^s.« 2WK. Dinstng am 8. Wai «8ZK, ^lc Lalbackcl ^eituna" crscbeint, mit Ausnahme der Smni- und Feiertag, täglich, mid kostet sammt den Beilagen im Comptoir ganziahrg l i fl. hnlbiahrig i, N- ^» kr., >ml. ' ^ «'r u band ^ l2 s?., l, a lbj ä !.rig (i ss. ^r die 3>^eN>mg in'z Hau? smd h a l b j ä h ci qliU kr. mehr j>. entrichten. M.t der Post Porto- v. ^au, äs, a unter Kre.ul'and und gedruckter Ndresse 1', fl., halbjährig 7 ss. 3l> fr. - In sera ti°n sqcb ü h r fl.r ei»e Spalten^le o>er den Naum dcr,elben. fur ciü' maliae Einschaltung :^ kr., für zweimalige 4 fr., für dreimalige 5 kr. C. M. Inserate bis 12 Zeilen fosten l ss. für 3 Mal, 5!) kr. sür 2 Mal »nd 40 fr. für l Mal e,»zuschalten. ^ii diesen Gel'ühl'cu ist nach dem „vr»visorischen Gesetze >.'?», 6. November 1850 für Inseratloll5stü,-!?r!" n>,'ch ><> fr. für eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. MMcher Tljeis. <^c. k. k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung v. 28. April d. I. die erste Hofsc-kretärsstclle bei der k. k. Obersten Ncchmmgs-Kon« trollsbchörde dem Tiroler Staatsbuchhaltcr, Josef ' Prelcnthncr, über sein Anstichen, nnd eine wei-tcr erledigt gewesene Hofsckrctärsstcllc bei derselben Behörde dem Finanzrathc der k. k. Finanz-Landes» Direktionöabtheilung in Ofen, Johann Bereit ter, allergnädigst zu verleihen gcrnht. Hente wird ansgegebcn nnd versendet: das Lan» des-Regiernngöblatt für das Hcrzogthnm Kr a in. Erster Theil. XIII. Stück. VII. Jahrgang 1866. Dasselbe enthält nntcr Nr. ^6. Verordnnng des k. k. Ministcrinms für Knltns nnd Unterricht vom 16. Dezember 1834, womit die Schnlfcricn an den Gymnasien bestimmt werden. Nr. 47. Erlaß des k. k. Finanz. Ministcrinms vom 27. Dezember 1864, rücksichtlich des Tages, mit welchem die volle Wirksamkeit der Allerhöchsten Entschließung vom 16. Dezember 1862 über die Vcrzchrungsstcucc vom Viere beginnt. Nr. ^8. Verordnung des k. k. Justizministeriums nnd der k. k. Obersten Polizeibehörde vom 30. Dezember 1854, wodurch, in Gemäßhcit einer Aller« höchsten Entschließung vom 29. Dezember 1864, die Bestimmungen über die Befähigung zur Ausübung des Nichtcramtcs über die durch die kais. Vcr-orduung vom 11. Mai 1864, Nr. 120 des Reichs-gcsenblattes, den Polizeibehörden zur Untcrsnchnng und Bestrafung zugewiesenen Uebertretungen fcstge« seht werden. Nr. 49. Vcrordnnng des k,k. Justizministeriums v. 24. Jänner 1853. wodurch die Verfassung der znr Be-messnng der Taglien erforderlichen Monatsanswcise über die, dnrch dic k. k. Gendarmerie eingebrach-ten nnd zn einer Strafe verurthcilten Ucbcltbätcr den Gerichten übertragen wird. Nr. 60. Verordnung der k. k, Ministerien des Innern, der Justiz und der Finanzen vom 26. Jänner 1858, wodurch die Kompetenz nud das Vcrfahreu der Gerichte bei Amortistrungcn der znr Nealisirung des National'Anlehenö ausgefertigten Zertifikate, Anlchcnsscheine. Obligations - Anweisungen nnd Staatsschuldocrschreibuugcn, dann der hierzu gehörigen Coupons nnd Talons bestimmt wird. Nr. 5l. Kaiserliche Vcrordmmg v. 29. Jänner 1865, betreffend die Ansübnng der Zivilgcrichtsbarkeit der k. k. Konsulate über die österreichischen Unterthanen und Schutzgenosscn im osmanischen Reiche. Nr. 82. Erlaß des Finanzministeriums vom 3. Fc-brnar 1866, betreffend die Uebcrtragnng der Ein» zahluugcn auf das National-Anlehen von einer An-lehcnskassc auf ciuc Andere. ^r. 53. Verordnung der k. k. Obersten Polizeibehörde vom 3. Februar 1866, betreffend das Verbot der in Vcrcclli 1864 erschienenen Druckschrift: ,^om-monli « ringln»! »ullu oondixioni t!clll> I^omliiN'slili e Vcnexi» u^ Vmccnxo 0c>8nli" nnd der in Turin 1854 erschienenen Druckschrift „ävvi^i l,«Ii Ilulmni "l ll^li omigl-tUi nm- l« ül!!m'nii«cn,^vonli«ss«(^ L. Nr. 54—88. Inhaltsanzcige der unter den Nummern 319 von 1864 nnd 2l von 1855 des Reichs« Gesetz-Blattes enthaltenen Erlässe. Laibach am 8. Mai 1853. Vom k. k. Nedaktions-Vureau des Landes-Ncgicruugs-Blattes für Kram. Nichtamtlicher Theil. Ginführung von Krippen. Schon unter dem 23. Dezember 1864 ist sämmtlichen Statthaltern nnd Ländcrchcfs von dem k. k. Ministerium des Iunern empfohlen worden, auf die Einführung uud Vcrbreituug der sogeuaunteu Krippen (clil<)olw8) hinzuwirken, nnd über das Ergebniß seiner Zeit zu berichteu. Zwei von dem in dieser Richtnng wahrhaft un-crmüdet thätigen und verdienstvollen k. k. Ministerial. Konzipisten, Dr. Helm, der namentlich anch ncncstcns die Krippenlitcratur dnrch eine gediegene, zu Leipzig bei Gustau Mayer crschicucue Schrift „die Krippe im Breitcnfeld zu Wien" bereicherte, — überreichte bezügliche Denkschriften wurden d n k. k. Statthnltcrn znm gcgcignctcn Gebrauche übersendet. Aus den von Letzteren erstatteten Berichten er° gibt sich nunmehr, daß das Krippenweseu insbesondere in Böhmen großen Anklang gefunden hat. Die regste Theilnahme änßcrte sich in jenem intelligenten Krön» lande, in der Form freiwilliger Spenden, wcßhalb der Herr Statthalter v. Mecscry sich in der angenehmen Lage sah, schon am 3. Mai 1866 die bal« dige Gründung solcher Anstalten in verschiedenen Ortschaften in Aussicht zu stellen und zugleich anzu» zeigen, daß in Kutteuberg, Pardubißcr und Stein-bürg, Gitschincr Kreises, die Eröffnung einer Krippe bereits erfolgt sei. Im Jahre 1864 wurden derartige Anstalten in Ehotzen, Reichcubcrg, Joscfstadt nnd Lcitmcritz in das Leben gerufen. Die Markgrafsschaft Mähren anlangend, wnrdc zu Brunn ein eigenes Comitö gcbidct, welches be» rcits im April 1863 2798 ft. E. M. znr Disposition hatte. Zwar galt es, einer Aeußerung von dorther zu Folge, noch einige Schwiergkeitcn zu überwinden; doch waren die Einleitungen zur Ausbreitung des In« Mtutes, insbesondere in den mährischen Fabrilsorten, bereits getroffen. In Ungarn konstituirtc sich schou im Jahre 1862 ein Privatvcrcin nntcr dem Schupc,Ihrer lais. Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzycrzogin Hildegards für Großwarocin wurde die Errichtung eiucr solchen Anstalt in Aussicht gestellt. Im Küstcnlaudc wurden im Jahre 1863 gceig-utte Einleitungen getroffen, jcooch mit den wettern Schritten einstweilen gewartet, um ciue zu Gunsten des Taubstummen» Institutes zu Görz veranstaltete ^annulling in ihrem Fortgange nicht zu beirren. Zu Graz in Steiermark bestand bereits vor dem Jahre 1853 eine Krippe; der Herr Statthalter jenes Kronlandcs drückte dic crfrenliche Hoffnung auf die Ausbreitung des Institutes auch in ander, n-Orten aus. Zu Venedig wurde die crfte Krippe am 16. August 1864 eröffnet; nach Thunlichleit sollte die Gründung solcher Anstalten auch an anderen Orten des vcnctianischcn Gebietes angestrebt wclden.. In der Stadt Mailand wurden bereits 1860 und 1861 zwei Krippen errichtet, und wird getrach« tet, dem so wichtigen Institute auch außerhalb der lombardischcn Hauptstadt Eingang zu verschaffen. Von der Woiwodschaft nnd dem Temcscher Ba-natc her, wurde die Hoffnung ansgcdrückt, daß das Institnt Eingang finden dürfte, obwohl ein dringen-gcndcs Bedürfniß mit Rücksicht anf die Verhältnisse der zunächst ackerbautreibenden Bevölkerung hiefür nicht vorhanden wäre. In Vaja wnrde diescrhalb eine Snbskription eingeleitet, ebenso in Temcsoar. In den nicht in dieser Darstellung bezeichneten Kronländcrn scheint gleichfalls das Bedürfniß der land« lichen Populationen bezüglich der Gründung von Krippen noch nicht hervorzutreten. Allein, wo es vor» Handen — nnd unläugbar ist, dieß in all jenen Orten, wo Kapital nnd Arbeit sich zu großartigen industriellen Leistungen verbinden, der Fall — wird es dem vereinigten Eifer der Behörden und edler Men« schcnfrcuudc gelingen, die Ansbrcitnng dieser Anstal« , ten um so mehr zu fördern, als tagtäglich mehr die Ucbcrzeugnng sich befestiget, daß sie ein bedeutsames und schätzbares Element der Volksmoral bilden. Möge der löbliche Eifer, der sich hicfür bisher kund gab. nie erkalten. (Oesterr. Eor.) Oesterreich. Wien. 6. Mai. Die Abreise Sr. Elzell. des Hrn. Armee-Ober-Kommandanten FZM. Baron v. Hcß ist auf hcmc festgesetzt. — Am Allerhöchsten Hofe wird den 16. d. M. ein dreifaches Fest gefeiert. Es ist dieß das Namensfest Ihrer k. Hoheit der Frau Erzherzogin Sophls, !das Geburtsfcst Seiner k. Hoheit Hrn. Erzherzogs , Ludwig Viktor nnd endlich das erste Namensfest der ! kleinen Prinzessin Sophie. — Der Hr. Kommandant der vierten Armee, General der Kavallerie Graf Schlick, hat am 2. j Mai Lcmberg verlassen nnd über Przemysl eine In» spcktions-Reise angetreten. — Der Sohn des regierenden Fürsten Aleran. der von Serbien wird hier erwartet. Er macht eme i Badereise nach Böhmen. > — Wie verlautet, wird bei der nächsten Konferenz j des österreichisch - deutschen Telegraphen - Vereins eine ! Revision der bestehenden Tarifsbestimmungen bean« ! tragt werden. — Die Aligaben, daß ein österreichisches Ultl« matnm bereits nach Petersburg abgegangen sei, er« scheiuen verfrüht, da thatsächlich in diesem Augenblicke !noch Verhandlungen mit Nußland schwebend sind. '! Der k. russische Gesandte Fürst von Gortsckakoss hatte im Laufe dieser Woche täglich Besprechungen mit Sr. Exzellenz dem Hrn. Minister Grafen v. Bnol. — Im Auftrage des hoben Ministeriums des Innern wurden die betreffenden Behörden in den 'sämmllichen Kronländern angewiesen, die Gründnng von Sparkassen auf dem Lande einer näbcrcn Wür. digung zu unterziehen und das Geeignete vorzukcbreu, um die Gründung und Verbreitung solcher Sparkas« sen zn ermöglichen nnd anzubahnen. — Aus deu sämmtlichen Geldstrafen, welche in Folge der Handhabung des Forstgesetzes einstießen, wird in jedem Kronlanoc im Auftrage des hohcu Ministcrinms ein Landeskulturfond gebildet. -- Das hohc Ministerium des Innern hat in einem au den Central. Ausschuß der k. k. Laiwwitth-schaft. Gesellschaft gerichteten Schreiben erklatt, daß HZa einem den Betrieb der künstlichen Fischcrzeugung in Oesterreich bildenden Uiücruchmen, desscu Fl)nd durch Privatmittel gegründet wurde, die Unterstützung der Staatsverwaltung zugewendet werden wurde. — Die k. k. Landwirthschaft - Gesellschaft hat bei dem hohen Ministerium des Innern cinc bittliche Eingabe wegen baldiger Erlassung eines Feldpolizei-Gesetzes gemacht. — Die Konkurs - Gläubiger sind nicht genöthigt, daß zu ihrer Befriedigung bestimmte Crida-Vermögen nnr dnrch öffentliche Versteigerung zn rcalisircn. Sie sind berechtigt, uneinbringlich erkannte Fordcrnm gen ansznschlagcn. Die Mehrzahl der Gläubiger entscheid et. — Anläßlich eines in Ungarn vorgekommenen Zweifels, ob bei Cimentirung des in mehrere Ein-satzgcwichte zertheilten Pfundes bloß die Hülse oder anch die einzelnen Einsähe mit dem Cimentirnngs« Stempel zn versehen sind, hat das hohe Ministerium bestimmt, daß zur Hintanhaltnng von Ucbcruorthci-Inngen des Pnbliknms nicht nnr die Hälse, sondern anch die einzelnen Einsatzgewichtc mit dem Vorschrift-mäßigen Stempel versehen sein müssen. — Die k. k. Post-Direktion macht bekannt, daß seit Einführung der Stcmpclmarken in den Vricfsamm-lnngskästcn bisweilen Vriefc vorgefunden werden, die statt mit Briefmarken mit Stcmpelmarkcn fran-kirt waren. Infolge hoher Finanzministerial-Wci-snng wird das Pnbliknm aufmerksam gemacht, daß die Verwendung der Stempelmarken auf Briefen nicht gestattet ist. Deutschland. München, 29. April. Nach dem Wunsche Sr. Majestät des Königs sollten allerorts im Lande Gc> denktafcln aufgestellt werden, um das Andenken berühmter Vaicrn an jenen Orten, an denen sic geboren oder verstorben sind, zu bewahren. Nach dem Vorgange der Hauptstadt schicken sich nun auch die Provinzialstädte an, dem Wnnsche Sr. Majestät nach« zukommen und werden in dem geschichtlichen Theile ihrer Anfgabe von den Mitgliedern des histor. Vcr« eins unterstützt. Großbritannien. In der Untcrhauöschung erschien Lurd I. Rnssell, eingeführt von Mr. Mastcrman und Sir G. Grey und unter dem beifälligen Zurufe des Hauses, um nach crfolgter Wiederwahl in den City den Eid abzulegen und seinen Sitz einzunehmen. Man bemerkte, daß er wohl und frisch aussah. Nach den Privatgejchäf-ten und Petitionen fragt Mr. Warner, ob die telegraphische Verbindung mit der türkis^en Küste voll-ständig. und ob etwas Wahres am Gerücht von der Anfhebnng der Velagcrnng Sebastopols sei? Sie C. Wood erwiedert, der Draht von der Krim an die türkische Küste und über Buckarest weiter sei nur dnrch die Donau zwischen Nustschuk und Giurgewo unter-brochen. Die neueste Depesche von Lord Raglan, die heute (Montag) cn-.gckommen und von Sonntag datirt sei, enthalte nichts über die — seiner Meinung nach unglaubliche — Anfhebnng der Belagerung und sagt nichts mehr. als daß das Feuer der Batterien zeitweilig eingestellt sei. Mr. Grogan: Ist die Ncgicrnng gesonnen, etwaige wichtige Depeschen dem Pnbliknm, welches sich für die Sache wirklich lebhaft intercssirt, mitzn-thcilcn? Sir E. Wood: Wenn etwas von hin' reichendem Interesse ankommt, um die Mittheilung wünschenswert!) erscheinen zu lassen. (Ironische Checrs!) Ich weiß nicht, was diese Checrs bedeuten sollen. Ich wollte sagen, wenn eine Depesche eintrifft, deren Mitthcilnng nothwendig, wünschcnswcrth und interessant wäre, so wird die Regierung ohne Zweifel den Inhalt bekannt machen. (Neue Cheers.) Da der eh. rcnwcrthc Gentleman in- so höhnischer Weise Beifall ruft. so habe ich nicht das Mindeste dagegen, ihm den Inhalt der heute angekommenen Depesche mitzutheilen. Lord Raglan hcstätigt den Empfang einer Dc-pesche ans London von Lord Panmure, und fragt, wann das sardinische Kontingent absegeln sollte. (Beifall und Gelächter.) Mr. d'Israeli: Sir, da der edle Lord der Staatssekretär der Kolonien wieder einmal im Hause ist. so erlaube ich mir die Frage, ob nnd wann er irgend welche Aktenstücke in Vczng anf seine nenliche Scndnng vorlegen, oder dem Hanse einen Bericht ab- i statten will. Und ob es seine Absicht ist, dem Hanse anf irgend einem anderen Wege Ansknnft zn verschaff sen über das, was sich in den letzten zwei Monaten in Wien begeben hat? (Hört, hört!) Es sollte mich frcnen, zh erfahren, was die Negiernng in dieser Hinsicht beabsichtigt. Lord Palmcrston: Ehe mein edler Freund antwortet, wünsche ich eine Erwiedcrnng zn berichtigen, die ich neulich dem cbrcnwcrthcn Mitglicde für Manchester gab anf die Frage, ob die russischen Bevollmächtigten nach Verwerfnng der Vorschlage Englands und Frankreichs der Konferenz etwaige Gc« gcnuorschlägc machten. Ich antwortete damals anf Grund einer telegraphischen Botschaft, und solche Botschaften sind in der Regel etwas kurz gefaßt (Lachen); aber aus spätern Depeschen geht hervor, daß dic rus-fischen Bevollmächtigten in der That Gegenvorschläge machten; dieselben schienen aber den Bevollmächtigten Englands, Frankreichs, Oesterreichs und der Türkei nicht geeignet, einen befriedigenden Ansglcich anzubahnen. Lord I. Russell erhebt sich darauf (unter ziemlich lebhaftem Bcifallrnf) nnd sagt: Anf die von dem chrcnwerthcn Gentleman an mich gerichteten Fragen mnß ich vor Allem bemerken, daß ich nicht glaube, es stehe mir zu entscheiden, was für Papiere anf den Tisch des Hauses gelegt werden sollen. Ich darf jedoch sagen, ich glanbe. Ihrer Majestät Ncgicrnng beabsichtigt, in sehr kurzer Zeit die Protokolle über die Konferenzen vorzulegen, welche in Wien gc^ halten worden sind. Diese Protokolle werden dem Hause über dcu Inhalt der gepflogenen Unterhandlun' gen Belehrung geben. Vielleicht kann ich einige Worte mehr sagen, ohne in das.Detail der Unterhandlungen selbst eingehen zn wollen. Der erste Zusammentritt der Konferenz fand am 16. März Statt. Die Unterhandlungen über die ersten zwei der vier Punkte, welche dem Hanse bekannt sind, dauerten bis zum 26. März. An diesem Tage kam der dritte Pnnkt znr Erwägung. Die Bevollmächtigten Oesterreichs reg' ten die Idee an, daß die russischen Bevollmächtigten selbst einen Vorschlag machen sollten, der geeignet ware, den Erfordernissen des Falles zu genügen. Dar» nnf erwiederten die russischen Bevollmächtigten, sie hatten keine Weisung dazn, nnd baten um Zeit, sich au ihre Regierung zn wenden. In Folge davon ver-tagte sich die Konferenz, und bis zum Eintreffen der Antwort aus St. Petersburg fnnd keine Versammlung znr Verhandlung von Geschäften Statt. Am 27. April wurde wieder eine Konferenz gehalten, in welcher die russischen Bevollmächtigten anzeigten, daß sie von ihrer Regierung die Weisung erhalten hätten, keine Initiative zu ergreifen, daß sie aber bereit wä° rcn, jeden der Konferenz unterbreiteten Vorschlag zn hören und zu erörtern. Die Vertreter der alliirten Mächte erbaten sich darauf 48 Stunden Zeit, um dic Form, die sie ihrem Vorschlag geben wollten, zu überlegen und am 19. April legten die Vertreter Frankreichs und Großbritanniens, nntcrstützt von den Bevollmächtigten Oestcr-rcichs, ihren Vorschlag der Konferenz vor. Nnn verlangten die russischen Bevollmächtigten ihrerseits 48 Stunden Zeit znr Vorbereitung ihrcr Antwort anf den Vorschlag. Demgemäß gaben sie ihre Antwort am 21stcn und verwarfen vollständig dic der Konferenz gemachten Vorschläge. Sie erklärten indessen, sie hätten andere Vorschläge von Seiten ihrcr Regie-rung zu bieten, welche ihrcr Meinnng nach der Forderung entsprechen würden, daß die Türkei in innigern Verband mit dcr Politik des europäischen Gleichgewichts gebracht nnd daß dcr rnssischcn Obcrmacht im schwarzcn Mccr cinc gewisse Äeschränknng anf-erlegt wcrde. Dic Bevollmächtigten Oesterreichs, Frankreichs und Großbritanniens fanden dicsc Vorschläge Nußlands ganz unannehmbar und wcigcrteu sich, dic-sclbcn einer Detail-Erörternng zn unterziehen. Dcr Bevollmächtigte Oesterreichs sagte darauf, trotz dcr Verwerfung dieser Vorschläge vertraue er, daß alle Mittel zur Aussöhnung der Kriegführenden durch den Frieden noch nicht erschöpft scicn. Hicranf cntgcgnc< tei^ dic Bevollmächtigten Frankreichs nnd Großbritanniens, ihre Weisungen seien erschöpft und sie hätten keine Ermächtigung, etwaige fernere Vorschläge in Erwägung zu ziehen. Ich erachtete es dann für meine Pflicht und für die beste Art, mich meines Auftrags zu entledigen, mich hcinlzubcgcbcn nnd meiner Nc-gicrung den ganzcn Stand dcr Dingc hinsichtlich dcr Untcrhandlnnntzcn in Wien und dcr Art ihrcr Ein-stcllnng vorznlcgcn. Dcr französische Minister dcs Auswärtigen, welcher sich nm Vcrhaltnngsbcfchlc an den Kaiser gewandt hatte, faßte zwei oder drei Tage später einen ähnlichen Beschluß. Ich glaube, man sah seiner Ankunft in Paris gestern Abends entgegen und zwcifie nicht, daß er seiner Regierung seinen Bericht übcr dic Unterhandlungen abstatten wird. (Hört.) Mr. d'Israeli sragt, ob dic Regierung, chc sie die Protokolle vorlegt, nicht gewisse Präliminar-Aktenstückc, z. V. Depeschen unsers Gesandten oder Bevollmächtigten in Wien mitthcilcn will, damit man endlich, woran cs bis jetzt fchlt, cinc nrknndlichc und amtliche Beschreibung dcsscn vor sich habe, was die vicr Punkte cnthaltcn nnd damit man ucrstchc, anf wclchc Datcn und Grundlagen hin dic Konfcrenzcn bcgonncn und warum sie bccndigt wurden. Lord Palmcrston denkt, die Protokolle selbst würden dcn Inhalt dcr vnr Pnnktc dcntlich gcnug machen; wo nicht, stünde der Vorlegung irgend cines erklärenden Schriftstückes nichts entgegen. Aktenstücke, dic zu dcu langwierigen, dcr Konfcrcuz vorhergegangenen Unterhandlungen gehören, cignctcn sich kaum zur Vorlage; aber dafür wcrde er sorgen, daß das Hans übcr dic vicr Punkte vollständige Bclchrnng crhalte. Mr. d'Israeli: Vielleicht war mcinc Fragc nicht dcntlich gcnng. Ich habe keincn Zwcifcl, daß wir dcn Inhalt dcr vicr Punkte klar verstehen werden, wenn wir die Protokolle haben (Lachcn) - abcr die Rcgicrung hat dic Vorlcgnng in vagcr Wcisc vcr-sprochcn und nicht gcsagt, wann sie dicsclbcn vorlc« gen wird; deßhalb wünschte ich vorhcr cinigc authentische Belehrung übcr dic viel besprochenen vicr Punktc. Ich möchtc die Rcgicrnng nicht um Prwatdcpeschcn drängen. Wenn sic nur jene einzelne Depesche vor« lcgtc, in welchcr dcr Inhalt dcr vicr Punktc Ihrcr Majestät Regierung mitgetheilt wurde. Das könnte nicht schaden. Lord Palmcrston: Was sich immer vorlegen läßt, soll sobald als möglich anf dcn Tisch kommen, und dieß wird nicht so lange dauern, als dcr Redner deukt (Lachen). D'I sracli: Ich wünsche nichts als vollständige Wahrheit. Wird der cdlc Lord außer den Protokollen auch dic Korrespondenz zwischen unserm Bevollmächtigten in Wien nnd Ihrcr Majestät Rcgicrnng in Bezug auf dcn Vertrag vom 2. Sep» tcmbcr mitthcilcn? Das ist's, was das Haus wünscht. Lord Pallncrston kann nicht sagcn, was anßcr den Protokollen vorgclcgt wcrdcn wird, abcr die Negic^ rung wcrde dic Sache übcrlcgcn. Mr. T. Dnncom-be hat gehört, daß Nußland Unterhandlungen mit cinigcn dcr Gmilcmcn angeknüpft hat, die nach dcr Abreise dcr Bevollmächtigten in Wicn gcblicbcn sind. (Lachcn.) Was wohl daran Wahrcs sci? Lori) Pal' merston sagt, scit scm cdlcr Freund Wicn verließ, habe Rnßland cincu Vorschlag gemacht, abcr kcincr von den Vcrtrctcrn dcr andcrn Mächte glanbte, daß dersclbe zu befriedigenden Ncsnltaten führcn würde. Dänemark. Kiel, 29. April. Admiral Dnndas ist gestern Mittag von Kopenhagen rctournirt und hat seine Flagge wieder auf dem „Duke of Wellington" au^ gezogen. Ucbcr dic Abfahrt dcr Flotte ist noch nichts Bestimmtes zn erfahren. Die französische Postverwaltung erinnert daran, daß dcr Transport von Bricfen. mögen sie versiegelt oder unversiegelt, ohne besondere Hülle, odcr in Sa< ckcn, Schachteln, Packctcn odcr Koliis eingeschlossen scin, daß cbcn so dcr Transport von Journalen, Z"'' ! kularicu, gedruckten, lithographittcn odcr Handschrift!«' chen Ankündignngen allcr Art, wo er dnrch öffentliche Fahrgelegenheiten zu Land odcr zu Wasser, odcr d»w) andere Personen, .als Postbeamte, stattfindet, eine Gc' sehübcrttctung konsiitulrt, dic mit einer Geldstrafe un Bctragc von 150—-300 Fr., und bci wiederholen Vorkommen mit cincr Gcldstrnfe im Betrage ""' 487 300—3000 Z^. belegt wird. Nur gewisse Korrespou« denzgcgenstän^', >vie Brief oder Papicrpackcte, die ein Privatmann durch seinen Diener einem andern Pri< vatmann überschickt, Register, Pläne, Aktenstücke, Vü° chcr, Frachtbriefe und dgl. dürfen auf anderem Wege, als dnrch die Post bezogen werden. Die „Allgem. Ztg.« glaubt, daß diese Maßregeln gsgeu die ans der Krim heimkehrenden Personen, namentlich auch gegen die Soldaten und Matrosen gerichtet ist, we!> che bisher den Familien Briefe von den Ihrigen überbrachten, die der Koirtrolc dcr Regierung nicht unterliegen. Die „Hamb. Nachr." melden, es habe sich, dem Vernehmen nach, das dänische Ministerium nunmehr uach langwierigen Verhandlungen über alle Haupt-puuktc dcr Gcsammtverfassuug geeinigt; die Einbcru» fuug des Neichsraths stehe deßhalb wobl in der näch> stcu Zeit zu erwarten. Spanien. Pariser Plätter veröffentlichen nachstehende Dc. pesche: „Madrid, 30. April. Es ist gewiß, daß der Nuutius gegeu den' durch die Cortes gcuchmigteu Verkauf der kirchlichen Güter protestiet hat. — Dcr Kongreß setzt die Berathung über die Grundlagen der Verfassuug fort. Madrid, 1, Mai. Die Cortes haben dcu Ent-wurf für dcu Vau einer Eisenbahn von Scvilla uach Cadix genehmigt Die Erörterung über die dritte Grundlage der Verfassung dauert fort. Das Abkommen mit General Pierce, Präsidenten der Vcr. Staa-. ten, in der Angelegenheit des VIaek Warrior ist gutgeheißen worden." Rußland. Eine so cbcn mit kaiserlicher Erlaubuiß iu St. Petersburg erschienene Broschüre: „Die letzten Stuuden des Kaisers Nikolaus I." enthält uuter au-dereu bcmerkcnswcrihen Beiträgen zur Biographie des Verstorbenen auch Auszüge aus einem autographischen Testament, welches dcr Kaiser Nikolaus im Jahre 1844 entworfen und mit dcr Bemerkung versehen hat, '„gelänge es ihm uicht. cine Reinschrift davon anzufertigen, so wünsche er, dicscr Entwurf möge als maßgebend betrachtet werden." Er hat denselben uicht als „letzten Willen" bezeichnet, um sciucm Nachfolger keine bceugcudcn Schraukcu zu setzen, soudern nur als «seine letzten Wünsche", .um dcreu Erfüllung er „bittet". Der Autor dcr Broschüre uimmt hiervon Anlaß zur Widerlegung dcr Gerüchte von dcr En-stenz eines politischen Testamentes Peters I., indcm er darauf hinweist, daß auch die Testamcntsaklc des Kaisers Nikolaus l. keine politische Bcslimmuug enthalte. — Dcr §. 1 des Testamentes ist Derjenigen gewidmet, die in seinem Herzen „nächst dem Pflichtgefühle des Monarcheu Nußlands" die erste Stelle einnahm Dcr Aufzählung des unbeweglichen Eigenthums dcr Kaiserin Alexandra Feodorowna fügte dcr Kaiser die Worte hinzu: «Jedoch wünsche ich, daß meiner Gc-malm die Benützuug ihrer Gemächer im Wintcrpalast, auf der Inscl Iclagin, im ncncn Palast und in Tsarskoe-Selo überlassen bleibe. Außerdem, obgleich uach dem Erbfolgerechtc das Schloß Nikolajewski (Auitschkow) dem ältesten mciucr Söhuc zufällt, überlasse ich die lebenslängliche Benutzung desselben mci-ner Frau, wcnu ihr dieß belieben sollte. AIs Vcr-mächtniß hinterlasse ich meinen Kiudcrn und Eukcln, baß sie ihre Mutter lieben und ehren und für ihre Gcmüthsruhc Sorge tragen, ihrcn, Wünschen zuvor-kommen uud ihr im Alter durch liebevolle Pflege Freude zu bereiten sich bestreben. Niemals sollen sie ctwas Wichtiges in ihrem Leben unternehmen, ohne vorhcr ihren mütterlichen Nalh und Segen eingeholt zu haben." §.2, 3, 4 und 6 handeln über Verschmisse von Immobilien. Der Kaiser (so wird dcr damals Thronfolger Alexander in dcr Urkunde überall genannt) erhält die Waffensammlung in Tsarskoc-Selo, Großfürst Konstantin die Marinemodellc, Te-l^ope, das Mcdaillcnkabinct und die Handbibliothek nn Palast Anitschkow. §. 6, 7 uud 8 bestimmen die ^^^ der Kaiserin Maric Feodorowna hinterlassenen Kapitals unter die Kinder des Kaisers, mit Ansnahmc des Großfürsten Thronfolgers. §. 9, !0 uud l i handeln vou Schenkungen in Kapitalien, von deren Prozenten Arme Pensionen erhielten. „Ich bitte", schrieb darüber dcr Verstorbene, «diese Pen« sioneu auf die Staatskasse, das Kabinct oder wie es sonst dem Kaiser belieben wird, zu übcrtragcu". „Ich bitte ferner den Kaiser, liebevoll für dic alten Iuva-lideu zu sorgeu, die bei Mir au verschiedenen Orten unter dem Nameu Arscnaldicncr lebten. Ich wünsche, daß sie ihr Leben iu der bisherigen Lage beschlicßcu, weuu audcrs dcr Kaiser ibreu Zustand nicht cbcn vcrbcsscrn will." Im §. 14 spricht dcr Kaiser von seinen Freunden: „Seit mciucr Kiudhcit haben zwei Freunde und Gefährtin mir zur Scite gcstaudcu, deren Freundschaft für mich unveränderlich dieselbe blieb. Den General-Adjutanten von Adlcrbcrg liebte ich wie meinen Bruder, und hoffe bis an mein Lebensende in ihm ciucn treuen und wahren Freuud zu haben. Seine Tochter Julie Fcodorowua hat drei meiuer Töchter crzogcu. Veidcu gewähre ich zum Andenken au mich jedem 16.000 Silbcrrubel lebcuslänglichcr Pcusiou außer dcr vou ihucu bezogenen. Ich danke ihnen zum letztcu Male für ihre geschwisterliche Liebe." Es folgeu Alisdrücke des Dankes an dic übrigcn Erzieher dcr Kinder des Kaisers, an die Leibärzte Arcnd, Markus, Mandt uud Ncinholo, an den mit besonderem Vertrauen beehrten Fürsten Wolkowski (vor zwci Jahren gestorben), den Fürsten Wassitschi-koff, an den Gcneral-Feldmarschall Fürsten von War» schall «für seine herzliche Anhänglichkeit und Freund' schaft, wie auch für seine h.-locnmüthigcn Thatcu, dlirch die er unsere Waffen mit Ruhm bedeckt uud den Verrath niedergeschlagen hat;" au Vcnkendorff. Orloff, Tschernitscheff, Mentschikoff, Nesselrodc, Kankrin, Blu-doff uud Kissclcff für treue und nützliche, dem Staate geleistete Dienste. Im K. 23 folgt dcr Dank au die Garde in den bereits erwähnten Worten: „Ich danke meiner Garde u. s. w."; dann wendet sich das Tc> stameut dankend au die Glieder der kais. Familie uud audcre Vlutsvcrwaudtc oder durch eheliche Baude mit derselben Verknüpfte. Insbesondere wird der Groß> fürstin Maria Paulowna gedacht: „Ich hegte von meiner Kindheit für sic cine besondere Anhänglichkeit für die stets bewiesene Liebe. Später wurde mir ihre Freundschaft noch schätzbarer; zu Niemand iu dcr Wclt hatte ich so viel Vertrauen, als zu ihr; ich chrtc sie wic cinc Mutter und theilte ihr Allcs alls dem In« ncrn meiner Seclc mit. Hicr sage ich ibr zum letzten Mal mcincn herzlichsten Dauk für dic herrlichen Augenblicke, dic ich iu ihrcr Unterhaltung genossen habe." Weiter beschwört ocr Kaiscr sciuc Kiudcr, «ihrcn Kaiscr von ganzer Seele zu licbcu, zu ehren, ihm treu, uu» crmüdlich, unweigerlich bis znm letzten Blutstropfen und Athemzuge zu dienen und sich zu erinnern, daß sie in dieser Beziehung eiu Beispiel sein sollen audc» reu Uutcrthaucn, unter dcucn sic die ersten sind." — „Ich bin überzeugt, daß mciu Sohu, Kaiscr Alcran» der Nikolajewitsch, stets c gefügt hatten. Abeuds am 2. versuchten die Russcu, das Werk zurückzuerobern, wurden jedoch vou Garden mit dcm Vajounctc zurückgedrängt. London. Frcitagösitzuug. (Unterseeisch.) D'Is« racli beklagt sich über die verzögerte Vorlage dcr Wiener Koufcrcnzprotokollc. Lord Palmcrston verspricht dieselbe baldmöglichst; sei die Hoffnung der Erhaltung des Friedens wohl schwach, so dürfte man sie gleichwohl nicht vorzeitig aufgcbcu. Peel drückt die Hoffnung der Rcgicruug aus, daß cs geliugcn werde, die Frcmdculcgiou zuversichtlich balo zu Staude zu bringen; britische Agenten rekrutiren bereits in verschiedenen Städtcu Dcutschlauds; biuneu zwci Mo-uateu scicu 10.000 Mauu frischer englischer Truppen uach dcr Krim abgegangen. Die Miliz sei um 6412 Mann vermehrt worden. London, Sonnabend. (Unterseeisch.) Das Meeting der City hat die bekannten Resolutionen a^« gen das Cliquenwesen einstimmig adoptirt, deßgleickcn wnrden andere Meetings in Guildhall uud audcrwärts iu gleicher Richtung abgehalten. Die bezügliche Sub« skription wurde sofort in der City eröffnet; 26 City' manner snbskribirtcn ein Iedn 100 Pfund. Eine Depesche Lord Raglan's ward offiziell kundgemacht, wonach (in Uebcrcinstimmnng mit der Depesche des „Monitcnr") ein brillantes Engagement iu dcr Fronte und am linken Flügel bei Sebastopol stattgefunden batte. Sämmtliche, mit russischen Schützen besetzte Positionen wurden attaqukrt, acht leichte Mörser ge-uommcu uud 200 Nusseu gefangen. London, 3. Mai. Schlußkurse. Konsols 89'/,,; — Fest iu Folge günstiger Krimnachrichtcn. Turin, 3. Mai. Der Senat ermächtigt die Negieruug zur Einberufung eines Contingcutcs von 13.000 Mann dcr Altersklasse 1834. In Ccsana, Forli lind Ravenna wnrden mehrere Personen verhaftet. Modcua, 2. Mai. Aus Au!aß des Abmarsches der österr. Truppcu faud ciu Bankett des Esteusischen Offizierkorps, uud die Vcwirthung der östcrr. und estensischcn Truppen/ so wie ein Ballfest iu den her» zoglichen Gemächern Statt. Die cstcusischcn Offiziere und Soldaten begleiteten ihre östetr. Waffenbrüder cinc Strecke wcit. Auch andere Bewohner folgten dcm fröblichcn ^uac. Druck uno Verlag von'I.v. Meinuzay!' H- H. Gambcrg in Lmbach. — VeramwM'tliä"r Ncdacttur .5 u'-u^.c, >,, Vörsenber ich t aus dem Abendblatt? der öster kais. Wiener-Zeitung. Wien 5. Mai 1855, Mittags l Uhr. Die Börse gleich im Beginne günstig, wurde cs im Verlaufe noch mehr. Theils die besseren auswärtigen Notirnngcn, theils günstige Gerichte wirkten vvrthcilhaft, auch das Geldrcrhältniß sehr zusagend. ?lnf alle Gffeftc viel Geld, znm Theile über auswärtige Kaufaufträge. Alle Effekte höher als gestern. Vank-Aktien um l0 fi. besser. 5'/« Metall.. Lotto-Änlehm'->'m Iahie l85>. National-Anlcheii um '/, pCt. höher. Nordbahn fest und das G,-schäft überhaupt l'el.bt. "«1 Devi ftn aüqcl'otcn . l'/, pCt. billiger l als ges'ern am Cchlusse. Amsterdam 10^'/^ ^ Augsburg I27V,- — Franksurt 12« '/.- — Hamburg l»3 '/^. — Livlnw —-. — L^iidrn 12.2,'> Brief. — Mailand 12«. — Paris 148. E'taatsschnldvcrfchreibimgen zu 5 "/„ 80°/,-80'/, detlo .. ^'/2'/« * «9'/.^70 detto „ ^7, <;3-l;3'^ betto „ 3 7« 48'/, 49 dctto ,. 2'/,'/. 39'/2^39 7. detto ,. 1 7. Itt—111 V^ detto 8, L. ,. 5 7. 95-95'/, Natimial-Aulehen .. 5 7, 8^7,-84 7. Lombard. Venct. Änleh,n .. 5 7« 10l -N>2 Ärimdentlast.-Oblig. N. Oestel. zu 5 7, 79 -79 '/, detto anderer Kronländer 5 «/> 73'/,-77 Gloggnitzcr Oblig. m. R. zn 5 7« !»l 7.-^2 Ocdeüburger detto detto ,. 5 7, W T^-ltt Pcülnr tetto detto ., 4'/« 92-92'/. Mailänder detto detto „ 4 7, 90 7^—9! Lottcric-Anleheu vom Jahre l«:;4 2l7 '/, -218 detto .detto 1839 «17 -117'/. detto delta l85^ 10! '/,-10! 7. Baicko-Obligationeu zn 2 '/, 7, 57—57'/, Ännf'Nftin pr. Stück 986-988 detto ohne Bezug — — dctto neuer Emission — — Esfomptebauf.Mtien 87 - 87 '/, Attitn der f. f. priv, sstcrr. Staats- Oisenbahuacslllschaft zu 200 ss. oder »00 Fr. 316-316'/, Wien-Naaber Aktien (jur Kouuertirung angemeldet) ' ,10'/,—111 N«rdbahn-Aktien — — Bndweis-Linz-Gmundner 243 —245 Preßburg-Tyrn. Gisciib. 1. Emission 20-25 letto 2, ., mitPriorit 30—35 Oedenbilrg-Wicu.-Ncuftädter — — Dampschiff-Aktien i-30-532 detto 12. Vmission 522-524 betto des Lloyd 525-530 Wiener-Dampfmühl-Akticn 129—130 Pcsther Kettcnbrückcu - Mtien 55- 60 Lloyd Prior. Oblig. (iu Silber) 57« 93"/.-94 ^ordbahn ^tto 5 7« 85 7.-86'/, Gloggmtzer detto 5>°/. 80-8l Donau Dompfschiff-Oblig. 57« 82'/,-83 Vomo - Nentscheinc . 13 -13 '/ Estcrh',zy 40 st. Lost 81 '/,—«2 ' Windischzzrätz-Lose 29 7. -29 '/, Waldstem'sche .. 28 '/,—28 '/, Keglevich'sche „ 10 7^^',, K, k. vollwichtige Dukaten-Agie, — — Telessraphischer Kurs - Vericht der Et^atspapicrc vom 7, Mai »855. Staalsschnldvcrschreibnugeu . zu 5pCt. st. in (5M. 80 1/4 detto aus der National-Aulcihc zu 5 7« fi. >n CM. 84 l/2 detto ........4 „ „ 63 1,2 Darlehen mit Berlosuug U. I. 1«54. für 100 fi, 101 ^/8 Aktien ber f. k. priv. öster. Staatseiseubahn- 315 st. V. V. gesellsehaft zu 200 fi. B. V. rdcr 500 .n. Gruüdeutl.-Obligat, anderer Krouläüder zn 5 "/^. '2 5/8 Banf-Attien pr. Stiick...... U8<; st. in (5. M. Alticn der östcrr. Donau-Dampfschiffsahrt zu 500 fi. C. M....... 530 fi. in (5. M. Wcchscl'Klns vom 7. Mai l855. Uuasl'urg. für 100 Gnldcn Cur. Guld. 12? 5.8 Uso, Frankfurt a. M. (für 120 st. südd. Ver- eins-Währ. im 24 l/2 st, Fuß. Gnld.) 12« 5/8 Bf. 3 Monat. Hamburg, fiir l->0 Mark Banco. Gulren 93 5/8 2 Monat Livm-iw.'si'ic 3l,N ToscanischeLire.Guld. 125 2 Monat.. London, für 1 Psimd Sterling, Gulden 12-2? Vf. 3 Monat. Mailand, für 300 Ocstcrr. Lire. Gulden 12« 1/2 2 Monat. Paris, fü« WU Franken . . Gulden 148 l/2 2 Monat. K. K. vollw. Mnnz-Dncateu . . . 31 pr. Cent. Agio. Getreid-Durchschnitts-Preise in l?ail'5ck om 2. Mai 1855. m> °. .-<- Magazins-Ein Wiener Mctzen ^ _________fi. j ks^! 5^^.. Weizen ... 7 17 7 30 Kllklnutz ... — .^ 42^ H^idfllicht . . -_ —. ^ 5 40 ^orn .... __ __ ! 5 24 Geiste .... __ _ 4 22 Hirse .... _. __ 4 42 Heiren ... 4 44 4 36 Hafer .... — — 2 40 K. K. Lottozichttllgen. In Trit'tt am 5i. Mai i855: 4l. «9 52. 45. 4«. Di<> nächsten Zi^)ulic,en werden am 16. und 30. Mai 1855 in Trieft gehalten werden. Fremden - Altzeige der hier Angekommeneu «nd Abgereisten. D>,'„ 4. Mai 1855. Hr. Amom'o Mo»!,', k. k. Hofrath, — Hr. Emil Ei-llnigl'i', Baiicslli»'!', mid — Hr. Fr^iiz Fraeß v. Eh>-s'l,'ld , Spediieui', von Tnest nach Wie». — H>'. Josef Canere, Di-. dei- Medizin, voi, Tiicst »ach Wiener.-Nnistadt. — Fr. Elisc »on Leichciuhal, Gittsbesitzeiin, 0^1 Gi^o^ noch s>^'ust.:dtl. — Hr, Franz de CaU, vl-. der Merizi», ro» Wien „ach Göi,^. — Hr. Iaqm's Nic. Craigher, belg. Konsul, ron Wien nach Finme. — Hr. Franz Michellicsch, k. k. Lehrer, von Capo d' Istria nach Wien. — Hr. Josef Zanchi, Besitzer, von Wien nach Fiume. — Hr. Benedetto Lazzaro, Han-selsüiann, von Ildine nach Wien —> ^ r. Felir Vil^sello, Privatier, von Wien i^ch Trieft. Z. 684, Dankfagnng. Da ich hier ineine Vo stellmigen beendige ni'd in s!? e n m a r ktI beginne, so kaini ich nicht unteilaffen, den edlen, kunftsinnigen Pnblikum Krain-burgs meinen wärmsten !Da«k fiir Ihre Theilnahme an meinem Nnteruchmeu zu sagen, -^ Ich werde mit Vergnügen die Gelegenheic ergreifen, wenn es da) Schicksal fügt, inich wieder in Ihre beglückende Nähe zn führe». Möge mir diese gütige Theilnahme, welche mich in Krainbnrg so hoch beglückte, anch in Nemnarktl zu Theil werden. Dieß ist der innigste Wnnsch meines Herzens! Krainbm'g am 6. Mai 1855. Hochachtungsvoll Johann Martinelli, Theater.Direktor. Fellbletungs-Edikt. Mit BewiNigung des k. k. städtisch^deleg. Bezirksgerichtes Laibach ddo, 19. April 1855, Nr. 847l, werden die Verlaßfahrnisse nach dem Hertn Kanonikus Dr. Johann Pölz, als: verschiedene Pretiosen, Einrichtungsstücke, Bettzeug, Kleidung und Wasche, neb'st einer namhaften Menge Bücher am 22. dichs Monats Vormittag vm: l> — z^ und Nachmittag von 3—6 Uhr und in dcn folgenden Tagen im Lizita^ tionswege gegen gleich bare Bezahlung l)int< angegeben. Laibach am 6 Mai «855. Z. 640. (6) Markt-Anzeige. Nosalia Pittkas cuis Wu'n empfiehlt sich dcm geehr.'cn Publikum mit Den fein' sten und modernsten Seidenbändern, nne auch Sammetbandern, Manchetenbano uno allen Gatlun^cn schmaler Bänder um die möglichst billigen Preise, uno bittet um geneigten Zuspruch. Hat lhre Hülle Nr. l5 am Iahr-marktplatze. Z. 686. (!) Gältzlicher Ausverkauf von Splel- und Nürnderger-Waren, wegen Auslösung des'Geschäftes unter dcn Fabrlkspreisen, ln der Markthütte Nr, 10, im Haupt, gang links, empsielht sich der ergebene ____________Georg Graßelly. Sehr beach ten swerthe privilegirte Erfindung. Hydraulischer Faßspund. I. Zur Verhütung dcs S<,uerwerdens und Verderbens allcr geistigen Flü'ssigkeitcn, die im Zapfen lau fen, als Weine, Biere, Branntwein?, Odstmoste, Essige ?c,, sowie II. zur Vermeidung des Velfiiegens des Aroma's und der geistigen K'äfle beim Gahtungsprozfß der Wein» und Ol'stmoste, und III eiis sichere Controle gcgen Verfälschung durch Anfüllen mit Wasser, zufolge einer Veruntreuung -" Vermeidung dcs ?ll,'zichcns in Flaschen, Preis lucu Laibacli « fl. Ve! A'onadmc von 60 Stück wnd ein Escoiupte dcwilligt. — Vlicie, Einsendung von Gcldb' trägen poltofrci. — Die Bestellungen si»d lci Uutcrzeichnetcn! zu machen. Z. 477. (.5) Gänzlicher m der Tuch- und Schnittwaren-Handlung des wegen Auflöftma des Geschäftes sehr bedeutend unter t>on : Tnch«, Peruvien's, Drap €lc ]Wr©HS«eIiii'fi9 iß^8' sir's; €leianeii€3^t€3ii FrtiBijular- iiniil ^^iiiiiii?!89* Rock- und KosenslolTeii, trllci'^^ scli^var*^ Atlasse uuil Crolses^ Creas-Iieiii^vaflHlcBi? IjelaieiR-Trlll's^ welssen und gefärbten Ii.el^ isest-^ Poulard9s- niid Seiden-S^aek- uud Dalstiicliern9 Orlean's, Thibet's 9 Iiwstre'i»9 CraiTats9 Waehslelnnraiftden und Be liala©-Uinhängtiteliern*