LllitmchelWMtlMg. Nr. 243 Präi>ut«'lH!loil«Pl«i»: ^lm Eomptol« «»nzj. ft. 11, b^l»,. «. ü.»u. Für die^ufteUuilg ins Haue halbi.sj'.ll. 'Oitte.rPü!'. ,,H l>j. l^. l>, hnlbj. ft. 7.5,'. Samstag, 23. October !im.wll. i:.s. ^. iii?«tio,li!ft>,->.np.>i il't'.'gui.Äol,. l««u. Anltlichcr Theil. 3e. k, nnd k, Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 2l>. September d. I. die außeroidentlichen Professoren nnd Primarärzte Dr. Ferdinand He bra und Dr. Karl v. Sigmnnd zu ordentlichen Professoren, und zwar ersteren an der neu-systcmisirtcn Klinik für Hautkrankheiten, lederen an der nensystemisirten Klinik für Syphilis allcrgnüdigst zu ernennen und zugleich anzuordnen geruht, daß dieselben lmt dcr Leitnng der betreffenden Spitalsabthcilung dc-lrnnt bleiben sollen. Hasner m. ?- Se. l. und t. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 8. October d. I. den außerordentlichen Professor dcr Botanik an dcr Univcrsi-tät in Graz Dr. Hubert Lcitgcb z„„, ordentlichen Professor dieses Faches an der genannten Hochschule alkrgnüdigst zu ernennen geruht. Hasner m. p. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 9. October d. I. die Berufung des außerordentlichen Professors an dcr Universität zu Heidelberg Dr, Karl Heine zum ordentli chen Professor dcr erledigten Lehrkanzel für Chirurgie uud chirurgische Klinik an der Innsbrucker medicinischen Fa< cultät allergnädigst zu genehmigen geruht. Hasner m. p- Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom N. October d. I. am Metropolitancapitel nt. IlU. zu Lemberg den Domscho« laster Karl Mosing zum Domcustos und den Dom-capitular Franz ^avcr Puözct Ritter v. Pag et zum Domscholaster allcrgnädigst zu ernennen geruht. Hafner m. p. Se. t. und t. Apostolische Majestät haben mi Allerhöchster Entschließung vom 18. October d. I. den !> k. Bauinsvcctor Wilhelm Hoch zum Schloßhauptmann '" Prag allergnädigst zu ernennen geruht. Dcr Minister des Innern hat den außerordentlichen "fscnllichen Professor Dr. Hermann Zcißl zum Primarärzte an der zweiten Abtheilung für Syphilis im ^«Meinen Krankenhause in Wien ernannt. drn^Nl 21. October !8U9 wurde in der l. k. Hof- uud Staats- l!l,,,s ^ei has I.XVIl. Stück des Rlichsgcsctzblatleö ausgrgebeu nub "iei'det. 9ls s^bc enthält ulttc>- ^^ die Kundmachung des Iustizminisieriuuiö vom ll. Oc-l°bcr 1«^!» betreffend die Bestimmung dcs t, t. Obersthof-lUlllschallanitcö als Persoualiustan; fiir Se. königliche Hoheit Ar 1^" Printen Alexander von Württemberg; ' l.)8 den Lrlaß deS Finanzministeriums vom lli. October 186«) bctrefieud die Regelung deö directen Sleucroienft«'^ "sln Iustnn,; in den in, Ncich^nnhe ucrlrclencn Königreiche!! ^ir !>"^ Duldern-, ' ln>1 die Verorduung dc« HaudelöministcriumS uom l?, Oc--tobcr 18<;<,, womit die Beslimmungru ubcr die Gebühren-Wcht nnd de^chungizweise Tar,rsiheit dcr ans dcu iuläii' d'schcil Etaatölclegraphcnlimeu zurVefördeniug grlaugeudcu ^klrgraminr seslqesetzl werden. (Wr. Ztg. Nr, '.'43 vom iii. Ociober.) »U«n ^^^^ '""'b in deutschem und zugleich sloveuischrm Iez,1e ^. «lgevcu und versendet: l'etz- und Vcrordnungs-Blatt für daö Hcr-^klthum K^ain. XX^. Stück. Jahrgang 1869. Inhalt«-Uebersicht: ^^ u des t. k. Laudeöpriisidentcu fllr Kraiu vom !'. October 1«0i». »um Nr. 7^«(», "'Nie ^^"ulbart wird, daß die Laudwehrmäuuer. welche die 'Uleisclassc noch nicht überschritten habe», zur Verehrliäniug einer besondern Bewilligung bedürscu, ^ "'°ach. dcu iN. October 1^!», ^^^^^Nednctiousbureau dcü Gesetzblattes für Kraiu. 3iichta,utllcher TM U, Das Manifest der Linken hont "^ ^Matif ist unterzeichnet vyn Banccl, Bclh. ^Ics'c; ssccaux, Dorian, Csquiros. Jules Favrc, ^ontv,"^' ^"mbelta, OlM), Garnicr-Pagos, Guyol^ ^diiwl l' ^ ^olwcncel, ^arricu, Lc (Icsnc. Mognin, >d ^,^- PcUetan, E. Picard, I Sinwn. Ta» ^'Sna!'„ " ^"" "^"' Abgeordneten von Paris, mit don j, ^ des Hcrrn Thiere, dcr in diesem AuaeMick ^ocutn. 7"'^sl"bt abwesend ist. Dcr Wortlaut des Mknts ,st folgender: „An nnserc Mithnr^cl! Mun fragt nnö, ob wir uns ain ^!(). Octobct- in dic Kammer verfügen wcldc,'. Wir »uerden eö nicht thnn, und zwar au',d zu geben, daß sic sich i» ciücr Emcute wicdcr stärkte. Wcnn dic Regierung die coi stitulivlicllcn Nc^cln, welche sie sich selbst voigczeichnct hat, mit Füßen ttill, so hat die Dcun'tralic für den Augenblick nur eines zu thun: davon Act zu uchmcu. Diese Verfassung, welche die Regierung in ihrer Lmmc mit cigcncn Händen vcrliich tet, wir haben sie nur über uns ergehen lassen und es ist nicht unsere Sache, sie zu vertheidigen und damit wieder herzustellen. Unter solche» Umständen haben wir beschlossen: die wirkliche Eröffnung der nächsten Session abzuwarten. Dcum werde» wir von der Regienmg Rechenschaft für die ncne, der Ration zugefügte Beleidigung verlangen. Dann weiden wir gerade an dcr Erfahrung der letzten drei Monate beweisen, daß die persönliche Negicrimg, wenn sie sich anch das A»schcn gab, vor dcr öffc!!tl>chen Mißbilligung das Feld zu rammn, nicht aufgehört hat, uls Herr zu handeln und zu sprechen. Dann werden wir cudlich auf dem Äodcn dcs allgemeinen StimmrechtS uud der Voltssouucränc-tät, dem einzigen, welcher fortan noch besteht, das Wert dcr demokratischen mid radicalci! Rückfordciuug, dessen Fahne daö Volks m unsere Hände gelegt hat, foitfiihren." Aus Dlllmatien. Aus Zara liegen Nachrichten vom 13. d. M. uoi. Ucbcr den crftcn Zusammenstoß der Truppen mit den Insnrgenlcn schreibt daö Älutt „Il Dalmata": „Einige Episodcu dcs traurigen Ereignisses verdienen berichtet zu weiden. Ein Patron!Ucführ>r, der zu wiederholten Malm mit glücklichem Elfolgc gescmrt halte, tam l?an» >nö Handgemenge mit ci»cm Gegnci, der sich dcs Hand-schais bedicntc; cr rang mit ihm, bis Acidc zu Vodcn sielen, worauf dcr Patrouillcsnhicr, dcr uuvclletzl blieb, dem Kampfe mit dem Bajunuct ein Ende machte. Dcr commandirende ^icutellant crhiclt zwei Schüsse am linken Arm und als sci»c ^enle tämpfcnd nach dein uoch eine Vicltclslunde von iltisano entlegenen Smoüiza gelangten, wo das Gefecht ein Ende nahm, war cr vom Glulucr-lllst und durch den Schmerz so «eschwächl, daß cr die Soldaten anwies, rascher vorwärts zn marschiren; cr selbst wolle langsam »achlommcu. Später wurde ei von Hiesscrslichen dulchdohlt und s^incr illcidei-, seincr Uhr und cincs Ocldbcttagcs vou 435> fl., die cr zur Ausbezahlung dcr Löhnung dcr Garnison von Dragalj mit sich führlc, berandl, aufgefunden. Ueber die Zustände im Furl Olagalj fchlcn uähcic ^iachlichlcn. Ewc Weg nahmc des Platzes seitens der Insurgenten scheint jedoch nicht lliclü möglich, weil sie keinc Allillclie habcn; anch ist die Aesal^ling mil Munition hinlänglich nnd mil Vebcnsmillcln sitt einige Tagc vclschcu, u«d ehe diese ablaufen, dürflc ihnen ciu Entsatz z»tommc>l. Tcl mnthigc Bczirtshaupllnanl! Franz hat Rlsano nicht ver^ lasseli, obwohl sämmllichc Truppe» von dort abgezogen sind." So wcil dcr „Dalmala." Im „Avvisalmc Dal^ mato" findet sich die lhcilweisc bereits telegraphisch gc blnchtc Notiz, dcr zufolge zwei Osficierc und l2 M>nu> vom Infanterie Rcgimentc Erzherzog Albrecht, dic am 7, d. M. von Risanu nach dem Fort Dragalj malschirtc», uou mchrercu hundert beiuaffnclen Vanern alUlcgriff^i! wulden. U»ter steter Vertheidigung zogc» sic sich auf Risano zurück, wobei dcr ^ieulcnaut ^adislauö Rinct zwei mal verwuudct, gefangen uud da»u ermordet wurde. Außerdem wurden noch l l Mann verwundet und zwei wcrdeu vermißt. ___ Dic „Tilncs^ für Napoleon. Die von den Gcgncin dcr Regierung des Kaisers der Franzosen nlifgestelltc Behauptung, daß unter diesem Regiment wohl die materiellen Interessen Frankreichs gefördert, die geistigen dagegen beeinträchtigt worden seien, wird von der „Times" bekämpft. Frankreich hat nach Meinung des leitenden Blattes mächtige Fort schritte unler den Anspielen dcs Kaisers gemacht, was aber auch, und zwar um so mehr als natürliche Folge eines langjährigen Friedens angesehen werden müsse, als anch ans gleicher Ursache in anderen Ländern Europa's ein ähnlicher malericllcr Aufschwung platzgcgriffcn habe. Der itaiscr habc eben die Zeichen der Zeit richtig aufgefaßt und sci dcr herrschenden Strömnng nuchgckom-men. Was nun die geistige Entwicklung betreffe, so könne allerdings nicht gclcngnct werden, daß die heutige frauzösische Vilcratur nicht mchr sci, was sie zur Zeit Vamartinc's und Chateaubriands. Balzacs und Victor Hugo's gewesen, aber dafür sci doch wohl weder dcr Kaiser, noch seine PreßgeseMbung verantwortlich. Der Mensch lcbc nicht allein vou dcr Politik und es sci gc lüdczu abgeschmackt, zu behaupten, daß in einem Lande, wo Rcnans Wcrlc an jeder Eisenbahnstation zn haben sind, die kühnsten und fnrchtloscstcn Untersuchungen einem Hindernisse unterworfen seien. Ohne der Frei hcit ihre belebende Kraft absprechen zu wollen, sehe man doch in gar vielen Fällen dic stärksten Beweise dafür, daß fic vollständig außer Stande sei, die Wunder zn wirken, wclchc ihr gewöhnlich zugeschrieben werden Das Beispiel Italiens, Spaniens u»d selbst Englands müsse man in dieser Richtung vor Augen haben. Köunlc man etwa behaupten, daß gegenwärtig in dcr englischen Lite^ ratur kein Verfall gegen die Tage Scotts nnd Byrons, ja selbst gegen die frühere Pcriodc von Dickens und Thakcray bemerkbar sei? Dcr Genius bewege sich im Kreise, goldene Zeitalter seien immer nur von kurzer Dauer und an sic schloßen sich die silbernen, eisernen, bronzenen und selbst bleiernen Perioden. „Eine derartige vorübergehende Epoche geistiger Größe habcn nicht nur Frankreich und England, sondern auch die übrigen Länder Europa's nach den großen Kriegen Napoleons I. ge^ sehcu. Dcr Verfall ist zum Thcil eine nothwendige Folge der hohen Entwicklung. Große Schriftsteller ver größcrn das Lcscftublicum und - - verwöhnen cS. Der Leser will dic angenehmen Gemüthsbewegungen immer wicdcr genießen und die Schaar dcr Nachahmer wciß sich »nr durch Uebertreibung zu helfen. wodurch dcr Keim des Verfalles, dcr schon in dcs Meisters Werken lag, wächst und wächst." Aus den Landtagen. Graz. ^0. October. D^s Gesetz betreffend die Ablösung dcr Naturalgicbigkciten an Kirchen, Pfarren wird angenommen. Der Bericht des Sonderausschusses wcgcn Errichtung cincr Landcswcinbanschulc bei Marburg wird au den Ausschuß zurückgewiesen, Fcrucr wird beschlossen, inocm dcr Landtag scinc Ucbcrzcugnng auS-spricht, daß das (5oucordat mit den unveräußerlichen Souvcrainctätsrcchtcn dcs Staates unvereinbar und dessen Rückwirkung anf das Land vou den nachtheiligsten Folgen ist. a» die Regierung das Ersuchen zu stellen, chemöglichst ciucu Gesetzentwurf dem Rcichsrathc vorzulegen, durch welchen das Eoucordut. iusoferuc dcfscu Bestimmungen »icht bereits durch die Staatsgrundgcsctze »iid andere Gesetze aufgehoben sind, «ulfgchobcu uud die darin berührte» Gegenstände, so »veil sic zur staallichcu Gesetzgebung gehöre», vcrfassuugsmäßig geregelt werde», K l a g c » f u r t. 20. October. Das vou dem volts-wirlhschafllichc» Ausschnssc vmgclcglc Vichzuchtgcsctz wird abgelehnt. ' Der Landtag beschließt, dcr Landcsausschuß werde bccmfttagl, dic Regierung mn Abänderung dcr In-struttimic» zum Wchrgcsctzc dahin zu ersuchen^ daß die Stcllumisbczitt'c auf dcn Sprengel dcr bestehenden k. k. Stcucramtsbczirkc beschränkt werden. Bregenz. ^0. October. Heute wurde die Generaldebatte über das Vollsschulgcsctz bcgonnc». Dcr Rc-gicrungsverttetcr erklärte, dic Regierung wcrdc allfälligen AbändcrnngMschlüsseu des Landtages, sofern sie sich innerhalb dcs Rahmens dcr Bestimmungen dcs Schulgesetzes haltc» uno dem Schulwesen nicht abträglich sind, gcwiß nicht cnlgcgclttrctc». Dcr Bischof beantragt die Berathung dcs Gcfctzcs auf die nächste Laudtagsscssion zu vertage», weil gegenwärtig dcr Landtag dcn Kostenaufwand für dic ucuc Schulciurichtuug nicht tcnnc. Häm-mcrlc beantragt die Zurückweisung des Gesetzentwurfes an das EomiN; zur nochmaligen Berathung. Gsteu spricht gegen dcn VcrfassungSautrag. Weiter sprechen Feuerstein, Karl Ganahl, Iuszl gegen die Vertagung und gegcn dic Zurückweisung an daS Comit^. Morgen Fortsetzung dcr Generaldebatte. Görz, 20. October. Das Volksschulgesetz winde mit wenigen Acnderunacn nach dcr Vorlage in dritter Lcsnng mit großer Stimmcnmclirhcit cmgeuommcn. Nach Erledigung einiger Petitionen wurde der Vorschlag des 1790 LandeSauSschusseS betreffend die definitive Oraanisirung und den Umbau des Taubstummeuinstitutcs angenommen. Salzburg, A). October. Sämmtliche Antrüge des Verfassungöausschusscs bezüglich der Wahlreform werden angenommen. Der Landtag genehmigte das Uebereintommen mit dem Finanzministerium, wonach derselbe gegen den Betrag von 358,000 ft. anf die jährliche Subvention dcs Bandes von 15>.000 fl. verzichtet. Endlich wird bekannt gemacht, daß der Landtag am 30. October geschlossen werden mnß. Innsbruck, 20. October. Abg. Greutcr und Genossen bringen eine Interpellation des Inhalts ein, wie die Regierung ihr Verhalten gegenüber den rücksichtlich der Aufiösung der katholischen Vereine zu Schlan-dcrs und Silz aufgeführten Thatsachen zu rechtfertigen gedenke und wie dasselbe mit den bestehenden Gesetzen zu vereinbaren sei. Der Antrag des Prof. Grcutcr auf Abäuderung dcr iH 12 und 14 der Landtagswahlord-nung, wonach alle vom Wahlrechte überhaupt nicht ausgeschlossenen Gemcindcglicder ohne Rücksicht ans ihre Stcncrenlrichtnng zur Wahl von LandtagSabgeordncten berechtigt sind, wird nach einer langen und hitzigen Debatte nnd trotzdem der Statthalter dic Sanction dic-seS Gesetzes, als gegen das Princip dcr Intercssenver-lsltung verstoßend, nicht in Aussicht stellte, bei namentlicher Abstimmung mit 34 gegen !9 Stimmen angenommen. Ferner werden dcr vom Professor Grcuter eingebrachte Antrag betreffend das Wahlrecht der Frauen und ebenso der Antrag deS Abg. Dr. BlaaS, für die Wahlen der Wahlmänncr sowohl alS dcr LandtagSab-geordneten die geheime Abstimmung einzuführen. nnd schließlich dcr Antrag des Dr. Leonardi auf Einführung der geheimen Abstimmung bei dm Gcmcindewahlen angenommen. Prag, 20. October. Baron Riese und Genossen interpelliren den Statthalter wegen Beseitigung -der Schiffahrtshindernissc auf der Elbe die sachsische Grenze aufwärts. Der Statthalter sagt eine dcmnächstige Ge» antwortung zu. Hierauf wird die Berathung des Was-serrechtSgcsetzes beendigt, das in dritter Lcsnng angenommen wird. Die Gesetzvorlage betreffend Attivirnng des lnndwirthschastlichcn Unterrichtes wird einer Commission zugewiesen. Die gerichtliche Verfolgung dcr Declarantcn Potucet und Gregr wird vom Landlage nicht bewilligt, weil die Declaration als rechts- nnd gesetzwidrig keine bindende Kraft habe und die Verbreche,:, wegen deren ste verfolgt werden, leinen iusamirendcn Charakter tragen. Hierauf fand die Generaldebatte über daS Gesetz bezüglich Errichtung und Erhaltung der Volksschulen statt. Gegen daS Gcsctz sprachen Mcpsch und Waldcrt; ersterer will die Aufhebung des Schulgeldes, letzterer die Autonomie dcr Gemeinden gegenüber den Schnlbczirkcn. Es werde hiedurch das Recht vieler Städte beschädigt. Kittl und dcr Berichterstatter Knoll sprechen unter gro^ ßem Vcifalle dcS Hauses für das Gesetz. Waldcrt wird bei der morgigcu Specialdebattc einen Gegenantrag zu Abschnitt 3 einbringen. Grünn, 20. October. Das Statut der Landes-lrantenanstalt in Brunn wirb nach längerer Dlbatte in zweiter und dritter Lcsuug angenommen. Lemberg, 20. October. Kowalski intcrpellirt die Regierung wegen Einführung ruthcnischcr Parallel-classen am Przcmysler Gymnasium. Die Berathung deS Statuts für Lembcrg wurde beendet. Das Spccial-geseh wegen unmittelbaren Verkehrs des Laudcsschulraths mit dem Landtage wurde augenommcn. Czernowitz, 20. October. Der Antrag auf Vertagung dcr Berathung über das Gcsctz wegen Errichtung, Erhaltung uud Besuchs der Volksschulen wird nach langer Debatte mit dcr vom Ausschuß beantragten Modification angenommen, daß die Regelung dcr rechtlichen Stellung dcr gricchifch - orientalischen Kirche uud der Vcitragslcistung deS griechisch - orientalischen Fondö für Schulzweck« vorher stattzufinden habe. Nächste Sizzling Freitag. Oesterreich. Pest, 30. October. (DaS Ecntralco mite des Unterhauses) für den Gesetzentwurf über Ab< schaffung der Prügelstrafe hat in der heutigen Sitznng den ministeriellen Entwurf angenommen. Der Bericht deS Centralcomit^ wird morgen in öffentlicher Sitzung vorgetragen werden. Nach der Sitzung wird morgen das Centralcomit^ für den Gesetzentwurf über die Re^ Ugionsfreihcit zusammentreten. Nächste Woche werden fortwährend öffentliche Sitzungen slattfiuden, in welchen die vier Gesetzentwürfe über Abschaffung der Prügel strafe, über Peusionirung und Uebersctznng der Richter, über die Verantwortlichkeit dcr Nichter und über die Religonsfreiheit verhandelt werden. Letzterer dürfte eine erregte Debatte hervorrufen. Krmnischer Landtag. 1 9. Sitzung uom 21.October. Vorsitzender: Landeshauptmann v. Würz bach. Anwesend von Seite der Regierung: Landespräsident o. Conrad und Regierungsrath Roth. Dr. Kaltellegacr reserirt über die Regierungsvorlage eines Gesetzes über Benützung. Leitung und Abwehr der Gewässer. Schon in der Landtagssitzung vom 12. Februar 1866 war, anläßlich eines zur Begutachtung an den Landtag Krams gelangten „Wasscrrechtsgesctz-Entwurfes für alle im engern Reichsralhe vertretenen Länder ohne das lom-bardisch-venetianischc Königreich" unter Hervorhebung dcr Compctenz der LandcSgcsctzgebung in dicftm Gegenstände, das Ersuchen an die k. k. Regierung gerichtet worden, in dcr nächsten Session den Entwurf cineS LaudcSgesctzcs über Benützung. Leitung und Abwehr der Gewässer im Hcrzogthnmc strain, so wie den Entwurf einer Fischerei' Ordnung dem Landtagl: zur verfassungsmäßigen Vchand-lnng vorzulegen. Die nunmehrige Regierungsvorlage erfüllt diefes Begehren, nachdem vorläufig durch das RcichSgesetz vom 30. Mai 1869 N. G. Bl. Nr. 93 die verfassungsmäßig der Ncichsgesctzgebnng vurbchaltcncn Bcslimmuu-gen des WasscrrcchtcS festgestellt worden waren. Diese Feststellung behandelt bclmmtlich die rechtliche Eigenschaft der Gewässer, die rechtlichen Beziehungen und Einschränkungen für die Benützung der öffentlichen —-die besondern RcchtSnormcn sür Bcuützuug und Leitung dcr Privatgcwässcr, — ferner die allgemeinen Rechlövcr' hültnissc mit dcm eventuellen ZwungSprincipc zur Bildung von Wasser- (Schutz« oder Nutz-) Genossenschaften, so wie endlich die Beitragspflicht der Privatbesitzer zn den öffentlichen Wasserbauten. Was cigcutlich LandcS Knltmfache in Beziehung ans die Gewässer Krains ist. bildet den Inhalt des nun zu votirendcn Landcsgcsctzcs. Indcm also dcr Ausschuß sofort iu die Berathung der Regierungsvorlage eintrat, fiel es demselben zunächst auf. daß sie in deu 'iH l bis 14. 27. 30, 37, 3!). 5>1. !>2, 5)3, 5>6, 61 nnd 64 den Wortlaut dcr bezogenen §§ 1 bis 14. 15). 10, 17, 19. 20, 20, 21. 22^ 23 und 24 des Wasferrcchts - Reichs - Gesetzes aufgenommen hatte. Dies schien dein Ausschüsse vor allem vom gegebenen legislative» Standpunkte wegen der nothwendigen Auseinandcrhaltling dcr zwei verschiedenen Legislations' Sphären und Materien dcS NeichSrathcS cincr- des Landtages anderseits geradezu unzulässig, während etwaige Rücksichten auf Klarheit derGesetzeslextirung und auf vollständige Vereinigung aller wasscrrcchtlichcu Ge» setzbcstimmuugen in cin Gesetz jenen principiellen Beden ken weichen müsscu. Aus diesem wesentlichen Grunde (überdies aber wcil auch weder die nothwendige Klarheit des Landes gesetztestes seine Cumnlirung mit dem Rcichsgcsche fordert, noch die erwähnte Vollständigkeit des Gesetzes ganz erreicht würde, da ja auch andere Anordnungen, z. B. dcS A. B. G. A, fönst wörtlich ansgenommcn werden müßten;) beschloß dcr Ausschuß die erst erwähnten Pa-ragrafthc der Regierungsvorlage zu streichen, und jene sonstigen stylistiscken oder TcMndcrnngcn vorzunehmen, welche durch die ledigliche Berufung des* Rcichsgcsctzes uud fciuer einzelnen Paragraph - Zahlen erforderlich wurden. In Betreff des Fijchcrcigesctzes hat sich der Ausschuß dcr Regierungsvorlage ans denselben Gründen wie die liohe Rcgicruug die Wcglassnng begründete, angeschlossen und erachtet dem Bedürfnisse nach einem Fi-schcrcigcsctze vor dcr Hand mit dem Ersuchen zu genü-geu, die k. k. Regierung wolle dem Landtag in dcr nächsten Session cinen Gesetzentwurf hierüber zur verfassungsmäßigen Bchandluug vorlegen. Dcr Ausschuß stellt demnach folgende Anträge: I. Der hohe Landtag wolle beschließen: 1. Das im Entwürfe zuliegeudc Landcsgcfctz für Kram über Benützung, Leitung und Abwehr dcr Gcwäsfcr wird angenommen. 2. Die h. Regierung wird ersucht, dein Landlage in seiner nächstcu Slssion dcu Entwurf eines Fische rcigesctzes für Kram zur uerfasfnngSmäßigen Behandlung vorzulegen. 3. Der LandcöauSschnß wird beauftragt: u) die a. h. Sanction dicfcs WafscrrechtsgesetzeS gehörigen Orts einzuholen: k) das Ersucheu wegen Vorlage eines Fischcrci-gesetzcs für Krain an die k. t. Landesregierung mitzutheilen. II. Zur formellen Behandlung des Gesetzentwurfes aä 1 wolle der h. Landtag die Specialdcbattc auf die-jenigen Paragrnphc beschränken, welche Gegenstand angemeldeter Abänderuugsanträgc werden follten. Der Landcspr'üsidciit bemerkt, in Betreff der Fischerei liege ohnehin die Erklärung des Ministers des Ackerbaus vor, woruach derselbe die Vorlage eines einschlägigen Gesetzes in der laufenden Session beabsichtigte, was nur wegen Unvollständigkcit des bisher gesammelten Materials unterblieb, und dieser Wunsch werde daher jederzeit seinerzeit erfüllt werden. WaS daS Wasser-rcchtsgcsetz betrifft, so müsse er offen gestehen, daß er eine besondere Vorliebe für den Gegenstand desselben hege, weil er in einem Lande, das hinsichtlich seiner Landescultur in Europa mustcrgiltig dasteht, die Wirkungen eines solchen Gesetzes zu beobachten in der Lage war. WaS dieses Land — die Lombardie - geworden, das verdanke es nur dcm Wasscrrechtc. Obwohl durch Jahrhunderte hindurch dcr Schauplatz von blutigen Völ-terliimpfen habe die Lombardie sich doch stets wieder mit phünixühnlicher Kraft zu Wohlstand emporgeschwungen, weil dort das Wasferrccht auf das vollendetste ausge- bildet war- Man könnte zwar einwenden, daß in Krain nicht das geeignete Terrain vorhanden ist, daß die Mit-ttl fehlen, allein er glaube, daß der Boden und die Wasserkräfte vorhanden sind. In der Lombardie ist der Boden sandig und steril im Vergleiche mit jenem Krains, die Wasserkräfte Krains sind der Ausnutzung des Bodens günstig vertheilt, so daß es leinen Landestheil gibt, wo dic Anwcndnng nicht möglich wäre. Principien dcS Gesetzes sind: Eigenschaft dcr Gewässer — Enteignung zu Guttstcn der AuSführuug von Wasscrzwecten — Bil» dung von Genossenschaften, entweder zur Cultur oder zur Vertheidigung ( zustehenden Triebkraft" für plüciscr, taun daher auf dic ^ Fasfung dcr Rcgicnmg nicht cinaehcn; 2, enthält das ^ Amendemcut dcr Regierung nichts über die Kostn» > 3. hat dcr Ausschaß uicht gesagt, wer über Streitig keiteu zu entscheiden habe. wcil hierüber ohnehin das Gcsctz die Bestimmung enthält. Der Ausschuß beantragt indessen die Annahme der Ncgierungsfassung mil eiitt'" Zufatzc, lvornach dicfclbe zu lautm hätte: „Ucber Z»l^' slgkcit cincö solchen Begehrens nnd die zu treffen^ Einrichtung entfchcidct nnbcschadct dcS tz 66 die poli<>' fchc Vchördc." Die Ausschußanträge werden sowie das Gesetz sclb>l 0U dloc angenommen. 2. Dr. Costa referirt über daS Schreiben ^ t. k. Landespräsidiums vom 14. October 1869, Z. 143" betreffend die Ucbcrgabe in die Verwahrung mid V^ wallung dcr LandeSvcrlrctung, der Frh. v. Gallenfel^ schen, Schellcnbcrg'schen, v. Lerch'schcn und v. Wcitc"^ hillcr'schcn Fräulein- und Mädchrn- Bcthcilungsstif^'^ ucu. Dann dcr Freiherr Flödnigg'schen nnd illirischt' Blindrnstiftnng, dcr Holdhcim'schcu Taubstmtnnci'stifl^ und iu Vctreff dcr Johann Kalister'schcu Gemeinde betheilungssliftung. ^ Dr. C o sta beantragt, ..dic Mitthcilnng in Vel^s! ! sämmtlicher Stiftungen, mit Ansmihmc der KaUü^ , schcn, wcrde zur Kenntniß genommen und hinsich^ dieser letzteren werde der LandcSausschuß bcaustraat, ^ . sclbc unter denselben Acdingnngen, wie die anderen '.. Schreiben dcr Regierung erwähnten, zu üdernchmc«'-Landeöprüsident bemerkt, unter diesen V"'^ giingcn sci auch dcr 5perc. Abzug für die Verwaltu»^ kosten bcgriffci,, deren Herabsetzung bei den ""'"g" . Kosten derselben für die Kallistcr'schc Stiftung, n", möglich sein wcrde. <„,.,« Baron Apfaltrer glaubt, daß die VclwaM'» dieser Stiftung dcr Orlsgcmemde Slavina zusteht, ^,^ es könne fich daher für dcu LandeSauöfchuß nur uw ^,^ Verwahrung handeln, und beantragt daher, eö walc Gemeinde blos von dem Erläge bci dcr Landescal! ^ verständigen, mit dem Beifügen, daß es ihr znsteyc, Zinsen zu beheben. y, .,> Dr. Costa ucrwciöt auf den Inhalt dcS ^^., rllngsschrcilicns. wornach dcr Landesausschuß M waltung der Stiftung berufen wird. >,^n statitt. daß der beunlraalc Um» u»d Zubau zwecklos ware und ein Neubau unbedingt nothwendig ist. »Wir wcrde>, den Wortlaut des Berichtes nachtragen.) Die Ausschußautrüge laute«: Der hohe Landtag wolle beschließen: u) ^ie Nichlausführung dcö Um- und Zubaues deß bestehenden Landes.Irrenhauses wird genehmigt. ^ Die vom LandeSauSschussc gctroffeuen provisorischen Maßregeln durch Unterbringung vou 24 ruhigen Irren in dem miethweise übernommenen Hause Nr. 58 auf der uülem Poljana werden zur genehmigenden Kenntniß genommen. ^) Der Landesausschuß wird zur Durchführung der wei-lern Einleitungen zum Behufe dcr Errichtung ciucr neuen LandcS'Irrenhcilanstalt beauftragt, und hat die erforderlichen Anträge inSbcsondcrS zum Anlaufe cincs geeignctcn ÄautcrraiuS, dann hinsichtlich des Bau-Planes und Kostenüberschlagcs, sowie wcgeu Beschaffung der Geldmittel dem Landtag zu stellen. Wird ohne Debatte angenommen. 6. Dr. Razlag referirt für deu Vcrfassungsaus' schuß über das Gesetz betreffend den Gebrauch der Amts» spräche bei den t. k. Behörden und Aemtern. Das Gesetz lautet: Gesetz. Mit Zustimmung dcs Landtages meines Herzog» thums Krain finde Ich zu verordnen wic folgt: ^ 1. Die t. t. Amter haben in ihrem Verkehr mit dem Volte die Sprache so zu gebrauchen: ") Sloveuische Eingaben sind immer i» sloocüischcr, Zutsche aber in deutscher Sprache zu erledigen. l>) Die Verhöre und die Verhandlungen mit slo-^''scheu Personen (Parteien, Gcmciuden) sind in stoischer, mit deutschen aber in deutscher Sprache vor-Lehmen; in der slovenischcn, rücksichtlich der deutschen Atrien aber in '.cr deutschen Sprache, sind alle bc> Essenden Protokolle abzufassen und die diesbezüglichen ^tdiguugcn, dann insbesondere die Anklagen und Nr» ^'lc hiuauszugebcn. '!) Alle Vcrordnungcu, Vorladungen, Kundlnachun. Mi und Verstäiidigungtn sind an slovenischc Personen 'N slovemschcr, an Deutsche aber in dcmschcr Spiachc iu erlasset,. tz 2, Die Bestimmung,!!, des vorhergehenden Pa> ^No.fc«z ^ltcn für alle l. t. Aemter iu Krain, inSdc-wndere für alle politischen uud Stcuerämtcr, daun für "'e Gerichic im Civil, und Strafverfahren. . § 3. Mit dem Vollzuge dicfcS Gesetzes sind d,c ""reffenden Miuister beauftragt. Der Landespräfideut ergreift das Wort, um ?" constatiren, daß er den Gegenstand des Gesetzes als ^.dle Compctcnz dcr Executive gehörig ansehen müsse, lei? '""^ überdies iu Erwägung ziehen, ob cS nicht den ? "°lllich sei. die der Ausführung entgegenstehen. > " vlndernisse zu beseitigen, wenn dcr Vollzug eben ^ ' ^iiglichlcit geschieht, wobei eS natürlich nicht zu Uch,-!^" ^'' """' derselbe bisweilen au der Unzuläng> das? - "'^Muc sch"tcrt. UcbrigenS müsse er sich auf Anliitt'^ ^ziehen, was er diesfallS fchou bei anderen daß?" vorgebracht uud er wolle nur uoch bemerken, trefft Ministerialuerordnung vom Jahre 1867 in Bc< t«r a°^ Gebrauches der slovcuischcn Sprache noch wci-y^^' als das vorliegende Gesetz, und insbesondere die llovenis^""" ausfordert, sich die AuSbilduug in der t>che m?^" ^p^chc angelegen sein zu lassen, als daS lUlw i /"el. Beschwerden hintanzuhaltcn. Die Negic-Tc>c, «s ^ dadurch jedenfalls den ernsten Willen an den ^cnn ' ^" Ansprüchen der Bevölkerung zu genügen. Vereins!"" ^°^ ^" mit dem Wunsche der Bevölkerung "icht ^' '^'"lnden Verfahrens der Regierung dcr Erfolg uanz Zuspricht, so liegt dies lediglich an Gründen die vorübergehend sind, und rechtfertigt nicht die Erlassung eines Landesgesetzes. Der Berichterstatter aulwortet dem Laudes-präsidenten, daß in Betreff der Competcnz tcin Zweifel obwalten könne, da alle nicht ausdrücklich dem Reichs' rathe vorbehaltencn Gegenstände dcr Gesetzgebung nach tz 12 Staatsgrundgcsctz in dcu Wilkuugskrcis dci Land^ tage gehören. Nach ß 1 l iu. desselben Gesetzes gehören aber znm Wirluugskrcise dcs Reichs, atheS die zur Durchführung der Staatsgrundgcsetzc über die allgemeinen Rcchtc dcr Staatsbürger, über das Reichsgericht, über die richterliche, RcgicrungS - uud VollzugSgcwalt zu erlassenden und dort berufenen Gesetze. Alle dem Wirkungskreise des Rcichsrathcs nicht ausdrücklich uorbehaltcneu Gesetze gehören in den Wirkungskreis der Landtage. Ein solches Gesetz, dessen Durchführung dcr Gesetzgebung zusteht, sei dcr tz 19 dcs Gcsctzes über die allgemeinen Rcchtc dcr Staatsbürger. Ucbrigcns habe seit jchcr dic Gesetzgebung übcr die Amtssprache entschieden, was dcr Redner mit mehreren Verordnungen, dcrcn älteste dcm Jahre 1781 angehört, belegt. Mau spiechc von Mangel an Mitlcln, die der Verwirklichung der slovcnischcu Amtirung cntgc^cuslehendcu Hiudeluisse zu bcsciligcn und doch erscheinen schon seit 20 Jahren die ReichSgcsetzblättcr in slovcuischcr Sprache, seit 20 Jahren besitzen wir cinc von der Regierung hcraiiSgcocbcnc slooc-nischc inridisch. politische Terminologie; iu 20 Jahren hätten die Beamten das sich wohl aneignen tonnen, was sie in Croatien sich iu kürzester Frist aneignen mußten. Aus dcm gehe wohl hervor, daß uur ciu allgemein bindendes Gcsctz abhelfen könne. Auch Deutsche habc:i sich das Slovenische augciguet, bcsscr als manche Slo» ucnen. die das Slovenischc, das sie gelernt, längst vei lernt haben. Dann haben wir auch gcnug slovenischc Beamte, wenn sie nur auch in slovenischcn Gegenden angestellt und nicht in deutsche Gegenden geschickt wür den, während wir hier deutsche Beamte erhalten, die nicht iu der Lage siud, den Anforderungen zu entsprechen. Es könne nicht bcsscr werden, so lange die Regierung nicht gewissenhafter sei. Ucbrigcns sei ja die Forderung eine ganz natürliche, denn iu allen Ländern sehen wir, daß die Volkssprache zugleich Sprache des Amtes ist. Weiter übergeht Redner zu den Gerichten. Hier könne er Belege dafür liefern, daß die Vorschriften dcr Straf-proceßorduuug hinsichtlich dcr Sprache nicht beobachtet werden, übrigens haben ja die Gerichte im Jahre 18(i5 cinc geheime Weisung echaltcn, daß cS nicht nöthig sei, die gesetzlichen Vorschriften genau zu beobachten. Redner erzählt nun Fälle, wo Parteien durch Unfennlniß dcS Slovcnischen scileuS ihrer Vertreter und dcr Beamten zu Schaden kamen. Wenn man auch die Ministerial-Verordnung vom Jahre 180? vorschütze, so sei dieselbe doch immerhin nicht so klar und bindend wic ein Gesetz und ihre Ausführung sci nicht so gesichert. Ohne Zwang lasse sich nun einmal nichts erreichen. Nachdem sich writers Niemand zur Debatte meldet, wird der Ausschußantrag bei dcr Abstimmung mit M a-joritüt angenommen. 7. Es folgt nun dic Wahl eines Rcichs-'atlMbgc» ordneten für den Großgrundbesitz au Stelle des abgetretenen Grafen Eoronini. Bei dcr Stimmenabgabe erklärt Zarnit, es sei gcgen seine Ueberzeugung zu wählen, er enthalte sich daher dcr Wahl. Gewühlt wird Abgeordneter Graf Marghcri, welcher crNärt, dic Wahl anzunehmen, 8. folgt die Wahl eines ReichsrathSadgeulduettn dcr Städte nnd Mältte (in Folgc Nicde,lcgung dcs Mandats von Seite dcs Abgeordneten Dr. To man). ES wcrdcn 31 Stimmzettel «begeben. Gewählt wild mit 18 Stimmcn Abgcoidnetcl Di-. Toman (!1 Stimmen fielen auf Dr. Kallcneggcr, 1 ans Joseph KoSlcr, I auf Oüc,bcig>alh Lip old). Dr. To man erweist da? Wort, um mm, nachdem er bei Nicdcllcgung deS Mandats verschiedene Ursachen als Grund angegeben, abcc nicht spccificirt habc, zu erklären, wa? ihn zur Nicd.llca.llin; dcs Mandat? bestimmte. Dicö war erstens politischer Brauch, um zu cifahreu, ob cr den Wünschen dcs Landtages, alö sciucs Mandanten, entsprochen habe, dann zählc er auch feinde unter dcu Slovencn, uud endlich crhcischtcu dies auch Rücksichten auf die Gegenpartei. Weitere Gründe waren seine angegriffene Gesundheit und sciu, Lcvcnsbcruf. dcm cr mit ganzer Seele zugethan < die Advocalur. wclchc Auwcsenhcit am Sitze ihrer Ausübung fordere. Schwer sli es zwar für die Miuolität. im Rcichölathe deu Kampf zu führe«, allciu nachdem ihu dcr Laudtaa. wiedergewählt, mhlm cr dies als Zustimmung zu feincu Principien an, an welchen cr unerschütterlich festhal» ten werde. l). Es folgen Berichte ilber Petitionen, Nachdem die Tagesordnung beendigt, ergreift der Herr Land cspräsidcnt das Wort zu folgender Er« tläluug: Ich habc der hochverehrten Vcrsammluug cinc Mittheilung zu machen. Iu Folge einer im tclegra-phischeu Wege erhaltenen Eröffnung dcs Hcrru Ministers deö Iuncrn habc ich cincn besonderen allerhöchsten Vcfehl Seiner Majestät dcS Kaisers zu vollziehen, indem ich mir die Ehre gebe, den Herrn Landeshauptmann zu ersuchen, den Landtag nuvcrzüglich zu schließen. Der Vorsitzende erklärt dcn Landtag als go schlössen uud knüpft daran cininc Worte, worin er auf d!c Thätigkeit deS Landtags hinweist und beifügt: Würde es auch nach dcm jüngst gestellten Antrage zur Wahl dcS Vorsitzenden durch den Laudtaa kommen, so könnte der Landtag doch sicherlich keinen Landeshauptmann wählen, der seinem Kaiser ergcdcncr wäre als cr, und cr fordere ihn daher auf. in deutscher uno slovenischer Sprache ein .dreimaliges .sioch auszubringen auf den Kaifcr! (Hoch! Slava!) Dr. To man ergreift das Wort, um nach cincm alten Branche des Landtags zum Schlufsc desselben einige Wortc beizufügen. Ueber dcu Veschluß dcS Kaisers habe cr kciu Wort zu verlieren, abcr, wenn die Schliß ßung vou dcr Rcgicrnu^ anSgcdc, dann könne cr wohl sagen, daß man dem Landtage nicht daS gleiche Rccht wicdcrfahrcu läßt, wie den übrigen Landtagen. Es möge sich dies abcr verhalten wic es wolle, in Einen Ruf werdcn gewiß alle Slooencn einstimmen und dieS ist ein Hoch auf dcn Kaiser! (Sluva's im Landtage und Zuschaucrraum.) In der vorgestrigen Nachtsitzung des Landtages wur deu - waö gestern zu enmhncu übersehen wurde — noch zwei weitere Gcssenstäudc erledigt, nämlich der Voranschlag des Zwansssarbcitshcmseö für 1870 und der Bericht des Landcsauöschusses wegen Einführung des Modellirunter richtcs an der k. k. Oberrealfchulc.' Zu letzterem Zwecke wurde der bezügliche Beitrag aus dem Lcmdcösoude bewil^ liqt und cö wurde der Lauoeöausschnß crmcicktigt, mit dem Laibacher Magistrat die bezüglichen Verhandlungen zn Ende zu führen und nach dcm Voranschläge deu die Direction der Obcrrealschulc vorgelegt hat, "//des erforderlichen Be träges aus dem Landeöfoude zu erfolgen. Nachstehende dcreits unter die Abgeordneten vertheilte Vorlagen blieben wegen des gestern erfolgten Landtags fchlufses unerledigt: 1. Bericht des Schulausschusseö über die gewerblichen Fortbildungsschulen; 2. Bericht desselben über das Gesetz betreffend die Regelung der Errichtung, der Erhaltung und des Besuches der öffentlichen Volksschulen; li. Bericht deö Finauzausschusses Über die Reorgam^ strung des Museums; 4. Bericht deS Verfassuugöausschusscs über den An-rag des Dr. Savinschcg betreffs Geltendmachung der Territorialrechtc Krams auf die Sichclburger und Marien' thaler Greuzcnclaveu; 5. Bericht dcs Ausschusses über den Antrag des Dr. Blei weis auf Revision der Verfassung. 0. Bericht dcs Schulausschusses übcr die Regierungsvorlage betreffend die Regelung dcr Rechtsverhältnisse der Lehrer au dcu öffentlichen Volksfchulcu. Locales. — (Polizei bericht.) Der Lederergeselle F. H wurde ani :l. d. M.- in einem Gasthause in Hühnerdorf von dem Fleischerssohne A. A. mißhandelt, welcher ihm auch einen weißen runden Filzhut enttrageu hat. A. A. wurde iu strafgerichtliche Untersuchung gezogen. — In der Zeit vom 9. d. Abends bis zum 11. d. Morgens ist aus dem mwerspcrrten tzeizhause deö Bahnhofes ein ciferner Bantambos durch uubekaunte Thäter entwendet worden. Die geeigneten Nachforschuugen wurden eingeleitet. — Am 12. d. wurden dem Hutmacher A. D. auö einem Vorhaufe zwei am Boden aufgestellte Hüte entwendet. Die dieses Diebstahls verdächtige A. K. wurde der Strafbchördc augezeigt. — Der Arbeiter M. K. aus Gra'oiöc wurde am 18. d. Morgens 5 Uhr wegen Lärmens von zwei Wachmännern zur Ruhe verwiesen, derselbe aber, statt dcr Mahnung Folge zu leisten, beschimpfte und bedrohte die Wache uud wurde deshalb arretm und dem Strafgerichte eingeliefert. — Den Bäckerlehrjungen P. P. uud I. M. wurden am 15. d. ans uuversucrrlem Kasteu auf 8 fl. 50 kr. bewerthete Effecten durch uubekanuten Thäter entwendet. Auf das Vorkomme» deö Thäters wird üwigilirt. Der wegen Verbrechens deö Diedstahles steckbrieflich verfolgte Io'f. M. aus Podmret wurde aui 20. d. im Tivvliwalde verhaftet und dem k. t. Landcsgcrichtc eingeliefert. -~ Im Laufe deö gestrigen Tages siud 28 Individuen wegen Beltelus augehal-tc» worden. Neueste Post. (OnttinalTelegramme der „LaibacherZeitung.") V3 i e „, H3. October. Graf Khotek wurde zum österreichischen Gesandte,» am russischen Hofe ernannt. L i « z. HH. October. Der Landtag hat die Frage der directen Neichsrathswahlen imTinne der Negierung erledigt. waris, HH. October. Der Miuisterratl, soll die Wiedereröffnung der außerordentlichen Session anfangs November beschlossen haben. (fattaro, H». October. Gestern hat ein Gefecht zwischen den Truppen und deu Insurgenten stattgefunden. Vetztere wurden zu« ructgeworfen. Von den Truppen wurden zwei verwundet. Den neuesten Nachrichtcu aus deu Bocche di Cat-taro zufolge hadeu am 10. d. die Operationen gegen die aufständischen Bocchcsen in großem Maßstalie begonnen. So viel sich uus dcn ciiiactroffcncn ttlcgrafthl,cheu Mitthcilungeu entnehmen läßt, brach FML. v. Wagner 1792 an dcr Spitze der gesammten unter ihm stehenden Truppcmnacht^ natürlich dic VcsatMg der festen Plätze ausgenommen, gegen die Inslngcutcii ins Gebirge auf. Als OperatillnSliasis dienen die Verge nm Dra-yalj, dessen Entsetzung die nächste Aufgabe dcr kaiser< lichen Truppen war. Zn diesem Behufe rückten die Truppen in zwei Abtheilungen auf verschiedenen Wcgm vor, um die Ilism'gcnlcn >" dcn Flanken mizlnncifm. während glcichzcitig eine kleinere Tlnppclial'tlicilnnq l.ciu HalbbalaiUo» Jäger, Gendarmen, nebst vier von den ztliegsschiffen ausgeschifften zimioncn und einer Gcbirgß-Hall,l>atlcl,c) die Vcstimnniüg l>c>t, sich mitten in die Insnrgenlcli cinznschicb.i: ni,d deren Pcidindnng abyl' schneiden. Die Trnppcinnacht, wclche gegenwärtig bereits in dcn Vocche operirs, ist eine zicmlick imposante, dic selbe wird jedoch nbcr Wunsch der dorti^n Ächörden um ein AelrächllichcS ucrstältt werden, fulls es, was jedoch allgemein bczivcifcll mird, nicht gcüngcn sollte, dcr aufständischen Äcwrgnng dnldigsl Hnr zu werden. Die an dcr Operation l'lthclliglcn Truppen bcslchcn l'.us den Ins.-Regimentern Nr. 48 und 5)2, welche von Trieft nach Cattaro abgingen, den in Cattaro stationirlen Infanterie-Regimentern Nr. 22 und 44, sowie dem ^ägcr-Äataillon Nr. 27. An Geschützen stehen dem commandircndcn General zwei Gebirgs-Äattcrien zur Disposition, die jedoch, auf den Kriegsfuß gebracht sind, und vier Frie dcns'Oebirgs'Ällttcrit!!! rcprüsentiren-, außerdem sind in dcn Bocche noch die Kriegsschiffe ..^ncia," „Andreas Hofer/' ..Streiter," „Move," (Stalionoschiff) „Taurus." „Kerlll," deren Kanonen lhcilweise oercits ausgeschifft sind. Sämmtliche Schiffe stehen untcr dcm Commando des Lmienschiffs'Capiläns Vtillosich. sill Dem „Avvisalorc D c> l m a! o" zufolge sind die beiden nach dcm zwifcken Mililür und Insurgenten zwischen Ltifano nnd dem Foil Dragalj elful^len Zu^ samlnenstob ucimisilcu ^old^tcn tcdt aufg>funden wor» r>en. Dem „Dalmata" zufolge weiden fortwührcud Truppcn lind Munitionen in (5atlar>.' angehäuft. Die Stätte dcr ersteren soll sich am 10, d. M. auf 10.000 Mann belaufen haben. Zara. 2l. Oclobcr. Ccrkvice isl entsetzt, Dragalj verprouialitirt; drei zurilclgedlicdcne Vialodcurs wurden von den Nedrllcn gemeuchelt. Hauvlmaim Thömcl wurde durch den Schla,i cincs Maulthicics am Knie verletzt. Lembera,. ^1. October, Dcr „Dzicnnit polsli" meldet: Der polnische Abgeorduelencluli beschloß, die voliähligc Resolution zu clucucrn. Der (5lub vclälh zugleich über die uom Grafen hcimich Wodzicti cntwl,r-sene Adresse. Anläßlich dcr morgigen Waljl sind massm' l>aftc Flugblätter und Placate erschienen. Die Plaeulc dcr Ziemiallowski'schcn Paitci wnrdcn herabgcrissen. Dem^Predigsr ^öwcnstcin wurden die Fenstcr einge< schlafen. Abends finden WählclvetsammllMglN i» dcu einzelnen Stadtvierteln stall. M« «chen, 21, October. (Pr.) Der König von Württemberg kommt nach Minchcn. Dresden, 2l. Oclobcr. (Abgeordneten-kammer.) Der Abgeordnete Israel brachte einen An' trag auf Anwendung des Einpfrnnigtariscs bei Stein-kohlen-Transporten auf dsl, Staaiscifenbahucn ein. Der Abgeordnete Wigard beantragte Einführung dcr oblige toit'chcn (5iv!l^hi'. Bezüglich des letzteren Äntr^s beschloß die Kummer dic Boibcrutl,uug im Plenum. Wigaid bral'ttllgte ferner: Die Auflösung dc« Vand lagcs, Berufung dcr ttammcr nach dcm Wahlgesetze vom Nalne 1848 und Vereinbarung u.il dieser über das Emlamml'isystem. Dic ^ibcralcn bcrcilcu einen Gegenantlag vor ans Vereinbarung wcgcn dcs Ein. lammerstislems «nd ausgcdchnlcren Wahlxchlcs mit dcn jetzigen Kammern. Paris, 21. October. (Pr.) Der Kaiser wild den 2b. nach Paris lomimn und dic Nacht in dcn Tuilc< lien zubringen. Bazainc nberuahiu heute das Eom' mando dcr Garde. Sein Tagesbefehl wurde zu Mittag in den Caserne» verlesen. Constantinopcl, 21. October. (Tr. Ztg.) 140 Scheils Petitioniren beim Sultan um Abhilfe gegen die Mißrcgierung dcs Khedive. Telegraphische Wechsclcouvsc uom 22. October. 5perc'. Melalliqneö 59.70. — 5pcrc. MelaUiqueö mit Mai° nnd Novemder-Zinseu 59.7(1, — 5pcrc. National-Anlshrn 69,25. 18>i0er StaatSanlrhen 94.40. — Aantactien 711. — Credit- Aclieu 244.75, — Lmidon l22.75. — Silber 120.5l'. - ii t Dncami 584. AnOekommenc Fre»ude. Am 2t October. Htadt N^ien. Dic Herreu: (^ostischa, Lehrer, von Ulüerlack. — H)tall», Handeliec;ra,' plim.Inspeciur, uoii Trieft. — PelliklM , Geschäfts - Reiseiidn-, voll Wien. - ötrvüiichn, Pvioatier, von Tricst. (flefant, Dic Hrrnu: jtreli, Fl,irs!!»>amle, ron Oolischce. - Fürst. Kalism., von Allgsbm-g. — , ^!,s VtW. schn', trtibe O.uo !U„ Ab. ^2^,i? j- 2.,! O. mäßig lhnlw. bcw. Tagüber bewöltt. aIlde, alt «5 Jahre, m der Kralnuuorswdt ^.»tr <^ am Schlagflnst. Den II'». October. Matthäni« De,;n!i Taglöhner, all iind Karl, 3'/, Monate in der St. PeterSvorstadt Nr. (>«. an oer ^ungeiilähmung. Den 18. October. ^ra,i Barbara Streiner, Institnts-ar>ne, alt «'» Jahre, in der Polanavurstadt Nr. 82 an Alters, schwächr. -IDsrf Kcrli, Sclineidersscselle, alt 52 Jahre, im Civil-spital an der ^nnssentnbercnlosc. - Herr Ant.)» ^'erprctti, Ma^ schiusührer, alt 41 Jahre, in der St. Petcrsoorstadt Nr, 120 an der lrebsigen Entartung der Untcrleibsorgane. Den 30, October, Dem Anton Blojel, Taglöhner, sein Kind männlichen Geschlechtes, nothgetauft, in der Stadt Nr. 99, todtgeboren in Folge schwerer Oebnrt. — Matthäus MoZterz, Bettler, alt 42 Jahre, im Cioilspital an der Wassersucht. Verantwortlicher Redacteur: Ignaz v. Kleinmayr. Die hiesige Handels- und Oewerbelammer hat ilbcr die Anträge des Herrn V. C. Supan, Circulandum einstimmig folgendes beschlossen: 1. Dasl bei dcr Eröffnnna. des Suezlanals dem Herrn Pra> sidenten 5,'esseps eine Begllickwiinsck'nugsadrcsse überreicht werde; 8. daß Herr Johann Juntar, Ingenieur der (^ompHßu«' lluiver««!!« äu can»! muritimo da 3uex als Verttetcr filr die Interessen deö trainiscl'en Kammerbezirteö bei llrliffilung desselben fiingiren werde. Dic Bcglückwiinschungsadressc in französischer Sprache lautet deutsch ungefähr so: Herr Präsident! Die gefertigte Handels und Gewerbckammer, welche seit der Griindung Ihres grosten Wertes mit der größten Theilnahme alle Phasen der Unternehmung unausgesetzt verfolgte, an dem ! Zustandelommeu dieses Nieseinvcrles den lebhaftesten Antheil nahm, nnd indem die Kammer schon vor Jahren, nnd zwar ^u einer i>,eit, wo dieses große Project nock den größten Anfeindungen » ausgesetzt gewesen, dafür stets die große Wrltbedentsamkcit und große Bewnndernng mit Wort und Schrift oftmals und entschie-^ den an den Tag legte, ergreift nun die Gelegenheit der feierlichen . Eröffnung des Sncztanals, um Sie, Herr Präsident, zum Ke ' lingen Ihres großen Projectes gebührend zu beglückwünschen. ! Indem die Vertretung des Handels, der Industrie und der i Gewerbe dieses Kammerbezirleö, einstimmig diesen Besckluß fassend, , zu Ihnen im Namen des Handels und Oewerbeslandes spricht, ! glaubt dieselbe den besten Vertreter ihrer Glückwünsche bei Euer ! Hochgeboren in der Person des Ingenieurs Herrn Johann Iunlar, dem Mitarbeiter an Ihrem Werte, gcfnuden zu habeu, uud indem ! sie dcusclben ersucht und beauftragt, Ihnen, Herr Präsident, der ! getrcnestc Dolmclsck nnserer vorzüglichsten Verehrung zu sein, empfiehlt sie ihre dortigen Interessen Ihrem hochgenrigten und mächtigen Schutze, Genehmigen Sie, Herr Präsident :c, «. Die Handels- und Gcwcrbckammer fur Krai». Sr. Hochgeboren dcm Herrn Ferdinand de Lesseps, Präsident der ^omMsni« uuivsr8o1l« üu «KU»1 NUiltime clo Kusu tl I8mäilia, N^i>te. An Herrn Ingenieur Iuntar lautet ungefähr so das: (sreditivc. Vou Seite der Handels uud Oewerbelalnmer für Krai» wird hiemit Herr Johann Iuntar, Ingenieur, beglaubigt, das! derselbe zufolge Beschlusses vom 22. October l. I. obgenanute Kammer bei dcr feierlichen Hoffnung des Suezlanals vertrete», allen Handels- lind Industriebesftrcchuugcn beiwohnen, die Inter essen dieser Kammer im allgemeinen und besonders rücksichtlicl' dcr durch die Eröffnung dieser großen Wclthandelsstraße neu cr° schlossenen Verkehrswege beobachten und mit Vezug auf unjctt" Kammcrbczirl darüber Bericht erstatten; mit einem W"'>, allseitig zum Nutzen dcs Handels, der Industrie und Gewerbe wie nickt minder im Interesse der lräftigstcn Entwicklung dieses großen Wertes selbst thätig sein wird. Die gefertigte Kammer ersucht dienstfreundlich die t. k. Vertretung sowohl als alle Handels , Transports und Verlehrs>Ansta<' ten, obgenanntem Herrn in Ausführung seiner Mission hilfn'icl"' Hand nnd allen Vorschub nnter Zusichenmg der bereitwillig'" Reciprocität zu leisten. (2460) i.'aibach, am 22. October 186i<. Handels und Gewerbekammer für Krain. Nnsl'l'n!!l»«'»»'!ik Wie«, 21. October. Nachdem ein Versuch der Vorbörsc, die Course über ihre gestrigen Notiruugcn zn Poussireu, gescheitert und man auf den tiefsten Stand von geftc' IzllN ll ll»N l M)5. ^inlickgelehrt war, trat gegen Ende der MittalMörse «dermal« eine Lrhohiiüg ein. Papierrcille besserte sich um '/. pCt,; Silberreute. welche gestern nicht gelitten liau ' blieb nnveländerl. Vant n»d Üisc»l>ahnaclien brachle», nachdem die an« Anlah einer rzrüßeru Insolvenz nülhili gnvesencn Execnt!ünt!l,crtä'ufc beendet scheinen, einen Theil ihres gestrigen ^" ^. Verlustes wieder ein, nur Actien der Eeniralliant sind heule nencrdina.6 um N) fl a.efc»llcl!. Von Priorilätrn ist lin'r zu bemerken, daß imc der ungarischen Oslbahn sich von ihrem gestrigen Acrlil! theilwcisc erholten: die ubrin.cn Peraüdernngen waren nichl v^,n Vcdmtung. Devisen und Comptanten vcrwohlstiltcn sich mit aUci„in.cr Anönahmc dcs effective» Silbers, wclchcö bei stärtcrcr ^"^ ftaqe im Preise anzog. H. Allsssüleinc Staatsschuld. '.Nlv l00 si. Eluheitlichc Staatsschuld zu s> p(5t.,^ in Noten verzins!, Äilai-Nooember 5»9.2l» s>5»,A5> „ „ „ Fcbrnar-August 59.25 5,9.35 ., Silber „ Iilnncr-Iuli , ag. 69.W ., „ „ Aprll-Oclober ^8. - «910 Stclirranlchen rückzahlbar s/^ , 97.-- 98.— Lose v I. 1^9..... 242.— 244.- „ „ 1«54 (4"/,) zu 25') sl. «8.50 89, „ „ I8S0 zu 500 fl. . . 94.2>') 94 5.0 .. „ I860 zu 100 ft. , . 99.- 99,5.0 ^.. „ I8U4 zu 100 fl. . . l14 75> N5>. StaatsüDllmänen-Pfandbrirse zu 120 fl. o W. in Silber . . 115.75 N pEt, .. ?I.5>0 72.25 Nieder-Oeslerrcich. . „5,,. 9^.^, ^ Ober-Oeftcrreich . - „ >''» ,. 93. . 94,,., Siebenbürgen . , . " 5 ,' 7550 7^.50 Gmerma.s , - - .s' . "2,^ ^ O. Actien von Bankinstituten. Geld Waare Auglo-öslerr. Baut abgest. . . 228.50 229.-Auglo-uugar. Van! .... -.— ^..— Äodeu-Ereditaustalt . . , . 244.— 245.— Creditanstalt f, Handel n. Gew, . 242.— L42.25 Crrditanstal!, ntlsscm. nngnr. . . 83— 84.— Escompte-Gesellschast. u, 0. . - 605. - 810.— Franco-österr. Banl . . . . .'1 -- 91.50 Oemralbanl.......43.50 44 50 Nationalvank...... 707.- 70^j - Niederländische Banl .... - —.- Vereinsbant....... 85,— 86.— VerlchrSbaul ....... 1«« 50 109.50 Wiener Baut......58.- 3.50 1»i4.— Bi'hm. Westbah».....^l0.- 212,- Earl-l'udwiss-Bahn.....^^-" 233.50 Donau-Dampfschiffs. Gcsellsch. / 54!-j.— 5^5,— Clisabeth-Westliahn.....174.50 175.- Ferdinandö-Nordbahu . . . 2102.—2105 — Fünfllrchrn-Varcser-Vahu , . 170.- 171. Frauz-IoscphS.'Bahn .... 172.— 173.-! Vemberg-Ezern.-Iassyel-Bllhn . IN«. - 197. ^ Grld Waare j Lloyd, üfierr........324- 828 — Omnibus lerstc Emission). . . 168.— 170- NndolfS-Bahn......160,50 UN.— Sicbenbilrger Vahu . , . . Itti. — 1^^ Rudolf-Stiftuug zu 10 fl. . . 1^.^ ^'' Wecksel(3M°n.) Geld V Augsburg für 100 st, südd. W. 103 20 1^^, Fvmilfnrt u.M. 100 st. dctto 102. l""'^ Hamburg, für 100 Marl Banco W.4-' - <,^ i!°ndon, für 10 Psuuu Sterling 122 80 i« ^ Pari<«, für 100 Francs . . . ^tj^'' <5our« der Geldsorten Geld «,A ,l. it. Münz-Ducattl^ . 5 fl. 85 lr. ^ l»- ^ „ Napoleousd'ur . . 9 ,. 61 .. " " ^^ ,' Veremsthaler . . . 1 „ «0.' « j ^ ^ .. Silber . . 120 „ 75 „ I"l „ Krainische GrunbmtiMunas-Obligu^ »atnolnun«: 8« 50 Geld. 90 W°»