.^niheit. «ihl»«»». »«»,1 str A»«." v»ii Jahrgang «r. I»». Die „Marburger Zeitmi»." erscheint jeden Sonntag, Mittwoch nnd Freitag. Preise — sttr Marburg: ganzjährig L fl., hlUbjahrig Ist., vierteliührig Ifi. 50 kr; für Auftellunst ins Haus monatlich 10 kr. — mit Poslversendung: ganzjährig 8sl., halbjährig 4fl., vierteljährig 2 fl. Die ein Mal gespaltene Tarmondzeile wird bei einmaliger Einschaltung mit 10, bei zweimaliger mit 15, bei dreimaliger mit 20 kr. berechnet, wozn nir jedesmalige Einschaltung 80 kr. Jnseraten-Ttempelgebühr kommen. MittwochDezember I VSS. Zur Geschichte des Tages. Die Entscheidung in der M in i ster t ri si s ist nun lvicder verschoben. Gerüchte drängen sich und haben doch keinen sichern Halt. Denn dat der Kaiser den Grafen Taaffe empsangen. die Büri^erminister aber nicht, »st noch kein VcweiS der besonderen Gnade für ersteren. olS Polijeiminister muß cr öfters Kaiser kommen. ES heißt nun auch, der Statthalter von Böhmen, Baron Koller, sei für da» Polizei» und Laudesvertheidigungsministerium bestimmt. DieBerhaftunnfl der Arbeiterführer in Wien, von Henen Härtung allein entwischte, und schon in Belgien angekommen ftin soll, macht große Sensation; die Arbeiter werden zlvar von einigen Führern zur Ruhe ermahnt, während sie andererseits wieder in Versammlun-gen, die aber regelmäßig untersagt werden, ihre Prinzipien zu verfechten versuchln. Aus Dalmatien kommen immer noch Nachrichten über Unter, werfungsgesuche einzelner Ortschaften, eö find aber dikstlben so unbedeutend. daß dies an den Berhältnissen wenig ändert; auch scheint das oft nur Finte zu s-in, um längeren Aufschub zu haben; dieS beweiset auch die Nachricht, daß die Ausständischen in Ledenicc dem Grafen Auersperg rundweg erklärten, daß sie von dtm Gedanken an eine unbe-dingte Unterwerfung weit entfernt seien. Ui'sicherheit ist immernoch vor-Händen, wie anS einem Telegramme aus Kattaro zu ersehen, welches lautet: Zur Abwehr eines Znsurgentenüberfalles von Kerk ging eine Truppenabtheilung nach Caftelnuovo. Die Bligndc Simiz stand in Be-nitschaft in der Rächt. Hundert Insurgenten standen 800 Schritte entfernt von den Bl0lkhä»sern. AuerSperg unterhandelte pctsönlich am Dienstag bei Beliberd. apostolische Kammer in Rom hat nun daS Ber-»eichnib sämmtlither zi,r Theilnahme am Konzil berechtigten oder beru-fenen Väter durch den Druck veröffentlicht ; auf 78 golioseite» find unter fortlaufender Rummer die Tauf« und Familiennamen, sowie der Titel der Kirchen und der Tag der Promotion aller kirchlichen Würdenträger höheren Rangs aufgeführt. Demzufolge zählt, die katholische Kirche gegen wärtig 55 Kardinäle (die volle Zahl wäre 70), davon find 5 Kardinal-bischöfe. 41 Kardinalpriester und 8 Kandinaldiakone; 49 wohnen dem Konzil bei; ferner 921 Primate. Erzbischöfe und Bischöfe (11 Patriarchen, 5 Lateiner. 6 Orientalen), 166 Erzbischöse (davon 7 Primate, 33 Orientalen) 754 Bischöse. 6 Aebte mit bischöflicher Jurisdiktion. 22 infulir-te Aebte und 30 OrdenSgenerale oder Generalvikare, also im gauzen 10^4 stimmberechtigte Mitglieder des Konzils. Lemijchte Rachrichten. (Katholische Geistliche über daS K o n z i l.) Die Lemberger „Gazeta Narodowa" veröffentlicht ein seffr^nteressanteS Akten» stück. Der Verein der im Auslände lebenden polnischen Geistlichkeit, re-präsentirt durch die polnischen Priester KrzeminSki. Cent, S. Totwinski, Tryski und Bahrewckl, erklärt in einem äußerst umfangreichen und sehr schwungvollen offenen Briefe an den gewesenen Administrator der Lub' liner Diözese. Kasimir SoSnolvski, der gegenlvärtig in Rom weilt, «velcheu Ueberzengungen sie huldigen in Bezug auf das unlängst eröffnete Konzil. Nachdem sie im Eingange erlvähnen, da« Konzil werde hoffentlich die Mit so schweren Opfern erkämpften Errungenheiten des 19. Jahrhunderts, der Epoche des Fortschrittes, nicht verdammen, kommen die Priester im wei-teren Verlaufe deS AchreibenS aus die Ursachen der allgemeinen Unzu« friedenheit mit der katholischen Kirche zurück und erblicken dieselben vor-zstglich in der weltlichen Macht deS PapsteS, die sich mit den Ideen Christi nicht vereinbaren läßt, sodann in dem verfehlten Gcdunken, die Unfehlbarkeit deS Papstes zum Dogma zu erheben, in der Organisation der Wahl der Kardinäle, wobei die Interessen der verschiedenen Länder nicht berücksichtigt werden, in der Wahl der Bischöse. in dem Despotismus der Letzteren dem subalternen Klerus gegenüber, in der Seminarbildung, deren Zweck eS vornehtnlich ist. in dem zukünftigen Priester den Menschen aus-zurotien und lediglich zum Theologen zu stempeln, in der durchaus »«-natürlichen und falschen Richtung der Klöster, in der zu großen Anzahl der Konvettte. tvelche dem Geiste der Zeit nicht mehr entspricht, vor Allem jedoch in dem hochwichtigen Umstände, daß man es versuche. Religio« Ernst Moriz Arndt. Vortrag, gthaltn» «« >rof»ss«r I. N. Schalle» dei der a« LK. dytmber lSKS veranstalteten „Rrudtfeier'. Zu der Ostsee, gegenüber der vorpommerschen Stadt Stralsund, liegt die größte von Deutschlands Inseln, daS romantische Rügen mit seinen reichgegliederten Borsprüngen in» Meer, mit seiner mannigsach wechselnden Natur, die sich bald in lieblichen Landschaften, in mächtigen Eichen- und Buchenwaldungen, bald in schroffem Felspartien offenbart, von denen besonders die weithin glänzenden steilen Kreidelvande dem Schiffer schon von Ferne inS Auge fallen. Auf dieser Insel, an tvelche sich überdies die Sage von dem g.lieim nißvollen Sitze der nltgermanischen Göttin NarthnS knüpft, wurde am 26. Dezember des JahreS 1769 zu Schoritz, einem kleinen Dorfe, iSrnst Moriz Arndt geboren. Sein Bater. ehemals Leibeigener deS Fürsten PutbUS, tvar zuerst HerrschaftSverwalter. dann Gutspächter nnd siedelte später nach Pommern über, wo er zuletzt das Gut Löbnitz gepachtet hatte und eines vortrefflichen RufeS genoß. Der Knabe erliielt im elter. lichen Hause eine einfache, in mancher Hinsicht strenge Erzieljung. Arndt erzählt selbst in seinen „Erinnerungen auS dem äussern Leben" recht ergötzlich, wie wegen Mangel einer Schule die Eltern ihre Kinder selbst unterrichteten, tvie er seine Zeit zwischen Studien nnd ländlichen Beschäf. tigungen theilte, wie er z. B. die Schlveine und Knl)t hsltete. die Pferde in die Schwemme ritt u. dgl. „Ich galt sür einen treuen, gehorsamen und fleißigen Jungen, aber zugleich für einen ungeststMrn und trotzigen, sür einen solchen, der gern seinen eigenen Weg ging." Bon mel)reren Gönnern unterstützt besuchte Arndt 1787 das Gymnasium zu Stralsund, welches er bereits nach drei Jahren wieder verließ. Nachdem er die nächsten zwei Jahre bei seinen Eltern in Löbnitz zugebracht, stltdirte er von 1791—1794 ans den Universitäten zn GreifSwalde und Jena Tl)t0-logie, Philosophie und Geschichte. Nach Bollendung seiner Studien kehrte er tvieder in die Heimat zurück, um sich der praktischen Ausübung seiner erworbenen Kenntnisse, nämlich dem geistlichen Stande zu widme». Er predigte nun da und dort, unterrichtete nebenbei seine jüngeren Ge schwister und bekleidete eine Zeit lang eine Hauslehrerstelle. Allein bald verlor er die Lust, sein ganzes Leben in der einfachen Stellung eines protestantischen DorfprcdigerS hinzubringen, weshalb er den Entschluß faßte, bevor er für einen andern Beruf sich entscheide, die Welt kennen zu lernen und aus Reisen zu gehen. Vom grühlinge 1798 bis in den Hcrbst 1799 durchwanderte er ,.zn Auß. zu Wagen, zu Schiff" Deutschland, Oesterreich, Ungarn. Italien. Frankreich und einige Zeit später (1803) auch Schweden. Die Beobachtungen auf diesen Reisen, vor allem die über Schweden veröffentlichte Arndt in mehreren Schriften. Nach seiner Rückkehr trat er an der Universität zu (ÄreifSwalde als Privatdozent auf. hielt Vorlesungen über Geschichte und wurde 1806 außerordentlicher Professor. Feurige Vater-landsliebe. kühne Unerschrockenst und gerader Sinn waren bereits in dieser Zeit die hervorstechendsten Eharaklerzüge unseres Arudt, der die Schmach, welche Deutschland damals durch den gallischen Eroberer Napoleon über sich ergchen lassen mußte, nicht ertragen konnte. Er griff, einer der ersten, den Franzosenkaiser an in seinem Werke „Geist der Zeit", dessen erster Band 1806 erschien. Napoleon ward mit dem heftigsten Zorn gegen den freimüthigen Mann erfüllt. Nach der Schlacht bei I (14. Okt. 1806). welche dem Weltenstürmer ganz Norddeutschland überlieferte. sah sich daher Arndt genöthigt. vor der Verfolgung deS Todfein deS nach Schweden zn fliehen, wo er Stockholm zu seinem Aufenthaltsorte wählte. Bereits früher hatte ihn sein begeisterter Eifer für daS Vaterland in ein Duell mit einem schwedischen Offizier verwickelt; der-selbe hatte Deutschlands Ehre angetastet; Arndt wurde im Zweikampfe schwer verwundet. 3m Jahre 1810 kehrte er unter dem Namen eines SprachmeisterS Allmann nach Deutschland zurück, hielt sich eine zeitlang heimlich in Berlin auf und trat dann wieder in seine Stelle zu Greifs« walde ein. die er jedoch bereits im nächsten Jahre neuerdings aufgab. ES kam daS verhängnißvolle Jahr 18IS. Napoleon unternahm seinen Heldzug gegen Ruhland. Unser Arndt begab sich nach Breslau, um mit den Männern, die damals schon im Geheimen sür Deutschlands Befreiung vom Joche deS korsischen Eroberers arbeiteten, wie Blücher. Scharn- ena oder Nationalität zu ideatifiziren «ud die Behauptung aufzustellen, ein Priester müffe Allem, selbst seinen nationalen Gefühlen und bürgerlichen Ppichten entsagen. Die erwähnten fünf Priester ersuchen demnach den Bischof Sosnowski. er möge in diesem Sinne die Gebrechen der katho-lischen Kirche, oder eigentlich die Fehler auseinandersetzen. (l^harkower Folterkammern.) Der Oberstaatsanwalt des Ej^rkower KriminalgerichteS erhielt kürzlich auS Petersburg die ano« «yme, aber bestimmt ausgesprochene Anzeige, daß im Kriminalgerichte in Charkow golterkammern bestehen, welche noch in ganz mittelalterlicher Weise benht werden. Der Oberstaatsanwalt begab sich sofort dahin und begehrte alle Räume zu besichtigen. In einem Theile geschah dieS ganz anstandslos, als derselbe jedoch zu dem fi»r Untersuchungsgefangene bestimm-te» ?heile gelangt war, wurde ihm unter allerlei Borwänden die Besich-tiguna verwehrt. Als er jedoch deffenungeachtet nach energischem Andrin-aeu viese Räume betrat, bot sich ihm ein entseßlicher Anblick dar; eine Reihe mittelgroßer Schränke. Kleiderkästen gleich, und von allen Seiten ächnude nud wimmernde Schmerzenslaute l Er rieß einige derselben ge-waltsam auf und ein grauenvoller Anblick bot sich ihm dar. Halb zu-sammengekauert uud in einer Lage, die ihnen weder Sitzen noch Liegen, «och das Aufrechtstehen gestattete, sah der Staatsanwalt mehrere zu Ske-letteu herabgezehrte Gestalten, die alle Merkmale einer grausamen Be-Handlung an sich trugen. Alle waren fie in den Schränken mit Ketten «feffelt. Boller Entrüstung wandte ftch derselbe an den ihn begleitenden ^ Gefängnißwärter mit der Fr^e. auf Westen Anordnung hin die Gefan-^nen so behandelt werden. Mit einer Naivität, deren nur ein russisches Vemüth fähig sein kann, erwiderte der Gefragte: „Das ist schon längere Zeit so hier der Brauch, aber gestorben ist noch Keiner daran." Eine strenge Untersuchung ist eingeleitet. (S00 Räuber vor Gericht.) In Szegedin hat dieser Tage ei» Moustre-Prozeß begonnen, in welchem nicht weniger als 300 Räuber und Hehler vernommen wurden und zu dem die ungarische Regierung de» Gerichtshof deS Pester KomitateS delegirt hat. Der Harmloseste der Uebelthäter hat 18 Pferde gestohlen, doch sind auch solche darunter, die iu ihrem Leben 30 biS 40 Raubmorde begangen haben. Aufreißen der Eisenbahnschienen. Anhalten deS Zug^ und Beraubung desselben. Aus-ranbung der Post. Lädeneinbrüche. Mauerdurchgrabungen u. s w. find die gewöhnlichen Verbrechen und diese stehen in einem solchen netzartigen Zusammenhange miteinander, daß all' diese hundert Verbrechen zusammen in acht oder Ntun größere Prozesse werden aufgenommen werden können. lGrantame That einer Ehefra u.) Im Orte Lagwy in Preußisch Polen hat am 19. d. M. eine verehelichte Ausgedingerin ihren Ehemann in der Art ermordet, daß ke ihn. während er im trunkenen Zustande auf dem Bette lag. mit drei Töpfen siedenden WasserS übergoß. Der Unglückliche raffte sich in der Todesangst auf. lief bis vor die Thür, wo er sosort seinen Geist ausgab. An diesem Morde soll der Stiefsohn des Gemordeten, ein Landwehrunteroffizier betheiligt sein. Der königliche Distrikts Kommiffarius hat denselben dem königlichen Staats-anwalt zu Grätz iiberliefert. Die Grausame soll die That eingestanden haben, ist aber vorläufig auf freien Kuß. jedoch unter polizeiliche Aufsicht gestellt. (Eine Stadt von der Erde verschlungen.) Die Stadt Ula in der astatischen Türkei, deren Zerstörung durch Erdbeben wird in einem Berichte auS Smyrna folgenderweise geschildert: Die Stadl Ula. welche im Aidiner Bilajet und dem Kreise Menteschen liegt, wnrde buchstäblich von der Erde verschlungen. Dieser Katastrophe gingen drei heftige Erdstöße voranS. von denen der letztere der entschei- Horst. Gneiseuan in Verbindung zu treten. Von dort ging er nach Ruß« land, wo er mit dem Minister, greiherrn von Stein, tvelchen er hoch verehrte, zusammentraf. Bald wurde er dessen Sekretär, begleitete ihn «ach Frankreich und wieder zurück nach Deutschland und tvar jetzt unab-lästig im Jkterefse der guten Sache beschäftiget, den Haß gegen die Fremdherrschaft zu entzünden und den Sinn für die Unabhängigkeit deS Vaterlandes zu verbreiten. Zahlreiche Flugschriften erschienen im denkwürdigen Jahre 1813 von ihm nnd ein großer Theil jener kräftigen, begeisternden, hinreißenden Lieder, welche, gegen den Unterdrücker gerichtet. daS Volk zum Freiheits« kämpfe entflammend, bald in aller Munde ertönten und eine leidenschast' liche Begeisterung hervorriefen. Von 181S an hielt sich unser Dichter in den Rheingegenden auf. «b zu Köln (1816—1817) die Zeitschrift „der Wächter" heraus und fiedelte stch 1817 in Bonn an, wo er die Tochter des Professors Schleier-«acher von Berlin heiratete und an der neuerrichteten Universität die Professur der neueren Geschichte erhielt. Allein bereits war die Zeit der Reaktion eingetreten, eS begann in Folge der Karlsbader Beschlüsse ^ept. 1819^ die Verfolgung aller edeldenkenden. für BolkSglück und yreiheit b^etsterteu Männer, die Unterdrückung aller freisinnigen Regungen «nd da Arndt seine Unzufriedenheit mit dem Gange der Dinge in Deutschland nicht verbergen konnte, so verwickelte er ftch in eine Unter-snchung wegen sogenannter demagogischer Umtriebe (vorzüglich stützte man fich auf Aeußerunaen im damals erschienenen 4. Bande seines „Geist der Zeit"). ES erfolgte seine Enthebung vom Amte 1819. und da der Inquisitor Tzschoppe nichts gegen ihn aufzubringen lvußte. »vard er zwar freigesprochen, jedoch auch mit Beibehaltung seines Gehaltes in den Ruhe-stano versetzt. Arndt zog sich in die Stille deS Privatlebens zurück und bestellte nun ebenso emsig seinen Weinberg bei Bonn, als er sonst sür die große Sache Deutschlands thätig gewesen. AuS dieser Zeit ist wenig Merkwürdiges zn berichten, höchstens daß daS Vaterhen unseres Dichters hart getroffen wurde durch den Verlust seines jüngsten Sohnes, der 1834 beim Baden im Rhein ertrank. Erst nach 20jähriger Suspension vom Amte erhielt Arndt die Erlaubniß. wieder Vorlesungen zu halten: eine der ersten Regierungshandlungen Friedrich Wilhelms IV. setzte ihn 1V4V dende'war. Die Natur ivollte die unglückliche» Einwohner warnen vor der drohenden Gefahr und ließ schon einen Tag früher eint heftige, von einer Art Stöhnen begleitete Erderschütterung wahrnehmen, nebst einem starken unterirdischkn Getöse, da» einem furchtbaren Donner glich. Die Bewohner des dem Untergang geweihten Ortes begriffen glücklicherweise dieses Alarm-signal und flüchteten sich auf die umliegenden Anhöhen. Tags darauf waren fie zitternden Körpers Zuschauer der allmäligen Senkung aller Häuser, bis nach einigen Minuten die ganze Stadt vom Erdboden ver-schwand. Nur drei Menschen stiegen mit ihrer Habe zum Orkus hinab — die anderen 2600 blieben am Leben, -- aber ohne jedes Mittel, das Leben in den ersten 24 Stunden erhalten zu können. Der Bezirkshaupt' mann beeilte fich. den Unglücklichen Zelte. Brot und einiges Geld zu schicken. Etwas milder, aber dennoch hart genug, wurden die Bewohner von Marmaritza und Mula betroffen. Diese Städte gingen in zwei Drittheilen zu Grunde und zwar ebenfalls durch ein heftiges Erdbeben. Man hofft, die Pforte werde die unglücklichen Orte wieder herstellen helfen. Marburger Berichte. Marbtirg. 29. Dezember. ^ rndtseier.) Die nach dem letzten Bereinsbeschluffe veranstaltete öffeiltliche Versammlung des politisch volkswirthschaftlichen Bereine» „Fortschritt" zum Zwecke einer Arndtfeier gestaltete fich, so einfach auch die Sache angelegt war. zu einer erhebenden und gleichzeitig gemüthlicher Festivität. 3n dem durch eine Tafel; Hoch Bater Arndt! nnd darunter durch das mit einem Kranze umgebene Bildniß Arndts geschmückten Zimmer deS Hotel Mohr versammelten fich die Mitgliel^er deS Vereins „Sortschritt" und deS Gesangsvereines nebst vielen Gästen, so daß die Zahl achtzig weit überschritten war. Obmann Brandstetter eröffnete die Ver-sammlung und sodann trug Pros. Rieck die Telegramme vor, welche vom Vereine abgesandt worden waren, nämlich nach Be^en aus der Insel Rügen, lautend: „Bon einer der südlichsten deutscheu Tprachinselu senden wir brüderlichen Gruß! Hoch den Manen des unvergeßlichen Arndt am hundertjährigen Geburtsfeste! Hoch daS einige Deutschland! Die zur Arndt-feier vom Vereine „Fortschritt" versammelten deutschen Gefinnuugsgenoffen". Nach Graz wurde an das Feftkomite der Arndtfeier fönendes Telegramm geschickt: „Die in Wort und Lied daS Gedächtniß deS Vater Arndt ehren-den GefinnungSgenoffeu in Marburg ein dreifaches Hoch den Manen deS unsterblichen deutschen Patrioten!" Pros. Rieck trug sodann emen Prolog von Goldhann vor. »voraus Prof. Schaller in einem gediegenen Vortrage, den wir an anderer Stelle bringen. Arndt'S Geschicke und Bedeutung auS-einandersktzte. Dr. Duchatsch sprach sodann einen sehr schönen Trinkspruch aus die Einheit Deutschlands, worauf daS Arndt'sche: „WaS ist deS deutschen Vaterland" erklang. Eine freudige Ueberraschuug war ein Tele-gramm deS Bonner Festkomite'S an den Gesangsverein, lauteud: „Dem fernen und geistig so nahen Männergesangvereine Dank. Gruß und Hände-druck"; eS war dieS die Antwort auf ein Telegranzm. welches mit dcu Worten: „Unwandelbar, mit He» nnd Hand, fürS deutsche Lied für s deutsche Vaterland' begrüßt hatte. Die Quartette: „DaS treue deutsche Herz" von Otto und „'S Fensterln" von Brixner. die Chöre: .Deutsches Lied" von Kalliwoda; ^Die schönen Äugen der FrühlingSnacht" von Neckheim, „Kärntnerlieder" von Kokoschineg und „Liederquadrille" vou Brixner, so dann die Solovnrtäge der Herren Dr. Stöger und Dr. Duchatsch ver-setzten die Versammlung in eine immer gehobnere Stimmung, die fich in einer großen Anzahl von Trinksprüchen kuudgal?, welche theilS Personen ivieder in seine Stelle ein. Im nächsten Jahre ward er Rektor der Universität und erhielt bald darauf den rothen Adlerorde». Die Bewegung deS JahreS 1848 erfüllte auch unseren Dichter, jetzt einen schon balv 80jährigen GreiS. mit nener Hoffnung für Deutschlano, mit neuer Begeisterung für deS Vaterlandes Einheit und Größe, er trat als Abgeordneter eines rheinpreußischen Wahlbezirks in daS ^ankfurter Parlament und wurde in der zweiten Sitzung auf Venedey'S Antrag von der ganzen Reichsversammlung feierlich begrüßt. Er gehörte mit Leib und Seele jener Partei an. welche die Gründung eineS konstitutionellen ErbkaiserthumS anstrebte; er war Mitglied jener freilich vergeblichen Deputation, die dem Könige Friedrich Wilhelm von Preußen die deutsche Kaiserkrone überbringen sollte. Als aber die Reaktion in Deutschland zum zweitenmale die Oberhand erhielt, kehrte Arndt, im Mai 1849, in seine Heimat Bonn zurück und griff wieder zur Feder, um in kurzen Artikeln sowohl al» in längeren Aussätzen und größeren Werken die Sache Deutschland» zu fördern. Zuletzt zog ihm sein 18ö8 erschienenes Buch: „Meine Wanderungen und Wandlungen mit dem Reichsfreiherrn von Stein" neuerdings eine gerichtliche Verfolgung (wegen einer von Stein gegen General Wrede gethanenen ehrenrührigen Aeußerung) und Verurtheilung zu einer Gefängnißstrafe zu. Allein seinen bis zum letzten Augenblicke frischen Geist konnten solche Kleinigkeiten nicht lähmen. Und körperlich »var der 90jahrige so munter, daß er. wie er sich rühmte, noch immer ohne Brille und Krücke in GotteS freier Natur herumzuwandeln vermöge. AlS er 1859 zu Weihnachten seinen 91. Geburtstag feierte, strömten ihm au» allen Gauen Deutschlands Glückwünsche, Liebesgaben und theilnehmende Botschaften zu. Allein es war ftin letzter Frendentäg. Einige Wochen später versiel er in ein gastrisches Fieber, welchem er am 29. Jänner 1860 erlag. Die deutsche Nation hat ihrem edelsten Freiheitssänger in dankbarer Erinnerung bei Bonn ein Denkmal errichtet, welches vor einigen Jahren feierlich enthüllt wurde. Der Mann, dessen Lebensbild ich mit wenigen Umrißen zu zeichnen versucht habe, war kein Genie, kein großer Gelehrter und Forscher, auch kein großer Staatsmann ; aber er war ein Mann von gesundem Sinn, voll Begeisterung für die erhabensten Interessen der Menschheit und voll der Versammlung galten, wie dem Obmanne, dm Professoren, dem Ge sangSvereiue. der deutschen Jugend, den grauen der Stadt Marburg theil< eine politische Färbung befassen. wie auf daS Baterland, die Frei heii. ein glückliche» Ende der in diesem Jahrhunderte so gefährlichen Neu-nerzahl u. dgl. Ein besonderes Interesse fanden die Festtheilnehmer auch in der schlichten Erzählung von Erlebnissen deS Prof. Reichel in Bonn, welcher der Einzige der Anwesenden Arndt persönlich gekannt und mit dem Dichtergreise verkehrt hatte. Großen Beifall fand Prof. Schaller durch den Bortrag des Gedichtes: „Der Gott der Eisen wachsen ließ" und Obmann Brandstetter nach seinem Trinkspruche auf ein brüderliche» Zu-sammenleben mit den Slovenen. Und so schloß die Feier erst um Mitter-nacht. So einfach und schmucklos sie auch angelegt war, sie war doch vollkommen gelungen und eS wäre zu wünschen, daß zur Hebung und Erhaltung deS deutschen Sinneö jeder Gedkchtnißtag der vielen großen Deutschen in so erhebender Weise gefeiert werde. (Der er st e a l.l g. Be am t < n v e rei n) der österr.ungar. Mo-narchie hat im Monate Dezember l. 3. 211 BersicherungS Verträge über ein Kapital von 207.400 fl. und eine jährliche Rente von 500 fl. abge-schloffen. Die durch 40 Todesfälle seit 1. Jänner 1869 eingetretenen Schäden betragen 30840 fl.. wodurch deren erwartungsmäßige Höhe bei Weitem nicht erreicht erscheint. 3n Werschetz hat sich eine neue Filiale deS Vereins unter Beitritt von 50 Mitgliedern konstituirt. (AuShilfskassenverein.) Bis Ende Dezember wurde von den Mitgliedern eingelegt 627 fl. 40 kr., Zinsen für Darlehen 57 fl. S5 kr., Vorschußrückzahlung 1142 fl. 63 kr.; auSgeliehen wurde auf Wechsel 810 fl., Einlagenrückzahlung 733 fl. 17 kr.; dazu kommt ein Kassarest von November mit 39 fl. 19 kr. ES betragen also die Em-psänge 1866 fl. 77 kr., die Ausgaben 1543 fl. 17 kr., mithin bleibt ein Kaffarest von 323 fl. 60 kr. Außerdem wurden 7 Wechsrl im Betrage von 1150 fl. prolongirt. (Gefundener Geldbetrag.) Am 24. d. M. wurde auf dem Hauptplatze ein kleiner Geldbetrag von einer Frau gesunden und beim hiesigen Stadtamte deponirt. Der Berlustträger kann ihn daselbst beheben. (Au Stande gebracht.) Auch der zweite des MordeS in Dobreng verdächtige Uebelthäter, Georg S...tsch, aus Witschein. ist im hiefigen Gefangenhause eingesperrt. Derselbe wurde vom Amtsdiener gehilfen Brabl, der mit ihm in einem Regiment? gedient, in einem Gasthause erkannt; doch S. floh, und Vrabl, der ihn verfolgte, konnte ihn nur durch Beihilfe der Fleischhauerknechte deS Herrn Burkhard und unter Intervention deS starken HundrS im Walde außerhalb der Grazer-Vorstadt bändigen, da er, wie eS heißt, mit einem Dolchmefser be-waffnet war. (Riegersburg) am 17. Dezember 1869. Die heutige Sitzung des Ottsschulraths von Riegersburg wurde vom Vorfitzenden. Herrn Färbermeister Urag, mit einer sehr treffenden Anrede eröffnet, in welcher derselbe aus die Wichtigkeit der Schule sür das Leben. d«e Notwendig-keit, daß. ehe die Kinder sür die Schule reif werden, in der Familie der Grnnd der Sittlichkeit gelegt werde, hinwies, betonend, daß in der Schule das voru»gsweise Sache der Geistlichkeit sei und gab dem Bedauern Ausdruck, daß von allen Mitgliedern gerade nur der Geistliche, welcher so gut wie die Andern, mehrere Tage vorher von der Sitzung in Kenntniß gewesen sei, fehle, unter der Angabe von Geschäften in Hatzcndorf. einem Orte, der bekanntlich ga: nicht in der Pfarre Riegersburg liege. Ein solcher Vorgang wirft in der That ein eigenthümliches Licht aus den von der Geistlichkeit oft so unberechtigt erhobenen Vorwurf, daß durch die neuen Schulgesetze die Religion aus der Schule verdrängt werde. Die Sitzung, in welcher die Schulstunden bestimmt wurden, über die Beaufsichtigung der Kinder außer der Schule verfügt und beschloffen wurde, die Uebergabe der für arme Kinder bestimmten Schulbücher von Seite der Pfarre an den OrtSschulrath zu bewirken, die Uebergabe von Seite deS Schulkonkurrenz Ausschusses stattfand, hatte übrigens unter sehr lebhafter Theilnahme stattgefunden. (Feldbach) am 21. Dezember 1869. Bei der gestern stattgehabten Sitzung der Bezirksvertretung, zu welcher von 36 Mitgliedern 28 erschie« ncn waren, wurden folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Für die zu gründende LehrerbiblioLhek einen Beitrag von 100 fl. zu leisten. 2. Der Boranschlag für daS Jahr 1870 mit einer Bezirksumlage von 10°/«» genehmigt. 3. Mit 17 gegen 9 Stimmen um zwangsweise Zusammenlegung der Gemeinden zur Bildung größerer Gemeinden beim LandeSauSschusse ein-zuschreiten. 4. Beim LandeSauSschusse einzuschreiten, daß bei Revision der Dienstbotenordnnng die Zeit, von welcher an der Leihkauf Giltigkeit habe, bestimmt werde. 5. Eine Petition an daS Abgeordnetenhaus um eine Gesetzesvorlage deS Inhalts, daß von industriellen Unternehmungen die Steuern am Orte deS Betriebs eingehoben werden. 6. Dem sehr thätigcn Straßeneinräumer Michael Gutmann eine Belohnung von 10 fl. zuerkannt. 7. Wurde einstimmig statt deö auS dem Bezirksschulrats ausgetretenen Baron Hammer-Purgstall in denselben Dr. Senekovich. Advokat zu Feldbach gewählt. 8. Der Bezirksausschuß beaustragt, der nächsten Sitzung einen Bericht vorzulegen über jene Punkte der Straße, welche die gesetzliche Breite nicht haben, behufs von deren Erweiterung. 9. Wurde der Bericht über die mit den im 3ahre 1867 zur Hebung der Rindviehzucht jährlich bewilligten 100 fl. zu GnaS stattgehabte Prämiirung zur Kenntniß genommen und der Marktgemeinde GnaS für die von ihr bei diesem Anlasse veranstaltete RindviehauSstellung und die hiesür ge-brachten Opfer durch Erheben von den Sitzen die Anerkennung auS' gesprochen. Eingesandt. Löb li ch e R ed akti on! Die gestern und heute am Ehristtage auS<;egebenen Theaterzettel führen am Kopfe die Bezeichnung „WohlthätigkeitS Borstellung"; oh»te daß der Zweck oder die Anstalt, welcher daS Erträgniß zu Guten kommt, bezeichnet wäre. Glaubt Herr Theaterdirektor von Radler. daß eS dem Theater besuchenden Publikum so ganz egal ist, wofür der Erlrag der Vorstellung verwendet werde? — Ich habe mich auch, da eS mir daran lag z» erfahren, für waS eigentlich die heutige Vorstelluna ..Vaterunser" anfge-führt wird, mehrseitig erkundigt, ob dieselbe allenMS für daS Armen-institut. oder sür die verwundeten und kranken Soldaten in Dalmatien, oder sür irgend eine arme Witwe u. s. lv. gegeben wird, allein eS war keiner dieser Fälle bekannt und da Herr von Radler eine „Wohlthätig-keitS Vorstellung' ebenso gut sür die in Rom versammelten Mitglieder deS Konzils, oder einen nicht der Mehrzahl der gewöhnlichen Theater-besuchet konvenirenden Zweck aufführen lassen könnte, so ist der Zweck meiner gegenwärtigen Zeilen, den Herrn Theaterdirektor zu ersuchen, in Hinkunft den Gegenstand der getvidmeten WohlthätigkeitS-Borftellung näher liezeichnen zu wollen. Marburg am 25. Dezember 1869. Ein oftmaliger Theaterbesucher. edelster Hingebung für die Sache seines Volkes. Schon in seinem Aeußeren spiegelten stch in seltener Reinheit die Eigenschaften ab, welche den urdeutschen Mann zieren. Arndt war eine kräftige, derbe Persönlich-kM, fest und energisch in seinem Auftreten und dann wieder mild und grundehrlich in seinem ganzen Wesen, begabt einerseits mit zartem Sinn sür das Häusliche, für die Kinder und ihre Märchenwelt (Arndt hat auch Märchen gedichtet uud den naiven und gemüthlichen Ton deS Märchens glücklich zu treffen gewußt), mit Lust an geselliger Frcude; ausgestattet andererseits mit männlichem, kriegerischem Ernst, mit unerschrockenem Muthe. mit heißer Liebe zu Freiheit und Vaterland, mit gewaltigem gorn gegen älleS Undeutsche, mit glühendcm Haß gegen den Landesfeind. Um jedoch zn verstehen, wie diese Eigenschaften in ihm reiste» und ihn zu unausgesetzter Thätigkeit anspornten, um Arndts ganze Wirksam-keit für Deutschlands Freiheit, für die Ehre und Größe der deutschen Nation zu erkeuuen, müssen wir einen kurzen Rückblick machen auf die damaligen politifchen Zustünde Deutschlands. (Schluß solgt.) Die i^che. die fich von selber gemacht. Von Feodor Wehl. Aus „Polir. Frauen - Ztg." Die Mutter hieß mich zum Weinberg geh'n lim reife Traubeu zu schneiden. Im Dorfe sah ich den Kolin steh'n. Den ich tvollte vermeiden. Mir solgend hat er gescherzt und gelacht. Da — hat fich die Sache von selber gemacht! Seltsame Dinge sprach er mir vor. Nichts wüßt' ich darauf ihm zu sagen. Erst plauscht er ganz laut und dann heimlich in'S Ohr — Wie könnt' er so KühneS nur wagen? Doch redend hat er aescherzt und gelacht. Da — hat fich die Sache von selber gemacht! Im Plaudern nahm er mich bei der Hand Und führte mich hin zu dem Hange. Da wies er mir unten daS schöne Land — Mir tvurde ganz schwindlich und bange. Doch weisend hat er gescherzt und gelacht. Da —- hat stch die Sache von selber gemacht! Und als wir gestanden so etliche Zeit. Hat er einen Kuß mir gegeben. Mir wnrde der Busen so groß und weit, Ich sühlte das Herz mir erbeben. Doch küssend hat er gescherzt und gelacht. Da — hat fich die Sache von selber gemacht! Zuletzt gedacht ich der Mutter Begehr, O. weh' mir, rief ich mit Zähreu. Mein Korb, mein Korb ist immer noch leer. Den sollt' ich mit Trauben beschweren! Ich weinte: doch er hat gescherzt und gelacht, Da — hat sich die Sache von selber gemacht! Noch eh' ich im Geiste mich ernstlich besann, War der Korb gefüllt bis zum Rande. Und der schöne Kolin blickte mich an. Ich blickte beschämt zu dem Sande. Beschämt; doch er hat gescherzt nnd gelacht. Da — hat sich die Sache von selber gemacht! Nun gingen »vir nieder und lachten laut Und reichten vorm HauS unS die Hände. Er hieß mich sein Liebchen und seine Braut — W'e kam'S nur zu solchem Ende? Wie kam eS? Er hat gescherzt und gelacht, Da — hat sich die Sache von selber gemacht! (864 zxr. s/v. Sparkasse-Kundmachung. Wegen deS ganzjährigen Rechnungsabschlusses der Sparkasse dei Gemeinde Marburg bleibt das Amt vom 1. bis 15. Jänner 1870 füi die Parteien aeschlossen. Sparkasse Direktion der Etadtgemeinde Marburg, _am 27. Dezember 1869. ^ Kundmachung. Mittwoch de« 29. l. M. Bormittag 10 Uhr findet die XI. öffent liche Sitzung der hiesigen Bezirksvertretung statt, was anmit verlautbart wird. Tagesordnung: 1. Boranschlag über die Einnahmen und Ausgaben des Bezirkes für das Jahr 1870. 2. Bericht des PrüfungS Comits'S über die Bezirksrechnungen für das Jahr 1869. 3. Gesuche nachfolgender Gemeinden um Bewilligung zur Einhe bung höherer Umlagen sür daS Jahr 1870, und zwar: a) Siemen 30, d) Gams 40. o) Johannisberg 30. ä) Tresternitz 35, o) Jellovetz 35. k) Nosbach, für den nach GamS eingeschulten Theil 40, für den nach Unter St. Kunegund eingeschulten Theil 27, für den nach Hl. Kreuz eingeschulten Theil 32, x) Hl. Kreuz, für den nach GamS eingeschulten Theil 27, für den übrigen Theil der Gemeinde 25, K) Frauheim 60, L) Loka 60, k) Jeschenzen 50, 1) Mauerbach 40. m) Nußdorf 25 4. Bericht deS Bezirksausschusses über den Stand der KreiSamtS-augelegenheit. 5. Bericht der zu Mitgliedern der Assentkommission pro 1869 gewählten Bezirksvertreter über die diesjährige HeereSergänzung. 6. Antrag des Bezirksausschusses, sich in einer neuerlichen Petition wegen Errichtung einer Haltestelle auf dem Kärntnerbahnhofe in der Magdalenavorstadt Marburg an das k. k. Handelsministerium zu wenden. 7. Antrog des Bezirksausschusses, sich an daS k. k. Justizministerium mit der Petition zu wenden, daß bis zur Bereinigung deS Grundbuches mit dem Kataster bei Grundzerstückungen die frühere Gepflogenheit bei behalten werde. 8. Antrag des Bezirksausschusses, für das Jahr 1870 einen Belrag von 150 fl. zu Subventionen sür zu gering dotirte Schullehrer deS Be-zirkes zu bewilligen. 9. Antrag des Bezirksausschusses, den Gehalt des BezirkSvertretungS-Sekretärs von 300 auf 400 fl. zu erhöhen. 10. Antrag deS Bezirksausschusses, den Lohn deS WegmacherS Franz Bicher der LangeMaler Bezirksstraße von 64 auf 80 fl. zu erhöhen. 11. Schreiben deS k. k. KreiSgerichteS Cilli. betreffend die Abgabe eines Gutachtens über die angeregte Ausscheidung der OrtSgemeinde St. Margarethen am Draufelde auS dem BezirkSgerichtSspreugel Marburg und Zuweisung zu jenem von Pettau. 12. Antrag deS Bezirksausschusses auf Einleitung der Berhandlun-gen. daß nachstehende Straßenzüge nach dem Gesetze vom 16. Ottober 1869 als Eisenbahnzufahrtsstraßen behandelt und sodann als Bezirks-straßen II. Klasse erklärt werden. alS: ») die sogenannte Schlapfenftraße, d. i. von St. Peter zum Bahnhofe Marburg; d) von der Murecker Bezirksgrenze durch Windischbüheln über St. Jakob bis auf die Jarinaer Bezirksstraße. weiterS von der Margarethner Bezirksftraße zum Bahnhofe Pößnitz; o) von Zellnitz bei Faal bis zur herzustellenden Drauüberfuhr und jen seits bis zum Bahnhofe Maria-Rast. Bezirksausschuß Marburg am 24. Dezember 1869. Der Obmann: Konrad Seidl. Einladung. »m Donnerstag den 30. d.M. Bormittag 10 Uhr findet die der Filiale Marburg der steierm. LandwirthschaftSgesellschaft Speisesaale statt. Gegenstände der Tagesordnung; Bericht über die Generalversammlung. Wahl deS Filial BorstandeS und Ausschusses. Marburg am 28. Dezember 1869. Litzungs Castno (865 Dank und Anempfehlung. Indem ich meinen geehrten Kunden für das mir bisher geschenkte Vertrauen in meinem bei Herrn Wutt innegehabten Geschäfte herzlichst danke, erlaube ich mir gleichzeitig anzuzeigen, daß ich das Geschäft des Herrn Lorber käuflich an mich gebracht habe und bitte um ferneren geneigten Zuspruch. Ergebenst 859 Fleischermeister. Mx gegmVärtige Saison! sowie Stoffe nach Maß zur Anfertigung in großer Auswahl und zu billigen Preisen empfiehlt ^r gütwen Abnahme Herren- und Schnlgaffe, Payer'sches Haus. (832 mit gutem Futter von 12.14.18. 20. 24 fl. und höher, von fl. 8 bis fl. 24. Lo»«w . von fl. 4 bis fl. 10. s»000» .. .. 5 „ „ 15. VUvt» . .. „ 2 .. 8. AoI»M»r»s von fl. 22, aute LodeU'A»ooo» von fl.4 aufwärts. Stoik-SÄtO von fl 2 — 2.80 S0QlTv?vol!eS, Ssmils^ QTttiSQ, sowie und An verkaufen wegen Ueberfiedlung sogleich: 1 Fortepiano, 1 moderne, sehr aut erhaltene Möbel'Garnitur von dunkelblauem Rips und mit reinem Roßhaar ge-polstert. 1 Gläserkasten, Oelgemälde, Bilder u. (860 In der Grazervorstadt Nr. 12 (Reiser'sches Haus) 1. Stock. Eine Wohnung in der innern Stadt, bestehend aus 2 Zimmern, wird sogleich aufzunehmen gesucht. Anträge übernimmt die Expedition dieses Blattes.__(863 ine^ein'e, aber gute, ebene Ä^ald-Jagl^ in nächster Nähe von Marburg wird zu pachten, und einige gute Dachs-prakehuude zu kaufen gesucht. — Offerte find zu richten an die Redaktion dieses BlatteS. (847 E Ein Lehrjnnge oder PraMant wird sogleich in meiner chirurgischen Offizin in Pettau aufftenommen. 8S1) Richard Ttarkel. Ein gut gesitteter Lehrjunge, 858 welcher der slovenischen Sprache mächtig ist, findet unter den vortheilhtif testen Bedingungen sogleich Aufnahme l^i F. Schönwetter in Ehrenhausen. in der Herrengasse, dem Cafe PichS gegenüber, mit großer franzöfischer Auslage ist sogleich zu vermiethen. — Nähere Auskunft wird ercheilt bei Frau I. Tauchmann. ) . 857 Der Lahrer Hiilltidr Kult für ein Kalender von anßerordentlilben Borzügen, dieser Jahrgang doppelt o reichhaltig wie früher, ist erschie-nen und zu haben bei allen Buchhändlern und Buchbindern. K. 1. HanTsoliv kuolikanilluni in Wien. 790) 842) vis sedöllsts ^usvM M k'östxsseliöiikM diotot «astrsitiK « «rsiv «n«! ixrSsWt« Juwtlm-, Gold-, Silber-är ChmMber-WaarenhaMMg. «ock Zieitxem»s8 IiorKvrioktoto« (FvseliaKs I^okal in üvr HerrenKSssv, Hans Verantwortliche Redattton, Siruck und lVerlag von Eduard Sanschitz in Marburg. IL. St. o.