PranumerationSPreise: Fitr Laibach: Sanzjiihrig ... 8 fl 40 kr. Halbjiihrig ... 4 „ 20 „ Vierteljahrig . . 2 „ 10 „ Monatlich 70 „ Laibacher M i t d e r Post: Ganzjithrig. . . 11 fl. — Halbjiihrig ... 5 „ 50 BiertcljLhrig . . 2 „ 75 fr. Fiir Zustellung ins HauS vier-ieljiihrig 25 ft., monatl. 9 ft. Tinzelne Nummern 6 ft. Redact ion: Bahnhofgaffe Nr. 132. Expedition- & Jnseraten« Bureau: Eongretzplatz Nr. 81 (Buch-handlung von Jgn. v. Kleia-mayr & Fed. Bamberg.) Jnsertionspretse: Flit die einspaltige Petitzeile L 4 kr., bei zweimaliger Ein-schaltvng k 7 fr., dreimaliger k 10 fr. JnsertivnSsiempel jedesmal 30 fr. Bei grbfjeten Jnseralen und bfttrer Einschaltung entspre« chendcr Rabatt. Anonyme Mittheilungen werden nicht beriicksichtigt; Manuscript- nicht zuriickgesendet. Nr. 92. Mittwoch, 23. April 1873, — Morgen: Gwrg. 6. Jahrgang. Das Vagabu»de»gesctz iut Herrenhmse. (Schluh.) Wenn Sie § 10 betrachten, so finden Sie, datz fur die Zukunft im Zwangsarbeitshause nie-mand notioniert werden kann, uber den nicht ein strafrichterlicher Ausspruch vorausgegangen, und ich erklare, datz ich mit diesem Prinzipe vollkommen einvcrstanden bin; allein diesen Ausspruch zu thun ist durch § 13 und durch die in demselben aufge-nommenen Merkmale dem Richter auherordentlich erschwert, und. ich wiirde grotzes Gewicht darauf legen, datz dem Arbitrium des Richters in Bezug auf diese Frage mehr Spielraum iibcrlassen ware, Weil das durch Merkmale erst naher gesetzlich be-stimmen zu wolleu bat)in fuhrt, datz sie in den sel-tensten Fallen zutreffen- und” der gewissenhafte Richter sich hutet, einen Ausspruch zu thun, mit dem er sonst vollkommen einvcrstanden ware; damit der Richter diesen Ausspruch thun tonne, ist er be-schrankt auf arbeitsscheue Persoyen, und § 2 hat solche D.erkmale, welche es sehr schwer machen, je-manden wegen Arbeitsscheu zu verurtheilen. Nach diesem Paragraphe siud von Corrections« anftatten ausgeschlossen a tic tieder lichen Dir -nen; die gehiiren in der Regel nicht zu den Land-streicherinnen, beschranken ihr Geschast auf die Strahen der Stadte, und weim sie in der betreffen-den Stadt auch noch dazu das Heimatsrecht besitzen, konnen sie gar nicht ins Zwangsarbeitshaus wegen liederlichen Lebenswandels abgegeben werden. Am allerwenigsten werden wir der Settler los, denn diese mitssen der Uebertretung des Bettelns schul-dig erkannt sein, und nur bei dem Vorhandensein Don Versorgungsanstalten ist eineVerurtheilung wegen Uebertretung des Bettelns mtzglich. Redner plaidiert fur ein Zusammengehen der SicherheitSbehorde mit den Gerichten. Die Wirk-samkeit des Gesetzes beruht auch darauf, datz der Richter bei der Anwendung desselben sich nicht zu sehr von Humanitatsrllckstchtcn leiten Ioffe, datz er im Zweifel Biel lieber ftrengcr als zu milde sci; die wichtigste Voraussetzung fiir die Wirksamkeir dieses Gesetzes ist aber die Errichtung von Z w a n g s -arbeitshausern, deni, das Motiv der Land-streicherei liegt in Arbeitsslhene, im Hang zur Un-gebundenheit, zur Ruhelosi^keit dieser Jndividuen; daher mnssen Zwangsarbeitshauser crrichtet werden, die der Zwangling siirchtct wegen der darin herr-schenden Ordnuug, wegen der Anhaltung zu eincr systematischen Arbeit, wegen der dort herrschenden eisernen Disciplin. Bezuglich der Streitfrage, ob die Zwangs-arbritshauser vom Lande oder vom Reiche zu er« halten feien, mutz ich geftehen, dah ich in dieser Beziehung ganz auf dem Standpunkte, ben der Minister des Jnnern im Abgeotdnetcnhause ent= wickelt hat, stehe. Das Abgeordnetenhaus hat die §§ 18—22, welche von dent Verhaltmsse der Landesfonde zu den ZwangsarbeitSanstalten sprechen, weggelassen. Ich betrachte die Weglassung dieser Paragraphe als einen wesentlichen Nachtheil des Gesetzes und hatte nur gewiinscht, dah dieses Gesetz, nachdem das Abgeordnetenhaus diese Paragraphe weggelassen hat, von der Regierung ware zuriickgezogen warden. Mit dem Wegfall dieser Paragraphe ist in jenen LSn-dern, die keine Arbeitsanstalten besitzen, die Dnrch-fiihrung des Gesetzes gehemmt; denn die i/andes-stellen dieser Lander konnen dann gar keine Notionie-rung vornehmen, weil sie nicht wissen, in welches Arbeitshaus sie das Individuum notionieren sollen. Denn die Landesausschiisfe werden fremde Zwang-linge nicht aufnehmen, wenn ihnen nicht durch ge-wisse Vereinbarungen die Auslagen gesichert find. Wenn solche Vereinbarungen zum Resnllate fiihren, so werden sie moglicherweise die Durchsiihrung des Gesetzes zulassen. Redner plaidiert fur eine Verbefferung der Sicherheitswache, was Sache der Regierung set' und gibt hierauf eine Vergleichung zwischen dem ge-genwartigen Zustande der Gendarmerie in Steier-mark und jenem, wie er unter dem Bach'schen Systeme bestand. Seit jener Zeit hat sich die Industrie bedeutend gehoben, und je mehr industrielle Centren entstehen, eine urn so grotzcrt AnSdehnung muffe der Sicherheitsdienst gewinnen. Redner bespricht nun die politische Verwaltung in der gegenwartigen Einrichtung. Die armen Ge-meinden find immer der Sundenbock fiir alle Uebel. Vielleicht trifft sie manches Versckulden. Die Hanpt-nrsache liegt aber zum grotzen Theile in der G e - Ieuisseton. Der Hofmeister. Eine w a h r e G e s ch i ch t e. (Schlutz.) Es kam das „tolle Jahr". Ging's damals in ganz Europa bunt her, so war's bei uns am bumesten. Anderswo wollte man eine neue Constitution. jQei uns wollte man eine neue Welt. Bis dahin hatte es bet uns 30.000 Herren gegeben und 14,970.000 Sklaven; da mit einem male erwachten unsere V-iter, riebcn sich die Augen, sahcn verdutzt unt sich — war's wahr? Ja tooht! Wir roaren ein Volk von ganjen 15 Mil-lionett, von deiten kcin einziger grotz genug war, «m den andern zum Zeitvertreib priigeln zu lassen, und kein einziger klein genug, um fur 40 Schein- gukden tobtgefchoffen werden zu diirfen. Unsere Biiter waren darob batz erftaunt. * * . Die friiher zu untcrft gestanden, kamen plotz-uch obenan zu ftehen. Im ganjen Lande nannte man, wenn man die beften Namen nannte, den Namen °tS Herrn von S. Er war Obergefpan geworben, dann koniglicher Commissar — Commissar von Konig Kossuth namlich — immer aber war er muthig, befonncn, edel, patriotisch und selbstver-leugnend. „Er" ein gefeierter Mann und „Er" ein ganz gewohnlicher, hochadeliger Tangenichts. . . Schade, schade, jammerschade. Es ware doch so schvn, treu zu sein. * * Dann war alles ans. In Pest erschotz man die Leute, in Arad erhenfte man sie, und in Knf- ftein begnadigte man fie zu lebenslanglicher Zucht-hausarbeit. Auch der gernefene, vi-lgefeierte, heroische Cvm-miffar Ludwig Kofsuths gehorte zu den Begnadig-ten, die in Knfstein Ketten schleiften. ein Taugenichts, aber item doch ein Herr; „Er" ein Zuchthausstrafling . . . gottlob, gottlob. Es ist doch immer gut, vorsichtig zu sein. * * Und 20 Jahre vergehen. Die Frau Grafin ist nicht mehr jung, aber sie gehort noch immer unter die Schvnsten. Ihr Gatte . . . n’en parlons plus. „Er" — ist kein Zuchthausstrafling mehr. Im rothen Armstuhle deS ungcttifchen Parlamente« beherrfcht er die Abgevrd- neten alle, die einen durch feinen Witz, die anderen durch seine Redesertigkeit, die einen durch sein lie-benswnrdiges Benehmen, die anderen durch seine fachmannische Bildung. Wo er das alles nur her haben mag ? In Kufstein beschaftigen sich die Leute doch wohl weni-ger mit der Theorie des Parlamentarismns, allein auch die praktische Regierungskunst crlernt man dort nicht. Schade, schade, jammerschade. Es ware doch so schon, treu zu sein. * * * Es gibt kein befferes Geschiift hierzulande' als Eisenbahnen — bauen ? Ah nein, sich dieselben concessionieren ju lassen. Das ist namlich sehr ein* fach und babei sehr ersprictzlich. Man hat einen gutcn Freund in der Regierung, dem verlangt man die Concession fiir eine Eifenbahn, naturlich mit riesiger Zinsengarantie, ab. Der Freund hat Skrupel, aber enfin, cr thut es doch. Die Eisen-bahn bringt dem Lande zwar feinen Heller Nutzen an Steuertraft, aber das Land zahlt der Eisenbahn Zinsengarantie, und somit ist die Concession tin hvchst werthvvlles Papier . . . 500.000 fl., unter Umstiinden 800.000 fl. u. s. w. bis zur Million meindegesetzgebung selbst, in der nicht ge-nfigenden Organisation des politischen DiensteS. Kaum waren die Gemeinden in Steiermark nach dem Gesetze vom 2. Mai 1864 organisiert, so tturbcn schon die heftigsten Klagen fiber die Unsa-higkeit der Gemeinden tout. Man hat der Aut on omie der G e m einde eine zu weit gehende Ausdehnung gegeben, man hat dem selbstiindigen Wirkungskreise der Gemeinde Ge-genstande eingeraumt, welche, wie z. B. die Local-polizei, nicht bloS ortliches, sondern im hohen Grade offentlicheS Jnterefse berfihren, und wahrend die Handhabung der Localpolizei eine positive Thiitig-Itit der Gemeinden nothwendig macht, wahrend der Einzelne zum Schutze seiner Person nicht zumLan-desauSschusse, sondern zum Staate ausblickt, hat man dem Saate alle Mittel versagt, um aus eine solche positive Thatigkeit einzuwirken. Gegen die Anarchic aus dem Sonde ist die Ausscheidung der Localpolizei aus dem selbstandigen Wirkungskreise der Gemeinde unter die Controls des Staates die einzige Correctur. Die Autonomic der Gemeinden wird dadurch gewih nicht vernichtet werden. (Bravo.) Das zwangsweise Zusammenlegen der Gemeinden wfirde nach meiner Ansicht keine Abhilse bieten. Jch mochte hier noch den Ersahrungssatz auSspre-chen, dah, wenn die Jmpotenz der Gemeinden nicht im Gemeindegesetze, sondern in der geringen terri-torialen Ausdehnung und in der geringeren Bevol-kerungszahl lage, sich dann die groheren Gemeinden sehr giinstig gegen die kleinen abheben wurden. Die Erfahrung aber lehrt, dah eS bezfiglich der fchlech-ten Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten uberall ganz gleich zugeht. WaS den politischen Dienst anlangt, so glaube id), dah die grohe Ausdehnung der politischen Bezirke weder im Bedfirsnisse deS Volkes noch des DiensteS gelegen, noch politisch klug ist. Doch will ich fiber diese Gegenstande mich nicht weiter einlassen. ES gibt aber viele Dinge, die der Gemeinde in letnem Falk fiberlassen werden durfen. Der Umsang der Geschaste wachst mit dem geistigen und wirthschastlichen Fortschritte der BevSlkerung und steht in einem geraden Verhaltnisse zu dem Gebrauche und zu dem Misbrauche, der mit den politischen Rechten getrieben wird. Seit 1868 find eine Menge Dinge ins Leben gerusen Worden, die die Thatigkeit der politischen Behvrde und ihre Ausstcht in hohem Grade in Anspruch nehrnen, wie die Wahlen, das Vereinsgesetz, das Volksschulgesetz. Wenn wir uber den Mangel an Gesetzesachtung klagen, der sicherlich vorhanden ist, dann mochte ich zu erwagen geben, ob dieser Mangel nicht auch in die mehrere Millionen werth sind, gehoren zu den Seltenheiten. * ^ * Graf Elemer K. hat mehr ale abgewirth-schastet. Er hat weniger als nichts: er hat Schul-den. ES hat sich so mancher schon mit einer Con- * cession wieder aus die Beine geholsen, und Graf Elemer hat einen Bekannten in der Regierung. Der Beamte aber will von dem Handel nichts Horen. „Ah so, I" meint Graf Ele- mer. Angenehm ist's gerade nicht, aber was thun, man muh doch leben und leben lassen .... die Frau Grafin entschlieht sich zu dem schweren Schrttte. Sie besucht den Herrn Hosmeister, und der Herr Hofmeister .... oh, der ist gar nicht mehr der alte. Bei dem versangt nichts, gar nichts, aber rein gar nichts! * * Nachdem die Graftn fort ist, erklart der Staatsmonn feinem Diener, iajj er fur diese Dame nicht mehr zu sprechen sei. Dann geht er ans Fenster und blickt der traurigen, schonen, coketten, gefalligen Frau nach . . . die Concession« nimmt und Concessionen gewiihrt. „<5r" hat keine gegeben und keine genommen. („NeueS Pester Journal.") Mangeln unserer administrativen Organisation ihren Grund Habe. Das Forstgesetz, das Wassergesetz, die Medizinalpolizeivorschristen werden nicht gehandhabt, weil die Organe dazu nicht bestehcn. Jch will weder der vergangenen noch der gegenwartigen Regie-rung in dieser Richtung einen Vorwurf machen, denn mit dem Systeme, welches im Jahre 1848 fid, sturzte auch die Administrative zusammen ohne Ueber-gang, ohne Vermittlung, und die Folge solcher Ereig-nisse ist die, doh man erst wieder nach langen Ex-perimenten zum Richtigen kvmmen wird. Solche Ex-perimente kiinnen aber nur bei einer gewissen Sta-biiitat gemacht werden. Was ich wfinsche, ist daher, dah sich die Parteien der Verantwortlichkeit bewuht werden mogen, die sie dem Volke gegenfiber, das sie hinter sich herzerren, schulden, und dah diese Stabilitat unserer Regierung beschieden sei, weil ich uberzeugt bin, dah sie dasjenige auf dem politisch-administrotiven Gebiete nochholen wird, wos bisher zu schafsen nicht moglich war. (Beifall.) Politische Rundschau. Laibach, 23. April. Inland. In seiner Montagssitzung erklarte das Abgeordnetenhaus vor Uebergang zur TageSordnung jene galizischen Abgeordnetcn, welche den Reichs-rath verliehen und bisher ihre Abwesenheit nicht ent> schuldigten, des Abgeordneien- wie des Delegierten-mandates verlustig und setzte die Neuwahl der ga-lizischen Delegierten auf die nachste TageSordnung. Der gorzer Deputierte Eerne, der am Strike der Polen theilgenommen, ist im Abgeordnetenhause wieder erschienen. Die Regierung legte dem Hause einen Gesetzentwurf uber Gewahrung unverzinslicher Vorschusse aus Staatsmitteln fur die Abbrandler von Joachimsthal vor. Das Abgeordnetenhaus nahm sodann die Organisation der Universitatsbehorden an, lehnte jedoch die Resolution wegen Einverleibung der evangelisch-theologischen Facultat in die Univer-sitat Wien ab. Nach Erledigung der Gesetzentwurse uber die Eisenbahnen Reichenberg-Seidenberg-Eisen-brod-Tannwald und Czernowitz-Reichsgrenze, sowie uber das Staatsdarlehen an die Joachimsthaler theilte der Ministerprasident mit, dah die seierliche Schliehung des Reichsrathes am 24. April durch den Kaiser ersolgen werde. Die wichtigste Nachricht auf politischen Gebiete kommt zunachst aus P r a g. Die „Montags-Revue" meldet namlich, dah vor einigen Tagen eine Ver-sammlung sammtlicher Declaranten in Prag stattfand, welche mit alien Stimmen gegen die von Palacky und Rieger den Eintritt in den direct gewahlten Reichsrath beschlossen haben soll. Die Nachricht klingt nicht so ganz nnglanbwilrdig und lame keineSwegs iiberraschend. Bereits vor langerer Zeit wurde berichtet, dah die Beschickung des Reichsraths seitens der gesammten fSderalistischen Partei geplant und von den Fuhrern der einzelnen Fractionen ventiliert wurde. Das Aufgeben der Abstinenzpolitik auf der ganzen Linie der Verfas-sungsgegner muhte fur die weitere Entwicklung des Verfossungslebens jedensolls vvn tiefer Bedeutung werden. Die Polen befinden sich in arger Klemme, sie haben es mit ihrer Abstinenzpolitik nach alien Seiten hiit verdorbcn; nicht nur dah sie an den Sympathien, die an mahgebender Stelle fllr fie ge-hegt wurden, eine starke Einbuhe erlitten und es mit der Verfassungspartei verdorben haben, sie mussen jetzt auch noch die Dorwiirfe einstecken, welche ihre eigenen Orgoue ihnen uber ihre unproktische Politik machen. In ihrer Berlegenheit sollen sie sich on den Grosen Andrassy gewandt haben, dah er noch einmal vermittle, der aber hat sich nicht dazu bereit erklart. Zu allem Ueberfluh kommt nun auch noch die Nachricht, dah die Ruthenen sich fur die directen Wahlen organisieren und wahr-scheinlich, wenn sie mit ihren Candidaten durchdrin-gen, gegen zwanzig Deputierte in den Reichsrath senden werden. ES liegt also die MSglichkeit vor, datz die Polen ihre einfluhreiche Stellung in Galizien zum Theil verlieren werden, und dah die Polen daruber nicht erbaut sind, wird man auch ohne Be-theuerung glauben. Ausland. Die Reise des deutschen Kaisers nach Petersburg wird in der deutschen Presse vielsach besprochen; man kann jedoch nicht sagen, dah die unabhangigen Blatter sich uber die bevorstehenden Frenndschastsdemonstrationen zwischen den Hausern Hohenzollern uud Romanoff besonders erfreut zeigten. Man verspurt Juchtenduft und furchtet eine schcidliche Einwirkung desselben auf die deutschen Zustiinde. Die OfficiSsen beeifern sich, darzuthun, dah die Reise jeglichen politischen Charak-ters entbehre. So lesen wir z. B. in verschiedenen berliner Blattern: „Der Furst Reichskanzler wird von keinem seiner vortragenden Ralhe begleitet sein, da der Ausenthalt in Ruhland keinen politischen Zweck verfolgt. Mit dem Mrsten reist der Lega-tionssecretar Graf Hermann v. Arnim und Graf Herbert Bismarck." Als ob ein Bismarck zur Be-sprechnng politischer Zukunftsplane der Beihilfe eines seiner Rathe dediirfte. In Biarritz wurde von ihm auch ohne Zeugen mit Napoleon III. unterhandelt. Am vorigen Freitag ist in Berlin die von dem Bundesrathe berufene Juristencommission zur Berathung uber den Entwurf der Reichs-Straf-prozehordnung zusammengetreten. Ein Gegen-stand lebhaster Discussion diirste wohl bald die bren-nende Frage: ob Schwurgerichte, ob Schoffengerichte, werden, da viele Bestimmungen des Entwurfs die Entscheidung dieser Frage voraussetzen. DaS Publicum fiirchtet, dah sich die Commission fur die Schoffengerichte entscheiden werde. Pio Nono hat zwar wieder das Bett verlassen, aber die Machte denken doch noch immer allen Ernstes an die „b e v o r st e h e n d e P a p st w a h l". Mit besonderer Ausmerksamkeit verfolgt man die darauf bezuglichen Verhandlungen des Vaticans in Berlin. Ein Correspondent der „Bresl. Ztg." schreibt daruber: „Bei Hose auherte sich die be-kannte kleine, aber machtige Partei seinerzeit Halb angstlich, Halb argerlich iiber die ofsiciose Drohung einer Nichtanerkennung des neu zu wahlenden Papstes. Weil jedoch auher Zweisel stand, dah die betressen-den Jnspirationen auf den Reichskanzler zuruckzu-fiihren waren, lichen die frommen evangelischen Gegner, welche an der Spitze der Coterie stehen, die Streitfrage als „inopportun" fallen. Heute gedenken sie dieselbe ernstlich auszunehmen. Sie be-streiten, dah das Conclave die Reprasentanlen der katholischen Machte zuruckweisen wird, wahrend sir gleichzeitig zugeben miissen, dah die Curie alle 2ln-strengungen gemacht hat, die Vertreter Deutschlands auszuschliehcn. Sollte das Cardinalscollegium unter dem Titel einer Wahrung der Unabhangigkeit der Papstwahl zu Beschlussen schreiten, welche die Rechte der katholischen Grohmachte zwar anerkennen, aber jcne der sogenannten confessionslosen Staaten mis-achten, so wird man hier nicht umhin konnen, einem Souveran die Anerkennnng zu versagen, dessen Re-gierungsantritt mit einem feindseligen Akte gegen Deutschland beginnt. Ein ahnliches Vorgehen schlosse allerdings die Auffassung aus, dah zwischen hier und Wien Vereinbarungen iiber die gemem-same Haltung zur Papstwahl getroffen wurden." Der Obercommondantin Catolonien, ®es larde, fiber welchen es jungsthin an jeder AuSkunst fehlte, hat in den Gebirgen Stellung genommen, um dem seit der Niederlage von Puycerda flfichtigen Saballs und seiner Bande den Riickzug durch dir Passe abzuschneiden. Die Carlisten scheinen ubri-gens durch die angekfindigte allgemeine Hetze in eine Furie versetzt zu sein, die jeder Beschreibung spottet. Laut Telegramm haben sie bei Gerona einen Courier-zug angehalten und die Passagiere erschossen. Diese Partisanen des edlen Don Carlos scheinen kaum die Zeit erwarten zu kvnnen, wo sie sich ihr eigeneS Grab bereiten und selbst die Sympathien der Legitimist« im Auslande ihnen versagt werden dfirften. Ruhland befaht sich sehr eingehend mit der Hebung seines UnterrichtSwesens. Ein von einer besonderen Commission ausgearbeiteter Entwurf ift bom Unterrichtsminister dem Reichsrathe vorgelegt Worden. Es handelt sich darin urn die Errichtung von 4373 Volksschulen in den 13 Gouvernements, in denen noch nicht die Provinzialinstitutionen in Wirksamkeit getreten find. Fur jede Schule find 230 Rnbeln ausgesetzt, wobei die Beschaffung des Locals fur die Schule und der Wohnung fur den Lehrer mit Heizung und Erleuchtung denjenigen Bauerngemeinden uberlassen toird, fiir welche die Schulen eingerichtet werden sollen. Mit Bezug auf die r u s s i s ch e Expedition gegen Khiwa wird den „Times" von ihrem ber-liner Correspondenten telegraphiert: „Man glaubt in Petersburg, dah die Khiwefen via Afghanistan tine frische Zufuhr von modernen Waffen inclusive Artillerie erhalten haben. Man erachtet es uuter diesen Umstanden fiir moglich, dag einige der Co-lonnen, deren ursprungliche Bestimmuug war, die benachbarten Nomaden in Schach zu haktrn, ersor-derlich sein werden, irnt den colonisierten Theil des Khanats zu betreten und die Haupt- oder Sir Da-rya-Colonne zu unterstutzen. In Bahu und Orenburg werden Verstarkungen rasch equipiert. Die er-steren sollen in der Kinderlibucht auf halbem Wege zwischen Mangischlak und KraSnowodsk gelandet werden, die andern den District Cuba durchstreifen. Die Zahl der im Felde stehenden Colonnen iiber-steigt bereits sechs, deren groherer Theil dazu be-stimmt ift, die Tekke, Tohodor, Kirgisen und andere Stamme in Zaume zu halten. Diese neuen Schwie-rigkeiteu haben die entschlossenere Partei in Petersburg ermuthigt, die Wiederholung eines Prozesses zu besiirworten, zu dem man vor einigen Jahren Icings der nordwestlichen Abhange der Tian-Shan-Berge seine Zuflucht nahm. Da die eingeborne Be-volkerung zwischen Vernoye und Tchemkent aus dem Wege geschasft wurde, um Raum fiir russische An-siedler zu machen, so wird jetzt vorgeschlagen, einen Theil der ansassigen Einwohner von Khiwa nach Sibirien zu transportieren und dieselben durch Emi-granten aus den europaischtn Provinzen zu ersetzen." Zur Tagesgeschichte. — Die am 20. d. mittags ersolgte Trauung der Erzherzogin G i s e l a in der Augustinerkirche wurde durch den Cardinal-Erzbischos Rauscher vcllzogen. Nach-mittags drei Uhr fand Familiendejeuner statt; um Halb vier Uhr fuhren die Neuvermiihllen, bom Kaiser, der Kaiserin und dem Kroprinzen begfeitet, nach den Westbahnhofe, wo sich die Mitglieder des kaiserlichen Houses, die Damen der hohen Aristokralie, die Minister, sowie ein zahlreicheS Publicum eingefunden hat-ten. Um vier Uhr fand die Abfahrt nach Salzburg fifltt, woselbst daS FUrstenpaar um Mitternacht an-kam. Die Stadt Salzburg war festlich dec oriert. Es ersolgte (ein officieller Empfang. — Verhastung des Grafen Lazansky. Am 19. d. wurde auf seinem Schlosse Chiesch in Bvhmen Graf La^ansky jun. verhaftet und unter Ex-corte aus der Eisenbahn liber Prag nach Jglau ge-bracht. Bekaiinllich hatte Graf La^ansky aus Anlatz der Freisprechung ŠtrejŠobStfe sein Schlotz illuminiert. Ueber die Verhaftung selbst telegraphiert man aus Prag unterm 21. d. M.: „AuS Chiesch wild gemel-del: Als im Schlosse LaHanskys Gendarmen er^chie-nen und ihm die Mitlheilung gemacht wurde, sie hat-ten den Befehl erhalten, der (erst neunzehnjLhrige) Graf Habe ihnen auf das Schlotz seines BormundeS, Grafen Blankenstein, bei Jglau zu folgen, erhob "aZanSky ein flirchterliches Geschrei, so dajj ein Volks-jufammenlauf cntstand. La^anSky hielt hierauf etne tange Rede, in »etcher er sich als Mrlyrer des Glau-bens und seiner polilifchen Ueberzeugung datfteQle. Dann lietz er sich vom Pfarrer fegnen und ein Crucifix weihen, daS er mit Ostentation sich um den Haig hing. Hierauf etfltirte er den Gendarmen folgen lu wollen." — Ein Zeichen der Zeit. Aug SchLtzburg ichreibt man der „Allgemeinen deutschen Lehrerzeitung", -bah eine schone Kirche mitten in der Stadt, wo der Goltesdienst zwar gehalten aber nicht besucht wurde, umgebaut werden soll zu einer Madchenschule. Also auS der Kirche die Schule. DaS ist der Geist der Zeit, und unsere Kirchenbehorde legt darnit den BeweiS ab, datz sie ihn recht verstehen will. Und was daS Charakteristifche dabei ist, datz gerade unsere hiesigen Prediger am starksten, ja mit voller Begeisterung fttr den Antrag einstanden und dernfelben so glanzend zurn Durchbruch verhalfen." Local- und Provinzial-Angelegenheiten. Origiual-Lorrespoudeuz. Rudolfswerth, 21. April. (Giselafeier. — OrdenS v erleihung.) Die om 19. und 20. d. veranstalteten Feierlichkeiten sielen glanzend auS. Den Reigen derfelben eroffnete die Beleuchtung der Stadt, welche eine allgemeine war und von alien Einwohnern im Bewutztfein erfolgte, datz dieselbe ihre Wurzel in der Anhanglichkeit des VoUeS an daS HerrscherhauS Habe, somit der Anlatz zu derfelben von jeder notic-naten Fcirbung frei fei. Nur tin ein Hicfigcr, allem Anscheine nach dem alteinseligmachenden PanflaviSmuS hutdigender Lehrer machte eine AuSnahme, indem er es felbst als foIcher untetlietz, die Feuster zu beteuchten. Wahrend die Kapelle deS hiesigen Btttgtt-corps mchrere Musikstiicke vortrug, wogte eine grotzt Mcnge BolkeS auf den Gafsen auf und nieder. Dar. auf fand der Festball in den CasinolocalitSten statt; der Saal war unter dem Arrangement mchrercr Osfi-ziere prachwoll decoriert und prangte in einem wahren Sichtmeere. Beim Feste waren sLmmtliche Honora-tioren der Stadt anwesend und autzerdem eine grotze Anzahl von Fremden ; ein Kranz von schtinen Damen vermehrte dutch Lebhostigkeit und Tanzlust die Feier des TageS, und es bars daher nicht wundernehmen, wenn alles bis zum Schlutz, der erst gegen 4 Uhr friih eintrot, auSharrte. Wiihrend der Raststunde wut-den allfeitig Toaste und Hochs auf daS erlauchte Braut-paar und das Kaiserhaus auegebracht, welche unge-theilten Beifall fanden und mit Begeisterung auf-genommen warden. Am 20. fand bei Tagesanbruch grotze Tagreveille und um 10 Uhr ein feietliches Hochamt statt, dem die Mitglieder scimmtlicher Behvrden, das k. t. OfsizierScorpS, der Lehrkiirper und autzerdem der grijtzte Theil der Be-vSlkernng beiwohnte. Tagsllber wurde aufLer Schietz. flatte ein Festfchietzen gegeben. Am Abend endlich be-fchlotz die Feierlichkeiten ein Festbanket, an welchem sich ein gewShlles Publicum betheiligte. LondeSgetichtS-rath Leitmaier erbffnete die Reihe der Toaste, indem er tin Hoch auf das allerhbchste Kaiserhaus ausbrachte, worauf das Publicum mit Begeisterung die VolkS-hymne anstimmte; fodann toastierte v. Formacher auf das erlauchte Brautpaar. Die Zwischenponsen wurden durch Gesang und komische Vortrage ausgtftillt, welche bag Publicum auf das lebhafteste untcrhielten; nach-dem noch Scilmaier ein Hoch auf ben LanbeSprLsiben-ten Grafen Auersperg auSgebracht, toasteten mchrere Herren auf bie Frauen, die k. k. Armee unb fchlietzlich v. Formacher in gebundener Rede auf die anwtsende Gefellschast. So wurden die Feierlichkeiten geschloffen, welche ZeugniS geben von ben Sympathien, die bet aiojjte Theil bet Einwohnerschast slit bag allerhochste Kaiserhaus hegt. Dutch folche Kundgebungen beweigt dag Volk, datz eg dankbat ist fttr all die Reformen und Einrichtun-gen, die zum Wohle beg Staateg gefchaffen werben. Die allethvchste AuSzeichnung, bie Hettn v. Longer zutheil gewotben, hat in allen Kteisen Anetkennung gefunben, da Hetr v. Sanger fowohl alg Mitglieb bet berfaffunggtreuen Partei in Ktain burch seine politische Thiitigkeit hinlLnglich bekonnt ist, alg auch sein Witktn in landwitthschastlicher Bezithung, hauptsachlich stint Vetdienste um Hebung bet Bienenzucht allstitig an-trfannt werden. — (Fatbholzsabtik Terpinz.) Die k.k. Landegtegietung hat die Fatbholzsabtik beg Hettn FibeliuS Te tpinz mit bem im § 61 bet Gtwtrbe-otbnung begtttnbetcn Vorrechte, ncimlich ben kaiser. lichen Abler im Schilbe unb Siegtl, sowie die Be. zeichnung: ,K. k. prib. Fatbholzsabtik" slihten zu dttrfen, betheilt. — (MaikSfetplagt.) Die Maiktifer er. fcheinen heuer in fetch ungeheurer Anzahl, batz sich stlbst bie alteften Sanblente nicht ertnnern tonnen, jematg biefeg Ungeziefer in so grojjen Schwarmen et-blickt zu haben, unb eg fteht zu besorgen, batz, wenn nicht tin sStmlich organiflerter Bertitgunggtrieg gtgtn bitft Aufbringtingc unttrnommtn wird, binntn lurztt Zeit die Blttthen der Dbjtbaume unb bie WalbbSume felbst ganztich abgefreflen unb bernichtet ftin werden. — (Zu ben WahIen.) In bet Sonntag hict abgehaltenen Confetenz. bie bon 50 Nationalrn befucht war, wurde die Bitdung eineg Centtal-Wahl-comitSs, sowie mehtetet Local-WahlcomitSS beschlossen. Auch tibcr die Aufstellung bon Kandidaten wurde de-battiert, doch nichtg desinitibeS beschlossen. Die Frac-tion Bteiweig-Costa nahm on bet Confetenz nicht theil. — (® ifelafe ier in G o11fchet.) Auch Gottfchee hatte seine Gistkostier. Am 19. d. at« dem Vorabende der VermiihlungSseier wurde die Stadt gtan-zend beteuchtet, butchzog ein Fackelzug bie Slratzen bet Stabt, unb bie „fiebertafel" lief ihre Gescingt erschallen. Am 20. bormittagS wurde im Bcisein bet k. k. Beamten, ber Gemeindebertretung unb tints ondSchtigcn PublicumS ein FestgotleSbienst abgehalten, nachmittagS ein Festfchietzen gegeben, bem abends ein Ball solgte. Abet auch dauernd nach bem Beispiele anberer Otte suchte Gottfchee sich bo« Andenken an bie SSermahlunggfeiet feflzuhalten, inbent bie Gemeinde-borflehung eine Getdfammlung einleitete behufs Gtiin. dung einefl FondeS, wotouS arme ©tubierende am gottfchttr Rtolgymnosium unttrsttttzt werben sollen. Dog etfle Ergtbnig dtrfetben betrug 180 ft. — (Gemeindewohten in St. Ru* p recht.) Am 15. d. M. fond in ber Gcmeinbe St. Ruprecht bie Woht ber Gemeinbetfithe, so wie bed Gemeinbtborstehers statt. Dit Woht ist zum Gtttcke grijtzttnthtils auf liberate Manner gefatlen. AlS Ge-meinbevorsteher wurde mit 23 gtgtn tint Stimme bet Gutsbesitzer Ferbinanb Dolor gewahtt; zu Ge-meinber&then Doctor Skebt, Anton Seitz, Michael Suponifchitfch, Jakob Jnbicher, Johann Jellenz. Ttotz ber Lttgen unb Berleurndungen ber „Nobice", die in einer anfangs April etfchienen Cottefponbenz obige Manner mit ihrem Geifer befubette, ist bie Woht fttr bie liberate Partei gttnstig auSgefoBen; dcnn mit AuSnahme bon drei Mitgliedern, Graf Barbo, Pfattet Alois Košir, welche Birilstimmen haben, unb Rai« munb Sojif, ist ber AuSschuh liberal. MLgen ouch anbete ©emeinben bie wockeren St. Ruprechter sich zum Muster nehmen; mSchte in biefen Tozen, in welchen bie Gemeinben Gtfchafte bon folchet Wichtigkeit im Nomen ber Regierung unb im ttbertragenen Wir-kungSkreife ouszuttben haben, wo aber nicht felten Ber. nichtung ber behbrdlichen AutoritLt und strLfliche MiS-ochtung bee Gemeinbewohls ale Houptpunkt im Pro. gramme bet kleticalen Opposition steht, dog potrto, tifche Beispiel ber St. Ruprechter Nochohmung fin-ben; mbgen bie orglofen Lanbleute nicht mehr in bie Netze einer Sippschaft gerothen, bie sich zwot be« ehtlichen Nomen bet nationolen Opposition beilegt, in Wahtheit aber, unbekttmmert um bag Woht beg Gonzen unb um bie Hebung bet Landeskultur, nut baton arbeitet, die borhandenen Verhaltniffe zu rui-nieren, in der Hoffnung, bei einem Wechfel bet Situa. tion obenauf zu kommen. • — (Roufexcetz.) Wie auS Dberkrain berichtet roitb, wurbe in Wocheiner-Feistriz bei einem Rauf-eyceffe ein Arbeiter, ber sich bet Verhoflung wider, setzle unb ben seiner Pflicht nochkvmmenben Genbotmen thatlich angriff, bon biefem burch tintn Bajonnttstich schwtr verwunbet, infotge beffen er bereitg vctschie-ben ist. — (Die G e n e t a I b e r fa mmt ung ber Ac t i o n ti r e ber Gefellfchaft Lehkam-3 o f ef S t h a t ) fanb am 20. b. bormittagS in bem ©erathungflfaole bee BerwaltunggratheS berfclben in Graz statt. Der PrAsibent bet Gefellfchaft, Hetr Rtichg- rathsabgeordneter I. Cyz. etoffnete bit Sitzung mil der Bemerkung, datz 28 Action«« erschienen find, welche einc Actienzahl von 5310 reprafentieren. Hier-auf trug der Centraldirector Herr A. Lenk den Rechen-schaftSbericht deS BerwaltungSratheS fUr das Jahr 1872 vor. Wir entnehmen diesem Berichte llber den Stand der Geschaste nnd be« ErtriignisieS folgende $aten: Die Papierfabriken hatten sich imJahrel872 einer gUnstigen GeschSftSconjunctnr zu erfreuen. Der grohe Papierbedarf des JnlandeS deckle reichlich den dnrch den Riickgang des Agios verursachlen AuSsall im Exportgeschafte und erzeugte einc so lebhafte Nach-frage in diesem Artikel, datz es endlich mLglich wurde, die seit Jahren viel zu niedrigen Preise des Fabri-kateS mit jenen der Rohmaterialien und mit den hohen ArbeitSlLhnen in cin richtigercs VerhSllnis zu stellen. DaS GesammtertrLgniS der Papierfabriken JvsefSthal, Gratwein, Kienreich, Leykam, der Pappen-und der Holzstoffabriken belauft sich auf 379.994 fl. 47 kr. Die Gesammtbilanz auS der Druckindustrie, Lithographic u. f. w. weiSt cinen Reingcwinn von 175,511 ft. 91 kr. nach. Von diesem Reingewinn wurden 141.800 fl., d. i. 5 °/0 deS emittierten Actien-kapitaleS zur Einlosung des Coupons per 1. Janner 1873 verwendet. Bon dem Reste per 33.711 fl. 91 kr. fmd nach den Statuten mindestens 5 6/0, d. i. 1710 fl. 59 kr., in den Reservefond zu hinterlegen und 10 °/0, d. i. 3421 fl. 19 kr. als Tantieme dew VerwaltungS-rathe zuzuweisen. ES eriibrigen sodann noch 28,580 fl. 13 kr. Der VerwaltungSrath beantragt, hievon 28.360 Gulden oder 2 fl. per Actie am 1. Juli als Super-dividende zu vertheilen und ben Rest von 220 fl. 13 kr. auf neue Rechnung vorzutragen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Witterung. Laibach, 23. April. Anhaltend triibe, abluechfclnb Regcn. SBiirmc: Mor-gcnS 6 Uhr + 9'6‘, nachmiltags 2 Uf)t 4-11-7° C. (1872 +17-4°, 1871 + 19.9".) Barom eter im Fallen 722-84 Millimeter. Das stcstrige Tage«mittel der Wiirme 10.8°, unt 1.0° ilber dem Normale. Dcr gcflrge Ricdcrschlag 24-80 Millimeter. Eingesendet. Herr Redactor I Jch erstiche, solgcnde Zeilen in Jhr geschatztes Blalt ausnehmen zu wollen: Da der Herr Rebactenr des „Slov. Narod" meinem Aiisnchen nach einer Berichtigung nicht nachkommen will, jo sehe ich nitch verpflichtet, Lffeutlich bcfannt zu flebeu, datz der Sachverhalt, trie ihm der „Slov. Jiarod" tin Blatte Nr. 70 verbffeutlichte, sich wirklich zugetrageu hat, nut batz die in seinem Blatte erwahute nemška učitelj ca Deutsche Lehreriu) keine Deutsche sondern einc g e-boreue Kroatin war. Es fcheiut, datz Ler „L>lov^Narod" es mit der Ehre der deutschen Lehrerinneu in Srnin uicht genaii nehmeu uud die Schaude lieber nuf denselben hasten lassen will, als einen Akt der Gerechtigkeit zu vollziehen nnd es zn widerrufeu. Achtnugsvvll Ferdinand Dolar. Gut Winkel, den 21. April 1873. Allen Kranlen Krast und Gesundheit oljne Aredizin und oljite Kosten. Revalesciere du Barry uon London. Seine Krankheit vermag der beticaten Kevalescičre du Barry zu toibetfleBen, und descitigt diesclbe oljne Mcdizin und oljne Kosten alle Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Dntsen-, Schleimbaut-, Atbem--, Btasen- n»d Nierenleiden, TuberciUose, Schwmdsncht, Asthma, SuW, Unverdaulichkeit, Vcrswpfung, Dianhoen, chHaflostakeil, Echwiiche, Hiimorrhoiden, Wassersncht, Fieber, Schwindel, Blulausstel. gen, Ohrenbrauscn. Uebelteit und Erbrechcn fcttjl teabrenb der Schwan-gerfchasl, Diabetes, Melancholie, Al-mageruiig, Nheuinatismus, Gicht, Bleichlucht. — siuGiilae aus 75.000 Ccrtificalen liber ©enefungen, die aller Mebizin wiberstanden, toctben auf Vcrlangcn franco elngefenbct. Nahrhasler als gieijih eripart die Rovalesciere be, (itto