präumiirratiou« - -rcisr: Für Laid-ach Ban„ährig . . 6 st. — !r. Haldjährig . . . S „ — , Vierteljährig. . . 1 „ so , Monatlich . . , — . SV . Mit der Post: Ban,jährig . . . 9«.-kr. Halbjährig . . . 4 » S0 . Vierteljährig. . - » . SS . Für Anstellung ins Hau« viertel- Laibacher jährig SS kr., monatlich g kr. einzelne Nnmmern S kr. Nr. 156. Tagblatt. Anonime Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zurückgesendet. SeLaktiou Lahnholgaffe Nr. lS». Lk»kdilioa uni Zujkralru üurrau: »ongreßplatz Nr 81 (Buchhandlung von 2. v. Kleinmavr L F.Bamd Zllscrlioasvrlisk: / HA Für die einspaltige Petitzeili bei zweimaliger Einschaltung dreimal s. 7 kr. InsertionSfiempel jedeSmal 30 kr. Sei größeren Inseraten und öfterer Einschaltung entsprechender Rabatt Mittwoch, 13. JuÜ. — Morgen: Bonaventura. 1870. Der künftige Reichsrath. Ueber die Parteigruppirung des künftigen Abgeordnetenhauses ergeht sich die „N. Fr. Pr." in folgenden Kombinationen: Der neue Reichsrath qualifizirt sich nicht blos zu einem Mißerfolge des Kabinetts Potocki, sondern zu dem Zeugnisse eines von Haus aus unrichtigen politischen Kalküls. Graf Potocki weiß allerdings auch heute nicht, was für einen Reichs-rath er eigentlich wünschen soll; aber ein anders geprbter sollte es jedenfalls sein, da er sonst den alten nicht aufzulösen brauchte. So wesentlich unverändert nun auch der neue ReichSrath sein wird, so reichen denn doch die Modifikationen hin, um ihn zu der Lösung der seiner harrenden Aufgaben noch weitaus ungeeigneter zu machen, als den alten. Die Wahlreform und die Verständigung mit den Polen scheinen — neben den laufenden Geschäften — die wesentlichsten Aufgaben zu sein, welche des neuen Reichsrathes harren. Zwischen diesen beiden Fragen besieht ein untrennbarer Zusammenhang. Denn wenn es auch eine polenfreundliche Strömung in der Verfassnngspartei gibt, eine solche Versündigung an der politischen Logik und staatsmännischen Einsicht wird man doch keiner Fraktion des Abgeordnetenhauses zutrauen dürfen, daß man die Autonomie irgend einer Provinz zu mehren wagen würde, ohne gleichzeitig das vollwichtige Aequivalent der Wahlreform für das Reich einzuheimsen. Das ist ja der Gedanke, der in den inspirirten Organen ebenfalls gepflegt wird. Eine Vertröstung mit der Wahlreform bei gleichzeitiger Befriedigung der Polen wäre ein politischer Frevel. Wahlreform und Verständigung mit den Polen — keine Wahlreform und keine Verständigung; in diese Alternativformel löst sich die den nächsten Reichsrath beschäftigende Frage auf. Ist also der neue Reichsrath nicht danach angelegt, die Wahlreformfrage zu lösen, so kann es abermals zu keiner Verständigung mit den Polen kommen. Und wir fürchten in der That, daß der neue Reichsrath noch weniger zur Durchführung der Wahlreform geeignet sein werde, als der frühere. Das nächste Abgeordnetenhaus wird den Fluch des aufgelösten, in Fraktionen und Meinungs-schattirungen zersplittert zu sein, in noch weit höherem Maße tragen. Zwar wurde durch das Pro-gramm vom 22. Mai — wahrlich ohne Zuthun der Regierung — in der Verfassungspartei eine gewisse Einigung erzielt. Aber so wenig wir dieselbe unlerschätzen, ebensowenig wollen wir sie überschätzen. Ein Programm ist bindend für die Teilnehmer, es macht Propaganda unter den Gesinnungsgenossen, cs gewinnt Schwankende: aber darüber hinaus reicht seine Wirksamkeit nicht. Es kann nicht durch Zwang Elemente an sich heranziehen, die ihm widerstreben. Die Vertreter des Großgrundbesitzes werden durch Programme nicht gewonnen. So gut verfassungstreu der Großgrundbesitz ist, so verleugnet er doch seinen konservativen Charakter nicht; denn er vertheidigt nur seinen Besitz an Rechten, wenn er die Gruppenwahl vertheidigt. Niemand kann ihm den Charakter der Verfassungstreue bestreiten, wenn er das, was er hat, behalten will. Dieser Großgrundbesitz, der in der letzten Session und vor den Wahlen durch eine kühne Regierungs-Aktion vielleicht noch für die Beseitigung der Gruppen mittelst einer Aequivalentpolitik zu gewinnen war, hat seitdem seinen Einfluß in entscheidender Stunde erprobt und hat sich dadurch in seinen Anschauungen gestählt. Eine Reihe von Landtagen wird nur durch den Großgrundbesitz vor der Herrschaft der Ultramontanen oder Nationalen bewahrt. In Steiermark und Oberösterreich rettet der Großgrundbesitz die liberale Verfassungspartei geradezu vor der Majorisirung durch die Schwarzen; in Böhmen und Mähren, in letzterem Lande mit besonders glänzendem Wahlerfolge, schützt er die Partei vor dem nationalen Drucke; in Krain schafft er der Verfassungspartei wenigstens eine starke Minorität. In einem Augenblicke, in welchem der Großgrundbesitz zu seinem erhaltenden Grundzuge, der vielleicht als Eigeninteresse gelten kann, noch so viele selbstlose Parteiverdienste hinzufügt, wird er selbstverständlich um so entschiedener auf seinem Scheine bestehen. Zu dieser Fraktionsscheidung innerhalb der Verfassungspartei gesellen sich aber noch zahlreichere mosaikartige Parkeibildungen außerhalb der Verfassungspartei. Zunächst wird die ultramontane Fraktion zu beachten sein, welche aus Steiermark, Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg einen wesentlichen Zuwachs erfahren wird. Man darf diese Fraktion nicht leichthin nehmen. Denn wenn auch nur klerikale Minoritäten in den verschiedenen deutschen Landtagen vorhanden sind, so sammelt sich doch aus vielen Bruchtheilen eine ansehnliche Fraktion im ReichSrathe, welche, da sie aus den Landgemeinden-Vertretern sich rekrutirt, ebenso viele Stimmen der liberalen Verfassungspartei entzieht. Diese Fraktion ist heute in ihren Zielen noch unberechenbar. Aber wenn man auf die tiroler Ultramontanen blickt, welche entschiedene Gegner der direkten Reichsrathswahlen sind, wenn man den HerzenSzug der Ultramontanen zu den Nationalen beachtet, dann muß man sich wohl zu der Besorgniß bekennen, daß die ultramontane Fraktion für die Wahlreform verloren ist. Es wäre denn, daß die Klerikalen aus der Durchsiebung, welche die liberalen Land-tagsmehrheiten an ihnen bei den Wahlen in den Jeuilleton. Rndolssbahn und ottomanische Bahnen. Von A. Laschan. (Schluß.) Zum Schlüsse dieser Andeutungen sei es gestattet, die Details des ottomanischen Bahnzuges Bihac'-Salonik in größeren Zügen zu skizziren. Die Eahn würde von Bihac aufwärts der Flüsse Una und Unaec bis Crnivrh (Gebirge) und von da ostwärts bis zur Festung Travnik, von da längs der gegenwärtigen Poststraße bis Sarajevo, von da nach Wca an dem Detinjafluße abwärts bis Pozega, von da die serbische Morava flußabwärts über Ca-cak und Trstenik bis Stalac am Zusammenflüsse der vorgenannten mit der bulgarischen Morava, von Stalac immer an der letzteren aufwärts über Ale-xiuac bis Niä und noch weiter stromaufwärts in jenes Quellengebiet dieses Flusses zu führen sein, welches auf fast allen Karten als Gebirge Orbello bezeichnet ist, aber nach genauer lokaler Erhebung, die der hochverdiente Generalkonsul v. Haan persönlich in der eingehendsten Weise gepflogen hat, in der That gar kein Gebirge, sondern, eine sumpfige Hochebene ist, die jede Eisenbahn ohne Tunnel be- quem zu überschreiten vermag, um mit einer südwestlichen Wendung in das Quellengebiet des Vardar-flusses und an diesem dann in bleibend südöstlicher Richtung abwärts über Uskiup, Gradesca und Je-nidsevardar nach Salonik zu gelangen, an welchem Hafenplatze der Vardar in das ägäische Meer mündet. Die Strecke Biha^-Niö dürfte 70, jene von Niö bis Salonik 40 deutsche Meilen betragen und von Laibach nach Salonik würde eine Fahrdauer (die Anhaltezeitverluste mitgerechnet) von 48 Stunden in Anspruch genommen werden. Die Kramer Biene und die Bienenzucht in Krain. (Aus der „Wr. Laiidw. Ztg.") Nächst dem Dzierzon'schen Sisteme der beweglichen Bienenkasten hat unter den deutschen Bienen-wirthen wohl keine Neuerung mehr Epoche gemacht, als die Veredlung der heimischen deutschen Biene durch fremde Bienenraßen. Zuerst war es die italienische Biene, welche aller Augen auf sich zog, seit 2—3 Jahren aber sind es Krainer Bienen, die von der Mehrzahl der deutschen Bienenzüchter mit Freuden ausgenommen und als vorzüglich erprobt worden sind. Die sogenannte Krainer Biene ist eine seit unvordenklichen Zeiten in Krain, Kärnten und wahrscheinlich auch Kroatien einheimische Bienenraße, welche sich von der deutschen und italienischen gleich auf den ersten Blick durch ihre besondere Färbung und schnelle Bewegung, in der Praxis aber durch ihre Tugenden, außerordentliche Gutmüthigkeit, besondere Fruchtbarkeit der Königin und die dadurch bedingte schnelle Vermehrung des Volkes, sowie große Schwärmlust vortheilhast unterscheidet. Bei den Arbeitsbienen der krainer Bienenraße ist der erste, obere Hinterleibsring meist etwas rostgelb, die übrigen sind aber silbergrau gefärbt, stark behaart und an der Kante schwarz eingesäumt; das Bruststück selbst ist silbergrau und stark behaart. In der Jugend ist diese Färbung eine hellere, im Alter wird sie dunkler, bleibt aber immer unter allen Umständen hervorstechend genug, um sie von allen ändern Raßen unterscheiden zu können. Auch die Königinnen und Drohnen zeichnen sich durch ihre silbergraue Färbung vor allen ändern aus. Ich habe in der Schweiz mit Berg- und Thal-bienen Bienenzucht betrieben, habe mir aus Italien und Schlesien (KalSmarkt) italienische Bienen kommen lassen, habe in Baden (Mannheim) eine neue Bienenzucht angelegt und dazu aus der Pfalz, vom Reichsrath üben dürften, die Schädlichkeit der mittelbaren Wahl an sich selbst erproben und dadurch zur Wahlreform bekehrt werden. Was ist erst von den kleineren nationalen Fraktiönchen zu erwarten, deren leuchtender Repräsentant im Ministerrathe Freiherr v. Petrino ist? Ist der Mann durch den gut dotirten Ministerposten zu der Wahlreform bekehrt worden, nachdem die Mißachtung des Landtagsrechtes eine Ursache der Sezession des Südländer-Klubs war? Diese Reichs-rathS-Sezessiouisten, welche für ihre Flucht durch die Berufung eines der Ihrigen in den Rath der Krone belohnt worden sind, werden sie durch dieses dick ansgetragene Kompliment für ihre Bedeutung gefügiger werden? Und nun die Polen! Sind daö Politiker, die man in Berechnung ziehen kann? Sie sind in ihrem eigenen Lande in die mannigfachsten Partei-Abstufungen gespalten. Sic bringen es nicht einmal zu einer Einigung innerhalb ihrer Landes-psähle. Eine Partei bekämpft die andere auf Tod und Leben. Unbefangene Beobachter sehen dort nur eine ungestalte Gliedermasse m unaufhörlicher zuckender Bewegung, in die kein Sinn zu bringen ist. Nichts spricht so sehr der Verantwortlichkeit, welche die Lage Galiziens seinen Politikern auferlegt, Hohn, als die turbulente, in die tollsten Ungereimtheiten sich »ersteigende, Politik welche dort getrieben wird. Die Polen sind also für eine gefammt-österreichische Politik, welche sich nicht durch die polnische Fahne deckt, nahezu unbrauchbar; und dies in der nächsten Session mehr noch als in der vergangenen, weil auch sie von ihren Erfolgen getragen sind. Aber selbst wenn diese Fraktion eine bestimmte Größe wäre, so würde sie bei der Zerklüftung des übrigen Abgeordnetenhauses nicht stark genug sein, den Ausschlag zu geben. Das ist das Bild des künftigen Reichsrathes: er zeigt die Fisiognomie des alten, nur ein wenig satirisch entstellt, wenn man ihn im Spiegel seiner künftigen Aufgabe b»trachtet. Politische Rundschau. Laibach, 13. Juli. Das finstere Gewölk, das den politischen Horizont umzogen, verliert seit gestern etwas von seiner Dichte, das unmittelbaren Ausbruch des Unwetters drohende Aussehen hat sich gemildert und einige lichtere Punkte erscheinen. Der König von Preußen hat zwar erklärt, daß er die ganze Angelegenheit als eine rein persönliche auffasse und den Prinzen zur Annahme der Krone ermächtigt habe; England und die belgische Kriegsfamilie jedoch setzten alle Hebel in Bewegung, um diesen zur Ein- badischen Schwarzwald und vom hessischen Odenwald Bienen gebracht, um mit den verschiedenen Böllern und Stämmen vergleichende Versuche anzustellen. Natürlich konnte ich auch dadurch die „Gut-müthigkeit" dieser verschiedenen Bienen ganz genau erproben. Als ich endlich im Frühjahr 1868 die Leitung des Baron v. Rothschütz'schen Handelsbienenstandes zu Smereck in Krain übernommen, hatte ich auch Gelegenheit gefunden, den Charakter der krainer Bienen zu studiren und dieselben besonders zu schätzen. Auch die bäuerliche Bevölkerung Krains kennt die Gutmüthigkeit ihrer Bienen ganz genau. An Sonn- und Feiernachmittagen, zwischen 2 und 5 Uhr, sieht man Bauer und Bäuerin mit ihren bestbesreundeten Nachbarn auf einer Bank neben dem Bienenhause sitzen; die Kinder tummeln sich vor demselben im Grase, ohne sich vor dem Bienenstiche zu fürchten, und ost ist mir unser Schweizerliedchen still erklungen: In a Garte Bin i gestände, Ha den Jmbli Zugeschaut, Hänt gebrummet, Hänt gesnmmet, Hänt Zelli Gebaut. willigung der Verzichtleistung zu bewegen, und ihre Bemühungen scheinen denn auch den gewünschten Ersolg errungen zu haben. Nach einer Mittheilung der „A. A. Zeitung," übereinstimmend mit Wiener Meldungen, hätte Prinz Leopold erklärt, um den Preis eines blutigen Krieges die Krone nicht annehmen, eine untergeordnete Familienangelegenheit nicht zum Kriegsvorwande heranreifen lassen zu wollen, und diesen seinen Entschluß habe er selbst in einer Proklamation an die Spanier bethätigt, in welcher er bittet, ihn seines gegebenen Wortes zu entbinden. Bestätigt sich diese Nachricht, wie lebhaft zu wünschen, so ist der unmittelbare Anlaß des drohenden Zusammenstoßes geschwunden, Beruhigung wird wieder Platz greifen. In Paris, wo man am 11. d. die Antwort des Königs von Preußen auf die von Bcne-detti überbrachten Forderungen der französischen Regierung erwartete, herrschte eine ungeheuere Aufregung, namentlich als des Königs erste Antwort bekannt wurde. Die Rente fiel bedeutend im Kurse unv alles glauvte an Krieg und schwatzte sichsörm-lich in denselben hinein. Die Kriegspartei, welcher der Kaiser persönlich zuneigen soll, gewann immer mehr Boden, redlich unterstützt von der Presse, die ganz aus Rand und Band gerathen zn sein scheint. Eine zweite Depesche Benedetti's wirkte etwas beruhigender und eine friedlichere Auffassung gewann Raum; hoffentlich wird die Entschließung Hohen-zollerns völlig abkühlen und beruhigend wirken. Der Groll gegen Preußen wird zwar nicht schwinden, denn man wollte bestimmt wissen, daß die Unterhandlungen wegen der Thronkandidatnr des Erbprinzen von Hohenzollern zwischen Prim und dem Grafen Bismarck bereits in der ersten Hälfte des Monats April angeknüpft wurden. Am 20. jenes Monats traf dann der Fürst zu Hohenzollern mit feinem Sohne in Berlin ein, und nachdem derselbe mit dem Könige und dem Grafen Bismarck längere Besprechungen gehabt hatte, erfolgte am 22. April die Abreise des Vertrauten des Bundeskanzlers, des geheimen LegationsratheL v. Keudell, nach dem südlichen Europa. Mit der Rückkehr dieses wiederholt zu vertraulichen Sendungen benützten Diplomaten fällt auch das offene Hervortreten der Hohenzollern-fchen Kandidatur zusammen. Die europäischen Mächte vereinigen zwar jetzt ihre Bemühungen, um den drohenden AuSbruch des Konfliktes zu verhüten, welche Stellung sie aber im Falle eines Krieges einnehmen werden, darüber sehlt jede Gewißheit. England hat sich bis jetzt am entschiedensten gegen die Kandidatur des Hohenzollern erklärt und unterstützt Frankreichs Forderungen kräftigst. Ueber Rußlands Stellung zu der Frage Zur Schwärmzeit und vor der Guchweizen-tracht erleichtern mehrere große Bienenmärkte, z. B. Krainburg und zu Egg, den Handel mit Bienen unter den Landleuten. Da ich letztem Markt im Jahre 1868 selbst besucht habe, so kann ich aus eigener Anschauung mittheilen, daß am 10. August 1658 Stöcke unv am 15. August 1500 Stöcke zum Verkaufe ausgestellt waren, meistens zweite, dritte und vierte Schwärme, alle aber ohne jeden Tropfen Honigs. Ein eigenthümlicheö Leben herrschte auf diesem Markte. In langen Reihen, bis zu fünf übereinander, standen dort die Stöcke, mit Brettern gegen den Sonnenbrand bedeckt; furchtlos aber bewegten sich die Käufer und Verkäufer in diesem unabsehbaren Bienengewühl. In einem zur Bienenzucht verwendeten Wirthshausgarten bildeten etwa 800 Stöcke einen Kreis, in dessen Mitte denn doch dem kühnsten Bauer ein wenig warm wurde. Und doch kann ich der Wahrheit getreu konstatiren, daß trotz des Bieneu- und Menschengewühles sicher nicht ein Dutzend Stachelgrüße von den Thierchen ausgetheilt wurden; eine gewiß unbedeutende Zahl, denn Schlagen wir den Stock am 10. August durchschnittlich mit 10.000 Bienen an, so gibt dies bei 1658 Stöcken die Zahl von 16,580.000 Bienen, die auf einem Umkreise von kaum einem halben Joch fehlt bis jetzt noch jede Andeutung, und wenn die Mitteilung eines Wiener Blattes richtig ist, so wird eben von der Haltung Rußlands es abhän-gen, ob Oesterreich überhaupt in die Aktion ein-greifen wird. Graf Benst hält die Politik der freien Hand als die den Umständen angemessenste und wäre unser Kabinet bis nun nach keiner Seite hin engagirt. In der italienischen Kammer wurde die Regierung über die durch die spanische Thronfrage entstandenen Verwicklungen interpellirt. Der Minister verweigerte jedoch eine eingehendere Erörterung und bemerkte nur, die italienische Regierung habe ihre Bemühungen mit jenen der bei der Ruhe Europa's meist betheiligten Mächte vereinigt und thätigst am VersöhnnngSwerke gewirkt, weil bei diesem Zerwürfnisse das Interesse Italiens wie das Europa's die Aufrechthaltung des Friedens fordere. Welche Stellung Italien gegenüber Preußeu und Frankreich einnimmt, an wessen Seite es im Falle eines Krieges treten werde, darüber erfolgte keine Andeutung. Der Minister leugnete, daß die Regierung Verhandlungen wegen der französischen Okkupation Roms eiiigcleitct habe, dieselbe behalte sich aber diesfalls ihre Aktionsfreiheit vor, während vie „Turnier Zeitung" versichert, das Tuilerienka-binet habe für den unbedingten Beistand Italiens in der spanischen Frage die Zurückziehung der Ok-kupationSttuppen aus Eivitavccchia angebotcn. Der türkischen Regierung wird die Absicht zugeschrieben, sich von den Ereignissen nicht überraschen zu lassen, sondern, um auf alle Fälle gerüstet zu sein, ein größeres Truppenkorps im Norden aufzustellen. Belgien der einzige Staat, welcher sich in einer der Kandidatur des Prinzen Leopold günstigen Weise ausgesprochen hat, rüstet, um seine Unabhängigkeit nach Kräften vertheidigen zu können. Was nun die drei hauptbetheiligten Mächte Spanien, Frankreich und Preußen betrifft, so scheint elfteres entschlossen, die Freiheit seiner Entschließungen unter allen Umständen gegen Vergewaltigung zu schützen. Es wurden bereits die gebotenen Vorbereitungen getroffen, bestimmte strategisch wichtige Punkte an der Nordgrenze von Truppen besetzt und sonst nach Kräften gerüstet. Frankreich trifft militärische Vorsichtsmaßregeln in großartigem Umfange, dies beweisen alle eingehenden Berichte. Nach der „Köln. Ztg." hat man in den Tnilerien schon bestimmt, welche Mar-schälle und Generäle die einzelnen Korps befehligen sollen und letztere sind auch auf dem Papier ganz genau zusammengestellt. Mit dem Ankäufe von Vorräthen für die Armee ist auch begonnen. So wurden am 6. d. M. 20.000 Fässer eingesalzenes Schweinefleisch für die Flotte bestellt, binnen 20 in zwei WirthShausgärten vertheilt waren. Zudem war mit diesem Bienenmärkte auch noch ein großer Rinder-, Pferde- und Schweinemarkt verbunden, und trotzdem, daß Rinder und Pferde mitten durch das Bienengewühl auf den Markt getrieben wurden, thaten die Bienen weder Menschen noch Thieren etwas zu Leide. Gewiß ein Beweis großer Sanft-muth! — Wie sich nun diese Bienen durch Gutmüthig-kcit auszeichnen, ebenso zeichnen sic sich vor jeder anderen Bienenart durch ihre Fruchtbarkeit, Arbeitsamkeit und Schwärmelust vortheilhaft aus. Trotzdem daß in Krain eine sehr magere Frühjahrstracht ist, stehen doch um den 10. Mai beinahe alle Völker schwarmfertig da und schwärmen darauf los, - als ob es sich um eine Wette handelte und jeder > der erste sein wollte. i Im Jahre 1869 habe ich am dortigen Han-. delsbienenstande bis zum 14. Mai über 300 Kunst-, schwärme mit überwinterten Königinnen gemacht r und in aller Herren Länder hinaus versendet, i Gegen den 20. Mai bauen die Zweitsch wärme, , und zwar in solcher Menge, daß ich beinahe täg- - lich 40—50 einfassen mußte, i (Schluß folgt.) Tagen zu liefern. Seeleute, welche in Nantes deta-chirt waren, haben Befehl erhalten, sofort nach Brest zurückzukehren was anzudeuten scheint, daß man die Flotte so schnell als möglich in Kriegsbereitschaft zu setzen gedenkt. Nach dem „Daily Telegraf" feien an die Kommandeuere in ganz Frank-kreich Aufträge ergangen, Offizieren keinen weiteren Urlaub zu gewähren. Die Beurlaubten feien auch auf der Rückkehr und in den Grenzfestungen werde eine schleunige Inspektion vorgenommcn. Ucberdies Melden viele Telegramme aus allen Gegenden Frankreichs von großen Rüstungen, man will sogar wissen, daß ein französtcheö Armeekorps in den Rhcin-gegenden bereits aufgestellt wird. Dagegen hört man von den kriegerischen Vorbereitungen auf preußischer Seite auffallend wenig. Indessen dürften auch hier in aller Stille ernste Maßnahmen getroffen werden; die Offiziösen versichern, der Krieg werde die Preußen nicht unerwartet treffen. Die „Norddeutsche Allg. Ztg." konstatirt, daß das französische Kriegsgeschrei diesseits des Rheins ohne Echo geblieben. Sie mißbilligt auf das Entschiedenste die Erklärungen Gramonts; Preußen habe nichts zur spanische» Königswahl gethan, könne auch nichts dagegen thun, ohne sich zu erniedrigen. Preußen habe keine Berechtigung, also auch keine Verpflichtung zu den ihm angesonnenen Diensten. Dies heißt Händel suchen, wo keine von selbst erwachsen. Wenn dies die Absicht Gramont's, möge er zweimal Zusehen. Hofnachrichten zufolge will Bismarck es jetzt aufs Acußerste ankomiuen lassen, plaidirend, Napo-^l>n werde doch wieder einen Streitfall suchen und W'den. Der König in Ems neigt sich zu dieser Anschauung , während der Kronprinz und die Königin sich bemühen, den Prinzen Leopold zum Verzicht auf feine Kandidatur zu bewegen, welchen derselbe als preußischer Untertan feinem Vaterlande schuldig sei. In Prag fanden Montag große Frnchtliefe- Umgsabschlüsse nach Frankreich statt. Picußischc Aeutx,, sollen in unauffälliger Weife Pferde- und Haferanfkäufe realisiren. Die „wichtigen Mitteilungen," welche den slanzvsischcn Kammern im Falle einer unbefriedigenden definitive» Antwort aus Ems gemacht werden sollen, werden nach einem Telegramme der „N. Pr." ans Paris, 11. d., in dem Verlangen der Ermächtigung zu einer zweiten RckrutcnauS-hcbnn» von 140.000 Mann und zur Aufnahme eines Anlchcns von 500 Millionen Flanken bcstchm. k. ^ ^.Kopenhagen hat die Tages- ^ c Aiisrcgung hervorgerufen. Der fran- zo,ische Gesandte konferirt häufig mit dem Minister des Aeußcrn. Auf die Kunde von kcr Erklärung GiamontS im gesetzgebenden Körper haben die dänischen Truppen im Lager von Hold nnd die Besatzung von Viborg, der Hanplstadt Jütlands, illn-»iinirt. Der auch von uns nach dem „Wr. Tagbl." ^brachte Erlaß des Kr ie g s m i n st e ri u m s iur Mobilisirnng einer Anzahl Batterien ist nach ^ bestimmten Erklärung offiziöser Blätter in sei-^Mtszahl zwar richtig, im Inhalte jedoch gelaicht „nd total erfunden. „ Bei den Landgemeindewahlen in Görz und ^rndiska wurden gewählt: Jn Gradiska: Dot-'°ri und Condussi (beide wicdergewählt); in Görz "vne und Bürgermeister Faganel (beide neu); n L>essana Cerne undAbram (beide wiedergewählt); iu Lolinen, Winkler und LandcsgcrichtSrath Goriup (beide wiedergewählt.) Die „Krenz-Ztg." bringt unter der Ueber-Ichnft: „Eine katholische Stimme aus der Rhein- pwvinz" an hervorragender Stelle einen Artikel, der sich über das Getriebe der Jesuiten in der genann-Provinz verbreitet und worin es u. a. heißt: Wie weit die Jesuiten im Beichtstuhl gehen, erhellt ans er Thatsache, daß sie schon jetzt, vor der Publikation er päpstlichen Unfehlbarkeit als Dogma, solchen Perionen die Absolution verweigert haben, welche auf Be- fragen erklärten, an die Jnsallibilität nicht glauben zu können. Besonders ist dieses in der Jesnitenkirch ein Bonn wiederholt vorgekommen und es können Zeugen in dieser Hinsicht namhaft gemacht werden. . . . Die Jesuiten, meint der Korrespondent der „Krenz-Ztg.", dieses Hauptorgans der konservativen Partei in Preußen, spielen mit der Unfehlbarkeitsfrage va, iEiM, und von dem Augenblicke der Proklamirnng der Jn-fallibilität an wird vielleicht der Niedergang des Je-suiten-Ordens datiren; sie säen jetzt Wind, werden aber Sturm ernten. Das „Giornale Ufficiale" erwidert dem „Pester Lloyd" und erklärt, es sei falsch, daß der ungarische Episkopat mit geistlichen Strafen bedroht wurde, wenn er in der Opposition gegen die Unfehlbarkeit beharre. Dasselbe Blatt fügt hinzu: Die das Konzil leitende Gewalt sei keineswegs tirannisch, sondern voll Geduld und unerschöpflicher Langmut. Aus Rom ist die verläßliche Nachricht in Wien eingelaufen, daß die Beendigung der Jnsalli-bilitätsdebatte am Samstag, die Promulgirung des Unfehlbarkeitsdogma's am 20. d. M. zu gewärtigen fei. An der Annahme des Dogma's von Seile dcr Konzilsmajorität darf auch angesichts der drohenden politischen Verwicklungen nnd der möglichen Besetzung Roms durch die Truppen Italiens keinen Augenblick gezweiselt werden. — Nach der Publi-zirung des Unfehlbarkeitsdogma's wird, wie man dcr „Mgpst." neuerdings versichert, alsbald daS Konkordat von den beiderseitigen Ministerien für die österreichisch-ungarische Monarchie außer Kraft gesetzt und das ?lL66tum röxiuur für die Kundmachungen der Kirchenfürstcn eingcführt werden. An der Nachricht eines Wiener Blatics, die Kaiser von Oesterreich habe an den Papst ein eigenhändiges Schreiben mit der Bitte gerichtet, die Vo-tirnng der Jnsallibilität fallen zu lassen, ist — wie von kompetenter Seite mitgetheilt wird — kein wahres Wort. Es wird weiter gemeldet, daß der P apft erkrankt sei. Am Abend des Pctcrsfeftes (29. Juni) wurde der Leibarzt Viale-Prela zum Papste gerufen, er fand ihn in einem alterirten Zustande und gab ein drastisches Mittel. Die Italiener sind in der heißen Zeit schnell damit zur Hand, weil sic von ähnlichen Zusräudcn pcrnitiöse Fieber fürchten. Das Mittel bewährte sich, doch konnte Se. Heiligkeit die gewohnte Stelle beim Altardienste des St. Pauli-festes diesmal nicht einnehmen. In dcr Stadt hatte sich das Gerücht verbreitet, PiuS IX. fei von einem leichten Schlaganfall getroffen. Es galt, sich Gewalt anthun, die Fabel bloß zu legen, und so verstand sich Pius auf Zmcdcn gewisser Einflußreicher, gegen Abend um 6 Uhr in den Wagen zu steigen; die Spazierfahrt dauerte indessen nur eine Stunde. Aus China cingetroffene offizielle Mitteilungen bestätigen jetzt die Nachricht von einer Art sizilianischcr Vcöpcr in Peking. Wie es scheint, hat sich jndeß die Aufregung dcS Volkes ausschließlich gegen die Franzosen gerichtet, was seinen Grund in dem nicht immer klugen Auftreten der Missions-Priester haben dürfte. Der französische Marineminister hat sofort an den in den oslasiati-fchen Gewässern kommandircnden Kontre-Admiral Duprö die Weisung abgehen lassen, in Saigon an der hinterindischen Küste 2000 Mann einzu-schiffen und sich damit nach Tien-tsin, einige Meilen von Peking, zu begeben, um in nachdruck-reichster Weise von der chinesischen Regierung Ge nugthung zu fordern. ____ Zur Tagesgeschichte. — Ein schon seit langer Zeit dem Trunke ergebener Gewerbsmami in Graz — ein Zinngießer — hat sich Samstag Abends 10 Uhr nächst der oberen Kettenbrücke in die Mur gestürzt und auch sein Weib in den Fluß mitgezogen. Der Mann rettete sich durch Schwimmen und kam wieder ans Ufer, während das Weib in den Wellen verschwand. Die Sicherheitsbehörde hat den Zinngießer, der schon früher sein Weib öfters am Leben bedrohte, wegen vollbrachten Mordes dem Landesgerichte eingeliefert. Die Leiche der Ertrunkenen wurde bisher nicht aufgefunden. — Ter „Ung. Lloyd" bringt nachstehende Mittheilung: Das zu Kafchau tagende Standgericht des Abanjer Komitates hat im Sinne der bestehenden Statarialnormen gegen den des Verbrechens der Brandlegung überwiesenen Georg Sv.................das Todes- urtheil gesprochen und sollte dasselbe Montags um 6 Uhr publizirt und vollzogen werden. Der Präses des Standgerichtes wendete sich Sonntags Abends 8 Uhr im telegrafischen Wege an den Justizminister mit der Anfrage, ob in Berücksichtigung dessen, daß weder die öffentliche Sicherheit, noch die allgemeine Stimmung eine so außerordentliche Exempelstatuirung erfordert, der Justizminister sich nicht bewogen fände, bei Sr. Majestät die Abänderung der verfügten Todesstrafe in eine zeitliche zu befürworten. Der Justizmimster — der, nebenbei gesagt, ein prinzipieller Gegner der Todesstrafe ist — fertigte noch Sonntags Abends seinen Begnadigungsantrag ab, und so gelangte die a. H. Begnadigung schon Montags halb 11 Uhr Vormittags in das Justizministerium, wonach die Todesstrafe erlassen, und gestattet wurde, daß auf eine Freiheitsstrafe erkannt werde. — Dian schreibt der „Reichenberger Ztg." aus Rumburg: In voriger Woche kamen in Sächsisch-Eibau eigenthümliche Krankheitsfälle vor, die nach der Art ihres Auftretens zur Befürchtung einer Tisusepi-demie Anlaß gaben. Jetzt hat es sich herausgestellt und wird ärztlicherseits konstatirt, daß diese Erscheinungen Simptome der Trichinenkrankheit abgaben und diese fürchterliche Krankheit förmlich in Eibau ausgebrochen sei. Die Erhebungen führen zu zwei Fleischern zurück, die gemeinschaftlich ein Schwein ge» schlachtet und dieselbe in den Haupttheilen zu rohen, dann geräucherten Würsten verarbeitet hatten. Stach dem Genüsse dieser Würste traten die Krankheitserscheinungen bald auf, und die Untersuchung solcher noch vorhandenen Würste hat bewiesen, daß darin wirklich Trichinen sich befinden und das Schwein trichinös gewesen war. Es liegen 11 Personen schwer krank darnieder. — In Rom geht man, wieder „Allgem. Ztg." geschrieben wird, mit der Absicht um, eine Kirche mit Hospitz für die Czechen zu gründen, und Kardinal Schwarzenberg soll sich dafür interessiren. — Die Züge der nordamerikanischen Eisenbahnen, namentlich jene der Pazifik-Bahn, sind bekanntlich mit allem möglichen Komfort für die Reisenden ausgestattet. Jetzt wird sogar ein täglich erscheinendes Blatt, „Der Transcontinentale," in dem Zuge, der vom Atlantischen bis zum Stillen Ozean geht, gedruckt. Die erste Nummer ist vom Niagarafall, 24. Mai, datirt. Dieses Journal, dessen Depeschenverkehr bewunderungswürdig organisitt ist, erhält auf allen Stationen Nachrichten und veröffentlicht alle Neuigkeiten, welche nicht allein Reisende überhaupt, sondern speziell die an dem betreffenden Tage in dem Zuge besiudllchen Reifenden interessiren können. Die Redaktion trägt Sorge, sich bei der Abfahrt nach den Eigentümlichkeiten und nach dem Stande der Passagiere zu erkundigen, und das Blatt bringt sodann Nachrichten von der Börse, von der Ernte, von der Armee, von der See rc., je nachdem sich bei dem Zuge Bankiers, Landwirihe, Militärs, Schiffsrheder rc. befinden. Russische Reiseeindriicke. Ein russisches Blatt drucki den Brief eines „zufällig" durch Böhmen reisenden Russen ab, den die „Rar. L." sofort mit großer Befriedigung reproduzi-reu. Der unschuldige Russe hat merkwürdiger Weise gar nicht gewußt, wo Böhmen liegt; denn er beginnt damit, zu erzählen, „als er von Dresden aus ein paar Stationen gegen Osten suhr, habe er eine Sprache vernommen; die viele russische Worte enthielt und überhaupt der russischen sehr ähnlich war; diese Sprache sei immer mehr die vorherrschende geworden, bis nur sie allein zu hören war; da habe er begriffen, daß er in das flavische Land Böhmen eingesahren sei." Nachdem der Reisende noch die Bemerkung zum Besten gegeben, „Prag sei seiner Lage nach das schönste Städtchen," kommt er ans den eigentlichen Zweck seines Reiseberichtes und schreibt: „In Prag leben auch Russen, bei denen ich mehrmals mit jungen Czechen, eifrigen Slavosilen, sprach. Ich habe viele slavische Nationen gesehen, die alle durch die Knechtschaft niedergedrückt erschienen, aber die Czechen sind ihnen in diesem Punkte nicht ähnlich. Die czechische Nation haßt die Deutschen und blickt auf Rußland wie auf seinen Beschützer. Offenbar haben die Czechen etwas großes im Sinne; sie wollen geistige und politische Unabhängigkeit. Das römische Konzil und die Oesterreicher lachen sie aus." Dieser „Stimmungsbericht" und der Umstand, daß czechische Blätter ihn ohne jede Bemerkung, abdrucken, also bestätigen, hat seine lehrreiche Seite. Während auf „Berföhnungsmee-tings" heuchlerischer Weise von brüderlichen Gefühlen sür die Deutschen gesaselt wird und in czechischen Organen die „slavische Loyalität" sich in die Brust wirft und die Deutfch-Oestcrreicher ihres Nationalgefühles halber „österreichische Preußen" nennt, sagt es der Russe gerade heraus, er habe in Prag erfahren, daß dem Czechen der Deutsche verhaßt und der Name „Oesterreicher" ein Gegenstand des Gelächters ist. Dazu bedarf es keines weiteren Kommentars. Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Die gestrige M ondes finstern iß) beschäftigte die Schaulust des Publikums bis spät in die Nacht. Auf den öffentlichen Plätzen und Straßen gab es Gruppen von Zusehern, die das interessante Naturereigniß mit Spannung verfolgten. Die all-mälige Verfinsterung mit der trübrothen Färbung der verdunkelten Mondscheibe ging bei wolkenlosem Himmel vor sich, erst nach Mitternacht stellte sich eine rasch zunehmende Bewölkung ein, welche die Beobachtung der allmäligen Lichtzunahme des Mondes bedeutend beeinträchtigte. — (Von einem wüthenden Fuchse gebissen.) Ein Insasse der Gemeinde Herzendorf bei St. Veit, welcher vor etwa 6 Wochen von einem wüthenden Fuchse gebissen wurde, ist in Folge dessen in Klagensurt im allgemeinen Krankenhause gestorben. Eingesendct. Keine Krankheit vermag der delikaten liöMles-oiei'6 clu zu widerstehen, und heilt dieselbe ohne Medizin und Kosten alle Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut, Athem-, Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blntaufsteigen, Ohrenbraufen Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — 72,000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zengniß Sr. Heiligkeit des Papstes,' des Hofmarschalls Grafen Pluskow, der Marquise de Bröhan. — Nahrhafter als Fleifch, erspart die Revalesciere bei Erwachsenen und Kindern 50mal ihren Preis in Mediziniren. Zertifikat vom Herrn Dr. Medizine Josef Liszlay. Szeleveny, Ungarn, 27. Mai 1867. Meine Frau, die mehrere Jahre an Appetitlosigkeit, Schlaflosigkeit, allgemeiner Schwäche und Schmerzen gelitten und alle Medikamente und Bäder vergebens versucht hatte, ist durch Du Barrvs RevalesLisre gäuzlich hergestellt worden und kann ick dieses exzellente Nahrungsmittel jedem Leidenden bestens empfehlen. Im tiefstem Dankgefllbl verbleibe ich mit Achtung ergebenster Diener Josef Viszlay, Arzt. In Blechbüchsen von '/? Pfd. fl. 1.50, 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50, 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20, 24 Pfd. fl. 36. — lisvLlöseisre Oioeolatos in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, für 24 Tassen fl. 2.50, für 48 Tassen fl. 4.50, in Pulver sür 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tassen fl. 2.50, 48 Tassen 4.50, für 120 Tassen fl. 10, 288 Tassen fl. 20, 576 Tassen fl. 36. — Zu beziehen durch Barry du Barry L Co. in Wien, Goldschmiedgasse 8; in Laibach bei Ed. Mahr, Parsumeur; in Pest Török; in Prag I. Fürst; in Preßburg Pisztory; in Klagensurt P. Birnbacher; in Linz Haselmayer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Eder; in Graz Oberranz-meyer,Grablowitz; in Marburg F. Kollet-nig; in Lemberg Rottender; in Klausenburg Kronstädter, und gegen Postnachnahme. Witterung. Laibach, 13. Juli. Früh Morgens meist bewölkt. Vorm. Aufheiterung, gegen Mittag etwas Regen, nach 1 Uhr schwaches Gewitter aus Süd vou kurzer Dauer. Wärme: Morgens 6Uhr-f-I4.3°,R. Nachmittags 2 Uhr-j-21.6" (1869 -s-'W.g; 1868 -j-22.6°) Barometer im Fallen 323.55'". Das gestrige Tagesmittel der Warme -j- 19.8° um 4.6° über dem Normale. Marktbericht. Laiback» 13. Juli. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 8 Wagen mit Getreide, 28 Wagen und 3 Schiffe (19 Klafter) mit Holz. Durchschnitts-Preise. MtrH!gz.- Weizen pr. Mtz. Korn „ Gerste „ Hafer „ Halbfrucht „ Heiden „ Hirse Kukurutz „ Erdäpfel „ Linsen „ Erbsen „ Fisolen Rindschmalz,Pfd. Schweineschm. „ Speck, frisch „ — geränch. „ fl.! Ir. fl. kr. 5 30 3 60 3 40 3,30 3 30 3 50 2 40 4 50 5!-5- — >47 — 46 -35 — 44 6 4 3 79 3 16 2 48 4 46 3 48 3 40 3 70 Butter, Pfund Eier pr. Stück Milch pr. Maß Rindfleisch, Pfd. Kalbfleisch „ Schweinefleisch „ Schöpsenfleisch „ Hähndel pr. St. Tauben „ Heu pr. Zeutuer «troh „ Holz, har.,Klftr. — weich „ Wein, rother, pr. Eimer — weißer, „ M kl- iMgz.- st. kr-ifl. ,r. 45 .i Z 10 — 23 — 24 -124 — 16 — 25 — >15 1 15 1 - 7 50 5^35 Rrainburg, II. Juli. Auf dem heutigen Markte sind erschienen: 118 Wagen mit Getreide, 2 Wagen mit Heu und Stroh und 9 Wagen mit Holz. vurchschintts-Preise. fl- kr. fl. > kr. Weizen pr. Metzen 5 8«! Butter pr. Pfund . 35 Korn „ 3 !<5 Eier pr. Stück . . U Gerste „ — Milch pr. Maß Rindfleisch pr. Pfd. 10 Hafer z !>0 21 Halbfrucht 4 40 Kalbfleisch „ 22 Heiden „ 3 50 Schweinefleisch „ — Hirse 3 45 Schöpsenfleisch „ 10 Kukurutz „ 3 90 Hähndel pr. Stück . 28 Erdäpfel „ — — Tauben „ - 11 Linsen „ — — Heu pr. Centner . 1 45 Erbsen „ — — Stroh 1 — Fisolen 3 52 Holz, hartes, pr. Klft. 6 — Rindsschmalz pr. Pfd. Schweineschmalz „ 46 44 — weiches, „ Wein, rorher pr. 4 20 Speck, frisch, — 37 Eimer — __ Speck, geräuchert, , — — — weißer — — Angekommene Fremde. Am 12. Juli. Klei'«,»»«. Rigodin, Marokko. — Piclich, Agent, Marokko. — Breier, Kfm., Graz. — Lotton, Wien. — Ulcar, Neuoßlitz — Putzka, Görz. — Premrav, Reif.. Littai. — Schmalsi, Direktor, Hrastnig. — Schustcrsic, Private, Steinbüchl. HHIe»,. Röthl, Kfm., Gottschee, — Neumaye» Privat, Wien. — Tentschert, Wien. — Kremier, Kfm.» Lack. — Krajncevic, Privat, Leniäce. — Radontz, k. k. Oberst, Triest. — Wolf, Kfm., Brünn. - Dr. Sorz, Wien. — Dr. Munda, Advokat, Radmannsdorf. — Pa-devit, k. k. Major-Auditor, Graz. Gedenktafel über die am 15. Iuli 1870 stattfindenden Lizitationen. 3. Feilb., Belle'sche Real., Zagorje, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Samsa'sche Real., Kambije, BG. Feistriz. — 3 Feilb., Cepuder'sche Real., Gorica, BG. Egg. — 3. Feilb., Jaueziclche Real., GradiZe, BG. Wippach.' — 3. Feilb, Pecar'sche Real., Zaborst, BG. Egg. — 3. Feilb., Lnlik-sche Real., sturja, BG Wippach. — 3. Feilb., Real. Urb.-Nr. 18 aä Herrschaft Prem, BG. Feistriz. — 2. Feilb., Hitziuger'sche Forderung per 6000 fl., BG. Neumarktl. — l. Feilb.. Doleuc'sche Real., Weixelburg, 510 fl., BG. Sittich. — 1. Feilb., Keä'sche Real, Grasenbrunu, 1272 fl., BG. Feistriz. — 1. Feilb., Knafelc'sche Real., Zagorje, l.668fl.20 kr., BG. Feistriz. —I. Feilb., Frank'sche Real., Cele, 118» fl., BG. Feistriz. — I. Feilb., TomMsche Real., Grafenbrnnn, 2065 fl., 3"> kr, BG. Feistriz. -- 1. Feilb., Stegu'sche Real., Briiudl., 1685 fl., BG. Senosetsch. — 1. Feilb., Sterk'sche Real., Loka, 1030 fl., BG Tschernembl. — I. Feilb., Stohar'sche Real., Verble, 410 fl., BG. Landstraß. — 2. Feilb., Samsa'sche Real., Feistriz, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Bozic'sche Real., Pruscheudorf, BG. Landstraß. — I. Feilb., Vidmar'sche Real, Kouk, BG. Wippach. — Konvokatioustagsatzung nach Kaplau Josef Gollob, BG. Seiseuberg. Wiener Börse vom 12. Juli. StLLtskolld». 5Perc. österr. Wäbr. dto. Rente, öst.Pav. dto. dto. öst.in Silb. öose von 1854 . Lole von 1860, ganze Lose von 1860, Fünft. Prämiensch. v. 1864 . SrrLQÜsiatl.-Obl. Steiermark zu5pCt. Kärnten, Krarn u. Küstenland 5 „ Ungarn. . zuL „ Kroat. n. Slav. 5 „ Siebenbürg. „ 5 „ Slkationalbank . . . Kreditanstalt . . . N. ö. Escompte-Ges. ünalo-österr. Bank . L)est. Bodencred.-A. . Oeft Hypoth.-Bank . Steier. Escomvt.-Bk. Kais. Ferd.-Nordb. . Südbahn-Gesellsch. . Kais. Elisabeth-Bahn. Larl-Lndwig-Bahn Siebend. Eisenbabn . Kais. Franz-Iosefsb.. Fünfk.-Barcser E.-R. ülföld-Fium. Bahn . I'kaulldrtsts. Nation. ö.W. verloSb. llnz. Bod.-Creditanft. Üllg.öfi.Bod.-Credit. dto. in 33I.rücr^. . Geld Ware Geld Ware ^ ! —.— Oest. Hypoth.-Bank. 98.— 54.75 55.25 03.50 64.- r»r1or1tLt«-0dLt^. ! - l — Südb.-Ges.zu500Fr. 113.50 114.— 88.75! 89.25 dto. Bons6pEt. »y.— »9.50 Nordb. (100 fl. CM.) 94.— 94.50 109.50 110.— Sieb.-B.(200fl.ö.W.) 89.— 89.50 Rudolfsb.(300fl.ö.W.) 90.75 91.— Franz-Jos. (200 fl.S.) 94 50 95.— I.0SS. Credit 100 fl. ö. W. . 147.— 143.— 77.—, 78.— Don.-Dampfsch.-Ges. zu iOO fl. CM. . . 99.75 100.— Triefler 100 fl. CM. . 122.50 123.50 dto. 50 fl. ö.W. . 61.— 63.— 682.- 684.— Ofener . 40 fl. ö.W. 34.— S4.S0 Salm . „ 40 „ 4t). AO 41.— 234.L0 235.— PalffY . „ 40 ^ LS. 50 30.50 Clary . „ 40 „ 36.— 37.— St.Genois„ 40 „ 29.50 30.50 —.— —.— ?vindis«bgrätz 20 „ 20.50 21.— Waldflein . 20 „ 22.25 22.50 Keglevich . io ^ 16.— 17.— 1955 1965 185.— 186.— Rudolfsstift, io ö.W. 14.50 15.50 196.-198.— V/voLsoK3 Mon.) L19.— 220.— LugSb. lOO fl.südd.W. 102.50 102.75 178 180 — Franks. 100 fl. „ ^ London 10 Pf. Sterl. 102.75 103.— 123.— 123.50 160.— 162.— Paris 100 Francs . »lÜVLSL. 49.20 49.20 93.50 93.70 Kais. Münz-Ducaten. 5.81 5.83» 90.75 91.25 80-FrancSstück. . . 9.93 9.95 104.— 105.- Bereinötbaler . . . 1.83 1.85 90.25 90.50 Silber . . . . 119.50 120.— Wegen Linienstörung ist der telegrafische Wechselkurs ausgebliebcn. Zur Reachlmui! Wir hatten Gelegenheit, uns von der soliden und raschen Abwicklung von Versicherungen ans Todesfälle der IL. k. y»» »v. vertreten durch Herrn hier, zn wiederholten malen und jüngst wiederum zu überzeugen, wo dieselbe uns, als Besitzern einer Polizze, welche vor wenigen Jahren von einem 30jiihrigen Manne auf einen großem Betrag gelöst wurde, die versicherte Summe nach dem nur zu frühzeitigen Ableben des Versicherten ohne den geringsten Anstand unverzögert ausbezahlte. Da wir somit die Wohlthat der Lebensversicherung selbst erprobt, glauben wir uuserN Mitbürgern einen Dienst zu erweisen, wenn wir sie durch Veröffentlichung erwähnten Falles aufmerksam machen, die so gemeinnützige Einrichtung der Lebensversicherung insbesondere im Interesse ihrer Angehörigen zn benützen und darob vorzugsweise bei bewährten, angesehenen Versicherungsgesellschaften, wie die Allgemeine Afsekurauz itt Triest eine ist, zuzusprechen' (270-2) käumgsi'inei' L 8ötme. Serlegrr und für die Ä-daktion verantwortlich: Oltomar Bamberg. Druck üon Jgn. o. Kleinmayr L KeL. Baw berg tn »laibach-