prSuLmranons pttisr: Für Laibach: «9. Jänner l872 dargethan habe, daß das Staatsoberhaupt keinen Staatsstreich inehr machen könne, und daß die Armee sich nicht dazu hergebe, einen solchen zu unterstützeu. Alle diese Blätter, selbst das „Bien Public," sind dafür, daß der Präsident der Republik sich j» Zukunft weniger in der Kammer zeige. Die Antwort des Grafen Andrassy an den Baron Stillfried hat überall den besten Eindruck gemacht und natürlich in Italien am freundlichsten berührt. Die „Italic" bespricht das Ereigniß in ihrem heutigen Lcitarülcl nnd in dem Vergleich, welchen sic zwischen Andrassy nnd Thiers anstellt, welcher dcm Papste ein Asyl in Pau angeboten hätte. Das letztere nennt die „Italic" eine unnütze Spiegelfechterei, da ThierS wohl gewußt habe, daß Pius IX. sich nicht aus dcm Vatikan hcrauörührcn wcrde. „In dcr That," fagl das Blatt znlctzt, „wenn man zwischen unseren beiden Nachbarmächtcn eine Parallele ansicllt, crräth man lcicht, welche von ihnen ihr Interesse am besteu versieht und ihre Würde wirksamer wahrt." Dagegen herrscht über die Aenßerungen des Grafen Andraffy gegenüber dem Baron Stillfried im Vatikan große Anfreguug. Das, was am meisten verletzt hat, ist die Behauptung Andrassy's, einem, der das Wache» nicht liebt, er sei verschlafen wie eine Ratte. Non einem heißt cs, dcr ist gefräßig wie ein Wolf, oder wie ein Haisisch, oder wie eine Ratte; von Einem ändern, er mästet sich wie ein Hamster. Der Eine schleicht im Finstern wie ein Maulwurf und dcr andere ist schlau wie ein Fuchs odcr listig wic cin Mardcr. Einen lcicht gereizten Menschen sicht man biöwcilcn wütheud wie eiuen angcschosscncn Eber, und cin zwischen Akten grau geworoener Pslcgniatikus geht langsam nnd still seinen Weg wic ein müder Gaul. Ein Höfling ist glatt uud geschmeidig wic cin Aal und der Hench ler wcint Krokodilsthräncn. Dcr Habgierige stürzt auf das, was in seinem Bereich liegt, wic cin Habicht und läßt sich oft dazu vcrsührcn, daß cr stichlt wic cin- Rabe odcr wic cinc Krähe. Ein Narr macht Lärm wie cin Rohrsperling nnd ist geschwätzig wic cin Staar odcr wic cinc Elster. Wcr imnicr gern zurück will, wird mit einem Krebs verglichen und sein satyrischer Gegner sticht wic cinc Wcspc. Langbeinig wic cin Storch oder wic cin Kranich, hochmuthig und gespreizt wic ein Psan, bnnt wie cin Zeisig, duftend wie cin Moschusthier zieht ein junger 22 vom 37. Jänner. daß „kein Staat in Europa dein Papste ein Asyl gewähren würde." Se. Heiligkeit der unfehlbare Papst hat sich veranlaßt gesehen, eine Aeußerung, die cr jüngst einer Deputation von 600 Personen gegenüber gemacht hatte, für übereilt zu erklären und zurückzu-nehmcn. ES war dies dic Acnßcrnng: ,Meine Loggia, von der herab ich vor 24 Jahren den Frauen Trastcvcrcrs Segen gespendet, wird nun von ändern Weibern (der Prinzessin Margherita :c.) pro -fanirt." Se. Heiligkeit erklärte nun vor einigen Tagen mit Bezug ans diese Aeußeruug: „Mau thätc oft bcsscr zu schwcigcn, statt zu reden." Zur Tagesgeschichte. — Vom s chwarzen Ha » dwerk. In Graz sind sie wieder zusammengeflogen, die Raben, und ergaben sich frommen Betrachtungen über die Weltlage überhaupt und die vaterländische Politik im speziellen. Die Gründungsfeier des katholisch konservativen Volks-vereines in Graz gab den äußern Anlaß dazu. Gras Leo Thun beeilte sich natürlich, in Graz eine Gastvorstellung mit seiner Glanzrolle als Oberwenzel in der Tragikomödie „Die Fundamentalartikel" zu geben, und errang mit derselben viel Erfolg bei den versammelten Römlingen und Finsterlingen. Der besagte Muckerverein nahm nämlich zwei Resolutionen, eine kirchliche und eine staatsrechtliche an, welche beide an Wahnwitz nichts zu wünschen übrig lassen. Leo Thun sprach zur zweiten Resolution und »erstieg sich darin zur komischen Behauptung, die Fundamentalartikel seien in Graz „freudig" aufgenommen worden. Man kennt vielleicht das schlaue Mittel des amerikanischen Schaf-züchtcrs, der, als ihm das grüne Futter ausging, seinen Schafen Brillen mit grünen Gläsern aussetzte uud Hobelspäne vorwarf. Die güten Thiere fraßen es, im besten Glauben, cs sei frisches Futter. Graf Leo Thun und seine Schafe haben auch auf der Nase Fuudamentalbrillen und sehen eine „freudige" Zustimmung zu den Fuudamentalartikeln auch dort, wo sich jeder gescheidte Mensch mit Händen und Füßen gegen die Verschleppung der Auögteichsseuche gewehrt. Wie den Schafen die Hobelspänc anschluge», besagt die Anekdote nicht . . . Der Statthaltereirath Harrandt, auch ein Wiener Gast, wetzte sich seinen pensionirten Schnabel an 'der kirchlichen Resolution, welche nichts Gewaltigeres aiistrebt, als die Wiederherstellung der päpstlichen Weltmacht. In beiden Resolutionen spielt natürlich der Herrgott eine große Rolle, — es ist rein ans cinc Probe seiner Allmacht abgesehen, so viel mnthen ihm die Herren Leo Thuu und Spießgesellen zu. Er wird sichS wohl überlegen. — Vom Baron Pino v. F r i ed en t h a l, dem jetzigen Landcspräsideuten der Bukowina uud vielleicht baldigen Statthalter des Küstenlandes, erzählt der Wiener Korrespondent des „Eittadino" folgendes artige Geschichtchen: Es war kurz nach den, Sturze Hohen- Elcgant dic Promenade entlang. Er möchte gern überall Hahn im Korbe sein, ist unverschämt wie eine Fliege, zudringlich wic cinc Mücke, albern wic cin Affe und verliebt wie cin Katcr. Der Tadel, welcher bei allen diesen Vergleichen auf die Thier wclt znrückfällt, wird indessen dadurch einigermaßen, gemildert, daß ein bei uns heimischer Sprachgebrauch einen Mensche», welcher einer jeden aus Rohheit nnd Gefühllosigkeit hervorgehende» That fähig ist, als ein llnthier, oder deutlicher, als cin uutcr dem Thicrc ftchcndcS Wesen bezeichnet. Anch gibt eö eine Menge >ehr gangbarer Vergleiche, durch welche eine Anzahl von Th eren zugleich mit dcm Menschen sehr-hoch geehrt werden. Man sagt von dcm Tapscrn, cr habc Mnth wic cin Löwc und stürme freudig in den Kampf wic cin edlcS Schlachlroß. Eiucm großeu Kriegsheldcu schreibt man dcn Blick eines Adlers odcr ciucs Fallen zu. Von einem Jäger sagt man, cr sei scharfsichtig wic ci» Luchs, von dem kühnen Alpcnstciger, cr sci gewandt wic eine Gemse, von dem durch lange Jahre erprobten Diener, er sei treu wic ein Huud, der seinem Herr» folgt. Will mau jemand etwas Angenehmes sagen, so sagt man, wart's. Der Baron, der als Parteigänger Petrino's die Präsidentschaft in der Bukowina erhalten hatte, kam in Verzweiflung zu einem befreundeten Beamten in Wien und klagte diesem sein tiefes Herzleid mit den Worten: „Da bin ich in der Bukowina von Dorf zu Dorf gereist, habe nicht geruht und gerastet, bis ich in Czernowitz einen föderalistischen Landtag znsam-mengebracht, und nun am Ziele meiner Anstrengungen angelangt, tritt das Ministerium Hohenwart ab und eiu verfassungstreues kommt an seine Stelle." Lächelnd erwiederte auf diese Klage ein älterer, im bureaukra-tischen Leben erfahrener Freund, der zufällig zugegen war: „Je nun, das hat blos die einzige Unannehmlichkeit mit sich, daß Sie jetzt abermals von Dorf zu Dorf ziehen werden, um einen verfassungstreuen Landtag in Czernowitz zu bekommen." Der Herr Baron nickte verständnißinnig und war sofort beruhigt. — Aus Pe st wird geschrieben : Heute fand die Generalversammlung der Alt-Ofener Sparkasse statt, in welcher e« recht lustig herging. Vor ungefähr zwei Jahren noch erfreuten sich die Aktien eines bedeutenden Aufgeldes. Dic Direktion bezahlte große Dividenden. Doch plötzlich wurde alle Freude zu Wasser. Zufällig wurde die Entdeckung gemacht, daß alle Bilanzen gefälscht und das gesammte Aktiv-Vermögen — gestohlen worden sei, und zwar hatten der Direktor, Kassier und Buchhalter im Einverständnisse gearbeitet und so die Entdeckung der Defraudation vrrhindert. In der gerichtlichen Untersuchung kamen hübsche Dinge zu Tage, unter anderem eine neue, bis dahin noch nicht angewendete Methode des Anweisungs-Geschäftes. Der Kassier zahlte nämlich vom Direktor angewiesene Beträge stets gegen Vorweisung seines „Taschenseilels" aus. Die Eruirung des wirklichen Vermögensstandes hat bei den vorhandenen, durchwegs gefälschten Büchern beinahe anderthalb Jahre erfordert, und heute wurde den Aktionären die Mittheilung gemacht, daß es nur der Opferwilligkeit der 23 Ausschußmitglieder zu danken ist, wenn die Einlagen bis auf nur 11.000 Gulden Pendenzen gedeckt sind. Das Aktienkapital ist und bleibt aber natürlich verloren. Die Verwaltung propouirt die Bildung einer neuen Gesellschaft, um nicht auch bei der Liquidation der Ausstände weitere Verluste zu erleiden. Ein Aktionär fordert „vorerst sein blutig erworbenes Geld", man dürfe nicht „mir nichts dir nichts cin Aktienkapital wegtragen lassen," er brächte es auch zu Stande, in sünf Jahren sämmtliche Kassen auszuranben." Nach ziemlich erregter Debatte einigte man sich dahin, vor. erst die Bilanz nochmals zu prüfen und nach deren Richtigbefund eine neue Gesellschaft zu gründen. — Gegen den bekannten russischen Geschichtsforscher und panflavistischen Parteiführer Pogodin, der unlängst seiu 50jährigeS Dienstjubiläum als Univer-sitäts Professor feierte, ist aus Anlaß dieser Jubelfeier in Moskau, wo er feinen Wohnsitz hat, eine feindselige Demonstration in der Weise ausgesührt worden, er sehe gesund aus, wie ein Fisch im Wasser. Seid klug wic die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben, sicht schon in der Bibel. Wer fleißig ist, wird mit der Biene, wer dabei auch noch recht emsig ist, mit der Ameise verglichen. Wer unschuldig mal traitirt wird, krümmt sich wic ein Wurm, der ge treten wird. Wcr ganz allein dcn Blicken einer neugierige» Mcugc cxpomrt ist, dcr sitzt wie eine Krähe auf dem Blitzableiter, uud wcr nicht gern in Verlegenheit gebracht werden will, der entfernt sich, wenn cr kann, mit dcr Geschwindigkeit eines Molka-käscrS. Der Lebensfrohe flattert wic ciu Schmet terling von einer Blüthe zur ändern und der Trübsinnige sitzt träumend und lichtscheu wic ein Mur melthier in einsamer Zurückgezogenheit. Von einem jnngen Mädchen sagt man, sic sei zierlich wie ein: Bachstelze, schlank wie eine Libelle, munter wie ein Reh und scheu wie cinc Gazcllc. Wcnn sie Gesangsunterricht gehabt hat, singt sie wie eine Nachtigall, audernsallö aber wie cinc Lerche. — Wenn der Mann dnrch L-chmeichcl» von seiner Fraü etwas erlangen 'E/ sagt er zu ihr: mein Hühnchen, oder mein Mäuschen, oder mein Täubchen! daß ein großer VollShaufe sich vor seiner Wohnung versammelte und in derselben unter Lärmen und Toben fast sämmtliche Fensterscheiben einwarf. Zahlreiche Theilnehmer an diesem Straßenexzeß sind zwar verhaftet und zur Bestrafung gezogen worden, doch ist es bei der Untersuchung nicht gelungen, die Anstifter der Demonstration zu ermitteln, die jedenfalls beweist, daß der Urheber und eifrigste Beförderer der pansla-vistischen Bestrebungen zahlreiche und entschiedene Gegner in allen Klassen der Bevölkerung hat. — Der Papst hat seinen Humor noch nicht verloren. Als ihm dieser Tage, erzählt die „Perseveranza," ein von ihm für eine neapolitanische Diözese neu ernannter Bischof seine Aufwartung machte, ließ dieser naive Herr die Aeußerung fallen: „Wie schön doch Ihre Heiligkeit ist!" — „Was schön!" erwiederte Pius; „mit 80 Jahren!" — „O, ich wünsche Ew. Heiligkeit noch einmal 80 Jahre, so daß Sie 120 Jahre alt würden!" — „Ei," meinte Pius, „Sie scheinen kein starker Rechenkünstler zu sein!" Und dann schlug er mit komischer Berzweislung die Hände zusammen mit dem Ausruf: „Und was wird man davon denken, daß ich es bin, der ihn zum Bischof ernannt hat!" Lokal- und Provinzial-Angelegenheiten. Lokal-Chronik. — (Landesschulrat H.) Für den vakanten Posten eines LandeSschulrathSmitgliedes aus dem Lehrer-stanve wurde vom Landesanöschusse der erst Heuer von der Oberrealschule in Agram an das hiesige Gymnasium übersetzte Professor der naturwissenschaftlichen Fächer I. Tuschek in Vorschlag gebracht, nachdem das Unterrichtsministerium den unter Hohenwart in Borschlag gebrachten bekannten Gebet- und Kochbuchfabn-kamen Religionslehrer Lesar abgelehnt hatte. Professor Tuschek hat mehrere deutsche Schulbücher, darunter auch Schödlers Chemie ins Slovenische übersetzt, und in jüngster Zeit eine slovenische Terminologie der Mathematik in der „di«»ice" veröffentlicht. — (OeffentlichkeitSrecht.) Der Mini-nister für Kultus und Unterricht hat mit Erlaß vom 22. v. M., Z. 14774, der unter der Leitung des Urfuliner-KonventeS stehenden Mädchenvolksschüle in Laibach das Oeffentlichkeitsrecht im Sinne des § 72 des Reichsvolksschulgesetzes verliehen. — (Berficherungsbank in Laibach) DaS hohe Ministerium hat im Einvernehmen mit den betheiligten anderen k. k. Ministerien den Herren Leopold Fürsten und Altgrafen zu Salm-Reifferscheid und Genossen dis Bewilligung zur Errichtung einer Aktiengesellschaft unter der Ftrma „Erste allgemeine Ber-sichernngsbank Slovenija" mir dem Sitze in Laibach enheilt und deren Statuten genehmigt. — (Ein höchst gesährlicher Einbrecher) wurde gestern NachtS in der Person des schon mehrmals abgestraslen Bauers S. aus Zirklach von der Siadtwache zu Stande gebracht. Derselbe war eben damit beschäftigt, in der Fleischselcherhülle in der Schulallee, wo er vor ein paar Wochen eine gute Beuie gemacht hatte, mit Htlfe eines Spießgesellen einen neuerlichen Einbruch auszusühren. Die beiden Gauner waren mit Einbruchswerkzeugen sehr gut versehen, einem davon gelang es zu entfliehen, nachdem er dem einen Wachmann einen betäubenden Schlag auf den Kopf versetzt hatte. — (B eam t en vere in.) Soniitag den 21. d. fand unter dem Borsitze des RegiernngSrathes Fürsten Lothar Metternich eine Sitzung des hiesigen LokalauS« schusses des BeamtenvereinS statt. Die Wiener Zeu-tralleitung des Bereins hatte de» Herrn Wosuia-kowski nach Laibach abgeordnet, um betreffs der Bedürfnisse der BersicherungSabtheilung Borkehrnngen zu treffen und sich Uber Wünsche und Bedürfnisse der krainer Filiale zu informiren. Als ein Mißstand der BersicherungSabtheilung wurde insbesondere der Mangcl an BereinSärzten auf dem flachen Lande betont, welchem jedoch der Lereinsabgeordnete Abhilfe versprach. Herr Finanzkommissär Dimitz sprach den Wunsch »ach einer Thätigkeit der Zentralleitung aus, welche den Provinzmitgliedern mehr zu Gute käme und alle In-» teressen des BeamtenvereinS förderte, besonders im gegenwärtigen Momente, wo die Beamtenfrage vom Throne herab in Fluß gebracht worden. Fürst Metternich wies auf den Mangel an Publizität hin und aus die Nothwendigkeit, alle Schritte und Bestrebungen im Interesse der Beamtenwelt auch zur Kenntniß derselben zu bringen und dadurch größeren Anreiz zum Beitritte zu schaffen. Es handle sich ferner nicht allein darum, die materiellen, sondern auch die moralischen Interessen der Beamten, ihre Stellung und Bedeutung im Staate zu heben und ihre Interessen im Parlamente zu vertreten. Nachdem noch der Vertreter der Zentralleitung, Herr WoSniakowSki, den Eifer derselben in Wahrung der Interessen des Beamtenthums hervorgehoben, der sich unter anderen in der Berlage einer Dlenstespragmatik, in der Borbereitung eines allgemeinen Beamtentags, in der Thätigkeit des Borschnß-Konsortinms und der Lebensoersicherungs-Abtheilung bekunde, wurde die Sitzung geschlossen. Der Bereins-vertreter gedenkt eine Rundreise durch Krain zu machen und sodann seine Thätigkeit im Interesse des Bereins in Laibach wieder aufzunehmen. — (Freiheit in Slovenien.) In der letzten „Novice" macht ein treuer Verfechter der Grundsätze des BolkSbeglückers Dr. Bleiweis allen Ernstes den Borschlag es möge bei künftigen Volkszählungen in Krain bei jedem Krainer in einer besonderen „Rubrik die Bemerkung beigesügt werden, ob der besagte ein „NemZkutar" oder ein „Nationaler" sei, damit man also auf offiziellem Wege zur Kenntmß der Auswürflinge der Ration gelange. Noch weiter geht die Unverschämtheit eines echten, angeblich in den Jdrianer Bergen hausenden Bleiweißianers, der einen ehrenwer-then Jdrianer Bürger und Kaufmann öffentlich zur Berantwortung zieht, warum dieser bei der letzten Landtagswahl dem Gegenkandidaten seine Stimme gegeben hat; zugleich werden die Patrioten gewarnt, den Kaufladen des argen NemSkutars zu betreten. Es ist nur auffallend, daß Dr. Bleiweis die edlen Grundsätze, die er in seinem Bauernblatte zur Aufklärung und Bildung des slovenijchen Bolkes versicht, nicht vor allem aus sich selbst anwendet. Wenn der nächst beste Novice-lümmel einen Wähler wegen seiner Abstimmung öffentlich zur Berantwortung ziehen kann, so dürfte Dr. Blciweis auch der Regierung das Recht nicht in Abrede stellen, ihn selbst über seine politische Haltung als k. k. Beamte zu interpelliren und die BleiweiS'sche Theorie der freien Abstimmung auf den k. k. LandeS-thierarzt zu appliziren. — (Theater an zeig e.) Herr Gustav Adolf Nadler, eines der talenünen und fleißigen Mitglieder unserer Bühne, dessen Rücken Rollen des verschiedenartigsten Kalibers tragen muß, der im Schauspiele, im Lustspiele und in Possen gut verweudbar ist, im Fache der Jutriguants und alten Väter Vorzügliches leistet, wird am Dienstag den 30. d. zu seinem Benefiz das von ihm selbst verfaßte Charakterbild „Ein Geheimniß unter Josef 1l." zur Auffahrung bringen. Dieses aus historischer Grundlage fußende Bühnenprodnct ging bereits in Prag, Linz und Pilsen mit Beisall Uber die Bretter. Die Zkritlk veurtheilt das selbe sehr vvrtheilhast. Der „Tageöboie aus Böhmen" schreibt: „Die Aufführung von G. A. Nadlers „Ein Geheimniß unter Josef U." fand nicht geringen Bei-fall, und trug dem Berfafser nicht »linder Ehren ein." — Die „Presse" sagt: „Es ist ein nicht ohne Geschick und Geist zusammengezimmerteS Essectstück, und bei manchen Stellen mußte »uuuteulauge pausict werden, da der Beifallssturm des PnblikumS die Schauspieler am Weilerreben hinderte." — Die „Tagespresse" läßt sich vernehnien, wie folgt: „Herr Nadler dramatisirte den »lagere» Stoff „Mina von Rober-sam," machte ihn durch die allerhöchste Person Joses I I., durch den Zusatz jesuitischer Äauke und freist»,uger Schlagwörter genießbar." — Der „Tageöbvte aus Böhmen" schreibt au zweiter Stelle: „Wir stoßen auf eine gesunde und lebeussähtge dramatische Arbeit. Zede Bühne kann Herrn Nadler'S historisches Charakterbild als entschiedene Bereicherung des Repertoires akzep-tire». Wir finden darin eine solide, bühnengerechte »Mache, einen hübschen, stellenweise zur Begeisterung hinreißenden Dialog. — Das hiesige theatersreundllche Publikum verwahrt sich gegen eine ihm etwa abermals zugedachte „lange Nase." Auf Grund der vorstehenden Jciurnalslimmen dürften wir es am kommenden Dienstag mit keinem zusammengenadelten Zeug, sondern mit gutem dramatischen Stoff und büynen-gewandter Arbeit zu thun haben. Herrn Mdler zu lieb wollen wir noch einmal „ans's Eis" gehen! — (Eisenbahndebatte in der Klagenfurter Handelskammer). Den radikalsten Standpunkt in der lebhaften, fast dreistündigen Debatte über dre Eisenbahnfrage nahm Herr Dr. v. Rainer ein, welcher eine entschiedene Kundgebung der Kammer für die Linie T r ie st-L ack-L o lb l-S l. Beit verlangte. Die Bevölkerung des Landes warte auf ein Lebenszeichen der Kammer in der so hochwichtigen Frage und sei dazu um so mehr berechtigt, als man sich allerwärts um Bahnen kümmere, welche auf kärnine-rischem Grund und Boden gebaut werden sollen, nur die berufenste Körperschaft des Landes selbst, die Handelskammer, hülle sich in Schweigen. Die nationalen Führer in Krain haben eine Broschüre geschrieben über die Durchstechung des Seeberges. Die Tnester schwärmen zum Thctt sür die Lacklinie, un Lande selbst machen sich schon Stimmen geltend sür eine oder die andere Ltnie, nur die Kammer solle schweigen? Die Kammer solle auch ein offenes Wort sprechen, damit die Welt endlich auch einmal erfährt, was man eigentlich in Kärnten über eine Frage denkt, welche unser Land so nahe berührt. Wenn wir uns erst dann rühren, wenn die Regierung bereits über eine Linie einig geworden ist, so ist es zu spät, denn dann werden wir schwerlich ihren Entschluß noch umstoßen. Was ich immer gcsmchiel, das kann geschehen, daß wir mit nnserm Berkehr nach Triest abermals über Billach-Tarvis nach Laibach an die Südbahn gewiesen werden, was hat dann Kärnten davon? Das gleiche ist der Fall mit der Predilbahn, welche uns in Görz der Südbahn überliefert. Und endlich ist es auch einmal an der Zeit, für die Landeshauptstadt auszutrelen und entschieden für dieselbe das zu forvcrn, was lyr als Landeshauptstadt, als größtes Gemeindewesen des Landes gebührt- Sekretär Canaval bekämpsie diese Ansicht aus Opporlunüälsgrüuden, weil durch eine Vermengung von theils bereits anögearbeiteten, theils spruchreifen Projekten mit noch in der Lust schweben« den gerade der gegentheüige Ersolg hervorgernsen werden könne. Die rtammer entbehrt noch aller und jeder Daten über die Loibl- oder gar Seebergllnie; sie kann ohne Gefahr, sich dadurch zu konipromimren, daß sic möglicherweise später ihren eigenen Beschluß wtever zurücknehmen muß, heule noch keine bestimmte Stellung nehmen. Heute sei es, wie die Berhältnisse liege», ledlgllch Aufgabe der Kammer, mit möglichstem Nachdruck sür das zunächst Erreichbare einzuireien. Uebrt-gens brauchte man sich nicht zu sürchleu, daß etwa die Predilbahn über Nacht gebaut werde, denn 22 Mtl-lionen wiegen schwerer als die allsälllgen Sympathten des jetzigen Herrn FinanzministerS, von denen man auch nichts genaues wisse. Bor allem ist jede weitere Verschleppung zu vermeiden und wir müssen im Interesse des LanbtS für die schnellst durchzuslthrende Lune setn, dannt wir überhaupt einmal eine Linie anü Meer haben, und zweitens, weil eine solche die Poutebabah» zur nolhwendlgen Folge haben muß. Wlr habe» den Relchsrcuh nur um das eine zu buten, nur zu dem einen zu drängen, daß überhaupt einmal gebaut wird, daß die Frage endlich einmal zum Abschluß gebracht werde, daß der verderblichen Verschleppung dieser Lebens-srage einmal ein Ende gemacht werde. Mühlbacher : Es ist das Schlagworl anSgegebcn worben: „Ausbau der Hauptbahn ans Meer" — dies ist unrichtig, es handelt sich jetzt darum, so schnell ats möglich das Meer zu erreiche»: Hauptbahn gibt es jetzt »och keine, denn die Hauptbahn wirb un-vermeldltch Me werden, welche die ziveckmüßlgste lst. Icsser»igg weist daraus hi», daß man anderwäriS nicht so zaghast sei im Fordern für die Landeshauptstadt. So habe zum Beispiel in Tirol die Haller Bahn einen bedeutenden Umweg wegen der Hauptstadt machen müssen, obwohl dieselbe damals auch nicht mehr Einwohner zahlte als Klagensurt und nur ein Drittel der Steuern zahlte, die jetzt Klagensurt zahlt. Die Triest-Seeberg-Launsdorser Linie ist den Triestern nur eingeredet, und sie werden selbstverständlich dieselbe gerne aufgeben, wenn ihnen die nähere Loibllinie proponirt wird. Redner zeigt sodann, daß die genannte Linie mit weniger technischen Schwierigkeiten zu kämpfen habe, als die Seeberglinie, welche die nationalen Führer in Krain ausgeheckt haben, weil ste auch in volks-wirthfchaftlicher Beziehung sich nicht von einer gewissen nationalen Schwärmerei freihalten können. Die Triester find auch von der Predillinie abgegangen, weil sich richtige gesunde Linien stets Bahn brechen, ungesunde und verfehlte aber sich sehr bald rächen. Ergebniß der Debatte — in deren Verlauf sich noch mehrere Herren für eine sofortige Kundgebung der Kammer ausfprachen — waren folgende vier Anträge: 1. Antrag des Präsidiums: Es ist eine Kommission einzusetzen, welche in nächster Sitzung über die Frage Bericht zu erstatten hat. 2. Antrag L. Nagel: Es ist eine motivirte Anfrage an das Ministerium zu richten, ob und für welches Projekt sich dasselbe entschieden habe, und welche Projekte überhaupt in Erwägung gezogen werden. — 3. Antrag Mühlbacher: 1. Die Kammer entscheidet sich prinzipiell für die kürzeste Verbindung der Rudolfsbahn mit dem Meere; 2. sie spricht sich entschieden gegen die Predillinie aus; 3. sie ist für die Linien Seeberg oder Loibl und 4. wünscht sie die schleunigste Inangriffnahme der Pontebabahn. — 4. Antrag Hillinger: An das Ministerium ist eine Eingabe zu richten, in der die Kammer eingehend motivirt, daß sie für die Linie Lack-Servola-Triest eintritt, unter den Projekten Seeberg und Loibl aber für das letztere sich erklärt. Die Abstimmung wurde um vierzehn Tage verschoben. — (Bürgerkränzchen.) DaS morgige dritte Bürgerkranzchen dürfte an Eleganz und Besuchtsein alle bisherigen übertreffen, da sich das Komitee alle Mühe gegeben hat, seiner Aufgabe in jeder Beziehung gerecht zu werden. Einen Glanzpunkt des morgigen Festes wird gewiß der Festkotillon, sowie nicht minder die mit schönen Gewinnsten reich ausgestaltete Tombola, die während der Raststunde abgehallen wird, Hilden. Bei diesem Anlässe theilen wir auch mit, daß Heuer am letzten, mit einem Maskenballe verbundenen Kränzchen nicht wie in den Vorjahren Eintritt gegen Erlag eines Guldens gestattet wird, sondern daß, dem Programme gemäß, der Eintritt nur denjenigen refer-virt bleibt, die sich Eintritts- oder Familienkarten für ämmtliche Kränzchen gelöst haben. — (Berichtig»ng.> Im gestrigen Berichte über die Versammlung des konstitutionellen Vereins ist in dem Bortrage des Herrn August Dimitz über die Reform der geistlichen Bildungsanstalten, 2. Spalte, 16. Zeile von unten statt echten „Klerus" zu lesen: echten Kerns. — (Theater.) »Die Prinzessin von Trapeznnt" bewährte nun durch vier Abende eine hier schon lange nicht «rlebte Zuglrast. Jedesmal war das Haus ausverkaust und der Beifall des Publikums ein iiniuer steigender. Wir zwei-sein nicht, namentlich mit ein oder der ändern Neu^ besetznng auch noch weitere Reprisen dieser Operette volle Häuser macken werden, wobei wir uns den Wunsch auSzu sprechen erlauben: es möchten einige überflüssige Längen in der Prosa, besonders im i.Akte, einer angemessenen Kür-!»ng nnterzogen werden. Der Totaleindruck der reizenden Operette, die im übrigen eine so vorzügliche Darstellung findet, dürste dadurch nur gewinnen. Original-Korrespondenz. Stein, 26. Jänner. Am 23. d. M. gleich nach 5 Uhr Abends hörte man anhaltende Glockenschläge von Münkendorf, welche ein Feuer in der Nähe Stein« signalisirten. Es brannte im Sckloßgebäude zu Mün-kendors, wo das zweite Bataillon des 70. Graf Huyn Jnf.-Reg. bequarliert ist, iu eiuem ebenerdigen Lokale, welches der Marketender zur Aufbewahrung des Heues beuützle. Das Heu war »aß eingebrachl und über ein. ander gehäuft wordeu. Als mau jetzt das Heu von oben entfernte, loderte die Flamme ungefähr anS der Mitte des angehäuften HeneS hoch empor und da die Dippelböden im Schloßgebände sehr alt, somit morsch und trocken waren, wäre bald in kurzer Zeit das ganze Schloß ein Raub der Flammen geworden, wenn nicht rasche Hilfe gekommen wäre. Hm Oberlieutenant Viktor von Boros erschien nämlich gleich am Brandplatze, und nur der angestrengtesten Thätigkeit dieses wackern Offiziers ist es zu danken, daß das Feuer nicht größere Ausdehnung genommen hat, und aus diesem Grunde verdient obgenannter Herr Oberlieutenant öffentlich belobt zu werden. Der Leseverein zu Stein veranstaltete Mittwoch den 24. d. M. in den Vereinslokalitäten einen Ball. Gleich nach 8 Uhr Abends wurde der Saal von einem zahlreichen und distinguirten Publikum gefüllt. Steins schönere Hälfte war gut vertreten — man sah schöne Dame» in prächtigen Toiletten. Das Ballkomitk überraschte die Tänzerinnen mit sehr netten Tanzordnungen in Form von Notizbücheln. Unter den Tänzern müssen besonders die Offiziere des hier stakionirten Jnf.-Rgm. Graf Huyn hervorgehoben werden, welche mit erfreulicher Ausdauer dem Tanzvergnügen huldigten. Die Musikstücke wurden von einem Theile der Kapelle des 79. Jnf.-Reg. unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn Schantel ausgeführt, der Saal war geschmackvoll verziert, man sah im Grünen das wohlgetroffene Bildniß Sr. Majestät unseres erhabenen Kaisers in ungarischer Uniform und zn beiden Seiten des Bildnisses Sr. Majestät Wahlspruch, auf der einen Seite des Bildnisses das Wort „Viribus" und der ändern das Wort „unitis" prangen. Das Gesammt-Arrangement wurde vom Bürgermeister Herrn Johann Kecel besorgt. In der heitersten Stimmung endete das Ballfest erst in der spätesten Morgenstunde. Literarisches. Von der äußerst thatigen Verlagshandlung Gustav H e . Tie christliche Andacht. (1872, 252 Seiten, Preis 1 fl. 60 kr.) Dies ist der Titel des von Julius Peder -zani l'erLUsaegebeiic», bereits mehrfach anaekündeten nnd erwarteten ErbaunngsbucheS. Der Inhalt weist die gewöhnlichen Andachten, Betrachtung-», Lieder u. s. w. auf. Das Werk dürfte als eine neue gelungene Arbeit des durch sein mannhaftes Auftreten gegen klerikale Herrschsucht uud mehrere Publikationen rühmlichst bekannten Verfassers besonders von den Frauen sehr willkommen ansgenoinmen werden. Die Ausstattung des auch mit vier schönen Kupferstichen gezierten Buches ist eine sehr elegante nnd angemessene. Ans dem Gerichtssaale. (Schlußverhandlung gegen Dr. Valentin Preuz. Fortsetzung.) Zur Beleuchtung des Geisteszustandes des Joses Radoö werden nun die vorgeladenen Zeugen einvernommen. Zeuge Anton R., dem Rados genau bekannt war, gibt eidlich an, daß er zu einer halbwegs verständlichen Aeußerung Uber sein Rechtsverhältniß zur Bahnverwaltung nicht geeignet war, daß er in vollkommener Unkenntniß darüber war, wie er feine Ansprüche der Bahngesellfchaft gegenüber geltend machen könnte und daß sich RadoZ gegen ihn, Zeugen, beschwert habe, vom Dr. Preuz benachtheiligt worden zu sein. Josef K., Zeuge des zwischen Dr. Preuz und dem verstorbenen RadoS geschlossenen Vertrages, bemerkt, daß ihn Preuz, welcher in dem Gasthaüse, welches er, Zeuge, gepachtet halte, ein Zimmer zur Abhaltung der AmtStage in Möttling gemiethet hatte, zur Unlcrfertigung des besagten Vertrages habe holen lassen, wobei Dr. Preuz in wenigen Worten gesagt habe, er habe dem Radoö einen noch zweifelhaften Entschädignugövetrag, von dem er nicht wisse, ob er jemals dafür etwas bekommen werde, abgekaust. Die Zeugen Maria 3i, Barbara H. und Georg R. bestätigen übereinstimmend, daß Radoö schwerhörig und so geistesschwach war, daß sie ihm, da sic überzeugt waren, man könne ihn leicht hintergehen, nie ein Geld in die Hände gaben; namentlich sei er zur Zeit des Neumondes sehr verwirrt und aufgeregt ge« wesen. RadoZ sei im größten Elend gestorben ^rnd habe nicht einmal ein ganzes Hemd besessen. Hierauf wird zur Besprechung des II. Faktums, Betrug zum Nachtheile der Anna Pozek verehelichte» Zagar, übergegangen. Diesfalls liegt dem Dr. Preuz zur Last, daß er sich von Anna Pozek, obwohl er für sie die Stempel-und Gebührenvormerkung erwirkt hatte und laut Bestätigung des k. k. Steueramtes Möttling für in ihrer Rechtssache anerlaufene Stempel nur 7 fl. 11 kr. zn zahlen hatte, doch für Stempel den Betrag von 13 fl. 54 kr. zahlen ließ. In dieser Richtung verantwortet sich Dr. Preuz dahin, daß er die Jdealstempel im vollen Betrage i'u die Rechnung der Pozek einsetzen mußte, da er nicht wußte, wie viel das Steueramt hiesür verlangen werde. Er habe gar nicht in böser Absicht gehandelt, übrigen« wäre es Sache der Pozek gewesen, die ihr gelegte Rechnung zu bemängeln. Nach Verlesung der bezüglichen Bestätigung des Steneramtes Möttling, der der Anna Pozek gemachten Rechnung und des mit ihr ansgenommenen Protokollgelangt das IV. Faktum, Uebervortheiluug des Georg Jansekovic, zur Verhandlung. Diesbezüglich gibt Dr. Preuz an, es sei ein gewisser Georg Jansekovic im Mai des Jahres 1865 zu ihm gekommen und habe ihn gebeten, eine Klage gegen Josef Dohtaric, welcher ihm angeblich ein Paar Ochsen eigenmächtig gepfändet uud tranSferirt hatte, auf Rückstellung dieser Ochsen zu verfassen. Er, Angeklagter, habe diese Klage verfaßt, und sie Tags darauf beim Bezirksgerichte Möttling, welches das zuständige Gericht war, überreichen wollen. Da es ihm jedoch zweifelhaft schien, ob die Pfändung und TranS-ferirnng wirklich eigenmächtig geschah, habe er unmittelbar vor Ueberreichung der Klage Erkundigungen ein-gezogen und in Erfahrung gebracht, daß die fragliche Pfändung mit gerichtlicher Bewilligung vorgenomme« wurde; hierauf habe er natürlich die Klage nicht überreicht. Nichtsdestoweniger seien die für die Klage, welche wirklich verfaßt wurde, angerechneten Kosten per 4 fl. 47 kr. gerechtfertiget. Der Vorsitzende bringt nun die Protokolle mit Karl Dollar und Georg Jansekovic zur Verlesung, ans denen hervorgeht, daß Jansekovic gerade zu einer Zeit zum Dr. Preuz kam, als dieser im Begriffe war, nach Möttling zu fahren, daß er demnach nicht in der Lage war, eine Information mit ihm aufzunehmen, und daß ihn Preuz'angewiesen habe, später zu ih« nach Möttling zu kommen. Weiters konstatirt der Vorsitzende, daß die mit Georg Jansekovic aufgenommene Information da» Datum vom 24. Mai 1865 trage, während sie m das Gestionsprotokoll des Dr. Preuz unterm 22. Mat desselben Jahre« eingetragen wurde, ein Umstand, welcher dafür spreche, daß die Information ursprünglich nur flüchtig skizzirt und erst nachträglich ausgefertigt wurde, wobei dem Aufnehmer der Fehler pafsirte, daß er das richtige Datum beisetzte. VIII. Faktum. In dieser Richtung erscheint Dr. Preuz beschuldigt, in die dem Georg Vlahovic gelegte Rechnung einige Posten absichtlich ungebührlich eingerechnet zu haben, so namentlich eine UrtheilSzustel-lungsgebühr pr. 17'/? kr., eine Exrotulirungstazsaj-zung pr. 3 fl. und für Grundbuchsextrakte, die nicht bestellt wurden, 1 fl. 50 kr., zusammen 4 fl. 67^ kr. Dr. Preuz bemerkt darauf, daß die erste Post wahrscheinlich von seinem Kanzleipersonalt irrthümlich eingestellt wurde. Die Exrotuliruug habe er vornehmen müssen, da dieselbe nothwendig war. Durch die Bestätigung des Bezirksgerichte« Möttling sei es noch nicht erwiesen, daß keine Grundbuchsextrakte bestellt wurden, da die Anmerkung der Bestellung solcher Extrakte sehr häufig unterlassen werde. (Fortsetzung folgt.) In dem vorstehenden Strafprozesse wurde heute das Beweissahren geschloffen, und es werden die Schlnß-antrcige Montag um 9 Uhr Vormittags gestellt werden. Die Verlheidignng führt Herr Dr. Razlag. Witterung. Laibach, 27. Jänner. Nachts dichter Nebel, seit 2 Uhr Regen, trüber Tag, Wolkenzug aus SW. Wärme: Morgens 6 Uhr -s- 2.6", Nachmittags 2 Ulr-i- 6.0" 0. (1871 -s-3.8"; 1870 - 8.1°). Barometer im Steigen 731.59 Millimeter. Das gestrige Tagesmittel der Wärme -s- 3.6", um 5.2° über dem Normale. Angekommeue Fremde. Am 26. Jänner. HViei». Hartman», Ksm, Wien. — Zaruik, Steiermark. — Hostnig, Kfm., Wien. — Palm, Liebenaii. Silbernagel, Kfm., Wien. — Danzer, Hopsen-händler, Wie». AfKoIii-Si». Leyer, Stationsvorstand, Aßling. — Schnee-bacher, Baumeister, Marburg.________________ Berstorbene. Den 26. Jänner. Ursula Kerschitz. Jnstitutsarme, alt 89 Jahre, iu der St. Petersvorstadt Nr. 166 au der Entkräftung. — Herr Georg Simon, Oberkonduktenr der Siidbahn, alt 48 Jahre, in der Stadt Nr. 3 an der Ge-hirnlähmung._________________———— Gedenktafel über die am 31. Jänner 1872 stattfindenden Lizitationen. 1. Feilb., Verhoc'sche Real., Razorje, BG. Egg. --I. Feilb., Hribar'sche Real.. Kamenca, BG. Egg. - 1. Feilb., Lrunskole'sche Real, »ä Pölland, BE. Tschernembl.______ Theater. ». Vesvls »vvvkito. ^os Limpermsn, muriko k. 7 i t >. »sues: Lsrolöekova prvL I^ude-vL. ixrs V 1 äejrmj!, P03>0V. Vg!?rss!>-N. rotpo» Opei'els v 1 äejsnji, posiev. ^os Limpermsn /.lorll /V " ^ Telegramme. Wien, 27. Jänner. Die „Presse" Die Angelegenheit des galizischen Ausgleiches soll im Versassungsausschusse günstig stehen. Allgemein wird versichert, das Zustandekommen des Ausgleichs sei unbezweiselbar. Der Unterrichtsausschuß verhandelte einen Gesetzentwurf in Betreff der Besorgung des Religionsunterrichtes an Volks- und Mit« telschulen, betreffs des Kostenpunktes desselben, nach eingehender Generaldebatte, worin der Unterrichtsminister wiederholt das Wort ergriff. Der Ausschuß beschloß, die Spezialdebatte im geeigneten Zeitpunkte auszunehmen, worin die Vertagung derselben ausgesprochen erscheint. Wiener Börse vom 26. Jänner. iprrc.Reme, öst.Pto. öft.in Sild. j)sr von 1854 . . . rojr von 18^0, ganze Lose vo 1860, Fünft, braunem«-, v. 1564 . r^eiermarl ru5p7.— 10^.— 122.— 149.- 85. 5 80.25 83.50 >,7.50 86.- 80.75 84.- 73. 849.- 301.— 3,6 50 1030 34^.25 287.— 105.-262. 138.75 2 65. 219.- 246.25 265. 188.50 414.— 209.25 181.25 184.50 Qo«v. Kredit 100 ft. Ü. W. . Dou.-Davipfsch.-Gef. ,u i00fl. EM. . . Trierer 100 st. EM. . dto. 50 st. ö.W. Ofrner . 40 fl. ö.W. Salm . „ *0 „ Palffh . , 40 . L^arv . ^ 40 ^ Sr.GenoiS^ 4V „ Windisibffrätz zo ^ ^^.iWaldflern . 80 . ^oi«eglevich . 10 . b -o RuorssSstist. 10 ö.W. 851 — 301 50 346-75 1035. 317-75 289 106-263-139 25 219 246.75 265.50 189.50 4!5.- 209.50 182.— 185.- so.- so.so 88.50 8S.— IU6.— I0S.S0 87--l «7.L0 Geld Ware !>S.- »S.So I11.7L IIS L5 r30.- SS2.-10L.- - 105,S0 92.50 93.— IS7.— 138.-1SL.— 138.— S5.2S 9S.7S 1V2.SÜ 102.20 lSV,S0 ISI.SO 58.50 09.— I20.L0 12I.S0 59.-! eo. g-.-j 33 -12— 43- 27.50 29 -37.L0 W S« 3I.L0 32.- 21.50 22.50 22-. 23 -14.-! Ik. 14.50 IS — 9S.70 97.7S S7.7« »7.S0 114.80 IIS. 44.8S 44.90 V«ot»»»I(3 Mos.) «Lg»«-, loofl.sükd.w. Kraatt. ivofl. , . i!snd°L 10 Ps. Eteri. Pari- 100 Frauc» ML»,«». KalI.Mün,-D-c-te-.! 5.47 5.SU ro-yraucSstLS. . . 9.11 S.I2 8ereiil«tha!cr . . .! 1.11 ! 1.71' SMer . . 113,25 113.7» Telegrafischer Wechselkurs vom 27. Jänner. Sperz. Reule österr. Papier 62.50. — üperz, Renl, österr. Silber 72.— . — 1860er Staatsanlehen >07.—. — Bankaktien 849. — Kreditaktien 348.—. — London 114 35 — Silber 113— — K. k. Münz-Dukaten 5.45. — Na-poleonsd'or 9.09' ,.____________ VodmwK^ ««, «s,-. «SS, dritten Stock, mit vier Zimmern, einem Kabinet nebst Zugehör, für Georgi d. I. zu beziehen. (50—1) Näheres daselbst im erste» Stock._ Eine Wohnung mit zwei Zimmern, Klicke, Speis und einer Werkstätte, für Tischler oder Wagner geeignet, ist zu Georgi zu vergeben: Bah»hos«asse Nr. 114. Für Freunde güten »n- billigen Weines. Im Wienerstraße, ist der beste 4Uger zu haben und ist nebstbei die ausqezeickuete KÜchc und prompte Bedienung lobenswerth zu erwähnen. (52) Mehrere Stammgäste. Eröffnung der Ivein-Hnsse. Daselbst werden ^1»»,,« von den beliebtesten Weingegenden in Ausschank gebracht werden. 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