Lmllllcher Zeitung. Nr. 281. Piänumerationsprei« ! Im Lomplolr ssanzz. fl. ,1, halbj. si. 5.5«. Filr dic^üstcllunn ins Hnua halbj.5Ulr. !»tit d« Post ganzj. ft. 15, halbj,. ft. 7.5«. Mittwoch, 13. November Insertionsgebühr bi« 10 Zeilen: imaieolr., «m.Rill., :lm. i fi.;sonft pl.^cile im. c numerische uud geistige Macht der Revolution überschätzte, vou Garibaldi u'ud Mazziui sich iu den Hinter ^'uud dräugcu ließ; er richtete sich plötzlich wieder ans, "ud heut ist er wieder der König-Soldat, bei dessen Stimme die Emcute an den Aajouuctten dcs Heeres zer« fchellt. — Schon spricht man auch von einem gcheimcu ^ttndschreibcu Äiazziui's, der neuerdings die schlimmsten Geister heraufbeschwören will, uud neuerdings wurden iu ^aris drei verdächtige Italicucr, in Folge einer Anzeige "us Rom, unschädlich gemacht. Die Katholiken, welche politischen Verstand besitzen, erklären ihre vollkommene iüid vml jetzt an vertrauensvolle Zufriedenheit uüt den» ^cnehmcn uud dem Erfolg dcs Kaisers; sie beabsichtigen ^nc entsprechende Demonstration bei der ersten Gelegen--^- Doch affcclircn sie zu scl,r die Ucbcrzcngnug: der "aistr ^^^ Civitavecchia erst räumen, nachdem das Ualicnischc Parlament „9to,n - - Hauptstadt" widerrufen hnbcil wcrde. Wcuu der förnüichc Widerruf unmöglich ^, wird doch ein ähnlicher Umschlag eintreten müsscu. -^'c Dcclamationcn nud Agitationen nm Rom, die Bc-orohnngen Roms si„d zu Ende, limim n Iü ,ln>il<> ist ^N' Parodie geworden. Ans dem Gefühl ciner größeren, seil Jahren ungewohnten Sicherheit entspringt auch unter dcn Katholiken eine vernünftigere Stimmnug, welche eine Verständigung zwischen Rom uud Florcuz möglicher als !c macht. Fiudcu sich erst diese Prämissen ein, so wird luich für die Eonfcrcuz Bodcn gewonnen und jedenfalls llncr uumittclbarcu Abmachung zwischen Italien und Frankreich vorgearbeitet. Anch den Lcgitimistcn fällt es bicslual fchwcr, mit dem Kaiser uicht zufrieden zu fein. Als Katholiken schließen sie sich der Dankbarkeit des ^unliuö au, aber sie wngcu dic Zerstörung der italic-nischcn Einheit von» Kaiser nicht mehr zn crwnrtcu; MWcn schöpfci, sie ciuc lebhafte Gcnugthunug daraus, °"ß die päpstlichen Truppcu, wclchcu der „Mouiicur" fo ^ßcs ^ob spendet, größtcnthcils ans französischen Vegi-^ustcu nnd Pcud'crn bestanden. Anch die Orlcanistcn "l!ö der Schnlc des Herrn Thiers bewilligen dem Kaiser ^ Ncgclieucn Fall eine gute Note. Auch die Vibcralcu, ^lchc ^^ Frage ausschließlich vom Staudpuuttc des ^ntionalcgoismus betrachten nnd in rein politischen ,l"chtbcrcchuuugcn sich mehr gefallen, als iu koömopoli 'ichcn Aenebelungeu, beurtheilen dcu Erfolg einer frau» ^^l.'bedingung zu audcrcu Machtänßcruugen. Endlich «,"'!. ^'^' „Monitcur" selbst es sich uicht versagen, den ^sscpots bei Mcutaua versteckte Rcclamcu zu machen, ^lc Officierskreisc sind über die Ergebnisse der ersten ^olic cutzückt. Alle diese Zufricdcuheiteu, welche fich ^'«) auf den Marquis dc Mousticr, Vcrfafscr der tapse-^..-I Depesche uach Florcuz, crstrcckeu, wcrdcu conccu-. !ch in der Thronrede gipfelu, dereu Optimismus wic-/'.»t der weuig vc,hülltcu Autüudiguug des Aulchcuö :'psclu wird. Aber insbesondere auch die Geschäftswelt hlu/^r. die italicuischc Gcscllschaftsrcttuug nicht uugc< ilbcl ' "'^ U'sbcsoudere sie würde cs dem Kaiser sehr n ^ l'chiucn, wcuu er fich von dcu geschmeidigen Ita-^. '^" nns Eivitavccchia hiuansschwatzcu ließe, bevor Wss^ ^""'s'l)eit hätte, sobald nicht wieder kommcu zu M'sl^ ..^ibcrt'':" zufolge sollen übrigcus die fran» llus ^ Truppen bis zum 20. Nov. sämmtlich wieder so ^ s Kirchenstaate uach Fraulreich zurückgeschafft fciu, ^o> ^ ^" ^s"' ^^m iu fciucr Thronrede an: l8tcn rö,,?^"' loustatircu köuuc, daß kcin Frauzosc mehr auf jcdo.1 '" ^cbietc stehe. Die ..Presse" stellt dicsc Frage suchen °^ "^ ^'" ^l'fcuc dar: Gcucral ^amarüiora, vcr-^ruw ^' ^^ hier die Zurückziehung der französischen Mte..^" "°" ^om verlangt, wobci er uutcr andcrciu "° geuiachl, daß für die Sicherheit des Papstes uud! des Kirchenstaates nm so weniger zn besorgen sei, als Garibaldi, Nicotcra nnd seine andcru Vieutcuauts entschlossen seien, nach Amerika auszuwaudcrn; Herr von Moustier habe hierauf die Befehle des Kaifcrs einholen wollen. Auch das .,I. d. Paris" hört aus Florenz, daß Garibaldi der italienischen Regierung seiucn Entschluß eröffnet habe, sich mit scmcu Söhnen nach ?lmc rika znrückznzichcu. Das Vcstcht bci Mcntana. Florcuz, i'>. Nov. (A. A. Ztg.) Den „ofsicicllen" l Vcrichtcu der „Niforiua" über daö „Gefecht uou Nien-taua" nnd die sich daran anschließenden Vorgänge, ent-nehme ich folgendes: General Garibaldi hatte beschlossen seine sämmtlichcu Strcitkrüftc in Tivoli zu conccntriren, um sie dasclbst aufzulösen. Am Z. November um 13'/^ Uhr setzte sich das Eorps, welches Monte Rolondo de-setzt hatte, auf dem Weg vou Mcutaua gegen Tivoli in Marsch. Gcucral Garibaldi hatte alle Vorsichtsmaßregel,, für den Fall eines plötzlichen feindliche,, Augriffs go troffcu. Das EorpS bestand aus ungefähr üWO Manu, mit dcu bcidcu uei Monte Rotondo gcuommcucn 5ta-noucu. Die Vorhut hatte Äicutaua Pafsirt, als die Pläutlcr dcu General benachrichtigten, daß die Papst' lichcu den Kopf der Vorhut bereits angegriffen hatten. Garibaldi gab sciuc Äcfchlc. Die Hauptkräftc sammel» lcu sich iu Mcutaua und besetzten "das Castcll nud dic Häuser. Die Zuavcu bcdrohtcu dat< Dorf, und wurden znrückgcworfm. Der Feind schien besiegt.- da kamen zn scincr Verstärkung frische Bataillone von der ^cgion von Autibcö uud griffen nnt neuer Kraft die ^inlc dcr Freiwilligen an. Ihre Präcisiouswaffcu, ihre Artillerie richteten ciu Blutbad unter dcn Schaarcn Garibaldi's au, welche vou dcr Ucbcrmacht überwältigt, durch drn ^l'augcl au Viuuition parnlysirt, fich zum Rückzug gc< zwuugcn saheu. Derselbe gelang. Der Feind wurde verhindert auf die Straße hcrabznslcigcu, wclchc uon Illicn' tana uach Monte Rntoudo führt. Hier couccntrirtc Garibaldi seine Kräfte zur Vcrlhcidignug der Posilioucu. Dcr Fciud griff ihu uicht an; cr sammeltc fich gegcu l» Uhr auf dcu Hügelu gegcnübcr Monlc i)l0londo, und ließ dcn Freiwilligen dcn Abend und die Nacht zur ungestörten Vcrwcuduug. Garibaldi Hütte ciucu äußersten Widerstand organifircu löuncu; doch nach dcrfrauzösischcu und italienischen Intervention war ciu weiteres Blut-»vergieße,, uutzlos; Garibaldi begriff es, uud vcrorductc ^ dcu Rückzug uach Passo Eorcsc, dcr augcsichts dcS Fcin-dcs in bester Orduuug ausgeführt ward. Das Gcfccht hatte vier Stundcu gedauert. Dcu Freiwilligen stand das ganze päpstliche ,^ccr mit drei Batterien gegenüber. Die Hattuug dcr Freiwillige,, war löblich, nud fast alle höhcreu Osficicrc sctztcu sich in deu crusthaftcstcn Mo-mcutcu persönlich aus. „Abcr die Keime dcr Auftöfuug, wclchc mit schmachvollcu Künsten vou dcu bezahlten Agcuteu drcicr Polizeien ausgesäet wordcu waren, dcr Mangel au Munition, die überaus schlechten Nafscu, die offcubarc Zwccklosigkcit hattcu dcn Cieg „„möglich gemacht." Der Vcrluft dcr Frciwilligcu bctrug 250 Todte uud Vcrwuudcte uud ciuigc huudcrt Gcfaugcuc; dcr Fcind bezahlte dcu Sieg uoch theurer. Soweit dcr Bericht, dcr vou sechs Oderofficicreu, darunter Mcuotti Garibaldi, unterzeichnet ist. Garibaldi langte gcgcn 7 Uhr iu Eorcse au, wo ihu dcr am Morgcn von Florenz abgereiste Abgeordnete Crispi empfing. Erifpi berichtet übcr die wcitcrcu Vorgäugc au dic Mitglieder des aufgelös-ten Ccntralcomit''s. Dcr General war tranrig über dcu Verlust dcs Gcfcchts; er beabsichtigte nm andern Tage nochmals das Glück zu versuchen. Enspl stellte ,hm dcn ^weck scincr Sendung vor, daß ciu ncucs Zusammcn-ttcsfcn nnr noch zn ciucm blutigen Protest, nicht zum Sicgc führcu töuuc;daß cs nuu nicht mchr dcn Waffen dcs Volks gcgcbcu sei, Rom dcu Päpstlichen zu cutrci-ßcu. Dcr Gcucral antwortete: daß cr scit zwei Tagen darau gedacht habc, dcn Kampf aufzugeben, und daß die heutige Acwcguug iu dicfcm Sinne vorgenommen wor-deu fei. Er fügte sich endlich dcu Gründen Erispi'S und dcr audcrn, nud dictirtc sciucm Schwiegersohn ciuc Proclamatiou au die Italiener, ,vo,in cr sciucu Ent. schlnß lnnd 'nachte. Diese Proclamation endigt mit fol-gcudcn Worten: „Jetzt werden wir Zuschauer bleiben dcr Lösung, wclchc uuscr nnd das französische Heer dem römischen Problem geben werden, und im Falle daß dicsc Vösung nicht dcm Verlangen dcr Nation entspricht, wird daS Vaud ucuc Kräfte iu sich fiudcn, um die Initiative wicdcr aufznuchmcu nud fo fciuc Lcbcusfragc löscu." Am Morgen dcs 4. begab sich dcr General mit seinen zwei Söhnen nnd mehreren seiner besten Freunde nach dcr Eisenbahnstation Eorese, nachdem er dcm General Fabrizi dcn Auftrag znr Anflösnua. dcS Eorps ertheilt uud in gleichem Sinn an Accrbi und die übrigen Führer geschrieben. Er bestieg dann mit seinen Bcglci tern ciucu Extrazng, dcr ihn nach Florenz bringen sollte, von wo cr über ^ivorno nach Eaprcra znrnckzutchrcn bc absichtigtc. Allein in Figlinc (Station zwischcn Arezzo und Florenz) wnrdc dcr Zug augehaltcn, nnd ein höhc-rer Carabinieri-Officicr, dcr sich an der Spitze eines starken DctachcmentS von Truppen bcsand, erklärte dcm General, daß cr ihu verhaften nnd nach Va Spczia bringen müsse. Dcr General wcigcrtc sich dcm Befehl Folge zu lcistcn. Es wurde wiederholt nach Florcuz au dcu Ministerpräsidenten tclcgraphirt, ohne daß jedoch cinc Autwort kam. Dic Bcglcitcr Garibaldi's, sämmtlich wohl bewaffnet, nmchtcu Miene Widerstand zu leisten, doch dcr Gcncral crwiedcrtc: sie sollten sich ruhig vcr-halten; wcun cr dcn Bürgerkrieg gewollt hätte, so würde cr au dcr Spitze sciuer Soldaten in das Königreich zurückgekehrt sein. Endlich nähcricn sich vicr Earabinicri dem Gcucral; ihr Uutcrofficicr lud ihn ein, ihncu zu folgcu. Dcr Gcncral, dcr bci seinem ersten Entschlüsse blieb, wurde von dcn Enrabinicri nufgchobcu, uud aus dcm Wansaal, wo cr bisher gesessen, nach dcm Wagen gebracht. Nur scincr Familic uud Dienerschaft wurde gestattet, ihn zu begleiten; aber blos dcr Schwiegersohn Canzio blieb bci ihm. Mit dcm Zuge suhreu viele Bcr-saglicri nnd Enrnbinicri. So sollen sich die Dinge er-cignct habcu, uach dcm Bericht Erispi'S uud cincm von dcu Frcuudcu und Afficicreu Garibaldi's iu Figline ab gefaßten Protest. Dicsc Verhaftung, nachdem alles zu Eudc, ist ciuc anch durch dic Erklärung dcr officicllcu Zcitnug nicht hinreichend motivirlc Maßregel. Man sollte denken, der Rcgicruug müssc cs driugcud darum zu thun sciu, dic Aufregung des ^auocs zu beschwichtig gen; dic Verhaftung Gnribaidi'S, dic hculc alles Grundes zu cntbchrcn scheint, taun nur die cntgcgcugcsctztc Wirkung hcrvurbrillgcn. WaS daS Gefecht bei Mcn-tana angeht, so trägt die Darstellung dcr Osficicrc Garibaldi's natürlich das Gcprägc ihrcs Ursprungs. Man sagt mir: ein cnglischcr Officicr, der dcu, Treffen bci> grwohnt, habc sich dahin geäußert, daß cs nur durch dcn völligen Mangel aller gebotenen Vorsichtsmaßregel,! sich crllärcu lasse, wic dic Freiwilligen von den Päpstlichen überrascht wordcn seicn. Garibaldi h^.bc .'^ ^liann Ea-valcric gchabl, die statt dcn Wcg zu crkuudcu, sich bci d^m Gcncrnlstabc gehalten hätten. Dic bcidcu Kanonen hättcn nur iu großen Zwischcurnnmcu gefeuert. Das Blutbad sei furchtbar gewesen uud habe ucrhültnißmnßig die Verluste dcr Ocslcrrcichcr bci Königgrätz üverbotcu (?). Dic Stärke dcr Freiwilligen schlug derselbe Beobachter auf 3500, die dcr Päpstlichen auf 5)000 Mann an. Dcrtani ülm dcn Tag von Mntana. Der vou dcu Florcutiucr Blättcru mehrfach angekündigte Bericht dcs Dcputirtcn Vcrlai'i übcr dic Schlacht von Mcntana uud die Wahrnehmungen, welchc derselbe als Ehcf.Al-zt dcr Frcischarcn zu machcu in dcr ^age war, licgt uuu vor. Bcrtani crznhlt übcr cinc dcr glänzendsten Epifodcu dcS blutigcu Tages folgende Details: „Ich hatte auf mciucm elenden Klepper mit scincn ans Strickwcrk gedrehten Stcigbügclu die Spitze dcr Eolounc auf dcm größten Hügel, welcher zunächst Men-tana an der Straße gcgcn Tivoli hin, cincn Kilomctcr weit vom ct'slcrcn Ort, den Wcg beherrscht, crrcicht; das Klciugcwchrfcucr knatterte bcrcits bci dcu Vorposten, wclchc auf dicfcr Höhe standen. Dort befand fich Alberto Mario, Uutcr-Chcf dcS Gcncralslabcs; cr war von, Pferde gcsticgeu und vertheilte die Freiwilligen zu nnfcrcr Rech ten. Weiler nach rechts hm, anf dcm Hügclchcn, welches sich in einer Haldc fortsctzt, trafen Garibaldi, Fabrizi Missori und Gncrzoui ihrerseits Dispositionen. Da saale Mario zu mir: „Da sind wir nun!" nnd ich erwiederte' ..Sichc zu, daß im crstcn Hanse von Mcutana ciuc Am' bnlauz hergerichtet wird." Ich lchrtc lnnasam !nn".ck nud crsnchtc Frigcssy u,u das Gleiche. Di - wMe mir hmgcgcn mit, daß unten auf der Stra^ n,ck! rcchts zn deu Frciwilligeu hinabführte, sich w /s ac ua dcr U„icr,gcu vcrwnudct befinden i,^>> r - ^ ^n^v7'r7' '°^°w'' lie^ ^ch'^ ^i P r^'s "'"'. ^''^ unter dcm Eastcll, steht ^l. "... ?'' '^ ließ das Thor dcrsclw. einschlagen nud aus dcn Altarslühlcu dcn Vcrbaudtisch her-"chten. Bald trafen, cs war etwa c^cacn zwri Uhr, Vcr-Wlindctc, uud zwar Schwcrvcrwuudcic ein. Die Unsers 1778 gen konnten die Position vor Mentana nicht halten, sie zogen sich zurück, und allsogleich wurde am Eingänge in den Ort, zchn Metres von dcr Kirche und dem Castell entfernt, eine Barricade errichtet. Ich konnte nicht mehr .zur Unterstützung dcr Verwundeten und Anordnung des Nothwendigsten aus dcr Kirche herausgehen. Wir be« fanden unS auf dem Marsche, und es fehlte uns deshalb das Nöthigste für den Sanitätsdienst; allcö fehlte, nur nicht guter Wille uud Aufopferung. Glücklicherweife hatten wenigstens die der Colonne Frigessy beigegcbcneu drei Aerzte drci Personen zur Bedienung, cine Cassette mit Amputations-Instrumenten und drci Arznei- und Vcrbandtaschcu, sowie ein Pakct von Binden und Bandagen, das auf einem Maulthicr trausftortirt wurde. Ich befahl allsogleich einem Ordonnanzmann, daß er meinen schlecht gezäumten aber guten Klepper besteigen und unsere Ambulanzwagcn nächst Monte rotondo aufsuchen solle; aber der Mann lehrte nicht mehr zurück, und ich blieb nun ohne Pferd und Wagen, deren fich indeß der wackere, über alles Lob erhabene Doctor Pastori in der zweiten Linie bediente. So verging eine Stunde, während die Schüsse noch aus weiter Ferne uud in mäßiger Anzahl sielen; unsere Lcutc hatten sich bei dcr Barricade gesammelt, welche ans dcr rechten Seile von dem Eastcll und überdies uou den auf beiden Seiten emporragenden Häusern gedeckt wurde. Plötzlich wurde das Feuer äußerst heftig. Ich sah Meuotti Garibaldi und Gnerzoni in bürgerlicher Kleidung Aif Gäulen, gcgcn w.lchc meiner ein Vollblutrcn-ncr zn nennen war, Befehle ertheilen. Ich wollte die Stunde, welche mir bedeutungsvoll fchicn, feststellen; es war drci Uhr. General Gnribaldi, welcher bereits nach Mcntaua zurückgekehrt war, empfahl den wackerm Vertheidigern, diefc feste Stellung zu halten, und dem Befehle wurde, soweit Mcnschcnkräftc dies im Stande waren, nachgekommen. Diese Barricade, diese Kämpfer und diese Vertheidigung ermöglichten dem General, sich nach Monte rotoudo zurückzuziehen, indem er die Leute, welche auf der Straße aufgestellt waren, an sich zog; eS war höchste Zeit, denn die Zuaven, welche die erste Linie dcr An< griffscolonnen bildeten, halten, während sie gegen die Barricade anstürmten, auf ihrem Marsche au unserer rechten Flanke die Straße gewonnen, welche Mcntana gegen Osten schneidet uud zu einem das Land beherrschenden Hügel führt. Es war offenbar ihre Absicht, unsere Linie zu durchbrechen und einer größeren oder kleineren Abtheilung von uns den Rückzug zu vcrlegeu. Aber dcr Hügel ward wieder genommen, und Gnerzoui rief aus: Dcr Tag ist unser! Iu diesem Angcnblicke entschied ein Geschütz, das auf dem Hügel aufgefahren wurde, in Wahrheit das Schicksal des Tages oder wie ich vielmehr sagen muß, von wenigen Stunden denn die Zuavcn wen« dcten sich wieder gcgcn jene Seite Mentana's, welche gcgcn Monte rotondo gelegen ist, und besetzten, aber zu spät, die Straßen und die Hügel, welche sich an nnscrer linken Flanke befanden (ich zeichne die Stellungen, fortwährend die nach Tiuoli führende Straße im Auge be-haltcnd). Ich sendete zwei wackere junge Leute beiläufig um halb 6 Uhr gegen Monte rotondo, und sie wurden in der That iu dcr Entfernung einiger hundert Schritte von dem Orte durch die Zuaven mit „Halt wer da!" angerufen; von den sechs Kundschaftern, welche wenige Augenblicke spater dem Major Vurlando begegneten, der das Castcll vertheidigte, um die Schlachtordnung zu schließen, lehrten nur mehr drci zurück; die anderen drei traf ich noch auf dcr Straße, als ich vou Mcntana nach dem Passo Corcsc kam. Wir waren nun angegriffen in der Fronte an dcr Barricade, im Nucken nnd in dcr linken Flanke; auch die rechte Seite, welche durch cincu lauggestreckten Abhang gebildet wird, auf dcsfcn Höhe Mcntana sich erhebt, war bedroht. Was war zn thun? Widerstand leisten uud die Waffcnchre der Freiwilligen rein erhalten. DaS war der laut ausgesprochene Wnnsch aller. Um halb 5 Uhr wurde das Feuer außerordentlich heftig und von solcher Stärke und Art, daß ich alsbald er-' kanut hatte, uns gcgcuübcr arbeiteten Chassepot-Gewchre. Wer je den Lärm einer Uhr gehört, deren Feder gebrochen ist, kann sich nur eine unzulängliche Vorstellung von der schnellen Aufeinanderfolge der Schüsse macheu. Es waren die Franzosen, aber wir konnten noch nicht daran glauben. Glücklicherweise prallte die Mehrzahl dcr Kugeln an unserer durch die Kirche geschützten rechten Flanke ab, wo die Ambulanz untergebracht war. Uns begann die Munition auszugehen; alle Verwun-^ detkn hatten die ihrige hergegeben. ' Um 5'/, Uhr wurde das Feuer schwächer uud hörte endlich gänzlich auf. Ich fragte am Morgen die fran-« zösischcn Officicrc um den Grund davon, nnd sie ant- ^ wortcten mir, daß angesichts des starken Widerstandes und der Nutzlosigkeit dcs KlcingcwchrfcucrS, sowie in Erwartung "och mehrerer Geschütze, sie es vorzogen, das ganze Dorf zn umzingeln, um eö am nächsten'Tage früh uut Sturm zn nehmen uud jeden Widerstand rasch zu brechen^ nnuutzcs Blutvergießen dadurch vcrmeidcud. Die Nacht war ruhig. Alle möglichen Vermuthungen fände,, ihre Gläubigen. Ich glaubte Garibaldi nnd dcn größten Theil uuscrcr ^cutc ganz sicher iu Monte rotondo, dcnn in Mcntana waren zur Stnnde nicht mehr als 510 Mann. In der Nacht konnte ich, mit Anwendung der Gewalt, mir Matratzen, Strohsäcke, Bettdecken und einige Leintücher, sowie den freien Zugang zum Ziehbrunnen verschaffen. Es gelang mir auch, die Beleuchtung der Häuser durchzusetzen, in welchen sich Verwundete befanden, uud diese zur Ambulanz bringen zu lassen; ich konnte ferner beherzte Männer ausschicken, um zu erforschen, ob sich uirgendwo in dcr Nähe im freien Felde Klage-laute vernehmen ließen. Ich konnte mit einem Worte ein bischen Ordnung in der Kirche und Ruhe bei dcn Verwundeten uud in meinem Innern schaffen. Der Morgen graute, das Stillschweigen dauerte fort, uud uuser Staunen mehrte sich. Wir wußteu, daß wir geschlagcu waren, obgleich wir jeder Verbindung mit den Uuserigcn ermangelten. Um 6V2 Uhr sahen wir die rothen Hosen, über uns auf unferer Linken zusammengedrängt, uns ans den Leib rücken. Es war keine Zeit zu verlieren. Von dcn Majoren Burlando, Vecchi — nicht dcr August, sondern der alte modcncsische Patriot — Maggiolo, Sga-rellino, von dcn Hauptleutcn Erba und Torrc-Tarclli wurde Kriegsrath über das, was nunmehr zu geschehen, gehalten, und nachdem sie fich überzeugt hatten, daß wir es mit dem 5)9. französifchen Linien-Infantcric-Ncgimcnt zu thim uud daß wir von den Unseren abgeschnitten seien, wurde der Beschluß gefaßt, wegen einer ehrenvollen Capitulatiou mit dem Fciude zn unterhandeln. Es wurde der Haufttmaun 6avo auserkoren, der sich ins feindliche Lager begab. Dcn von uus aufgesetzten Capitulations-ftuutteu ging die Erkläruug vorau, daß mau der Macht des französischen Heeres weiche, die Waffen abzulegen bereit sei uud die Freiheit begehre, alle in Mcntana befindlichen Kämpfer nach dcr italienischen Grenze zu bringen ; die Osficiere sollten ihre Waffen uud ihre Eqnipi- rung behalten. (Schluß folgt.) Oesterreich. Lemberg. 11. November. (Ihre Majestät die Kaiserin von Rußland), auf der Rückreise von Livadia begriffen, kam gcstcru Abends gegen '.) Uhr auf dcr Czcrnowitzcr Bahn hier an uud reiste uach eiuem dreivicrtclstüudigcm Aufenthalte uud eingenommenem Souper weiter nach Warschau. Dcr Statthalter Graf GoluchowSti begleitet die Kaiserin auf dcr ganzen galizi« fchen Route. Trieft, 11. November. (Iesuitcnh osftiz.) Dcr Görzcr Gemciuderath hat einstimmig beschlossen, an die Statthaltcrci ein Gesuch zu richten, um zu crwirkeu, daß die Regierung aus Rücksichten auf die Erhaltuug dcr öffeutlichcn Ruhe die Errichtung eiues Jesuiten-Hospizes iu Görz nicht gestatte. Letztcrc wird nämlich vom dortigen Erzbischof beabsichtigt. Uusldnd. München, 10. November. (Wchrgcse tz.) Dem Vernehmen nach ist das Referat über daS Wehrgesctz soweit vollendet, daß die Erledigung durch die Kammern vor Weihnachten erfolgen und das Wchrgesetz am 1. Iäuncr 1868 in Kraft treten könnte. Florenz, 9. November. (General Cialoini. — Garibaldi amnestirt. — Schreiben Ni-cotcra's.) General Eialoini wurde zum Conunan-danten der in Mittclitalien stationirten activen Truppen ernannt. Contreadmiral Provana hat das Marincmini-stcrium angenommen. — Die „Opin." hofft, daß gegen Garibaldi lein Proceß eingeleitet und daß er nach Ea» prcra oder wohin es ihm sonst beliebt, gehen und jedem Gedanken einer neuen Expedition entsagen wcrdc. -^ Dcr in.Ncapcl erscheinende „Pungolo" veröffentlicht ein Schrei« bcn Nicotera/s, worin derselbe die Gründe auseinandersetzt, warum er sich nach Neapel zurückgezogen. Zwischen ihm uud dem „General" Orsini scheint lein gutes Einvernehmen geherrscht zu haben und überdies verweigerte ihm ein anderer Frcischaarcnführer, Autinori, dcr stch die schändlichsten Ausschweifungen zu Schulden kommcu ließ, geradezu den Gehorsam. Turin, 9. November. (Die Demonstratio -n e n), welche hier beinahe täglich stattfinden, sind jetzt hauptsächlich gcgcn die Kauflüden gerichtet, welche französische Aufschriften haben. Venedig, 8. November. (Ein amtlicher vertraulicher Bericht über die Uuruhcu iu Mailand.) Durch eiucu glücklichen Zufall wurden wir in die Lage gesetzt, Einsicht von cinem amtlichen vertraulichen Berichte über die in Mailaud am 5. d. M. stattgefundencn Ruhestörungen zu nehmen, und wir ersehen aus dcmsclbcu, daß der Vorfall viel ernster war, als die italienischen Blätter ihn darstellen. Es handelte sich nicht um eine einfache Demonstration, sondern um einen republikanischen Aufstandsversuch, bei welchem Maz-zini als Regisseur hinter dcn Coulissen eine hervorragende Rolle spielte. Die Katastrophe von Mcutana uud die «ach derselben erfolgte Verhaftung Garibaldi's schienen Mazzini der geeignete Zeilpunkt, die lange vorbereitete republikanische Bewegung in Scene zu setzen und Mailand war dazu ersehen, das Signal zu gebcu. Schon am 4. d. M. reiste dcr vertraute Freund und »III?,- <^u Mazzini's, Grillenzoni, von Lugano, wo auch Mazzini weilt, nach Mailand ab und setzte sich gleich nach seiner Ankunft mit den Führern seiner Partei m Verbindung, um mit ihnen dcn OpcrationSplan zu vereinbaren. Nach dem ursprünglichen Plane sollten am 5tcn Nachmittags 5 Uhr 20 Kisten mit Gewehren und so»' stigeu Feuerwaffen in Mailand ankommen, an die verläßlichsten Handlauger der Revolution vertheilt und so dcr Kampf begonnen werden. Die Regierung erhielt jedoch von dcr beabsichtigten Wasscnscnduug Wind, »c» hinderte diefclbe, und da bereits in Anhoffung dcs sichern Eintreffens des WaffcntransftortcS die nöthigen Diöpo> sitionen für den Aufstand getroffen nnd die Schlagwiirtcr ausgegeben worden waren, so tonnte keine Vertagung eintreten. Dcr ursprüngliche Operatiousplan wurde demnach dahin modificirt, daß man sich vor allem durch Entwaffnung von Nationalgardc so viel Gewehre als möglich verschaffen sollte. Natürlich wurde dadurch btt Plan ein noch complicirtcrer, da cö sich vorerst darn>i> handelte, dem Tumulte eine solche Ausdehnung zu gcbcn, um das Einschreiten dcr Nationalgardc zu provociren und dann durch Uebcrrumplung einzelner Abtheilungen derselben sich die möglichst größte Anzahl von Gewehren zu verschaffen. Dcr Tumult bcgaun, wie aus dcn Iour» nalcn hervorgeht, mit cinem Augrisfsvcrsuch auf das französische Gcncralconsulat in der Via Monte Napv' lconc, aber die Behörde, dcn Anprall voraussehend, h^tc die nöthigen Vorbereitungen getroffen nnd eine so große Anzahl bewaffneter Macht aufgeboten, daß die Tunuil' Wanten eiufahcn, daß sie nichts ausrichten konnten, wcs-halb fic sich auf dcu Corso bcgabeu, wo fic auf cm Pclotou Nationalgardc stießen, welches in einem AugcN' blicke umringt und entwaffnet wurde. Die Tnmnltuantcn bewaffneten sich mit den der Nationalgardc abgcnoin mencn Gewehren, etwa W an der Zahl, und besetzten die Eingänge zu dcn Straßen S. Paolo, Pafsancllo, Pasquirolu und S. Pictro all' Orto, wurden aber durch ein anrückendes Bataillon Infanterie zerstreut. Hicr kam es zu cinem Eonflicte, die Truppen griffen mit dein Bajonnet an, die Tumultuanteu gaben einige Schüsse ab und es fielen mehrere Verwundungen vor, die aber verschwiegen wurden, weil die durch die Äajonnctstichc der Soldaten Verwuudeteu in die nächsten Häuser gebracht und von dort iu ihre Wohnungen transportirt wnrdcn. Der Hauptangriff war auf das MuuicipiuM gerichtet, wo eiuc Compagnie Nationalgardc auf der Wache war, die man zu überfallen und zn entwaffnen hoffte. Die Municipalwache war jedoch verstärkt wor-dcn, und nachdem ein Theil dcr Tumultuanteu auf den« Scalaplatzc auf Militär stieß und von diesem zersprengt wurde, so mußten sie von ihrem Beginnen abstehen. Man versuchte zwar Barricaden zn banen, die bewaffnete Macht war aber schnell bei der Haud uud gegen '.) Uhr Abends gab Grillcnzoui die Partie verloren und verließ Mailaud. Planlos wurde dann uoch durch ^ bis 4 Stunden tmnultuirt, doch gelang cs dcr bewaffneten Macht, leicht dcs Aufstandes ganz Herr zn werden. Tödtlich wurden vom Civil, so viel man weiß, blos drei Personen verwundet, leichte Vcrwnndnngcn lamen aber sowohl auf Seite des Militärs als auf jener dcr Bevölkerung zahlreich vor. (Tr. Z.) Paris, 7. November. (Die Octroi-Bewegung) dauert fort. Die Seincpräfcctur hält beharrlich ihre Eingangszöllc fest, welche einen Theil dcr großen Indnstric dcr ehemaligen Bannmeile zur Unthätigkeit verurthcilcn, wenn sie nicht im Schaden arbeiten will. Die fälligen Octroigcbührcn werden, früheren Hoffnungen zuwider, unnachsichtlich eingetrieben. Dem gegenüber scheint sich der passivc Widerstand der Fabrikbesitzer fester zu orgnlnsircn. In der Fabrik dcö Herrn Dnboiö - Eha» plain wurden die wegen nicht bezahlter Steuern gepfändeten Kupfer- und Eiscnplattcu öffentlich versteigert. Man erwartete, wie die „Presse" meldet, daß sich kein Käufer einstellen wcrdc. Es erschien anch nur dcr Director eiucr Productiousgcuosscnschaft von Eisengießern. Derselbe kanftc die gepfändeten Platten an, nnd begab sich hierauf zu dem renitenten Fabrithcrrn, um ihm ii» Namen seiner Kameraden dieselben als Zeichen ihrer Anerkennung für dcn so muthig durchgeführten Wider' staud zum Gcschcuk zu machen. Ein anderer Fabricant, ein sehr angesehener Mann nnd bisher Mitglied der ArmeuunterstütznugS-Commission zn Vangirard, zieht cS auch vor, sich auspfänden zu lasfcn, als das Octroi auf Leinöl zu bezahlcu, das die Ausfuhrartikel sein"' Industrie (gemalte Leinwand), dcr cuglischcn, belgische und preußischen Coucurrcnz gcgcuübcr um ^0 pCt. ucr-thcucrt. Die Aufregung, welche über diese Maßregeln l" dcn Volksuicrtcln herrscht, ist nach allen Berichten cine nicht ganz unbedenkliche. Am Abend dcs 5>. November, schreibt man dcr „Köln. Ztg.", dnrchzogcn Haufen "B Ärbeiteru die Straßcu der Faubourgs St. Antoinc lind St. Iacqncs, indem sie den Ruf ertönen licßcu ,,^ !'''< I'u^li-oi!" „l)u l>l>m!« u. f. w. Die Polizei war sta" vertreten, und suchte die Haufeu auöciuandcr zu sp"^ gen. Hier uud da wurde Widerstand geleistet, und c kam zu Schlägereien. Die Zahl dcr verhafteten Pcrsouc schätzt man auf 240. Dcr Kaiser hat Gouin und a>' dcrc Fabrikanten, die ihre Werkstätten geschlossen lM'^ zu sich beschicken, um sie zu bestimmen ihre Wcrkst"ttc wieder zu eröffnen. Diese wollen sich aber auf n>^ einlassen, wcuu die Octroi-Fragc uicht zu ihren Ou'W geregelt wird. Die Vorsichtsmaßregeln welche die ^ Horden getroffen, sind großartig. Die Pariser GanM ist noch immer consignirt. 1779 -- 10. November. (Die Con fere nz.) Die ^patric" sagt in einem von Drille nnter^cichnctcn Artikel, Frankreich habe noch keinen officicllcn Schritt zur mivcrwciltcn Verwirklichung einer europäischen Eon-!"enz gemacht. Wenn die Dispositionen der Mächte bc-lannt udcr nntgetheilt sein werden, werde die französische ^cgicnmg ihre Ansichten in einem diplomatischen Actcn-lwckc formnlircn können. Die „Patric" wagt nicht zn vchmiptcn, daß daö Konferenz ^ Project schon jetzt vcr , wlMicht werde, nnd schließt ihren Artikel, indem sie ^t: Wir denken, daß im Augenblicke, wo Europa ein«! wütigen werde, die in Rom nnd Florenz vertretenen, "Utcrcsscn in die Hand zu nehmen, es anch keine blos ^ zufällige vorübergehenden Anschannugcn entsprechende, Mdcrn eine vollständige nnd cndgiltigc Lösnng werde auffinden wollen, welche bestimmt ist, die Acra der, Agitationen, Unruhen nnd Äcunrnhignng für den Frieden ^ °cs Continents nnd die Gesellschaft zn schließen. z . -- li. Iiovclnbcr. (Die Franzosen im Rö-Mlschcn. — Bros ch ü r c.) Der.Monitcur" schreibt: Depeschen anö Noin melden, daß General Poti:r gc->tcrn mit einer gcnnschtcn Abtheilung in Vitcrbo eingerückt ist. Er wurde daselbst mit sympathischen Demon-Mlltioncn empfangen. Die päpstlichen Truppen haben «rvsinonc wieder besetzt, wo sie in gleicher Weise empfangn wurden. Die Garibaldiancr haben sich dnrch Con« nbntioncn, welche sie unter allerlei Excessen cinhobcn, bei der Vcvölkcnmg sehr nnpopnlär gemacht. Ein Dcla« ^ MMeut hat begonnen, daö Thal von Anio delta Tivoli Weder in Äesitz zn nchmcn. Man erwartet keinen Wider« stand. . Der ..Eonstitntionncl incldct, daß in einigen ^Wn bei Deutn eine Broschüre unter dem Titel „Napoleon III. und Europa im Jahre 1^l!7" erscheinen werde. ! St. Petersburg, 10. November. (Der König bou Griechenland nnd dcsscn Gcmal in) sind Astern nm halb :'. Uhr Nachmittags von Zarskoje-Sclo ^gereist. Der 5tronprinz von Dänemark, welcher die-Wen bis Pstow begleitete, kchrlc zu einem mehrtägigen "Ufenthaltc wieder znrück. Die Kaiserin kommt Mittwoch in Petersburg an. Warschau, U). November. (Der Köuig von ^'icchcnland nnd dessen Gcmalin) sind um ^ ^hr hiev eingetroffen nnd wnrdcn vom Statthalter, ^°u Ätilitär« nnd Eivilbchördcu anf dem Vahnhofc ewftfangcn; dieselben sind im Schlosse ^azicnsti abgestic-Neu. Die Ncgiernngsgcbäudc waren mit russischen nnd N^cchlschen ,^.^^^' ^schmückt. Es wird eine Illumi-lnuiun verbreitet. (^ullstautiuopcl, U>. November. (Nnssischcs ^l'cnlar.) In diplomatischen Kreisen vcrlantct, Nnß-'NUd hade neucstcnS an seine Agenten iin Anölandc eine ^>rcular>Dcpcschc erlassen, welche sagt, Nußland wolle ">cht znr Unterstützung der Ehristcn in dcr Türkei iso-l>tt iutcrvcuircn, glaube aber gerechte Klagcu zu haben Und sei zn ciucm Einvernehmen mit jenen Mächten bc> leit, welche inlcrvcnircu wollen. Hagesneuiglieiten. — (Schluß der Reich sr at hssessi on.) Wic "^N der „Prg. Ztg." aus Wicn schreibt, soll dcr Schluß ^ diesjährigen Reichsrathsscssion am 20. December slalt» ^"den. N^„ glaubt dis dahin dic Vcrsassungs- und con-Wonellcn Fragen in beiden Häusern des Reichsralhes zur "^digung gebracht zu haben. Ob einc Schließung dcr Ses-^u ^^ ^^, ^^^ Vertagung stattfinden werde, stünde u,°. ^ahin, man spreche daoon, das; die U'ttcibrcchung dcr ^chslathcve,Handlungen jedenfalls nur turzc Zcit dauern ^ (Dic bischöflichcn Lonferc nzen in U n -? ° ^ n) sind, wie man aus Pest schreibt, am, 7. d. M. boit ^"bet worden, und werden dic Beschlüsse derselbe» in nn-^lahi ^^^ Tagen in einer gemischten Eonscrcnz unter der , ^lücch,^ weltlicher Eonscrenzmitglieder einer Revision un« "i°^cn werden. s« "^ (Nogumil Gol tz) ist wieder in Wien cingctrof-^'- lvo er sich vor zwci Jahren so zahlreiche Freunde er-soi '"^ gedenkt Samstag den 1(i. November und am ^"drn Mittwoch und Samstag drei Vortrage zu hallen: ^^ger die angestammte Dynastie dcr Habsburger, "Uch !, uns nicht allciu Gesetz und Geschichte, sondern Ülorr^ ^°lz, doch cin edler, keltet. Wir wollen nur dem """ Geschlecht unterlhan sein, n. dessen widern das Vlut der Arpadeu vereint mit dem der Cäsareu rollt, und betrachten die übrigen Herrscherhäuser uns selbst gegenüber liloS als l»''mmx mil',' ^»ni-<>^; diese l0nnlcn uns wohl > lncchtcu, allein die Huldigung unserer Herzen würde ihnen nie zu Theil werden, und „Iii-rvi^ ^o»^<'>:?lu in ljunm >!0lu,!> ^Illlil!» ilxllloiinur hcwahren wird. ' -^ (Vollsausgäbe von Brchms „Thi erleben ".) Brehms großes Werk: „Das illustrirte Thicrleben" ist als cin ausgezeichnetes, ja in seiner Art einziges Buch allseitig anerkannt, aber seiner wünschenswerthcu Verbreitung in dcn weitesten Kreisen stand ein Umstand im Wege, dcr hohe Preis. Die Verlagshandlung (Bibliographisches Institut in Hiloburghauscn) ist »un aus den Mctlichen Gedanlen gclommen, durch Ausscheidung over Bcschlänlung desjenigen Theile« des Inhalts, welcher nur den Naturfvlscher oder den Thierzüchter intcrcssiit, und durch elwaS weniger splendide Ausstattung eine wohlfeile Ausgabe zu ermögliche». In dieses neue Wert' werden vollständig übergehen die Charalteristilcn der Ordnungen, Familien nnd Sippen, so viel als möglich jene lcbensfrischen Schilderungen dcr bekannteren Thiere und der größte Theil der treffliche" Abbildungen, deren Mehrzahl auf Neilen oder in Thicraärten nach der Natur gezeichnet wurde? Die Ausgabe, diesen Auszug zu veranstalten, hat „er durch sein „Buch der Natur" vortheilhaft liclauntc Dr Friedrich Schödlcr in Mainz übernommen. Neu güosligcn (5rwaitungcn, wclchc „"" d'cnach von dem Untcrncbmen hegen da/f, entspricht auch die erste Lieferung vollkommen. Und da das Ganze nur 31 Lieferungen zu grtingcm Preise umfaßt, ist hier wirklick jedermann die Gelegenheit zur Am schasfung eines echten Hansbuchs, einer unerschöpflichen Qnclte der Belehrung uno Notelhallung für Alt und Jung gegeben. __(Denkmal eines O est c r r ei ch e r s i» Chartum.) Ende September d. I. wurde einem Ocstcr-reichcr in der Nähe dcs Aequators .in Denkmal errichtet, welches auf dem Fiiedhofo der Missionsstation Khartum her« vorragt und unter dc» Lingcbornen nicht geringe Sensation hervorruft. Das Denlmal wurde dem vol vier Jahren vcr» storbenen ConsulatSverwcsci in Chartum, Dr. Nalterer, von seinem Bruder, dem Wiener Gemeinderalhe gleichen Namens, geweiht. Es i>l aus der Salm'fchen Gießerei in Blanslo hervorgegangen, wurde nach Alexandrien, von dort den Nil entlang uud endlich, nachdem die einzelnen Bestandtheile lange Zeit in Doppo gelegen, durch die Wüste auf Karneolen nach Charlum gebracht, wo es aufgerichtet und am 26. September enthüllt wurde. Die Emgebolencu hallen tcn geflügelte» Engel auf der Höhe des Monumentes sllr einen Abgott. Sie bringen, wie wii einem aus Charlum eingelangten Briefe entnehmen, Kranle herbei, von denen sie glaube»,, daß sie nach Besichtigung dcs Standbildes wieder gesund werden. Die abergläubischen Mohammedaner, namentlich die Weiber, halten die schwarze Engelsftgur für eine „Chatm," d. i. ein romanhaftes Negermädchen, welches im Lande der „Fründji" (Europa) in guten Verhältnissen gestanden, von seinem Herrn aber verstoßen wurde, um im Sudan, der Grenze seiner Heimat, als „Asrib" (Zouberm) Wunder zu thun. Aus Chartum verpflanzte sich das Gerede in alle Provinzen und nie Landleute macdcn bereits Reisen von mehreren Tagen dorthin, um der Segnungen dcr „Afrid" auch füi ihre Heimat theilhaftig zu werden. — (Deutsche N ordvolfa h it.) Der „A. A. Z." wird aus Bremen glschrieben: Während die Franzosen sich anscheinend umsonst bemühen, für ihre Nordpolfahrt von der Beringsstraßc aus die anschlagsmüßig erforderlichen Herrn Rosenthal (Firma I. G. Wencke) in Vcemethaoen, dcr eigens für dcn Dienst im Eismeer gebaut ist, und als Schraubcndampfrr den Walfisch.- und Robbcnfängrrn Dundee's seit vorigem Jahre Concurrent macht. Herr Roscnlhal ist bereit, sein Schiff von Mitte Mai künftigen Jahrs ab, wo die günstige Zeit für eine Entdeckungsreise beginnt, unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Er uahm schon au dcr Sachuerstandigen-Confcreuz Theil, welche vor drei Wochen i» Gotha stattfand, und mit seinem erfahrenen Beistand ist der Kostenanschlag für Proviant, Grrälhe, Seeversicherung u. f. f. auf 00,000 Thlr. festgestellt. Diese lönntc der National' vcreiu aus dem Reste des Flotten-Fonds (110.000 Gul den) allein bestreuen; gäbe er auch nur die Hauptsumnn' mit rlwa 50.000 Thlrn. her, so würde das übrige hier und anderswo in patriotisch-maritimen Kreisen mit Leichtig teit zusammenkommen. Wir hätten denn Aut-sicbt mit den Franzosen in würdiger und hoffnungsvoller Weise um die Palme der ersten Erreichung dcs Nordpols zu welteiset», vielleicht gar noch vor ihnen und zu allererst dorthin vorzudringen. An dieses Hauptunlelnehmc» tnüpscn sich übrigens noch zwei andere schöne Forschungsziels. Erstens soU / " " ° el, stungen gehört. Zunächst dem Be"st^I, '^^e„ Lei-Krolopp als Mephisto die vollste Än " '^" gelungene Durchführung diese schwi io^n N !""^ '"' "' das Publicum in verdiente N^i 7 d^/i.° 7 ""'" "" serner Nrl Moral« " ^>ci,e durch Applaus belohnte, ,densten'Ero.fcs cf ,eu ^rs ""^" "" ^""''chi. Glück wünsch n- namcu i^ "" "" '^ "°" '^"' Acte die da, '^ "^ "" °^ die Kerlcrsccne im fünfttn ^ "" 5" """ bier noch nicht gekannten Geltung brachte. Fr.Slalla-Borzaga als Siebet und Hl. ^odhoisty (Valentin) befriedigten volltomme», we,- 1780 Niger Frl. Anger, die denn doch mit ihrer Stimme mehr haushalten sollte. Sehr zufriedenstellend war der Chor, wel« chcr sich diesmal ganz besonders auszeichnete. Das Haus war sehr gut besucht, und wir glauben, daß diese Oper auch in Hinlunst ihre Zugkraft unverändert ausüben wird. Ginladuug. Die erste ordentliche Generalversammlung des Vereins zur Unterstützung dürftiger Schüler der k. k. Oberreal' schule in ^ailiach wird Donnerstag am 14. November um 5> Uhr Nachmittags im Zcichnungssaale Nr. 1 (im Mahr'schen Hause) abgehalten, wozu die P. <. Herren Mitglieder höflichst eingeladen werden. Laibach, am 1^. November 18. Cim'lproceßfall, betreffend dic Frage, ob die eheliche Abstammung cincö Erbsprätcndcntcu nur dllvch den Trauschein scincr Voreltern, »der auch auf audcrc Weise erwiesen werden könne? mitgetheilt vom Herrn ^andcg-qcrichtsrathc Vrunncr. 4. Criminalproccß, Aburthcilung und Brandlnar» lung des sogenannten Grafcu dc Laval iu Laibach während der französischen Regierung; mitgetheilt vom Herrn Oberamtsdircttor Dr. H. Costa. 5>. Strafrcchtsfall als Beitrag zur Lehre vom Verbrechen des Betruges durch Meineid, besprochen vom Hcrru Staatsanwalt Dr. v. Lchmanu. <>. Vcfprcchling der in der Sitzung am 27. October 1tt«;5> vorgelegten Rechtsfragen über Besitz und Servitn-tcn an unbeweglichen Sachen, uud die Compctcuz der politischen Behörden in Vczug auf letztere, von Herru Dr. Ahacic «o». 7. Ueber die Execution ciucr zur Caution gewidmeten Satzfordcrung, besprochen vom Finanzrathe Dr. Kaltcncggcr. V ail, ach, 11. ^November 1807. Vom Präsidium der juristischen Gesellschaft. Neueste Post. Wicu, 12. November. Der AusgleichsauSschnß nahm die Paragraphe betreffs der dauernden ungarischen Äcitragsleistnnss zu den Staatsschuldzinsen im Belaufe von 2!» Millionen und der ungarischen Beitragslcistung zur Amortisation au. Der Finanzministcr erklärte, die Bndgctübcrschrcitnngcu werden in Hinkunft gänzlich vermieden sein; es sei volle Aussicht zur Regelung der Rcichsfinanzlagc, worüber er bei Behandlung des uäch-stcn Budgets einen dctaillirtcn Plan vortragen werde. Es sei allerdings möglich, daß uoch der öffentliche Credit in Anspruch genommen werden müsse, aber auch die Aussicht nicht verschlossen, die StaatSbedürfnisse des nach» sten Jahres ohne diese Mittel zu decken. Der Finanz» minister macht darauf aufmerksam, die Verantwortlichkeit der Minister und die Cntwickluug echt constitutioneller Gcbahrnng seicu die besten Garantien für die Wieder» Herstellung der Finanzen. Nien, 11. November. Die neueste Meldung des Viceadmirals von Tegctthoff über den jetzt Voraussicht« lieh günstigen Erfolg seiner Mission soll auf einer dcm Viccadmiral gemachten Eröffnung des Ministers Tejada beruhcu, daß er — der Minister— hoffe, ihm fchon in den nächsten Tagen die irdischen Uebcrrcstc weiland des Kaisers Maximilian übergeben zu können. Telegramme. Berlin, 11. November. Das Criminalgcricht (sw bente Deputation, Vorsitzender Graf Vredow) verurthciltc Twesten wegen seiner Nede im Abgeordnetenhause am 20. Mai 1865), dem Antrage des Staatsauwaltes gemäß, zu zweijährigem Gefängniß. — Die „N. Allg. Ztg." dcmentirt wiederholt, daß Italien die Vermittlung Preußens erbeten habe. Prcußcu habe bisher keiuc Veranlassung gehabt, in der italienischen Angelegenheit ciuc Parteistellung zu nehmen. Floren;, 11. November, Abends. Die „Opiuionc" glaubt, daß es nicht möglich sei, wegen der römische» Frage Unterhandlungen einzuleiten, während die Franzosen in Nom verbleiben. Der Grund für die französische Expedition ist weggefallen, Italien hat bereits sciuc Truppen zurückgezogen und so ein Unterpfand für ciuc Politik der Versöhnung gegeben. Dic Anwesenheit der Franzosen in Nom ist eine Verletzung des Nicht-Intcr« ventions-Princips. Um Unterhandlungen einzuleiten, sei eS erforderlich, daß Frankreich dcu Erklärungen Moustier's uud den Artikeln des „Moniteur" gemäß seine Truppen zurückziehe, oder einen Termin für die Occupation festsetze. Paris, 11. November. (Pr.) Gestern sind die Confcrcuz-Einladungcn an die fünf Großmächte, an Sach« sen, die vier süddeutsche» Staateu, an Schweden, Däne« mark, Holland, Belgien, Spanien, Portugal und die Schweiz abgegangen. Der Papst und der 5iöuig von Italien erhielten specielle Einladungsschreiben. Dieser Confcreuz bleibt es vorbehalten, anch über dcu Zusam-mcntritt einer Confcrenz zur Rcgulirnng der griechischtürkischen Differenzen Beschluß zu fassen. Paris, 11. November. Der „Abend-Monitcur" berichtet über die Wahlergebnisse in gleicher Weise wie die „Patric". Der ..Etcndard" und die „France" mcl« den: Alle europäischen Staaten haben eine für die Confcrenz günstige Meinung kundgegeben; demgemäß hat die Regierung ein zweites Circularschrcibcn erlassen uud in officiellcr Weise selbst den kleinen Staaten den Confcrenz« Vorschlag übermittelt. Der „Etendard" sagt: Die Vro< schüre: „Napoleon III. und Europa im Jahre 1807", welche vom „Constitutionuel" angekündigt wurde, hat keinen officicllcu Charakter und ist ein rein persönliches Wert. Paris, 11. November. Die „Patric" meldet: Im Departement Loir Cher wurde der Regicrungscan» didat Dcssaignes mit 15.219 Stimmen gewählt; von den Gegencandidaten erhielt Vozerian ü!^4 nnd Panouse s>45i8 Stimmen. Im Departement der Vogcsen fiel die Wahl auf Geliot mit 13.70« Stimmen gegen 13.104 Stimmen, welche Ravinel erhielt. Paris, 12. November. (Tr. Z.) Der „Monitcnr" schreibt: Die kaiserliche Regierung erfnhr mit lebhafter Befriedigung den freiwilligen Entschluß der Zurückbcru-fuug der italienischen Truppen anf italienisches Gebiet. Der französische Vertreter ist beauftragt, dem Florentiner Cabinet zn bezeugen, wie sehr sic die versöhnlichen Gesinnungen und die Festigkeit der Ansichten würdige, welche diesen Entschluß dictirt haben: die patriotischen Bemühungen der italienischen Regierung, überall Ordnung, Sicherheit und die Achtung der Verträge wieder herzu« stellen, flößen der französischen Regierung das größte Vertrauen ein und gewähren die Ueberzeugung, daß die guten Beziehungen zwischen Frankreich und Italien fortfahren werden, sich zu befestigen und zu cutwickeln. Der Kaiser hat beschlossen, daß das französische Expeditions-corps Rom und die anderen Städte im Kirchenstaate räumen würde, sobald dort die Ordnung gesichert ist. Helestraphtscke Wechselcvursr vom 12. November. 5perc. Metallique« 57.20. — f.perc. Metalliqnes mit Mai-und November-Zinscu 58.50. — 5verc. National-Äulehm 00.00.-- Baut-actieu 691. — üretntactien 181.20. — 1860er Staatsaulehen 83 10. — Silber 121.50. — London 123.50. — K. l, Ducatcn 5.8«. DaS Postdampfschiff „Saxonia," Capita» Haack, ging am 9. November mit (i^2 Passagieren von Hamburg viu Southampton nach New-Aort ab. Geschäfts-Zeitung. Die Gründung einer croat.-slav. Escomptebailk ill Agram wurde, wic uon dort gemeldet wird, genehmigt iiud deren Statute» liestätigt, Bierstenerfrage. Dic 2. Section des voltswirthschaft" lichen Ausschüsse vernahm in ihrer Sitzung am 5, d. M. dic behufs Erörterung der Aierbestcueruugssragc eingeladenen Cxperlcu uud zwar uou Wien die Herren Igna; Mmithner, (St. Mn"' Brauhaus), Igna; Kufucr lOltalringcr BranhanS) und Fla»; Aich (Director drö Dreher'schen Ltablissemenlö), dann von Prag dir Herren Auton Ritter Klenla v, Vllistiinil nud Michael -Zcharlj. Diese, Herren sprachen sich, mit Ausnahme dc« Herru Kufncr. welcher sich mit dem bestehenden Bestcuernugssiistem znfricdc'.l cl' tlärte, alle für dic Einführung d cr M a lz st c n cr aut«, iudcm uamcntlich rincr der Wiener Herreu erklärte, das; cö M>' möglich sei, bei dcm jetzt bestehenden Stcner- nud Coiilrolsystcui seiuc Redlichkeit zu bewahren. Sowohl Herr Maulhuer alö auch Herr Schnry befürworteten aber nebst der Eiuführnng der Malz-steuer auch uoch daö amcrilanifchc V c st c u'c r u n gb-System, welches dariu besteht, dasz das fertige Produtt, da? Vier selbst, besteuert nnd diese Vestcucrnng dnrch Aufkleben von Marlcu auf die zum Ausstößen bestimmten Fässer dociimculirl werde. Mittel gegel, die Rinderpest. Im „Journal d'Ägri-cnltnr pratique" theilt Herr Moll, eine angesehene laudwirthschasl-lichc Autorität Fraulreichö, mit, dasi er ein Schreiben l,ou einem sehr bedeutenden Gutsbesitzer Südrußlands erhalte» habe, iu welchem unter anderem Folgendes gesagt sei: „Ich beeile mich, 3>c dauon iu Kenntnis; zu setzen, das; unter allcu dcu Mitteln, welchc ich bei meinen Hcerdcn znr Verhülmig der Rinderpest »ersucht habe, dasjenige de^ Anwendnng uon See- au Stelle uon geu,'öh»< lichem Triutwasfcr sich allein uollständig bewährt hat. Alle Thiere, welchen ich Scewasscr gebcu ließ, blieben von der Seuche ucr-schont, trotzdem, daß ich sie absichtlich fortwährend iu BerühnN'ss mit kraulen Thieren bringen lies;." Die Olaubwnrdigteit diesa Mittheilung wild dadnrch bestärkt, das;, wic Herr Moll sagt, der Schreiber deö Briefes Besitzer von 80.00<1 Merinoschafen/ M»> bis M00 Stück Horuuiel,, 5>0>> bis l!00 Pferden ist, und daß seine Güter in der Krim, der Heimat der Rinderpest, gelegen sind. Bei der Parifer Ansstellnng wurde ihm cuic der beiden an Rußland für Wollc ertheilten Goldmedaillen zuerkannt. Flraillburg, 11. yluucmbcr. Auf dcm hculigeu Markte siud erschienen: ?.'l Wagen mit Getreide, !» Wageu mit Heu und SN'oh, 'l5, Wageu mit Hol;, .'j0 Eier pr. Stücl . . — N Gerste „ — — . Milch ftr. Mcch . — 1» Hafer „ 1 70 ^ Rindfleisch ftr. Psd. - l,^ Halbfrncht „ - —! Kalbfleisch „ ... ii<> Heiden „ 3 20 ^ Schlveineslrisch „ — 1>< Hufe „ 3 24, Schöpsenfleisch „ — 1!i Kurnrutz „ 4! 10 Hähudel pr. Stuck — 24 Erdäpfel „ 1^0 Taubeu „ —^10 ^insru „ —!— Heu pr. Zentner . «0 Erbsen „ — - !i Stroh „ . — 55» Fisolen „ 4 1«; Holz, hartes, pr. itlft. 5> - RindSschmalz pr. Pfd. — 45 — weiches, „ 3 50 Schweineschmalz „ — 40 Wein, rother,ftr.Eimer -. - Speck, frisch, ,. — 29 - weißer „ «^. Speck, geräuchert, Pfd, —^1 < Angckommctte Fremde. Am I I. Nourmber. Ttadt Wien. Die Herren.- Dr, ReinlenS. IliiioersitatSprof,, uun BrcSlau. — Dr. Hausen, Arnnnenar;!, »on Gl^ichenbcni. — Szabel, Oclouom, Gntman. Großman, Beamter, Fränkr!, Kansm., und Frl. Fuchs, vou Wien. (.^lrphant. Die Herren: Halclj, Bürgermeister, vcm Dole.- Grndm, Restaurateur, Uou Idria. — Schal, und Sigcwich' ^iculcnaut. uon Wien. — Wohinz. Vcrw., von Nasseufusi, " Wohinz, Vcrw., von Gra;. — Rabit, Nealilätenbes.. uon R^ mnünsbors. Baiser von vesterreich. Die Herren: Schlaffer, l. l, T> legraphist, uon Trieft. - Mnssio, und Simis, von Wien. Theater. Heule Mittwoch: Wildfeucr. Dramatisches Gedicht in 5 Acten von Halm. Meteorologische NeohachlmllMl in ^ailiack- ^ >3 «3 13"-b 3» ! " ! ^" 3^'" l tt'Ü. Mg. 3ä'8,,2 , - 0,7 O. f. schw. , haldhcitcr 12,! 2 „ 3l. l :!2«,I2 -s- 6.a SW.f. schw. aanz bew. 0o° 110.. Ad. 3-M,,»5. l' 4,< SW.s,fchw/ trübe Nachts heiter, Reis, Vormittag zunehmende Bewöll'M' Abends trübe. Gegen 10 Uhr Nebelreiszcn. _____AerüNtwortlichcr Nedaclcur: Issnnz v. Klciumaul Dürsenbericht. Wien, 11. November. Die Börse verlief in flauer Haltung, wow die Course meistenchcilö znrUÄgiugen. Devisen und Valntrn ebenfalls billiger. Geld flüssig GesäM ganz unbedeutend. Oeffentliche Schuld. /^. dcö Staates (für 100 fl) Geld Waare Iu ö. W. zu 5pEl. für 100 fl. N.?0 .'>'« 90 In östcrr. Währung steuerfrei 57 <>0 5>7..^0 ^, Steucraul. in ij. W. v. I. 1«Ü4 zu 5pEt. rückzahlbar . 87.7k K».— Sllbcr.Aulchrn uon 18»!4 . . 73.- 74.— Silbcraul.1^!-) GrcS.) rückzahlb. "i 37 Jahr. zn 5> pEt. 100 fl. 78 75 7s,.25 Nat.-Aul. mit Iöu.-Eoup. zu 5°/« «6.5<> ^5 ,. » „ Apr.-Eoup. .. 5 „ 66.40 66.6<» Metalliques . . . . ^5^ 574^ 575s) detto mit Mai-Eoup. „ 5 „ !)«,70 5'8.:<0 Mit Verlos. v.J. 1839 . " "' ^'^'_. ^Hi „ „ „ „ 1854 ... 74-. 7450 " " " !^z"l"Osi. ^3— 83'2" " "^' /«", ^" ^^ 76 80 «iomo-Nmtensch. zu 42 1.. «u5t. ^— 2250 Doniaincn 5ftcrc, ,u Silber U>5».2^ 105.5.0 N der Kronländer (fiir 100 fl.) Gr.-Entl.-Oblig. Niederüsterreich . i« 5"/« «^ l.0.- oberiisternich . ,, 5 „ 07.^0 88.— Geld Waare Salzburg . . . . zn 5'/« «6-— «7.— Bühmcu .... „ 5 „ 90.50 91.50 Mährcu .... „ 5 „ «7.— ft».— Schlesicu.....,5 „ 88.— 8l1. - Stelcrmarl ... „ 5 „ 89.5»0 '.»0.— Ungarn.....„ 5 „ 71.— 71.50 Temeser-Vanat . . „5 „ 68.— 68.5<> Eroatien und Slavonien „ 5 „ 72.— 72.50 Galizicn .... „ 5 „ 65.5«) 66.— Siebenbürgen ... „ 5 „ 64.-- 64.5^» Butovina .... „ 5 „ 64.50 65 — Uug. m. d. V.-E. 1867 „ 5 „ 68.l>0 6'.».- Tem.B.m.d.V.-C. 186?,, 5 „ 68.- 68.25 Actien (Pr. Stück). yllltionalbanl (ohne Dividende) 691.— 692.— K.Ferd.-N°rdv.zn1000fl.C.M. 1735.-1738.-Kredit-Anstalt zu 200 fl. 0. W, 180.30 180.60 N,ü, Escom.-Gcs.zu500fl.ü.W. 608.-- 610.— S.-E.-G.zu2()0fl.CM,o.500Fr. 236,60 236,80 Kais. Elis. Bahn zn 200 fl. CM. 140.25. 140.50 Sud-nordd.Ver.-B.200 „ „ 125.!<) 125.75 Süd.St.-,l.-vt«.u,z.-i.E.200fl. 170.75 171.— Gal.Kllrl-Lud.-N.z.2<6.50 Sladtgem. Ofen „ 40 „ ü. W. 24.- 24.50 Esterhazy „ 40 „ " 5«' „ Rufs, Imperial« . 10 „ 1^ „ 1« " ^1 „ Vercinöthalcr . . I „ 81,j„ ' " 7s,' „ Silber . . 121 „ 25 „121 ,, '"' Krainischc Gruudenllastnngt,-Obligationen, ^ vatnotmmll: 87 Geld, 93 Waa«,