MbacherO Zeitung. Nr. 283. Pl«n»»«r«tl»n»pl«l»l I» »««Ploi» ga»zj. si. II, h«ll>z. e^o. F«l vie Z«fttll»n« ln« HaX halbj.« lr. Viit b» Post ««,l. l>. ", hal»l- si. ?.«. Freitag, lL. Dezember 1873. Amtlicher Theil. 3e. k. und l. Apostolische Majestüt haben mlt Aller, hlichst unterzeichnetem Diplome dem pensionierten Oe« neralmajor Johann Weymann den Noelsstand mit blm Ehrenworte „Edler" allergnädigst zu verleihen geruht. Se. f. und k. Apostolische Majestät haben mit Aller-höchster Entschließung vom 3. December d. I. dem Ti« lular.Ooerbauralhe im Ministerium de« Innern Her-Mann Oergmann in Anerkennung seiner oieljährigen, treuen und »örtlichen Dienstleistung den Eharalter tines Oberbauralhe« mit Nachsicht der Taxen allergnädigst zu verleihen geruht. Lasser m. p. Sc. l. und f. Apostolische Majestät haben mlt Aller« höchster öntichließung vom 87. November d. I. den Pro« flssor am Slaatsgymnasium in Tr,est Ios-ph Maschta zum Director de« Staals.Ulitclgymnasiums in Pisino allergnildiast zu ernennen geruht. Stremayr m. p. Dr Handelsminlster hat dem l. l. n. 0. Vezirls« lllNcbtsadjunctcn Joseph v. An der Kar eine Mini, slerial'VlzesccrelarSslelle im Handelsministerium verliehen. Dem Glockengießer Albeit Samassa in Laibach ist der l. k. Hoflitel verliehen worden. Nichtamtlicher Theil. Iournalstimmen ilbcr das Kaiserjubiläum. Die Müller de« Auslandes fahren fort, der Jubel« feier in Oesterreich'Ungarn sympathische «rtilel zu widmen. Daily News" schreibt: „Dcr fünfundzwanziyste Jahrestag der Thlonbesteigung des Kaisers Franz Iostph ift in dcr Kapitale und in den Ländern und Provinzen der Monarchie mit außerordentlichen Flludenbejeuau,,gen l"d Festlichleiten und — was noch mehr und besser isl — mit der herzlichsten und spontansten Einmülhiglelt von allen Klassen dcr Vlvoilerung gefeiert worden. Die Aufrichtigkeit der Veglückwünschungen. sie war wesentlich verschieden von jenen eigens organisierten offiziellen De« lnonslrationen. die in manchen anderen Ländern und H»"v!slüdtcn nur dazu dienen, der Hohlheit und Marl« losiuleit de« nach außen Wahrnehmbaren einen dusleren Hintergrund zu geben, ln dem Unzufriedenheit und Ab« Neigung walten. Die Festlichkeiten, die am ersten und zweiten Dezember in jeder Stadt und in jedem Dorfe der österreichischen Monarchie stattfanden, waren eben so Viele «eweise für dcn allseilig herrschenden Geist der Zufriedenheit und der liebevollsten Anhänglichkeit. Die Koyaliläleschau war nicht anbefohlen, war in leiner We,se erzwungen worden; der Ünthusiasmus war nicht tttüi.stelt und nicht simuliert, sondern trat in der auf. tichllgen. tief empfundenen Feier eines Familienfeste« zu laqe. an dem alle in gleich warmer Wcise lheilnahmen. Ca wird wenig Monarchen, ja so!,ar wenig Menschen «Nlch in minder hohen sozialen Stellungen geben, die ein lo ereign,sreiches Vlerteliahrhundert voll der schwierig« slln Prüfungen und Wechfelfälle wie der Kaiser durch« ledt huben werden. In allen Zeiten war Oesterrellds Glück splüchwörllich geworben und das „H'u lolii ^untri» undo" war in jedermanns Munde. Jenes sprüchwört. l'che Gliick hat aber Oesterreich noch immer nicht oer« lassen, ja es ist nie wahrnehmbarer in den Vordergrund »tlreten. Hs lieg« blos der Unterschied vor. daß es nicht °us col'vcnlionellen Ghcbündnifsen. sondern au« einem Vesjilliglmaeprozeß hervorgegangen ist. den es jener Weis. Kit verdankt, die aus Erfahrung dauernden Nutzen zu schöpfen we>ß. In dem ehemals isolierten und in sich unemlgen Österreich sahen wir. wie das Fest des Monarchen ln ben, aanzel, großen Kaiserstaate wie von einer einzigen 3amilie gefeiert wurde und zwar nicht nur in Palästen Und offiziellen Kreisen, sondern auch in den bescheidensten Gaffer,, in den niedersten Hüllen. Nie zuvor war Oefter« teich so ftsj gestllll in den Grundbedingungen aller will« lichtn Glühe; nie zuvor war seine Allianz so gesucht Und seine Wohlfahrt in so hohem Grade ein Gegenstand b« Interesse und der Sympathie aller Nachbarstaaten; °tr Kaiser hat eine solche Sachlage durch seine Ritter« "Hleit, durch sein treue« Hallen an seine Zusagen ge« bonnen und darum wurde ihm auch von Millionen zu» Rubelt, ist er auch von Millionen gesegnet worden." In gleichem Tone läßt sich 'lne wiener Eorrespon« denz der «Tim es" vernehmen; fle saal: „ pfindungen eines Volles nicht so llar zum Ausdruck oringen, wie das Herz des Volle« es in feiner eigen« lhümllchcn Ausdrucksweise vermag »La Presse" sagt: „Oesterreich vertraut seinem Kaiser, es liebt ihn! Wien und das gesummte Ka,ser« reich feiern ein Fest, den Jahrestag des ii. Dezembers, der vor 25 Jahren die Krone auf das Haupt Franz Joseph« sstzte l" „Memorial diplomatique" constatiert, daß die französische wie die au«lüi,l>lsche Presse emmülhig in den Huldigungen sind, die sie dem Kaiser Franz Joseph nu« Anlaß beS 25. Jahrestage« Kemer Thronbesteluunz dar« bringen. ..Für Europa ist die Einigung des österreichi« schen Kaiserftaate« vom höchsten Interesse und nichts vermag diese Einigung willsamer zu befestigen als die Treue der Vevöllerung für die Dynastie, in der die po» lilische lüinheit der 0sterreichisch«unllarischen Monarchie verlölpert erscheint. Dem Kaiser gereicht es zum Ruhme, seine versöhnende Aufgabe richtig ersaßt zu haden. seinen Unterthanen zur Ohre, den Monarchen auf seine» Pfade unterstützt zu haben. Oesterreich ist einiger und alüet« licher denn je zuvor in neneru Zeit und die Hoch« achtung des gtsammten Europa lehnt die laiserliche W»« jestüt für die gehabten Anstrengungen" Das im Haag erscheinende ,D«gblab" jchlettt: „Oesterreich leiert da« Wnne Krönungsfest seines Für-sten. Kaiser Franz Joseph hat wühlend seiner sünfund» zwaüzigjührigen Regier««ß die Liebe »»d Hingebung eine« Volles für seine Person und seine Dynastie in reichem Maße zu erwelben gewußt und da« Voll, wie getheilt es auch manchmal in Auffassung dtssen sein mag, n»a« für da« Veste de« Lal.de« geschehen oder unterlassen werden soll. es hat auch diesmal jelne L,eve und Treue bewiesen, ss bringt den Ausdruck seiner m« nigen Danlbarleit an die Stufen des Thrones und Kaiser Franz Joseph ficht sich >n diesem Auuenbl>ckc umringt von Tausenden und Tausel,ben, deren pol>llsftt«lampf «nserer Taye ist auch an Oesterreich nicht vorbeigegangen. Ader wie gewaltig der Kampf auch loben möge, der Thron ift der Damm. welcher den Strom in sein Velt zulückbümmt. Die Deputation der Vischöfe. die erste in dec Rtihe dcr zahlreichen Voll«deputal«onen, ist eine erfreuliche Erscheinung, in jeder Hliisiltt ermuthigend für tue Zukunft de« Reiches. Süone Worte sind es. die der Ku»jer zu der hohen Oelstllchleit sprach. Gottes Segen riej er herab auf ihre Aufgabe, und oielbezeichnend und beher-zigenswerlh sind die Worte, wodurch der Kaiser dese Uufgade mit dem geistlichen Veruf in unmittelbare Verbindung brachte, al« ein erhabene« Mittel, um Frieden und Verträglichkeit in die Herzen de« Volles zu pflanzen." Vom Tage. Dle .Internationale Lorrefponbenz" meldet: „Gras Nn brassy ist am oelfiossene« Klntaß zu lünncilm »ufenlhall« nach pkft abge«,«. D,e Dauer der Adwe» senheit des Mirilfler« von W,en wirb wohl so la„ge währen, als da« Hoflager de« Kaiseis in O0oöll0 bleibt. Wenn „Pcsti Naplo" neulich in einem die ilmetl» pol»» tischen Wirrnisse scharf beleuchtenden «rl,tel sa^t, An-drassy sei für Ungarn verloren, so dmfle >m Gcgtlilheil gerade feine Slellung al« gemeinsamer Mliüsler, vcr» bunden mit dem Vertrauen, da« er höHsten Olles ebenso wie im kanbe selbst genießt, den Graftn Andlasjy als den Mann erscheinen laffen, der in die Silualion Klarheit zu bringen und Vie oühlichslen Dlcolle zu le,ck de« Staatsmanne« gesellt, der an die itrelgl, ssc den großen Maßslab legt. Geftallel ihm sein- geaenwalllge Stellung auch lein direcle» Eingreifen, fo isl er dennoch berufen, guten und erfolgreichei, Ualh zu ertheilen, b.fscn Veachlung den Slempcl de« ltlfol^e« zur Kläiulig der Verhältnisse an stzch lrageu »üroe." — Die „Presse" nimmt Anlaß, auf die Manier hin. zuweisen, in der »on einem lyeiie der livelalen Pr sse mit der Vol l« verlretun g umgesprungen w,ro. Weil sie die Ossectelibelehnung verwarf, wlrb die srel-llewählte Nprästlilanz von zwanzig Millionen Oesler-reichern al« unwissend, bar der clemenlalslen willh-schalllichtn Vegr.ffe. als fei, gescholten, und die« alle« von ihren eigenen Freunden. Wenn dagegen allr Ruhm und Prei« auf die erbliche und ernannte erlie Kamiller gehäuft wird und wenn dennoch unser Verjossul^sleben für fo befeftiat gellen lann »ie „e zuvor, so muß e« um unseren Parlameiitarls»«,« gut beflellt sew. __ Den auflauchelden Gerüchten über die in Vöh-m e n angeblich derzeit wieder »»ijHelrelenen « u « gll, che« Visionen entgegnet die ,Vohe«,a" folgende«: „Im feudalen Lager Hal »an die Sprache vollends verloren und sucht die große Verlegenheit, in der man sich angesichts der Kundgebungen der Krone t>,fl"bel, durch polencierte Epügelfechleni. welche d,e lialürüche Lage ter Dinge gewaltsam «uf dtn Kopf flcitt und ba»it Effect zu machen such,, z« verbergen. Da« „Va. lerland" erwartHt wohl selbst n,ch,, d«, auch nur eintr ftch finden wird. der seine vFMiO« Meldung e« ftünden ^«»«Hleich«otlsuche »it VlWmn" b,oHl, sür el»a« andere» tz«Nl, »l« l»r leuer. Der letztere ist ll>foferne nicht neu. als em diesbezüglicher Entwurf bekanntlich schon in der letzten S'ssion lm Abgeordnetenhaus« eingebracht, von der Neuerung aber au« formellen Gründen wieber zurückgezogen wurde. Diese formellen Gründe bestanden darin, dah gelegentlich der Budgeldebaüe eine Rcsolutlon Wegen vollständiger Aufhebung der Inferatensteuer bei der AbjKMmulig in der Minorität dlleo, hinaeaen eine andere R<,lolut,on, in der die R gierung zur Rcaelung der Injeralel.steuer aufgefordert wurde, die Majorität trhllll. Nach der Gcjchaflsordnnrig des Umgeordneten» haujes lann aber ein von demselben einmal brreilS ab» gelehnter Gegenstand, beziehungsweise Antrag, in dersel-ben Session nicht wieder zur Berathung lommeu. Diese Bestimmung der Geschäftsordnung wurde auf die er» »ahnte, vom Hause abgelehnte Resolution ausgedehnt, weshalb die Regierung den betreffenden Gesetzentwurf zurückzog. Hoffentlich wird das Abgeordnelenhaus diesmal nicht be» der Aufhebung der Inferalensteuer stehen blelben, sondern auch die feit einem halben Iahrzent in Petitionen, namentlich deS Journalisten' und Schrift-ftelletvereines „Eancordia" immer von neuem angeregte Aufhebung desZeitungsstempels in Erwä» gung ziehen und, durch dieselben Motive geleitet wie der preußische Landtag, einem dringenden Bedürfnisse der Publicist»! Rechnung tragen. Wenn die Aushebung der Inseralensteuer im Interesse der Gewerbetreibenden und namentlich des Kleingewerbestandes an sich geboten erscheint, so ist die Forderung nach vollständiger Beseitigung des Zeltungsstempels nicht weniger berechtigt in einem Staate, der mehr als irgend ein andlrer das Be« dürfnis hat,, eine vollständig unabhängige, selbständige Presse erstarken zu sehen. In Ungurn hat man bei dem Beginne der neuen Nera sofort den Zeilungsstempel beseitigt und aus dieser Beseitigung haben Regierung und Publicum bisher nur Nutzen gezogen. Parlamentarisches. Das Herrenhaus hat an dem von dim Nbge-ordnetenhause in der 9. Sitzung vom 24. November d. I. in driller Lesung beschlossenen Gesetzentwürfe über die Benützung des öffentlichen Ered its zur Beifchaf. fung der Mittel für Errichtung von Vor schuh las» sen und für die Förderung des Ei sen bahnbau es einige Aenderungen vorgenommen. Diese Aenderungen bestehen: 1. Im Artikel 4, Punkt o), in dem Zusaht eimS zweiten »linea, welches lautet: „Die Annahme andercr Werihpapiere als Unterlage von Bolschüssen lann nur in beionders berüclsichtigungswerthcn Fällen mit Zustimmung des Finanzministeriums von der Centrallettung der Varschußkassen in Wien (Artikel 11) selbstvtrftilnb-lich mit mindesten« einem gleichen Preisabschläge bewilligt werden." 2. Im.Artikel 6. wo statt des Wortes „Lombard, zinefuß" der Ausdruck „Zinsfuß" beschlossen wurde, und 3. im Artikel 17 ln dem Zusätze eines Alinea, welches lautet: Die Verwendung bleibt besonderen gesetzlichen Bestimmungen vorbehalten." Der Ausschuß dis Abgeordnetenhauses beschloß in seiner Majorität, auf die Abänderungen des Herrenhauses aus folgenden Gründen einzugehen: ^ä 1. Das vom Herrenhaus« beschlossene Alinea, ist ganz gleichlautend mit dem Wortlaute desjenigen Alinea, welches von dem Ausschüsse ln der zweiten Lesung drs Gesetzentwurfes beantragt wurde, die Billigung des Abgeordnetenhauses aber nicht fand. Die Majorität des Ausschusses kann sich aber von der Ansicht nicht trennen, daß, wenn „andere Werthpapiere" von der Annahme zur Unterlage von Vorschüssen ausgeschlossen bleiben, der beabsichtigte Zwtck des G s»tzes nicht voll erreicht und der Credit guter vaterländischer Werthe unn0'hiaerw,ise geschädigt wird. Die Gründe für diese Ansicht sind bei der Berathung des Gcsttzenlwurfes in beiden Häusern des Reichsraths so weitläufig entwickelt worden, daß es wohl gestaltet sein düiste, hier nicht mehr des nähern darauf einzugehen. ^ä 2. Dcm Beschlusse des Herrenhauses, statt des Wortes ..Lombardzinsfuß" das Wort »Zinsfuß« zu setzen, liegt offenbar die «bsicht zu gründe, auch bei den staatlichen Vvlschußlafsen einen Unterschied zwischen dem Zinsfuß des Escomptes und dem Zinsfüße für Vor« fchüsse eintreten zu lofsm, wie dieses bei der National« bank der Fall ist. Gegenwärtig betrügt der Z'Nsfuß der Nalionaloanl für bankfähige dreimonailiche Platzwechsel fünf Perzent, für dreimonatliche Domicilwechsel fünfeinhalb Perzent und für Lombard sechs Perzenl. Da bei den staatlichen Vorschuhlassen bankfähige Platzwechsel nur in höchst seltenen Fällen vorkommen, vielmehr nur langsichti^e Domicilwechsel der Gegenstand von Escomple sein werdln, so wird bei denselben der niedriaste Zintfuß für Escomple 7'/, Perzent, für Vorschüsse 8 Perzent sein und erfernt sich dahcr nur sehr wenig von der Bestimmung, welche das Abgeordnetenhaus beschlossen hat und ebensowenig von dem Zinsfuße, der °in der Regierungsvorlage enthalten war. Bei der nicht unbegründctcn Besorgnis, daß bet zu niedrigem Zinsjuße ter Vorschußlassen dieselben von Un-berechnuten in Anspruch genommen weiden könnten, ist aver Gewicht auf das im Gesetze vo> kommende Wort „mindestens" zu legen und wird es Aufgabe deö Finanz-ministers sein, hinsichtlich dcS Zinsfußes bei den einzelnen Vorschußlassen in den Iüstruclionen solche Be-stimmuligcn zu treffen, damit jede unberechtigte Inanspruchnahme der staallicken Gelder hinlangehalten werde. ^.ä 3. Wenn der Ausschuß beantragt, dem Zusätze des Herrenhauses beizustimmen, so geschieht es nicht aus einem innern Grund, sondern lediglich um das endliche Zustandekommen des Gesetzes nicht noch weiter zu ver» zögern. In einem jeden constitutionellen Staate versteht es sich von selbst, daß einem Ministerium die Verwendung von Glidern nur kraft des Gesetze« gestattet ist, und dieses und nichts anders drückt dieser Zinssatz aus; er müßte daher überflüssig erscheinen, wenn nicht die obige Erwägung zur Beibehaltung bestimmt hätte. Politische Uebersicht. Laibach, 11. Dezember. «Pest! Naplo" gelangt am Schlüsse seine« Leaders über die Mln l fter lrl sl« in Ungarn zu dem Resultate, daß vorläufig wenigstens leine andere V0>U"g zu finden sei als: dlc Ergänzung des Ezluvy'ichcn Ea-blnels, mag der Präsident Szluvy oder Tresort heißcn. Ferner erwartet ,Naplo" hellfamc Erzöge von O^y^ys Eintreten in die «Uclivl, und hall es »uc unmo^l'H, oaß Ohyczy« Unweserlhtlt nicht zur itlä ung uno ttinfli-gung der Lage beitragen sollte. — „Pc>n Naplo' und „Plster Lloyo" betrachten das Eublnel und die Oealparlel wieder als conjolidlerl. NlchlSt,tl.lowenl-ger befürworten sie die Vereinigung beide» yroßc« Pal" tuen. Der Zerfall der Achtungvlcrzl^er.Pullel macht immer weitere Fortschritte. — Die „Pcster Eorrejpon« denz" meldet, die maßgebenden Kltlfe der Deal-Partei wollen nächstens en>en Be>chluhantrag em< bringen, wonach eine aus unabhängigen Abgeordneten bestehende Commission entsendet werde zur joforli^n Prüfung und motivierten Berichterstattung über alle Differenzen und Rcchlsstreilalcllen del den Bahnen, welche eine Slaalsgarantie genießen, damit die Rc^e-lung dieser Fragen in kürzester Zelt erzielt werde. -" In Kreisen der Deakparlei vcilaulct, der Hanbelemmi-sler Zichy solle das Pollefeullle der Finanzen üvel,>ey' men. — Das neue ungarische Anlehen kommt, wie der ,P. Ll." erfährt, zwischen ib. und 20. o. M> zur Emission, und zwar in London, Amsterdam, Viusfcl, «öln, Frankfurt, Berlin. Wleu und Ptst. Der Einis-sionscurs ist noch nicht festgestellt, doch bUrsle man nicht fehlgehen, wenn man dcnjelven zwischen 87 und 6s netto annimmt. Das preußische Abgeordnetenhaus nahm in dritter Lesung den Antrag delreffs Aui.hcbung ocl Zellungesteuer an und beseitigte den Unlrag aus Olcltc^-gewährung für die Reichstagsabgeordnelen durch die Äli-nähme der von Laster durch dlc Inopportun,lül der ElN-griffsnahme in die Nelchsgefetzgebung molivlerle Tages» ordnung. Der „N. A. Ztg." wird aus München. 6. Dezember, geschrieben: «Nach Beschluß des Präsidiums ord eine S>tz""9 der letzteren anberaumt und werden von derselbctt dlc Geseheutwllrse in betreff der S ch w u r ge r i ch te, der Tobeserllärullg der seit den» letzten Kriege P e r m l ß l l n und der Erweiterung der Eisenbahnen und Telegraphen so wie einige Antrüge zur Berathu»^ vorbereitet. In der zweiten badischen Kammer wurde dieser Tage vom Abgeordneten v. Feder e»n vielfach untcr' stützler Antrag auf Revlision der Vcifassung eln^eblücht' Der pariser „So>r" versicherl, daß man von dcm Gedanken abgekommen i,l, für die Presse das Regime von 185l elt>zu>ühren. Zwei Enlwütfc soUen gegenwärtig vorliegen, von welchen der eine dle Prlsse unter das Zuchlpollzeigerichl stellt, der andere eme bl' sondere Iu»y für sie eingesctzl wissen w^U. Noch wild behauptet, daß in dem neuen Preh^setz, dessen Elnbrlli^ gung bevorsteht, ein Arlilcl Platz finden würde, dahlN gehend, dah die Presse, falls man den Belagerung«^!' stand über ein Departement verhängt, ihrer gcwüi^nll^ chen Gerichtsbarkeit nicht entzogen weiden joll. Der vallcanischc Eolrelpondent der ..Oazzella d Italia" bestätigt dle seit mehreren Tagen umlaufenden Gerüchte über eine unmittelbar bevorsteyende AunahelUlig «seuillelml. Per Kampf ums Dasein. Roman von Franz Ewald. (Fortsetzung.) .Der «lhem geht noch," sagte der Pastor, sich aufrichtend. «Wie lange gibt der Arzt ihr noch Zeit?" „Vr sagte nichts davon. Er schüttelte nur mit dem Kopfe — ich glaube, er hält sie für rettungslos." „Das thue ich auch. Aber sagte er nichts — tvi« lange etwa?" «N«m; er hat nur äußerste Ruhe verlangt, denn die geringste Aufregung könne ihren Tod zur Folge haben." «So — so!" hm!" murmelte Sieoerllng. «Ich glaube nicht gerade, daß sie noch eine Aufregung nölhig hat. Arme« Mädchen." fügte er dann laut und mit frommem Augtnauffchlagen hinzu, „Du hast viel ge-litten, aber du wirft belohnt werden — du hast die Krone de« Lcben« errungen." Er machte da« Ztichen des Kreuzes über die Kranke und die alle Wärterm faltete die Hände zum Gebet. In diesem Augenblicke schlug Marie die «ugen auf und blickte befremdet um sich. Al« sie jedoch den Pastor sah, schauderte sie zu-sammen und verbarg ihr Oeficht in dem Klssen. »Wo ift gränz — »o ist mein Kind?" ««r. «elte sie. „Morgen, meine Tochter, morgen werde ich ihn dir zuführen." entgegnete Pastor Sieverling in beruhi. gendem Tone. Die Kranke sah den Pastor starr an, sie rang nach Athem. .Morgen — dann wirb es zu sput sein," mur-melte sie. „Dann, meine Tochter, denke, Gott habe es nicht anders gewollt und es wäre dir zum Helle. Warum willst du dir deine lchten Stunden durch weltliche Dinge verbittern? Denke an deinen Heiland. Blicke vorwärts, auf zum Lichte, wo dich der Lohn für den errungenen Sieg erwarten wird." Mio endlich «in Lohn — keine Slrafzl kommt, vielleicht vermag m«r dieser Auskunft zu geben." Marie sagle nichts, aber >n ihrem Antlitze prägte sich grenzenloser Zorn und Verachtung aus. Sle wol in die Kissen zurückgesunken und lag wieder regungslos da wie vorher. „Sle hat also immer ruhig gelegen? Halle sil Fieber?" fuhr Sleverling in seinen Fladen fcrl. „Ich glaube nicht. Sie oeihell sich sehr ruhig" „Hat sie die Medicin «enommen?" „Nein. Htrr P^lor, sie vcrwti^etle sie." ,,Was?" brauste der fiou.mc Mann auf. ,.U»^ Sie haben das zugegeben? Beoenleu Sie die Veran^ worlllchle.t, welche sie dadurch auf sich genommen haliei^ Wenn fie nun stirbt!" „Das ist nicht meine Schuld. Ich habe mlc Mühe genug gegeben — doch da tonimt dec Doctor." Die Thür des Gemaches wurde geöffnet und der Doctor trat ein. Es war ein ältlicher Herr von gutmüthigem, wohl' wollendem Aussehen. Sein fpürllcdes, fchncei^chcs Haal sah nur hier und da unler dem Huie helvor, es u>al nur geeignet, fein ehrwürdiges Anfehen zu vermehrt«. Sein eisttr Bl,ck fiel auf d,e Kranke, fein zweiter auf Pastor Sltverlina, und er schien gerade nicl.t an-genehm durch dessen Gegenwart berührt. Doch sagte «c nichts — schwelgend näherte er sich der Kranken und ln seinen Zügen sprach sich deulllch die sichtbarste U"' zufliedtnhlll au«. (Fortsetzung folgt.) 1091 Wischen dem Qulrlnal und dem Vatican. Man Meibt diese unoerhoffte Sinnesänderung des Papstes, l°°>ie seinen Entschluß, demnächst eine größere Anzahl l>l»n Cardinälen zu creieren, der Wirkung eine«! lü'zlich. / Redlich von Gr. Majeftlit dem Kaiser von Oestererich, ^Pjangenen corifioenliellen Schreiben« zu. Die Velagerer von Cartagena haben das Vom« °z>ft in scincr vollen ConjlPlcliz zur Geltung bcingt, und ln welchem ihnen ferner dringend ans Herz gelegt w>lo, „fcmc Gelegenheit außcr Acht zu lassen, aneifernd belchrenl, und derichtigcild auf d«e ihnen unllrstehenden "lljNl'c eilizuwlrlcn." Olt Slaalsanlvallschastcn weiden dringend gewarnt, sich uls .Palttl" zu betrachten. Nur Gellendmachung d^s Gtsttzcs, fern von aller ..Palteiüchlcit" und ..Bor-llngcüomuxnhclt", isl ihre Aufgabe. Sie werden auf-llUll,am gemacht, daß sie zu jenen „im Strafocifahren l>iäll^n Dthüldm" aehüren, denen der § A der Straf. plozttzoldnu„g die Pfl.cht auserlegt. „d»e zur Vclaslung und dle zur Berlhcldlgung des Gcjchuldiglen dienenden ^ln>,äc,de mit gleicher Sorgfalt zu berücksichtigen." Diese tjundaincntalregcl muß den Organen der SlaalSanwall. Aast in jed.m Stadium des Verfahren« unveivrüchlichc Norm für die Nichtung wie für die Form ihre« «us. trettlis bleiben. Dic dem Verdachte entgegentretenden GrUnde sind in leiner Weise zu „unterdrucken" oder ,.m den Hinlergrund zu drangen". Sie muffen stet« darauf dcoacht fm,, sich die Beruhigung zu verschaffen, daß das Gericht in den Stand gefetzt war, in voller Uel,'llsichl on Hachlagi und l« unbelrrler Würdigung des „Für" und „Wldci" zu entscheiden. ^t>f das Recht zu sprechen kommend, welches den Tlaalsanwallschaflen bezüglich iörhebung ur>d Zurück« üahmc der offcullichm Klage anheimgeftcUt ist, verwahrt siH der El»ajj daglg^n, als ob ihnen dadmch die „will' lürllche Belfolgung der strafbaren Handlungen" tinge, tauml wäre. «Ucs, was auch nur den Schein erregen tilnute. baß die Organe der Staatsanwaltschaft sich tmch V.qucmüchteit, durch Gunst oder Ungunst inbe-i"» auf mizclne Personen oder ttlasscn der Glsellschast. butch irgend welche Rücksichten vcstmuncn lassen, welche ocn Zwecken der Slrafrechlepflcge fremd sind, muß auf bn« lorgiülligste uermieden uno, wo ev dennoch auftaucht, auf du« lluchblückllchste geahndet werden. Ganz ber Geschulte, lllusoilsch werde. Ucoeiljaupt wcrdlN t>ie Slaaleannülle dringend aufge-forücil, auch t>lc anderen der Glfcha>lsvereinfachulia. dien» l'cljen Ocilimmungen fcsl im Huge zu behalten, wohl» Nl'utblachle Spa'iumtlll ln der Venlitzung der verfüg, bairn «lüfle wallet, zu lassen und jeden urmvlhlglN Gtfa.llflejchl,ll zu vcimeldl,,, damit dem Verbrechen d,e Sllafe lnsch folge und daß da» leider unvermeidliche Ütbel dcr Ui.ltlsuchungehait in lemem giößeren Uni. sänge eintrete, als uübcdmgl nölhig lsl. Insdesoüdere Hut t>le Slaalsanwallschaft durch die Hnstllunon der Voicihti'Ul^cl, und durch die in vielcn waltet« zulafsige <^lnoill>gung der Aülla^cfchllil ohne vor» ausg,gl,n«tNl Boiuliteijung Gelegeühlll, d«e Glllchle vie» ltt »llrdlilln zu llillasten, welche breher von denselben vcinHlel welden uußlcn. lä« werden den Slaaloaliwalt' ich°!l(ll >n dltfer W'chlung prallifche Handgiifie geboten. Hledtl tl^thl dlc Mahnung blt Olündllchlell der Urbtll li'^l aus dlm Auge zu lasjcn. Der Ellaß wendet sich nunmehr der «esprechung der Stellung dli Slllalearilvullfchaft in der Hauptverhand. lung zu. In dem kchllißvolllllgt hat der «nllünger »unslig limn besllmmlln «ntrag über die Vcrmssung der Sttase irintlhalb des gesetzlichen Slrafsatzls nicht mehr tu slellen. l ivezliglich dtrSchwurgerichts'Verhand-Zungen wild den Slaaieanwallschaflen eine hvchst gt' ^ ssel'hlljlc und völlig objective Ausübung des Recu-sal,ol,erechtlS bei Bildung der Geschwornenbanl zur ^fl'cht gemacht. Sodann folgen eingehende Velehrungen ^er die ljasjung der an d,e Geschwornen zu stellenden «ragen und Über die nach Feststellung der Fragen ^zuhaltenden Vortrüge. Die Vollläge sollen auf bc» verstand dei Geschwornen »lnumlln, sie zur dlnlen» den Vlurthellung be« Vewel«materlale» anleiten, fie durch Gründe zu Überzeugen suchen, welche den That« fachen und der ^ebenserfahrunß der Geschwornen entnommen sind. Alle« was darauf abzillt. dm Gefühle die Oberhand über ihren Verstand zu vtlschaffcn, ste in leidelijctafllilder Erregung fortzureißen, ist zu vnmelden. Das einzige Gefühl der Geschwornen, das aufzurufen sie nicht müde werden dürfen, ist das Pflichtgefühl der-felden. Namentlich sei ihnen stets gegenwärtig zu Hal-ten. baß fie nicht die Aufgabe haben, die Ge!ehe zu verblsfern, ihren politischen, nationalen, reliaiosen Nn. schauungen Gellung zu verschaffen, doß sie vielmehr fich im vorliegenden Falle an dAerzteveltretung, ferner aus emer gefetzllch zu bestimmenden Unzcchl von Mitgliedern au» der il/tme der LandesAerzlevellle-tung; von diesen müssen mindestens zwei Drittel, dar«lnter alle Mitglieder des Bureaus, in der Prooinzialhauplftadt ihren Wohnsitz haben. (Schluß folgt) Nlllach.Tarvis. (»«wß.) Schon im Sommer des Jahres 1872 waren llb« 3000 Arbeiter in Thätigkeit und bei 12.000 Vt. Dienst, bahnen unterstützten succejfive den Vanbnrub. Unge»ei» rasch zeigte sich der Bausorlschritt bei den Kunstbauten. Be-reus im Frühling d. I. lvar die Draubrucle vollftandrg montiert. Die t!3 M. hohe Schlltzabrücle, woseldft b»« Sprengen von Gangsteigen und eme äußerst co»plic»erle Elnlltttung die Mauerung erst i» Juli l. I. beginn» ließen, war bereit« onfung« November vollständig serlig ge-woiden. Die Mauernngcn bei dec Gallblucke w^ren, ungeachtet de» bedeulenden FlUhjahl.Hochwussei«, schon »» Juli v. I. beendet. Der lurzere Tunnel bei Voggau war Ende Angnst d. I. begonnen und ilnde Seplemder b. I. vollendet, ob-schon sich dem Bau desselben ungemeine Schwltllgtellen dadurch entgegenstellten, dc>ß 20 Meier oberhalo desselben daufalllge webaude Nicht alleiierl werben du,slen. Im August v. I begannen die Arbeilen am großen Tunnel be» Woggau uno tonnten tiotzbem, daß der Bau deefelben nur bu»ch Kopfflollen zu bmetben war, dennoch Ende Oliober d. I. zu Ende geführt welden. Weniger ersieullch zelgle sich der Forlschrilt der Erd-und FllfeuarbeillN, indem nichl allerorl« «ine Grundablöjung im gütlichen We^e ftallhaben lonnle. Kaum ein DlUlhell der abzulösenden Flächen lonnte auf glllllchcm Wege gewonnen welben. Na»»enlnch war «« be» Vallltz, woleldft emem ^lilllchen Beiglelch der zuhefte Wideiftauo gelelfte» und der Biluuusführuug aUe erdenlllchen Schwier »steilen beicilel wul ben. Doch wurde du«ch «»ößere Energie die verlorene Heil bald unedel eingebracht und am 10. Üioo. l. I. ve«lthrle bereits der ivvellhe«luna.«zug llber dle ganze Sllecke, fo baß schon am 2b. 3iov. b« 3019 Kilometer lange Strecke e»öfsntt werben lounle. Beiw Unltlbau wulbe allen Äegeln der Technll und Colidllal Rechnung getragen, du Tunnels großenlherl» «us-gem^uerl ui>d voizügilche« Maletlal gewiihlt. Die Zuhl der Oljecle beliügt »» tanzen 123; davon entioUen aus llelne Ob,ecie von 0 6 Meter b»» 4 Mel« Epanl'welte 34; auf giößere Otjecie von 4—10 Wlel« Epunnlvelle 19 und übel 10 M. 10. Der Oberbau »ft nm Nüctsichl aus i.'vlo«olive zn dem Gewichte von 39,500 Klloglam« und sür eiue mul-leie hahrgejchwlndi leu von 4b 5 Kilometer per Slunde construierl. Da« Lystem des freitragenden Slohes, welches sich auf den übrigen Strecken gut bewahrt, la» auch P«l zur Anwendung. In Gefallen, welche sanfter als 1 100 find, »«den Visenschlenen um gehärtetem Kopfe, und in Gefallen, welche 1 100 und noch steller sind, dessen,« blahlschienen gelegt. Die Schwellen sind cms der ganzen iiune au« Archen- oder Eichenholz. Den Veoursnissen des Vahnbelri-be» enlsprechend, wurde die Anlage und Ausdehnung der Hochbauten auf de« Buhnhösen und Haltestellen beftl«»t. In«besonbere nnrden die Be,li»>»nngen getroffen, daß der Bahn hos Vlllach blos für Flachten »uf- und Ubgad« 1992 zu dienen hat, da die Personenaufnahme auf dem Slld-bahnhofe stattfindet, und daß Weilers Vad Villach eine bloße Personenftalion ist. Die übrigen Bahnhöfe sinb sowohl fUr den Personen« als auch Frachlenverlehr eingerichtet. An Hochbauten wurde hergestellt: ein Wohngedäude, fünf Nusnahmsgebäude, fünf Frachtenmagazine, ein Wasser» ftatton«gedäude, fechs holz« unv Kohlenmagazine und 29 Wächter Häuser. Ium Zwecke der Signalisierungen sind vorerst in allen Vahnh0s,n Telegraphenstalion errichtet und weiters sammt» liche Wächte, Häuser mit elektromagnetischen, kräftig tönen« den Vloclensignalen nebst zugehörigem Hilfeapparat ausge« rüstet. Ueberdies sind noch bel den Bahnhöfen, um diefe allenfalls gegen anfahrende Iüge decken zu tonnen, söge» nanu« D«tu»gesignale aufgestellt. — (Ium Kaiserjubiläum.) Auch der lleine Oebirgsorl Kronau blieb nicht zurück in der patriotischen Feier des 2. Dezember. Schon um 4 Uhr frUh verkündeten 101 POlletlchusse den Anbruch des Iubeltages; um S Uhr wohnlen die Herren l.t Beamten, die Gemewderepräsentanz, Schuljugend und Andächtige dem Festgvltesdienste bei; um 1 Uhr versammelten sich zahlreiche Gäste in Herrn Hnbar« Vasthaus zum Festmale, bei welchem Sr. Majestät und dem durchlauchtigsten Kalserhause stürmische »hoch" gebracht »uiden. — (Die allerhöchste A usze ichnung), welche durch Perlechung des t. l. Hostile!« dem hiesigen Glocken« uno Feuersptltzenfabrilanten Herrn Vlbert Samassa zulheil wurde, wird in den industriellen und gewerblichen Krelsen des Landes Kram sicher mit voller Befriedigung begrüßt werden, denn sie constatiert neuerlich die Erfüllung des nun in Oesteirelch herrschenden Prinzipes: „Dem Ver« dienste seine Krone!" — (Gemeindevorftandswahlen.) Bei der am 23. November l. I. ftattgefundenen Neuwahl des <3e» memdevolftandes von Klanz wurden der Grundbesitzer Josef Glavaö in Klanz zum Gemeindevorsteher und die Vrunbbrsiyer Josef Hlja in Eommenda und Jakob Pibernil in Klanz zn Oemembertnhen gewählt. — (Dr. Stefan Spazzapan) wurde am 9. d. in Wippach unter großer Theilnahme der Bevölkerung, aber ohne jedwede geistliche Function zu Grabe gelragen. Sicherem Vernehmen nach wulde die angesuchte geistliche Assi-stenz verweigert. Bestätigt sich letzteres, dann mUssen unr im Namen der öffentlichen Meinung mit tiesem Be-dauern es betlagen, taß die ernste, inhaltsschwere Mahnung des Kaisers, welche er am 1. Dezember an die Deputation der Bischöfe richtete: „das berufsmäßige Willen der Geistlichkeit wöge darauf abzielen, den in der Religion wurzelnden Frieden in die Herzen der Bevölkerung zu pflan» zeu und zu pflegen," leider auch in Krain auf unfruchl-daren Hoden siel. — (Ausforschung.) Der hiesige Magistrat erließ folgende Kundmachung: „Anna Klemens, Hausbesitzerin in ^lbach Nr. 155, ist seit 16. November 1873 unter Umstanden abgängig, die vermuthen lasten, daß sie sich ein Leid angethan haben lönnte. Dieselbe ist 46 Jahre alt, mittlerer Slulur, mehr schwächlich, hat braune Haare, graue Augen, launches Gesicht, war bekleidet mit einem dunklen Kleide, braunem Mantel, schwarzem Hute. Im EruierungSsalle wolle unverzüglich dem Magistrale in Laibach die Mittheilung ge« macht werden " — (Ueber vier Schadenfeuer) obliegt uns heute die Berichterstattung. Derlei UnglUcksfälle wollen heuer lein Ende nehmen. Nm 23. v. M. nachmittags 2 Uhr brach angeblich durch unvorsichtiges Spielen einiger Kinder mit Ofenglulh im Stalle des Thomas Grab« ner'schen Hauses Nr. 11 in Eltava, Gemeinde Trebelno, Veznl Nassenfuß, Feuer aus, welches Slallung, Wohngebäude, Gelieidelasten, Harfe, Getreide« und Futtervorrälhe, auch alle Einrichtungsstücke in Asche legte. Der Gelammt« schaden beträgt ^000 st.; er war nicht versichert. — Durch unvorsichtiges Spielen eines siebenjährigen Knaben mit Zündhölzchen entstand am 24. d. voimittags nach 8 Uhr eben auch m der Swllung des Franz Urbai 5>ö, Hausbesitzer in Srasle Nr. 31, Gemeinde St. Ruprecht, Vt^ill Nas. senfuß, eine Feuersbrunst. Slallung und Futtervorrllthe im Werthe von 300 fl. verbrannten. — Aus bisher noch unbekannter Ursache stand das Stallgebäude des Matthäus Kun«!>ö in Sleniöne, Bezirk Krainburg, am 30. v. M. morgen« 3 Uhr in Flammen. Stall, Dreschboden und sämmtliche Futlervorrälhe wurden Opfer diefes Brande«. Der Schaden war mit 700 fi. Ve, sichert. — Am felben Tage gerieth auch der Dreschboden fammt Futlervorriilhen, der Maria Gerlmann in Michelstetlen, Bezirk Krainburg, gehörig, aus bieher noch unbekannter Urfache in Vrand. Der Schaden beträgt 300 st., war aber nur mit 100 st. versichert. — (Wiener Weltausstellung.) Unter den Producten, welche die steiermärlifche Industrie bei der wiener Weltausstellung 1873 würdig vertreten haben, hat ohne Zweifel das Object des Herrn Eduard FUnl,l. l. Hoflieferanten und Fabrikbesitzers tnGraz, ein« hervorragende Stelle eingenommen. — Die fehr gut ausgeführte Photographie des eben erwähnten Objectes ist jetzt hier in der Kunsthandlung des Herrn Till (Haupt-platz) ausgestellt und verdient dieselbe gewiß alle Beachtung. > Herr Eduard Fünt, der schon bei den früheren Ausstellun« gen in London, Paris, Wien und Vraz prämiiert worden ist, wurde auch von der Jury der wiener Weitaus» ftellung 1873 mit der Verdienstmedal l le ausgezeichnet. — (Die Rinderpest) ist in der nachbarlichen Steiermarl, und zwar in der Vorstadt Rann in Pettau und in mehreren Wirlhschaft«höfeu der colosfer Gemeinde Groß« olitfch ausgebrochen. — (Kronprinz.Rudolfbahn.) Die am 25. November eröffnete Strecke Villach.TarviS der Krön» Prinz.Rudolfbahn enthält die Stationen: Firniz, Arnoldstein, Thorl.Maglern und Tarvis sür Personen-, sllgul-uni) Fiachtenelpedition, die Station Villach.Rudolfbahn sür die Frachten und die Station Vod-Villach für den Perso» nenverlehr. Nuch wurde die bisherige Station ,Kupfern" der Strecke St. Valenlin-Vlllach aufgelassen und hiefUr die Station „Kastenreilh" für den Personen und Vilg»lverlehr eröffnet. — (Theaterbericht vom 11. d.) Auch heute war ein großer Theil der Steh« und Sitzplätze leer, ob, gleich eine recht amüsante Oper auf der Tagesordnung stand. Sollte etwa Furcht vor der »weißen Frau" das sonst opernfreundliche Publicum vom Besuche abgehallen haben? — Heute war diese Furcht ungerechtfertigt, denn Frau Schütz, Wilt war nicht nur eine allerliebste »weihe Dame", sie sang nicht nur lhren Part excellent, sondern riß uns durch die eingelegte große Arie aus Herold's „Iweitampf" zu stürmischen Beifallsbezeugungen hin. Noildieu's Oper „Die weiße Frau" ging heule besser über die Bretter, als bei der vor kurzem erfolgten ersten Aufführung. Herr Clumetzly (Gaveston), Fräulein Möller (Ienni), Herr Zappe (Dlckson) und Frau V. Ujfalusy (Margarethe) waren ihrer Parte Meister; auch Herr Pinales (Friedensrichter) und der Eh or erfüllten ihre Aufgaben; nur Herrn Khals Stimme war heule zur Lösung der concerlanten Partie des „Georg Brown" nicht disponiert; indessen bot die heulige Oper doch einige recht angenehme und liebliche Nummern. Qeffentlicher Dank. Die gefertigte Stadlgcmelndeoorslehung sieht sich an« genehm ve>pfl»chlet, für die milden Gaben nachstehender Herren, und zwar: Albert v. Lehman«, l. l. Haupimann, Haus« und Realitätenbesitzer, mit dem Betrage per 10 st., Julius v. Wulzbach, Hof- und Gerichtsadvocat und Herr« schaflsbesiher, 25 si., Martin Holschevar, Reichsralhsabge« ordneter, 50 fl., ttnlon Gerlschar, l. l. Kreisgerichlspiäsi» dent, b si., Simon Wllsan, inful. Probst und S>ad,. Pfarrer, 10 fi., Franz Anjlovar, Canonicus, 5 fl., Karl Lessat, Eationicus, 5 si., Anton Gras 5, Canonicus, 5 fi., zusammen 115 ft., welche der Bestimmung gemäß anläß. llch der Jubelfeier Sr. t. l. apostolischen Majestät unter die hiesigen Stadtbewohner vertheilt wurden, hiemit den innig» sten Dant auszusprechen. Sladlgemeindt'Volftehung Rudolfswerth, am 3. De, zember 1873. Der Bürgermeister Rizzoli. Neueste Post. Wlen, 11. Dezember. Die außerordentliche Gl< neralversammlung der Aktionäre der Nalionalbanl nalM ohne Debatte einstimmig die Antrage an, welche die Ganldireclion ermächtigen, um eine Vtilangerung del Vanlplivilkgiums anzusuchen und gtmemscdaftlich mil dem Vanlausschuß dle dieefcilligen Verhandlungen z» «offnen. Trianon, 10. Dezember. Das KrlegsgeM hat im Prozeß Vazaine da« Urtheil yespiochen. sl wurde schuldig gesprochen und einstimmig zur Dea«' dation und zum Tode vtrulthellt. Sümmtllche M' ylleoer des Krlegsgerichtes haben «in Gnadengesuch unterzeichne», welches der Herzog von Aumale sofort Mc-Mahon überreichte. Telegraphischer Vechselcurs vom 11. Dezember. Papier-Rente 6960. — Tlloec.Äcm, 74 50. — 1860« St°«ts-Nnlehen 102 9l». - Vanl.Umen IlX>8 — Eredil-Nctie» 239 50.— London II3 50. — Bllber 108-90.— K. l. MUnz.D»' caten. — slapoleonso'ol 910. Wien, II. Dezember. 8 Uhr, Schlußcurse: Tredil 24!, Nnglo 128'/.. Unioll l1l>'/.. Francobanl 33'/,. Haudllsbllül Erdäpfel „ 2i- Tauben „ - - ^'iuse» ,. -, — Heu pr. Zentner . 1 ^ Erbsen „ — — Stroh „ . 1 ^ Fisolen « 6 — ^ Holz. hartes 32", Klft, 6 b0 Rindsschmalz pr. Pfd. — 50 — welches. ,. — ^ Schwemeschmlllz „ - 44 Wein, rother. pr.Limer l« , - speck, frisch, - ^ 3« — we»her .. (alt) 10 ^ ' Speck, geräuchert Pfd. — > — Leinsamen pr. Meycn — ' Angekommene fremde. Am I I. Dezember «lot«! »e»«>t U^l««. Odendach, Fabrilsdirector. Malnsch", Neis., Zeh, Ingenieur, uild ^öH, Wien. — Freiberg, liitis., Reicheubtrg. - Viaria Pujch, Hansbes., Feijtilz. — Vovnil' Bes, ^,'usllhal. — i,'ampe, Privaiier, ^'andstraß. «»»»«?> »<<»^«'»n». Na,lharct, Jurist, Oraz. — Putterlil, uN» Martelaiiz, Trilst. — Graf ^'ichlenberg, Prapictschhof. Mosi, Handelsm., Valizien. — Sigon, Plaulna. ^!laz, Mai «»»»»«?> ««^«z,». Polic, Kauflnan», Fiume. «Ml«?»»«»,«'»' >«»l. «ele, Prem. - Slroj, Äadma,mödoil< «»»,»'«>,. Uiumbold, Vauleiler, llarlstadt. -- ci Tc»iP^ ratur — 6? , um 6 1" uiner dcm Normale. Veranlworllichcr Redacteur: IaMz v Kltsnmayr. 9^,'^f'sl'lip^ll'si l' 'l-^'N, 1". Dezembfr. Die Discussion uber die Frage der Einlösung des Iämiercoupon« von Bauten wie von industriellen Unternehmungen^ dann llblr die Wahlschein' «t^vl fll^tl l»ä/t« lichtlil und Zwcclmäbiglell einer ^Itaße^el, wodurch beim A^limhanorl eine Velgutuug lau!ender Zinsen wehflilleu wllrde. absorbierte das Inleressi' der Gülse u»d diclisllt den Luregang bei der Mehrzahl der Lpeculallunsiffeclen. von welchen Auglo dem stärksten Nusgebot begegoelen. Vahnpapiere, theilwcise ebenfalls etwas glschwilcht, vcrlchitcn dennoch im aUncMti' nen in guler Haltung, RcNlr, i!ose und Pliorlltllen behaupteten ihre Cuise. V,!d Walt Mai, ) « . (.....69 95 7() 10 hebruar-) ""U ^.....598-, ^9^5 Iänmr-) «.,«.^.._,, l . . . 74 4b 7455 »pril. ) Silderrente ^ ... 74 - 74 lx^ lofe. 18U9....... 28« - 293 - » 18b4....... 97--. 97 50 » I860....... UU— 10» 25 <» I860 zu 100 fi. . . . 1(975 N025 ^ 1864....... 133 - 13350 2>om»n«n.Ps«ndbrief« .... 11650 117- «alizien !,""'! .7475 7525 Giebenbllre«u f '"' ^ . . 74-_ 74 50 Ungarn j "^"« I . 76- ?7 - Donail-Regulierung«.Los« . . . H7-. 97 25 Un, Lisenbahn-Nnl..... 97... 97^ Ung. PrÜMlen-Nnl.»..... 78- 7850 Wiener 2 50 58 50 Hscompttlmstalt......—---------------! ^ranco-Vlml......b350 34t>0 Handelsbank.......68- 63 l.0 ^ilnder^antenvereln .....—'— —- jillilonlllbanl.....100ß-10l0 — Oefterr. allg. Vanl .... s-i bO 86 — Oesterr. Vanlgesellschaft . . . 200- 2< 1 — Umoubanl.......III 75 112 25 Berein«b»l:l.......14 25 1475 lverlehtedllnl.......110 — 111 - Uetle» von I»au«p»«t.Unt«»»»h» muugen »eld Ware «lM-V°hn.......149-14950 llarl.i!ud»,,-Vahn.....23.»t,tll,ch.......456 - 4b8- Oegerr. «l)rbw«ftz«ch» .... zob bO ^0« — > «»«0 «»ar? «udl,lf«-«ohu...... 165-- 166— iSlaalsbllhll....... 341 - 34 <- SUdbahn........ 174— 174 50 Thelh-Vahn....... 20» 50 204 - Ungarlsche «ordostbahn . . . I< 8 109 — Ungansche Oftbahn . . . . 5,750 56 — I rllMway.Gesellsch...... 166-- 169 — NauaeseUschaften. Nllg. vflerr. Vaugesellschaft . . 56 — 5650 Wlener Vaugefellfchaft.... «5-75 86 25 Pfandbriefe. «llgem. llfterr. Vodencredlt . . 94 — 94 50 dto. in 83 Jahren 82 — 82 50 «ationalbant ii. W..... 91 80 91 90 Ung. «odencredtt..... »12b «15(j Prioritäten. «lisllbeth-V. l. 0 ß5" Vrivatlose. ^«dlt-e.........171.^ 172 ^ «udolle.L........iz^__ 1250 Wechsel. «ugsvura,........U5 50 95.70 zrailfurt........5670 K5?0 va«'burg........5^,10 50 i!5 ^'°l0l)n........N370 !14-^ liacl« . ^.......44.50 4b «5 Geldsorten. Veld Ware »ullllen . . . 5 st. 40 kr. 5 st. 41 lr. tapoleonsd'or . .9»10l„ s^l'i-»jreuh. itaflenschewt 1 „ 69; ^ I ^ 70 , Mb« ... 108 » 7b »109 » — - Krainische Vrundellllastuugs-Obligationen. Prlvalnotierung: Oelb 8V50, Ware 90b0.