Vrik»«»eratt»«s - Preise: Kür Laibach: Eanzjäbrig . . 8 fl. 40 kr. Halbjährig . . 4 . 20 « »inteljährig . 2 10 , Monatlich ... — , 70 „ Mit der Post: Ganzjährig...........12 fl. Halbjährig........... g , «ierteljührig........ g „ ^tr Zustellung in- HauS trrtelj. 25 kr., monatl. S kr. Einzelne Nummern 6 kr. »nonyme Mittheilungen werden nicht berücksichtigt; Manuscripte nicht zurückgesendet. Redacti«» vahnhosgaffr Nr. 132. Srt>editi«ns- L J»ser«te>-v«rea«: Longreßplatz Nr. 81 (Buch. Handlung von Jg. v. «lei», mayr L Ked. Bamberg.) Jusertiouspreise: Für die einspaltige Peti L 4 kr . bei wiederholter schaltung L 8 kr/ Anzeigen bis 5 geile« Bei größeren Inseraten öfterer Einschaltung eni chender Rabatt. Für complicierten Satz besondere Vergütung. Nr. 214. Dinstag, 19. September 1876. — Morgen: Eustachius. S. Jahrgang. Krieg und Friede«. Unter dem Donner der Kanonen, während die türNsch.srrbischen Armeen sich noch fort feindlich gegenüberstehen, das blutige, gräßliche Kriegshandwerk noch täglich feine Opfer fordert, bringt der elektrische Draht aus der Moscheenstadl Nachricht, daß Hohr Pforte den Bevollmächtigten der sechs Garantiemächte die fchriflliche Mittheilung zukommen daß dk Tkrfei geneigt und bereil sei, Frieden zu schließen. Die Pforte gibt ihre Forderungen in den von uns bereits mitgetheilten sechs Punkten bekannt mit der Bemerkung, daß sie die Feststellung der Friedensbedingungen dem Ermessen und der Prüfung der Mächte anheimstelle. Die Türkei erbringt durch die Proklamation dieser sechs Punkte den Nachweis, daß sie ernstlich Frieden und ihre Feinde nicht zum Aenßersten treiben wolle. Die Türkei scheint zur Erkenntnis gelangt zu sein, daß sie durch Fortsetzung oder Aus-dehnung des Krieges über dem Haupte des osmani-schen Reiches ungeheuere Gefahren heroufbefchwöre. Die Türkei theilte den Repräsentanten der Mächte viit, daß sie über das revolutionäre Serbien eine harte Züchtigung verhängen müsse, um weiteren ähnlichen Jnsurrectionsgelüsten rechtzeitig begegnen zu können. Die Türkei faßte anfänglich Beschluß, mit starrer Unversöhnlichkeit gegen die serbischen Rebellen v^rzugehen, und erklärte jedes Nachgeben für eine Sache der Unmöglichkeit. Zwischen dem Beginn und dem Abschluß der Frie denSverhandlungen dürfte wol eine bedeutende Spanne Zeit liegen, denn abgesehen von dm Abmachungen zwischen der Türkei und Serbien, treten Bulgarien, Bosnien und die Herzegowina mit Forderungen, betreffend eigene autonome Verwaltungen, aus, welche von den europäische« Mächten als zulässig erkannt werden; überdies wird Serbien, welche« sich des besonderen Schutzes und der thatkräfligsten Un. terstützung des nordischen Kolosses erfreut, die mög-lichste Zähigkeit an den Tag legen. Die hohe Pforte hat gut gelhan, ihre ursprünglichen harten Wünsche, Ansprüche und Forderungen wesentlich zu mildern; nur billige Ansprüche werden vor dem Forum der Großmächte williges Gehör finden. Das Drei-Kaiser-Bündnis hat zu existieren noch nicht aufgehört, es findet in der vonfeite der Türkei begangenen Verletzung der Genfer Convention volle Berechtigung, auch ohne Präliminarien die allfo-gleiche Einstellung der Feindseligkeiten zu fordern. Die Türkei wird, dessen können wir sicher sein, in ihrem ungeschmälerten Besitzstände verbleiben, jedoch wird sie in ihren Ländern Reformen Eingang verschaffen müssen, welche der Neuzeit, der Humanität, der Civilisation und der Gerechtigkeit entsprechen und insbesondere Menschenrechten volle Rechnung tragen. Zur Action des neuen Sultans. Am 10. d. M. wurde im Empfangssaale de» Großveziers der am „23. Chaban 1203" gefertigte Hat des Sultans Abdul Hamid II. vorgelesen. Diese kaiserliche Thronrede verkündet die Thron» besteigung Abdul Hamids, bestätigt die derzeitigen Minister in ihren Aemtern, fordert sämmtliche Mi-nister und Beamte des Reiches zur genauen Erfüllung ihrer Pflichten auf, betont, daß allen Unterthanen des osmanifchea Reiches ohne Unterschied der volle Genuß aller bürgerlichen Rechte eingeräumt wird, bespricht die kritische Lage des Reiches, tadelt die bisherige unvollkommene Ausführung der Gesetze, und ordnet die Ergreifung von Maßregeln an, die geeignet find, das öffentliche Vertrauen zu den Gesetzen und Verordnungen des Reiches zu stärken. Der weitere und wörtliche Text dieses „Hat" lautet nach der „Turquie," wie folgt: „Zu diesem Zwecke ist es unerläßlich, zur Einführung eine» GeneralratheS zu schreiten, dessen Handlungen der Nation alles Vertrauen einflößen und mit den Sitten und Fähigkeiten der Völker des Reiches in Einklang stehen werden. Der Rath wird das Mandat haben, ohne Ausnahme die getreue Ausführung aller bestehenden oder conform den Be» stimmungen des „Cheri," den wirklichen und gesetzlichen Bedürfnissen des Landes und des Volkes noch zu erlassenden Gesetze zu verbürgen und das Gleich« gewicht der Einnahmen und Ausgaben des Reiches JeuilleLon. Coeur-Dame. Novelle von Fr. Willibald Wulfs. (Fortsetzung.) Wie wir wissen, war es dem Jüngling mehr darum zu thun, Luise zu sehen, als die Unterhal-ung der Generalin aufzusuchen. Er that daher, ms ob er hj, Aeußerung des Arztes nicht' gehört ^"e, und machte Miene, die Treppe hinanzusteigen. „Geben Sie sich keine Mühe, Herr von Asse-"rg, man wird Sie abweisen." Jetzt war Rudolf gezwungen, von seinem 'vorsatze abzustehen. Er that es mit einer Geberde «es Aergers, welche dem Arzte nicht entging. Wal-er errieth sogleich den Grund dieses Aergers, aber, um ganz sicher zu gehen, beschloß er, den Jüngling °us die Probe zu stellen. „Es scheint, daß das HauS der Generalin Li "niger Zeit eine große Anziehungskraft auf i e ausübt, denn Sie fehlen fast an keinem Tage; n den ersten Monaten Ihrer Anwesenheit in der ^estdenz waren Sie doch nur höchst selten ein Gast v Frau von Simmern." Rpdols machte ein verlegenes Gesicht. „Die liebenswürdige Gastfreundschaft der Generalin —" begann er zögernd. Walter drohle ihm lächelnd mit dem Finger. „Sie wollen mich doch nicht etwa veranlassen zu glauben, daß die Generalin der Magnet sei, welcher Sie so oft hierher zieht? Nein, nein, lieber Baron, so entkommen Sie mir nicht." Rudolf schien sich zu besinnen, ob er dem Greise sein Geheimnis vertrauen dürfe. Das offene, ehrwürdige Antlitz des Arztes flößte ihm eine feste Zuversicht ein, aber zu gleicher Zeit befiel ihn eine verlegene Scheu, von welcher er sich nicht zu befreien vermochte,, und so schwankte er, was er thun solle. „Halt," dachte Walter, „noch ist es nicht an der Zeit, ihn zum Reden zu bringen. Warten wir eine günstigere Stunde ab." — „Verzeihung, Herr Baron." sagte er, „für meine Unbescheidenheit." Hätte der Freiherr nicht befürchtet, jeden Augenblick gestört zu werden, so würde er den Arzt jetzt schon zuy, Vertrauten seines Geheimnisses gemacht haben^ aber es bedurfte doch am Ende längerer Erörterungen, und dazu war der Ort, wo sie sich befanden, eben nicht besonders geeignet. Diese Bemerkung war es auch, welche Rudolf den Mund verschloß. .Darf ich mir erlauben, zu fragen, Herr Baron, wohin Sie von hier aus gehen?" fuhr Walter rasch fort, um der ersichtlich peinlichen Situa-tion des Jünglings ein Ende zu machen. „Mein Weg führt mich direct nach Hause," war die Antwort des Freiherrn. ,So möchte ich Sie wol um eine Gefälligkeit ersuchen." „Ich stehe zu Ihren Diensten." „Frau von Simmern," fügte der Arzt hinzu, „hat mir soeben zwei wichtige Briefe anvertraut, mit der Bitte, sie nach der Post zu besorgen. Die ernstliche Erkrankung eines Freundes ruft mich indessen nach dem entgegengesetzten Theile der Stadt, und so bin ich für den Augenblick verhindert, dem Wunsche der Generalin Folge zu leisten. Da Ihre Wohnung nur wenige Schritte von dem Postgebäude rntfernt ist, so hoffe ich keine Fehlbitte zu thun, wenn ich Sie ersuche, an meiner Stelle die Briefe z« besorgen." Mit Vergnügen erklärte sich Rudolf bereit, die Besorgung der Briefe zu übernehmen. Der Arzt zog dieselben hervor und übergab sie dem Freiherrn, welcher sie, ohne ihre Adresse anzusehen, in die Tasche steckte. Dann trennten sie sich, Walter begab sich nach dein Stadttheile, welcher jenseits des Flusses lag, während Rudolf den Weg nach seiner Wohnung einschlug. zu controlieren. Der Ministerrath ist beauftragt, fich einem tiefen Studium dieser wichtigen Frage hinzugeben und Mir das Resultat seiner Berathungen za unterbreiten. Ein anderes Hindernis der guten Ausführung der Gesetze und Verordnungen ist der Leichtsinn, Hit welchem oft die öffentlichen Functionen unfähigen Händen anvertraut wurden, wie auch der Umstand, daß die Beamten der Gegenstand häufiger und nicht -dUch gesetzliche Motive gerechtfertigter Wechsel waren, waS zu sehr ernsten Unzukömmlichkeiten sowol für den Staat wie für die Geschäfte führte. Von nun an wird jedes Amt und jede öffentliche Function eine besondere Carriöre bilden. In den Staats-gefchäften fähige und competente Personen beschäftigen, keine unmotivierte Absetzung oder Ersetzung dulden, die Verantwortlichkeit der Minister, sowie die stusen-mäßige und angepaßte Verantwortlichkeit der Beamten jeden Range» einsühren — das ist die unvermeidliche Regel, welche adoptiert werden muß. Dir materiellen und moralischen Fortschritte, welche alle Welt einstimmig den europäischen Nationen zuerkennt, erfüllten fich Dank der Ausbreitung der Wissenschaften und des Unterrichtes. Da nun Meine Unterthanen aller Klaffen durch ihre Intelligenz und ihre natürlichen Anlagen in jeder Beziehung — Ich bin glücklich, dies zu constatieren — besondere Fähig leiten für den Fortschritt haben, und da, in Meinen Augen, die Verbreitung des Unterrichtes eine ebenso veritable als dringende Frage bildet, so werden Sie (der Großoezier) unverzüglich für die Mittel Sorge tragen, um dieses wichtige Resultat zu sichern, indem Sie die Ziffer der finanziellen Erfordernisse in einem genügenden und der Möglichkeit entsprechenden Ver> hältniffe aufstellen. Ferner muß sofort zur administrativen, finan .zielten und judiciellen Reform der Provinzen geschritten werden, um für dieselben endlich eine wirkliche normale Situation zu schaffen, welche den von der Central-Organisation angenommenen Grundsätzen entspricht. Zu den Wirren, welche im letzten Jahre in der Herzegowina und in Bosnien auf Anstiften übel« wollender Leute ausgebrochen find, ist die Rebellion in Serbien gekommen. Mit Rücksicht auf das vergossene Blut einerseits und andererseits mit Rücksicht darauf, daß es das Blut der Kinder eines Vaterlandes ist, find Wir tief betrübt über dir Fort dauer dieses Zustandes der Dinge. Wir werden darum dir wirksamsten Maßregeln ergreifen, um rinrr so beklagenswerthen Situation ein Ende zu machen. Wir bestätigen alle mit den befreundeten i annehmbar und schreibt: „Wir sehen uns heute be» Mächten abgeschlossenen Verträge. Zur ferneren ge- reits einer neuen Phase der Orientfrage gegenüber, treuen Ausführung dieser Verträge werden Sie sich der Phase, mit welcher die unausbleiblichen Con» bemühen, die freundschaftlichen Beziehungen, welche sequenzen des türkischen Handelns beginnen werden, Wir mit diesen Mächten unterhalten, mehr und für welche dir Verantwortlichkeit eben die Türkei mehr zu befestigen. Das sind im Meine Absichten. mit .Erfolg krönen." allein trifft. Die Pforte hat den verhängnisvollen wesentlichen Meine Wünsche, Schritt gethan und als die Basis ihrer Friedensverhandlungen Bedingungen ausgestellt, welche bei Möge der Allmächtige Unsere Bemühungen der heutigen Militärischen und politischen Sachlage Politische Rundschau. Laibach, 19. September. nur als eine Verhöhnung aller aufrichtig gemeinten Friedensbestrebungen gelten können. Jene Bedingungen sind nicht nur an und für sich unannehmbar, sie alterieren auch die Bestimmungen des pariser Inland. Die „Budap. Corr." meldet, daß Vertrages, welchen möglichst intact zu erhalten die ich die ungarischen Minister Szell und Tre- Pforte selbst das allergrößte Interesse hat. Das ort am Dinstag oder spätestens am Mittwoch nach türkische Besatzungsrecht in den serbischen Festun-Wien begeben, um die AuSgleichSverhand- gen, welches sich ehemals auf die Citadelle von Gelungen mit der österreichischen Regierung wieder grad, Semendria und Klein-Zwornik erstreckte, würde aufzunehmen; der Aufenthalt der Mnister in Wien der Türkei nicht wieder eingeräumt werden, selbst st für längere Zeit berechnet» un- wird Minister-wenn sie es auf Grundlage des militärischen uti rräsident TiSza einige Tage später ebenfalls nach xo8siäeti8 beanspruchen könnte, das heißt, wenn Wien reisen, um an den Verhandlungen theilzuneh- Belgrad und Semendria in ihren Händen wären, men. In erster Reihe werden sich diese gemeinsamen Heute, wo die türkischen Truppen nur einen un-Ministerconserenzen mit der Feststellung des Zeit- bedeutenden Bruchtheil des serbischen Landes zu be-punkteS beschäftigen, in welchem die Gesetzentwürfe haupten vermögen und sich unfähig erweisen, auch über den Ausgleich den beiderseitigen Legislativen nur das serbische Herr aus dem Felde zu schlagen, unterbreitet werden sollen; ferner mit der Art und geschweige denn nach Belgrad vorzurücken, verdient Weise, wie die Modalitäten der Verhandlungen mit eine so anmaßende Forderung kaum noch als eine den auswärtigen Staaten, betreffend die Erneuerung ernsthafte behandelt zu werden. Das „Journal de der Zollverträge, festzustellen seien. Die Verhand- St. Petersbourg" war vielleicht nur zu sehr im lungen mit der Nationalbank dürften, wie die ge- Recht, als es beim ersten Bekanntwerden dieser tür-nannte Correspondenz hört, diesmal noch nicht auf- kifchen Forderungen an das alte Wort: „«zusm vsus genommen werden Am 16. d. M. fand in Budapest unter Vorsitz xsräsrs vult äsmsütst" erinnerte." In Berlin verlautet, der Sultan hätte aus des Kaisers ein Ministerrath statt, dem eigener Initiative den Befehl zur sofortigen Ein-sämmtliche Minister beiwohnten und dessen Gegen- stellun g derFeinds eligkritrn auf dem ganzen stand da« Programm für die Herbstsession des un- Kriegsschauplatz ertheilt, unter der Bedingung, daß garischen Parlaments und die hiemit in Verbindung I ein gleiches von Serbien und Montenegro erfolge, stehenden Ausgleichsverhandlungen bildeten. Diesem Dir „Köln. Ztg.« will von einem Gerüchte Ministerrath war eine dreistündige Ministerconserenz wissen, demzufolge eine Kriegserklärung Ruß-bei K. Tisza vorangegangen, in welcher dieselben landS an die Türkei unmittelbar bevorsteht. Angelegenheiten verhandelt wurden. „Naplo" meldet Die Großmächte sollen der Pforte mit« zudem, daß in dieser Conserenz auch bezüglich der getheilt haben, daß sie nur dann ihre FriebenS-Achtzig-Millionen»Schuld ein definitiver Be- bedingungen in Betracht ziehen und discutieren schluß ges-rßt wurde; er steht jedoch mit dieser An- werden, wenn dieselbe einen zweimonatlichen Waffen gäbe allein. stillstand gewährt. Wie nun verlautet, hätte sich die „Ellenör" will erfahren haben, daß die Regie- Pforte bereit erklärt, dieses.Verlangen der Grobrung den ungarischen Reichstag nach den Mächte zu gewähren, und wä»en auch schon dies» EonstituierungSarbeiten und den Vorlagen in der bezügliche Befehle an die verschiedenen Eorpscom- Affaire MiletiL auf drei Wochen zu vertagen be- Mandanten ergangen. absichtige. Hadschi MohsinChan, der Repräsentant AnSlavd. Die „Nordd. Allg. Ztg." findet des Schah von Persien am Hose des Sultans, die Friedensbedingungen der Türkei für un- hat bei der Pforte in vertraulicher Weise mit- getheilt, daß Persien, im Falle eines gewaltsamen Wir überspringen einen Zeitraum von einigen Stunden. Als Walter nach Verlauf dieser Zeit, während welcher er eine Reihe von Besuchen abgestattet hatte, in seinem Hause anlangte, hörte er von seinem Diener, daß der Freiherr von Affeburg seit einer Stunde auf ihn wartr. Als der Arzt in dem Gemache erschien, in welchem fich der Jüngling befand, trat ihm dieser heftig erregt entgegen. In der Hand hielt er die Griefe, welche ihm Walter übergeben halte. Mit Erstaunen gewahrte der Greis Rudolfs sichtbare Aufregung. Der letztere wartete die Anrede de« Arztes nicht ab. ..Ich beschwöre Sie, Hrrr Doctor, mir eine einzige Frage zu beantworten," begann er mit unter-drückter Stimme. „Wer - wer hat diese beiden Briefe geschrieben?" .. Mit diesen Worten zeigte rr dem Greise die Briefe der Generalin. . ^ . « Frau von Stmmern ohne Zweifel, denn sie hat mir die Briese übergeben," entgegnete Walter, welcher fich das räthselhafte Benehmen des Jünglings nicht erklären konnte. „Es ist nicht die Handschrift der Generalin, frhen Sir doch nur," rief Rudolf, dessrn Erregun von Minute zu Minute zunahm. Der Arzt warf einen flüchtigen Blick aus Auftretens der christlichen Mächte gegen die Türkei, die Briefe. in der ernsten Bedrohung des ottomanischen Kaiser- ..Ich begreife nicht, was Ihnen daran liegen staates eine Gefahr für die Gesammtinterefsen des !ann, zu erfahren, wer die Briefe geschrieben hat," Islams erblickend, trotz aller Sectenverschiedenheit agte er, die Achseln zuckend. und trotz einer viele hundert Jahre alten Feindselig» „Sie sollen alles wissen, nur geben Sie mir keit sich mit der Türkei alliieren würde. Antwort." Da« .Diritto" sagt in Bezug auf die Frie» „Ich habe keine Ursache, Ihnen zu verschwrigen, denSbedingungen derPfortr: „Wir. glau-wer die Schreiberin ist. Fräulein Brunner, die Ge- ben, daß die Bedingungen, unter welchen sich die ellschasierin der Genrralin, hat dir Briefe geschrieben." Pforte zur Friedenschließung bereit erklärt, un. „So hat meine Ahnung mich nicht betrogen," zulässig find. Ein Frieden unter diesen Bedin-ries der Freiherr, indem er seine Brieftasche her- gungen wäre kein Frieden, sondern die beständige vorzvg und rin zusammengefaltetes Papier her. Aufrechterhaltung eines KriegSherdeS; rr wäre eine ausnahm. Verschlimmerung jenes Standes der Dinge, durch "Erklären Sie mir," fiel ihm Walter in diel welchen der gegenwärtige Krieg verursacht wurde. Rede, „was bedeuten diese Worte?" ' I Anstatt die Ruhe im Orient wieder herbeizuführen. „Sie sollen es sogleich erfahren, Herr Doctor. würde rr nrur Motivr zu Unruhen schaffen. Vom Zuvor aber noch eine Frage. Sind Ihnen die gegrnwärtigrn Standpunkte und mit Rücksicht aus Lebensschicksale der jungen Dame bekannt, welche die unter den slavischen Völkerschaften herrschende Sie in Ihren Schutz genommen haben? Diese Aeußerung brachte den Greis auf den richtigen Weg. Er zwang fich, ruhig zu erscheinen, obwol er in diesem Augenblick die Erregung des Jünglings theilte. «Ja, — ja," entgegnete er hastig. „Nun, so verlange ich Wahrheit von Ihnen. Lesen Sie diesen Brief." (Forts, folgt.) Agitation erachten wir den status yu» in Serbien ÄS die einzige Bafis, aus welcher mit Hoffnung auf Erfolg über den Frieden verhandelt werden kann.* Vom Kriegsschauplätze. Aus Ragufa wird vom 14. September gemeldet: Heftige Kanonade bei SpuZ. Die Türke» feuerten aus acht Forts. Die fremden Eonfuln, die beim Fürsten in Danilovgrad sich befanden» werden der Sicherheit halber nach Romain geleitet. AuS Belgrad kommt die Nachricht, die fürstliche Regierung habe den Consuln vertraulich erklärt, sie würde eine beschleunigte Verhandlung derFriedenS -bedingungen wünschen. In Nischni Nowgorod hat sich eine^egion von 1000 Freiwilligen gebildet. Private und Gesellschaften haben dort eine UnterstützungSsumme von 20,000 Rubeln zusammengebracht. Bei Alexinac sollen wieder Kämpfe stattgefunden haben; das Resultat ist noch nicht bekannt gegeben worden. Der von vielen Correspondenten telegraphierte Sieg der Serben bei Alexinac wurde bisher durch kein officielleS Telegramm bestäligt. Zur Tagesgeschichte. — Se. Majestät der Kaiser kommt DinStag nach Wien, kehrt nach einigen Tagen nach Gödöllö zurück und wird mit der kaiserlichen Familie bis Weihnachten in Ungarn verweilen. — Die Weinbau.Ausstellung und der Weinmarkt in Marburg) wurden am 17. d. M. in Gegenwart des steiermärkischen Statthalters Freiherrn von Lübeck durch den Landeshauptmann Dr. Moriz Edlen von § «' serfeld eröffnet. Dr. Kaiserseld sagte in seiner Ansprache, die Weinbau-AuSstellung und der Weinmarkt seien d« praktische Theil des Longrefses, indem sie Gelegenheit biete», den Fortschritt in technischer und kultureller Beziehung "us dem Gebiete des Weinbaues und der Kellerwirthschast zu verfolgen. Die Abgaben haben eine Höhe erreicht, daß fie nur in sehr guten Jahren gedeckt werden können. Die rationellere Bewirthschastung sei nothwendig, und es werden »e ausgestellten Maschinen und Geräthe, Lehrmittel und k die beste Anregung geben. Dr. Reiser begrüßt die «äst, ^ Namen der Stadt Marburg. Die ernsten Verhältnisse hätten es dem Festcomite angezeigter erscheinen lassen, von großen Festlichkeiten abzusehen, dem-ungeachtet könnten die Mäste des herzlichsten Willkommen» sicher sein. Der Statthalter und der Landeshauptmann, dom Präsidenten der AuSstellungscommission, Dr. Müller, S«sührt, besichtigten die geschmackvoll decorierte Logenhalle der Weinmarktes und die übrigen AusstellungSsäle. Die Beschickung des WeiumarkteS ist eine sehr zahlreiche. Nebst den bedeutendsten Firmen des marburger Platzes find die Weinbauvereine des Landes, ferner von Niederösterreich, " rain, Tirol und in hervorragender Weise Böhmen vertreten. Auch die übrigen Gruppen: Maschinen, Lehrmittel -c., sind in mannigfachster und lehrreichster Weise beschickt. Die Stadt prangt im schönsten Fahnenschmuck und ist in festlichster Stimmung. — Wirksamkeit der Feuerwehr. In der acht zum 13. d. M. brach in der der Majorsgattin Frie-erike Krammer gehörigen Billa Romandorf zu St. Lhristoph ei Tüfser aus bisher noch nicht stchergestellter Ursache ein Brand auS. Als die Gattin des das zweite Stockwerk der Villa bewohnenden Oberlieutenants a. D., Emil Neher, »egen halb 5 Uhr morgens erwachte, hatte das Feuer bereits das Vorhaus und die Stiege ergriffen und war eine Ret-tung der Bewohner des zweiten Stockwerkes durch die Hausthür nicht mehr möglich. Glücklicherweise machte die rasch k>erbeigxeilte freiwillige Feuerwehr von Tüffer der gräßlichen Lage der vom BerbrennuugS- oder ErstickungStode Bedrohten n nde und rettete mittelst Leitern den genannten Ober->eutenaut, dessen Frau und zwei Kinder. Den Anstren-Zungen der Feuerwehr gelang eS, den Brand zu löschen, evor noch der Dachstuhl von den Flammen ergriffen wurde, m Fortschritt in Iapan. In der Hauptstadt L-eddo erscheinen jetzt 22 Zeitungen; ferner existieren daselbst japanesische und 15 europäische Restaurants, 117 Gar-«uwirthshäuser, 10 große und 200 kleine Theater, 106 Photographen, 106 Pastetenbäcker, 218 Schlachthäuser, S63 nach uropäischer Art eingerichtete Läden, 157 tolerierte Häuser 1»n ^0 polizeilich inscribierten Frauenzimmern darinnen, Schauspieler und 1270 Musikanten und Sänger. — iei? ^E^^e Regierung hat soeben verordnet, daß nur „ * Personen ein Staatsamt erhalten sollen, die sich ganz n«-h europäischer Art kleiden. Mal- und Provinzial-Angelegenheiteu. — (Reaction hier und dort.) Einer längeren, an die Redaction unseres Blattes gerichteten Original» Lorrespondenz aus Leitmeritz in Böhmen, 13. d. M., entnehmen wir folgende Stellen: „ES ist wahrlich haar» sträubend, was die reactionäre, ultramontane Partei, diese unverbesserliche Sippschast, alles erfindet, um den Fortschritt und die Bildung in nationalen «reisen Böhmens und Kraius zu hemmen. Die aus Krain unS zukommenden Nachrichten melden ja schauderhafte Dinge, die sich im slo-venischen Lager zutragen und geeignet sind, die nationale Bevölkerung gänzlich in Mißkredit zu bringen und die materielle Lage des schönen Landes Krain arg zu schädigen. Wer soll sich in einem Lande, wo eS von nationalen Hetzern wimmelt, Wohlbefinden? Wer aus sremden Sauen Oester-reichs soll in dem wegen seiner reizenden Naturschönheiten gepriesenen und von den Klerikal-Nationalen durchwühlten Lande Krain seine Hütte aufschlageu ? Ist Krain die Heimat der Ohren» und Nasenabschneider geworden? Wollen die Nationalen dem in der Kultur weit voranstehenden Deutsch« thum noch fort feindlich entgegenstehen? — Leider finden wir eine derartige national-klerikale Sippschaft auch in Böhmen, namentlich in Leitmeritz. Ein wackerer, der deutschen Partei angehöriger BolkSmann, Dr. Pickert, ein Mann, welcher sich vom eigentlichen politischen Leben zurückgezogen, hier eine Buchdruckerei errichtet und die Ausgabe der »er« sassungssrenndlichen „Leitmeritzer Ztg." übernommen hat, ist fort und fort der Gegenstand heftiger Angriffe vonseite der klerical-national-reactionäreu Partei. Und so sind sie alle und überall, die Schildträger dieser Partei! Es erübrigt nichts anders, alS dem groben Klotz mit grobem Keil entgegenzutreten. Mit diesen Mächten ist kein Bund zu flechten I" — (Die Werke Anastasius GrünS) gingen nach Bericht der „Teutschen Ztg." in den Besitz deS Wilhelm Braumitller' schen Berlages in Wien über. Der großen Zahl der Verehrer des verewigten Dichters wäre es gewiß im höchsten Maße erwünscht, dieselben in einer con» sormen GesammtauSgabe vereinigt zu sehen. Dem beschei» denen Sinn deS Verewigten widerstrebte es, schon bei Leb-zeiten seine „sämmtlichen Werkt" publicicrt zu sehen, und bekanntlich wahrte ja noch sein poetisches Schaffen bis zu dem Augenblicke, in welchem ihn, seine physischen Kräfte ver» ließen, bis zu seiner letzten Erkrankung. Sein Testament enthält wol Bestimmungen über die Verwendung des Ertrages neuer Auslagen seiner Werke, aber eS erwähnt der Veranstaltung einer GesammtauSgabe derselben nicht. Sein Sohn und Universalerbe würde den Manen seines großen VaterS ein schönes Denkmal setzen und dem Herzen der Verehrer desselben eine Genugthnung gewähren, wenn er die gesammten Ergebnisse de» geistigen Schaffens desselben in eine einheitliche GesammtauSgabe seiner Werke zusam-menfafsen ließe. Die Firma, in deren Besitz die Verlags» rechte der bisher publikierteu Sinzelwerke des großen Dichters sich befinden, ist Bürge, daß diese GesammtauSgabe eine des Dichters würdige äußere Form erhalten würde. — (Theaterlogen.) Bon den 13 landschaftl. Logen wurden heute 7 im VersteigungS- und UeberlassungSwege an Theaterfreunde und 6 der Theaterunternehmung zur eigenen Verwerthung überlassen. — (Für die heurige Loncertsaison) wer> den bereits außerordentliche Genüsse in Aussicht gestellt Fräulein Aglaja Orgeni (Sängerin), Fräulein Tima> noss (Pianistin) und Fräulein Hast (Violinspielerin), ein weibliches Künstler-Trisolium, concertieren im Laufe des November in Laibach. Die Buchhandlung L. Till in Laibach besorgt Arrangement und Sitzvormerkungen. — (Sträflingstransport.) Aus der weib-lichen Strafanstalt Lankowiy in Steiermark wurden am 16. d 40 Individuen in die neuerrichtete weibliche Strafanstalt nach Vigaun bei LeeS-RadmannSdorf transportiert. — (Ein großes Schadenfeuer) brach am b. d. inIablan, Bezirk Rudolf-werth, auS, welches acht Wohn- und zehn Wirtschaftsgebäude, Getreide- und Fut-tervorräthe, Geräthe u. a. verzehrte. Der Gesammtschaden belauft sich aus 6420 fl.; leider sind nur zwei Hausbesitzer gegen Brandschaden versichert. Die Feuerwehr aus Rudolfs wert leistete bei der Brandlöschung große Dienste. — (Saveregulierung.) Heute findet durch Abgeordnete derL andeSbehörden aus Krain und Steiermark in Gurkfeld eine Lokalcommission zur Erhebung der durch Hochwasser verursachten Schäden statt. — (Telegraphenwesen.) Vom 1. Oktober an kommen zur Ausfertigung kurzer offener telegraphischer Depeschen gedruckte, mit dem 30 Kreuzer-Stempel versehene Avisoblankette in Verwendung. — (Landschaftliches Theater.) Laibachs Ope-rettensreunbe erlebten gestern einen Festabend. Die komische Oper „Morilla" ging mit sehr günstigem Erfolge über unsere Bühne. Die Direktion Fritzsche setzte das Ganze mit hier noch nie gesehenem Glanze in Scene; in LostumS, Evolutionen, Gruppierungen und Beleuchtung wurde uns überraschend Großartiges geboten. Der Aufmarsch und die Evolutionen der Armee „Morillas", aus großen und kleinen Truppenkörpern bestehend, riefen stürmischen Beifall wach, und die Schlußscene des dritten ActeS, gehoben durch elektrische Sonnenbeleuchtung, gewährte einen überwältigenden Anblick. Herr Direktor Fritzsche wurde für daS gebotene Außerordentliche mit stürmischen Hervorrufen ausgezeichnet. Nun wollen wir unS dem gesauglichen Theile zuwenden und vor allem constatieren, daß die Operette Heuer vorzügliche Kräfte ins Treffen führen kann. In erster Linie waren wir Zeuge, welch' ausgezeichnete GesangSmittel Frau Direktrice Fritzsche-Wagner besitzt, welch' immense Stimmkraft, welch' lebhaftes Spiel diese durch uul» durch geschulte Sängerin entsaltet; schon im Eutrteliede erwarb sich Frau Fritzsche (Msrilla) die Sympathien deS Hauses; zu diesem günstigen Resultate trug daS sichere, pikante und gesällige Wesen, mit welchem Frau Fritzsche auftritt, nicht wenig bei. Im Terzett mit Prinz Leon und Amarin im ersten, im Duett mit Prinz Leon im zweiten und in der Lavatine im dritten Acte glänzte Frau Fritzsche durch Gesang, meisterhaftes Spiel und im zweiten und dritten Acte auch durch elegantes, prätioseS Lostitm. Unzählige Hervorrufe wurden der sehr zu schätzenden Direktrice zutheil. Herr Weiß präsentierte sich als Operetteusänger nicht unbedeutenden Ranges, er besitzt wol keine starke Stimme, versteigt sich auch nicht in dir hohen Lagen, aber seine Stimme klingt angenehm, intoniert rein, ist von gutem Vortrag begleitet, und Herr Weiß spricht und spielt auch gut. Die gestrige Ausführung des ParteS „Amarin" läßt unS Gutes auch in der Folg« hoffen. Herr Weiß excel-lierte in der Arie „Mit den Wölfen muß man heulen", im Terzett mit Morilla und Leon, im Trinklied«, im Terzett mit Don Pablo und Astuzio und im Schlußduett mit Astuzio. Das Publikum anerkannte auch Herrn Weißs» Leistungen wiederholt mit Beifall und Hervorrusen. Fra» Zwerenz (Prinz Leon) wieS gestern ihre Befähigung auch für die Operette in befriedigender Weise nach, inSbefon-dere in der Arie und im Terzett mit Morilla und «marin im ersten und im Duett mit Morilla im zweiten Acte. Herr Zwerenz besitzt wol nicht jene Stimmittel, die der Part de- „Astuzio» verlangt, jedoch seine Komik läßt ihn über diesen Mangel siegreich Hinübergleiten; Herr Zwe-renz möge im Tätowieren seine« Antlitze« Maß und Ziel halten und nie vergessen, daß er Menschenrollen darstellt. Herr Unger, obgleich kein Vollblutsänger, zog sich durch sein maßvolles, gutes Spiel recht glücklich aus der Affaire Der Männer- und Frauenchor wußte sich durch kräftiges Einschreiten eben auch den Beifall de- Hause» zu erringen. Im Orchester traten Momente merkbarer Schwankungen ein. Dirigent Herr Krone« und seine mnsicierende Armee müssen erst nähere Bekanntschaft machen. Der Tactierstock muß markierter und sicherer die verschiedenen Zeitmaßen signalisieren, damit namentlich dem Bortrage der Sänger entsprechend gefolgt werden kann. Im großen Ganzen war daS Publikum mit der ersten Operette sehr zusrieden und sieht mit regem Jnterrffr der nächsten entgegen. — Für morgen und übermorgen werden sehr interessante Vorstellungen vorbereitet. Morgen gelangt die melodiöse Offenbach'sche Operette „DaPhniS und Lloe" mit Frau Fritzsche-Wagner und der Altistin zur Aufführung; an beiden Abenden tritt Herr Direktor Fritzsche in einigen seiner Glanzrollen aus. AlS nächste große Operette wird „Girostö-Girofla" mit außergewöhnlich splendider Ausstattung signalisiert. — (Au, den sloveni schen Blättern.) Auch „Slov. Narod" widmete dem verewigten heimatlichen Dichter und ParlamentSmitgliede einen Nachruf, welcher folgende Stellen enthält: „Anastasius Grün ist auch für die Sloveueu und schon deshalb eine wichtige Erscheinung, weil r ersten», in ihrer Mitte Igeboren ist; zweiten-, weil er ein rnrrgisther «egner slovenisch-national-politischer Lest», düngen war, inlbesondere in einer Zeit, wo er im krainer Landtage Bitz und Stimme hatte; und dritten-, weil er im Landtage die Nenßerung fallen ließ: die ganze slovenische Literatur könne man in einem Tüchel davontragen. »Slo-ven-ki Narod" erinnert sich an die Worte de- großen englischen dramatischen Dichter-, welcher sagt, „der Tod begleiche olle Schulden* — deshalb sei nun auch die zwischen Anastafi»» Erün und der slovenischen Nation seinerzeit verbuchte Schuld alS beglichen anzusehen; Anastasius Grün ruhe in Frieden! Die Slovenen finden Berechtigung zum Ausdruck dieses Wunsches, denn die slovenische Nation hat dem dentsch-vster-reichischen Dichter auch Schönes und Großes zu danken. Die Slovenen werden im Gedächtnis bewahren, daß Anastasius Vritn es war, welcher die krainer Volkslieder aus dem Slovenischen in-Deutsche übersetzte; daß Anastasius Grün eS war, welcher der Welt Kunde gab, daß auch in Krain ein Völkchen existiere, an sich unbedeutend, jedoch kräftig an Körper und Beist. „Slov. Narod" bemerkt, die deutsche, verfafsungSfrenndliche Partei habe recht, wenn sie von ihrem politischen Standpunkte aus um ihren Anastasius Grün trauere. In anderen Zeiten wären vielleicht so manche seiner in Verse gekleideten freiheitlichen Ideen unbeachtet geblieben, aber in den Zeiten des Absolutismus fanden seine Freiheitslieder in den Gauen des österreichischen DeutschthumS reichen Widerhall, und man würde ungerecht sein, wenn man den erwähnten Freiheitsgesängen mächtigen Einfluß absprechen würde. „Slov. Narod" bedauert mit den übrigen, nichtdent-schen Oesierreichern, daß die Rufe des Dichters Anastasius nach Freiheit und das parlamentarische Wirken des Herren-hausmitgliedeS Grafen Anton Auersperg nicht allen Nationen, sondern nur den Deutschen in Oesterreich zugute kamen. Wäre er anders gewesen, so hätte der laute Ausdruck des Schmerzes über den Tod des heimatlichen Dichters und Politikers auch in den Reihen der Slovenen ein tausendfaches Echo gefunden; jedoch die Slovenen faßten die Lieder Anastasius Grüns über die Freiheit der Völker vom nationalen Standpunkte auf und fanden zwischen Wort und That wesentlichen Unterschied vor. — Aus diesem Nachrufe ergibt sich, daß die Slovenen immerhin großen Werth daraus legen, daß der Dichter Anastasius Grün dem Lande Krain angehört, daß er die nationale Poesie achtete und verwerthete, daß er die gesunden körperlichen und geistigen Eigenschaften des kräiiiischen Volksstammes hervorhob. Leider gelang eS weder dem Dichter Anastasius Grün, Noch dem Politiker Grafen ANton Auersperg, auch die politische Gesinnung der Slovenen aus dem Gebiete nationaler Bestrebungen in jenes zu übersetzen, wo deutsch-österreichi-scher Sinn für Reichseinheit und Verfassung das Lanner trägt. Witterung. Laibach. 19. September. Morgens 4 Uhr Regen bis 1» Uhr anhaltend, dann theilweise Aufheiterung, schwacher O. Wärme: morgens 7 Uhr 4- 141°, nachmittags 2 Uhr -s- 16 1° 0. (1875 -j- 218», 1874 -s- 20-2° 6.) Barometer 739 61 min. DaS gestrige TageSmittel der Wärme -s- 17-0°, um 3.2" über dem Normale. Uugekommeue Fremde am 19. September. H«tel Europa. Babnik, Ingenieur, Wien. — Baron Wall, Hptm., Triest. —Huber sammt Familie, Haidenschaft. — Selak mit Sohn. Raiica. Hotel Elefant. Mlekusch, Altenmarkt. — Subic, Rom. -Rieder Maria, Graz. -- Vesel sammt Familie, Triest. — Nenhvser Giusta, Pest. — Auortus Hadjeconste, Kon stantinopel. — Dr. Raspet, Adelsberg. Hotel S<»0t Wien, «rqndt, Villach. — Flelner, Glück, n. M. Weimann, Wien. — Milch, Ungarn. — v. Ober eigner, Oberförster, Schneeberg. — Frau Petsche, Alten-markt. - Dr Glanknik, Advocat, Äilli. - Bukounig, Trafikant, Fiume. Mohren. Modic, Lieut., Marburg. Potoinik, Rad-mannsdorf. Uaierischer.Hof. Cadore, Triest. — Perme, Lehrer, Wippach. Gedenktafel über die am 22. S ept e m b e r 1876 stattfindenden Licitationen. S. Feilb,, Potoknik'sche Real., Stein, BK. Stein. — 3- Feilb, Serc'sche Real., Polane, BG. Rudolfswerth. — ASkuari'sche Real., Pose. BG. Wippach. - 2. Feilb., Selan sche Real., Kameuverch, BK. Littai. — 2. Feilb., Obresa'fche Real., Selo, BG. Littai. — 2. Feilb., Gostifcha'fche Real., Oberdorf, BG. Loitsch. — 2. Feilb., Prudit'sche Real., Niederdors, «G. Loitsch. — S. Feilb-, Gornik'sche Real., Bojokovo, ««. Müttling. — 2. Feilb., Rojc'sche Real., Jablanic, BG. Feistriz. - Reass. 3. Feilb., Janejic'sche Real., Niederdors. BG. Loitsch. — 2. Feilb., Primc'sche Real., Topolr, «G. Feistriz. - 3. Feilb., Äos'sche Real., Nieder-dorf, «S. Loitsch. - Reaff. 3. Feilb., Gerl'sche Real., Smerje, BG. Feistriz. - Neuerliche S. Feilb., Stradjat'sche Real., Neverkr. BG. Adelsberg. — Neuerl. 3. Feilb., Do-micel'sche Real., Unterkoschana, BG. Adelsberg. — Neuerl. 3: Feilb., Likon'sche Real., Oberkoschana. BG. Adelsberg. Theater. Heute: Zur Nachfeier de» 70. GeburtSfeste« de» Dr. Heinrich Laube: Die Karlsschüler. Schauspiel in 5 Acten von Dr. H. Laube. Morgen: Der Präsident. Z ü ndhö lzche n z w i-schen zwei Feuern. Daphnis und Lhloö (Operette). Telegramme. Wik«, 18. September. Die „Politische Corre» spondenz" meldet: Obgleich vom formellen Abschlüsse eines Waffenstillstandes bisher nichts verlautet, so ist sicher, daß die Pforte die Mächte von der an die Commandanten der türkischen Truppen ergaiigr-nen Weisung zur Sistjerung jeder Operation vertraulich in Kenntnis jetzte. Dem entsprechend wurde auch serbischerseits die Einstellung der Feindseligkeiten angeordnet. Man hofft den baldigen Abschluß eines förmlichen Waffenstillstandes. Belgrad, 17. September. (N. Wr. Tgblt.) Fürst Milan und Ministerpräsident RistiL erhielten heute folgende Depesche vom General Tschernajefs: „Alexinac, 17. September. Die unter meinem Befehle stehenden drei Divisionen sandten am löten spät nachmittags Deputationen zu mir, welche mir eröffneten, daß sie nicht nur für die Bereinigung und Befreiung der serbischen Länder kämpfen, sondern auch für die Integrität des heutigen Serbien, trotz der Forderungen der Pforte. Die Armee erklärte durch die Deputationen, daß sie den Fürsten Milan zum König von Serbien proclamiere." Am folgenden Tage, 16. September, 11 Uhr vormittags, wurde dies der gesammten Armee unter Kanonensalven feierlich proclamierr. Auf Verlangen der Armee sendet Tschernajefs ein Bataillon nach Belgrad, welches mündlich die Wümche des Militärs dem Fürsten berichten soll. Gleichzeitig wurde dieses Bataillon als Leibgarde des Königs Milan ObrenoviL bestimmt. Wiener Börse vom 18. September. 8t»»t»k«»arl«. ! Sc ! Ware! Vk»i»«1kr1«ko. sperc. Rente. öft-Pa»-! «>> öft. Bod.-Eredit. dt», dt«, »ft. i» Eilb. «»E «>-7» dt», in s» 3............ Soft von 18S4 - -------- ^I»7L5 107-50 2oft von 186», ganze I1»- -^11L »S Soft von 1880. Siinst. 117 75 >18 rs Pramienlch. v. I8kt . lSI ISI^d ara»6v»t.-0d1. Siebenbürg. Ungar» >vttvr». «nglo-Bank . . . Kreditanstalt . . . Depositenbank. . L»com»te-Anstall Franco. Banl . . Handelsbank. . . «atioualbank . . Oest. Banlgesells. llnion-Banl. . . iierkhrsbank. . . «Iföld-Bahn . . Karl Ludwigbabn «ais. «lis.-Babn ikais. Fr, Josefsb Ltaat«babn ... Küdbahn.......... 7«-i5! 71-75 74'iU 7-> 40 75 - 7SSS I48 7V 148 g» 880 — «70- ««5— 8S7 - S7-75^ 5»--84.- «1-LV ror 50 lv»--ro« 50 ros 75 158-158-50 IS» — ISS 5.« W».5»!»84-5V 7S'k«! 7« 75 Nation, ö. W. . llng. Bod.-Treditaust. I'riorttLti-Odl. Franz Ioseft-Bahn . Oest. Nordwestbahn . Eiebenbürger . . . . Staatsbahn.......... Slidbahn L 5 Perz. dto. " " Credit - Loft........... Rudolf« - «ose . . . . Vool»». (3Mon.) Augsburg Ivo Mark Srankf. 10c Marl. . Hamburg „ London iv Psd. Stert. Pari« 100 Franc» . . AllÜQLVI». «ail. Ltünz-Ducate» rn-Franc«ftÄ