„Freihtit, Aild««! str All»." Str I«4 Freitag, »«. A«g»st I««?. VI. Jahrgang Die »Marburger Zeituttst" erscheint jc!>ctt Sc>n»t»l»i, Mitnvvch und Areita^^. Preise — für Marburg: gliiizjlilirig k fi., halbjährig 3fl.. vierteljährig, 1 fl. 50 kr; für Zustellung iiißHau» monatlich 10 tr. — mitPostversendtt»,,: nanzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., vierteljährig 2 sl. Die ein Mal gespalteneKarmondzeile wird bei einmaligerEiuschaltung mit lti, l'eizweimaliger mtt lö, bei dreimaliger mit tr. berechnet, «vozu fiir jedeßmallge (Littschaltttug 3l>kr. Inserate»-Stempel,zeliithr kommen. Znr d>'6 Tane:;. Utber die S Ulzburg er Unterl»atidlung bringt die Dresdener „Konft. Ztg." eine Mitthcilunq. dcr zu Folge eS alterdingS die Absicht Äapolrons grlv sen. für einen möglichen Krieg mit Preußen rin Bündniß mit Oesterreich zu suchrn. und c>lS Preis ivare in dcr That Oesterreich die Obc.Herrlichkeit iiber den Südbnnd. in ähnlicher Weise, wie Preußen sie über d n Nordbnitd übt. angeboten »vorden. Dieser Plan sei jedoch nicht nur an der Wcigelniig de» Südstaaten g scheitert, sondern schon von Sciten deS Arhr. v. Veust abgeltchnt ivortien. Dagegen sei zwischen Olsterieich nnd Frankreich ein Cinverständttip dahin getrossen lvorden, daß jeder lveiteren Verbindung Preußens mit dem Süden — nachdem ohnehin s^on gegei» den Präger Frieden die Militürbündiusse und die Zolleinigung geschlossen worden. — entschieden entgegengetrete» werden müsse. Die russische Regierung verfolgt ihren Plan, die tekten Spuren der polnischen Nationalität auszumerzen, mit Htirtnäckig-ke»t und maßloser Strenge. Sie ist — schreiben die Debats — nicht mehr zufrieden damit, daß sie die polnischen Eigeuthümer' beraubt, um ihre Güter motkolvitischen Käufern zu überliefern; sie begnügt sich nicht mehr, in Ermanglung russischer Vetverber deutsche Käufer und Spekulan« teu zu der Jagd aus polnische Güter einzuladen. In demselben Augen-blicke, in welchem sie die Polen in ihren mat,riellen Interessen, ihrem Ejgenthume und il)rkr Freiheit schlägt, sucht sie dirjelben auch noch in jenem Thtile ihre» Sein» zu erreichen, ivelcher slch zumeist qegen jeden getvoltthätigeu Btfehl de» Siegers und Herrn sträuben muß. Gestern bat sie — indem sie die katholischen Kirchen sperrte, die Priester, deren Verbrechen in der Erfüllung ihrer Pflicht liegt, in die Verbannung jagte — die Frulieit de» Kultus nnterdrilckt; heute unteidrürkt sie die Freiheit dks Wortes. Die Gouvernements von Lublin und Plock — zwei von den fünf Gouvernements, in welche daS Königreich Polen gktheilt wurde — haben rine Ordonnatrz erlassen, welche den Polen unter den strengstrn Strafen verbittet. Petitionen, die in einer anderen Sprache als der ruffischen, der rein amtlichen verfaßt sind, zu überreichen. DaS PelitionSrecht wird in ihren Händen eine stumpfe Waffe bleiben, so sehr man ste auch zwingen möchte, davon Gebrauch zu machen, um ihre natiol»ale Sprache zn verlernen. Die Tage der Bourbonen in Spanien dürften gezäklt snn: der Aufstand gelvinnt eine solche Ausdehnung, daß die Massen der Köiiigin denselben schwerlich mehr bewältigen können. Die Vesapung von Saragossa ist ebenfalls zu den Aufständischen übergetreten. Am 22. Angnst hatte bei LinaS, nahe bei dem Städtchen Ayerbe. ein blntigeS Treff n zwischen den königlichen Truppen und den Empörern stattgefunden, welche sich von Anzo aus gegen Saragoffa bewegten. Ay rbe ist gerade auf dcr Mitte des WegeS zivifchen Anzo und Saragossa gelegen. Hier tvar eS. lvo der Neffe Narvaez'. der General Maiiso de Zunega. mit seinem Sohlte umS Leben kam. Das amtliche Bolletino di Saragossa meldet selbst den Tod dieses Generals und gibt den Verlust der Truppen an Todten auf 3 Offiziere und 15 Mann an; 26 seien Verivundet und l6 wurden vermißt. Man kann danach annelimen. daß der tvirkliche Verlust eln viel größerer gewesen und soll derselbe glaubivürdigen Berichten zusolge 300 Mann betragen liaben. Als nun die so geschlagenen Truppen nach Saragoffa zurückkehrten, rottete sich daß Volk unter dc»n lauten Rufe zusammen: „Es lebe die Freiheit!" Der General'Kapitan gab darauf den Befehl, die Gruppen zu zerstreuen und alS das Volk gütlicher Aufforderung nicht lveichen wollte, koininandirte er „Feuer!" Die Soldaten aber schi'nen nnr diesen Augenblick erwartet zu liaben, tveigerten sich, de« Befehl auszuführeil. riefen auch ihrerseits: „ES lebe die Freiheit!" Eine Lettens-Versicherung. Nuß den Papieren eines Berliner Advokaten. (2. Fortsejjung.) Welche andere Gedanken mich auch sonst noch bei diesem unertvar-teten Todesfälle betvegen mochten, ich war vetpflichtet. ihn zunächst auS dtM Gesichtspunkte eines Ereignifsrs ^ betrachten, tvelches der Lebens« verficherungsgesttlschaf», die mir ihr Vertrauen zugetvendet hatte, einen unmittelbaren und sehr erheblichen Geldverlust zn bereiten drohte. Ich hatte daher als Geschäftsmann alle meine Aufmerksamkeit darauf zu richten, ob eine der Bedingungen eingetreten tvar, mit »vetchen nach ziem» lich allgemein übereinstimmenden Gtundsäyen der VersichirungSverträge die Versichernng selbst strht und sällt. Dazu gehört inSbtsondere, außer dem Falle des Selbstmordes und des versuchten Selbstmordes, auch der. tvenn der Versicherte durch einen auSschiveisenden Lebenswandel, durch mntlitvillige oder mit augtuscheinlichrr Gefahr verknüpfte Handlungen sei-neu Tod herbeifühit oder tieschleunigt. Es g^ljört ferner dazu, daß dci der sehr speziell gehaltenen Deklaration in Betreff des GrsundheitszuftandeS. alle früheren Krankheitsfälle und alle etwaigen organischen Gebrechen mit größter Genauigkeit angegeben wcrk'en. damit die Versicherungsgesellschaft, zum BeHufe der Wahrscheililichteitkbercchnung über die präsumtive Le-bensdauer. auch die kleinsten, oft gerade bestimmlndeu Details zu über-sehen vermag. Alles das sagte ich mir selbst »ach kurzer Ueberlegung und kleidete mich schnell an. um den Agenten zu begleiten. Auch dieser hatte sich inzivischen gefaßt nnd schrieb, während ich mich ankleidele. einen iiorläu-ßgen Bericht über den Eintritt des Todesfalles an die Direktion nach London. Es war ei« heißer Augusttag. und die So«ne brannte trotz der frühe« Msrgtnftukde «nd «ngeachtkt deS gestrige« Gewitters mit jeuer Intensität, tie den schnell vorübelfll»henden i^ommer« der nördlichen Breitengrade eige« ist. Die Wohnung des Kriegtraths lag ziemlich ent« frrnt von der meinigen. Es tvar etiva Ii) Uhr, als wir ankame». Im Ha«sfl»r traft« ivir bereits die amtlichen Peiscne«. tvelche eben ange» kommen waren. Es h.itt.« sich außer dem Pslizei-KommiffarioS dcr ll«tlrsuch««gSrichter Mit einem Protokollführer, der StaatSanivalt «nd das gerichtsärztliche Personal (d.r PhysiknS mit seincnt Af1iste«te«) ei«ge. fundcn. Wir schlössen unS ihnen an, und betraten gemeinschaftlich den Flur der zweiten Etage, in ivelchem die Wohnung des Kriegsraths lag. Die vor der EingangSihür postirte Wache hatte ihren Posten nicht einen Augenblick Verlaffen, die angelegten Siegel ivaren unverletzt. Wir traten in einen kleinen schmalen Korridor, in ivelchem nach vorn heraus rine zweifenstrige Wohnstube und ein einsenstriges Schlaf, zimmer lagen; nach dem Hose gelegen befand sich ein von dem Kriegs« rath zum Studiren und zur Ausstellung seiner ansehnlichen Büchersamm« lung benublkS Arbeitsztmmer; dahinter eine kleine Küche nebst einem kleine« Verschlage. Eine zweite Treppe fühlte nicht zur Wohnung. Vom Korridor auS führten zivei Eingänge zu den geschiiberten Wohnungsräume» ; eine Thür ging nach dem zweifenstrigen Voiderzimmer. die ztveite «ach der Hinterstube. Die einzelnen WohnungSräume kommunizirten unter sich durchgängig durch Thüren. — Im Erdgeschoß des HauseS befand sich ein Laden und die Werkstatt eines Korbmachers; den ersten Stock bewohnte eine ältliche unverheiratete kranke Dame mit ihrem Dienstmädchen; eine kleine Dachwohnung über dem Kriegsrath hatte eine ArbeitSsrau mit ihrem halbertvachsenen Knqben inne. der jedoch iior Kurzem gestorben war. DaS HauS wurde regelmüßig vom Wächter um zehn Uhr Abends, und nur in den beiden Sommermonaten Juni nnd Juli um elf llhr ver-jchlosstn. und der Verschluß allstündlich revidirt. Ich schicke diese Details voran, nm den iveitereu Gang der Erzah« lung nicht später »vieder zu unterbrechen, denn über die mitgetheilten Vi«« zelnheiten insormiren ivir unS später, nach Besichtigung der Leiche. Wir traten durch daS Wohnzimmer in daS Schlafgemach des Kriegsraths ein. Wie der Agent erzählt hatte, fanden ivir ihn in der Lage nnd Mit dem Ansdrnck eines ruhig Schlafenden in seinem Feld« belte liegend. Die erste Frage des PhysikuS war: „Wer hat das Fenster geöffnet 7* „ES ivar geöffnet, als »vir die Wohnung betraten," autivortete der KommissariuS. DaS Fenster wurde ge«au besichtigt, ebenso das A'Usterbret. die äußere und die innere Mauerbekleidung, wrlche jedoch nirgends etwas ÄnffäUiges erke««e« ließen. Der PhysikuS hatte sich inzwische« «it der Leithe beschäftigt; der äußere Besnitd entsprach vollkomme« dee Schilde« rung. ivelche der Agent gen»acht hatte. Nicht daS Mindeste dentete dar-auf hin. daß die Eintvirkung einer äußern Gewalt de« Tod herbeigeführt daben könne. Der HalS tvar frei und zeigte keine Epnre« irgend ei«er Sugillation oder Hautverleßung. Ebenso verhielt eS sich mit de« ganze« ginaen zum Volke über und erklärten kch für den Aufstand. Man darf ficher sein, daß dieses Treigniß den Erfolg des Aufstandes für die nächste Zeit außer Frage stellt, und daß die Treue der Truppen, einmal erschüttert, auch in den andern Regimentern nicht mehr sehr lan^e verläßlich bleiben wird. Die vyn ContreraS geführten Ausständischen sind in ledhafter Vorwärtsbewegung, da sie. wie selbst ein amtliches Blatt meldet, in der Rahe des Städtchens Tremp. ein scharfes Gefecht mit den königlichen Truppen gehabt. General Pierrad steht in Estremadura. wo er mit großer Begeisterung ausgenommen wurde. Diese Provinz durchstreift» noch andere Banden, welche täglich neuen Zuzug erhalten. Prim selbst operirt in Katalonien. Man erwartet j.den Augenblick die Nachricht, daß Bälencia und Barcelona sich ergelien. Der Jndianerkrieg wüthet mit unverminderter Heftigkeit in Texas und allen Theilen des Gebietes, wo Zndianerstämme Hausen. Bahnzüge werden zerstört. Reisende werde» stalpirt und verbrannt, und Dampfboote auf dem oberen Missouri haben von den Indianern gelegte Hinterhalte zu Yassiren. Bon militärischen Vorbereitungen zur llnter-drückuug dieser Ar,velthattn ist noch sehr wenig zu hören, doch hofft man von der Thatkraft des Generali Eherman. dem der Befehl gegen die Jndianerstämme übertrogen worden, das Beste. Inzwischen Hullen die Ariedenekommissäre eine Zusammenkunft in St. Louis, bei welcher beschloffen wurde, die Stämme einzuladen, im September mit ihnen in gort Zarah und gort Laramie behuss ihrer Einschränkung auf bestimmte »ebiete zusammentreffen. Die Newyork Tribüne schreibt über diese Maßregel: „Eine furchtbare Erfahrung hat uns belehrt, daß aus der Berühruug von Wanderstämmen mit den Grenz - Ansiedlern nur Unheil entspringen könne, für die Wilden gerade so gut wie für die Christen Unsere Pionniere find nicht die sanftesten und besten Menschen, noch allzu geduldig im Ertragen eines leichten Unrechts. Die Ändiantr erlangen von ihnen wenig Eivilisation. außer Rum und Whisky. Es ist eine beschämende Thatsache. aber der einzige Weg. die Lage der Wilden zu verbeffern. ist der. sie möglichst fern von dem Bernche vieler unserer Leute zu halten. Dann können Miffionäre und Lehrer nützl cher Künste mit Aussicht auf Erfolg das Civilisationswerk bei den Wilden unternehmen. Diese Absonderung zu sichern, scheint abcr kein anderes Mittel vorhanden zu sein, ols tas System der Einschränkung der Wilden auf gewisse Vebietstheile durchzuführen. Die Friedens Kommissäre find denn auch bereits bemüht, gteignete Landstriche ausfindig zu machen." Politische Keiertag«. Marburg, 29. August. Wir erklären uns für die Verminderung der kirchlichen Feiertage; wir verlangen dieselbe, um die Arbeit in ihr Recht einzusetzen, um Sparsamkeit und Wohlstand zu fördern, um das Volk sittlich und .wirth-schaftlich zn Heden. Die nämlichen Gründe find es. tvelche die Verle-gung der politischen Feiertage auf die Sonntage, die möglichste Befchrän-kung der politischen Feste aus einen Tag als nothwendig erscheinen lasten. Ein Werktag ist für die Arbeit verloren, ob die Hände aus kirch» übrigen Körper. Der Mund war geschlossen, die Zungenspil^e lag hinter den gähne«, die Augäpsel waren nicht aus ihrer Höhle hervorgetreten. Die dl'^uliche Färbung des Gesichts war deutlich wahrzunehmen. „Der Tod ist unzweifelhaft erfolgt." erklärte der Phystkus. nachdem er die genaueste Uuterluchung des Leichnams vorgenomm n hatte, „und jwar mindestens bereits vor mehreren Stunden. Es fragt sich, ob wir sofort zur Sektion des Leichnams schreittN?" Der Untersuchungsrichter sann einen Augenblick nach. „Haben Sie die Auswärterin deslelU?" sragte er den llom-miffarius. „Sie ist unten." antwortete der Poiizribeamte. ,.2st zur grau des Verstorbenen geschickt?" „Unmittelbar, nachdem ich die Anweisung erhalteu hatte. Ich habe den Sekretär angewiesen, sich eines Wagens zu bedienen, er muß mit der Frau bald erscheinen." Än dem nämlichen Augenblick hörten lvir einen Wagen vorfahren. „Das ist sierief der Kommissar, der an s Fcnster gegangen war. Der Untersuchuugsrichter trat aus dem Schlafzimmer, in welchem die Leiche lag. in das anstoßende, nach vorn gelegene Gemach und trat von hier aus der Fran des Verstorbenen entgegen. Ich hatte sie bereits vom Fenster aus betrachtet. Eine zarte schmächtige Frauengestalt mit feinen leidenden Gesichtszügen, trotz des vorgerückte» Alters und des mii Gran nntermischten Haupthaares Spuren srüherer Schönheit verrathend. Sie stieg schwankend aus dem Wagen und mußte sich eine» Augrublick am Wageaschlage festhalten; dann schritt fie hastig in das Hans. Der Untersuchungsrichter hatte die Thür zu dem Zimmer, in welchem wir «ns befanden, nur angelehnt; ich stand so. daß ich Frau von P. sehen »d das ganze Gespräch mit anliören konnte. „Wir habe» Sie um eines traurigen Aulaftes willen hierher be muhen müffen. gnädige Fran". redete der Richter sie an. „ich bitte, fassen Sie fiil^ und suchen Sie da» Unabänderliche mit Gednld zu tragen." Sie hatte die Hände in einander gesaltet und stand im starren Aus-dnick schmerUlcher Betänbnng vor ihm, ohne zu spreche». Er schob chr einen UrMsefiel hin nnd nöihigte fie. sich niederzulaffen. „Sie leben schon seit längerer Zeit von Ihrem verstorbenen Gemahl gettennt?" fragte er. Sie antwortete mit einem leisen Stöhnen. „Wie lange ist es her. daß Sie einander zuletzt sahen 7" lichem oder politischem Anlaß ruhen — die Rachtheile find die gleichen in dem einen, wie in dem anderen Falle; nur müssen tvir sie in letzterem noch mehr beklagen, weil nicht staats- und volksfeindliche Gewalten, son dern Staat und Volk dieselben verschuldet. Die Wahlen sind bisher stets an Welktagen vorgenommen tvorden — könnten sie nicht an Sonntagen Rachmittag stattfinden? An Zeit gebricht es den Wählern nicht — die sonntägliche Stimmung wäre der Wahl nicht hinderlich — die Wahl tväre nicht einmal im kirchlichen Sinne eine Störung der Sonntagsseier. da nur schwere Arbeit an solchen Tagen kirchlich verbottN »st. In der Schweiz wird an Sonntagen getvählt — von Rrsoimirtcn. ivie von «atl)oliken; jal die Wahlhandlung geht sogar in den Kirchen vor fich — in katholischen, wie in resormirten — und den katholischen Wählern von Schwyz. Uri, Unterwalden. Lnzern. Zug. Appenzell AußerRodlt». Wallis. Freiburg... wird doch Niemand streng-gläubige Frömmigk.it absprechen? Die Vornohme der Wahlen an Sonntagen tvird künstig nm so dringlicher sich herausstellen, je häufiger Wahlen stattfinden. Wir fordern nicht allein eine kürzere Amtsdauer der Abgeordn ten — tvir fordern auch allgemeine unmittelbare Wahlen für die B zirksvertretung. sür den Landlag. sür den Reichsrath — fordern das Recht. Friedensrichter. Pfarrer und Schullehrer zu wählen. Müßten wir diese Wahl«n an Weiklagen voritehmen. wie viele Arbeit würde versäumt, wollte« die Stimmfähigen nicht aus ihr Recht verzichten. Die möglichst zahlreiche Bctheilignng an den Wahlen liegt aber nicht allein im Interesse des Bürgers, sotldern auch des Staates: je größer die Theilnahme am öffentlichen Leben, desto mehr ist der Staat gesichert. , Für Sänger- und Turnerfeste genügt ein Tag vollkommen -> das Wesen und der Zweck de»sclben zivingt durchaus nicht zur Ausdehnung auf längere Zeit. Landes Schützenseste allein heischen eine Ausnahme von der Regel. Das Ehren- und greischi.ßen, tvelches die schweizerischen Eid-genossen vor Kurzem gefeiert, hatte eine Dauee von zehn Tagen; es waren aber auch Hunderl und fünfzig Scheiben aufgestellt und zeigten dreißig» tausend Schützen ihre Kunst lm Waffenspiel. Für einzelne Vereine und Schützen geht das Fest jedoch in der Regel an einem Tage zu Ende: es ist ein beständiges Begrüßen und Verabschieden auf dem Festplatze und wäre eine so zahlreiche Theilnahme uicht möglich, wurden die eir»zelne« Vereine und Schützen einige Tage dort verweilen. Volksfeste — aber nlcht solche, wie das letzte in Graz eines gewesen Volksfeste in des Wortes eigentlichem Sinne werden »vir erst feiern, wenn wir ein Volt sind in der politischen Bedentung. Wenn wie uns fühlen als solches — als eine Vereinigung gleichberechtigter, fteier Staatsbürger — dann werden wir nicht Tttge lang beisammen sitzen, um zu essen und ^ trinken — nein, tvir werden uns versammeln zu männlich-fröhlichem Thun — versammeln, um der Freiheit und des Vaterlandes nns zu freuen! vermischte Rachrichte». (Algerien) ist durch anhaltende Heuschrecken - Verheerungen von einer Hungersnoth bedroht. Das Landvolk bringt aus Mangel an Futter sein Vieh aus den Markt. Von Marseille find starte Getreideladungen nach Algerien abgegangen. Unglücklichertveise lauten Ein Thränenstrom brach unaufhaltsam hervor, ihre Antwort ivurde durch hestiges Schluchzen erstickt. Der Richter trat, selbst ergriffen von dem Ausdruck des unbeztviug-baren SchmerzeS. znrück. um ihr Z it zur Sammlung zn gönnen. Sie suchte sich zu bezwingen, das Schluchzen hörte aus. aber ihre Thränen flössen leise die blaffen Wangen hinunter, aus die schmalen seinen Hände, tvelche gesalttt in ihrem Schöße lagen. Aber die Zeit drängte und der Richter trat wieder zu ihr. „Vermögen Sie nns. gnädige grau, irgend welche Auskunft über die letzten LebeuStage des Verstorbenen zu geben?" „Ich habe ihn seit sechs Iahren nicht gesprochen.^' antwortete fie mit gebrochener Stimme. Der Richter stand von weiteren Fragen ab. „Wünschen Sie Ihren Gatten zu sehen, so bitte ich Sie, ein-zutreten." Sie erhob sich, bl'eb aber unschlüssig stehen. „Wir werden genöthigt lein, zur Sektion zu schreiten, nnd der An-blick möchte später allzu schmerzlich sür Ihr Gefühl werden." Ihren Körper durchzuckte ein leises Frösteln, fie zitterte — trat mit einer raschen Bewegung in daS Schli^sjimmer und direkt aus die Leiche zu. Zu Häuptrn des Bettes sank sie auf die Kniee. ohne die Leiche zu berühren, und weinte still, während der innere Schmerz sichtlich ihre« Körper durchzuckte Wir waren an das Fenster getreten, um den letzten Abschied der Ehegatten Nicht zn stören Der Physikus näherte fich dem Richter. „Ich muß ihr einige Fragen vorlegen." sagte er liise. ^er Richter nickte zuslimmeud. Der Arzt trat zur Witwe. ,.Hat Ihr verstorbener GeMuhl srüher jemals einen Schlagansall gehabt?" „Niemals." „Hat er an Schwindel, hestigem Blutandrang «ach dem K»pf gelitten 7" „Ich habe es niemals wahrgenommen; er war nie krank." „So bat er ivohl auch keinen Arzt gehabt?" „Nein." „Hatte der Verstorbene Neignng zn geistigen Getränken, zn starkem Kaffee 7" „Er trank fast ansschließlich Waffer; nnr einmal des Tages, am Nachmittag, trank er eine Tasse schwarzen Kaffee." Der Arzt trat wieder znm Richter; beide sprachen leise mit einander. die Ernteberichte au» dem Süden Frankreichs töglich ungünstiger, und auch in mehreren Dcpartementtn deS Innern und deS Osten» haben öfter Gewitter großen Schaden angerichtet. (Feiertage) in zu großer Zahl sind bekanntlich einc» 0er Haupthindernissk der wirthschaftlichen Entwicklung katholischer Lander, wo. wie in Tirol, einschließlich der Sonntage der vierte Tl)eil de» Jahres und außerdem noch täglich mehre Stunden durch Beten und Kirchengehen der Arbeit entzogen werden, da ist eS unmöglich, daß das Volk zu Wohlstand komme. Die Regierung des Kantons Thurgau hat i» Erwägung dieser Umstände beim Großen Rath (gesetzgebende Versammlung) die Verminderung der katholischen Feiertage auf drei (Frohnleichnam. Maria » Himmelfahrt und Allerheiligen) beantragt. tGe werbe G e s e b g e b n n g.) Die Pfalz bewährt ihre Eigenschaft als einer der freisinnigsten und fortgeschrittensten Theile Deutschlands, indem sie «ntschieden alle nach Polizeiwirtljschakt riechenden Elemente des neuen Gewerbegesep EntwurfeS zurückweist. In einer zu grankenthal abgehaltenen BoltSversammluNj, wurde einstimmig ver vorgelegte Entwurf einer an den Landrath gerichteten Adreffe genehmii^t. in welcher diesem der dringende Wunsch an das Herz gelegt wird, als Organ der Pfalz seine Rechlsüberzeugung dahin anSzuiprechen: „daß der GewerliegesetzEntwurf. insofern der neueingejchobene Arlikel. in welchtM der Polizeibehörde unter gewissen Voraussetzungen da» Recht eingeräumt wird, die Ausübung der Gewerbe auf bestimmte Zeit oder gänzlich einznftellrn. beibehalten wird; der Entwurf über Heimalh. Verehelichung und Aufenthalt, insofern die den Erwerb der Heimath, die Freiheit der Berrhelichung und des Aufenthalts hemmenden Schranken nicht fallrn; endlich die übrig-n Thcile der Soeialgesetzgebung. insowrit sie dcr staatlichen Bevormundung und der Polizeigetvalt die gleichen Zugeständnisse machen, für die Pfalz unannehmbar seien". (Volksbildung in Baiern.) Räch der Baier. Ztg." beträgt die Zahl der diejts Jahr ausgehobeN'N Mannschaft, welche einen mangelhaften Schulunterricht genoffen, 7 wovon auf Riederbaiern und Oberpfalz und Regensdurg je 13, auf die Pfalz 8. auf Oi»erbaiern 7. auf Unterfranken und Aschaffenburg 7. auf Oberfranten S, auf Mittel» franken 4, anf Schwaben und Reuburg 3 "/, kommen. Am günstigsten stellt sich demgemäß das Berhällniß bei den rührigen Franken und Schwaben; doch ist nicht zu veikenne», daß im Ganzen seither von Jahr zu Jahr eine stetige fortschrritende Besserung eingetreten. (Das ungarische Finanzministerium) hat wegen Abstellung des mit dem Viehsalze getriebenen MißbrauchS an die Komitate einen Erlaß fttrichtet, in tvelchem hervorgehoben wird, daß der Verbrauch des Kochsalzes in dem Maße abgenommen. alS der Viehsalzbedarf gestiegen und daß »venigftens zwei Drittel des Viehsalze», ungefähr 700.000 Zentner, als Kochsalz Verivendet wurden, wodurch da» Einkommen von dem «alzmonopole um 4^4 Millionen oder blos in den Ländern der ungarischen Krone um zwei Millionen Gulden sich vermindert. Um nun alle diese Mißbräuche abzustellen, geht das Ministerium mit dem Plane um. die Sal^preise herabzusetzen; früher aber ivünscht dasselbe über Fo^ndes Auskunft zu erlangen: über die Mittel, wodurch sich dem Mißbrauche, der mit dem Viehsalze geschieht, steuern ließe; über den Viehstaud und den Viehsalzbedarf in den einzelnen Komitaten; über die Art der Bestimmnng der Frachtkosten und ob für da» ganze Land gleiche Salzpreise und auch gleiche Preise sür alle Salzgattun,;?» eingeführt werden, und endlich, wie man das Land am zweckmäßigsten mit Salz verseilen könnte, ohne den Staats-einkünsten Eintrag zu thun. (Töchterschulen.) Der Verein „Mittelschule" in Wien hat einen Ausschuß gewälilt. um es zu ermöglichen, daß sür Mädchen, welche bereits der Schule entwachsen sind, entsprechende Lehrkurse abgehalten werden. Lchrgeftenstände wären: Menschenkunde mit besonderer Rücksichtnahme auf die körperliche und geistige Entwicklung des Kitldes. Länder- und Völkerkunde, deutsche Literatur und Aesthetik. Naturgeschichte. Geschichte. Physik mit leichtfaßlicher Sternkunde. Chemie des täglichen Lebens. GeschäflSrechnen und Zeichnen mit Rücksicht auf weibliche Handarbeiten. Die Vorlesungen sollen im November beginnen nnd im April enden. Der Gemeinderath hat dem Unternehmen bekanntlich die fünf Mittelschul'N mit allen Lehrmitteln unentgeltlich zur Verfügung gestellt (Klerikale Fin a n zpolitik.) Die „Morgen - Post" erzählt: In finanziellen Kreisen erregt es Bedenken, daß die Abteien. Nlöster. Stifte u. s. iv. jetzt mit außerordentlicher Hast Hypotheken anf ihre Giiler aufnehmen. Die Kapitalien, welche auf diese Weise flüssig gemacht werden, sind sehr bldeutend. Die Manipulation geschieht ziemlich gtheim. man sucht offenbar Aufseilen zu vermeiden und die Geschäfte werden meistentheils mit ausländischen Bankhäusern und Institut»» abgeschlossen. Da Niemandem bekannt ist, wozu die geistlichen Genossenschaften plötzlich bares Geld brauchen, so zeugt diese Handlungs-weise entlveder von einem geringen Vertrauen zu den bestellenden Verhältniffen oder sie beabsichtigen im voraus gewisse Maßregeln unwirksam zu machen, wie solche jetzt im Könis,reich Italien zu Gunsten des Staatssch atzes Vorgenommen werden. Mlirburger Berichte (B a uernscherz.) Der Grundbesitzer Johann Lanzl in St. Eghbi saß vor drei Wochen in einem WirthShause, und »vie unsere Land-leute manchmal ziemlich derb zu scherzen belieben, so rang auch Lauzl zu seinem Vergnügen mit einem Gaste, von dem er an die Ecke eines Kastens g,schleudert wurde, daß ihm zwei Rippen brachen. Lanzl starb in Folge dieser Verletzung am 22. August. (Falsche Banknote.) Am DienStag übergab ein Gastwirth aus Völkermarkt bei dem hiesigen Postamte den Betraa von 3ö0 fl. zur Weiterbeförderung. Eine Banknote (Fünfer. Serie B u. Rummer Sb7.94S) wurde als unecht beanständet nnd dem Gerichte übermittelt; dieselbe ist mit einer Feder mangelhaft gezeichnet nnd läßt sich die Fälschung, zumal an dem mißlungenen Adler, set,r leicht erkennen. (Bei dem hiesigen ll n t e r s u ch u n gs g e r i ch t e) ist die Anzeige grMlicht ivorden. l>aß Mathias Goriup, Knecht des Grundbesitzers Feanj^Godetz in Rottenberg, am 2. ANtzust mit zivei leeren Wage« und t>ier Ochsen in der Nähe der Haltst,lle St. Lorenzen ziveihundert Klafter weit auf der Eisenbahn zivischen den Schienen gefahren. Diese Kühnheit — „Ich »verde Sie bitten müssen, gnädige Frau," »vandte der Richter sich wieder zur Wit ve. „im Rebenzimmer zu verweilen nnd. so schmerzlich es auch für Sie sein mag. uns vorläufig nicht zu verlassen, damit ich. im Falle es erforderlich tverden sollte, mir noch einige anderweitige Aus-kunft von Ihnen erbitten kant»." Sie hatte sich schon »vährend des Gesprächs mit dem Arzte erhoben. Sie tvarf einen Blick trostlosen Schmerzes auf die Leiche, machte eine Bewegung, als »sollte sie die an der Seite herabhängende Hand fassen — trat aber sogleich »vieder zurück und verließ mit verhülltem Antlitz das Zimmer. Der llntersuchungsrichter vernahm die Aufwärterin ; sie »vußte nichts Mehreres zu bekunden, als »vas sie bereits vor dem Kommissarius auS-gesagt hatte. Seit fünf Jahren besorgte sie die Aufwartung des Verstorbenen. niemals »var er krank gewesen. Er hatte bald nach seinem Einzüge in die Wohnung einen Klingelzug von seinem Schlafzimmer »ach der Wohnstube der Auslvärterin anbringen lassen. Dieser Drahtzug ging längs der Hinterwand des Hauses über den Hof zu dem Nachbar-grundstücke. in »velchem die grau »»ohnte. Der Verstorbene hatte diesen Klingelzug niemals anders als am Tage benutzt, um seine Bedienung zu irgend einer Dienstleistung herbeizurufen, »velche gewöhnlich nur in dem Besorgen srischen Waffers beftanp. Die Zuverlässigkeit der Frau unterlag nicht dem mindesten Bedenken; si' machte den Eindruck einer durchaus rechtschaffenen Person, »velcher der plötzliche Tod ihres Herrn, ivie sie ihn nannte, zu aufrichtiger Betrübnis gereichte. Ihr Mann war der Rachtivüchter des Reviers; auch dikser »vnrde vernommen und vermochte nichts Verdächtiges zu bekunden. Er hatte das Haus »vie gewöhnlich um zehn Uhr geschlossen und den Verschluß während der ganzen Nacht in Ordnung gefunden. Um zehn Uhr erinnerte er sich, iu dem Schlafzimmer de» Kriegsraths noch Licht gesehen zu ha-den; später jedoch nicht mehr. Die Hansbetvohner vermochten nichts zu beknnden. »vas einen Anhalt zn Verdachtsgründen gab. Das Dienst-mädch-n der kranken Dame im ersten Stock tiatte den Kriejzsrath Abends nach neun Uhr die Treppe heraufkomme» sehen; es war ihr keine Ver-ü»deru»g a» ihm aufgefallen, nur habe es ihr gefchienea. als ginge er langsamer wie sonst. Die Dame, eine Person von großer nervöser Reiz-barkiit. w.lche in dem nater dem Hinterzimmer des Kriegsraths l,ege»de» Zimmer schlief, wollte i» der Frühe des Morgens, etiva zwischen drei und vier Uhr. ei» Geräusch ia der Wohnnog »der ihr gehört habe», etwa wie das gerä»schvolle Oeff»e» oder Zuschlage» einer Thür oder eines Fe»sters. Das war Alles. Der Untersuchungsrichter befragte die Aufivärterin. ob sie irgend etivas von den Sachen deS Verstorbenen vermisse. Sie verneinte die Frage. Ob sie aus irgend einer Spur zu erkennen Vermöge, daß während der Nacht eine fremde Person im Zimmer gewesen sei? — Sie ließ ihre Augen mit dem Blicke einer auf ihre Sauberkeit stolzen Dienerin überall im Zimmer umhergleiten. — es ivar Alles blank und rein; die Slheiben blitzten spiegelhell, die Messinggriffe an Fenster und Thür funkelten in ladelloser Reinheit — aber, wie kommt dieser nnsaubere Fleck auf die eine der sonst so weißcn Ofenkacheln? Sie betrachte ihn stutzend. — das sei sie vom Herrn sonst nicht gewöhnt, bemerkte sie. der Fleck sehe aus. als rühre er von einer rußigen Hand her, und niemals habe sie anch nur den kleinsten Schmutzfleck an den Händen ihres Herrn bemerkt. Auch l»»ir betraehten den Fleck aufmerksamer. Es »var aber für uns nichts besonder» Auffallendes darin zu finden. Die Messingthür lSes Ofens stand auf. eben so ivar die Klappe geöffnet, im Ofen selbst waren weder Kohlen noch Asche. Die Frau wurde befragt, ol» die Ofenthür gelvöhntich offen stehe. Sie antivortete. daß sie dieS mitunter bemerkt habe, ivenn der KriegSrath zur Abküblung der heißen Temperatur Luft-zug h be machen »vollen. Aber, fügte sie hinzu, niemals ist es mir vorgekommen. daß er die Ofenkacheln schmutzig gemacht hätte, das lag gar nicht in ihtn. Ebenso bejahte sie die Frage, ob dee Verstorbene mitunter bei offenen Fenstern geschlafen habe, doch bemerkte sie auch jetzt Spurrn vou llnsaut)erkeit an dem Mesfiugknopf des einen Fensterwirbels und aus der einen Scheibe daneben. „Werden wir die Obduktion auf die bloße äußere Besichtigung beschränken. oder wird die Sektion erforderlich sein?" sragte >)er Phyfikns den llntersuchungsrichter. Dieser schien unschlüssig. „Ich muß bekennen," erwiderte er. „daß ich von meinem Standpunkte die Sektion nicht sür nothivendig erachten kann, da kein noch so entfernter Grad von Wahrschrinlichkeit dafür spricht, daß dieser Fall ein weiteres strafrechtliches Verfahren zur Folge hab'N lvird. Sind Sie anderer Meinung?" „Es ist schwierig für mich, darauf zu antivorten. Um mich des banalen technischen Ausdrucks zu bedienen. „fet»len Spuren äußerer Gewalt", indessen ist damit noch kein Beweis d.ifür geivonnen. daß der Tod nicht dennoch ein unnktürlicher, beispielsidlise durch Vergiftung herbeigeführter gewesen ist. (Fortsetznng folgt) oder war es vielleicht Dummheit? — hatte dem Knecht und seinem Doppelgespann nicht minder. asS dem Zuge verderblich werden können nud wäre ein Unglürk um so schwerer zu vcrhiUen s^ewesen. als bei de» Bl,hnkrümmung auf dieser Strecke die Fernsicht de« MaschinensührerS schr beschränft ist. (Zur Bert Heilung der Schul preise in St. Magdalena.) Der Bericht, den wir im letzten Blatte über diesen Fall gebracht, berulite auf einem Jrrthumc ; der walue Sachverhalt isi Folgender: Vom Landtags-Abgeoroni^tkn Herrn Dr. Raslag wurde 1863 eine Sammlung slovenischer. kroatistliillysischer nnd serbischer Liedel herausgegeben. Herr RaSlag sandte vor Kurzem eine größere Anzahl dieser Bücher an Herr« Dr. Prelog. um diiselbrn unentgeltlich verth(ilcn zu lassen. Auf eine öffentliche Betanutmcichung deS Herrn Dr. Prelog erschien auch der Lehrer von St. Magdalena und erhielt acht Bücher, die am PrilfungStage unter die Schüler vertiieilt werden sollten, von den Schulaufsehern aber zurückbehalten wurden auS dem Grunde, weil die Knaben den serbischen Druck nicht zu lescn verstünden. Den serbischen Liedern war die cyrillisch-latrinische Buchstabenfolge vorgedruckt. — Wir brachten die fragliche Nachricht im lepte» Blatte, wie unS mehrere, glaubwürdige Personen dieselbe mitgetheilt; wir zweifelten um so weniger an der Wahrheit, als ja die Meldung der „TageSpost". daß ein hier wohnender Landtags Abgeordneter rnslische Sprachlelircn bestellt, nicd! widerrufen. wol)l aber wiederholt von glaubwürdiger Seite unS mit Bestimmtheit versichert worden. Herr Dr. Prclog sei der Besteller. Letzte Post. Hesterretch ist der Münzeintguna beigetrete«, welche Kran?« reich, Belgien, die Schweiz und Italien umfaßt. Der Kaiser und die Kaiserin von Oesterreich sollen zwischen de« S. und lS. L>ktober in Paris eintreffen. Wegen der nordschleswig'schen Frage werden in Berlin von Bevollmächtigten Preußen» nnd Dänemarks vertrauliche Besprechungen eri»ff«et. Iu den diplomatischen Kreisen Frankreich» glaubt man, die Oalzdnrger Zusammenkunft habe zur NerstSndigung Frankreichs und Oesterreich» Über die türkische Frage geführt. Teles^raphischer Wiener Courö vom 29. August. ü«/. MetaKiqnes ..... 57.80 I «reditaktien........^80.90 Rational Anlehen . . 57.80 .......66.70 1360er Staats-Anlehen . . . 89.40 Vantattien....... 683.-- London.........125'.— Silber........ K. K. Münz-Dttkaten . . . 122.— 5.94 SamStag den 31. d. M. Gtstllschasts-Abend mit Tombsla in Herrn Kartitl's Saale. 449) I. hl AopriVa Sonntag den I. und Montag den 2. September findet tm Gasthausgarten „zum Brandhof" nächst dem k. k. Kadkten'Institute ein großes Botksfest statt Besonder^u bemerken ist daS »eftKegel schieben, wobei gewonnen werden: I. Best: Z gebratene Gänse. II. Best: 3 ge-bratene Enten. III. Best: 3 gebratene Hendeln; serner «Verden mehrere Schöpsen im Ganzen am Spieß aebraten nnd dem P. T. Publikum als DelieS geboten. Abends groHeS Feuerwerk. Anfang Ulir. Entrve 1ü kr. Kinder frei. DaS Nähere enthält der Anschlagzettel. _(152 Kundmachllng. (450 Wegen Sichelftellnng der zu liefernden Biktualien und Ge tränke, ferner Reinigung der Wäsche. Rafiren und Haarschneiden der Kranken, dann Verzinnen der kupfernen Kochgeschirre oder aber Verpach-lung der ganzen Spitals kost an einen volles vertrauen verdienenden Bewerber wird für das Solarjahr 1868, d. i. vom 1. Jänner bis Ende Dezember 1868 die dieöfälltge Lizitation für das k. k. Militär Truppen« Spital in der Spitalskanzlei in der Grazer Borstadt am 25. September 1867 um S Uhr Bormittags abgehalten. Die näheren Lizitations-Bedingnisse werden täglich in der Spitalö» Kanzlei ertheilt. Offerte sind längstens bis 24. September l. 3. einzusenden. Marburg am 28. August 18L7. Vom k. k. Militär-Truppen Spitols Commando. ?»tU»Vmlvsrt unter Leitung von v. Ufllinan, Direktor der Oper in New Nork. ?Mi-(Z0iivsrt i« Mrburx am 4. September Abends halb 8 Uhr im Oaslna-G«»!«. l?»rl«tt» pstti, Jules Lesort. Willmers, L. Auer u. D. Popper werden an einem und demselben Abend austreten. Jede Nummer des reichhaltige« Programms wird demnach von einem Künstler ersten Ranges vertreten, und wird auf diese Art ein Ensemble erzielt, tvie eS bisher dem europäischen Publikum uoch nicht vorgeführt worden ist. 1. Große Sonate ^Piano und Bioline. Kreutzer gewidmet) von Beethoven. U. Willmer» und L. Auer. 2. Schluß-Arie au» „Die Nachtwandlerin" von vellini. Earlotta Patti. ?. Coneert für Cello von Goltermann. D. Popper. 4. l<« Vallon von Gounod. Zule» Lefort. 5. Polonaise für die Bioline von Bieux. ttmps. L. Auer. 6. ^r Carneval von Benedig von Paganini. Für die Biotine componirt. gesungen von Carlotta ?!>atti. 7. ») „Gondelfahrt". Varcarole. b) ,Lliea. Vogel flieg" von WillmerS. N. Willmer». 8. Da» Lachlied von «über. Carlotta Patti. 9. Capriee fiir die Bioline von Paganini. V. Auer» 10. Französische» Lied von Nndaud. Aule» Lefort. Concert Flügel aus der Böfendorser'schen Fabrik. Preise der Plätze: Nnmerirte Si^e ^ 3 fl. und ü 2 st. Gallerieflße ü fl. 1.50. Entr^e Ä 1 fl. Billeteuvertauf in der Buch« und Musikalienhandlung von F. Lehrer in der Herrengafse. (429 ZZ7. (448 Milluendo-Lizitation. Der BezirksvertretungS Ausschuß St. Leonhard hat in der Sitzung vom 16. August d. I. die Herstellung nachstehender Kanäle. Durchlässe und Sicherheitsgeländer an der hierortigen Bezirksstraße zu bewilligen befunden, als: I. In der Gemeinde Oßeg 1. des Kanals nächst dem Mulep im adjustirten Kosten Voranschlage pr......144 fl. 75 kr. 2 dcS Kanals nächst dem Motichnik Nro.I. im adjustirten Kostenvoranschlage pr.....126 fl. 79 kr. 3. des Kanals nächst dem Mots^iinik Nro.II im adju- stirteu Ksstenvorauschlage pr. . » . . 125 fl. 92 kr. 4. des Kanals nächst dem Dvorschag im »djustirten Kostenvoranschlage pr. . - 115 fl. 62 kr. 5. des Kanals nächst dem Kotzbeck im adjustirten Ko-sttnvoranschlac^e pr.......113 fl. 40 kr. II. In der Gemeinde Zogendorf des Durchlasses nächst dtM Worko im adjustirten Kostenüberschlage pr...... 248 fl. 54 kr. III. In den Gemeinden Jablanach und Oberwurz 1. des Sicherheitsgeländers am Bresnigteiche zu Jab- lanach im Kostenüberschll'ge pr. . . 177 fl. 77 kr. 2. des Sichetl)citsgelü»0erS bei der Hutweide des Michtiel Schavt'der in Oberwurz im Kostenvoran- schlage pr....... . 36 fl. 25 kr. 3. das SicherheitSarlättder neben Franz Neiglitsch-in Oberwurz im Kostenvoranschlage pr. . . ._71 fl. 11 kn Somit im Gesammtbetrage pr.....1154 fl7^15 kr. Zur Hintangabe diese? HersteUnngen wird eine M inuendo-Lizi-tation für den 29. September d. I. Bormittags 10 Uhr in der Kanzlei der Bezirksvertretung (RathtNiSgebäude) zu Sl. Leonhard vorgenommen werden, wozu Bauunteruelimer mit dem Beisatze eingeladen werden, daß die Btiuoperate und Lizitationsbedingungen in den gewöhnlichen Amts-stunden in der Kanzlei l)es Obmannes Dr. Langer zu St. Leonhard eingesehen lverden können. Bezirks Auoschup St. Leonhard, am 21. August 1867. Der Obmann: Dr. Lauger. Ein Lehrjunge 451 wird in eine Mauufaktur Walnenhandlung aufgenommen ; selber muß der slovenischen Sprache kundig jein. Nähere Auskunft im Comp'oir diesee Blattes. Eine Bückerei i« Spielfeld ist vom 1. Oktober 1867 an zu verpackten; selbe ist gegen »ürtig i« besten Betriebe. Nähere Auskunft beim Eigenthümer Alois Schallhammer iu Ehrevhausen. (441 In haben in: Ar Leyrerö Buchhandlung in Marburg Wieder neu gedruckt und wieder rorräthi^, ist die vergriffene Auflage de» wohl-feil in Lieseruttgeu erscheinenden Werkes : 2? kr. jede» Heft. »7 kr. jede» Heft. Im glünzeudeu Geuunde eiuer fesselndeu Erzähluug schildert Trnft Vilawall pa» l»errlichste Weib, wie e» gelebt und geliebt, wie e» gelitten im Kerker, wie ihr schöne» Hnupt, getrennt vom Rumpfe durch das Echwert de» Henker». l»erniederrollt von» Blutgerüst. — 8 Prämien empfängt jeder Abvuiient de» Werte» „Äaria Stuart" nämlich: l) Maria Stuart bei der !Xachtto,iette überrascht. L) Moria Stuart» glänze»de Uennählung»feier. 3) Maria Stuart» letzte Augenblicke. Die» iuterefsaute und spauueude Werk ist in alle» Buchhandlungen zu haben insbesondere iu (ö9Z Kriedricb LeyrerS Bnedhandluug in Marburg. Ein Eckgewvlbe in der Herreugafse ist zu vermielhen. — Nähere Auskunft bei Herrn Anton Lehrer. (335 Eisenbahn-Fahrordnung für Marburg. Nach Wien: «ach Trieft: Abführt: « Uhc 25 Min Früh. Abfahrt: llhr 14 Min. Früh. 7 llhr S Min Abend». 8 Uhr 48 Min. Abend», «ach »illach: Abfahrt: 9 Uhr Früh. Die gemischten Aiige verkehren täglich i« der Richtung «ach Wien: Trieft.- Abfahrt: 12 llbr 34 Mm. Mittag». Abfahrt: 1 Uhr S2 Mm. Mittag». ?era«t»»rtiicher Redakteur: Franz W,e»tbaler. Z. «. Et. «. Druck ui,d «erlag von «duard Ia»schitz i» MarbNig.