_______L>(^1'li 55. ^ Gedruckt mit Edlcn von Kleinmayer'schen Schriften. Diensia g ten '2. Iuly 1314. Deutschland. >^chon am »,. Iun. hat man Mainz durch eine Demarkationslinie, die vom Bassenheimer Hose zum Fischthor geht, in zwey Theile getheilt, teren einen die Oestcrreichischen, den andern die Preußischen Truppen inne haben. Es werden zwey Hanptwacken, zwey Exerzierplätze, alles für j.edcn Theil abgesondert seyn. Von Oester» reichischer Seite kommandirtc der F.M. L. Va« ron v< Frimonr, von Preußischer Seite der Ge, neral v. Kleist. Mainz soll als zum rechten Nheinuftr gehörend betrachtet werden, bis auf dem Kongreß zu Wien dessen definitive Bestim-muug entschieden ist. (G. Z.) ' Das bisherige General, Kubernium vom Mittel. Nhein ist aufgelöst, und Herr Grüner, der demselben vorstand, ist nach dem Herzog-tbume Berg abgegangen Zu Kreutznack ist nun ein gemischtes Guberiiium für sämmtliche 5wi, scbcn dem Rhein, der Saar und der Mosel gelegenen Länder errichtet. Von Seite Oesicr, reichs ist dabei der Frerchcrr von Heß als Vorsieher angestellt. (P.Z.) Das General--Gouvernement von Sassen sieht sick veranlaßt, zur Vermeidung aller falschen und beunruhigenden Geü'ckte über eine am '2 (27) Iuny>I. siatt Kcftindene ^ul »er-E/plosion in Dresden Nachstehendes zur iffentlichen Kentniß zu bringen. Dlcse Enlo» sion geschah am gedachten Tage Vormittags gegen 9 Uhr, ohne daß der wahre Grund ihrer Entstehung bisher hat ausgemittelt werden können, in der Bastion Imperiale vor dem schwarzen Thore vor Dresden, woselbst dal den Franzosen abgenommene Pulver asservirt war. Die Zahl der dadurch theils getödteten. theils vel'wlmdclen Personen vom Civilsiande bcläuft sich auf 14, l«nd eben so viel sind von dem Militär theils gctödtet, t beils verwundet worden. Kein Gebäude in der Nachbarschaft hat dadurch Schaden erlitten, nur hat der Knall der Explosion in mehreren die Fensterscheiben zer. sprengt. Das Nähere über das Ereigniß wird zu seiner Zeit ebenfalls öffentlich bckanut aemackt werden. (P. Z) Preußen. ^> Der dem Telbmarseballe Blliclcr verliehene Titel eines Fürsten von Wahlstadt ist von einem kleinen Dorfe d^esee Nahmens cittfebnt, das im kiegmtzer Kreise, lilwcit der Katzbacb, also in dcrNähe des Kampfplatzes liegt/ auf dem der Fürst am 26. August ,8>.8. seinen erslen Sieg, das Unterpfand künftiger Heldentharen errang, und den Unterdrückern Schlesiens ,8,000 Ge. fangene, 103 Kanonen und 25, Mnizions Wa« gen abnahm. Wahlsiadt selbst rcrdantt sein Daseyn und seinen Nabmcn einem «ndern für Europa hlchsi merkwürdigen Kampfe. Dc,m «ls die Nachfolger Dschinginschans gegen t,e lMitte des dreyzehnlsn Jahrhunderts bis uach , l Schlesien vordrangen, lieferte Herzog Hein- l rich II (der Fromme) von LicqM, ihnen in , l jener Gegend eine (Schlacht, die zwar unglücklich ausfiel lind ihm seibst das Lcben, abcrden ^ j Tataren auch eine solcke Menge Menschen ko« l siete, daß sie ihren Eroberungspsan aufgeben, ^ und den Rückzug antreten nuchttn. Zu',n An» ^ denken an diesen merkwürdigen Vorfall oaut? die . heilige Hedwig, Muitcr Heinrichs ll , an der Stelle, wo sie die Leiche ihres Sobncs gesun« ' den hat, eine Kapelle, aus der mit der. Zeit ' ein Benediktiner. Kloster erwuchs, bey dem sich nach und nach Landleute ansiedelten und das Dorf Wahlstadt bildete,?. (W. Z.) Frankreich. Der Prinz Eugen (von Veauharnols stand im Begriffe Paris zu verlassen, um sich zu seiner Gemahlinn nach München zu begeben. Dcr König hatte ihm eine sehr gnädige Abschiedsau< dienz erheilt. Er verbleibt im Besihe von Malmaison, das er von der Kaiserinn Iosephi, «e, seiner Mutter, geerbt hat, und wi3, wie es heißt, einen Theil des Jahres daselbst zubringen. (W. Z.) Ein llmstanb, welcher ehemals in Frankreich Aufmerksamkeit und Freude erregt haben würde , ist bis jetzt ganz unbekannt geblieben; er bestebt darin, daß der heil. Vatcr nach den vorhergegangenen Untersuchungen, wie solche an dem Hofe zu Rom gebräuchlich sind, die Königin Maria Clotilde von Sardinien, Schwe-sier Ludwig XVI und XVIIl. am lo. April i3o3 seliq gesprochen hat.— Auf Befehl des Ministers des königl. Hau» fes wird am 23. d. M. und die fegenden Ta» ge zu Rambouillet die dortige Runkelrübe^'.!' ckerfabrik, mi' allcn ihren Möbelu, Maschinen, Gebäuden, und Zubchörungcn. an den Meist, bietenden versteigert werden. — Der russlsch kms. geheime Nath von Nlo. päus, gewcftücr Generalgouverneur in i!othri. gen, erkielt bei seiner Abreise von den fran« zösischen Authoritäten und Einwohnern in ^vth« ringcn ein rührendes Danksagungsschreiben , worin seiner Rechtlichkeit und Uneigennützigkeit das verdiente Lob ertheilt wird, — P. Z ) Die berühiute Maftame Rfsamier, z^i ihrer Zeit die schönste Frau in Paris, welche s:H l)')° kanllllich kraft eineS MaHlspritchs vya Poua» pa''^, dcn Neid und Mlsittauen klz«!Fl hat, Mi, »oll dort eutsl'rttell mußle. cst ta^ Begriff wieder in die Hauplp.adl zurückznkehlcn. ^ Die Ga;etle d< France vom zwanzigsiell Juni enlhälc solguide Berichiigung: Wir ha« bl'n nesteru irrig angezeigt, d«-l Fürst von Be« Nl-0'nt sty zum Graud von Spanien crsicr Klasse erhoben worden. Das Wahre an der Jache dcstchl darintt, daß der König F^rdi» nan^> von Spanien an sciuecn Gebultslagc, an welchem d?r englische Gesandte, Bruder des Herzogs ron Wclli.iglon. daS crwäh»le gr^ße Fcst gab, dem der König bis nach Mir» lernacht bcngewohill hat, Sr. M. dem Kaiser von Rußland, dem Könige von Preußen, dem Prinzen Negcnt von England, dcm^ord VcllinglVN und dcm Fürsten von Beneoent die Blloralion des Ordens vom goldenen Vließ nderrnachen lirß. (P. Z.) Den Geist, der in dem künftigen Polizei« rc^'en Frankrcihs herrschen soll. lernt man aus folgendem Cirkular, Schreibendes Hrn. Polizei« Munsters Grafen Bergnot rennen: Mein Herr! Ich habe die Ehre Ihnen die Anzeige der Verordnung Sr. Maj. vom 26. Mai zu übersenden, wodurch ein General - Dirck» tor der Polizei des Königreichs ernannt wird, welcher die sonst zwischen dcm Polizei« Mini, sier und dem Polizei.Präfektcu von Paris ge» tyetlten Funktionen vereinigt. Von dem Zutrauen des Königs mit diesem wichtigen Auftrage beehrt, würde ich vord>e. scr Ausgabe zurückschrecken, wenn mir nicht der Gedanke, daß tue ersten Magistrats < ^er, sonen berufen sind, mir mit ihren Kräften uud Einsichten bcizustehen, wieder Muth qäde. Mit solchen Beistnide und mit einigem E-fcr soll es mir, hoffe ich, gelingen, Se. Maj. znsricden zu stellen. Was uns vorzüglich Zuversicht einflößen muß, ist, daß der König nie Diensie von uns for. dern wird, wobei uoser Gewissen Anstoß oder unsere Ehre Anstand nehmen könnte. Zu lange war die Polizeydas blindeWerk« zeug der Tyrannei; endlich wird sie ihrer uv« sprünglichcn und heilsamen Bestimmung wieder gcgcl.en, Verbrechen vorzubeugen, um nicht iln'e Strafe nöthig zu haben, und die Gesellschaft liegen die geheimen Uibcl zu schuhen, wclchc die Gesetze nicht erreicncn lönncn. Es nmd Ihnen leicht werden, im Geiste Jh. ^r Untergebenen, j^ie Vourthcile zu unterbru« ckea.. die man «och vor Kurzem mit dem Worte Pmzey verhau. Sie werden ihnen leicht deut. l!ch machen, hgß h.^ses Institut seinen Charak. ter von dem des Herrschers entlehnt, und daß Ve sottai,, ^^ vertraut mit den Willensmec» ^"'1^" eines anten Königs, sich blos durch d,e hbu^e,^. W^chsamke.t über die Ordnung und über das theuerste Interesse der Gesellschaft keuubar machen wird. (W- Z ) (Der Ve^)luß folgt.) Italien, E'm ;l« Turin unter dc,n ia. Iun. erschie, v.enes köuigl. Dekret ernnm'tdas Vciboth allcc Zchenncn Zusammenkunft? m:d Versammlungen, wessen Nahmens sie sind, und besonders jene der sogenannten Freymanrer, selche schon durch cin königl. Dttrn??m 20. Man '794- ^erbothen wurde. Die Übertreter s^lcn zukünftig, für das crstc Mahl wenn eä Beamte sind, nebst dem Verluste ,hrcs Amtes und der Unfähigkeit je wieder cin öffentliches Amt zu bekleiden , auch mit zwey Jahren Kerker, alle andere aber mit fünf Jahre« Kerker bestr«st werden. Im wieder, bohlten Uebcrtrctungsfalle, wird jeder ohne Ausnahme mit zehn Iabren Kerkerstrase belegt, und aüe E,f>ktcn^ Gelder und Mobilien, wel» chc sich in den Versammlmigsörteru befinden, unterliegen der Einziehung. (W. Z.) Grossbrita nnien. Dem Parlament ist durch eine Volbschaft von dem Prinzen Regent angezeigt worden: Se. königs. Hoh. hätten die Erlaubniß ertheilt, d^ß ein russisches Truvpenkorps zu Portsmouth an das Land steigen kö>nu, dasselbe würde bis zu seiner Rückkehr in sein Vaterland «uf russischen Sckiffcn, cin Lager bei Southampton beziehen, welches der Prinz Regent in Augen, schein nehmen wurde. (P. Z.) Die Gazette dc France sagt: ^Nach der Anssaqe kürzlich ans England zurückgekommener Kriegsgefangener, haben die dortigen Ein, wohner sonderbare Mittel angewendet, um den crlauchttn Reisenden den höchsten Begriff von dem Ncichthume und Glück ihres Landes zll ge« hm. Bekanntlich gewähren in England auch die Häuser der ärmsten Lanbleute einen gewisse»! Anblick von Wohlstand mch Remszchkeir, wie mnn ibn selten in «ndel'n ?^bc7U sinbet. Die« sen hat man nuil aber noch übcr das Gcwohn. liche zu erheben gesucht. Auf der Strasse vo>, Dover nach London ist ke^nc Hütte, die nicht ausgebessert und neu geweißt worden wäre« Man strich die Thüren und Fettster frisch an; und mcle Wirthe meublirten ihre s.anzen Hau, ser neu. Die wohlhabenden Einwohner träte« zusammen, um die Ammern zu unttrstätzeu. In die Gärten und Pflanzung, längs "der Hauptstrassc wurden alle Arten von Gemüsen, Blumen und selbst Obstbäumcn yerpsla:^, lim den Anschein von Fruchtbarkeit und gutem Anbau des Bodens zn vcrmchren«" (G. Z.) London vom 14. Iüny. D^sen Morge« sind die alliirtcn Souveralns uach Orford ab» gereistt. Ihnen folgte eine Suite von ,6 vier« svännigen Wagen, onch der Prinz Regent und» die Frau Herzogin von Oldenburg nehmen an dieser Reise Theil. Man bchauplcl Se. Maj. der König von P?eusien habe die Absicht, 2 seiner Herren Söhne ein Iahz lang auf der Univer« sltat zu Oxford zurück zu lassen. Die hohe« Reisenden weiden bis übermorgen wieder in hiesiger Hauptstadt zurück seyn. Der H?lv Graf yon Plalow hat Sr. kön. Hoheit dem Plinsn Regcnt den berühmten Schimmclzum Geschenk gemacht, dessen er sich in seinen bisherigen Feldzügen bedient hat. Der Hofportlajlmahlcr Lawrence hal den Auftrag erhalten, die Bildnisse deS Feldmar« schalls Blücher und des Generals Piatow z» m«len, uin solche in Carllonhouse aufzusieNell. Der Klub Boodle gibt worgm unsern ho» hen Gästen und den fremden Prinzen in dc«» Lokale de» Freymaurerloge ein Mittagsmahl von 2oo Couoerls , für deren jedes 6Pf. Stcrl. bezahlt werden. Bey dcm Vall, welchen neulich die Grs-sin Cholmondley gab, hat der Kaiser vo« Rußland mit der Lady Jersey, der Mistris slrdulhnot und mehreren endern Damen bis in der Frühe um H Uhr getanzt. Se° königl. Hoh. der Herzog von Orleans ?!> Stunden o?n Madrids auf, und wurde, 5as?!,dst im Ttmmphe empfangen. Es wurde mit aNcn Glocken gelnlllct, und die Localbe» hörden l'.kcmplimenjlllen ihn bey seiner An» lunfl. Die Kinde, der in diesem Dorfe befind, lichrn Schule kamen in Prozession an seine» Wagen, und redeleu ihn solgendermassen an 7 Ew. ExceNfnzl Die Schulkinder dieseS Dorfes haben 5ie Ehac Sie zu begrüssen, und wünschen Ihnen Glück zu den glänzenden Sie, ßen , welche Sie zu Gunsten unsels hochverehr« hen Monarchen Sklmor Ferdinand VlI. und nnse?s Vaterlandes davon gelragen haben, Sie, k^jer unvssgllichlichtr Cid Englands, der Ruhm unsers Jahrhunderts, die Bewunde» fung E^roipas, der Wiedelhersteller uuftls.ge. Uedlen Spaniens ^ Unsere zatlen Herzen werden sich ewig au den außerordentlichsten Mann dieser Zeit, den Befieyer der Unlerdlüclten, der unsern Fein. den Schlecken einjagte, erinnern. . Geruhen sie diese aufrichtigen Huldigungen, iilsen treuen Ausdruck unstls Dankes für aUe Wobllhalen zu empfangen, die Sie, unver» gteichliche? Held, d«m Vaterlande und dem S"uverain, den wir über alles oerehren erwiesen baden. Z,a den Füssen Ew. E^ellenz werden ihre unlerthälügel» liebevollen Kind?, die göttliche Vorsehung unaufhörlich um ihre Wohlfahrt und lange Dauer ihres ruhmvslleu Lebens »nsiehen. Die Hoffnung, die man in Lissabon näh^ te. den Regenten aus Brasilien zm'ückkommen zu sehcn, ist bis jetzt nicht in Erfüllung gi> gangen, und man weiß uun nicht einmahl , wann dies? Zurückkunst erfolgen sy3. Der Regent isi zwar zu Rio . Gianeiro, dur6)^ die Englischen Minister von allen den 'wichti,, gen Vorgängen in Europa sogleich unterrich tet/ und zur Rückkehr in seine Europäischen Staaten cmfgesodert worden; aber Se. k. H. haben sich dazil nicht bewegen lassen. Als Grund führten Sre an, daß S:e die Königinn Mutter, welche mehr als 80 Iahfe alt, (und l>e. kanittermassen seit vielen Jahren an einer Geistes«Verwirrunng leidet) wed:r einer se langen u»d beschwerlichen Seereise aussetzen, noch allein zurücklassen könnten. Doch haben Se. k. H. eingew.lligel, daß Ihr Sohn, Don Antoinv/ und die verwitwete Prinzessin von Portugal!/ inzwischen sich «ach Europa bcgj» ben sollen. (W. Z.) T ü r k e y. Die großen, durch die letzten Ereignisse zu Paris bewirkten Veränderungen der politischen Lage Europens babcn auch in der Moldau ausser« ordentliche Sensazion gemacht. Der Fürst der Moldau scheint besonders gerührt gewesen zu seyn, da er sich nach dem Empfange der Nach« richten vom Einzug? der verbündeten Truvpen in Paris und der Entselumg Buonaparte's sechs Tage lang in seine Gemacher einschloß, und sich für krank erklart?. Auch der Jassir Metro» , polit Benjamin, welcher sich während der Dauer , des Russischen Besitzes entfernt, nach dem Ab» . zuge der Russen aber auf seinem erzbischöstichen Sitze wieder eingcsunden hatte, ward krank, und'verschloß sich Unter den Poiaren war die ! Theilnahme a>, der Befrcyung Europa's und . dem endlichen Triumphe der guten Sacke groß , , und der Jubel fast ««gemein. Vor dem Hanse , des Oesterreichischen Agenten und des Russische« Konsuls wehten die Flaggen ihrer Souverains; 5 sie illumiuirten ihre Wohnungen, und gaben . Feste. Der Franzosische Vizekonsul stellte sich ^ lange, als ob er die Nachrichten nicht glaube, l und ließ das dreyfärbige Fähnlein gleichsam zum Trotze wehe,,, aber endlich fand er sich dock bewsgcn, es einMicheu. (G. Z.)