Vrieewetslte*« - Preise: güt Laibach: «anztührig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 . 20 „ BirrteljLhrig . 2 „ 10 „ »ivnatlich... — i, 70 # Laibacher Mit der Post Ganzjährig ... 12 ft. Halbjährig .... vierteljährig ,, . . w 6 » 3 . Für SusteLung in« Hau« Mrtelj. 26 k., »ouall. 9 kr. «e|tlw RwBwmi « kr. Red-ction: Bahnhof,affe Nr. 16. Erprdtti««S- & Jnserateu-Vurea«: «ongreßplatz Nr. 2 (Buch. Handlung von Jg. v. Kleinmayr & geb. Bamberg.) z«serttonSvreise: gfli bie einspaltige Petit,eile i 4 It., bei wiederholter Einschaltung 4 3 k. Anzeigen bi» 5 Zeilen Anonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuskripte nicht zuriickgesendet. Bei größeren gnserai Öfterer Einschaltung chender Rabatt, gür complicierten Latz besondere Vergütung. Nr. 284. Dienstag, 11. Dezember 1877. — Morgen: Maxentius. 10. Jahrgang. Die Orienlstage und der Batican. Ein österreichischer Staatsmann richtete unter dem Titel »Dir österreichische Presse und die vati. ranische Weltpolitil" ein Schreiben an die .National. Zeitung." da« folgenden Jdeengang einhält: Graf Andrafly gab in einem Momente guter Laune gegenüber den angeregten kirchenpolitischen Fragen die »eußerung ab: er schieße auf Spatzen nicht mit Kanonen. Dieser Witz gab Anlaß, daß die gesammte österreichische Presse die Besprechung (irchtrpolitischer Fragen beiseite setzte. Thatsache ist, daß auf kirchenpolitischem Gebieie in Oesterreich-Ungarn Ruhe herrscht, die Regierungen beider Reichs-hälften gehen den kircher politischen Fragen absichtlich und allen Ernstes au» dem Wege, von einem Kultur-kawpfe in Oesterreich-Ungarn kann demnach keine Rede sein, tS wird jeder Anlaß zum Kampfe sorg, fällig mmieben. Die österreichische Presse schweigt über kirchen-politisch« Fragen, sie hält den Batican, seitdem er seiner welilichen Gewalt und Macht entkleidet ist, nicht mehr für maßgebend, um in politischen Dingen eine entscheidende Stimme abzugeben, sie scheint zu übersehen, daß der Eiifluß de« PapstthumS in Oesterreich-Ungarn, Fränkin», Belgien, Spanien, England, ja sogar in Deutschland noch immer sehr merklich hervortritt. Die österreichische Presse würde gut thun, wenn fie sich ganz ernsthaft mit kirchen. politischen Fragen beschäftigen möchte, denn der Batican und feine Schleppträger sind nicht so stumm und einflußarm, als man vermeinet; stille Wässer find trugvvll und reißend. Der Batican hat zu allen Zeiten bewiesen, daß er feine Angelegenheiten, gehüllt in politischen Schleier, erfolgreich zu vertreten versteht. Die Diplomaten und Politiker der Gegenwart sehen heute nichts andere» vor sich, als die orientalische Fragt, ihre Sinne beschäftiget nichts anderes, als Russen und Türken. Der Korrespondent der „National-Zeitung" richtet an die Liberalen dies- und jenseits der Leitha einen Mahnruf, sie mögen ihren Blick von Osten wieder einmal nach Westen richten und den Batican ins Auge fassen, in dessen Palästen derzeit eine Politik gebraut wird, die Oesterreich-Ungarn sehr nahe angeht. Der Batican hofft in Bezug der Ausführung seiner Pläne in erster Linie aus Frankreich und zunächst auf Oesterreich-Ungarn. Mit allen eifrigen Versicherungen, daß Oester. reich-Ungarn mit Preußen und Italien einen ehrlichen Frieden geschlossen, alle» Vergangene verziehen und vergessen habe und mit den neuen Verhältnissen zu rechnen wisse, werden Thatsachm nicht hinweg-gefegt. Der Batican will nun die orientalische Frage als Mauerbrecher gegen da» heutige europäische Ctaatssistem verwenden. England vermag ohne Oesterreich-Ungarn in der Türkei Erfolge nicht zu erringen, der Batican vermittelt die Verständigung; Frankreich kann ohne Oesterreich-Ungarn gegen Deutschland nichts auSrichtm, der Batican ist als Vermittler ausgetreten; der Batican kan« allein gegen Italien nicht Vorgehen, der Batican vermittelt zwischen England, Oesterreich.Ungarn und Spanien; Polen, Oesterreich-Ungarn, Frankreich, Belgien, Holland, Dänemark und Schweden werden erforderlichenfalls in Mitleidenschaft genommen, um dem Batican wieder aufzuhelfen. Jene Gesalbten de« Herrn, die im Batican politische Rollen inne haben, tragen alle Salben auf dem tonsurierten Haupte, sie huldigen der Ansicht, daß nur der Weltbrand dem Batican helfen könne, nicht blos zur Wiederherstellung der weltlichen Herrschaft de» Papstthum», sondern zur Gründung eine» neuen europäischen StaatSsistem», in welchem die „göttliche Autorität der Kirche," die Legitimität, das historische Recht, der ganze mit Blitz und Donner auSgestaltete SyllabuS von 1864 verwirklicht und die zur Revolution geneigte Canaille total vernichtet werden soll. Die Jesuiten im Batican find gute Projektenmacher, gute Rechner, denselben ist lein Mittel behuf» Erreichung ihrer Zwecke zu schlecht, sie setzten all ihre Hoffnung auf den Weltbrand, die orientalische Frage hat diesen Weltbrand gelegt und der Batican hofft den SiegeSpreiS diese» Weltbrandes zu erringen. Der Batican hofft um so eher, diesen Prei» nach Hause zu tragen, indem Rußland infolge de» Kriege» mit der Türkei widerstandSunfähig gemacht wird. Dieses Programm des Vatikan» erfreut sich in vielen, ja hochstehenden Kreisen ungeteilter Sympathien, für die Durchführung desselben sind geistliche und weltliche, männliche und weibliche Organe thätig und opser- Feuilleton. Die Herrin von Kirby. Roman von Ed. Wagner. (gortsetzllng.) „Ich habe Ihnen schon gesagt, daß ich arm and ohne verwandte bin,* entgegnete Olla. „Meine Juwelen befinden sich im Hause Mr». Kirby'S; sie sind werthvvll, aber ich kann sie nicht bekommen." »Sv," sagte Wilkin ruhig. .Und Geld haben Sie nicht?' „Nur sehr wenig habe ich bei mir." .Vielleicht haben Sie einen reichen Geliebten ?* „Nein,“ antwortete Olla, und eine (eichte Röthe überzog ihr Gesicht. „Mein Geliebter ist arm — ärmer al» ich, denn er hat Schulden." „Aber Sir Arthur Coghlan ist vielleicht reich?" „Durchaus nicht; er hat übrigens eine so große Familie zu versorgen, daß er nicht» für mich ausgeben kann." ; jj „Dann gibt es nur ein Mittel, wie Sie mich für die Erhaltung Ihres Leben» bezahlen können: Sagen Sie mir da» Geheimnis Mr. Huwphry Kirby'S. Er hat Geld genug, und ich will einen Theil davon zu bekommen suchen mit Hilfe dieses Geheimnisses." „Und wenn ich e» Ihnen mittheile ?" „Dann sollen Sie am Leben bleiben!" „Und Sie wollen mich nach England bringen?" „Ja, ich will Sie in Southport ans Land setzen!" Von Furcht und Angst getrieben, beeilte sich Olla, dem Manne, den sie bisher für ihren Retter angesehen, der sich nun aber al» ihr Feind oder al» ein Verbündeter ihre» schlimmsten Feinde» ent» puppte, alles zu erzählen, was sie, in dem Kabinett neben der Bibliothek verborgen, au» dem Munde Mr. Kirby'S vernommen. Sie sagte, wie dieser dem jungen Grasen von Kirby gestanden, daß in dessen Ansprüchen ein Punkt vorhanden sei, der, wenn er bekannt wäre, die Kraft hätte, ihm die Grafschaft wieder zu entreißen und in die Hände der allein rechtmäßigen Erbin Lady Olla zu liefern. „Was ist dieser Punkt?" fragte Wilkin. „Das weiß ich nicht; aber mein Vormund, Sir Arthur Coghlan, wird alle» aufbieten, um e» ausfindig zn machen und mich wieder in meine Rechte einzufetzen." „Hm! Das, wa» Sie gehört haben und was Sic wissen, kann wo! möglicherweise Ihnen Vortheil bringen, nicht aber mir," sagte kopfschüttelnd Tim Wilkin. „Das Geheimnis, so recht betrachtet^ bedeutet für einen nicht direkt Betheiligten nicht viel. Mr. Humphry Kirby würde mir ins Gesicht lachen, wenn ich auf Grund diese» unbekannten Punkte» in den Ansprüchen de» kord Kirby Geld von ihm verlangen wollte. „Wa» geht mich Lord Kirby an?" würde er fragen; „und wenn da etwa» nicht recht ist, so mache e» ausfindig — beweise e» 1* Und um mich für immer unschädlich zu machen, würde er mich den Behörden überliefern. Ist die» da» ganze Geheimnis, was Ihnen bekannt ist?" „Jo, e» ist alle»!" „Der schlaue Advokat wollte Sie nicht ermorden lassen, weil Sie diese Unterredung angehört haben," bemerkte Tim bedenklich. .Er hat jedenfalls einen tieferen Grund, oder e» steckt etwa» dahinter, was ich nicht begreifen kann. Aber, Mylady, für diese mir so unwichtigen Enthüllungen kann ich Sie nicht nach England bringen I" „Sie wollen mich nicht nach England bringen?" fragte Olla bestürzt. „Nein, ich kann es nicht, weil ich dabei meine Rechnung nicht finden würde!" erwiderte Tim kalt. „Aber Ihr Versprechen!" wendete Olla ein. „WaS ist ein Versprechen? Nichts af« eint leere Redensart. Ich bin kein solcher Narr, daß ich willig. DaS Projekt des Vaticans ist kein Traum» gedilde, sondern eS besteht wirklich, und die Presse wird gut thnn, die Pläne de- schlauen Vaticans thätiger und schärfer zu verfolgen als bisher. Vom Kriegsschauplätze. Bei KeSrowa fand eine überaus heftige Kanonade statt, die Russen zogen sich zurück und räumten eine werthvolle Position westlich von 8tS» rowa. Die türkis che CentrumS-Colonne steht bei Slatariza auf der Straße nach Tirnowa. Die Pforte hat wegen Mangels an Geschütz» Zugpferden die letzten Pferde der Tramway zu Konstantinopel requiriert. Von btt Donau.Armee liegt keine weitere Gefechtsmeldung vor. Snleiman Pascha ist nach RaSgrad zurück, gelehrt und hat Rustschuk inspiriert. Die Russen haben auch auf der Seite von Sophia in den letzten Tagen wiederholte Schlappen erlitten. Mehemed Ali, der bis vor kurzem stets von den verrückenden Russen bedrängt wurde, hat am 3. und 5. d. selbst die Offenstoe ergriffen und einen theilweisen Erfolg errungen. ES verlautet, daß der Zar zum 26. Dezem» ber oder spätestens anfangs Januar nach Petersburg zurückkehren werde. Die Situation der Russen vor Erzerum ist sehr kritisch. Massen von Kurden bedrohen ihre Communicationen; auch wird die Schwierigkeit, Lebensmittel zu beschaffen, täglich größer. Der Angriff auf Erze rum steht bevor. Die Bewohner von Kar» verhalten sich wol ruhig, ge. denken jedoch im nächsten Frühling auSzuwandern, falls Kars russisch wird. Die russischen Soldaten fahren fort, Kars zu plündern und alles zu stehlen. Politische Rundschau. Laibach, 11. Dezember. Inland. Die Delegationen und Abgeordneten. Häuser beider Reichshälften beschäftigten sich in den abgelaufenen Feiertagen mit den denselben mit» getheilten Vorlagen. Das provisorische Gesetz über das gemein, same Budget wurde in der österreichischen Delegation vorerst nur vom BudgetauSschuffe, und zwar mit mehreren Modifikationen, genehmigt. In der ungarischen Delegation wurde da» pro« visorische Budget bereit« von der Plenarsitzung an. genommen. Da» Gesetz über da« Ausgleichs* Provisorium wurde vom AuSgleichSauSschuffe des österreichischen Abgeordnetenhauses in Berathung einen Zeugen, der mir die Polizei auf den Hals schicken könnte» aus den Händen (offen würde. Nebenbei habe ich auch ganz andere Pläne! Ich kann mehr Geld machen, wenn ich Sie in meiner Ge» Walt behalte. Mr. Kirby, so lange er weiß, daß Sie leben und in meinen Händen sich befinden, kann nichtigen mich auSrichten, im Gegentheil, ich habe die Macht über ihn. Mit Ihrem Geheimnis ist kein Geschäft zu machen» Mylady, aber mit Ihnen selbst! Ich kann ein ganz einträgliche» Geschäft machen einfach dadurch, daß ich Sie gefangen halte» Mylady» und da» will ich!" Er machte eine grimmige Bewegung mit der Hand und setzte sich wieder an« Steuer, zum Zeichen» daß sein Entschluß feststand. Lady Olla's Muth sank; sie fühlte sich verlassener und unglücklicher al« je zuvor. Welch' einer traurigen Zukunft ging sie entgegen! Was mochte aus ihr werden» ehe sie Hilfe erhielt? Und konnte sie überhaupt auf solche rechnen» da. ihre Freunde nichts über ihr Schicksal wußten? 25. Kapitel. Vereitelt. Im Haus» war noch alle» still, al« der er. schreckte, wie von bösen Geistern verfolgte Bvona» gezogen und mit der Modifikation angenommen, daß das Provisorium für die Handelsverträge wie in der Regierungsvorlage auf sechs, die Provisorien für die Quote, das Zoll- und Handelsbündnis, das Bankprivilegium und den Lloydvertrag anstatt auf zwei, aus drei Monate fixiert wurde. Ausland. Gegenüber anderweitigen Gerüchten, daß der österreichische Vorschlag auf eine sechS-monalliche Verlängerung de» bestehenden Handelsvertrages vonseite Deutschlands bereits ab-gelehnt sei, wird gemeldet, daß die Verhandlungen derzeit noch schweben. Deutschland hält den Abschluß eines MeistbegünstigungS-Ver» trage« im Auge. Der „Tempr" publiciert folgende wahrscheinliche Ministerliste: „ Batbie, Präsident und Inneres; Banneville, AeußereS; Bonafout oder Depeyre, Justiz; Leguay, Unterricht; Daru oder Du fr ah er, Finanzen; Rochebouet oder Cissey, Krieg; Roussin, Marine; An. cel, Handel; Montgolfier, öffentliche Arbeiten. Wie den „Times" au» Belgrad vom 8. d. gemeldet wird, wurde die Abreise Milan» nach der Grenze um einige Tage verschoben. Grnik bleibt Kriegsminister. Alle dienstpflichtigen Griechen in Serbien erhielten die Aufforderung, in ihr Vaterland zurückzukehren. Eine halbamtliche Note stellt in Abrede, daß der Eintritt Serbiens in die Action eine voll« endete Thatsache sei. Au« Nisch unter dem 7. d. eingelangte Nachrichten konstatieren im Gegentheile, daß aus der Demarkationslinie Ruhe herrsche und die an der Grenze roncentrierten serbischen Truppen sich zurückziehen. Die „Nat.-Ztg." meldet au« Konstantinopel vom 7. d.» daß die Frieden««»-sichten daselbst fortwährend im Steigen feien. Zur Tagesgeschichte. — AuS dem Batir«». Nach Bericht der „gtalit* hält Papst PiuS IX., der sich bezüglich seine» Zustandes keinen Täuschungen hingibt, mit seinem Gamtrltngo, Kar» binal Pecci, häufige Besprechungen und übergab demselben eine Anzahl hochwichtiger Documente zur Übermittlung an den künftigen Papst, ffia find dieS Privat-Documente, deren Kenntnisnahme aber dem Nachfolger Pius' IX. unerläßlich ist, sie bestehen ans Briefen von Souveränen, Fürsten und politischen Persönlichkeiten aller Parteischattierungen und aller Länder. Diese Korrespondenz umfaßt alle Erklärungen für des Verhalten deS PapsteS in den schwierigsten und delikatesten Verhältnissen und wirst ein neues Licht aus Thatfachen, welche die Beschichte der Jetztzeit noch nicht auszuhellen vermochte. PiuS IX. wünscht, rotti in dasselbe zurückkehrte. Alle Bewohner waren in festem Schlaf, und doch war es ihm, als ob von jedem Fenster hinter den Gardinen und Rouleaux hervor ein Paar wachsame Augen lauernd auf ihn herabschauten. Doch brauchte er jetzt diese Augen nicht mehr zu scheuen; er hatte nicht nöthig, sich jetzt noch furchtsam zu verbergen. Für ihn war alles verloren! Nichts konnte ihn retten, als die Flucht — unaufhaltsame, schleunige Flucht! Der Feind, den er erschlagen zu haben glaubte und dessen Leichnam er verborgen, um ihn in der Stille der Nacht in den Fischteich zu senken, damit er nicht ein stummer Zeuge gegen ihn werde, — dieser Feind war noch am Leben. Er war ver« schwunden, ohne Zweifel aber lehrte er bald zurück in Begleitung von Polizisten, um den flüchtigen Verbrecher, der al« Herr zu Ballyconnor regierte, gefangen zu nehmen. Dieser Gedanke machte ihn fast wahnsinnig, und er faßte den Entschluß, den lahmen Smith so wie jeden, der ihm in den Weg treten würde, niederzuschießen. Er trat in« Hau« und schloß die Thür mit Vorsicht wieder zu; dann eilte er auf sein Zimmer, zündete ein Licht an und murmelte: «Ich muß mich »dermal« unkenntlich machen; aber wie?" daß sein Nachfolger in diese Briese Einficht nehme, da derselbe sein Verhalten danach zu regeln haben wird. Der Kardinal Camerlcngo wurde auch ermächtigt, Beifügungen zu treffen, um die geheimen Archive dem künftigen Papste übergeben zu können. — Amerikanische Nordpol-Expedition. Ein Über Schottland eingetroffener Brief de» Kapitän« Tyson an Kapitän Howgate meldet die Ankunft des erstera nach einer beschwerlichen Fahrt von vierzig Tagen in Niun« tilis, einem im Tumberland-lvols gelegenen Hafen, wo die Nordpolfahrer Winterquartiere zu nehmen beabsichtigten und Kapitän Tyson seinen Instructionen gemäß Material za sammeln gedachte. Die Bemannung des von Kapitän Tyson befehligten Schiffe» »Floren«", welche» gewissermaßen die Avantgarde der Expedition bildet, befand sich wohl und in bester Stimmung. Lokal- und Provinzial-Augelegeuheite«. — (Zur Hebung der Pferdezucht.) Bei der gestrigen Sitzung der LandeSkommifsion für Pferdezucht wurden folgende Tage und Orte zur Licenzierung der Privathengste pro 1878 bestimmt: 21. Jänner RadmannSdorf, 22. Jänner «rainbutg, 24. Jänner Stein und 26. Jänner Laibach (Polanahof). Bei Vorgefundenen tauglichen Pinzgauer Hengsten werden zwei Stück auf Rechnung des Aerar» angetanst werden. Za Mitgliedern der Ähruugskommisfion für die nächste dreijährige Functionstauer wurden gewählt die Herren Joses Friedrich Seunig, Dr. Schindler und Rittmeister Wild. — (Laibacher Volksküche.) Behuf» unentgeltlicher Abspeisung der Armen in den nächsten Weihnacht«. Feiertagen find bereits «eld- und Bictualiensp-nden ein-gegangen. Weitere (Baben tibertlmmt die Leitung der Volk«-kiiche, namentlich Herr Stadtkasfier Hengthaler. — (Zahnarzt Dr. Tänzer), in hiesigen Familienkreisen wohlbekannt, hat «raz verlassen und seinen ständigen Wohnort in Klagensurt genommen. — (Der gestrige Biehmarkt.) Zahlreich« Austrieb von Horn-, Roß- und Borstenvieh, darunter preiswürdige Stücke, viele Käufer aus »äroten und Tirol. Brr« kehr mittel libhaft. — (AuS den slovenischen Blättern.) Der gegenüber unserem Blatte in roher Form sich fortbewegende Halbstudent des „Sloo. Natod* gab die Erklärung ab, fich bessern und von nun an nicht jede Nachricht vom jtriegs-schauplatze als „ewige Wahrheit" ansehen zu wollen. „Vtarob" jagt: „In Plewna sollten nach Bericht englischer Korrespondenten die Lebensmittel bereits am S. d. M. zu Ende gehen. Die nächsten Tage werden unS darüber belehren, ob dieser Bericht ein thatsächlicher war. Wir haben alle derartigen Prophezeiungen mit Borstcht auszunehmen gelernt." — Der Diplomat deS „Rarod" schreibt: „Die uns überaus sympathische französische Nation, der wir die Republik vom Nach kurzem Nachdenken öffnete er eint kleine Kiste, in welcher sich einige Perrücken, Bärte, Puder und andere derartige Gegenstände befanden, die er schon lange bei fich geführt hotte. Rasch entschlossen machte er sich an die Arbeit, beschnitt seinen Bart und gab ihm eine militärische Fapon; dann nahm er ein Fläschchen, tropfte ein wenig feine« Inhalte« in die Hand und rieb sich damit Haar und Bart ein, weiche« sich alsbald roth färbte. Hierauf nahm er eie andere« Fläschchen, verdünnte einige Tropfe« daran« mit Wasser und wusch damit Gesicht, Hals und Hände, wodurch die künstlich erzeugte Bräune seiner Haut schwand und dieselbe ihre natürlich« Farbe erhielt. Nachdem er sich noch umgekleidet, trat er vor den Spiegel, um sein Werk, welche» kaum zwanzig Minuten in Anspruch gtmmmtn hatte, zu prüfen. «Da« ist eine Veränderung, die, wenn auch nicht angenehm, vorläufig genügen wird," sprach ec mit zufriedenem Lächeln. „Und nun wird e« Zeit, daß ich fortkomme, denn wer weiß, wie bald der lahme Smith hier sein wird." Er beseitigte alle Spuren seiner »orgenommenen Verwandlung, löschte da« Licht au« und »erließ sein Zimmer, indem er murmelte: «Nun zu Lady Helene. Sie mu$ mich mtt Herze» wünsche», würde vielleicht jetzt mit England gegen Rußland und die Slaven ins Feld ziehen, wenn sie monarchisch organisiert wäre; so aber hat sie mit den inneren Wirren genug zu thun, und das ist die gute Seite am Ganzen, obrool wir den Franzosen alles Gute wünsche». Freilich kämpste FrankreiL unter Napoleon auch gegen Rußland, deshalb vergönnten ihm die Serben die erlittene Niederlage." — „Narod" bringt eine Jeremiade auS «örz über die Untbätigleit der dort domicilierenden Slovenen. Der dortige Korrespondent des „Narod" sagt: „<68 ist wahr, daß unter den hiesigen Slvvenen Einigkeit nicht Herrscht, weil wir hier so zerstreut find, wie die verlornen Schafe. Die hiesige Litalnica vermag uns nur wenige frohe Abende zu bereiten.* Wenn auch die gerügte Untätigkeit sich in hochgradige Thätigkeit verwandeln sollte, der Jsonzo würde deshalb doch niat in die Newa ausmünden. — „Natod" empfängt von seinem „ftultuthistout«" folgende- super-feines Uommumqut: «Wenn heutzutage bei uns ein Deutscher den Mund austhut, um über deutsche Kultur zu sprechen, so dünkt er sich über die Slaven hoch erhaben. Bor 100 Jahren jedoch sah es unter den Deutschen noch finster (?) aus, damals war es bei den Deutschen in Bezug auf nationale Kultur und Literatur viel sch lecher, als hinsichtlich der |lavis*en Literatur und Kultur es bei uns jetzt ist. Die Deutschen waren vor 100 Jahren größere sprachliche, literarische und nationale Bettler als wir jetzt. Wenn unser Bodnik jetzt aus die Welt zurückkehrte und den gegenwLrti-Stand der slvvenischen (soll wo! heißen serbisch-kroatischen ?) Sprache und ihre Ausbreitung unter der Nation sehen würde, er würde zufrieden in den Olymp zurückkehren, wonnigen und befriedigten Gefühles, indem er so viel nicht entartet hätte.' Größerer Blödsinn kann wahrlich nicht zutage gefördert werden I Dem Halbftudenten des „9iarod“ find lent, Fi»te. SAelling, Göthe, Schiller, Schlegel, Lesfing, Bürger, Uhland und noch einige Dutzend Eelebri-tiben unbekannte Größen! — (Der Herr Landerpräsident R. v. Mid-mann) wurde, eie heute verlautet, zum Statthalter in Otrrösterreich ernannt; als dessen Rachsolger in Ärain nennt man die Hosräthe Jtallina in Graz und Dr. Ritter v. Saltenegger. — (Der Landesschulra th für Arain) nahm i» seiner am 89. v. M. stattgefundene» Sitzung die Jahresberichte über den Zustand der Mittel- und Volksschulen in Krain znr Kenntnis, erledigte Gesuche einiger Lehrer um Definitiverklärungen und Quinquennal-Zulagen, genehmigte die Bestellung von AushilsSlehrem an einigen krainischen Bollss»nlen, bewilligte Remunerationen, genehmigte Gesuche, betreffend die UnterrichtSertheilung im Turnen und Gesang, nahm die Berichte über vonseite des LandesschulinspektorS vorgenommene Visitationen mehrerer Volksschulen zur Kenntnis, normierte die Bezüge der Lehrer in Möttling und Waltendors, bestätigte die Lehrer-Ernennungen für Brabke, Zerklach und Mitterdors und erledigte die eingereichten mehr Geld versehen, da längere Zeit vergehen wird, «he ich wieder etwa« von ihr bekommen fomt." (St fand die Thür ihre» Zimmer« nicht ver. schlossen, öffnete sie leise und trat ein. >Da« Zimmer war nur schwach erhellt durch ein erlöschende- Feuer ito Kamin. Buonarotti sah in alle Ecken und Winkel und überzeugte sich bald, daß außer ihm niemand im Zimmer sich befand. Sr näherte sich dem Toilette-zimmer und trat leise in dasselbe. Auch diese- war iunfti und niemand befand sich darin. .Hier muß sie ihre Juwelen haben," murmelte Buonarotti. „Ich komme vielleicht am besten weg, wenn ich mir selbst helfe und nicht erst um Geld bettele." Er beugte sich vorwärts und suchte da« Dunkel mit seinen glühenden Augen zu durchdringen. Als et sah, daß die Thür de» Schlafzimmer- zu war, trat er einen Schritt weiter in- Zimmer. „Alle« ist gut,* dachte er. „Helene schläft jeden, fall«, und ich kann mich auf ihre Kosten leicht bereichern." Er zog sein Feuerzeug heran- und zündete eine auf dem Tisch stehende Kerze an, worauf er an« fing, nach dem Schatz zu suchen. Da« Licht in der Hand, leuchtete er im Zimmer umher und bemerkte SchulgeldbefreiuugS-, Remuneration-- und BeldauShilfS-gefuche. — (AuS den Nachbarprovinzen.) Das Bagabundenwefen nimmt nach Bericht der «Blätter für die Alpenländer Oesterreichs* im Lande Kärnten immer größere Dimensionen an, ganze Banden von Strolchen durch-ziehen das Land und legen eine besondere Fingerfertigkeit an den Tag. — Der Harfenvirtuose Herr A. Steile erringt in Klageufurt großen Beifall. — Im Gmünd-t h a 1 e wurden unter Leitung des Wicsenbaumeisters Markfelder große Drainage-Arbeiten ausgeführt. — Die Arbeiten an der Eisenbahnlinie T a r v i S wurden eingestellt. Besonders find es die italienischen Arbeiter, welche beim ersten Schnee mit panischem Schrecken heimwärts ziehen, dem ent» gegen die Flitschet als slavisches Element zäher find und theilweise ansharren. Im ganzen genommen ist im heurigen Jahre an dem Beginn des BahnunterbaneS doch einiges geleistet worden. Besonders vom Bahnhofe zu Tarvis längs der nach Italien führenden Hauptstraße und unfern Unter-tarvis wurden die Dämme anS lehmartigem Materiale ohne alle Fußstützuug ganz einfach auf einer über 45 Grad abschüssigen Berglehne aufgeführt. — Der wegen Gattiumordes zum Tode verurteilte, jedoch begnadigte Henry Tour-ville wurde gestern mittelst Südbahn zur Abbüßung einer 18jährigen Kerkerstrafe nach Capodistria eScortiert. — In den gräflich Henlel'schen Hirfch-Jagdrevieren im Lavantthale wurden am 4. 6. M. 20 Thiere erlegt. — Villach hatte im Verlause eines Monats fünf Feuersbrüuste zu verzeichnen. In der Nacht zum 8. d. M. geriethen die der Hvtelbesttzerin Tarrnan gehörigen Stallungen in Brand und wurden ein Raub der Flammen; nach verlauf von drei» viertel Stunden brach in dem Stalle de» Gastwirthes Ta-ferner ein zweiter Brand aus, verzehrte dieses Objekt und die darin befindlichen Futtervorräthe. Es wird vermuthet, daß beide Brände gelegt wurden. — (Zur Hebung de« Kleingewerbes.) Unsere »ewerb«inhaber wollen Kennlni« nehmen von einem Projekte, baS Herr Franz Schneider, Mitglied der niederösterreichischen Handels- und Gewerbekammer, letzterer zur Begutachtung vorgetegt hat: Für jeden einzelnen Ge-werbSzweig als Ganzes soll eine Produktiv-Genossen-schast, das ist eine Vereinigung womöglich aller Angehörigen eine« und desselben Fache» zu gemeinsamer Production, gebildet werden, welch« eine gemeinschaftliche, mit allen erforderlichen Hilfsrnaschinen versehene vetriebSstätte besitzt, an welche gemeinsame Wohnräurne angebaut find. Alle Erfindungen der Neuzeit auf den Gebieten der technischen Wissenschaften sollen gemeinsam benützt werden, Erzeugung und verkauf für gemeinsame Rechnung stattfinden und die Mitglieder des Verbandes, indem sie ihre individuelle Selbständigkeit im Geschäfte aufgeben, dafür aber als Miteigentümer und Mitinteressenten ohne Unterschied gleiche Rechte in der Genossenschaft genießen, einer aus der Ge-sarnrntheit gewählten Oberleitung untergeordnet werden. Die auf dem Toilettetisch einen großen, prachtvollen Juwelenkasten. Seine Augen leuchteten auf, und hastig näherte er sich dem Tisch. Der Schlüssel steckte im Schloß, wo ihn Helene häufig stecken ließ, da fie gegen ihre Dienerschaft nicht im entferntesten Ursache zum Mißtrauen hatte und Fremde niemals dieses Zimmer betraten. Buonarotti schloß da« Kästchen auf, hob den Deckel und starrte mit gierigen, freudestrahlenden Augen auf den Inhalt. Da- Kästchen enthielt mehrere übereinander befindliche Fächer, und daS oberste Fach borg einen kostbaren Smaragdschmuck, welcher Helene so wohl kleidete und den sie noch heute getragen hatte. „Das ist der Smaragdschmuck der Familie Cheverton, auf den Helene so stolz ist,' dachte Buonarotti. „Über wo find die Diamanten?“ Er hob da« obere Fach herau« and fand im zweiten einen Schmuck von prachtvollen milchweißen Perlen, weicht bei dem Scheint de« Lichts wunderbar glänzten. Auch diese« Fach hob er herau«, und in dem dritten präsentierte sich feinen gierigen Augen der Diamantenschmuck. Buonarotti hätte beinahe laut oufgelubelt vor I Freude bei dem fich ihm betretenden Anblick. Betheiligten könne» je nach ihrer Anlage und Befähigung entweder im Centrale der Fabrikation oder außerhalb derselben in den verschiedenen GeschästSfilialen de« große# Unternehmen» die für fie individuell passendsten Arbeite* besorgen. Innerhalb der Genossenschaft soll eine Fachschule sowie eine Krankenunterstützung und Altersversorgung, alle» mit vorzüglicher Einrichtung, bestehen. Al» erster versuch, zugleich dl» Mustert anstatt, wird die Gründung einer solchen Produktiv-Ge-noffenschaft für da» Tischlergewerde in Vorschlag gebracht, nnb zwar möge der Staat die Initiative hiezu ergreifen und btt erforderlichen Geldmittel gegen Verzinsung und *6$* »ahlung derselben beschaffen. Da» Unternehmen wäre in Form einer Aktiengesellschaft zu «eieren, in welcher jeder, der fich Über die Erlernung de» TischlerhandwerkS answeisen kann und den gesellschaftlichen Statuten unterwirft, Aufnahme findet. Aktionär kann auch nur ein in der Genossenschaft gewerblich aktive» Mitglied werden. Jene Genossenschaftsmitglieder, welche in der Lage find, den Betrag für ein« Aktie (per 100 oder 200 fl.) sofort zu erlegen, erhalten die« selbe sogleich auSgesolgt. Wer die» nicht im stande ist, müßte fich den Betrag einet Aktie von feinem Geschäftsanteile in wöchentlichen Raten derart abrechnen lasse», daß die Aktie längsten- binnen zwei Jahren erworben wird. Diejenige« Personen, welche Kapitalist, in ter Genossenschaft anlegen, ohne dabei gewerblich thätig zu sein, haben Anspruch ans den Belüg »et etretnMtttii Zinsen, tfet nicht *uf den Arbeitsgewinn, e» wäre den«, daß fich die Genossenschaft für die Bewilligung einer Dividende an diese Gläubiger entscheidet. — (Die «Laibacher Schulleitung") bringt in ihrer heurigen 23 Nummer an leitender Stelle einen Artikel unter eem Stichworte „Zur Pädagogik de« Prügeln»." In demselben wird beklagt, daß ein flteßer Theil der Lehrerschaft den Prügelstock, die körperliche Züchtigung, in den Schulen wieder einsühten will. Die Lehrerschaft, namentlich jene in Wien, hat fich durch diese« Begehren ein beschämende», ja ein ArrnuthzeugniS selbst ausgestellt. Der Artikel sagt wörtlich: „Der Pädagog, dessen Können so gering ist, daß er bei der Bildung der Jugend den Stock als ultima ratio feinet Unterrichtsmethode von vornherein zu erklären genöthiat ist, taugt überhaupt nicht zum Lehrer und entbehrt aller richtigen Begriffe de» Lehrer».-Der Verfasser dieses Artikels fährt fort: „Dur* Prügeln sei ans einem faulen oder schlecht gesitteten Knaben noch niemals ein fleißiger und gut gearteter Schüler erzogen worden; die körperliche Züchtigung ist ein brutaler Act; dem Lehrer stehen andere Sorrectionsmittel zngebote; in Händen aufgeregter Lehrer wird der Stock zur Gefahr für den Schüler und für die Schule; der Ruf der Lehrerschaft nach dem Stocke ist ein Rückschritt auf der Bahn de» Fortschrittes. — Der zweite Artikel bringt Bericht über da» neue Bürgerschulgebände in Gurkseld, «itiert die Kardinalsätze aus der Rede des dem SchuleinweihungS-seste anwohnenden Unterrichtsminister« Dr. v. S tr e m a y r, hebt die Verdienste de» edlen patriotischen Erbauers diese» Schulgebäudes, de» Reichsraths- und Landtagsabgeordneten Martin Hotschewar, hervor und enthält eine genaue Beschreibung des neuen SchulhauseS. I Hals- und Armbänder, Ohrgehänge, Brachen, ein Diadem, Ringe und Tuchnadeln, alle« mit funkelnden Diamanten besetzt, lagen hier wohlgeordNtt und waren geeignet, selbst einen besseren Menschen, al« Buonarotti e« war, in Versuchung zu fahren. Einen Augenblick stand der Dieb wie fest-gebannt da, nicht wagend, diese« kostbare Geschmeide, welche« allein ein große« Vermögen repräsentierte, zu berühren. Dann aber, fich erinnernd, daß er keine Zeit zu verlieren hatte, zog er sein Taschentuch hervor, breitete e« auf den Toilettentisch anuni schüttete darauf den Diamanten-, de» Smaragd« und Perlenschmuck in einen bunt glitzernden Haufen. Schon nahm er die Zipfel de« Tuche- zusammen, um fich mit seiner Beute zu entfernen, ater hinter fich ein Geräusch vernahm, welche- ihn erstarren machte. Sich erschreckt und mit wilden Blicken um« sehend, gewahrte er Lady Helene, welche in eintm weißen Nachtgewande, einen Shawl Über die Schultern geworfen, mit bleichem Antlitz, wie ein Geist, au» dem Schfafzirnfttetf kam. W- »uotoarotti fich zu ihr umwandte, fuhr fit hefti- zusammen, stieß einen Schrei au- und sprang nach dem »ltngelzug. (Fortsetzung folgt.) An dritter Strllc lesen wir dir Fortsetzung de» Artikel „Die *loflerfd>ulen". Die »loste,schulen waren im Mittelalter die Pfianrftätte der Bildung, Frömmigkeit, Sitte und Erziehung. Hervorragend aus dem «ebiete de« Schulwesen« wirkten dte Benediktiner, unzählige Llosterschulen verdankten diesem Orden ihre Geburt, Fürsten- und lag» lvhuerkinder fanden in den «losterschulen Ausnahme; aus diesen «lüstern wurden gelehrte Männer zur Errichtung und Einrichtung öffentlicher Schulen berufen; in Deutschland, Belgien, Frankreich, in der Schweiz, in England und in anderen Staaten lag da» Schulwesen in den Händen der Benediktiner. Später trat infolge raschen Verfalles des geistlichen und geistigen Leben« durch Sünden intra et extra muros (innerhalb und außerhalb der «lostermanern), durch innere Entartung infolge steigenden ReichthumS und Wohlleben«, durch Verachtung der Ordensregel, durch Abnahme des wissenschaftlichen Interesse- und der geistigen Thätigleit auch der Beifall der Klosterschulen ein, anS Tugendschulen wurden Lasterschulen; einzelne Klosterschulen behielten ihre Vortrefflichkeit bi« in die neueste Zeit bei. Reifer Joses II. trat in Oesterreich als Reformator des Schulwesens auf, er hob eine bedeutende Unzahl von Klöstern auf und verwendete das Vei mögen derselben zur Errichtung eineS Schul- und ÄtltgtonSfondrS. Unter Kaiser Franz I. wurden viele Slosterschulen wieder errichtet. Die größte Thäiigkeit im Schulwesen entfaltete der Benedictinerorden, er zählte zur Zeit des Konstanzer EoncilS 16,107, nach der Reformation 6000 Klöster; er zählt während der Zeit seines Bestehens aus feinen Reihen 24 Päpste, 200 Kardinale, 1600 Erzbischöfe, 1560 kanonisierte Heilige und 15,700 Schriftsteller und Gelehrte. (Schluß folgt.) tätige Baron Rechbach und Bitte, Schriftführer: Auskultant Andolschek; für die Staatsanwaltschaft: StaatSanwaltsnbstitut S.chetina; Bertheidiger: Advokat Dr. Mosch«. Johann ÄoS aus Reisniz und Johann T r 111 aus Bresowiz wurden beide der Verbrechens oeS LodischlageS schuldig erkannt, ersterer wurde zu einer dreimonatlichen schweren, mit Fasten verschärften, und letzterer zu einer dreizehumonatlichen schweren Kerkerstrafe verurtheilt; ersterer verletzte gelegenheitlich einer Rauferei den Franz Pauli aus Mannsburg, letzterer mittelst eines HiebeS mit einem Scheit Holzstücke den Gregor Zeleznikar derart, daß der Tod beider Beschädigten erfolgte. Witterung. Laibach, 11. Dezember. Anhaltend trübe, sehr schwacher NW. Temperatur: morgens 7 Uhr + 0 4°, nachmittags 2 Uhr + 2 8« C. (1876 + 5 9°; 1875 — 13 3° C.) Barometer im Steigen, 741-78 mm. DaS gestrige TageSmittel der Temperatur -j- 0*7°, um 13' Über dem Normale.__________________ Die Allee- und Gartenanlagen in Laibach. (Schluß.) Die Fachstimme rügt die Pflanzung von Kastanien in der Maria Theresia-Straße, Kastanien gehören dort nicht hin, und es hätte ein Abstand von fünf Meter eingehalten werden sollen. Die Fachstimme greift die Art und Weise der Bäume» Pflanzung im allgemeinen au, anstatt 80 Eentimeter bis ein Meter werden im Schotterboden kaum 40 Eentimeter tiefe Gruben ausgehoben; man möge sich daher nicht wundern, wenn die hiesigen Baumpflanzungen kränkeln, wenn alljährlich Lücken entstehen und kostspielige Neupflanzungen nothwendig sind. Die Pflege der Lattermanns-Alleen erfolgt eben auch nicht in rationeller, entsprechender Weise, man nimmt den Mangel einer verständigen Hand wahr, welche die Bäume vor Krankheiten saufet; vor allem anderen fehlt den Bäumen der Raum zum Leben, es stehen deren zu viele dort, um gedeihen zu können, es fehlen Lust und Licht, die Bäume in den Reihen stehen zu dicht, die Beseitigung abgedorrter oder gebrochener Aeste wird versäumt; um diese Alleen der Nachwelt zu erhallen, müßte die Hälfte der Bäume entsernt werden. ES stellt sich die Nothwendigkeit heraus, die Pflege der bestehenden Baumalleen und die Neupflanzung von Allee-bäumen sachlich und sachlich gebildeten Hauten anzuvertrauen. Die FachÜinime bespricht sofort tie Ber l>> nd un gs-Alleen; auch bei diisen tritt der Uedelstand hervor, daß sie von Händen angelegt wurden, denen jedeS fach» und sachliche Verständnis fehlte. Die Fachstimme wendet ihr Auge auf den Tivolipark, sie fordert den Gärtner aus, Anziehendes, Auffallendes, Interessantes zu schaffen, auch den Seitenpartien deS Parkes seine Thätigleit zu widmen, für Ruhepunkte und Sitzbänke zu sorgen, grüne Rasenplätze und mannigfaltige Gruppen anzulegen, in den Blumenflor Abwechslung zu bringen, die Beschneidung der Gehölze und Sträucher in auSgitbigcm Maße vorzunehmen, insbesondere dem südlichen Theile eine größere Aufmerksamkeit zuzuwenden und die richtige Wahl der Baumatten bei Neupflanzungen und Lückenausfüllungcn zu treffen. Die Fachstimme tritt nach Beleuchtung der Mißstände mit Rathschlägen behufs Beseitigung dieser Uebelstände auf, sie betont: daß nicht nur die Kastanie als Ersatzmaieriale bei Baumpflanzungen zu benützen; daß der Stadtwald-Baumschule größere Aufmerksamkeit zuzuweuden; daß die Bepflanzung der Polana, deS Franz Josefs», Valoasov Auersperg-, ISt.fJakobs- und des Deutschen Platzes, der Begagaffe und Aemoua-Straße, der Straße vom Theater bis zur Klosterfrauenkirche, der Wiener Straße vom Zivil-spitale ab u. a. in Angriff zu nehmen sei. Es soll bei allen Anlagen ein besserer Geschmack, ein bessere« Beistand-nie hervvrtreten. Aus den eingehenden kritischen Betrachtungen der Fachstimme ergibt sich die Nothwendigkeit: daß die Besorgung der Angelegenheiten, betreffend die städtischen Allee- und Parkanlagen, sach- und sachkundigen Händen Übertragen werden sollten. Vielleicht erklärt sich die in der „Laib. Ztg." ausgetretene Fachstimme bereit, die Besorgung dieser Angelegenheiten in die Hand zu nehmen? Der Ge-meinderath und die Bewohner Laibachs wären hiefür der erwähnten Fachstimme zu großem Danke verpflichtet. Ans dem Schwurgerichtssaale. Laibach, 10. Dezember. Heute fanden zwei Sitzungen slett. Der Gerichtshof bestand aus nachgenannten Funktionären: Borsitzmder Lan-desger chlSpräsident Bertscher, Votanten: LandeSgerichtS» Angekommene Fremde am 11.Dezember. Hotel Elefant. Tomay, Agent, und Flach, Agram. — Heller, Eetreidehändler, Kikinda. -- Simon, Hopfen-händler, Saaz. - Hübner, Reif., Reichenberg. — Spatz, Mainz. — v. Ohlmayr, k. k. Major, Zara. — ffitsettig, Görz. — Kank, Oberförster, Ebern stein. Kaiser von Oesterreich. Burnik, Naffenfuß. — 6iM, k. k. Beamter, Loitsch. — Smtekat, Graz. — Eisbacher, Saisnitz. Bairischer Hof. Petti«, Laibach. — Skok, Mannsburg. — Kauiii, Oberkrain. Mohren. Simon sarnrnt Frau, Graz. — Martelli, Reis., Dresden. — Schleicher, Bes., Oberösterreich. — Stern Maria, Völkermarkt.__________________________________ Verstorbene. Den 10. Dezember. Johann Lause, Färbergelelle, 32 I, Kirchengaffe Nr. 19, Gehirnschlagfluß. — Maria Ambtojii, Magd, 70 I-, Polanastraße Nr. 13, Lungenentzündung.___________________________________________________ Gedenktafel über die am 14. Dezember 187 7 stattfindenden Mutationen. 3. Feilb., Merjnik'sche Real., Smetje, BB. Feisttiz. — 3. Feilb., Sircett'sche Real., Obersemon, BG. Feistriz. — 3. Feilb., Rojanc'sche Real., Zirkniz, Bffi. Loitsch. — 3. Feilb., Leuast'sche Real., Kirchdorf, BG. Loitsch. — 3. Feilb., Mi. kuletii’sche Real., Dobropole, BG. Feistriz. — 3. Feilb., MikSe'sche Real., Zirkniz, BG Loitsch. - 2. Feilb., Sla-bou'sche Real., Gotsche, BG. Wippach. — 3. Feilb., Kete'sche Real, Werd, BG. Oberlaibach. — 3. Feilb., Pfchibil’scte Real., Krainburg, BB. Krainburg. — 3. Feilb., Bajnik'sche Real., Möttling, BG. Möttling. - 2. Feilb , Gregorii'sche Real., Rndolsswerth, KG. RudolsSwerth. — 2. Feilb., Bn-kooac'sche Real., Michelsdorf, BG. Tschernembl. — 2. gtilb., Kolescha'sche Real., Loka, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Samsa'sche Real , Schambije, BG. Feistriz. — 1. Feilb., Hoieoar'sche Real., Zirkniz, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Meze'sche Real., Brod, BG. Loitsch. — 1. Feilb., Grahor'sche Real., Smetje, BG. Feistriz. — Reaff. 1. Feilb., Zalat'sche Real., Zitkniz, BG. Loitsch. — Reaff. 3. Feilb., Milavc'sche Real., Oberplanina, BG. Loitsch. — 3. Feilb., Slavc'sche Real , Grafenbrunn, BG. Feistriz. — 1. Feilb., Skert'jche Real., Topolz, BB. Feistriz. — 1. Feilb., Mihevc'sche Real., Martinhrib, BB. Loitsch. — 1. Feilb., Krajnc'sche Real., Debet, BB. Loitsch. — 1. Feilb., Homovc'sche Real., Gar-tscharenz, BG. Loitsch. — Reaff. 1. Feilb., Kramarii'sche Real., BojanSdorf, VG. Möttling. — 3. Feilb., Jura-jefiii'fche Real., Oklug. «G. Möttling. - 1. Feilb.. Jfo-betii'sche Real., Berderze, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Zimmermann'sche Real., Rutschetendors, BB. Tschernembl. - Reaff. Piskur'schcr «cal., Bornschloß, BG. Tschernembl. 1. Feilb., Hotujc'sche Real., Doleutsche, BG. Tschernembl. — 1. Feilb., Madronit'sche Real., Schweinberg, BG. Tscher-nembl. Sommuniften und der Conservativen eine Meuterei ausgebrochen. Der Mintstcrrach beschloß energische Maßregeln und entsandte Truppen nach Kragujevac. Paris, 10. Dezember. Die republikanischen Bläser melden, daß Mac Mahon die weiteren Verhandlungen mit der Linken abgebrochen habe. Bukarest, 10. Dezember. „Havas".Meldung: Os man Pascha hat sich ergeben; Plewna Ist im Besitze der russisch-rumänischen Armee. Bukarest, 10. Dezember. „Agence Russe" meldet: Osman Pascha hat sich nach lebhaftem Kampfe auf Gnade und Ungnade ergeben. Osman Pascha ist verwundet; die Türken sterben vor Hunger und Kälte. Bukarest ist beflaggt. Kölner Maskenfabrik von Bernhard Richter, Köln, versendet franco Preis» dourant für 1873. (613) 4 — 1 Zalinweli! jeder und heftigster Art beseitigt dauernd das berühmte Pariser Liton, wenn kein anderes Mittel hilft l Flacon ä 50 kr. bei Herrn Apotheker Blreehlt*. (490) 10-8 Theater. Heute (gerader Tag): Zum brittenmale (ganz neu): Familie Hörner. Schwank in drei Allen von Anton Anno. Morgen bei aufgehobenem Abonnement (ungerader Tag): Zum etflenmale (ganz neu): Der Courier des Zaren. (Die Reise nach Sibirien.) Großartiges Ausstattungsstück in 3 Akten und 11 Bildern, bearbeitet nach einem Romane JnleS Verne'S von E. Bruno. Mufik von <$. Millöker. Telegramme. Wien, 10. Dezember. Die „Politische Korrespondenz" meldet au« Belgrad: Gestern ist im Militärlager zu Kragujevac infolge Umtriebe der Pariser ®fas-^ßftotograplucn (Lunst-Ausstellung). Vom 9. bis 12. Dezember ist ausgestellt: XIV. Serie: Belgien und Meeresansichten von Wales. Zu sehen im Hause der Handels-Lehranstalt am Kaiser Josefsplatz Nr. 12. Geöffnet von 10 Uhr Dorm, bis 8 Uhr abends. Eintritt 30 kr. (537) 39 Eine Partie Glasbilder ist zu verkaufen, au» einzeln. Wiener Börse vom 1«. Dezember. Allgemeine Staat«-f<6uM. fapiervente........ iltenente.......... Goldrente............ ©taatälofe, 1839. . . „ 1854. . . „ 1860. . . 1860(5tel) 1864. . . CrundcntlajWgt- Obligationen. Galizien............. Siebenbürgen . . . • Temeser Banat . . . Ungarn .............. Ander« iffentli&k Anleten. ™ Donau-Regul.-Lose Nng. Prämienanlehen Wiener Anlehen . . . Aktien o. Sanken. Kreditanstalt s.H.u.G. Escompte-Ges., n.ö. . Mationalban!......... Aktien v. Transport Unternehmungen. «lsöld-Bahn.......... Donau - Dampfschiff -Elisabeth-Westdahn , ^erdi»andS»Nordb. > anz.Joseph-Bahn. aliz. Karl-Ludwigb Lemberg - Ezernowitz > Llohd-Gesellschast . G-ld 63-85 6715 74-80 302'-103-25 11310 123 85 135-50 86-2 76-20 77-75 78-75 105— 79-5 89-75 209-50 805— 113-50 344— 159-194 18S->5 247 50 120-75 886— Ware 61-90 6720 74-85 304 109-50 113-25 3-75 135-76 86-75 76-60 78-II ;9Z5 10510 80 25 90— 209-75 807*— 114- 346— 159-50 1915 12V75 248 — 121-25 S--8-— Nordwestbahn . . . RudolsS-Bahn . . . Staatsbahn .... Südbahn............. Ung. Nordostbahn . Pfandbriefe. Bodenkreditanstalt in Gold........... in österr. Wahr. . Nationalbank.... Ungar. Bodenkredit- |)rierität»-®Uig. Elisabethbahn, 1.6m. Kerd.-Nordb. i. Silber "ranz-Ioseph-Bahn. !aliz.K-Ludwigb,l.E. Oest. Nordwest-Bahn Siebenbürger Bahn Staatsbahn, 1. Em. Südbahn » 3 Pcrj. ,, 16 „ . jßrieatkfe. Kreditanstalt .... Rudolfsstiftung. . . Steifen. London •eldfertin. Dukaten........... 20 Franc« .... 100 d. Reichsmark Silber............ Geld 106-50 116-5.1 261— 76-50 110— 10450 84-75 97 75 93-25 98-S0 106 85-50 100-50 86*10 «5— 162*50 109— 91*10 165*85 18*50 119*35 6 65 9-5TV, 59-05 106-85 War« 107— 117— 261-5» 77— 110*50 105 — 90*- 93*76 106*50 85*75 101 — 86*80 65'i6 153— 109*50 91*30 165*50* 1—1 ;19*45 6.6 11-58 5910 1 16.35 Telegrafischer üursbericht am 11. Dezember. Papier-Rente 63 90. — Silber-Rente 67*10. — Bold» Rente 74*65. — 1860er StaatS-Anlehen 113—. — »onl» actien 805. — RrcBitacticn 209 75. — London 119^0 — Silber 105 70. - St. k. Münzdukaten 5*65. — 20-Franc» Stücke 9*56»/,. - 100 Reichsmark 58*95. Druck von Jg. v. Äleinmatir * ged. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Verantwortlicker Redactcur: frfcanz Müller.