PrLuumerattonS-Preise: g 11 r Laibach: GanzjLhrig ... 8 fl. 40 kr. Halbjahrig ... 4 „ 20 „ Vierteljiihrig . . 2 „ 10 „ Mouatlich 70 , M i t der Post: Gauzjiihng. . . 11 fl. — ft. Halbjiihrig ... 5 „ 50 „ Vierteljiihng . 2 „ 75 „ gflt Zustcllmig ins HauS vier-t ljShrig 25 kr., monatl. 9 kr. Laibacher Riuzelne Nummern 6 kr. Nr. 163. Redaction Bahnhofgofle Nr. 132. Vr»editio»- & In škrate«. Bureau: SongretzplaK Nr. 81 (Buch-haridlung bon Jan. v. Klein. motjr & Fed. Bamberg.) Unonyme Mitthrilungen werden nicht beriickfichtigt; Manuscript- nicht zurilckgesendet. Freitag, 18. Juli 1873, — Morgen: Vinzenz. JnsertionSprrisr: Stir die einspaltige Pelitzeile ft 4 kr., bei ,weimaliger Tin-schaltung ft 7 kr., dreima!>ger ft 10 kr. Jnsertionsstempel jedeSmat 30 kr. Bei grdtzeren Jnseraten nnb iisterer Einschattung ent|ptt* chender Rabalt. 6. Jahrgang. Eine Gedachtnisseier. Sprache und Literatur der Czechen, als des am weitesten nach Westen vorgeriickten slavischen Stammes, entwlckelten sich inSbesondere seit der Epoche der luxemburgischen Konige vom Beginne des vier-zehnten Jahrhunderts an ziemlich reichhaltig. Neben Uebersctzungen deutschcr Rittctgedichte, wie der Ale-xandersage, der Sage von Tristan und Isolde, Arthurs Tafelrunde, dann Marco Polos Reiscn n. a. begegnen wir Chroniken, unter dcnen Dalimils boh-mische Chronik in Versen (1314), die bohmische Chronik des Pulkawa (gest. 1380), das gleichzeitige Fabelbuch „der Rath der Thiere", mehrere histo-rische Gesange wie z. S3, iiber die Schlacht von Crccy im Jahre 1346, too Konig Johann von BShmen fiel, u. a. Ein weiterer Aufschwung begann dutch Hutz, der die bohmische Bibeliibersetzung re-vidierte und verbcsserte und gegen 20 griihere und kleinere ©christen hinterlieh. Die Kirchenlieder der Hussiten zeichncn sich auch in poetischer Hinsicht vor-theilhaft aus. Die Prosa gestaltete sich vielseitig und kraftig, da fcit bet Herrschast der Hussiten das Czechische das Latein aus den Kanzleien verdrangte und das allcinige Organ aller osseutlichen Verhaud-lungen wurde. Die bohmischen Staatsschristen des 15. Jahrhundertes sowie die Briefe bohmischer Staatsmanner aus dieser Zeit sind Muster eines kurzen, klaren und krastigen Vortrages. Z i s k a selbst hat antzer einem Kriegslied eine Kriegsinstruction fur seine Truppen verfatzt. Die Periode von 1526 bis zur Schlacht am weitzen Verge (1620) nennen die Czechen wohl die g v l d e n e Z e i t ihrer Literatur. In der That wurden damals, besonders unter Rudolf II. (1576 —1611) alle Wissenschasten und Kunste in Bvh-men mit Fleitz angebaut, und die Liebe zu denselben osfenbarte sich bei alien Standen. Bohmen hatte in dieser Zeit ein bluhendeS Schulwesen, die czechische Sprache hatte die hochste Stufe ihrer grammatischen und socialen Ausbildung erreicht, und die Zahl der ans Licht tretenden Werke hatte sich wie im benach-barten Deutschland insolge der Kirchenreformation ansehnlich vermehrt, jcdoch hielt der innere Gehalt der Literaturproducte keineswegs gleichen Schritt mit der Zahl und bent Umsang. Bohmen hat aus dieser „golbenen Zeit" ber Literatur keinen Dichter aufzuweisen, der wurbig ware, auch nur an bie Seite bes gleichzeitigen polnischen Dichters Kocha-nowski gestellt zu werben. Georg Streyc, ber bohmische Psalmsanger unb Hospoet Kaiser Rubolf II., und Simon Lomnicky finb bie einzigen, bie ertoiihnt zu werben verbienen. Dagegen gelangte bie bohmische Berebsamkeit in Staats- unb Rechtsverhandlungen zur Bluthe. Die Denkwurdigkeiten Karls von Zie-rotin, des Landeshauptmannes von Mahren (gest. 1614), sowie bessen bohmische Briefe konnen als Muster guten Styls gelten. Mit bent breitzigjahrigen Kriege unb ber Schlacht am weitzen Berge jeboch trat cine unge-ntcin traurige Periobe ber czechifchen Literatur ein. Dnrch bie Jesniten unb die gewaltlhatige Gegen-reformation ward Wohlftand mid Ruhe auf lange Jahre hinaus untergraben, ber czechische Name ver« vehmt in alien Sanben unb gltichbebcutcnb mit Ke-tzer unb Rebell. DaS traurigste Los traf bie Dent-male ber filter« Literatur. Missionare der J e sui -ten wanderten, von rohen Kriegsknechten begleitet, von Ort zu Ort, von Haus zu HauS, um dem Volke alle der Ketzerei verdfichtigen Biicher unb Schriflen abzunehmen unb schonungslos zu verbren. nen. Alle miiglichen Mittel bis zur Folter wurden in Auwenbung gebracht, urn bie geistigen Erzeug-niffc bieses gefahrlichen unb aufriihrerischen VolkeS zu vernichten. Dabei galt es als Grunbsatz, dah alle fcit Hutz bis 1635 verfatzten czechischen Werke, toes Jnhaltes fie immer sein mochten, von Ketzerei unb Jrrglauben angesteckt sein mutzten. BergebenS erhoben aufgeklarte Mtinner, darunter selbst ber Jesuit Balbin, ihre Stimmen wider bie fanatischen Morbbrenner; bie Bucherversolgung unter ber Lei-tung ber Jesmten bauerte bis ties ins 18. Jahr-hunbert hinein;' noch 1760 konnte sich bet Jesuit Ant. Konias rtihuien, sechzig tausenb czechische Biicher verbrannt zu haben. Tausende von Familien fluchteten ins AuSlanb, barunter der Berfaffet eincr umfangteichen Kitchengeschichte Paul Skala von Zhor unb bet letzte Bischof ber bohmischen Brubcrgeincinbe Joh. Amos C o m e n i uS, auch ber letzte ©tern ber altern bohmischen Literatur. Zu Lissa in Polen, zu Amsterbam, Dresben, Berlin brurfte man noch czechische Werke fur bie in Verbannung Lebenben. In Bohmen selbst herrschten dutch mehr als anberthalb Jahrhunberte bie Jesuiten unb bie geiftige GrabeS-nacht wie im iibrigen Oesterreich. Enblich begann sich wiebrt unter patriotischen Mannetn, bcnen ber unausbleibliche Untcrgang dec Mutterfprachc lebhaft vot die Slugen trat, neueS Leben zu riihren. Die Ueberreste der Alien wurden aus ihretn Verstecke hervorgesucht und ncu heraus-gegebctt. Mehrere namhafte Schtiftstellet traten auf mit Otiginalwerken unb Uebersetzungen. 8lbtc KvmischeSzenen m dem Zuchtpolizei-gerichte fit Paris. ii. eincr, ber bie Butter auf bet Pfanne hat. Mitten im Verhor fagt ein tleincr grau an* gezogener Mann, mit grauen Haaren, mit eincr ungentein grotzcn, blaucn Schiirze, zum Vor-sitzenben: Herr Prasibcnt, wollcn Sie ittir eine befonbere Geffilligkeit erweifen? Prasibent: Was verlangen Sie? Der flcine Mann: Meine verklagle unb be* langte Diebin setzt mich in bie gtotzte Bertegenheit. Seit 2 Stunben fticre ich fort bie Anklagebank an unb sehe sie nicht barauf erscheinen. Sollte man Re haben enttoifchen laffen? PrSsibent: Wenn Sie in irgend eincr Ange-lcgcnhcit als Klagcr erfchicnen find, so wartcn Sic ruhig, bis man Sie aufruft. Der Ileittc Mann: Sicher bin ich hier wegen ber kleinen Eulalia, bie tnir 4 Psund Butter von bet Auslage geftohten hat. Belieben Sie mit zu fagcn, ob Sie bie Diebin fchnell vernrtheilen wet-ben, benn ich Habe augenblicklich Butter in ber grotzcn Pfanne, ich tann fagcn, im Keffel auf bent Fenet, unb beforge, bah beint Zerlaffen ein Ungluck gefchehe. (Bei biesen Wotten wird eine kleine Fran durch die Thiire ber Angeklagtcn hereingefiihrt.) Ach! da ift ja meine Diebin, bie kleine Eulalia. Man sicht ihr ben Dicbstahl am Gesichte an. Ich fenne mich auf zwei Meilen aus unb etkenne Eulalia unter hunbert Menschen; sie hat ein wahres Butterbiebsgesicht I Prasibent: Diese Stngelcgenheit wird glcich vorgcnommcn, wcil bent Klagcr sein Buttergeschfift grotze (Site aufertegt. Der kleine Mann: Vielen Dank fur Ihre befonbere Gute, Herr Prfifibent; abet Sie wiffen, was bas zu fagcn hat, Butter auf bent Feuer zu haben. Prfifibent: Welchcn begnlnbetcn Vorwurf haben Sie dieser Frau zu ntachcn ? Der kleine Mann: In zwei Wortcn. Wie Sic mich hier fehen, bin ich ein Buttcrhanbler unb nehtnc in ber grotzcn Bictualienhalle einett Auslege* raurn ein von 20 Metres und 75 Centimetres. Der Handel geht nicht fchlccht, wenn cs nur kcin Eingchen, kcin Auslaufen, keine Bangigkeit und keine Hausdicbstahle gfibe. Das schmalcrt fehr unset Einkommen. Prasibent: Wenn das Geschaft Sie drfingt, so fprechen Sie doch von nichts andcrm, als wa» auf ben Dicbstahl unmittclbarcn Bczug hat. Zur Sachc! Der kleine Mann: Als meine Frau — Gott Habe sic selig — noch am Leben war, da ging daS Gefchfift wie aus der Butter, aber feitdem ich ihr den Grabftein auf P^re-Lacbaise gefctzt Habe, ist das Gefchfift fur emeu Witwet zu gtotz. Beson-dcts im Heurigen Jahre, wo ich bie Gelegeitheit die Bemuhungen tuchiiger Schriftsteller wie Pelzel, der cine ttcuc czechische Chronik schrieb, be« Pauli-nermonchs Prochazfa, bed Volksschriftstellers Kramer, die gelehrten sprachlichen Forschungen Dobrowskys unb anberer, unt ihre Muttersprache aus ben Fes-feln, die fie briicften, zu befreicn, waren nicht bon dem ocrbienten Erfolge gckront. Die czechische Sprache war aus bent Munbe ber Vornehmen unb Gebil-deten fast geschwunben unb fanb nut mehr cine Zu-sluchtsstatte beim Sanbmanne unb in ber HiUte ber untern Stiinbe. (Sckliltz folgt.) Politische Rundschau. Laibach, 18. Juli. Inland. Dcr „Pcstcr Lloyd", ein gcwih un-partciischcs Blatt, untcrzicht bie Thatcn bcs Hcrrn con Stremayr eincr Wiirbigung unb gelangt zu nachstchcnbcn Folgerungcn: „Die Sstcrrcichische Rcgicruug stcht hcutc var ben birectcn Rcichsraths-wahlcn. (Sine grohartige Bcwegung hat bas ganze Land ergriffen, unb biefc Bewegung erhalt ihre Impulse von ber liberalen Haliung bes Ministeriums Auersperg, wie sic anbcrcrscits auch cntschicbcn im Vcrtraucn aus bieses Ministcrium hanbelt unb wirkt Das t a k tlo s e B o r g c h c n bcs Untcrrichtsmini-stcrS, welches burch feinerlei Motive gercchifertigt werben fann, ift nut gceignet, ben schbnen Einklang zwischcn Regierung unb Volk auf bas unharmo-nischeste zu store« unb bie Errungenschastcu ber letz-ten politischen Kamp sc in gcsahrlicher Wcisc auss Spiel zu setzen. Heute ist es roenigcr als jemals am Platzc, batz cin Mitglicd bcs Cabinets mit Par-teien licbauglc, wclchc in ber offcntlichcn Mcinung durchaus biscrcbiticrt sinb, unb wir fiirchtcn schr, datz bie Dinge heute bcrcits zu wcit gcbichcn sinb, alS bah bas Ansehcn unb bie Popularitat ber Rc-gierung burch cin anbcrcs Mittcl roicber hergeftedt werben fonnen, als burch ben Riicktritt b e s U n t e r r r i ch t s m i n i si e r s." Die „Presse" bcschastigt sich mit ber Haltung bes Szcchensuhrcrs Rieger bei ber Jungmaimscicr. „Mrode muj“ ! „Mcin Volk!" habc ber grotze Rieger bie versammcltcn Baucrn unb Sokoliancr apostrophiert! Das fei obcr ein flciner Mann, ber von seiitcn Stammcsgcnosscn so gering bente, datz er in ber Sprache bcS Palriarchen, bcs Heros, bes Fursten zu ihnen sprcchc. Das einzigc „Mcin Vylk" stcllc bas czechische Bolk um Jahrhunberte zuriick unb weise ihm in ber Volkerfamilie einen so beschei-benen Platz cin, bah cin Wettkamps mit ben grohcn Nalioncn bet Erbc von vornhercin zu ben Unbmt« barfeiten gehore; ber grotze Rieger Habe fcrncr im Vcrlausc ber Fcsircbc crzahlt, wie cr ein Schuler Jungmanns gcwcscn unb wie biefer es war, ber seine Mutter bcstimmt Habe, „ihn in ben Stubicn zu lasstn, roeil cr einmal seineut Volkc wcrbc niitz- beim ©chops crsasscn mutz, urn bie zcrlasscne Butter gut an Mann obcr Frau zu bringctt. President: Borwarts mit ber Klagc! Woriibcr beschrocreit Sic sich cigentlich ? Dcr fleine Mann: Nun ja, bie Thotsochc. Sie habcn ganz vecht, H-rr Prasibcnt, man bars nicht schwatzcn, roenn man Butter auf ber Pfannc hat. Wegen bcs Diebstahls verhalt es sich so: Jch hattc 4 Psund seine Butter far elite Kundin abge-wogen unb sicllte solchc am attbern Endc metner Auslagc zur Seiie, unt sie ber Kunbschoft burch nteinen Lausbuben zuzusendeit. Wahrenb bessen bc-biene ich ein juttges, hiibsches Madchcn mit */* Psuitb unb tehre zu meinen 4 Pfunb wicdcr zuriick. Keine Butter mehr ba NichtS auf dem Brett, nichtS untcr bem Brett. Meitte Butter ist gcstohlen. Die 4 Pfunb sinb verschwunben fammt bem Dieb. Wer ist ber Died? Wo ihn suchen, wohin laufen? Wahrenb ich wie auf Nadeln fitze, fagt ntir jtteitte Nachbarin, sie Habe cine klcine, ruttbe, roth-backige Person die Butter, ohne zu zahlen, vom Brrtte nehmen schen. Wcnn es cine fleine roth- lich werben konnen". Es burse nun bezweifelt werben, ob Jungmann, wcnn er heute aus bem Grabc crftiinbe, seine SBorte von bamals ratificieren wllrbe! Dcr Patriot, ber marine Bckcnncr Ocstcrrcichs miihie sich mit Entrltstung von bem Trcibcn bes MoSkaupilgcrs unb Bcrfasscrs von Meittoranben an Louis Napoleon abwenben; ber milbe Beforberer bet geisiigcn Bilbung mutzte writ von sich wciscn ben chrgcizigen ©churcr bcs Hasses unb ber Zwie-tracht, ber eher gencigt fei, Wohlstonb unb Bilbung eincr Generation preiszugeben, als von scincn mah-loscn Herrschaftsgeliisten abzulasfcn. Dcr machtigc Wibcrhall, ben DcaksRcbc iiber bas Verhaltnis bcs StaatcS zur Kirche in ber offcntlichcn Mcinung UnzarnS gcfuitben, iiuhert feine praklischcn Folgcn bcrcits in ben Beschliissen, wclchc von hervorragenben Municipicn gcsatzt werben. Szegebin unb Arab habcn zuerst ihren Dank ausgesprochen unb beschlossen, bics Dcak im schrift-lichcn Wegc mitzuthcilcn. Da Arab sammtliche Municipicn bcs Lanbcs von seinent Vorgchcn in Kcnnt-nis sctzcn wirb, so stcht zu crwartcn, bah bas Bei-spicl ber beiden gcnanntcn Stable rasch unb all-gcutcin Nachahmung finbett wird. Dcr „Pcsti Naplo", ber bas Slustreten Arabs unb Szegcbins cntschicbcn billigt, empfiehtt ben Municipicn, sich gleichzeitig an beit Reichstag mit Petitionen bcziiglich ber Vcrwirk-tichung ber in Deals Programme enthaltcnen Prin-zipicn, insbcsonbere abet um (Sinfuhrung bet obli-gatorischen Civilchc zu wenben. Nur wcnn bie Agitation cine allgemein; unb tiefgehenbe fciit wcrbc, fei ein rafcher Ersolg zu gemartigcn. Attsland. Dcr p r e u h i s ch c Hanbclsmini-ftec hat ein Runbsthreiben rocgeit ber Hanbhabung ber Bcstimmungcn zum Schutzc berStrbeiter gegett bie Gcfahrcn fur Gcsundheit unb Lcbcn cr-lasscu. DaSsclbe ist an sammtliche lonigliche Regie-rungen gerichtet unb fniipft an bic Bcrichtc ber letz-tcrn an, wclchc bieselben bent Ministcrium eingercicht habcn. Dcr Hanbclsministcr forbert in jebem Jahrc eine nach eiiteut bcigcschlosscncn Schema cinzurci-chenbe Liste allcr im Laufe bcs Jahrcs vorgekom-meneit Unfalle nub Ungliicksfallc, foweit burch bieselben eine minbestens achttagige Arbcitsunsahigkcit cincs cinzelnen heroorgeruscn worbcit ist. Die Raumung bcs franzosischcn Gc-bietcs von beutscheit Truppcn begann am 16., bie Bclsorts begiitnt ant 31. Juli, .unb bicse Festung soll am 2. August vormittagS ganz gcraumt sein. General v. Mcmtcusscl begibt sich nach Nancys Rautnung nach Vcrbun unb von bort nach Deutsch-tanb. Die Disciplinarstrafgcwalt iiber bie noch auf ben Etappenstrahen zurnckbleibenben Truppcn iibt ber Gommanbenr ber 12. Jnsantericbrigabc aus. 21 m Montag war bie vers oilier Kammcr abcrmals ber Schauplatz eincr scanbalofeit Dcbattc. Bclanntlich war lctzicre vom Grohsiegelbewahrer Er- watigige ist, sagte ich, bonn wirb man sic finben. In ber That fanb ich fie eine Vicrtclstundc spatcr, in ber Halle. Wissen Sie, was bie Rothc that ? Sic suchtc in ber Halle cin Huhn zu fapent, nach-bem fie sich ber Butter vcrsichcrt. Prasibcnt: Sic habcn sic fcftiiehmeit laffen. Hattc sic bie Butter, die ihnen fthlte? Dcr kleinc Maim: So bumnt ift bie Rothe nicht, fie hattc bie Butter bcrcits an einen langen Jungen mit eincr grohen SchirmdachmLtze iiber-geben, ber sich aus bent Staubc rnachtc. Et^ mil ber Butter, fie mit bem zu bratenben Huhn. Scicn Sie vcrsichcrt, sic ist cs, bic meine Butter stahl, nach bent bewahrten Sprichwortc: „Wct cin Huhn ftichtt, stiehlt auch 4 Pfunb Butter." Die Haltung, bie Vertheibigung, das Borleben ber Frau Eulalia find iveit cntfcrnt, das kiihne Sptichwott Liigen zu ftrnfen; ittt Gegentheile, bie Rothroangige wirb iiberfiihrt unb zu 3 Monaten Arrest vcrurthcilt. Dcr Buttcrmann cntfcrnt sich im Triumph unb tehrt zu feincr Pfannc zuriick. nout burch ben Antrag provocicrt worbcn, bemzu-fotge bie Pennaitenjcomntifsion wahrenb ber Fcricn mit bem Rechtc auszurustcn fei, gerichilichc Vcrfol-gungeit roegcit Bclcibigung ber Nationalvetfammlung cinzuleiten. Auch aus ber Samstagssitzung, in wclchct cs bekanntlich ebensalls zicmlich stiitmisch herging, ift ein pikantcs Detail nachzutragen, bei welchem biefer Ernoul glcichsalls ben Hcldcn abgab. In fcittcr Erwiberung auf bie Rebe GambcttaS gebrauchte er namlich unter aitberem bie Phrase: „Jch bin ber Sohn tneiiter Wcrkr", woraus eine lachenbe Stimme „Pies" bazwischcn rief. Ernoul gilt namlich fiir einen natiirtichcn Sohn Monsci-giieur Pics, bcs Bischoss von Poitiers. Somit er-klart cs sich auch, bah ber Jiistizministcr sowohl sein privates als sein offentliches Leben nach ben Bestiminungcn bcS Syllabus cinrichten will. Es stcht schlimm um F r a n k r e i ch. WaS fann ein starferer Bewcis hi-fiit sein als bie Thatsachc, bah bic Erinncrung an ben 14. Juli, ben Tag ber Bastillc-Erstiirmung im Jahrc 1789, ait welchem bas bcspotischc Staatsgebaube Ludwigs XI. unb seiner guteii unb schlcchtcn Nachfolger zusammenbrach, jetiett Tag, wclchcn bie Franzoscn hbher stcllcn, als allc fchbnett lcgislatorischcn Ercignissc jcncs schwiir-mcrischcn, ibcalistisch-cblcn Jahrcs, heute 1873 itt cittern r c p u bli k a n i s ch c n Frankrcich gcprchtcn Herzens unb betriibten Angcsichts gcseiert wirb, bah jene Zcitschriftcn, bereii Grundsatze bie bes Jahrcs 1789 sinb, nur mit fchioenniithigen, troftarmen Zeilen sein gebenfcn konnen ? „AnS ben Ruinen ber Bastille", sogt bie ..Rspubliquc Franxaisc", „scheint sich bas Gcspcnst ber alien Monarchic zu erhebett, um jene Nation zu crschrcckcit, bie einst ben (Sib schwut, frci zu bleiben obcr zu ftcrben. Dcnken wir baruin an bic franzbsifchc Revolution, bercn Jbccn unb Erfolge man in jebem Franzoscn hcrvotztirufcn bebacht war, unb ntogen wir aus biefer Etwagung bic Krast schopfcn konnen, uns cnblich von bem Schrcck zu befrcien, welchcn biefe Gespenster-Erschci-nuitgen eincr SJergangenhcit, wclchc nicht wiedcrkeh-rcn barf, nicht wiebcrfcht'cn fann, uns v:rurfacht habcn." Mit ber nun officicll verfunbetcn ehelicheit Ver-binbung zwischcn bcm Pr inzcn Alfred von Grotz-britantiicit midbcrMaria Alcxanbtowna wirb zum erftcninatc cin alter Branch vcrlctz!, dcmzufolgc im cnglischcn Konigshaufc nur Ehevetbinbitngcn mit protcstantischcn Prinzcn unb Prinzesinncn zugdaffen wnrbcn. Jndcfscn ift zu bemcrfcn, batz cine atifehn-lichc Partci in dcr anglicanischen Kirche die gemein-sarne Communion mit griechisch-katholischcn Christen cor einem unb dcmselbcn Altarc znlatzt. "Im Often reisende Englander habcn bics bcrcits mchrcrcmalc praftifch auSgcfiihrt. Officiofc bcrlincr Corrcfpon-denzen machcn barauf aufmctksain, bah bicse Vcr-binbung ouch fiir Dcutschlanb nicht ohne Jntcrcffe fei, weil ber Prittz prafumtioer Throncrbe von Sach-fen-Eoburg-Golhr ift.__________________________________ Zur'Tagesgcschichle. — DaS Erbbeben vom 29. v. M. fchci«< sich in dem nngliicklichen Bezirkc von B e l l u n o u«d Alp ago in Permanenz ertlart zu habcn, wenigstenS vergeht kein Tag, an welchem nicht eine ober inehrcre Erderschiillcrungcn bie Bevolkcrung crschrccken. Gliick-licherweisc gcstattct es bie JahrcSzcit, unter Zclte« ober auch unter freiern Himmel sich aufjuhalten, denn von einem Bewohncn ber Hciufcr fann fowohl in Bel-luno alS Alpago feine Rede fein, so tange man von einem Augenblicke zum anberen flirchten muh, bie ajiauertt, welche daS Erbbeben bis jetzt verfchont, iiber sich zufammcnbrcchen zu fehen. In Belluno selbst ift auch nicht Ein HiiiS, ba« nicht mehr ober weniger beschSbigt ist, wahrenb in ben liefer liegenben Borstabten bet Schaben verhSltniSmahig nur gering ist. DaS t»StC nach ben gewohnlichen Ersahrungcn auch lcicht zu tV ttfiren, ba man weih, batz bei Erbbeben die 1)$ct getcgenen Gebandc am mcistcn leiben. Dcsto son^6 barer fchcint cS, batz bag auf eincr Anhohc nahe bei Pont* nclle Alpi gelegene Dvrs Cabola beinahe got feine*1 Schaden črtiti, wahrend die am Fuhe dieser Anhohe gelegenen MUhlen nahezu ganzlich zerstLrt wurden. In det ,Alle Lavine" genannlen Muldc zwischcn Chies unb Jrrighe vollzieht sich untetdeffen cine Ecdabrut-schung. Die Bewegung der Erbmaflen begann mil bcm Erdbeben vom 29. Juni unb ist biS heute noch nicht zur Ruhe gffommen. Uebrizens barf man sich hier-unter lein gleichrnahigeS forlschreitendeS Abrnlschen, fonbeen eher ein stohweises Riederfolletn ter Erdmaffen vorstellen, ba6 wahrscheinlich mil ben fortroatyrend sich etneuernden ErdstSH-n gleichen ©chtitt halt. Auch ent* spricht bie Erbbewegung bem Charakter ber Slohe: fie ist wcllenftirmig roie jene. Kleine Mnlden wetben butch Httgel ansgesiillt, unb wo slither Hligel waren, eutstehen iiefe Einsenkungen. Im ganjen hat die Erb-abrutfchung bis jetzt einen Weg von 22 Metern zu-lUigelegt unb beroegt sich, mie gefagt, noch immer. SBei Alpago sinb siinszehn Dorset beinahe ganz zet-stort. (Sine Commission ber venetianer Akabemie bet Dissenschasten ging ant 13. d. nach Fadalto, Vittorio, Sarmebe, S. Pietro bi Feletto unb ben naheliegenben Drtfchaften at, urn bie Wirkungen beg ErbbebenS an Ort unb ©telle zn stubieten. Am 12. b., urn 2 Uht 45 Minuten nachmittag«, erfolgte ein Stoh von min-berer Hesligkeit, ber beiltiusig zwanzig ©efunben an-bancrte; am 13. b. erschrcckle abermals ein Stoh um 1 Uht 45 Minuten mittazS bie BcvLlketung. Det-felbe bauerte nut beilausiz zehn Sekunben, war abet fehr heftig. Siimmtliche Stohe sinb w-llenftrmig unb habett bie Richtung von Notbost nach ©iibwest. — Jesuitismus im Unter tocf. AuS Leipzig, io. Jnli, wirb geschrieben: Fiit bas weib-liche Stimmrecht unb gegen ben weiblichen JefuitiS« AuS witb soeben von einer pnblicistischen Amazone teinee geringeren NamenS benn D ohm eine Doppel-!a»ze gebrochen. Unset „Borsenblait fttr ben beutschen ^Buchhanbet" bringt soeben bie votlaufize Anzeige von Drucklegung einer ©thrift von Hedwig Dohm, ®p"cht, im ersten Theile ihret ©thrift „bie schlimm-ften Feinbe bet angeslrebten gtotzrn Reformen unserer 8eit — bie sogenannten guten Hausstanen, bie sich ftit ben Tugendm frttherer Generationen unb vergan-9'net Jahrhunderte fchmiidten, Tngenben, beren AuS-^dung bie materiellen Bebingungen unserer Tage gar "icht mehr geslatten." (!) Der Anhang tritt fiic daS Stimmrecht det Frauen ein. Die Verfosietin ist auf ®en Widerstand in Deutschland gegen eine solche For« Erung bereitS gefagt. Sie trostel sich abet darnit, zu toissen, bag Gnglanb unb Amerika einen immer gtin-ftigeren Boben silt jene Bestrebungen geroShren unb a6 alle Antoritaten ttber bie Frauenfrage sich aus« "°hmsloZ fiit bie Frauenberoegung ertldrt haben. — JnlUndische Zeitungen. Die Ab-uewpelung detfelben im ersten Ouartale 1873 hat H gegen bie gleiche Petiobe be« Botjahtes abermals tl^ht. Die Zahl betrug 22,562,161 StUck gegen ^,933,647 ©ttttf im SBorjahre, somit ein Plus von ,628,517 Stiick. In Betreff ber einzelnen Liinder »tfaaen auf NiedetLstetteich, votzugSweise Wien, i5-6 Millionen ©tiick, auf Bohrnen 3.2 Millionen MUtf, auf Sleietmatk 1 Million SMck, auf MLHten Millionen Stiick, auf Galizien 0.5 Millionen auf Tirol unb Vorarlberg, bann auf Ober-rl'Wtetch unb bas Ktistenlanb je 0.4 Millionen Stuck. Abstempelung ber aufltfinbifchen Zeitungen hat L? vermindert um 111,384 Sttick (von 225,013 ptiicf im ersten Duartal 1872 auf 113,629 Sliick ŽSjrslen Quartal 1874). ^cal- unb Provmzial-Angelegenheiten. p , — (Gtncnnung.) Herr Johann Eppich, , /ter an ber hiefigen LehrerbildungSanstalt, wutde om BezirkSfchulinspector fur ben Bezitk Littai in sinitive Anstellunz im StaatSbienste biesetbe zu vet-teihen, ber nicht einer gesetzlich anerlannten ReligionS-genosfenschast angehiirt. Gleichzeitig soll auch bahin gewirkt wetben, datz jene bereitS befinitiv angefteQten Beamten unb Lehrer, welche sich confeffionSlos erkliirt haben, wiebet in ben ©choh einer gesetzlich onerfann* ten Confession zuriickkehten. Vot acht Tagen war eS, wo biefer Getiicht zum etstenmale sich ethob; als absurb abgewiesen, vetschwanb eS, tauchte abet in ben letzten vietunbzwanzig ©tunben neuetbingS unb mit ptiicisetet Bestimmtheit auf. Jht Cvrtefponbent hiilt sich beShalb flit verpflichtet, hievon Notiz zu nehmen; eine Kritik bes ErlafseS verbietet sich infolattge von selbst, als eben feine Echtheit nicht constatiert ist. Biel-leicht trfigt biefe ©rmahnung bazu bei, bie mystetiiise Angelegenheit anfzuhellen unb bie butch bie Rachricht ausgeregten ©emllther zu beruhigen. Graz allein hat an siinshunbert Consesfionslose, unter benen sich viele Beamte besinben; man tann sich votstellen, welchen ©chretfen jeneS Gerlicht in biefen Kreifen hetvotgetu-fen hat." — (Portofreiheit in ©chut angele» genheiten.) Da bie aufjerhatb bes Amt^sitzeS bet BezirksschulbehLrbe wohnhasten Mitglieber bes BezitkS-©chulratheS, bie BezirkS-Schulinspectoren unb bie ben LanbeS-Schulbehorben unmittelbar untergeorbneten Ptii-sungScommisiionen (Ut bie aUgemeinen VolkS- unb SBUrgerschulen ben behorblichen Drganen gleichzustellen sinb, so hat bas Hanbelsministetium mit Etlah vom 10. Juli b. I. entschteben, batz nicht nut ben Cotte-sponbenzen bieser|@chulorgane, sonbetn auch ben von ihnen bet Post zu libergebenben Fahrpostsenbnngen, roie: Geldbtiese, Pakete rc. bie vollstanbige Potlostei-heit zuzukommen hat. Derlei Cottesponbenzen unb ©enbungen mussen nebst bet Abtefse mit bem Namen unb amtlichen Charakter bes Abfenbets unb Empfiin-gerS, bann mit der Bezeichnnng: „Jn ©chulangelegen- heiten" vetfehen fein. Diese ministetielle Entscheibung rourbc ben Postamtem zur Danachachtung mitgetheilt. — („D i e Ktainet Biene.") Die cben ausgegebene Doppelnnmmet 4 unb 5 bes BeteinS-organs bet ©ienensreunbe bietet einen befondetS inter-esianten unb fiit bie Bieoenziichtet unb Lanbwitthe wichtigen Jnhalt. Diefelbe besptichl bie Serridjtungen am Bienenstande in den Monaten April unb Mai, die Anlage von Bienenhausetn, Wohnungen unb Riihm-chen, gibt ein vollstiinbigeS Verzeichnis ber in ben BfrUhlingsmonattn bliihendenBienennLhrpflanzen. Fernet enthSlt dieselbe die Fortsetzang ber Abhandlunz „die Bienenzncht Oesterteich-UngatnS nach statistischen Ma« tetialien", die „Petition bet Bienenzllchter", ben ©thing ber Rebe bes Baron Rothschlitz bei bee Versammlunj bet Bienenzlichtet zn ©alzbutz ttber bas Thema: „Wie fann die Bienenzncht seitens bes ©taates gesSt-btrt wetben ?"; BeittLge zu rationeCler Ueberwin« teruttg aus Theotie nnb Praxis von I. SchSbl; Bet» suche rationeHer Bienenzncht in Jnbien (au8 ber „Ja-bian Daily NewS"); enblich eine biogtaphische ©kizze deS berUhmten BienenziichterS Berlepfch. Au» ben „VereinSnachrichten" heben wit hervor, batz am 3ten Jnli die confiituierenbe ©enetaloersammlung ber Bienen* sreunbe in Laibach abgehalten witb, bei »either alle jene Mitglieber ©itz unb ©timme haben, bie ihren in § 7 ber ©tatuten Ubernommenen Pflithtcn nach-gelommen sinb. — (Dr. Costa auf bet ©uchr nach ein cm Manbat.) Man fchreibt der „N. ft. Pr.": „Det Vizeprasibent beS kalholischen BereinS, Dr. Costa, ist noch jetzt in Verlegenheit, in roclchem Wahlktcise ct fiit den Reichsrath canbibicrcn soll. Det Wahlbezirk ber Sanbgemetnben OberkrainS, von ben Klertcalen roohl am meisten beherrftht, also flit bie Wahl con Lenten von bet Couleut Dr. Costa-bet sichetste, hit sich fiit feinen Lanbgmann Dr. Poklukar entfchieben. Im Wahlbezirke ber Landgc-meinben Laibach unb Littai hat Dr. BleiroeiS bereitS ben frommen ©rafen Batbo - Waxenstein alS Gandi« baten postiert. Jnnetkrain betrachtete Dr. Costa schon seit bem zitknitzet Tabor wegen ber damals von ben Bewohnern biefer Gegenden ihm crwicfenen Compli-mente als hochst unstcher flit feine Person, unb et hatte nichtS bagegen, datz Dc. BleiweiS dort ben Gtafen Hohenwatt ponssierte, bet jeboch auch, roie be* kannt, mit seiner Sanbibatur gegen Dc. Razlag burch-gesallen ist. Auch auf ben WahlkreiS bet ©table unb Markte Jnncrtrains unb OberkrainS fcheint Dr. Costa zn fpeculieren, roie aus ctnem aus ber Wtihlervet-sammlung in AbelSbetg verlefenen, vom ©iitgermeifier Laurentschitsth an ben Vorsitzenden gerichtetcn Schtei* ben zn erfehen ist, in roelchem ber fleticale 8an* rentfchitfch erkltirt, er Habe nichtS bagegen, roenn in bet Siilbie-Cntic D:. Costa als Canbivat aufgeflellt roetbe. Doth auch hiet bliihen fttr ben Vizeprasi-benten bes kalholischen VetcinS feine Rosen, benn nur in Kcainbutg unb ©tein rolitbe er tint nenneni* roerthe Anzahl ©timmcn erhalten, wahrenb die Stiibte unb Markte JnnetkrainS ihm a priori abgeneigt find, in Lack, RabmannSbors unb Reumatftl obet sich (Sofia selbst bei ben wenigcn slovenischen Wahlern biefer Octe gar feiner Sympathien erfreut. Unter folchen Umjlanben roenbete Dr. Sofia fein Auzenmetk auf ben WahlkteiS ber Landzemeinden Untetfratns. Dort ist ber Teufel deS LiberaliSmuS noch nicht roie in Jnnetkrain in bas butnme Bauernvolk gefahren, bort commanbieren bie Hirten im Talar noch ihte ©chafe. Rafch lieh er mehrere Briefe an bie hochrolirbigen Hetren auSlausen. Der nalionale HertfchaftSbesitzer in Feistenberg, Karl Radefch, betief auf fein Schloh eine Wahletversammlung, zu roelchet alle Pfarrer unb Kaplane ber niichsten Untgebung erschienen, unb bei oollen ©chliffeln unb gesiillten Glasern wurbe Dr. Costa alS Candida! im Wahlkreise ber Lanbzeweinben Unterkcain« proclamiert. In diesem Wahldezirke witb Dr. Gosta roohl Candidat bleiben. Diese Suche nach einem Wahlbezirke ist roohl ber klatste BeweiS, ba| eS mit dec eittstigen Popularitat Dr. Costas ganz zu Ende ist." — (Die Etklatnngdetflovenischkll ©tudentenf chft) gegen daS Ptogramm der Rechtspartei machte auf den Sandidaten bet Kletic alea flit ben Reichsrath, den LanbesauSschuh Michael Hetman, einen gewaltigen Eindruck. Ec konnte sich vot* stellen, bag bie Meinnng ber ©tnbierenden auch in ber Heimat berfelben von tiefet Witkung fein roetbe unb batz bit slovenische Bevoiketung ber Lanbgemein* ben von Pettau sich entfchieben roeigern blirfte, einen Ganbibaten zu acceptieren, ben bie intelligente Jugenb ber Hochschnlen fo kriiftig perhorteSciert. In der fitht alfo, biefer Gesahr entgegenzuarbeiten, betief er bie stovenischen Studenten zu etn« privaten Bcsprechung, »m ihnen feinen Standpunkt klarzulegen. Es erschien vuch bet grLhte Theil bcrjenlgen, die in bee Versamm-lmig com 1. Juli anwefenb waren. Herman hielt nun tine Idngete Rebe in benlscher Sprache, ganz in seiner fanotischen Manier; bet Hauptinhalt war folgenber: ^Man hat behanptet, ich fei ein Gegner beg nationa-Icn Programmes, well ich zur Lsterreichischen RechtS-partei gehvre. Diefe beiben Begriffe schlictzen sich aber uicht auS, fonbcrn sie ergLnzen sich. Ich bin flir alle vationalen Rechle bet ©loDenen, unb nicht nur ich ollein, fenbetn bie ganze katholische Kirche. Ohne biefe wirb baS Volk aber niemals seine Zwecke meichen, benn alleS bo fieri anf bem katholischen Glauben. Der Staat hat jctzt confessionslose Schulcn errichtet, aber dieselben fbnnen sich nicht halten. Die Kirche muh toieber in ihre alien Rechte in bet ©chute eingesetzt toetben, benn nut barm, menn bie Erziehung beS Vol-keS toieber ben beafihrten Hiinden bet Gcistlichkeit an-verttaut ist, liitzt sich cine wahte Befsetung, tine wahte ©tSrfung befl sittlichen BewutztseinS bet Nation er-hoffen. Man witft mit vot, batz ich ein Kleticalet bin; nun gut, ja ich bin es, abet nut beShalb, weil baS einzige Heil bet Zuknnft in bet Kirche liegt Man schimpft mich auch einen Jesuiten, alS rvLre das schon baS grLtzlichste. Wcr sinb benn bie Jesuiten? Ein lustigeS VLlkchen, sehr rUhtig unb sehr lhatig, unb zwar stetS nut filt baS Wvhl bet SJJenfchen! Man will sich auch batiiber lustig machen, batz einige KaplLne flit mich arbeiten; tneine Herren, ich sage Ihnen, so ein Kaplan steckt zehn Doctoren in ben Sack, unb ©a8 bas slovenische Volk an Bilbung unb Kenntniffen bcsitzt, verbankt es alles nur biesen ge-schmiihten Psarrern unb Kaplcinen." Hieraus begann er eine lange ErLrternng seiner eigenen Verbienste urn die slovenische Nation unb cntwickelte noch eingehenb das Programm ber NechtSpartei. Die ©tubierenben hatten ihm schweigenb zngehLrt; alS abet Hetman mit bet Aufforberung enbigte, bie Jugenb sollte sich bet RechtSpattei anschlietzen, entflanb ein starkeS Murren unb Herr Poznik erroiberte namene seiner Colleger,, bag sie alle entsihieben bet bem nattonalen Programm bleiben, unb so weit ihre KrLfte reichen, eS nie zu-gebcn roetben, bag ba8 slovenische Volk in bas Joch bet Kleticalen znriickgesiihrt roilrbe. Autzer ihm spta-chen noch bie Herren Hnbab, Kersnik u. a. unb auch ber anwesenbe Professor Ktek. Det letztere hob ins-besonbete hetvot, bah es eitel ©chwinbel fei, wenn man behauptet, bie Ge istlichkeit Habe sich bei ben ©lovenen um Literatur, Bildnng u. s. w. verdient ge-macht: berm um biefe Dinge filntmerfen sich bie Geistlichen wenig, beren ganze Thatigkeit hochslens batin beflanb, bah sie — ©ebetbUcher schrieben. Herman ergrisf ebensallS mehreremale bas Wort unb fuchte bie Redner zu wibetlegen; ba bies abet trotz breislilnbiget SDebatte nicht gclang, verabschtebete er ftch mit bem Bebauem, bah teine Einigkeit erjielt toerben fonnte. Det Betsuch also, bie nationalc ©tu-bentenschast toieber in bas Lager bet Klerikalen hin< Lbetzuziehen, ist ganzlich gescheitert. — (Siebertafel ber philhatmoni-fchen Gesellschaft.) SamStag ben 19. Juli 1873, 8 Uhr abends, veranstaltet ber Mdnnetchot ber philh. Gesellschaft jum besten bcs Fonbes zur Erbauung eines VereinS- unb ©chulhaufes im Casino-Garten eine Siebettafel unter ber Seitung bed Musik-bicectorS Herrn Anton Nebveb unb freunblicher Mit-wirkung ber liiblichen I. I. Herzog von Sachsen-Meiningen Jnfanterie-RegirnentSkapelle. Programm: !• Abt. „@fingereib", Chor mit Blechharmoniebeglei-lung. 2. ©chultz. „8ieb vom Wein", Chor mit Tenor- unb Baritonfolo. 3. Eyrich. ..©cheiben", Chor mit Ouartettsolo unb Orchesterbcgleilung. 4. Kreutzer. Arie aue bet Opet „Det ©chwur", mit Chor unb Orchesterbegleitung; gesungen von Herrn ©chutj. 5. Klauen. „53tauaug(ein", Soloqnartett. 6. Koch. „Ein Ball bei Heimann Lewi", humoristi-fcher Chor. 7. Nebvčb. „Abenbstandchen", Chor mit Tenorsolo, letztereS gefungen ton Herrn Razinger. 8. E. Schmid. Zwei Volkslieber. a) ,,'s war immer fu". (Schlesisch.) b) „Mehr branch' i nib z'sag'n". (Oesterreichifch.) 9. Koch. „Hui unb Pfui", SchneH* polka fQr Chor unb Orchester (inslrumentint von Blafchke). Die Soli roetben von ben Herren Razinger, Levitfchnigg, ©chulz unb Till gefungen. Vor unb zwifchen ben ©esangsvortrSgen wirb bie Regiments-kapelle unter ber Seititng be« Herrn Kapellmeisters ©chinzl noch befonberem Programme verschiebene MuftfslUtfe aufftthren. Die Texte zn ben ChLren sinb am Eingange in ben Garten urn 10 kr. zn haben. Eintrittpreis 40 kr. Etnuesrnocr. Allen Kranken Kraft unb Gesundheit ohne Biedizin unb ohne Kosten. Revalesciere du Barry von London. Seine Krankheit Detmag bet belicatcn Revalescičre du Barij u widerfiehen, unb befeitigt bicjelbe ohne Mebizin unb ohne Kosten aue Magen-, 91 ere en«, Brusi-, tungen=, Leber-, Driisen-, ESleinibaut-, Lthem-, Blasen- nnb SRierenleiben, Tuberculose, Echwinbsucht, Asthma, tznsten, Unverbaulichleit, Berflopfung, DiarrhSen, ©Stoflofigleit, kchwacke, Hamorrhoiben, WastersuLt, gieber, Schwinbel, Blutausstei-zen, Chrenbtaufen, Uebelfett unb Erbrechen selbst ttahtenb ber Schwan-jerlchafr, Diabetes, Melancholic, Abmagerung, RbeumatiSmuS, Gicht, Lleichlncht. — ffluejiige au« 75.000 Certificate!, ilber ©encfungen, bit allcr Mebizin wiberstanben, toerben auf Berlangcn franco eingefenbet. Nahrhafter alS Sleijth erspart bie Revalescičre bei Crtoachfenen unb Jtinbern filnfjigmel ihren PreiS in Arzneien. In Blechbiichsen ton ein Halb Pfunb fi. 1‘fiO, 1 Psb, ft. 2 50 » Psb. ft. 4-60, 5 Pfb. 10 fl„ 12 Psb. 20 p., 24 Psb. 36 fl. - Ke-ialesciSre-Bieciiiten in Biichseu L fl. 2"50 unb fl. 4*50. — Revalepci&re Chocolates in Pulver unb in Tablctten siir 12 Tassen fl. 1-50, 24 $aflen ft. 2-50, 4 it-onen fl. 4-50, in Pulvcr siir 120 Tassen fl. 10, siir 28h Tassen fl. 20, siir 576 Sasser fl. S6. — Zu bejiehen bur* Barry bu 8 arm & Comp, in Wien, W allflsoligasse Nr. 8, in Laibach bei B. Mahr, sotoie in alien ©tdbten bei gutcn Apothclcrn unb Epe-lereiHSnblern; auch fcerfenbet bo« wicuer Hauk> nach ati'H (»egenben gegen Postanweisung ober Nachuahme. Witterung. Laibach, 18. Juli. Ailgmehm kithl, klare Luft, schwacher Nordost, Haufen-toolien langs ber Alpen. Sarme: Morgens 6 Uhr + 12-7", nachmittags 2 Uhr + 19 6° S. (1872 + 18 3°, 1871 + 29-5°). Barometer im raschen Fallen, 740-43 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Warme +197°, urn 0-6 ilber bem Normale.' stattfinbenben Li- Gebenktafel fiber bie am 22. Juli 1873 citationen. 3. Feilb., Grum'sche Real., Sadvor, BG. Laibach. — 2. Feilb., Hervatin'sche Real., Untersemon, BG. Feistrir.— 3. Feilb., Lauf'sche Real., Besniz, BG. Laibach. — 2. Feilb., Koballche Real., Planina, BG. Wippach. — 1. Feilb., Stonitsch'sche Real., Lichtenbach, BG. Gottschee. — 1. Feilb., Stimez'sche Real., Sela, BG. Gottschee. Angekommene Frembe. Am 17. Juli. Hotel Stadt Wien. Miller Fabrikant, Schvnau. — Gnttmann sammt Fran uud Softer, Kflte., Wien. — Rocdiga fommt Familie, Kfm.; RLdiger, Gutsbesitzenn, nnd Toppo Fanny, Triest. Hotel Klefant. Morin, Schiffslientenant, Pola. — Petkowitsch, Rutland. — Dr. Willisich, Advocat; Dra-govina sammt Frau, Handelsm., nnd Grtifin Ducco fammt Familie und Dienerschaft, Triest. — Polanzer sommt Frau, Handelsm., Merkopalj. Hotel Kiiropn. Fenderl sammt Frau, Triest. Keiller sammt Schwester und Chiviasapnlo, Finme. — Pogačnik, Zirkniz. — Rietz und Zimmer, Wien. — Grandmaus, Hannover. KLalser von Oesterreieli. Johanna Blasig, GLrz. — Mihich, Parenzo. — Kovai, Kleidermachcrin, Graz. Sternw»rte. Wondrazhek, k. k. Stenerreferent, Wien. Moliren. Tertnig, Cominis, Graz. Nur anf kurje kit jum Dtrhanfc auszcstklll. Grotz es Lager vorziiglicher Oelfarben-ruckbilder von Reiffenstein & NSsch, k. k. Hofknnst-drnckerei in Wien, W.Fordnran in Miinchen nnd Carl H. Gerold in Berlin. Krojze Zuisivahl anStahlstichenu.Chromolithographien in jefcern Genre von (376—2) Dnfacq & Comp, in Paris. Das Verlaufslocale befinbet sich Hauptplatz Nr. 263. leecGmcceeveeeev&Deeeec&ceceee&t Diesmal zuerst 1 event. 150*000 Thlr. « u> Gluclt und Segen bei Cohn.] Grosse von der resp. Landesregmrung garanticrte Geld-Lotterie von fber 12 Millioncn 740.000 Thaler, i Dicselbc ist diesmal wlederum (lureli Gewinne ganz liedeutend verniehpt; sie enthait nur 81.000 Lose, und miissen in wenigen Monaten in 6 Abtheilungen folgende Gewfnne mleliep gewonnen werden, namlich: ein newer grossartigev Hau|ttsewinn event. 150,000 Thaler, speciell Thaler 100.000, 50.000,30.000,20 000, 2 mal 15.000, 12.000, 6 mal 10.000, 1 mal 8000, 2 mal 6000, 1 mal 5000, 23 mal 4000, 2 mal 3000, a 35 mal 2000, 41 mal 1500, 206 mal 1000, 8 mal ® 500, 413 mal 400, 23 mal 300, 548 mal 200, 900 (j mal 100, 75 mal 80, 25 mal 70, 50 mal 60, 60 mal " 50, 26,400 mal 47, 13,175 mal 40, 31, 25 und 12 Thaler. Die Gewlnn-Zlehung der erstcn Ahthei-lung ist amtllch auf den (363 — 2) 34. mid 23. effiili » den V'm Monat Mai und Juni d. atattgehabten s Ziehungen die Ce8aniintni*,,,n,e 'on iiber 5, 140.000 Thaler laut omtllchen Ge«iu»' 5 listen bei mir gewonnen haben. Laz* jSanis. Colin in Hamburg, Haupt-Comiltolr, Bank- und Wechselgeschaft. ororcaoooffoc * Wiener BSrse vom 17. Jnli. Stoatsfonds. Sperc. Rente, ost-P"?-bto. bto. BfJ. in SllS. gefe von 1854 . - - -goje eon lSfiO, gofe eon 1860, $ Priimiensch. ». Grundontl. - Obi Eteiermark zu 5 : Satnten. »tain, u. itiiftenlanb 5 Ungarn ju . . 5 ftroat. u. ©Ia». 5 eicicnbtirg. zu 5 Action. Nationalbanl . . Union - Bank . . SretUanpalt . . , N. d. Escompte-Gef. Anglo.-osterr.Bank Deft. Bobencreb.-«. gie«r8', Franco - Huftnu . *«t(. Ferd.-Nordb. Siibbabn-Gelellsch. EtaatSbahu . . «-is. Franz-IosefSk Fliiifl.-Bircser 6..: HlfSlb»8ium. Bah« Pfandbrlefo. Kitten. !.©. vrrlotb. Una. 8ob..6tebU(to«. «lh. Ift.B-b.-LL"- Mo. in 88 3. riickz. Geld 68.15 73.10 92-101.75 113 — 130.50 Ware 68.20 73.20 93.— 102.50 114.— 131.- 90.- 91.— 89.50 75.50 90.50 76.50 78. — 80.— 981.— 121.— 225.— 1030. 164.— 257.— 983.— 122.— 225.50 1040. 165.— 260.— 72.-8t 95 187.-224.-222.50 151.-338.-214.— 73.-2100 188.— 225.— 223.50 152. -339.-216.— 158.— 169.— 90.20 83.— 99.75 87. 90.40 100^25 87.25 Oest- Hypoth.-Banl. l'rioritats-Obl. Silbb.-Ges.zu 500 Fr> bto. Son« 6 pLt. 91otbto6.(loop. CM.) Sieb.-B.cruofl.SW.) StaatSbahn Pr. Etitck StaatSb. pr. St. 1867 Rubolfb. (S00fl.ii.W.) Frauz-Sof. (iOO fl.E.- Lose. Credit '«! M- W. Don.-Dampflch.-Ges >u 100 fl. CM. . . Triester 100 fl. CM. bto. 50 ft. o.W. . Ofener . 40. fl. S.W. 40 ©aim x-lffy 40 40 , 40 , 80 , 20 , 10 , 10 , Weehsel (39Ron.) «ug«r.ioofl.sSdd.». CS&Mfifa*- Paris 100 gronct . Mflnzon. lilbo I?affenM'ei"' @ctb 91.50 82.- 180.86 179.— 56.- 30.60 38.— 27.50 38- 27.60 31.60 25.- Isiso 93.35 93.85 111.30 43.50 War« 9*.- 83.- 131.— 103 ib 180.- 57.- 31.- 39.- 28.- S8- *7-7* *3.60 26.- 93.75 94»-; in-52 43.7» 5.30 g 8.67 'L 167. |"JS 109- 1 Telegraphrscher CurSbericht m m „„001 18 Juli. ; Papler-Rente 68.30. - Silber-Rmte 73.30. - L 60. Staats-Anlehen 101.75. — Bankactien 982. — Credits ^ Loodoo 111.15. — ©ilber 108.75. — St. k. Mttoz-Ducatt" - 20-Fraoc-Stttcke 8.87. ____ Druck ora Jgn. v. Klkinmayr & Fed. Bamberg in Laibach. Brrlrg« nnb filr die Redaction verantwortlich: Ottomar Bamberg.