MbacherMZMm. i»^, 4 15^ Plänumerat leihen gernht. Stremayr m. p. Nichtaintlichcr Theil, Laibach, 10. Juli. Am 30. Juni l. I., l, Uhr vormittags, ist in oer Ortschaft Gora im Gerichtsbczirke Reifniz, politi-Her Bezirk Gotischer, ans eine bisher unaufgeklärte "ielse Fencr ausgebruchen. welches so schnell um sich grlff. daß binnen zwei Stunden 10 Wohn- nnd Wirth-schaftsgcbäude fa»lmt Einlichtnngsstückeil, Hans' und Wirthschaftsgeräthschaften. Klridnng und Lebensmitteln ein Raub der Flammen geworden sind. Der Gesammt^ schade w,rd auf mehr als 0000 fl, veranschlagt. Die Nothlagc dieser durch die Fenersbrunst so arg hei,n< gefnchten Bewohner von Gora ist um so empfindlicher, als von den zehn Beschädigten nnr drei ihren Besitzstand asMlriert hatten. d-ss...^! A" 2"ndespräsident hat sich in Anbetracht oejstil bestmimt gefunden, eine Sammlnng inilder -oettrage nn ganzen Kronlandc zugunsten der Beschädigten zu veranstalten. Die Wahlniederlagen der Minister. 5 Die Organe der Linken stellen als ein über-raMlldes nnd vielsagendes Symptom der gegenwärtigen Wahlbewegung die von den Ministern erlittenen Nlederlagen hin. In der That haben auch vier Mi-mster ihre Sitze verloren. Sämmtliche Rathgeber der' Krone, welche von diesem Schicksale ereilt wurden, war n zngle.ch Rathgeber und Vertrauensmänner der Verfa sungspar e«. Sie haben alle zur Durchführung der l.beralen Gruudfätze beigetragen. Keiner derselben ist den Prinzipien ungetreu geworden, denen er bei der Uebernahme der Geschäfte gehuldigt hat. Sehen wir nun davon ab, daß der Handelsminister sein Mandat infolge der neuen Parteieonstellation in Mähren eingebüßt hat, so sind den drei anderen Ministern, welche hier in Frage kommen, die Sitze von der Vrrfassnngs-partei selbst entwunden worden. Der oberöstcrrcichische Großgrundbesitz beeilte sich, dein Dr. Groß nach seiner Niederlage in Wels das Mandat anzubieten und zu übertragen, welches bisher von dem Frecherm v. Horst in gewiß würdiger, dem Staate höchst ersprießlicher Weise ausgeübt wurde. In Leibnitz zog die Mehrheit der Wählerschaft einen jungen Sprossen der Fortschrittspartei dem Unterrichts- nnd Cullnsministrr v. Stremayr vor, dessen Wirken mit der Verfassung und den Einrichtungen unseres Staates aufs innigste verknüpft ist. Die Organe der Verfassungspartci snchcn für diese „überraschenden" Erscheinungen nach Erklärnngs-gründen und führen sie auf die Mißstimmung, auf die Opposition der Wählerschaft, sei es gegen die Occupation znrucl, sei es gegen den Verlauf, welchen die Wahlbeweanng in verschiedenen Kronländern angenommen nnd für welche die Minister zur Veranlw'mlnng gezogen werden sollten. Wir »msscn indessen offen bekennen, daß nns das Schicksal, von dem ein Theil der Minister in den liberalen Wahlbezirken betroffen wurde, weder überrascht noch zur Ausfolschung anderweitiger Erllarungsgründe veranlaßt hat, als welche aus dem ganzen bisherigen Verhalten der Verfassungspartei rcsnltlerl'n. Seitdem diese Partei am Ruder ist. be-lampft sie nllt Vorliebe und Glück ihre eigenen Vertrauensmänner. Wer sich einmal ihren Diensten weiht, kann anf ihre Gegnerschaft rechnen. Das ist das charakteristische Merkmal der Männer, welche die Linke formieren, fett ihrem Eintreten in die Volksvertretung, und diesem blieben sie von der Epoche Schmerling bis heute treu. Die Wählerschaft aceeptiert selbstverständlich ,die Ideenrichtung uud Kampfesmethode der Abgeordneten. Sie folgt nur ihrem Beispiel, indem sie jeden, welcher auf der Ministerbank der Verfassung und ihrem Anhang Dienste geleistet hat, ohne Erbarmen pro. scnlnert. Die Wähler der Inneren Stadt Wien, jene des Wahlkrclscs von Leibnitz und die oberösterreichischen Großgrundbesitzer setzen nur das Wert fort wrl-ches die Vcrfassungspartei im Neichsrathe noch zur Zeit ihrer unumschränkten Herrschaft begonnen. War sie nicht seit Jahren unabläffig bemüht, das liberale Kabinet zu stürzen? Verfolgte sie es nicht auf Tritt und Schrit? Verbanden sich ihre Fractionen nicht häufig mit den Klerikalen und der Rechtspartei HU einem gemeinsamen Sturme auf die Mimsterbam? Und wem find denn die letzten Tage des Kabine« Auersperg ans der Erinnerung entschwunden, in welchen der Kampf der Linken gegen dieses gewiß auch in ihren Augcu ganz unverdächtige Kabinet in persönliche Angriffe ausartete, welche nnter dem Beifall der Gal-lerien den verfassungstreuen Ministern zugeschleudert wurden. Und vergißt man denn. daß die Linke mit einer Ungeduld den Rücktritt des Fürsten Auersperg herbeiwünschte, welche sie sogar antrieb, alle Rück» sichten zu vergessen und die Sitzungen des Hauses zu suspendieren, bis der gewiß verfassungstreue Chef des Kabinets sein Portefeuille niedergelegt hatte? Wenn deshalb die Organe der Verfassungspartei trotzdem nach exceptionellen Gründen für die Wahlniederlagen der Minister fahnden, so wollen sie offenbar nur eine opportune Gelegenheit benutzen, um dieses eigenthümliche, seit dem Beginne der Verfassungsära constante Verhältnis zwischen den Liberalen nnd den aus ihrem Schoße hcrvm gegangenen Vertrauensmännern zu verhüllen, ein Verhältnis, welches im Laufe von anderthalb Dcccnnien eine Reihe glänzender parlamentarischer Erscheinungen aus deu Bahnen der Thätigkeit geworfen und eine große Anzahl felbständiger Geister zur Thatenlosigkeit vcrnrtheitt hat. Es war Zeit einmal, auch diesen Punkt zu berühren. Nichts ist wandelbarer, als die Gnnft der Verfassnngspartei. Sie hört in dem Augenblicke anf, wo ihre Vertrauensmänner, den parlamentarischen Ge» setzen entsprechend, den Deputiertensitz mit der Ministerbank vei tauschen, und die Wählerschaft acceptierte das gleiche Prinzip. Diese Unbeständigkeit hat auch der Verfassungspartei selbst ihre Konsistenz benommen. Jedes Kabinet, welches sich auf sie stützen wollte oder stützen mußte, verlor alsbald den Boden unter den Füßen. Eiii Blick auf die Parteien anderer Lände» belehrt sofort, daß ein fo gewaltiger Eonsum an Führern, wie ihn unfere Versafsungspartei sich erlaubt hat. wol nirgends stattfindet. Wir sehen m anderen Ländern an der Spitze der Parteien Männer, deren Namen schon seit Decennien an unser Ohr dringen. Auch diese sind nnd waren nicht immer siegreich, auch nnter ihrer Führnng erlitten die Parteien manche herbe Enttäuschung, aber die Wählerschaft und die Partei bleibt ihnen treu, weil dort Verdienste nicht sofort in Feuilleton. Äler« «i>er »uf dunklen Wtgen. Nomau von Ed. Wngncr, (Fortsetzung.) Die Uhr schlng zwölf, nnd noch saß Alexa sin- ""'baut Fenster. Im Schlosse und ringsumher herrschte tlefe Stille. Plötzlich schreckte sie ein leises Geräusch an ihrer ^yur anf. S,c richtete sich empor uud laufchte auf. merkfam. Der Drücker der Thür wurde leise, fast geräuschlos bewegt. Alexa's Herz schien still zu stehen. Ihr erster Gedanke war an ihren Vater. Sollte er gekommen sein, nm ihr einen Besuch abzustatten? sollte er sich irgendwie Eingang verschafft und ihr Ammer entdeckt haben? Doch das war undenkbar. Der Eindringling mnhte Pierre sein! Sie hatte die Thür verschlossen, nnd von dieser Thatsache schien sich derjenige, der einzudringen ver-Mchtc, zil überzeugen. Im nächsten Augenblicke wurde das Knarren eines Instrnments im Schloß hörbar, und der Thürschlüssel fiel auf den Fußboden des Zunmers nieder. Eine kleine Pause folgte. Alrxa wagte kaum zu athmen. Versuchte ihr Feind mittelst eines Nachschlüssels die Thür zn Wieder knarrte es am Schloß, als werde ein Instrument ins Schlüsselloch gesteckt, und nach einer Weile bemerkte Alcxa, das; ein seltsamer Geruch das Zimmer erfüllte — der Geruch eines erstickenden M» es, her nicht nnr ihre Sinne, sondern auch ihren Willen und Körper lahmte. Begreifend, daß Pierre Renard einen neuen teuflischen Plan ersonnen hatte, sie zu vernichten, beugte sie sich weit aus dem Fenster hinaus nnd athmete in langen Zügen die frische Luft ein, welche neu belebend auf ihre Nerven einwirkte. Mehrere Minuten verstrichen in peinlicher Stille. Die todtbringende Essenz, welche ihr Feind ins Zimmer tröpfelte, würde unfehlbar ihre Wirkung gethan haben, hätte sie geschlafen, wie Pierre es geglaubt hatte. Endlich, eine halbe Stunde war verflossen, als em leises Geräusch verkündete, daß Renard sich ent-fernte, m der festen Ueberzeugung, daß feine Absicht erreicht und Alexa todt sei. ^ " " ' " 51. Kapitel. Eine Erscheinuug. Als am folgcuden Morgen Alexa sich zu Mrs. Ingcstrc begab nnd die Halle betrat, öffnete Pierre Renard ein wenig seine Thür und sah begierig durch die Spalte auf das Mädchen. Schon feit einer Stunde hatte er gelanert und bei jedem Gcräufch die Thür geöffnet, in der Erwartung, einen durchdringenden Schrei zn hören bei der Entdeckung, daß Miß Strange todt sei. Bei ihrem Anblick erschrak er heftig, als wäre sie eine geisterhafte Erscheinung. Er war kanm im stände, zu begreifen, daß sein teuflisches Unternehmen wieder ohne Erfolg geblieben und der Gegen^ stand seines wildesten Hasses abermals seiner Hand entgangen war. Er lehnte in einer Art Betäubung an dem Thürpfosten, als Alexa in dem Zimmer ihrer Wirthin verschwand. »Mieder ist sie mir entkommen!" murmelte er, wie er wieder Herr seiner Gedanken war. „Wie ging das zn? Ihr Fenster muß offen gewefen sein. Sollte sie meine Absicht vermuthet haben und auf ihrer Hut gewesen sein? Nein, nein, ihr Entkommen war Hufall, reiuer Zufall; das foll beim nächsten male mcht gefchehen." Alexa sagte Mrs. Ingestre nichts von dem erneuten Angriff auf ihr Leben, und als sie etwa eine Stnnde später dem Diener begegnete, da verrieth sie mit keiner Miene, daß sie Kenntnis von seiner Feindschaft und seiueu teuflischen Plänen gegen sie hatte, was ihn in seiner Vermnlhung bestätigte, daß sie nur durch Zufall dem Tode entgangen war. Die Rückkehr Pierre Renaros ohne feinen Herrn gab der Dienerschaft Stoff zu allerlei Muthmaßungen. Dem Gerede wurde jedoch ein Ende gemacht durch die Erklärung Renards, daß seil« Herr ihn nach einigen wichtigen Papieren geschickt habe, nnd daß er, da dieselben verlegt worden, vielleicht ein paar Tage auf dem Schlosse verweilen müßte. Als er am Vormittage zu emer spätern Stunde in die Bedientenstube trat, hörte er einige Männer über das Montheron-Drama reden. Er hörte aufmerksam zn, nnd auf seine Fragen erfuhr er, was die Veranlasfnng zu der Unterhaltung gegeben, lts war nämlich der Aberglaube nnter den Leuten verbreitet, daß der Geist des ermordeten Marquis wieder erschienen fei, um das Schloß zu beunruhigen, und daß diefer Geist in der Nacht wiederholt m den Ruinen anf der obern Terrasse gesehen worden sei. Pierre Rrnard horchte hoch auf bei diesem Bericht. Anf weitere Erkundigung erfuhr er, daß das Gerede von einem Stallknecht ausging, welcher vor zwei Tagen zur späten Nachtstundc von seiner Braut aus dem Dorfe gekommen war. Vom Dunkel der Bäume aus hatte er eine menschliche Gestalt auf der obern Ter-raffe hin- und hergehen sehen. In der Meinung, es sei einer seiner Kameraden, war er näher geschlichen, um ihn zu überraschen. Aber der Schreck hatte ihn AIHft Vergessenheit gerathen und weil man dort nicht jedem, der einige Phrasenrateten verpuffen läßt, Männer von erprobter Gesinnung opfert. Selbst unsere Conservati« ven haben ihre Häupter nicht gewechselt, und doch wird man kaum annehmen, daß dieselben ihren Anhang von Sieg zu Sieg geführt haben. Sie sind geblieben, während ganze Reihen aus dem Lager der Verfassungspartei als unzuverlässig, verdächtig, abgewirthschaftet oder wie sonst die Phraseologie des Undankes und der Disciplinlosigkeit lautet, declariert aus der Gemeinde der Strenggläubigen ausgeschieden wurden. So kommt es denn, daß die Verfassungspartei seit jeher die meisten Siege über sich selbst erkämpft und die glänzendsten Wahltriumphe über die Männer aus dem eigenen Lager erficht. Noch einige solcher Erfolge, und die Verfassungspartei wird am Endziele ihrer vieljährigen Campagne stehen. Sie wird sich selbst vollständig besiegt haben. Wir glauben nicht, daß man diese Bemerkungen für unzeitgemäß halten wird. Sie berühren ein Erbübel der Verfafsungspartei, und dieses allein reicht schon aus, um sie für die Dauer in Nachtheil gegen andere wohl organisierte politische Parteien zu bringen. Viele Niederlagen derselben, manche Abschnitte in der inneren Entwicklung Oesterreichs sind eine direkte Folge dieser Erscheinung, und die letzten Wahlen haben lediglich den Nachweis erbracht, daß die Vcrfassungspartei in dieser Hinsicht von einer Consequenz und Ausdauer ist, welche in manchen anderen Dingen nur schmerzlich vermißt werden kann. Während die Führer der Gegenparteien von ihrem Anhange gestützt und in ihrem Einflüsse und ihrer Autorität belassen werden, schichtet die Verfassungspartei seit Jahren ganze Hekatomben ihrer Vertrauensmänner auf. Selbstverständlich geschieht dies jedesmal aus einem eigenartigen und tiefliegenden Grunde. Es ist nur eigenthümlich, daß, während die anderen Parteien so selten Motive finden, um über die um sie verdienten Männer den Stab zu brechen, die Verfassungspartei an solchen Gründen nie einen Mangel leidet, vielmehr bei jedem Anlasse einen reichen Vorrath an denselben aufweist und den Wählern in verschwenderischer Weise zur Verfügung stellt. Die Czechen und der Neichsrath. Der telegrafisch signalisierte Artikel des „Pokrok", in welchem die Nachricht dementiert wird, Graf Clam-Martinitz hätte mit Dr. Nieger ein Abkommen über den Eintritt der Ezecheu in den Neichsrath getrosten, liegt nun vor. Aus demselben geht hervor, daß die Czechen darüber sehr ungehalten sind, daß ihnen weder seitens des Grafen Taaffe während dessen Anwesenheit in Prag noch vonscite der deutscheu Vertrauesmänner bisher irgend ein Ausgleichsantrag gemacht wurde. Das Organ Niegers drängt auf baldige Entscheidung. Der Artikel wendet sich zunächst gegen die Meldung, daß zwischen Dr. Rieger und dem Grafen Clam-Martinitz bezüglich der Beschickung des Reichsrathes ein Einverständnis erzielt wurde. Nebenbei bemerkt, war die Meldung in sämmtlichen Wiener Blättern ohne Unterschied der Partcischattierung, mit Ausnahme der „N. fr. Pr.", enthalten und es ist somit eine Ent> stellung der Thatsachen, die sich dieses Blatt zuschulden kommen läßt, indem es die Nachricht als eine betäubt. Als er hinter einer Marmorstatue hervortrat, fand er sich einem großen, vornehm aussehenden Manne gegenüber, dessen Gesicht todtenbleich und kummervoll aussah und dessen Augen ihn in die Erde zu bohren schienen. Die Gestalt sah geisterhaft aus, wie ein Schatten, versicherte er, und zog sich lautlos von ihm zurück." „Warum dachtet Ihr. daß es em Geist war?" fragte Pierre lachend. „Weil, obwol meine Kniee zitterten und mir zu Muthe war, daß ich kaum mein Gebet stammeln tonnte," antwortete der Stallknecht, „weil ich sehen konnte, daß er wie ein Montheron aussah. Er trug sich in der stolzen, erhabenen Weise, welche man, wie ich gehört habe, an ihnen stets bemerkt hat. Ich weiß, daß es des Marquis' Geist war, der keine Ruhe findet, weil sein Mörder nicht bestraft worden ist." „Da sein Mörder ihm schon längst in die andere Welt gefolgt ist, könnte er ihn doch lieber dort zur Verantwortung ziehen, als daß er hierher zurückkommt und uns zum Tode erschreckt!" bemerkte ein anderer Stallknecht. „Was mich betrifft, werde ich mich wol hüten, nach Dunkelwerden aus dem Hause zu gehen. Ich fürchte mich fo leicht vor nichts, aber wenn es sich um Geister handelt, da bin ich so zaghaft wie ein Mädchen." ^ ^ ., „Saht Ihr, in welcher Richtung der Geist verschwand?" fragte Renard. „Er verlor sich wie ein Schatten in der Richtung nach den Ruinen," lautete die Antwort. ..Einige Minuten stand ich wie zu Stein verwandelt, und dann schlich ich mich ins Schloß. Alles Geld in der Welt könnte mich nicht bewegen, nach zehn Uhr abends hinauszugehen." (Fortsetzung folgt.) offiziöse bezeichnet. Der „Pokrok" ist ermächtigt, die Meldung mit aller Bestimmtheit zu dementieren, denn schon der Umstand, daß Dr. Rieger am I. Juli sofort nach den Wahlen für die böhmischen Städte und vor den Wahlen aus dem böhmischen Großgrundbesitz nach Maletsch abgereist ist und seitdem mit dem Grafen Clam-Martinitz nicht zusammentraf, beweise hinlänglich, wessen Ursprungs die Wiener Meldung sei. Die Wiener Blätter jedoch glauben lieber an das, was sie sich wünschen und was sie schon früher versprochen haben, nämlich die Unterwerfung der czechifchen Opposition. „Deshalb müssen wir, fährt der „Pokrok" fort, aufrichtig und verständlich nach Wien sagen, wie wir über die Beschickung des Reichsrathes heute nach vollendeten Wahlen in Böhmen denken, wo wir auch schon wissen, wie sich die Parteiverhältnisse im künftigen Parlamente gestalten werden. Vor allein müssen wir den Verfassungstreuen den Beschluß des staatsrechtlichen Klubs in Erinnerung bringen, welcher am 18. Mai einstimmig und einhellig gefaßt wurde. Damals wurde officiell proclamiert, es sei „kein Grund vorhanden, daß die Abgeordneten von ihrem frühern Beschlusse inbetreff der Beschickung des Reichsrathes zurücktreten würden." Es wurde daher nur der Beschluß des Vorjahres wiederholt, daß man in den Reichsrath nicht gehen soll. Die Abgeordneten bevollmächtigten weiter die Vertrauensmänner, zu unterhandeln nut den Vertretern der deutschen Nationalität und mit den Räthen der Krone, jedoch auf der Grundlage, daß „weder die historische Individualität und die Autonomie des Königreiches Böhmen, noch eine andere Grundbedingung unserer nationalen Existenz hintaugestellt werde." Auch die Kundgebung, von welcher die Kandidatenliste für die Ncichsraths-wahlen begleitet war, wurde von den Abgeordneten einstimmig genehmigt, und deshalb muß dieselbe als das Programm des staatsrechtlichen Klubs und sämmtlicher Abgeordneten angesehen werden, welche auf Grund desselben kandidiert und. gewählt wurden. „Deshalb präsentiert sich durch die einfache Logik jedermann, der Augen hat, um zu sehen, unverändert die Thatsache, daß die Abgeordneten und Mitglieder des staatsrechtlichen Klubs bei ihrem eigenen Beschlusse verharre« und bei demselben, so Gott will, fest und solidarisch bleiben werden, so lange dem czechischen Volke nicht die nothwendigen Bürgschaften geboten werden, daß sie durch den Eintritt in den Reichsrath und durch ihre parlamentarische Thätigkeit nicht nur nichts von den Rechten der Nation und des Königreiches Böhmen vergeben, sondern ihnen ausgiebig nützen können. Die Wahlen, welche am 28. und 30. Juni vorgenommen wurden, lieferten den genügenden Beweis, daß nicht nur alle gewühlten Vertreter entschlossen und bereit sind, mit allen moralischen nnd verfassungsmäßigen Mitteln für die Durchführung dieses Programms sich einzusetzen, sondern daß sie sich hiebei nlit dem ganzen Vertrauen und moralischen Gewicht auf das ganze czechische Volk stützen können. Was ist denn geschehen, daß unser Volk auf einmal seine Gesinnung hätte ändern sollen, oder daß dessen Vertreter, ihren Beschluß annullierend, in den Reichsrath laufe» sollten? Wurde ein Unrecht gutgemacht? Haben uns die Vertreter der deutschen Nation die Hand zur Versöhnung gereicht? Hat uns die Regieruug welche Bürgschaften geboten, daß wir in Ehren und mit Vortheil in oeu Neichsrath eintreten könnten? Wenn sich also weder unsere Nation geändert hat, noch deren Vertreter durch Capitulanten und käufliche Abtrünnige ersetzt wurden, und wenn andererseits uns niemand entgegengekommen ist und uns nichts geboten hat, warum sollten wir unser Programm ändern uud unsere glorreiche und ehrenvolle Vergangenheit mit Füßen treten?" Weiter wird in dem Artikel gesagt, daß Dr. Rieger nicht der Mann ist, der geneigt wäre, umsonst in den Reichsrath einzutreten und zsich mit einem Protest zu begnügen. Die Verfassungstreuen werden daher wieder bitter enttäuscht werden, wenn sie sich bei der nächsten Sitzung des staatsrechtlichen Klubs neuerlich überzeugen werden, daß der staatsrechtliche Klub wieder so entschieden wie bisher und sicherlich zur größten Freude und auf Antrag Riegers beschließen werde, daß der Neichsrath ohne Erfüllung gewisser Bürgschaften nicht zu beschicken sei. Es sei zu verwundern, daß auf die Resolution vom 18. Mai keine angemessene Antwort erfolgt ist. Die Vertreter des czechischcn Volkes warten schon lange, bis auch von deutscher Seite die Vertrauensmänner gewählt und die Antwort auf die czechischen Anträge gegeben werde. Auf deutscher Seite verhalte man sich zu dieser Lebensfrage nicht nur für Böhmen, sondern für Oesterreich zögernd, und gar nicht entgegenkommend, als ob die Angelegenheit von keiner Wichtigkeit wäre. Der Artikel fährt dann fort: „So lauge auf der anderen Seite eine wahrhaste Versöhnlichkeit uud Bereitwilligkeit nicht bethätigt werden, hat niemand das Recht, uns zu verdächtigen, als ob wir ungeheuere und übertriebene Dinge verlangen würden uud als ob wir unsere Kräfte zu rcactimiäreu oder auf die Verkürzung der billigen Rechte der deutscheu Nation hinzielenden Schritten uud Experimenten leihen wollten. Wer mit dem czechischen Volke rechnen und sich die Hilfe und Mitwirkung seiner Vertreter sichern will, der kann nicht bis zur Eröffnung des Reichsrathes warten. Die Verhältnisse sind so verwickelt und die Hindernisse einer wohlthätigen Versöhnung sind so an< gehäuft, daß es einer unaufschiebbaren langen Arbeit bedarf, um diese zu beseitigen, damit die Vertreter des czechischen Volkes erfahren, woran sie sind, was sie erwarten können und welche Vortheile der Nation und dem Lande aus ihrem Betreten des parlamentarischen Bodens erwachsen können. Graf Taaffc konnte bei seinem letzten Aufenthalte in Praq am besten erfahren, daß die Vertreter der czechischen Nation sich niemandem aufdrängen, daß sie keine Gnaden erbitten, sondern daß sie selbstbewußt und würdig an ihren Rechten und Forderungen verharren. Und so werden sie sich verhallen bis zur parlamentarischen Campagne uud auch nach der Eröffnung des neuen Neichsraths, wenn weder von deutscher Scite noch seitens der Regieruug die unerläßlichen Schritte zur Verständigung gemacht werden." Aus Bosnien-Herzegowina. Bosnien und die Herzegowina habe» folgende ncne politische Eintheilung erhalten, nach der fünf Kreise auf Vosuien und einer auf die Herzego-wina kommen: 1.) Kreis Serajewo: Bezirke Serajewo, Fojniza mit Mudiraten Vusowatscha uud Kreschewo, Rogatiza, Kladanj, Wischegrad, Tschajniza, Gorasda, Wis?ta mit Mudirat Warrsch. 2.) Kreis Trawnik: Bezirke Trawnik mit dem Mudirat Seniza; Iajze mit den Mudiratcn von Iescro, Warzar-Watuf uud Skeudcr-Wakuf; Dolnji-Wakuf mit den Mudiraten Bugujnu, Gornji-Wakuf und Kupresch; Prozor, Liuuu mit dcm Mudirat »Grahovo; Mamoc, Douno. 3.) Kreis Bauja-luka: Bezirke Baujaluka mit dem Mudirat Prujavor; Gradiska mit dem Mudirat Orahovo; Teschanj mit Mudirat Dobuj; Derwend mit Mudirat Türtisch-Brod: Scheptsche. 4.) Krcis Aihacs: Bezirke Aihacs; Nuvoselo, Amtssitz Petrowaz mit Mudirat Kuleu-Wakuf; Ostroschaz, Amtssitz Clizin; Türkisch-Kostajuiza mit Mudirateu Novi und Dubiza; Stari - Majda», Amtssitz Sanskimost, Prjedor mit Mudirat Kosaraz; Krupa mit Mudirat Äuschim; Kljuc. b.) Kreis Zworuit, Amtssitz in Dolnja-Tusla. Bezirke Dolnja-Tusla mit Mudirat Gorova-Tusla; Vrctschka, Bjclina mit Mudiraten Iauja und Bropovopolje; Zwornil, Srebre-niza, Wlaseniza, Maglaj, Gratschauiza, Oraschje mit Mudirat Schmuaz. Gradatschaz mit Mudirat Modrics. 0.) Kreis Mostar: Bezirke Mustar, Trebinje mit Mudirat Korjeuiza; Ljllbuschki. Potschitelj mit Mudirat Gabela, Koujiza, Stolaz, Ljubiuje, Gazko. Nevesinje, Fotscha, Bilek. Die seit dem 1K. Juni im Gauge befindliche Volkszählung in Bosnien geht rüstig vorwärts, aber trotzdem wird es noch eine geraume Zeit brauchen, bis die Resultate derselben vollstäudig vorliegen. Obwol bis jetzt keine direkte Widersetzlichkeit gegen die Kommissionen vorkam, haben dieselben doch mit allerhand Schwierigkeiten zu kämpfeu, welche iu anderen Ländern entweder gar nicht, oder doch nur sehr ausnahmsweise vorkommen. Die „Äosu. Korr." entwirft diesbezüglich nachstehende anschauliche Schilderung: ..Die Kommission erscheint z. B. in einem muhame-dauischeu Hause. Sie bleibt im äußeren Hofe steheu, da ja im zweiten, dem für die Fraucu uud Kinder reservierten, unverschleierte Dameu sich befinden können. Der Hausherr erscheint und führt die Herren nun entweder in ein Gemach, selbstverständlich uhue jeden Tisch, wo auf dcm Minderlut die Eintragung in die Tabellen vmgeuummeu werde» muß, - - oder aber die Kommission bleibt gleich im Hof und schreibt, indem sic die Aoa.cn an die Wand oder den Zaun legt. — Vorname ist bei den Muhamedaucrn die Hauptsache, da das alte türkische Gesetz Familicuuamen gar nicht anerkannte; in Bosuicu aber, wo sich bei der Erobe-ruug des Laudes durch die Türken ein alter erbgesesscncr Adc'l befand, welcher zum Islam übertrat, führeu noch heute die meisteu Muhaiuedaner ihre mit der alten Geschichte des Laudes verknüpften Namen, und ihre Wappen finden sich großeutheils schon iu dcm „Wappenbuch der bosnischen Adeligen zur Zeit der serbischen Könige" vom Jahre 1340, welches im Kloster Kresevo aufbewahrt ist. — Ab<:r es gibt doch auch viele cin-gewcmderte Türke», welche einen eigc»tlicheu Familien« name» uicht besitzen nnd die sich entweder zum Unterschied uo>: andere», gleiche Vornameu führeudr» Glnu-beusgenossen den Namen ihres Geburtsortes beilege», wie z. A. Omcr Skopljak (vou Skopljc), Raschid Se-lmnt (aus Salouichi) ?r., oder aber sie erhalten vott ihrc» Mitbürger» de» Name» des Gewerbes als Keim-zcicheu, zum Beispiel Husso Mudschelid (Husso der Buchbinder), am gebräuchlichsten sind jedoch Spitzname», welche uicht immer augcuchm lauten. Wo es nur Muju Tupal (Mujo der Lahme) oder Ibro Kam-bur (Ibrahim der Änckliqe) heißt, so geht dies noch an, aber es kommeu solche Spitzuaineu vor, die nichts weniger als Schmeichelei sind, z. B. Mehemcd SchaP lo» (Mehemed der L»mp), uud die fürs Leben anhafte». Auch bei de» Christen sind solche Beinamen gebräuchlich, uud ge»ug Bauern existieren, welche nur 1317 ihrcn Spitznamen, nicht aber den wirtlichen Vater-nanien wissen. Dies muß aber alles von der Volls-zahlungs-Kommission berücksichtigt werden, denn sonst kommen mehr als tausend von gleichem Vornamen in der Stadt zusammen und eine Unterscheidung wäre ein Ding der Unmöglichkeit. — Das Alter kann selten ein Bosniak — er mag Christ oder Türke sein — richtig angeben, und oft ist auch bei der Angabe des Alters der Knaben cine Speculation dabei, denn man denkt an Militärpflicht und gibt anstatt neunzehn oder zwanzig Jahre mit Gemüthlichkeit zehn an. — Nun aber gar erst bei dcn Frauen! Da beginnt die Komödie, denn von der türkischen Volkszählung (law'iri nuluö) wurden dieselben unberücksichtigt gelassen, und letzt müssen sie auch in die Listen eingetragen werden! Das Alter des weiblichen Geschlecht's verlangt man aber nicht zu wissen; man ist hier galant, und manche unserer neuangetonimcueu Europäcrinucu wird hierüber seelenfroh sein. Beim Muhamedauer ist aber die Frage nach Frauen eine Beleidigung, und diese muß daher nach linkischem Gebrauch umgangen werden. Man fragt — getreu nach türkischer Sitte — nur nach den „Kindern", und scheidet die Frage sodann in zwei Theile: 1.) nach großen Kindern weib' uchcu Geschlechtes, womit die Frauen gemeint sind; 2) "ach den Kindern dieser Kinder! Die Augabc der bewohnbaren Räume stößt ust auf Widerstreben, auch das Vieh gibt man nicht gern an, weil jeder im Hultergruudc schou dcn Steuerbogen zu sehen vermeint." Die Laudcsregieruug hat folgende Verlautbarung "lassen: „Die kaiserliche Regierung steht im Begriffe. Zur Fördcruug des Äergb aue s eine zeitgemäße Re-vljwu des türkischen „I^wmeut, do« min68" vom vMhre 1809 vorzunehmen. Bis zur Kundmachung meses revidierten türkischen Gesetzes wird vorläufig Artikel 11 des türkischen Gesetzes dahiu abgeändert, daß alle Schürfarbeiten, sie mögen auf dcm eigenen Grunde durch dcu Besitzer oder seinen Mandatar oder durch fremde Schürfer vorgenommen werden, der Bewilliauna der Landesregierung unterliegen. Jede ohne Bewil« ligung der ^andcsbchörde unternommene Schürfuua wird sofort slstiert und unterliegt nach dem Befinden der Landesregierung riucr Strafe von 50 bis 500 fl" Ebenso hat die Landesregierung augeordnet, daß die Euidcuzhalluug der in Bosnien und der Herzcao. wma ftch aufhaltenden nicht activeu Perfoueu des Heeres, oei Kriegsmarine und der Landwehr den Mlitär-^tattouKtommanden obliegt. Nichtactive Personen des ^ccres der Kriegsmarine und der Landwehr haben demnach die ihnen zum Zwecke dieser Evidenzhaltuug zukommenden Melouugeu bei dem ihrem Aufculhaltsurtc zuuachft gelegeueu Müttär-Stationskommando zu erstat. ten. Nur bezüglich jeuer im Territorialbcrcichc vuu Uhr uachmittags mit folgender Tages« orduung statt: 1. Bericht der Rechtssect,un über die Ve-handlung des von den Herren Johann, Josef, Carl, Anton uud Theodor Lnckmann in Angedenken an ihren Vater Herrn Lambert Carl Luckmann gewidmete» Armen-sondslapitales von :;000 ft. in österreichischer Notenrente. II. Bericht der Polizeisectiun über die vollzogene Neu-rrgulicrung der Todtenbeschau. III. Bericht der Finanz» section über die Einführung von Ganggelbern für die magi' ftratlicheu Diener bci dienstlichen Excursen, IV. Selbst» ständiger Antrag des GemriuoclatheS Regal, auf Er-neuuung von Ehrenbürgern. — Nach Schluß der öffentlichen folgt eine geheime Sitzung. — (SängcrauSflug nach Veldes.) Der Männerchor der philharmonischeil Gesellschaft unternimmt im Falle günstiger Witterung Sonntag den 1.'^, Juli einen Ausflug nach Geldes, für welchen ihm von der löblichen Direction der Kronprinz ittudolfbahn eine Fahrpreisermäßigung bewilligt wurde. Nir werden er-fucht. hiczu auch die beitragenden Mitglieder der genannten Gesellschaft mit dem Nemerlcn einzuladen, baß bei Herrn C. S, Till bis spätestens Samstag den INen «littagS aeacn Entrichtung der Fahrgebühr die Legitimationslartl'li behoben und weitere Auskünfte eingeholt werden lüunen. 1348 — (Allgemeine Landessammlung) Zugunsten der am 30. v. M. durch einen bedeutenden Brand arg zu Schaden gekommenen Inwohner der Ortschaft Gora im Gerichtsbezirke Reifniz hat der Herr Landes-präsident eine Sammlung milder Beiträge im Bereiche des ganzen Kronlandes Krain ausgeschrieben. — (Drohbrief.) Wie uns mitgetheilt wird, erhielt auch ein renommiertes Handlungshaus in Laibach kürzlich einen jener Drohbriefe „im Namen des socialistischen Bundes," als deren Verfasser und Absender diesertage der Landwehroberlieutenant Josef Kopper in Wien erkannt und verhaftet wurde. Das mit dem Namen „I. U. Dr. Ferd. v. Benout" unterfertigte Schreiben trug die Geschäftszahl 114, was darauf schließen läßt, daß der verhaftete Offizier sein Geschäft ziemlich ausgedehnt betrieben haben dürfte, und forderte von dem bedrohten Handlungshause nicht weniger als 4000 st. mit der Weisung, diesen Betrag unter obiger Adresse sofort an das Hotel „de Saxe" in Prag abzusenden. Daß keiner der auf diese Art Bedrohten, ebensowenig auch das hiesige Haudlungshaus, sich durch das plumpe Schreiben einschüchtern oder zu einer wirtlichen Geldeinsendung bewegen ließ, haben wir bereits an anderer Stelle unseres heutigen Blattes, an der wir die näheren Details dieses Sensationsfalles mittheilen, erwähnt. Uebrigens spricht unserer Ansicht nach schon die höchst einfältige und ganz unüberlegte Art und Weife, in welcher der geldbedürftige Herr Oberlieutenant seinen Plan zu,. Ausführung brachte, dafür, daß man in ihm keineswegs einen raffinierten Gauner, sondern lediglich nur einen leichtsinnigen Men» scheu zu suchen hat, den seine Geldnoth dazu veranlaßte, seine ganze Lebensstellung in der dümmstmöglichen Weise nutzlos in die Schanze zu schlagen. — (Feuer durch Blitzschag.) Während des in der gestrigen Nacht in Laibach und Umgebung durch mehrere Stunden niedergcgangenen heftigen Gewitters zündete ein Blitzstrahl um halb 2 Uhr in Dubruine das Wohnhaus der dortigen Grundbesitzerin Maria Kersin. Dasselbe wurde nebst einem anstoßenden Stall-gebäude eingeäschert. Auch zwei Schweine und acht Hühner sind nliwerorannt. Der durch den Brand angerichtete Schade beziffert sich auf 500 si. und war nicht versichert. — (Ein Kind verbrannt.) In der Ortschaft Kleinzikawa im Rudolfswerther Bezirke ereignete sich kürzlich folgender traurige Vorfall: Der dortige Viertelhübler Martin Kastelic begab sich am 28. v. M. nachmittags in den Wald, während sein Weib auf einem ihm gehörigen, ungefähr 100 Schritte vom Wohnhause entfernten Acker arbeitete. Die beiden Kinder, ein fünfjähriger Knabe Namens Franz und ein achtwächentliches Mädchen Marie, blieben indeß in der Wohnung allein zurück. Der Knabe, der in der Wohnstube Zündhölzchen fand, begann mit denselben in der Nähe eines mit Heu und Stroh gefüllten Schoppens zu fpielen, infolge dessen letzterer und bald darauf auch das Wohnhaus in Brand geriethen. Als die Mutter vom Felde aus den Brand gewahrte und sofort erschreckt herbeieilte, stand das Wohnhaus, in dem sie ihre beiden Kinder wußte, bereits in hellen Flammen. Ihre wiederholten Versuche, die Kinder zu retten, blieben erfolglos, da sie nicht mehr ins Haus gelangen konnte. Erst dem zur Hilfeleistung herbeigeeilten Grundbesitzer Iofef Mikec aus Klein-flatenegg gelang es, unter großer eigener Gefahr in die Wohnstube einzudringen und die beiden Kinder heraus« zuholen, doch war blos das in der Wiege gelegene Mädchen noch am Leben. Während der fünfjährige Knabe dereits verfengt und erstickt war. Da außer den Baulichkeiten auch das Mobilinre fowie ein vom Besitzer in der Stube aufbewahrter Barbetrag von 150 st. mitverbrannten, fo ist auch der materielle Schade, den der Besitzer durch deu Brand erlitt, für ihn ein sehr empfindlicher, umsomehr. als er nicht versichert war. — (Südbahn.) Der durch Wasserschäden unterbrochene Personenverkehr auf der Süduahnstrecke Olier-drauburg-Lienz wurde mit gestrigem Tage wieder aufgenommen. — (Denkmünzen.) Das Baucomitö der Wiener Votivkirche hat anläßlich der am 24. April d. I, erfolgten feierlichen Einweihung derselben eine größere Anzahl Denkmünzen theils aus Silber, theils aus Bronze prägen lassen, welche auf der einen Seite die Porträts Ihrer l. k. Hoheiten der Herren Erzherzoge Ferdinand Max als Gründer und Carl Ludwig als Protector der Votivkirche, auf der Kehrseite aber die Kirche selbst in gelungener Prägung darstellen. Exemplare dieser Denkmünze werden um den Betrag von 30 st. für eine Silbermünze und von 5 si. für eine Bronzemünze abgegeben, und nimmt fowol das t. k. Landesprä'sidmm in Laibach als auch die k. k. Statthalterei in Wien Bestellungen darauf entgegen. Neueste Post. Original-Telegramme der „Laib. Zeitung." Klagenfurt, 10. Juli. Der kärntische Großgrund, besitz wählte den Liberalen Edlmann. Versailles, 10. Juli. Die Kammer vertagte die Discussion des Berichtes über das Gesetz, betreffs Rückverlegung der Kammern nach Paris, um mit dem Senat ein Einvernehmen hinsichtlich der Berechtigung der Präsidenten der Kammern zu direkter Requiriemng von Militär herzustellen. In der Generaldebatte übev das Budget verlangte Allaintarge die Convcrtienmg fünfperzentiger Rente, Lay bekämpfte die Forderung. London, 10. Juli. Die gestrige Aankettrede Salisbury's cottstatiert die Durchführung der wescntlichcn Bestimmungen des Berliner Vertrages und der Friedenswünsche der Mächte nach Beschwichtigung der letztjährigen Stürme. Von den Concurrenten um den Besitz wichtiger Mittelmeer-Positionen ist keiner mächtig genug für die Uebernahme einer solchen Aufgabe. Ein reformiertes Türkenreich stütze sich auf die Zustimmung der Unterthanen, welches sich zu erhalten fernerhin bestreben muß. Der gegenwärtige Friede ist nur eine Ruhepause, bedingt durch Anwendung, welche die Türkei davon jetzt undzukünftig macht. Redner rühmt die Eigelb schafteil des türkischen Volkes und hofft, dessen Staatsmänner werden die Mißbrauche und die Corruption abstellen. Unter den gegenwärtige» Verhältnissen müsse selbst ein friedliebender Staat, wie England, stets für den Krieg vorbereitet sein. Tirüovo, 10. Inli. Fürst Alexander legte gestern dcn Vcrfassungseid ab und geht ehestens nach Sofia, wo ihn der Investiturs-Fermau erwartet. Trieft, 9. Juli. Die Handelskammer wählte Teuschel zum Neichsrathsabgeordneten. KlagenfuN, 9. Juli. Der bisherige Abgeord« nete Gustav v. Pacher wurde von der Handelskammer wiedergewählt. Innsbruck, 9. Juli. Sämmtliche liberale Kandidaten, die bisherigen Abgeordneten Makowitz, Graf Terlago, Graf (5onsolati und Dr. u. Hofer, wurden vom Großgrundbesitze wiedergewählt. Spa lato, 9. Juli. Der nationale Kandidat Dr. Nenoic wurde in der Städtegruppe Spalato mit 5)01 Stimmen zuln Reichsraths-Abgeordneten gewählt. Der italienische Kandidat Bajamonti verblieb in der Minorität. Berlin, 9. Juli. (Presse.) Die heutige Verhandlung im Reichstage hob alle Beziehungen Bismarcks zu den gesammten Liberalen auf. Paris, 9. Juli. Mehrere Journale melden, Mac Mahon verlangte vom Kriegsminister die Ermächtigung zur Reise nach Chislehurst, um dem Leichenbegängnisse des Prinzen Napoleon beizuwohnen. Nach Einvernehmen mit dem Ministerrathe antwortete der Kriegs« minister, er könne diese Ermächtigung nicht ertheilen, nachdem ein ähnliches Verlangen der Marschälle Ean-robert und Leboeuf und des Admirals Innen abgewiesen wurde. Versailles, 9. Inli. Die Kammer „ahm mit 330 gegen l85 Stimmen Artikel 7 an, wonach der Unterricht der nicht autorisierten Eongregationen verboten ist. Desgleichen wurde Artikel 8 angenommen, wonach jede freie Uliterrichtsanstalt und jeder zum Zwecke des Unterrichts gebildete Verein nur durch ein Gesetz das Oeffentlichteitsrccht erlangen kann. Sodann wurde der gesammte Ferry'sche Entwnrf mit 352 gegen Ili9 Stimmen angenommen. Morgen beginnt die Kammer die Budgetdebatte. Telegrafische Wechselkurs vom 10. Juli. Papier. Rente 66-70. — Silber - Rente 68 35. — Gold« Rente 7» 30, 1860er Staats.Anlchen 12U . Vank.Äcticn 822. - Kredit-Actien 265 75. — London 115 90. — Silber — —. K. l. Münz»Dnkaten 550. — 20 . Franlen » Stücke 921. - lOO-Reichsmart 5685. Wien. 10. Juli, 2'/, Uhr nachmittags. (Schluhlurse.) Krcditactien 265 70. 1860er Lose 126-25. 1864er Lose 157 75 österreichische Nente in Papier 66 72. Staatsbabn 277 25, Nordbahn 2l?50, 20 franken stücke 9 21. ungar. Kreditactien 252-75. österreichische ss'aueobanl -—. österreichische Anqlobn,,! 123-60. Lombarden 86 75, Uuimchank 85 60, Llnudaclien 584 —. »in'liscye Lojc 20 75, Hmmnmml Anlehe,! 111 75.. Egyplljchs__^ Oold,e»te 78 32. ungarische (Yold>e»le i)3 55. Fest. 'Anstekommene Fremde. Am 9, Inli, Hotel Stadt Wie,«. Dr. «osjek, Advokat. Graz, — Baron Franchelti. Trrviso. — Dr. Golloschiy, Hansbes., Kohcn »nd Valaui. Trieft. - Nailing. Kfm,. München, — Schink, Hdlsm,. Sagor, — Ihne, Nergdircttor, Hrastnik. Dernjat, Nfm., Wien. — Zboz>nsti, Fiume. Hstel Elefant, v. Vetter, l. k, Generalmajor, Graz, — Baronin VranyzaiN,), Karlstadt, — Edler v,.Mittel. Iügeuieur' Majch ner, .Kfni.; Walslebeu, Grschäftsrcis,; Dollar. Mediziualvalh, und Schneider, Wie». — Gcbhart, Kfm., Brümi. — Spa ruvitz, l. k. Zolleiimrhmer. Ttrasaldo. — Kollnik. Gutsbesihel Verd. - Zdarct. Oberförster. Stein, Hotel Europa, u, Isakuvie. HauptmannAnditor. Brunn, — Weih, Sissel. - Lilhmcmn. Leipzig, Mohren. Schneider, Weinhändler, Ungarn. — Haurer, Lie»' tenant. Gü'rz, - Dobensli. Wien, Meteorologische Beobachtungen in Laibach. Z n W is - ^ W "z «z n ' 5« M 7U.Mg, 730-72 4-11-6 O. schwach bewölkt '<,,„ 10. 2 „ N. ?:!0-!7 ^i!>-6 O. schwach Halbheit« «>,^.. 9 „ Ab. 732-05 4-13 1 SW. schwach iiiea.cn ^gM Morgens trübe, dann thcilwcise Aufheiterung, aeacu «ll>e»5 duilkle Wolkenzüge, dann Regen. Das Tagcsmiltcl der Wärme -j- 148°, um 4'1° unter dem Normale. Verantwortlicher Ncdactcnr: Ott 0 mar Vambcrg. Ich beehre mich. die auswärtigen geehrten Freunde. ^ und Bekannten meiucö Onkels, des jubil, l, k, Staats- ^ buchhaltungs-RechnungsratheS Herrn W Alois Neaul, > welchen die Trauertundc seines Ablebens durch dir ^ versendeten Partczeltel nicht zugekommen sein sollte, ^ zu benachrichtigen, daß derselbe' am l». Juli I. I, zu W Laibach im «7, Lebensjahre gestorben und am 8. d. M alls dem Fricdhofe zu St, Christoph im eigenen Grabe W beerdigt worden ist. M Zugleich fühle ich mich verpflichtet, allen Freunden M und Bekannten für dir meinem Onkel auch während M seiner kranlhcii sowie bei dem Begräbnisse bewiesene W herzliche Theilnahme niciuen innigsten Dank anszu« M sprechen. ^ Laibach am 10. Juli 187!). W Dr. Josef Klalmlsch«^ > l. l. Oberstabsarzt. ^ Vl)l.'>(ll!) Grundentlaftunge Obli«atlsnen. ^ Böhmen.........102 50 103 50 Niederästerreich......104 75 10525 Galizien.........9025 90 50 Siebenbürgen.......83— 83'50 Temeser Nanat......83 50 84 - Ungarn..........86 - 86 50 Actlen von Vanlen «Veld ware Anglo-Üsterr. Bank..... 123 25 123 50 Kreditanstalt ....... 26440 264 50 Depositenbank....... 173 175 - Kreditanstalt, ungar..... 250 50 250 7.'. Oesterreichisch, ungarische Bank 82 l - 823 Unionbant ... . 8475 85— Verlehrsbank....... N550 116 — Wiener Bankverein..... 118 75 119'— «lctlen von Transport Unterneh-mungen. «tlb «llatr Alföld.Bahn .......134 50 135 Donau.Dampsschiff..Oe ellschast 57 l- 572 -Olisabeth.Wcstbahn.....179— 17950 Ferdinands.Nordbahn. . . .2170 2180- Franz.Ioseph.Bahn .... 144 - 14450 (Yalizische Karl»Ludwig«Nahll 232 75 233 — KaschaU'Oderberger Nahn . . 11325 113 75 Lemberg'Czcrnowcher Nahn . 134'- »34 50 Lloyd. Gesellschaft..... 585- 586-- Oesterr. Nordwestbahn .... 126 25 126 75 Nudolfs-Bahn....... 133-50 !34 Staatsbahn........ 276 25 276 75 Tüdbahn....... 86 50 8? - Theih-Nahn........ 213 214 - Ungar.»galiz, Vcrbindungsbahll 103 - 103 50 Ungarische Nordostbahn . . l26 - 12650 Wiener ^ramwa^-Gesellschast 186— 136 50 Pfandbriefe Nllg.öst.Bodenlreditanst.liOd.) 11550 115 75 » ^ « si,Ä. London, lauge Sicht .... 11610 116^ Paris.......... 459« 45!^ Geldsorteu. Dukaten . . < . 5 fl. 50 kr, 5 ft. 51 ll Napoleonsd'or , 9 , 22 , 9 „ 23 -Dentsche Reichs- Noten .... 56 » 95 , 5? „ — " Zilbergulden , . 100 ., — « 100 . ztrainifche ^ru»ocntlasl»lNlis'Obligatloi«e"' Gelb !<150, Wace —'-. Nachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notieren: Papierrente 66 60 bis 6670. Silberrente 6810 bis 63 20. Äoldrcntc 78 25 bis 7835. Kredit 264 30 bis 264 40. Anglo 123-10 l"« 12320 London 116 - bis 11620. Napoleons 922 bis 923. Tilb« 100- bis 100' -.