^H^R»^ ^»844. ^--^ " ^"M^^ ^ Vaterländisches. Bericht über die dießjährige Hauptversammlung der k. k. Landwirthschaft-Gesellschaft in Laibach. «^^ie statutenmäßige allgemeine Versammlung der kra,n>schen k. k. Landwirthschaft«Ge sellschafc fand am 2. d. M. in Laibach Statt. Seine Excellenz, der Herr Landesgouverneur, Joseph Freiherr v. Weingarten, als Protector der Gesellschaft, beehrten mir Hochihrer Gegenwart d»ese Versammlung, an welcher die Herren Repräsentanten der Schwestergeselllchaften von Tyrol, Wien, Steyermalk, Mähren und Schlesien, Kla» genfurt, Gorz und Agram, und Gcs^llschaftsglieder aus allen Gegenden deS LandeS Thell genommen haben. Der Herr GesellschaftSpräsldent, Wolfgang Graf von Lichte nberg, eröffnete die Versamm« lung mit einer den Umständen angemessenen Rede, worin er vor Allem die vorjährige Anwesenheit Sr. kaiserlichen Hoheit, des durchlauchtigsten Herrn Erz. Herzogs Johann Baptist, obersten Protektors der Gesellschaft, als em folgenreiches Erelgniß in der Geschichte unsereS vaterländischen VereinS be zeichnet?, auf einige der bedeutendsten Leistungen der Gesellschaft im jüngstoerfiossenen Jahre hmw«es, auf die Wichtigkeit mehrerer heute in Verhandlung kommender Gegenstände aufmerksam machte und am Schlüsse der Rede den versammelten Mitgliedern d«e regelte Theilnahme an der im September bieseS Iah« "s »n La.bach Statt sindenden öffentlichen IndU-"r»e. und GewerbSproduclen-Ausstellung, je nachdem Wirkungskreise »edeS Einzelnen, ans Herz legte. Dle Reih« der Verhandlungen eröffnete der Admin. strationsbe richt, vorgetragen vom Ge-^llschafts-Secretär, H^. P,of. Dr. Bleiweis. D" c>re, daß sie m»t den be« sten böhmischen rivalifiren können; daher sich auch der Gesellschafts-Ausschuß veranlaßt fand, eine Bestellung von 25 Stück bei ihm zu machen, welche bereits angefertiget, in der Kanzle, der k. k. Land» wirthschaft » Gesellschaft (Salendergasse Nr. 195) um den oberwähnten Preis pr. Stück sammt Zuge« hör, zubekommen sind. __ e) Wurde der Versamm» lung mitgetheilt, daß Se. Majestät allcrgnädigst zu bewilligen geruhet haben, daß die zur Emporbrin« gung der Viehzucht in Krain alljährlich bestimmten 600 fi. C. M. zu Prämien nur für vorzüglich« ZuchtNiere, jedeS Prämium zu 50 fi. gerechnet, zur probeweisen Ausführung während dreier Jahre ver» wendet werden dürfen, und diese allerhöchst acneh» wigte Prämien-Modification im Jahre 1845 zuerst in Wirksamkeit treten werde. — 6) Wurde der vom Prof. Oll vier erfundene Baummesfer (Den-6r«m6t6r), Mittelst welchen die Bestimmung der Höhe und Dicke der Bäume in verschiedenen Höhen wesentlich erleichtert wird, der Versammlung btkannr gegeben. —f) Wurde die Hypothese des Herrn Wirth-schaftsrathes, Ioh. N. Ochsen bau er, über die Ursache der Kartoffelkrantheiten mitsse. theilt, welche nach dessen Vermuthung vorzüglich darin liegen solle, daß man bei oen Samenkarioss.'ll, die sogenannten Kellertriebe in dem falschen 78 W«hne, als wären sie ein schädlicher Auswuchs, vor dem Legen der Kartoffeln zerstöre und eben dadurch ihre größte Lebenskraft vernichte. Nach dem Wunsche deS Herrn Wlrlhschaftörathes wurden d»e Herren Landwlrthe jener Gegenden, wo Kartoffelkrankhel» ten vorkommen, zur Prüfung dieser Idee aufgefor» dert. — A) DaS neuentdeckte radlcale Mittel gegen HufkrebS und Slrahlfäule der Pferde, be« st.henb aus einer Auflösung von weißem Ar-senlk, Aeh!stein und Aloe in Wasser, wurde der Versammlung m»t der Bemerkung dekannt gegeben, daß diejenigen, welche über diesen Gegenstand ausführliche Auskunft zu erhalten wünschen, dieselbe »n der GesellschastS-Kanzlel erhalten tonnen. — K) Den Schluß dyr gewöhnliches Formatund die übliche innere Form des astronomischen Theils beibehalten und nur Einen Kreuzer mehr, als die bisher gewöhnliche kosten. Im weitern Verlaufe der Verhandlungen er» stattete Hr. Dr. Orel Bericht über die Lultlvl« lUNgS »Fortschritte auf dem FranzenShofe. Der GesellschafcS.-Secrecär las nun den An-trag deS permanenten Ausschusses zur Errichtung eines ThierspitaleS ,n Verbindung m>r einer Hufbesch lag . und T h i e r ar z n e> sch u I e am gesellschaftlichen Versuchshofe auf der Polana. Diese für das ganze Land wohlthätige Anstalt wurde all. gemein als ein lange ^gefühltes.Bedürfniß zur Bil« düng guter Hufschmlde und brauchbarer Thierä'rzte anerkannt, und der Antrag «n seinem vollen Um» fange vor der Versammlung genehmiget. Der Raum gestattet nicht, d«e weiter« DecailS zu berichten, welche seiner Zelt ohnehin zur allgemeinen Kennt» n»ß gebracht werden. D»e Reihenfolge der Verhandlungen traf nun di« Mittheilung der Repr ä se nt anten < B e« r»chte über d»e Verhandlungen einiger Schwester» gesellschaflen »m verflossenen und laufenden Jahre.— Die Anträge bezüglich der Au fste ll uug der Feld« wach re rund der Auffindung der echten Kuhpocke in Kram von Prof. Dr. Ä l eiw e»,S, wurden genehmiget. Herr Dr. Orel theilt seine Erfahrungen über den lohnenden Anbau deS Thimotyeus» und des französischen Rachcstatler deßwegen den Vorzug vor dem Klee einräumte, weil ihnen dl« Frühreife nicht schaden, sie mehre Jahre auSoauern und ohne Verlust der bessern Futterthole an Ort und Grelle getrocknet werden können» In dem folgenden Vortrage des Hrn. Gesell» schafrs. Secretärs über d»e öconomischets'Ergebnisse wurde der Rüpskuchen als Vlehfutter und Dün» gungSmittil erwähnr und vie Herren Landwlrthe auf die dleßfälligen Erfahrungen der Engländer aufmerksam gemacht, welche sehr häusig ihre Rüben» äcker Mll. RüpskuHenmehle düngen und auch den Rübensamen damit abgerieben aussäen, und darin k an ,« fchen Nunkelrüdensamens an die anwesen» den Mitglieder m»t dem Wunsche vertheilt, Versu. che mil dem Anbau dieses Samens zu machen, welr cher Rüden geben soll, deren Zuckergehalt um den 3ten Theil höher ist, als dieß bei den besten bisher bekannten Zuckerrüben der Fall ist. Da d,ese Run« kelrüde auch >n einem Mittelmäßigen Boden fortkom.-wen und wegen der großen, si(Y stach ausbreitenden und den ganzen Acker bedeckenden Blätter die größre Dürre aushalten soll, so dürfte sie alS ein vielverspre. chendes Futter vielseitiger Versuche werth erscheinen. Zur mehren Emporbringung der varerländl. schen Odstbaumzucht stellte im weicern Verfolge der Verhandlungen Herr Dr. Orel den Antrag, oasi nach dem Beispiele anderer Länder auch m Laibach ») Die „?5uvi2<:" haben in Nr. 17 umständlicher darüber berick-tet, worin auch angezeigt wurde. daß Nupskucken am Haupt-plcche Nr. 2 in Laibach in beliebiger Quantität zu haben sind, der Centner ä H2 kr. oder 1 st. 79 eine alljährliche Ausstellung der in Krain vorkommenden Obstsorten in den letzten Tagen des MonatS September Stattfinden solle; wel« cher Ancrag die Genehmigung der Versammlung er« halten hat. Das Ausschußmitglied, Herr taiscrl. Rath und Bürgermeister I. N. Hraoeczk y, machte sodann über Vorschlag dcr Herren GeseUschafts-Corresponden. len 4Lqnd>v>rcbe namhaft, welche sich durch ihre Lei« Bungen der silbernen Ehrenmedaille für vorzügliche Obst« und Mauloeerbaumzüchter würdig gemacht ha» den, und eS wurde beschlossen, den genannten verdienstvollen Landwirthen dlese Auszeichnung zukom« men zu lassen. Die neuerfundene Butterrührmaschine des Ge« sellschaflsm>tgl,edes Herrn Fer l an, wu:dederVer« sammlung in nawra vorgezeigt und dieselbe zu mehr« semgen Versuchen anempfohlen. Nachdem noch die GesellschaftSrechnung pro 1943 und daS Prä'I«m,nare pro 1844 vorgetragen; d»e an d«e Gesellschaft eingegangenen Geschenke und von ihr gemachten Ankäufe bekannt gegeben; Herr Verwalter Michael Pregel eml^mmig als Ge« sel lsch a ftScassler auf weitere 3 Jahre, und Mehre neue Gesellschaftsmitglleder gewählt wurden, und Herr Ferd. Schm«dt die Statuten der Malländer wechselseitigen Assecuranz gegen Hagelschlag« schaden Mit der Bitte vertheilt hat, daß d»e an, lv.senden Gesellschafisglieder in ihren Bez,lken auf eine größere Verbreitung nach Kräften hmwüken möchten, wurde die sitzung mit e»ner kurzen, auf d»e >n der heutigen Versammlung gefaßten Beschlüsse sich beziehenden Schlußrede des Herrn GesellschafcS« Präsidenten , gegen 2 Uhr Nachmittags aufgehoben. Missions - Nachrichten. Herrn F. I. Schm,dt ,st Folgendes erfreu« l'che Schreiben oes Hrn. I. Pierz auS ^rdre-croolw »n Nord-Amerika vom 5. Jänner 1844 am 13. April d. I. zugekommen; „Aus Anlaß des yeuen Jahres - Wechsels nehme ich Gelegenheit. D,r, liebster Herr Bruder, und allen lieben Mlsslonsfreuneen meine Gratulation zu mel» den. AuS dankbarem Herzen will ich täglich zum AUinächligen stehen, baß er Euch Alle m,l zeitlichem und ewigem Wohle recht reichlich segnen wolle. — Betet auch Ihr alle für Mich, daß oer Herr alle meine Missionsgeichäfte noch in Zukunft so gedeihlich begünstigen möge, wie er bis nun meine Unternehmungen erwünschllch gesegnet, und mich Unwürdigen aus so vielen Lebensgefahren gerettet, und zu seinem Dienste noch erhalten hat. Im veiqangencn Jahre hatte ich das Vergnü? gen. e.nen Theil der durch Deine gütige Sendung fallen.'« Geschenke an die vielen neu bekehrten reck/" '" ^milnd d.e Erwachsenen in ihrer E.nfalt oft auch wie d»e Kinder. Im vergangenen Jahre war ich unter den Vtaw58-Indianern so s.hr beschäftiget, daß ich auf den 1,a<: superior keinen ExcurS lpachen konnte, künftigen Sommer aber hoffe ich meine Ot8<:kipvv6A auch zu besuchen, wenn m,r der Bischof den E^culS bew,U,get. Meine kleine Wirth» schaft »n ^rlirscrooliS besteht gegenwärtig auS einer Kuh, 2 Mullerschelnen und vielem Flügclwerk. Im verflossenen Frühjahre err,chtlte ich den Indianern zum Muster wieder 5 neue Gärten; d,e Früchte ader gerlethen schlecht, weil der Frühling zu kalt und der 6>ommer zu trocken war. Meine Blumen standen ganz schlecht, b,e Gemüse « und Garten» Früchte etwas besser, nur Erdäpfel, Kukuruz und Hafer gaben mir gute Fechsung. Am KiviLr aux wu^ts habe ich 2 Kühe uno viele Hühner. D«e dortigen Indianer haben aUe meine Felder und Gärten meistens mit Erbäpfeln und einigen Garten« Früchten bebaur. Be>200 minots (a 12 Maß) Erdapfel waren ,n gute Erde gesetzt und standen präch« l,g »m Sommer, doch ward m«r ihre Fcchsung noch Nlcht berichtet. , Den spililuelen Fortgang meiner Missionen kennst Du auS anderen Berichten, daher >ch den Raum dieses Briefes zu einigem Vergnügen mit Notizen aus meinem Re,se. Journal des vergangenen Iah-reS ausfüllen will. Wenn ich ,n Indien Missions «Reisen mache, so mußt Du D»r, lieber Herr Bruder, Nlcht vori^el-len, daß «ch über bequeme Wege gehe, oder gar über Landstraßen fahre; denn von hier b>s ,n den »vellisten Norden gibt es rucht einen gucen Weg, r»el weniger e»ne Straße. Ich reise nur höchst selten irgendwo durch einen dichten Urwald, sondern meistens an den Ufern der Seen oder großer Flüsse über Sand und Sieingerölle, such über Schnee und E,S zu Fuß, oder reitend auf unbeschlagenem Pferde schnell w>e ein Kosak. Manchmal reise ich auf Schlitten von Hunden gezogen ü'bcr Schnee und E,s, oder auch mit geschickten Glilschern am Glatteise , «m Sommer immer zu Wasser auf me>» nem hübschen breiternen Missions - Schiffe, oder emem »ndlschen aus Birkenrinde fabrizirten ^«clli-vvan, zuweilen m einem Handelsschiffe, oder gar ln einem Dampfschiffe wie »m dccorirten fürstlichen Palaiie. Vorlctzren Wmter als ich vom Lao 8up6-rior hieher relsele, war mein Mlsslonsschifflein auf der Tour von 8aM auf Nalcinali eingefroren, und lch mußte meine Relfe theils zu Fuß, theils in Hundeschlitten fortsetzen; 2 Mittelmäßige Hunde 50« gen Mich so schnell als e,n Pferd ,m Gallopp läuft, 1t) engl. Meilen weit in einer Stunde über glattes, 2 Tage altes E»S. Ich konnte mich mit Zuversicht auf die Festigkeit des C>ses verlassen, weil die Hun» de, w,e man sagt, bissen Fcst,gke,t besser kennen alS die Menschen; denn Menschen sind oft vcisul'.-kcn, nie aber d,e Hunde mit beladencn Schlitten. AIS ich ein paarmal m 89,1t überwinterte, sah ich oft Mit Vergnügen an Sonntagen einen Train von 20 __ 30 Hundeschlitten mit Menschen beladen ^ur K>rche an» oder abfahren; ein mittelmäßig großer Hund zieht einen Erwachsenen ore.- 2 Kmder. Ich fragte manchmal die Canadier oder W'leen im Nor« den, warum sie so viele Hunde hallen? Sie saa? tcn mii: »d»e Hunde führen unS im Wmcer das 80 Holz zur Wohnung, unsere Effecten auf die Jagd. und oft machen wu' weite Reisen auf Schlitten mil chnen. ja oft retten sie unS das Leben." —> Wenn der Wilde auf der Jagd odcr Ne>se in grimmiger Kälte zu erfrieren Gefahr läuft, so macht er ,n den Schnee eine tiefe Grude, legt sich Mit seinen Hun» den, in einen Kotzen gewickelt hinein, bis die kalce Nacht passlrt ,st, oder der Nordwind sich gelegt hat, und rettet sich so von Hunden gewärmr das Leben. Wenn der Wilde dem Hungeriode nahe »st, und das Kauen des Baumpeches nicht mehr genug Speichel erzeugt, daß er länger ohne Nahrung leben, könnte, so schlachtet er emen Hund, den er gebraten oder gefroren sehr appetitlich mir Haut und Bein verzehrt, um se,n Leben zu erhalten Im nämlichen vorigen Winter hatte ich noch eine andere in Europa ganz ungewöhnliche Ne»se gemacht, nämlich m>t den Glttfchern. Ich war nach OlwliMAgn, einer Fillal » Mission, erbeten, um 2 Kranke zu versehen. Der Weg, bei 30 engl. Me»' lM »ueir, führte über 3 gefrorene Seen. We»l ich ke>n beschlagenes Pferd haben konnte, entschloß »ch mich zu Fuß zu reifen. 8 junge Indianer be» gleiteten Mich, nachdem man Mich ohne Sicherhelts» Begleitung Nirgends hinläßt. Am ersten See angelangt warf einer meiner Begleiter einen Bündel Holz, das er unter der Achsel brachie, zu Doden, UNd legte in ein Paar Minuten einen schönen, festen Handschlitten zusammen, woran 4 lange Nlemen befestigt waren. Alle banden sich Glitsch. Eisen an d,e Füße — und nun ward ,ch eingeladen Mich auf den Schlitten zu sehen. Ich prolestirce mit deutlichem Unwillen, sprechend: „Nie m meinem Leden lasse >ch mich durch Menschen' Hänoe ziehen, we«l uns za der liebe Gott daS Vieh dazu erschaffen hat" — und ging sonach meinen Weg, indisch b«« schuhet mit Steigeisen, am Etse fort. Zwei beglei» t.'len m>ch, derDrltte zog traurig den Schlitten nur nach, alle Uebrigcn flogen wie Schwalben über das spiegelglatte Eis >n ollen Richtungen um m>ch. Mit Verwunderung die Geschicklichkeit dieser Glilscher betrachtend, fiel ,ch so ungeschickt rücklings, daß lch wich in die Zunge biß; als mich die erschrockenen Indianer blutig am Eise liegen sahen, ergriffen sie mich schnell, setzten mich ziemlich unsanft auf den Schlitten, und einer saate m»r ganz ernstlich: ,.Va« ter! wir folgen d>r in Allem was ou unS sagst oder predigest, du mußt uns doch auch emmal folgen!" — worauf der Schlitten in einem Nu angezogen war. Die Reise gmg so schnell, daß ich m>r das Tuch vor den Mund halten mußte, um von der an^ drückenden Luft nicht zu ersticken: in 2 Stunden lanacen wir in Ollkdoi^an an. Nach 2 Tagen ging die Riise auf die nämliche Art zurück. Ich fragte meine Führer od sie matt seyen? „Ganz und gar Nicht, hieß e6, denn die Luft trägt uns,« und wnk-I,ch war diese lustige Schlittenfahrt wie e,n? Luft« Re.se. ^. Ganz anders war die Miss>ons-Reise im von« gen September, als ich den zweiten Ercurs auf die Insel ^lnil^viiA6N(lÄ im See Meni^an machie dort eine neue Filial» Mission begründete und viele Heiden caufte. Da ich am 25 September von ge-nannrer Insel auf einem indischen Sch'fflein aus Birkenrinde (mit denen Man am schnellsten reiset, aber auch am leichtesten zu Grunde geher) abfuhr und lchon 6 Stunden im breiten See schwebte, er» hob sich unvermuthcr e»n so schrecklicher Sturm, daß lch m>ch, auf einmal von Wasserbergen umgeben, »n der letzien Lebcnsstunde glaubte. Doch verlor ich nicht mem Vertrauen auf Gott. Nach einer kurzen Pause und einem Oebeie ,n drei Wort,n ergriff >ch d»e Steuer-Ruder, kehrte das Sch'fflein gegen die Insel zurück, und errelchce m>t Hilfe Gottes und meiner 3 zitternden Gefährten nach MUth'gemKam« pfe gl ckllch das Land. —Aus oftmaliger Erfahrung sehe ich überhaupt, daß, wenn immer mir Gott eine besondere Seelenfreude an Betehrung der He,? den gcmeßen lässet, ich allezeit etwas Hartes vor« auS, oder unmittelbar darauf zu Ie,den habe. Sey es »m Namen des Herrn! Vor Weihnachten erschien hier eine sonderbare Krankheit, woran mehrere Indianer litten, aber nur Einer starb, well er den Aderlaß versäumte. Ich selbst war von der Krankheit ergriffen: Eines Abendes bel>no lch Mich äußerst schlecht; schmerzll, ches Brennen an der lmlen Seile des Herzens, Neigung zum Erbrechen, Kopfschmerz mit Schwin« dcl, Kälte lM Rücken und kalter Schweiß über die Stirne kündigten mir Todesgefahr an; darum ließ lch gleich einige Indianer kommen, und befahl e.l» nem Mit der Lanciece m>r die Ader zu öffnen; Mit dem ersten Stiche verfehlte er sie, mit dem zweiten traf cr guc, worauf m>r bald geholfen war. Der Herr erhielt mich noch zu seinem Dienste. Tags darauf Abends kamen 2 Re»cer imGallopl), mich zu einem Kranken nach ^liil,aowil,A, 15 engl. Meilen we»r, abzuholen. Obgleich e,n halber Näruäeui' machte ich doch die Nelsetour sogleich zu Pferde. Well, d,e Nacht so kalt und stürmisch war, daß wir zu erfrieren Gefahr liefen, ritten w»r über Schnee un» Eis Mit unbeschlagenen Pferden so schnell, daß wir »n e,ner Stunde und 20 Minuten an die Vest,»n-mung anlangcen» Der Nordwind, der hier gar oft ganz? Wochen wüthet, war so stark, daß er mir in, be^ sten Wlnteranzuge durch die Gedärme zu dringen schien, und weheie dadr, den gefrornen Schnee wie Sand od,r Ble,.Schrotte mit solcher Gewalt mir m das Gesicht, daß ich noch am folgenden Tage geschwollene Wangen trug. Nachdem der Kranke auf erhaltene Hilfe und Seelen tröst ung bald besser wurde, kehrte ich noch in der nämlichen Nacht zurück. DaS MUthige Thier wußte auf dem Eise fast so gut als d,e Glitscher zu dalanclren, und siel nur Ein Mal, sprang aber so geschickt wieder auf, daß es den Reiter vom Rük» ken N'cht verlor. — Solche Excourse und Kranken» Besuche haben wohl ihr Beschwerliches; man kann sich aber auch von der Annehmlichkeit einer Reis« und Schlfffahrt auf DaMpfsch'ffen, wie w,r sie hier haben, kaum einen Begriff machen. Auch eine solche Re>se machte ich »>n vergangenen Jahre von ÜVlaki-nklc nach Uotroit auf Einladung eines Bischofs, welche zu beschreiben lch auf einen andern.Brief m»r vorbehalte. Schließlich grüße ich Dich herzlich und empfehle Mich »n Deine fernere Freundschafi. An alle Freunoe und Bekannten, meine Wohlthäter und lieben Kra," ner folgt Hochachtung, Gruß und Empfehlung." Verleger: Ignaz Alois Edler v. Kleiumay«.