Nr. 154 Pr«num«lal!°n«p!t<«: Im «omplolr «anzj. ll ''', halb«, fi. 5 50. lfUi ble Zufitllung ln« Hau» halb». 50 sr. Vi« d« ^ost aanzj, st 1«, hnlbl, 7 «) Freitag, 9. Juli. I»l«ll ^ "" " den Beamten der politischen Ver-N f ^,«"^3^t wiirde. erfährt in einem Wiener N5>, l "^'^" Abendblatt" eine sehr energische Zurückweisung. In den Kreisen der deulsch.böhmischin Abgeordneten wmde dieser Brief lebha t besproche sebr m. d" entschiedene Ton desselben vielseits ei!.en >eyr guten Eindruck hervorgerufen. Der tclcaravbisH «. '^ln Artikel der Prager „Politik", worin dem yerrn Ministerpräsidenten Grafen Taaffe ins Ge- wissen geredet wird. eine Transfusion des österrcichi- sthen Verwaltungskörpers mit einigem Parteiblut von MZen"^^^ ^""^!° lchleunig als möglich ein- Echo«' ^ "' den Wiener Blättern ei.n stärkeres Nissp ^ ^^ ^^ "" unbefangener, in die Geheim- a wp!l.. ^^""^'lchen Parteikämpfe etwa unein- u"ve,Yter Beurtheiler gerechtfertigt finden könnte. Es F "es ja nicht der erste und nicht der einzige 2?' ^ einseitigen, sich selbstsüchtig über den aaszweck erhebenden Parteigeistes, den Graf Taaffe Nck ."""ft'Uterlicher Ruhe zurückgewiesen hat. ohne allen, l!-^'" Grundsätze einer objectiven, einzig und erm- .. N ^^"sraison und den Bedürfnissen einer Nechnung tragenden Executive ab- TaZ'Vch V'di^ '" gewiss erklärlich dass Graf geor?n,/H ".^»^..gegenwärtige Mehrheit des Ab- NnV "^7 ^"bt, und es liegt unbestreitbar im Nerun? p°"amentan chen Regiment«, dass sich die ve tr t.""s .5"/ "«e bestimmte Majorität der Volks- die U"9 'tutzen muss - daraus aber folgern, dass tended "!!?.bleser ^jorität und ihren Partei- heikt P^/"^?'^ ^lecutivgewalt überantworten müsse. ziehen z^'' "'^ ""er richtigen Prämisse einen Schluss zH.n? d'e Staatsphilosophie keineswegs unbedingt "A ed n ^^" ^" die Praktische Staatslunst nicht "ne wobl" ll"'"3 Verwahrung einzulegen vcrmaa. Für burchkr..« '^?dene ""^ von dem Ernste ihrer Mission auM.n?^''^ ^lecutive darf es bei der Wahl ihrer "ls dis «^A6""e keine andere Richtschnur geben. f"nctiu,.i '^<«°"l """' wohlgeordneten, verlässlich ""d di.?! " Verwaltungsorganismus im allgemeinen ber «z^ ^edachtnahme auf die diesbezügliche Eignung "och s - vorgane im besondern. Graf Taaffe hat "ls die"l"' ^^egenheit verabsäumt, diese Anschauung bie Esf>.?"".ä" proclamiercn, und wer. wie er, durch TtaatU ./"'" lmljährigen praktischen Erfahrung im ""derc!, n'^ ^gangen ist. kann gar nicht zu einer h>? d'"Überzeugung gelangen und wird sich Theorien. '^l8 l, .°""../r „Politik" gepredigten, gegenüber nie- zugaiigllch erweisen. !"eu E""de das Bedürfnis, den Staat einer exclu- l b"zur t"A'°h"'e des Parteigeistes zu entreißen. ?."b lek.^"'^f"!."""ll des Cabinets Taasse geführt ' >ng V/r? "^de sich selbst und seine Existenzberech- 3." Wied7r ^""'^""'" ^ slch dazu drängen ließe. ' ?^ll„a ^ ?' Parte,.Eguislnus zur Aus- und Ab- ^ell "^ "wge er was immer filr einen Namen ^ Gras-., '^"^'^rn. Niemand, wer die Grundsätze ^feln' w ,^°ffe kennt, kanl, über die Anfnahme w" jene ?. ?' d'e Rachschläge und Zumuthunqen X^t hat^d?" Sprachrohr sich die ..Politik" qe- - i^en 'ssi" 'W ftnden müssen und jeoerzeit finden verrenk" ^^'?."' ^ie Rede. welche Graf Taaffe ^lt?n h,?^,"se wahrend der letzten Budgetdebatte ge. i l. muss selbst den Misstrauischesten, wofern er nur unbefangen ist, über die Haltung des Grafen Taaffe in Fragen der Gestaltung der Executive beruhigen. Er sagte damals unumwunden und betonte mit allem Nachdruck, . d^ss die Regierung keinerlei einseitige Parteirücksichten verfolgen darf". Er sprach sich offen darüber aus, wie er über Concefsionen einer Regierung, zu dem Zwecke gemacht, um eine Partei oder eine Persönlichkeit freundlich zu stimmen, denke. Er gebrauchte damals die Worte: „Die Regierung achtet die Rechte des Parlaments, die Negierung hält sich aber auch ihre Rechte vor Augen. In das Recht der Executive lässt sich die gegenwärtige Regierung nicht eingreifen, weder durch ein Parlament, noch weni» ger aber durch eine Fünszehner»Eommission." Man ollte meinen, dass dies deutlich gesprochen heiht. Ein (lommentar zu diesen sich in ihrer offenen Entschiedenheit selbst commentierenden Worten erscheint durchaus überflüssig." Zur Orientftage. Aus Athen verlautet, dass sich dort eine ruhigere Stimmung geltend mache, die man auf die Instruc-tionen zurückführt, welche von König Georgios eingetroffen sind. Trotzdem werden die militärischen Vorbereitungen und die Truppensendungen nach Corfu fortgesetzt, doch beabsichtigt man, keinen Kampf mit der Türkei zu provocieren, um nicht des Vortheiles der Mäßigung verlustig zu werden und um keinen Vorwand zur Klage zu geben. Die Griechen wollen vorderhand die Mächte für sich sorgen lassen. Die Pforte hat den dritten Theil der identischen Noten der Botschafter der Mächte, betreffend die Reformen in Armenien, beantwortet. Die „Pol. Corr." berichtet über den Inhalt dieser Antwort Fol< gendes: Die Pforte fagt, dass sie, ungeachtet der Schwierigleiten, mit welchen sie infolge des letzten Krieges zu kämpfen batte. stets ihr Augenmerk auf die im Artikel 6l des Berliner Vertrages vorgesehenen Verbesserungen gerichtet hat. Sie entsendete zu diesem Behufe Specialcommissionen, an Ort und Stelle, welche vieles in dieser Richtung bewerkstelligt haben. Sie hat die Organisierung einer Gendarmerie begonnen und betraute nationale nnd fremde Officiere mit der Ausarbeitung eines Ncglementsenlwlirfes, welcher, wenn er ihr vorliegen wird, in frhr ernste Erwägung gezogen werden foll. Die armenischen Districte werden in Nahias oder Gemeinden getheilt werden. Der Präfcct jeder Gemeinde werde aus der confcssionellen Majorität und jeder Unterpräfect aus der Minorität entnommen werden. Für eine bestimmte, zu einer Gruppe vereinigte Anzahl von Nahien wird ein ambulanter Schwur-genchtshof eingesetzt werden, welcher an Ort und Stelle der verübten Verbrechen und Vergehen sich be» geben werde, um die Vernehmung der Zeugen zu erleichtern und die Rechtsprechung zu beschleunigen. Der zehnte Theil der Steuern, mit Ausnahme jener vom Tabak. Salz, den frommen Stiftungen und den Zöllen, werde zu Unterrichtszwecken und für öffentliche Arbeilen verwendet werden. Das gleiche Blatt veröffentlicht eine Reihe von Berichten, aus welchen hervorgeht, dass die Pforte sich allen Ernstes auf einen bewaffneten Widerstand vorbereite. So heißt eS in einem Berichte aus Konstantinopel vom 2. d.: „Die disponiblen Truppen der Hauptstadt und deren Umgebung werden eiligst nach Volo, Salonichi und Prevesa expediert. Die Pro-vinz«Golwerneure wurden aufgefordert, als „Ersatz für die entlassenen Rcdifs" schleunigst eine Rekrutierung zu veranlassen. Unter dieser offtciellen Formel werden eigentlich die jüngst verabschiedeten NedifS wieder einberufen. Blum Pafcha wurde zur Inspicierung der Befestigungen nach den Dardanellen beordert und Vakrr Pascha gicng in einer ähnlichen Mission nach Salonichi ab, wohin auch das Gros der disponiblen türkischen Streitkräfte dirigiert wird. Jedermann weiß, dafs die jüngst nach Salonichi eingeschiffte» acht Feld» batterien für die albanksische Liga bestimmt sind und schon jctzt von albanesischen Artilleristen bedient wcrdcn. Veissel Bey, ein Bruder Abcodin Paschas und Finanz-beamter in Salonichi, wurde, wahrscheinlich in Anerkennung seiner geheimen politischeu Dienste, im Range befördert. Der gegenwärtige Sous.Oouverneur im Vilajet Adrianopel, Pasco Vassa (katholischer Albanier), soll zum provisorischen Gouverneur in Salonichi er- nannt werden. Vassa, der eine interessante Broschüre über die Traditionen Albaniens geschrieben, ist von heißem Patriotismus beseelt und erfreut sich eines großen Einflusses bei den katholischen Albanesen seines Heimatlandes Oberalbanien. Er wurde telegraphisch hieher berufen, ist bereits hier eingetroffen und heute von Mahmud Nedim Pascha empfangen worden. Seine oben angedeutete Ernennung hätte jedenfalls eine nicht misszuverstehende Bedeutung. AIs charakteristisches Merkmal der Sachlage möge hier erwähnt werben, dass die hier znmeist als Handwerker lebenden Arnau-ten eine außerordentliche Kriegsluft bekunden, mehrere von ihnen bereits nach Salonichi abgereist find und dass, wie man erzählt, die Polizei alle in Haft be-! findlichen albanesischen Verbrecher unter der Bedingung freigelassen hätte, dass sie sich den Führern der albanesischen Liga zur Verfügung stellen." Tagesneuigkeiten. — (Eine Gaslatastrophe in London) In London hat Dienstag abends eine Gasexplosion furchtbare Verwüstungen angerichtet. Es war, wie der „Wr, Mg. Ztg." berichtet wird, in Bedford Square, emem der fashiorlllblesten Stabttheile zwischen der City und den Westend. Neue Gasrohre wurden gelegt und die Arbeiten waren eben vollendet, welche eine Verbindung mit dem alten Rvhrenneh hergestellt hatten. Zur näheren Prüfung, ob alles in Ordnung, näherten sich Arbeiter mit brennenden Reibhölzern den Vernietungen der Rohre. Gleich darauf erfolgte die erste Explosion, infolge deren zwei Arbeiter buchstäblich in Stücke zerrissen wurden. Das Pflaster der sich kreuzenden Straßen wurde gesprengt und die Steine wurden haushoch in die Luft geschleudert, während sich im Straßenhoben Krater von ungefähr je fünf Fuß Tiefe und zchn Fuß Länge bildeten, ausweichen duntelgelbe Flammen zuckten und ein unerträg» licher Dampf mltzströmte, welcher aus 20 Schritte Entfernung betäubend wirkte. PieserDampf drang in dieHauptgasleitung und verursachte eine zweite Explosion in einer Entfernung von etwa dreißig bis vierzig Metern nach Süden, in Perry Street, ebenfalls einrr Nebenstraße von Tottenham Court Road. Man glaubte inmitte eines Erd» bebens zu stehen. Die Häuser erbebten bis in die Fundamente. Dumpfes Rollen dröhnte weithin durch den zitternden Erdboden. Glassplitter flogen aus den gesprengten Fenstern durch die Luft und fielen klirrend auf die Straße, in welcher sich aus niedergefallenell Steinen und aufgeworfener Erde Hügel gebildet hatten, die allen Verkehr störten, der auch für die nächsten Tage noch nicht wiederhergestellt werden dürfte. Die Restau» rierungKarbeitcn an den unterirdischen Leitungen werden mit äußerster Vorsicht ausgeführt, da man nicht weih, ob nicht nach anderer Richtung der Hauptlritung ähnliche Complicationen vorhanden find, welche zu weiteren Katastrophen führen können. Eine zweite Dcpefche meldet: Das Werk der Zerstörung ist noch größer. Die Zertrümmerung verpflanzte sich durch die frcquentiertcsten und wohlhabendsten Stadt» theile von London mittelst des großen hauptgaSrohres der Hauptstadt. In Entfernung von je zehn bis zwanzig Metern öffneten sich neue dampfende Krater im Erd' boden. Große breite Platten des Trottoirs und schwere eiserne Gitter, welche den Zugang zu den im Souterrain der Häuser gelegenen Küchen verschließen, wurden mit Heftigkeit emporgeschleudert, Mehr als ein Fnhrwerk wurde mit i)ioss nnd Mann in die Erdlöcher geworfen. Ein Pferd wurde erschlagen und ein Frachtwagen zermalmt. Die Verheerung ist am größten an den Straßenecken, weil dort die Leitung eine andere Richtung nimmt. Mehrere Häuser wanken auf zerrütteten Fundamenten, Manche Suuterrainräume drohen mit dem Einstürze, und wiederum sind manche Häuser bis in die erste Etage dem Auge offcngelegt, indem die Außenwand in die Straße fiel. Man berechnet in diesem Moment, dass nicht weniger als 300 Häuser schwer beschädigt sind. Die Zahl der Verwundeten ist unbekannt, weil die meisten Insassen der Häuser sind und in der allgemeinen Verwirrung noch nicht eine genaue Liste aufgestellt werden konnte. I„ den Hospitälern liegen angeblich achtzig Schwerverwundete. Die Zahl der Todten ist verhältnismäßig llein und foll bis jetzt zehn oder zwvlf nicht übersteigen. 1298 Locales. Krainifcher Landtag. 9. Sitzung. Laibach, 7. Juli. (Schluss.) Landespräsident Wintler vindiciert dem Gesetze über die Bildung der Hauptgemeinden eine hervor« ragende Bedeutung. Die Organisation der letzteren habe in den Landtagen von Görz und Istnen und auch in anderen zu eingehenden Debattten Anlass gegeben. Ueberall wurden Wege gesucht, lebenskräftige Gemeinden zu schaffen, welche sähig wären, nicht nur im eigenen, sondern auch im übertragenen Wirkungskreise ihren Obliegenheiten nachzukommen. In Kram soll nun das Gesetz vom Jahre 1809 über die Bildung der Hauptgemeinden durchgeführt werden, und jede der beiden Parteien des hohen Haufes denkt sich dieselbe in anderer Weise, weil sie glaubt, im Gesetze das zu finden, was sie durchführen möchte. Der Abgeordnete Svetec hat die großen Gemeinden, welche er nach dem Gesetze wünscht, mit den ehemaligen Mairien und Oberrichtern verglichen. Doch hatten die dama« ligen Gemeinde-Organisationen mit den jetzigen wenig gemein. Der Oberrichter oder Zupan mit seinen zwei Beiräthen, wie er genannt wurde, war nur im eigenen Wirkungskreise thätig, der übertragene war ihm ganz fremd. Bei diesen Gemeinden war durchaus nicht jene Organisierung zu finden, wie man sie heute von einer Gemeinde mit 3000 Seelen verlangt. Die Catastral-gemeinden, obwohl sie ihr Vermögen selbst verwalten, unterstehen doch vollkommen den Hauptgemeinden, denn was deren Vertretung beschließt, das hat Geltung für alle. Ob nach dieser Organisation der Zweck erreicht wird, den der Abgeordnete Svetec wünscht, erscheint somit sehr fraglich. Aber auch, was der Abgeordnete Deschmann wünscht, ist nicht leicht durchführbar. Der Widerspruch zahlreicher Gemeinden hat sich dagegen geltend gemacht, man will noch kleinere Gemeinden schaffen, als sie bisher bestanden, was dein Wortlaute des Gesetzes nicht entspricht und von denen, als Gemeinden mit 800 Seelen, es auch fehr zweifelhaft ist, ob sie das werden besorgen können, was die jctziqen größeren Gemeinden nur schwer leisten konnten. Der Abgeordnete Deschmann befürchtet auchMajorisierungen, welche stattfinden könnten. Nun, da ist wohl zu b?« merken, dajs manche kleine Gemeinde kein Interesse daran hat, wie die größere Gemeinde, zu der sie gc< Hort, eine Frage im eigenen Wirtungskreise lösen will. Es zeigt sich also beiderseits, dass man den Zweck, den man erreichen will, nur schwer erreichen dürfte. Die Regierung habe in dieser Frage eine schwierige Aufgabe. Vor 1'/, Jahren wurde das Operat über die Bildung der Hauptgemeinden in einem Theile des Landes der Regierung überreicht. Redner habe es im nämlichen Zustande vorgefunden, indem noch gar nichts im Gegenstände verfügt worden sei. Ihm fehlte bisher die materielle Zeit dazu, sich näher darüber informieren zu können. Es ist auch außerordentlich schwierig, das Gesetz auszuführen, da man dem Geiste desselben nicht Gewalt anthun darf. Wie sollen die Hindernisse, welche sich dem Gesetze in den Weg stellen, beseitigt werden? Wenn die Hauptgemeinden zwangs-weise zusammengestellt werden, so fehlt jede Bestimmung darüber, wie zur Wahl geschritten werden und wer den Vorsitz übernehmen soll. So lange kein neues Gesetz besteht, ist das jetzige durchzuführen, selbst« verständlich so, dass es den Interessen der einzelnen Gemeinden möglichst entspricht. Wo jedoch ein Uebereinkommen zwischen Regierung u»d Landesausschnss nicht erzielt werden kann, wird durch ein eigenes Landesgesetz, wie es das Gesetz bestimmt, vorgesorgt werden müssen. Abg. Dr. Deu constatiert, dass die Petition der Marktgemeinde Adelsberg um Abtrennung der zu ihr gehörigen Landgemeinden nicht auf einen Wink aus Laibach, sondern spontan im Gemeinde-Ausschüsse beschlossen worden ist, da sich die Gemeinde Adelsberg selbst sehr gut erhalten kann. Abg. Dr. Bleiweis spricht sich für große Ge-meinden aus, wie sie in Kroazien bestehen, damit die Bezirkshauptmannschaften, die sich in fortgesetzten Bedrückungen der Gemeinden gefallen, entbehrlich werden könnten, indem man diesen Gemeinden den ganzen Wirkungskreis der jetzigen Bezirlshauptmannschaften übertragen könnte. Abg. Svetec sagt, er hätte erwartet, wenn sich das Gesetz vom Jahre 1869 nicht in seinem Geiste ausführen lasst, dass der Verwaltungsausschuss eine Abänderung desselben beantragen werde. Abg. Dr. Ritter von Vesteneck bemerkt, es freue ihn, dass sich auch die Gegenpartei zu anderen Anschauungen bekehrt habe, indem sie zugebe, dass die jetzigen Gemeinden weder im eigenen noch im übertragenen Wirkungskreise lebensfähig seien. Die Argumente, welche der Abgeordnete Svetec vorgebracht, feien eher als eine Befürwortung des Antrages an» zusehen. Von der Ausnahme, kleine Gemeinden zu belassen oder, wo es das Interesse erheischt, zu bilden, sei im Operate nur geringer Gebrauch gemacht wor«s den. In der Bezirkshauptmannschaft Adelsberg seien beispielsweise 17 Hauptgemeindcn mit 2000 Seelen, in zener von Radmannsdorf 13 mit 2000 Seelen und in jener von Krainburg 22 mit 2800 Seelen in Aus-sicht genommen, — wohl der schlagendste Beweis, dass die Ausnahme nicht zur Regel gemacht wurde. Die Behauptung des Abgeordneten Svetec, dass die Interessen der Stadt-, Markt- und Landgemeinden identisch wären, sei nicht richtig, dieselben sind im Gegentheile grundverschieden. Adelsberg, als enipoi blühender Markt durch seinen regen Fremdenzuzug, hat sicher andere Interessen, als die umliegenden Landgemeinden, die noch jetzt dazu gehören und die sich um Beleuchtung, Trottoir, Anlagen von Spaziergängen :c. gar nicht kümmern, weil sie dafür eben kein Verständnis haben. Abgeordneter Dr. Bleiweis habe den alten Schmerzensschrei gegen die bestehende Einrichtung der politischen Verwaltung wieder losgelassen; möge aber selbst die autonomste Regierung kommen, an der bestehenden Verwaltung werde keine rütteln, da jede welß, dass nur eine feste, in einer Hand vereinte Verwaltung etwas leisten kann. Man sagt hie und da, schaffen wir noch größere Gemeinden, die werden etwas zu leisten vermögen, und doch sehen wir, dass die jetzigen Gemeinden nahezu ganz unleistungsfähig sind, bis auf geringe Ausnahmen. Wir sehen dies ja anch an den Bezirksvertretungen, die einen sehr kostspieligen Apparat bilden, der zu sonst nichts da ist, als zu politischen Agitationen. In der Theorie hört sich die Idee des Abgeordneten Dr. Vleiweis freilich schön an, übersetze man sie aber in die Praxis, so werden fehr sonderbare Erfolge resultieren. Der schönste Zustand wäre nach dem Wunsche vieler freilich der, dass jeder thun könne, was er eben wolle, dann aber träte ein Zustaud ein, durch den der Fremdenverkehr in Kram sofort abgeschnitten würde. In ein nach diesen Principien anarchisch verwaltetes Land würde sich jedermann scheuen zu kommen. Die Geschichte Krams weist aus den letzten Jahren genug der schwarzen Punkte aus, sehen wir zu, dass dieselben nicht zu einem großen schwarzen Fleck werden. Daher ist es nöthig, dass dem schreienden Missstande abgeholfen und den Anforderungen wenigstens theilweisc entsprochen werde, und dass die aufgehobenen Paragraphc 1 bis 4 des Gemeindegesetzes einen Ersatz erfahren. Redner begrüßt daher mit großer Freude die Enunciation des Herrn Landespräsidenten, welcher erklärt habe, er wolle mit seinen reichen Erfahrungen die Bildung der Hauptgemeinden fördern. Bei der Abstimmung wird der Ausschussantrag 2 mit Majorität angenommen. Zum Antrage 3 spricht Abgeordneter Svetec. Die Annahme dieses Antrages werde die k. k. Bezirks« hanptleute noch zu größeren Eingriffen in die Gemeindegebarung bevollmächtigen, obwohl dieselben schon jetzt genügende Rechte besitzen, sich in die Gemeinde-Angelegenheiten einzumengen. Die Vezirkshauptleute beurtheilen die Bürgermeister nach den von ihnen ein» geleiteten Wahlagitationen. Darnach theilen sie die. selben in zwei Classen ein: jene, welche gefügig sind, haben allerlei Gefälligkeiten von den Bezirkshauptleuten zu erwarten, jene dagegen, die es nicht sind, werden Natwnal-Clericale gescholten und haben sich stets der Strafe zu versehen. Gegen die letzteren kehre sich der Pfeil des ganzen Antrages. Stimme man diesem Antrage zu, so enge man die Gemeinde-Autonoiuie noch mehr ein, und jeder intelligente, unabhängige Mann werde sich in Hinkmch hüten, Bürgermeister zu werden. Redner empfiehlt den Übergang zur Tagesordnung über den Ausschussanttag. Abg. Dr. Vosnjak wundert sich, fortgesetzt nur den einen Manu am Berichterstattertische zu sehen. Derselbe sei der Chef eines politischen Amtes, und von diesem Standpunkte aus beurtheile er auch die Gemeinde'Angelegenheiten, weil er gewohnt sei, mit seinen Beamten sehr strenge vorzugehen. Der Herr Referent habe sich über die Befähigung der Gemeindevorsteher sehr beleidigend geäußert, indem er die große Mehrheit derselben als vollkommen unfähig hinstellte. Nun, so arg sei es denn doch nicht in Kram. Redner sagt, er kenne dies aus Ueberzeugung von seiner Amtierung im Landesausschusse. Dass die Gemeinden weder bureaukratisch noch deutsch amtieren können, sei allerdings richtig. Wenn man die in Kram vorkommenden öffentlichen Gewaltthätigkeiten von gewisser Seite mit Vorliebe hervorziehe, so sei darauf zu bemerken, dass in Wien und in Deutschland Verbrechen geschehen, die hierzulande gottlob völlig unbekannt sind. Es stehe sicher einem krainischen Abgeordneten schlecht an, das eigene Land so zu verunglimpfen. Die „schwarzen Punkte" der letzten Jahre sind eben diejenigen, wo bei den Wahlen Gesetz nnd Recht mit Füßen getreten wurden, so dass die heutige Lmidtags-Majorität auch die Mehrheit des Landes selbst zu repräsentieren vermeint. Wenn der Referent in seinem eigenen Wirkungskreise bittere Erfahrungen gemacht hat-------------- Abg. Dr. Ritter v. Vesteneck ersucht den Landeshauptmann, ihn gegen persönliche Angriffe zu wahren. Der Landeshauptmann echlch! den Redner, bei der Sache zu bleiben. Abg. Dr. Vosnjak schließt mit der Bemerkung, dass dem Provocierten auch das Recht der Antwort gewahrt bleiben müsse. Referent Abg. Dr. Ritter v. Besten eck schickt seinem Schlussworte die Bemerkung voraus, er wolle auf die persönlichen Insulten nicht antworten. Es wirb seitens der Herren der Gegenpartei eben fort und fort etwas behauptet, für das sie keinen Beweis vorzubringen wissen. Was seitens eines Herrn Abgeordneten heute über die Vergewaltigung der Gemeinden vorgebracht wurde, das habe man bereits im Reichsrathe gelegentlich der Berathung des Budgets des Justiz-Ministeriums gehört. Wenn man vorschützt, dass nul jene Gemeindevorsteher unterstützt werden, welche mit den Bezirlshanptleuten sozusagen durch dick und dünn gehen, so ist das eine unbewiesene, daher sehr billige Behauptung. Einer der Herren Redner von heute gegen die Vezirkshauptlcute war seinerzeit anwesend und hat es gut gehört, als der gewesene Landesfträsident Ritter v. Kallina eine Gemeinoedeputation ersuchte, die Oppo» sition gegen die Staatsbehörden zu lassen, da nur inl gemeinsamen Zusammenwirken ein gedeihliches Ziel erreicht werden könne. Trotzdem aber werden die Äe< zirkshauptleute noch heute von gewisser Seite der Bevölkerung als Wauwaus hingestellt. Redner erklärt, er sei unverbesserlich in seinen Anschauungen, es müsse eine Grenze geben, wo die Execntive einschreitet, sonst gehe man der Anarchie entgegen. Wir haben eine Reihe von Gesetzen, die ganz vorzüglich sind, doch stehen viele derselben bloß an» Papier, indem sie einfach nicht ausgeführt werden, weil es eben an den Ausführungsorganen, den dazu willigen und fähigeu Bürgermeistern fehlt. Diese gemüthliche Auffassung, der'zufolge nur derjenige ein guter Bürgermeister ist, der nichts thut, muss endlich anfhören. Bei der Abstimmung wird der Uebcrgang zur Tagesordnung abgelehnt und Antrag 3 des Aus' schusses angenommen. ! Zum Antrage 4 spricht Abgeordneter Dr. Po-klukar. Die nationalen Abgeordneten erfüllen nlll ihre Pflicht, »renn sie die berechtigten Klagen der M< völkerung vorbringen. Sie wollen niemandem Unrecht, thun, allein sie sagen die Wahrheit. Gerade einige Herren sind immer die Ursache, dass das Land bit fiüher genannten „schwarzen Pnntte" bekomme. WeNl« etwas vorgeworfen wild, so heißt es immer, es s.e> nicht wahr, und wird so lange rundweg geleugnet, bis man mit schriftlichen Beweisen kommt. Man möge nicht immcr nnr die Fremden zuerst vertheidigen, so^ dern die Heimischen, dann werden die Fremden alM Ruhe haben- Abg. Dr. Schaffer erklärt eine ordentliche Gebarung mit den Gemeinderechnungen für das wich' tigste Erfordernis im Gemeindeleben. Es werden jedoch nnr von den wenigsten Gemeinden die Rechnung^ ordentlich gelegt und gelangen hierüber fortgesetzt B? schwerden an den Landesausschuss seitens der G? lueinde-Anqehörigen. In solchen Fällen kann sich del Landesausschuss an niemanden wenden, als an die Ä^ zirkshauptmannschaften. da er über keine eigenen Orgallt zu diesem Zwecke verfügt. Abg. Deschmann betont gleichfalls, dass del Landesnusschuss genöthigt sei, um zu seinem Ziele z" gelangen, die Hilfe der k. k. Bezirkshauplmannschaftt" in Anspruch zu nehmen. Ucbelstände aufdecken, die is Lande thatsächlich vorhanden sind, ist eine Pflicht del Volksvertreter, man bringt sie vor, weil man es ebe» gnt mit dem Volke meint, denn schon ein ultes Sprio)' wort sagt, nur Selbsterkenntnis ist der Weg zur Mr sernng, nnd da könne somit von keinen politischen W^ növern die Rede sein. Unleugbar aber ist es, dass il" Volke die Achtung vor dem Gesetze leider gesunte^ ist; das zeigen die zahlreichen SchwnrgerichtsverhaN^, lungcn wegen Verbrechens geqen die körperliche Sichel heit. ebenso ist auch der Nr'spect vor den staatliches Organen sehr im Niedergange. ^ Abg. Sue tec sagt, die „schwarzen Punkts werden dadurch in die weite Welt gestreut, dass ^ Correspondents der Ionrnale dieselben sofort in all Winde hinausposaunen. Redner meint, was zu Ha"! geschieht, soll anch zu Hause bleiben, dann werde d»' Land nicht so schlecht beurtheilt werden. ^ Referent Abg. Dr. Ritter v. Vesteneck N^ daraufhin, dass von allen Gemeinden Krams höchst^ 50 die Rechnungen zur rechten Zeit vorlegen, a^ übrigen kommen dieser wichtigsten Bestimmung ^ Gesetzes nicht nach. , Bei der A b st i m m ung wird Antrag 4 s" genommen. Der Antrag dcs Abq. Luckmann, die NF, rung zu ersuchen, einen Gesetzentwurf über die "^! theilung der Hutweideu und Wechselgründe in ^ nächsten Landtagssession vorzulegen, wird ebeüfa" angenommen. ,, IV. Abg. Dr. Poklukar referiert über H Voranschläge der krainischen Stiftungsfonde pro 1"A, nnd 1881. Dieselben werden ohne Debatte genehnw. V. Abg. Dr. Voänjal beanlragt namen« ^ Fiuanzausschusscs: ,,. 1.) Dcr Liudl-sautzschuss wird ermächtigt, n"^«, bare, an chronische!, Krankheiten leidende zahle's > 12!>!> unfähige Personen aus der Spitals- in die Siechenpflege zu übergeben. 2.) Sollte der Landesausschuss im Interesse des Landrsfondes diesfällige Kosten vorschussweisc ;u be. streuen finden, so wird ihm für diesen Fall ein Credit von 500 fl. für das Jahr 1880 und von 1000 fl. für daz Jahr 1881 bewilligt. (Angenommen.) VI. Mündliche Berichte über Petitionen: ).) Abg. Dr. Voönjat beantragt, der Gemeinde S avmu 150 fl. für den Brückenbau zu bewilligen. (Angenommen.) . 2) Abg. Navratil beantragt, dem Turnlehrer ^chnudt gegen die Verpstichtnug, allen Volksschulen m Kram em Exemplar des ersten nnd zweiten Theiles ! n.. ^?"^ zn übermitteln, zur Herausgabe des u ^i^"^^"''""' ""' Subvention per 150 fl. zu bew lllgm. (Angenommen.) ^n ^- ^'^'I^^' vSadinschegq beantragt. . 5'"?""?"' W'""e Anna Skedl die Gnadengabi ans wettere drei Jahre zu belassen. (Angenommen.) a^s « "l !""b um 3 Uhr die öffentliche Sitzung -^chlFen und beginnt die vertrauliche. Nächste Sitzung morgen. 10. Sitzung. Laibach. 8. Juli. forschender: Landeshanptmann Dr. Ritter von Lm.d^"^^^^"reler der Reqirrnnq der k. t. ^ndesprastdrnt Wintler. Auweseud 35 ?lbgeol dnete. lllN'P.^ ^?°^"^er letzteu Sitzung wird in jloven scher Sprache Versen nnd ge»ehmigt. N. Mittheilungen des Lmidtagspräsidiums. den ^^nd^N^sN''zn''"^"'^" ^"""" ^rnnf^'^inW^^ d Gemc.noeoochthern das Recht eingeräumt werde.' M b eumundeten Individuen die Autzfolquna. des ^henleldzeltels zu verweigern. Nach der derzetiaen Aestmiulung des Gesetzes stehe gege.i die Verlveiaenma ocs Ehemeldzcttcls durch den Äürgerineistcr der Recurs au deu Oemeiude' und sodaun au den Landesausschuss offeu. Rcdner sagt. er sei von einer Anzahl von Ge. Memdcvorsteheru seines Wahlbezirkes Umgebung Laibach ersucht wurde», den Bürgermeistern brim hohen Land-tage doch etwas mehr Rechte in dieser Aüaeleqcnhcit zu verschaffen damit sie imstande wären, solchen Lenten, welche lediglich das bäuerliche Proletarial vermehren, oas Heiraten zn verbieten. Drei Gründe sind es -IM Meduer, — welche die fortschreitende Verarmnnu Ar Landbevölkerung bewirken, nämlich, dass jeder <"ttler ungehindert heiraten könne, die Freitheilbarkeit ocr Gründe und die Gcwerbefreiheit. Redner will sich m eine Erläuterung der Geschichte der Ehemeldzettel "lcht einlassen uild ersucht, seinen Antrag dem Ver-waltungsausschusst zuzuweisen. (Angenommen.) . s/^) ^' 5?l' .?^" ^feriert namens des Ver-waltungSausschusses über die Gesetzvorlage, betreffend die Ablösung der auf Realitäten hastenden Giebiq. leiten und Naturalleistungen für Kirchen. Pfarren und deren Organe, und beantragt: Der Landtag wolle: 1.) dem angeschlossenen Gesehentwurfe feine Zustimmung ertheilen; 2.) den Landesausschuss beauftragen: a) die Allerhöchste Sanction des Gesetzes zu er- d) die k.k. Regierung um Durchführung desselben uno um Erlassung der erforderlichen Vollzugsvorschrif. len sowie um Erwirkung der Stempel- und Gebüren-'"UM für die diesfälligen Acte zu ersuchen: . o) an die Gemeinden eine entsprechende Belehrung "ver diese Angelegenheit zn erlassen. nnd Kns/^k" Finanzausschuss zu beauftragen, für die "v ten der Ablüfung der auf den Realitäten haftenden isMiebigkeiten nnd Naturalleistungen für das Jahr o»i eme» entsprechenden Betrag in das Präliminare "" «andesfondcs einzustellen. ^ In der Generaldebatte spricht gegen die ,?'Hue des Gefrtzentwnrfes zunächst der Äbgeord« . " Detela. Rcduer sagt, schon im Veiwaltungs- "sichllsse haben die Milglirder der Minorität den „."N gestellt, über den Gcsetzeutwurf zur Tagesord- '"g überzugehen. Der Antrag aber wurde mit 5 ^"4 Stimmen, also mit bloß eiucr Stimme Ma- den, "e""mfen. Namens der Minorität werde er stell U'"6M Antrag anch in der heutigen Plenarsitzung ei "' Die große Majorität der Bevölkerung Krams Uiin^" ^^"' Gesetzentwurf, weil derselbe nicht nur Und Händig, sondern zugleich auch dem Landmanne Eta ^^'chm schädlich und überdies vom juridischen sy """punkte aus ungerecht und undurchdacht sei, nm- biirl! ' "^ " ^'" Landesfonde bedeutende Kosten aus^ ^ "en werde. 125 Gemeinden haben sich gegen den sHcu.lWurf erklärt uud nur 22 für denselben, und ^ >l diese würden nicht dafür gestimmt haben, wenn i^"?usKt hätt«',,, dass es sich nicht um die jährliche Ei«, s'lu»g der Abgabe, sondern um die vollkommene libera, "6 des AblösungscapitalL handelt. Es sei nicht dnsH beni Volke ein Gesetz aufzuzwingeu. welches > ^e entschieden nicht will und welches die Berech. tigten nnd Verpflichteten schädigt. Das Ablösungs. capital werde mehr als zwei Millionen betragen, die Kosten der Ablösung an 70,000 fl. Wo soll der Landmann, der an Geldmangel leidet, das hiezu erforderliche Geld bekommen? Er wird es nicht zu 5. fondern zu 10 und 20 Proccnt aufnehmen müsse». Der Gesetzen!» wurf fei jedoch, wie schon ewähnt, auch juridisch undurchdacht, denn die Giebigkeiten fußen auf gegenseitigem Uebereinkommeü. indem die Cullectur nur dann zu leisten sei, wcun cine Gegenleistung erfolgt, das heiht, wenn ein hiezu berechtigter Geistlicher vorhanden ist. Bei dem Mangel an Geistlichen, der in Kram herrscht, seien nun schon jetzt viele Seelsorgerstellen leer, welche keiner Collcctnr erfordern; wenn nun die Giebigkciten auf einmal abgelöst werden, fo bezahlen die Besitzer in vielen Fällen, ohne etwas dafür zu erhalten. Die Kosten für die Ablösung werdeu aber noch größer werden, als man sie pläliminiert hat. Wurde doch auch die Grundstcuereinschähung nur mit sechs Millionen veranschlagt und hat bis nun doch schon volle 22 Millionen gekostet, trotzdem noch lange nicht alle Arbeiten beendet sind. In andern Ländern, z. B. ill Sleiermalk. wurden auch die Giebigkeiten abgelöst, doch sicher nicht zum Vortheile des Landes. Steie» mark war früher ein reiches Land, durch die Durchführung der „liberaleu" Gesetze ist es heute jedoch schlechter daran als Kram. Das4 die Ablösuug der geistlichen Giebigteilcn die rationelle Landwirtschaft fördern werde, sei eine nichtssagende Phrase, auch ihre Eiuhebniig habe den Wirtschaftsbetrieb nie gestört. Für das Gesetz treten im Hause uur die Vertreter des Groß, grnndbesitzcs, der Handels- uud Gewerbekammer und einiger Städte und Märkte ein, welche alle eben leine Oicbigkeiten an Pfarren zu entrichten haben. Die sämmtlichen Vertreter der Landgemeinden des Landes, welche eben diese Gicbigkeiteu^zu entrichten haben, erklären sich entschieden gegen die Annahme des Gesetz« cntwnrfes. Redner hofft daher, die Regierung werde auf die Repräsentanten des Laudvollcs Rücksicht nehmen, welche gegen die Annahme des Gesetzentwurfes Protest erheben. Abg. Ritter v. Gariboldi erklärt, er habe aus deu Auseinandersetzungen des Vorredners nicht die Ueberzeugung von der Uuzweckmäßigteit des Gesetzes gewönne,!. Dir Ersprießlichkeit desselben sei von den berührten Factoren. den Verpflichteten und Berechtigten, stets vom einseitigsten Standpunkte aus be« kämpft worden. Die Berechtigten — der Clerus — seien durch die Dccanate einvernommen worden und haben sich zum größeren Theile gegcn die Ablösnng ausgesprochen; die meisten dieser ablehnenden Voten seien jedoch ohne alle Motivierung. Warum die Berechtigten gegen das Gesetz eifern, ist nicht schwer zu errathen, geht doch bei der Ablösung das gewohnheils-gemäße, nicht zu uuterschätzcude Plus. das man durch die bekannten, dem Clerus geläufigen Mittel schon hereinznbringcn weih, verloren. Also in erster Linie die Fnrcht. das unberechtigte Plus zu verlieren, ist es, welche die Berechtigten bewegt, sich gegen die Ablösung zu erklären. Auch der Umstand, dass sich die Laiengesetzgebung aus ein Feld begibt, auf dem der Clerus allein maßgebend fein will. hat dem Gefehe eine bedeutende Opposition gefchaffen. Dafs sich andererseits auch die Mehrzahl der Gemeinden — der Verpflichteten — gegen das Gefetz erklärt hat, liegt wohl in dem cuuservativcn Zug unserer Landbevölkerung, welche keiner Neuerung freundlich gesinnt ist und stets den Wunsch hat, es solle nur alles schön beim Alten bleiben. Bemerkenswert aber ist es. dass sich gerade die größten Gemeinden des Landes für die Ablösung ausgesprochen haben. Das ist ein Factor, der bedeutend in die Wagschale fällt. Redner will in die großen Vortheile, welche das Gesetz den Verpflichteten bietet, nicht näher eingehen. Wenn aber eingewendet wurde, dafs das Plus mit Freuden gegeben werde, so mag das in einzelnen Fällen so sein, in den meisten gewiss nicht. Nach zwanzig Jahren, wenn die Ablösung vollzogen sein wird, werden sowohl Vcr< Vflichtete als Berechtigte dem heutigen Gesetze dankbar sein, indem es beiden Theilen nur zum Vortheile gereichen wird. Abg. Kl un spricht gegen das Gesetz in längerer nnd sehr eingehender Ausführung. Pas Gesetz sei heute bereits znm drittenmalc auf der Tagesordnung, und zwar war dies fchon in den Jahren 1875 und 1878 der Fall. Jedesmal haben sich die Gemeindeil sowie das sürstbischöfliche Ordinariat dagegen ans-gesp'ochen, und auch die Landesregierung habe ihre gegründeten Bedenken gegen dasselbe geltend gemacht. Man konnte nach allen dem glauben, der Gesetzentwurf sei nun begraben, allein kaum hatte die Gegenpartei die Majorität, so kam es sofort wieder auf die Tagesordnung. Als das Gesetz seinerzeit vom Abgeordneten Baron Apsaltrern eingebracht wnrdc, durfte man noch annehme!«, dass damit ein guter Zwecl verfolgt werde, heute jedoch, uachdcm sich die überwiegende Majorität der maßgebenden Facloren dagegen erklärt habe, sei man von diesem Glauben wohl schon gründlich geheilt. Das Gesetz soll eben nur aus Parleirücksichten beschlossen werden, um dem „Liberalismus" gerecht zu werden, wurde doch die Lösung dieser Frage von der anderen Partei selbst als eine eminent freiheitliche! bezeichnet. Pas vorliegende Gefetz aber sei dem Landvolte und dem Clerus ein Faustschlag ins Gesicht, zur Strafe dafür, weil sie nicht ius liberale Horn blasen wollen. (Widerspruch rechts. Beifall links.) Sonst gibt man Gesetze, wenn sie nothwendig sind, aber bei uns kann das Volt „pkneul et l:iloou»L»" fchreien, fo viel es will, es bekommt doch statt des Brotes einen Stein. Die Collectui sei eben ein Ueber-bk'ibscl des Mlttelalters, darum müsse sie abgefchafft werden, wie könnte auch fönst die Welt erfahren, dafs Krain eine liberale Vertretung im Landtage hat? Es wird bei diesem Gesetze genau so gehen, wie beim Schulgesetze, welches enorme Lasten der Äevölteruug aufgebürdet hat. uud wie iu Steiermark, wo bekanntlich das gleiche Gesetz schon im Jahre 1^69 beschlossen wurde und wo die Ablösuug schou un Jahre 1872 hätte beendet sein sollen, trotzdem jedoch in vielen Gemeinden heute noch gar nicht begonnen hat. Wenn man sagt, dem Landvolke fehle dir richtige Auffassung dieses Gesetzes, so ist dagegen zu bemerken, dass vielleicht kcmc Leistung dem Volle so klar ist, in welcher Höhe sie zu leisten ist, als eben die Eollectur. Man hat im Ausschussberichte auch angeführt, dass die Collectur die Freitheilung der Gründe behindere — nun. dies sollte heute, wo man über das stets anwachsende Bauernproletariat klagt, doch weit eher cm Argument gegen das Gesetz als für dasselbe abgeben. Unser Landvolk leidet stets an empfindlichem Vargeldmangel, und man spricht immer, mau soll demselben dnrch Gründung von Vorschusslassen, in denen es billiges Geld bekäme, unter die Arme greifen. Wo wird aber das von Geld vollkommen entblößte Landvoll die drei Millionen hernehmen, welche dir Ablösnng der Giebigleilen kosten wird, und wie soll das Capital angelegt werden? Das Nächstliegende wird sein: in Staalspapicren. Wenn aber die Coupons noch mehr besteuert werden als jetzt und dadurch das Erträgnis bedeutend geringer wird, wer wird dann wieder zahlen müsse«!, als eben die Landgemeinden, wenn sie nämlich Seelsorger werden haben wollen, und wie? — uicht anders als dnrch eine Collectur in neuer Auflage. Wenn der Gegenpartei au dem Volks« wohle wirklich etwas gelegen ist, dann möge sie den Laudmann die Giebigleilen an den Clerus wie bisher in lllUiun abtragen lassen, da ihm dies immer leichter sein wird, als in Geld. Bei Berathung des Gemeinde-gesetzes habe man sich gegnerischerjeits aus die Wünsche der Gemeinden berufen, warum entspricht man in diesem Falle nicht deu Wünschen der Majorität derselben? Das Verhältnis derjenigen, die sich für das Gesetz erklärt haben, gegen diejenigen, welche dagegen sind, ist 50.000 gegen 400,000, das gleiche Verhältnis, wie die heutige Majorität und die Minorität des Landtages. Die Beschuldigung, dass der Clerns mehr verlange, als ihm gcbüre, »st ungerecht; was dem Clerus gegeben wird, gibt das Landvolk freiwillig und aus gutem Herzen. Sind schlechte Jahre, dann nimmt der Geistliche mit dem Wenigen vollieb, das er bekommt, klagen wird er den Landmann wegen Nichtabfuhr der Oiebigkciten niemals. Bequemer ist es freilich, mit der Quittung ins Amt zugehen und das Geld zu beheben, als zu collectieren. Wenn man aber glaubt, den Clcrus dadurch in jene Ketten zu schmieden, dass er den Feinden des Glaubens gefällig sem werde, so irrt man sich. denn - so schließt Redner — eher werde man den Clerus von Haus zn Haus betteln gehen, als ihnen uuterthänig sehen. Redner ersucht schließlich die Regierung, dieselbe möge vor Regelung der Congrua das Gesrtz nicht zur Sauctiou empfehlen. (Schluss solgt.) — (Aus dem Landtage.) An der in der gestrigen Landtanssitzung geführten Debatte über das CullecturAl'lüslMgsgesetz betheiligten sich auher den in unserem obigen Sihmlgtzberichte erwähnten Rednern noch die Herren Abgeordneten: Svetec (gegen). Dr. von Schrey. Baron Apfaltrern und der Berichterstatter Dr. Deu (für). Der Antrag de Abgeordneten Detela auf Uebergang zur Tagesordnung wurde bei namentlicher Abstimmung mit 1!) gegen 16 Stimmen abgelehnt. Abgeordneter ttlun erklärte hierauf, dass sich die Minorität an der Specialdebatte nicht betheiligen werde. Das Eingehen in letztere wurde sodann mit Majorität beschlossen. Abgeordneter Ritter v. Gariboldi beantragte nun die Lii dlooAnnahme des Gesl-Hes. welcher Antrag auch angenommen und hierauf der Gesetzentwurf auch aleich in dritter Lesung genehmigt wurde. Nun begann eine vertrauliche Sitzung i nach kurzer Weile wurde dieselbe wieber zur öffentlichen, indem beschlossen wurde, die Ocueraldebatte über die beantragte Reorganisierung der Laudesämter in öffentlicher, hingegen die Special« bebatte in vertraulicher Sitzung vorzunehmen. In der Generaldebatte beantragte der Abgeordnete Dr. Poklular, die Reorganisation zu vertagen und die Negierimg zu ersuchen, die Landcsbuchhaltung und die Landescass? mit ihren gleichartigen Aemtern zu vereinigen. Ueber den Erfolg dieses Ansuchens, sowie über die Aenderung der Dienstespragmatik hätte der Landcsautzschuss in der nächsten Session Bericht zu erstatten. Einstweilen wären allen Beamten, die weniger als 1000 st. Gehalt be-l ziehen. Remunerationen bis zur Höhe von 200 st. zu 1300 bewilligen. Abgeordneter Dr. Ritter v. Vesteneck erklärte sich gegen die Anträge des Abgeordneten Dr. Poklular, welche bei namentlicher Abstimmung auch mit 19 gegen 16 Stimmen abgelehnt wurden. — Die heutige Sitzung beginnt um halb 10 Uhr als vertrauliche; um 11 Uhr wird die öffentliche Sitzung eröffnet. — (Aus dem Militär-Veteranenver-eine.) Sonntag vormittags fand im städtischen Raths-saale in Anwesenheit von 8^) Mitgliedern die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Ersten allgemeinen lramischen Militär« Veteranenvereines statt. Dieselbe wurde vom Vereinsvorstande Herrn Magistratskanzleileiter G. Mihalii mit einer längeren Ansprache eröffnet, in welcher derselbe als das wichtigste Ereignis im abgelaufenen Jahre die dem Vereine durch Uebernahme des Allerhöchsten Protectorates seitens Sr. Majestät des Kaisers zutheil gewordene hohe Auszeichnung hervorhob und hieran die Aufforderung knüpfte, sich derselben auch in Hinkunft durch musterhafte loyale und patriotische Gesinnung und durch reges humanitäres Wirken im Vereine würdig zu zeigen. Zum Gedächtnisse an diesen neuerlichen Act der kaiserlichen Huld hat der Ausschuss beschlossen, ein schön ausgestattetes Gedenkblatt anfertigen und an die Mitglieder vertheilen zu lassen. Der vom Vorsitzenden hierauf verlesene Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr entwirft eine Chronik der Vercinsthätigkeit und widmet der verstorbenen Fahnen« mutter-Stellvertreterin, Ihrer Exc. der Baronin Natalie von Purser, einen warmen Nachruf. Weiters entnehmen wir demselben über den Stand des Vereines folgende Daten: Obwohl der Verein im verflossenen Jahre 1 Ehrenmitglied (Michael Lentsche) und 6 Mitglieder (die Herren: Ahaöii, Baron Kuschland, Peröe, Pogacnik, Pozenel und Schonta) durch den Tod verloren hat, ist die Gesammtzahl seiner Mitglieder doch in erfreulicher Zu« nähme begriffen und weist derzeit 245 Mitglieder gegen 212 im Vorjahre auf. Auch das Vereinsvermögen er» freut sich stetiger Zunahme und beläuft sich gegenwärtig, nach kaum fünfjährigem Bestände des Vereines, bereits auf 3526 st., die fruchtbringend angelegt sind. An Kranken« unterftühungs - und Leichenkostenbeiträgen wurden im letztverflossenen Jahre an die Mitglieder 510 st. (gegen 25)2 ft, im Vorjahre) vertheilt. Nachdem die Versamm» iung den Rechenschaftsbericht und einige vom Ausschusse in demselben gestellte, innere Vereinsangelegenheiten be» treffende Antrage genehmigt hatte, schritt dieselbe zur Neuwahl der Vereinsleitung, und wurden hiebei folgende Herren gewählt: zum Vorstände Georg Mihali?, zu dessen Stellvertreter und Rechnungsführer Johann Ko» larzet Edler v. Sternhof, zum Cassier Johann Goliaß, zu Secretären B. Lichtenegger und I. Vokalic und zu Ausschussmitgliedern: E. Brosch, W. Bischof. I. Cit, I. Dobrin. K. Fritfch, I. Gerbaz, I. Grahek. M. Hor« Vath, A. Hocevar, I. Hren. S. Jak, G, Klobas. M. Mlinar, M. Piller, F. Supankc, I. Schmalhardt. Ch. Schaffenrath und M. Higur. Die Versammlung schloss über Einladung des Vorsitzenden mit dreimaligen stürmischen Hoch- und Sivio-Rufen auf Ihre Majestäten. — (Postamts'Uebersiedluug.) Das derzeit in Vir bei Stein bestehende k, k. Postamt übersiedelt am 16. d. M. in die Ortschaft Domschale. gleichzeitig wird die bis nun zwischen Vir und Stein verkehrende Botenfahrt aufgelassen und dafür eine Botenfahrtverbindung zwlfchen Domschale und Stein ins Leben treten. Den bisherigen Nestellungsbezirl des zur Auflassung bestimmten Postamtes in Vir übernimmt das neue Domschaler Postamt. Danksagung. Der Herr l. k. Oberlieutenaut in Pension Franz Iosse in Üaibach hat dem Staotmagistrate cine Obligation dcr Silber-rente per 50 Gulden mit dcr Widmung übersendet, dass die Couponsintercssen für die Sladtarmcn zu seinem Andenken halbjährig in Vcrwendunss tommcn sollen. Indem diese Obligation in die Ttadtarmencassc hinterlegt und für die widmungsmühige Verwendung der Interessen das Erforderliche vorgekehrt wird, wird dieses hochherzige Geschenk hiemit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Stadtmagisttat Laibach, am 2. Juli 1880. Der Bürgermeister: Laschan m. p. Neueste Psft. Original«Telegramme der „Laib.Zeitung." Wien, 8. Juli. Die „Pol. Corr." berichtet aus Belgrad: Hassan, Gouverneur von Novibazar, dessen Todesnachricht christliche Flüchtlinge verbreiteten, ist verwundet hier eingetroffen, um Heilung zu suchen. Paris, 8. Juli. Petersburger Nachrichten dementieren formell, dass Nussland seine Intervention zur Durchführung der Berliner Befchlüffe angeboten habe. — Der Senat beschloss die dringliche Verhandlung des Antrages Dufaure bezüglich des Vereinsrechtes. Die Debatte wird morgen stattfinden. — Das Amnestie-project wurde an die Commission verwiesen, welche sofort zur Berathung zusammentrat. London, 8. Juli. Im Unterhause erklärte Gladstone, es wäre im Hinblick auf die bisherige Erfahrung weder gerecht noch achtungsvoll gegen die Pforte, zn vermuthen, dass die Pforte sich dem einstimmigen Beschlusse der Mächte widersetzen werde. Trieft, 8. Juli. (Wr. Mg. Ztg.) Die gestrige Landtagssitzung verlief äußerst tmnultuös. Als bei namentlicher Abstimmung Nabergoj feine Stimme wiederholt slavisch abgab, entstand eine solche Erregung, dass die Sitzung gar nicht zu Ende geführt werden konnte. Es wurde gepfiffen »nd gezischt und die Sitzung löste sich von selbst auf. Linz, 8. Juli. Der Landtag wurde nach den Schlufsreden des Landeshauptmannes und des Statthalters mit begeisterten Hochrufen auf Se. Majestät den Kaiser geschlossen. Bad Gastein, 8. Juli. (Presse.) Heute früh um 7 Uhr hat sich der in der (5ur hier befindliche russische Oberst Mazarsky Doboltzuff unterhalb der Wandelbahn in den Wafferfall gestürzt, nachdem er Hut und Nock auf eine Bank niedergelegt hatte. Der Leichnam ist trotz eifrigen Suchens noch nicht ge-fnnden worden. Brunn. 8. Juli. (Wr. Mg. Ztg.) Heute wurde Bürgermeister Winterholler durch den Statthalter Kal-lina beeidigt. Der Statthalter beglückwünfchte die Gemeindevertretung zn dieser Wahl und bezeichnete sie nicht nur als glückliche, sondern sogar als selbstverständliche. Winterholler dankte dem Statthalter und versprach, dass ihm die würdigen Männer, welche vordem auf diefem Platze waren, als Richtschnur dienen sollen. Brunn ist durch deutsche Cultur und deutschen Gewerbefleiß zu seiner Bedeutung gelangt, und diese müssen geschützt werden. Das vom Bürger« meister schließlich ausgebrachte Hoch auf den Kaiser wurde dreimal stürmisch wiederholt. Lemberg, 8. Juli. (Wr. Mg. Ztg.) Im Hof« räume des hiesigen Garnisonsqefängnisses wurden heute um sechs Uhr früh die 23jährigen Uhlanen Hawrylo Moczerniuk und Constant,'« Hnatcznk wegen ans Nach« sucht an dem vorgesetzten Unterosficier Schlich begangenen Mordes hingerichtet. Die Execution vollzog der Brünner Scharfrichter Both. Dem dritten Delinquen» ten Tychon Budz wurde die Begnadigung verkündet. Berlin, 7. Iilli. (Köln. Ztg.) Der Kaiser verlässt Ems bereits in drei Tagen und geht nach kurzem Aufenthalte auf der Insel Mainan nach Gastein znm Curgebrauch«'. Es wird wieder ein Besuch des Kaisers Wilhelm durch den von Ischl kommenden Kaiser von Oesterreich erwartet. Paris, 8. Juli. (Wr. Mg. Ztg.) Der „Gau-lois" meldet, der Nuntius zeigte Freucinet an, er habe Befehl, die Verbindungen abzubrechen und sich zur Abreise bereitzuhalten, wenn gegen die Eongregationen weiter vorgegangen würde. Bourbaki soll in griechische Dienste treten. Paris, 7. Juli. (Köln. Ztg.) Der König von Griechenland wird heute abends von hier nach Kopenhagen abreisen; er hat Freycinet heute morgens einen Besuch gemacht und, wie es heißt, ihn gebeten, nichts zu übereilen, damit ein Krieg verhütet werde. Der König ist sehr zufrieden mit seinem Aufenthalt in England. Er sagt, die Aufregung in Griechenland sei nur oberflächlich; im Grunde wollten die Griechen sich rnhig verhalten, die Ereignisse abwarten und nichts thun, was ihre jetzige schöne Stellung verderben könnte. -^ Die Clericalen beabsichtigen, jedem Mitgliede des Parkets, welches wegen der Iesuitenverfolgung semex Abschied genommen habe, eine Medaille zu verehren. Es sind ihrer jetzt 126. Paris, 8. Juli. (N. fr. Pr.) Die Ex-Kaiseri» Eugenie verließ Capetown und fchiffte sich nach St. Helena ein, um am Grabe Napoleons I. zu bftsit. Paris, 7. Juli. Die ,.Agence Havas" meldet: Die Montenegriner verließen alle ihre bisherigen Positionen und marschieren gegen Tuschi und Pudgoriza, wo ein Angriff droht. Die Montenegriner sind entschlossen, auf den albanesischen Feldern die Ernte einzuheimsen. Zwischen den Türken von Iakova und den Christen von Tandesi kam cs wegen von den Türken begangener Grausamkeiten zu einem Conflicte, wobei einige Türken getödtet wurden. Anstckommeno Fremde. Am «. Juli. Hotel Stadt Wien. Looss. Reis,; Hirisch, Steinberg. Deutsch, Witttcrhollcr, Weiser. Neumann, Wiener, Nathausly, Nails' lcute, und Kleiner, Wien. - Dr. Plamiuet. Idria. — Diiar, Hlmdelsm,, Altemnartt. — Baron Sartori, Görz — Uedcr, Kaufm,, ssrantfurt. Hotel Elephant. Vozza, Privat, Trieft. — Licbschcr samml Familie. Graz. — Hoffmann, Meis,, Oedenburg. — Numplcr, handelsm, Pontascl. — huttmaun, Reis., Puutignm, -^ Hartuagcl. lütt. ssiuauz-Octonomat-Vcrwaltcr, Agram. Mohren. Mally D,, Ncumarltl. Verstorbene. Den 7. I illi. Gertraud Koren, Maurerswaise, ? I-, Wicncrstraße Nr. 11. Darmltthmung. Meteorologische Beobachtungen in Laibach. 71l.Mg. 735 3? ^-14 0 Windstill heiter ^ 8. 2 „ N. 7!« 64 -j-25'4 windstill heiter 000 9 „ Ab. 734 74 ^-20 2 NW. schwach heiter Wolkenloser Himmel. Das Tagesmittel der Wärme -^ 19'9°, um 11° über dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: Ottomar Bamberg. > Danksagung. > j W ssür die zahlreiche Betheiligung au dem Leichen^ M M begängnisse meiner geliebten und unvergesslichcu W M Gemahlin M > iletty Keyer gck,. Burger > W am Sonntag, den 4. d. M,, nachmittags spreche ich W M in meinem und im Namen meiner unglücklichen W M Kinder: Franz. Gottfried und Adelheid sämmtlichen W « Thcilnehmern sowie nnch den hochgeschätzten Spcn» W « derinnen und Spendern dcr wertvollen Kränze, wo. W !>> durch die wahre Theilnahme an meinem Unglücke W ^ bewiesen wurde, hicmit den innigsten Danl aus. W W Gurtfeld am 5. Juli 18«0. W W Franz Neyer, D M l. t. Finauzwach-Nespicient. W Vl)^(!)(ll(!)^. Wien, 8. Juli. (1 Uhr.) Das Ausgebot wurde heute nicht fortgesetzt, die Curse erholten sich thcilweise, die Speculation nahm aber noch eine abwartende Stellung ein. «eld war«! Papierrrnte........ 7250 7260 Tilberrente........ 7345 7355 »oldrente ......... 87 40 87 50 Lose. 1854........ 12275. 121 , I860........ 13325 13350 . I860 (zu 100 fi) . . > 13425 13450 , 1864........ 173 50 172 75 Ung. Prämien-Anl..... 114 - 114 2b «redlt-L.......... 177-.- 17750 Theiß-Regulicrungs- und Sze- gediner Lose....... 108 90 109 - »Woolss-U......... 18 25 1850 Prämienanl. der Etadl Wien 118 25 118 50 DonaU'Regulierungs.üolt . . 112 11225 Domänen-Pfanobrilft ... 144 __ 14425 0esterr. Echatzscheine 1881 rück. zahlbar......... 10040 10060 Oesterr. Schahscheine 1882 rück» zahlbar........ 10150 101 75 Ungarische Volbrenle ... 10960 10970 Unaailscht «iisenbahn-Nnleihe . 127 - 127 25 Ungarisch« Eisenbahn-Anleihe, Cumulativstücke...... I26b0 127 — Unlehen der Staotgtmeinde Wien in N. «...... 102-50 102 75 «rnndentlaftungsvbligattsuen. Vöhmen.........10450 - — Niederösterrelch......10KK0 10625 Galizlen.........9775 98'— Siebenbürgen.......9475 95 — Temeser Nana»......94 50 95 - Ungarn..........95 — »5 50 «eklen v<« Vanls«. «eil, V<»„ Nnglo-öfterr. Vanl..... 13250 13275 Crebltanstalt ....... 278 75 273-- Depositenbant....... —- - -. Creditanstalt. unaar..... 263 75 264 - Oesierreichisch > ungarische Vanl 823 - 830 — Unionbanl ........ 10950 110-- Vertehrsbanl....... 13050 131- - Wiener Vankverein..... 134— 134 25 «ctlen vsn tranepsrt-Uuterneh' mnngen. »eld «v«t «llfgld'Vllhn .......159- 159 50 Donau.Pampfschiff.'Vesellschllft 572 - 574 - Ellsabeth.Westbahn.....19050 191-- Ferdinanos.Nordbabn .... 2455-2460 — Velb W«« Franz.Ioseph.Nahn .... 169 - 170 — GallzischeCarl'^ubwig.Vahn . 278 273 2.', Kaschau.Oderbergrr Nahn . . 130 75 131, -Lembera-Tzfrnowiher Vahn . 167— 16? 2l', Üloyd - Gesellschaft.....657 659 - Oesterr. Noröwestbahn. . . . 173—173 50 „ lit. L. . 185 5.0 186 - Rudolf.Vahn.......I6I-5Y 162- Staatsbabn........2^0— li8«»50 Südbahn.........8125 8150 Theiß.Vahn........24250 243 - Ungar.-allliz. Verbindungsbahn 143.. 142 50 Ungarische Nordostbahn ... 147 — 1475» Ungarische Wcstbahn .... 150- - 15050 Wiener Tramway-Gesellschaft . 243 50 244 Pfandbriefe. Ullll.üst.Bodencredltanft.li.Vd.) 116 50 11? - ^ . . (i.V..V.) 102 102 25 Oesterreichisch < ungarische Vanl 103 60 103 80 Un«. Vodencredit.Inst. (B..V.) 102 - 1<»2 25 VrlsritätüVbllgatlonen. «lisabeth.N. 1. Em.....98 75 99- - Ferb.-Nordb. in Silber . . . 105 - 105 2', »«ll, W««e ssranz.Ioseph.Nahn .... 101 90 102 1O Gal. Carl.Uudwifl.«,, 1. Tm. 10450 105' ' Oesterr. Nordwest.Vahn . . 102 — ll)2'^ Ziebenbiirger Vahn .... 84' 842» l Staatsbahn I. tm.....175 50 176'"' l Büobahn i^ 3«/,......121 75 122'^- I . z^ 5°/.......112- 1122b ^ Devisen. «luf deutsche Pläke..... 57 15 57 llb . London, lurze Sicht .... II? 60 N?'^ l Uondon. lange Gicht . . . 117 75 «l?^ l Pari«.......... 4650 46^ «eld «orte» Ducaten .... 5 st. 55 tr. 5 fl. 57 tl> Napoleonsd'or . V ^ 35 . 0 ^ 36 -Deutsche Reichs- Noten .... 57 . 75 , 57 . 60 - Sllbergulden . . — ^ — ^ — , — " Krainische Vrundentlastungs.Obligaliont"'-s«eld 101-. Ware 102 - Nachtrag: Um 1 Uhr 15 Minuten notierten: Papierrente 72 50 bi« 72 60 Silberrente 73 40 bis 73 60. «oldrentl 87'40 bi« 87 60 Credit 279 -- bis 279 25 «lnalo 13« - b^ M-26. London U7 60 bi« U?30 Napoleons 335 bi« 9 36