Rente 7l 90. — 1860er Staats-Anlehen 11125. — Bank-aetien 801. — Kreditactien 244 50. — London 115 40. — Silber 100-—. — K. k. Münzdukateu 5 47. — 20-FrancS-Stücke 9-25'/,. — IM Reichsmark 56 90. Druck von Jg. v. Kleinmayr L F e d. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Für die Redaetion verantwortlich: Franz Müller.