LMllcherWMtlmg. 35X, »^^-O Pränumerationspiei«: Im Lomptvlr ganzj. 2»>H« ?^, / > ft. li, halbj. si. . sstzlichc» Frist cingclangtcn Itcclamalioucu richtig gcstrlllc Wählcrlislc für den Wahllörpcr dci< großcn Grnnobe-sitzcö i,u Hcrzogthuine Kraiu vcrlaulbart: wnlilellisto sür dcn Wahltörpcr des großen Grundbesitzes im Her» zogthume Krain. Adclöberg -- Staatsgut. Apfaltrern, Otto Freiherr v. — Kreutz, Oberstem nnd Aiünlcndorf. 'lftfnltrern, Rudolf Freiherr v. — Frcithurn, Ginn« Hof und Krupp. Attcms, Autouia Gräfin v., geb. Freiiu v. Erbcrg -- Luslthnl. Attcms, Friedrich Graf v. - Gut Raan. Auerspcrg, Anton Alexander Graf v. — Thurn« amhurd, Strassoldo-Gilt, Gurlfcld. Arco, BartholomauS, Propst — Rudolföwcrth, Ca< Pilclgilt. ^lueropcrg, Grafen Alcxandlr, Hermann und AlfonS - Ancntl^al ui'd ^tadtlslciu. Äncröperg, Ka>l Wilhelm Fürst v. — Ainöd, Gultschcc. Pölland, Roßcgg, Vornschloß, Seiscnbcrg ^ud Wcixclburg. AuerSpcrg, Gustav Graf v. — Mokritz. Auersperg, Josef Viaria Graf v. — AuerSperg mit incorporiltcn Gütern Sonncgg, Nadlischcl. Barbo - Wa ^ cnsteiu, Josef Emanucl Graf v. — Kroiscnbach nud Wallenberg. Banmgartcn, Johann - Wildenegg. ^ ^ .. ^crg, Gustav Freiherr v., und Louisc, geb. Freun v. Mandel — Nusscnfuß mit dcn incorpornten Gllter» Sagoritzhof, Thnrn nntcr Nasscnfliß. Vlaguy, A.'tonia Gräfin U'sini v. — B'lllchgratz. ^lagai), Ludwig Graf Ursini v. - Wcißcnslem Dorsch. Vorschob, Friedrich Freiherr v. — Gall' Hof, Plctteiiach. „„ , , ^ohinz, Andrcaö, Pfarrer in Zirllach — Pfalrbof ^ äutlaä). _., Eodelli - Fahncnfcld, Anton Freiherr v. — Thurn ^ an der Laibach, Wcßnitz. ^ . . . Loronini - Cr ° nbera, Karl Graf o. - Hopseubach. Dettela, Johann — Wallenberg. Aoleuz, Ludwig — Nnßdorf. Dole uz, Anton — Prüwald. ährenreich, Moriz v. — Ponowitsch mit dem m« corporirtcn Gute Fischern, ^lchtcuau, Adolf Ritter v. — Strügg. Achten an, Engen Riltcr u. — Prcißck. "lchtcnau. Tonsstnnt Rillcr v. — Volautschc. " lorian, Karl — Floriauischc Spital- und Pcganlsche ^tcalgilt. ^ ridau, Franz Ritter v. — Gradatz, Sastava, Wciuitz. ^Uk. Dr. Anton — Obcrgörtschach. ^allc, Victor — Freudcnthal. ^aridoldi, Anton Ritter v. — Pcpcnöfcld. ^arzarolli.Thnrnlack, Andreas Edler u. — Adlcrtzhofcn. ^crm, Fl-anz Xao. — Weinhof, ^loliocuil, Frau; (Erbcn) - Guteuhof. ^ozzani, Ferdinand Marquis v. — Wolfsbiichtl. ^rcßel, Maria — Treffen. liwschitz, Joh. Nep. Freiherr v., und Christine s., 3'leiin v., geb. v. Cannal — Grimschitz. ^ utmannsthal - Benucnlitti, Ludwig Ritter v. — Savcnslcin, Wci^l- und Scharfcnsleiu. ^art, Wenzel (frühere Besitzer Portmaun und Weiß) ... ^ Obcrcrlcnstcin. 'vartig, Friedrich Graf v. — Neustem, Uutercrlcn. Ucin. ^angvitz, Eugen Graf v. — D.-N.'O.-Commcnoa. H e ß, Antonia, in Mottling. H om ätsch, AlUou — Tschcrnembclhof. Hoffe rn, Iohaul'a v. — Egg ob Podpctsch. H o hcnwart - Gc r la ch st c in, Karl Graf v. — Raunach. Iermanll, Victor — Vigauu. Iombart, Juliuö — KlingcufelS und Swur. Iuvanz, Franz — Grundelhof. Kosler, Ioha,,u — Ortcucgg. KoSlcr, Peter Dr., Josef nnd Johauu, und Maria Obrcsa — LcopoldSruhc, Glriuitz. Koß, Anton, Dompropst — Capitclgiltcu St. Aar. lclmä imd Scharfcnderg, dann mehrere iucorporirtc Pfarren. Koltnlinöli, Anton Graf v. — Malthcser.Ordcns. Eommcnda St. Peter, ssuralt, Thcrcsc — Thurn bei Scmic. Langer v. Pod gora, Franz — Poganitz, Arci< tcnau. Langer u. Podgora, Ida, geb. v. Fichlcnau — Lucgg. Lanthicri, Karl Graf v. — Nippach, Slapp. Lazzarini, Baronin (Erben) — Iablanitz. Lazzarini, Heinrich Freiherr u. — Flödniag. Lichtenbcrg, Iuh. Nrp. Graf v. — Hallcrstcin. Lichtenbcrg , Leopold Freiherr v. (Erbcn) — Habbach. Lichtenbcrg, Scif, icd Graf v., und Auna, gcbornc Gräfiu Ancröperg — Lichtenbcrg, Praprece. Lippiza — Hofgcstüt. Mach, Iohaun — Großslatlcncgg. U)lahortsch itsch, Franz, und Moser, Johann — Abramöberg'schc Gilt. Malli, Ignaz — Podwciu. Margheri, Albin Graf v., und Iosefine Gräfin, geborene Gräfin Correth — Wördl. M arghcli, Albiu Graf v., und Syluine Freiin uon Apfaltrern, geborene Gräfiu v. M argheri — ?lltei,burg. M a r ch h a r d, Ioscf, und Karl Hi, sch, in Wien — Zobelsberg. Mayer, Iofcf — Lcutcnburg. Vt o ntan »Aerar in Idria. Mühlcisen Johann 9ieft. — Gerlachstein. Müller zu Eichholz, Josef v. — Arch, Unter- radclstcin. Nugcut, Arthur Graf — Kostcl. Pelikan, Wilhelm — Rochcnbüchel. Pirlovitsch, Franz, Untcrtolovrat. Pirnnt, M^ilnilian — Tufslein. Porzia, AlfonS Scrafin Fürst — Prem, Sc° nosclsch. Pröstrancgg - k. k. Hofgcstüt. Rastern, Nilomed Freiherr u. — Schcrenbüän'l. R echbach, Barbara Freiin u., geborene Gräfin Thnrn« Valsafsina — Kreuybcrg, Lukowitz. Rel igi onsfondsherr schaft — Landstraß. Rcya.Castclclto, v,, nnd Frau Isabella v. ^ Mooslhal. Ruard, Victor — Iusclwcrlh Probstci VeldeS. Rudesch, Frau; — Klciulack, Dragomel. Rndcsch, Joseph — Rcifnitz. Savinschcg, Dr. Josef — Mottling. Sauiuschcg, Kml — Gayrau. Schaff er, Eduard — Wcinbüchcl. Scnuiss, Ioscf (Erbcn) — ttinfrl, ^Pousch, Monri- sche, Slrobclhof nnd Wiltich Waldgilt. Sittich, Rcligionöfondohcirschaft. Sladovitsch, Ferdinand — Tscherucmbl. Smola, Anton — Standen. Stare, Michael — Manusburg. Strahl, Eduard v. — Allcnlack. Sulkowsky, Josef Fürst v. — Ncumarltl. Syrc, August — Rupcrtöhof. ^, , , ^ Tcrbu chowic' schc Erben, Justine u. — lllcinlacl. Tcrpiuz, Fidcliö — Kaltcubrunn. Tauffrcr'schc Erben, Moritz Freiherr o. — Wcixclbach. Thuru - Valsassina, Grafen Hyazinth und Gustav — Radmannsdorf nnd Walleoburg. Treuz, Ferdinand Adolf — Draschfowitz. Urbancic, Eduard — Hoftcin, Stcrmoll. Urbancic, Johann Ncp. — Thurn unter Ncubcrg. Valmagiui, Julius v. — Rcitcudurg. Bcstcncl. Moritz Ritter v,, und Anna g?b. Sauen« stein — Ncudcgg, S^'ncckcnbüchcl. Vullmaun, Auull — Ncnhof. Voul, Viucenz, Pfarrer — St. Ruprecht Pfarrgilt. Wassitsch, Railmmd — Grailach. Widmcr, AartholomäuS, Fürstbischof — Görtschach, Laibach Pfalz. Wilcher, Friedrich — Stciubcrg. Windischgrätz, Hugo Fürst — Wagcuöperg. Windischgrätz, Vcriand Fürst — Haaöbcrg, Loitsch, Luegg, Slatcncgg. Wolle nöfterg, Franz Freiherr v. — Sell». Nnrzbach < Tannenbcrg, Dr. Karl v. — Cbens« fcld, Schwarzcnbach nnd Geschicß. Wurzbach - Tanncnbcrg, Dr. IuliuS v. — Lands> preis. Z o i s»E d c lstc in, Anton Freiherr v. — Egg ob Kraiuburg. go is. Edelstein, Anton, Michael, AlfonS, Sig. mund, Freiherren, Scrafinc Gräfiu v. Wclscrsheimb, Gabriele Gräfin Icunison, Mathilde Gräfiu Aucrs- pcrg — Iancrbnrg. Im Sinne deö § 25 der Landlagöwahlordmmg für das Hcrzogthum Krain werdeu den am Lande woh« uendcn Wahlberechtigten dcö großen Grundbesitzes ihre Lcgitimatiouslarte» zu der am 3. December 186N um 10 Uhr Vormittags im Landhanse zn Laibach stattfindenden Abgcordnctcnwahl für den Landtag dcö Herzog« thmns Kraiu unter ciucm im Wege der k. f. Bezirksämter zugesendet, die in Laibach anwcscudeu Wahlberechtigten dieses WahltörperS aber, sowie die außerhalb des LaudcS wohnenden werden eingeladen, ihre Legiti« mationStarlen entweder persönlich, oder dnrch die zur Ausübung ihreS Stimmrcchtcs Bevollmächtigten beim l. k. LandcSpräsidium zu erheben. Laibach, am 16. November 1866. Vom l. k. Landesprä sidium für Kraiu. Sr. t. k. Apostolischen Majestät wirklicher geheimer Rath und Statthalter: Eduard Freiherr v. Bach m. p. Richlamllicher Theil. Vaibach, 26. November. In der das ganze Reich bewegenden Ausgleichs-frage haben wir cine günsligc Wendnng zu verzeichnen. Pester Bricfc gcbcn Aufschluß über daS Vorgehen, daS die beiden gloßcu Landlagsparteicn, nämlich die Linke und die Deal'sche Partei, einschlagen dürften. Die Liulc, scheint eS, hat ihre lirsprüligliche Absicht, daö königliche Rescript durch einen „Beschluß" zu beantworten, defiuitio fallen gelassen nnd sic gedenkt jetzt nur cinc Adresse zu beantragen, in welcher daS Rescript bei Scilc gelassen nnd die Fordcrnng der uuverzuglichen Ernennung dcS ungarischen Ministeriums und vielleicht auch der Wiederherstellung der Comitate aufgestellt würde. Dadurch würde natürlich die Fort« sctznng der Arbeiten der Eommissiou für die gemein« schafllichen Angelegenheiten, des sogenannten 67cr Ausschusses, unmöglich gemacht werden nnd darauf hat eS die Linlc in erster Linic abgcschcn. Dem nun will und muß die Dcak'Partei cntgegentrctrn und sie gedenkt daher dcn Vorschlag zu machen, daß das Rescript vorderhand gar nicht beantwortet wc> de, daß vielmehr die gedachte Commission ihre Arbeiten zu Ende führe nnd daß dauu die Anträge dcr Eommission in Verbindung mit dem Rescriptc znr Verhandlung kommeu sollen, ein Vorgang, welcher der Regierung entsprechen muß. Setzen wir nnscrc Uebersicht der europäischen Fragen fort, so finden wir vor allcm in dem uns jetzt so nahe gerückten Königreiche Italien die wichtigste Angelegenheit, jcnc der päpstlichen Herrschaft, einer all< scitig befriedigenden Lösnng immer näher gerückt. Dem „Journal dcö DcbatS," einem Organ, welches in dieser Frage keiner Vornrthcilc oder Befangenheit verdächtigt werden kann, erscheinen dic uon Baron Ricasoli in sei« ncm ncucstm Rundschreiben abgegebenen Erklärungen völlig hinreichend, nm die Anhänger dcr weltlichen Herr-schaft des Papstthums zu beruhigen. Diejenigen, sagt daS „Journal dcs Dcbats," welche sie nicht als hinrei-reichend ansehen, tragen Italien gegenüber ein Mißtrauen zur Schau, das sic innerlich nicht hegen und nicht hegen löuncu. Iu dcr Wirklichkeit sind sie nur zu sehr ubcr. zcugt, daß Italien getreulich den Vertrag erfüllen wird, weil es alles Intcrcssc oarau hat, cS zu thun, und darum cbcn schlagen sie solchcu Lärm. Was sic ärgert, ist gcradc daS Vorhandcnscin dcö Vertrages, und sie wären die ersten, dieselbe zu vertheidigen, wenn sie ernst« lich glauben ktmnleu, daß dic italienische Regierung den 1796 Fehler begehen würde, sie zu verletzen. Ihre Austreu« gungcn, um den Papst nach dem Abzug nnscrcr Trup» pen znr Abreise von Rom zu bestimmen, beweisen gc° radc, daß sie von Seite Italiens teinc Gewaltthätigkeit fürchten, um nicht zu sagen, auf sie hoffen; allein sie wiegen sich in den Gedanken ein, daß, wenn der Papst uon Nom »'.'Mehr, der Vertrag als überhaupt nicht zu Stande gekommen angesehen werden dürste. — Der Florentiner Correspondent des „Journal des Dcbats" glaubt, daß die schwebende Frage der päpstlichen Schuld jetzt geregelt ist oder es unmittelbar sein wird, da die Grundlagen der Vereinigung jctzt feststehen und die vor» handcucn Schwierigkeiten unbedeutend sind. Italien übci> nimmt vier Fünftel der Schuld von 18(X) nnd zahlt in 75> Jahresraten die von dem Papste dafür entrichteten Zinsen zurück. Frankreich bezicht einen Theil dieser Rückzahlungen, mn sich für die Kosten seiner sicbcnzchN'' jährigcn Occupation zu decken. In Bezug auf die Stellung der italienischen Negierung zu Nom bemerkt der Correspondent dcs „Iourn. des De-bats" : „Man wird in der Weise verfahren, daß man dcm Papst cinc Lage schafft, die er in der Praxis annehmen kann, ohne daß man von ihm cinc rechtliche Annahme derselben, oder auch nnr irgend cinc Verbindlichkeit über« nimmt. Man sicht wohl ein, daß cö Dinge gibt, die ein Papst, glcichsam genöthigt und gezwungen, still» schweigend hinnehmen , die er aber nicht feierlich aner« j kennen kann. „Er wäre nicht mehr Papst, wenn cr es thäte," sagte neulich cin angesehenes Mitglied der Regie-rnng. Jedenfalls nähern wir uns der Lösung, und man kann nicht umhin, die vollständige Nuhc im Laude nnd den cibsolnlcn Mangel jeder Aufregung zur constatircn." Die bevorstehende Session dcs gesetzgebenden Kür» fters iu Paris di'nfle nach Pariser Corrcspondcnzcu der „A. A. Ztg." wieder durch Herrn Thiers' Bc> rcdsamkcit illnsttiit werden. Diesmal wird Herr Thiers liver die Lage der L and Wirth schaft in Frankreich sprechen. Die Negicrung will jedoch der Opposition mit einer entscheidenden That zuvorkommen. Der Corre« spondcnt sagt hierüber: Wir haben hier (Paris) zwar cinc „laudwirthschaftliche Crcditanstalt" welche dcn Tür» kcn und Heiden Geld leiht; aber cin landwirthschaft l i ch c r Credit besteht in Frankreich nicht, kann auch gar nicht bestehen, solange cr durch die Gesetze uu-möglich gemacht wird, welche in Bezug ans die lano-wirthschaftlichc Industrie das Eigenthum, die Pachtnng, dcn Betrieb, dcn Fundus iustrnctus, dic Assccurauzen, die Gerichtsbarkeit und zahlreiche Privilegien regeln. Der Kaiser hat soeben eine zahlreiche Commission bcauf» tragt, die bezüglichen Gesetze und gewisse Paragraphen des Code Civil dahin nmzuarbcitcn, daß der laudwnlh. schafllichc Credit dcm Handclscrcdil, dem gemeinen Hau-dels- uild Wcchsclrccht möglichst »ahc gebracht werdc. Dic Wcchselfähiglcit nnd daS Wechsclgcricht sollen auf die laudwirthschaslliche Industrie nlisgedehnt werden, welche anch cinigc Herabsetzungen der UmschrcibgcbührtN erfahren soll. Der Ausschuß muß slinc Arbeit eiligst been-» digcn, damit der Cntwnrf am Beginne der Session ans dem SlaatSrall) an die Kammer gelangen lonnc. Die Lage der Dinge in Preußen deutet darauf hin, daß der Negieruug in der bisher so gefügigen Kammer Schwierigkeiten bevorstehen. Die Dotations» frage der sicgreichcn Generale dürfte dcn nächsten Anlaß geben. Man bcstrcitct dic Zeilgcmäßheit dieser Nationalschcnlnngcn mit Rücksicht ans dic Wunden, die der Krieg dcm Landc geschlafen uud die noch lnnge nicht geheilt sind. Cin Correspondent der „Allg. Ztg." aus Berlin schildert dic Lagc in nachstehender drasli» scher Weise: „Handel und Wandcl licgcn noch iunner darnieder, und ehe die Gcschästslhätigkcit sich von ihrem tiefen Fall crholcn wird, bedarf es noch cincr geraumen Zeit, bedarf cs vor allen Dingen cincr gründlichen, Vertrauen erweckenden Festigung der neueu Verhältnisse. Concursc nnd Arbeitslosigkeit, dic treuen Begleiter der Verkehrsstockung, erfüllen nlleS bei dcm herannahenden Winter mit schwerer Sorgc, nnd daß in dcn Provinzen die Lage der Dinge teinc günstigere ist, ergibt sich klar genug aus dcn amtlichen Crlasscu der Landräthe, iu denen ts als die entschiedenste Pflicht dcr Ortsvorslünde und der Schulzen und als cin Gebot der Gerechtigkeit wie Dankbarkeit bezeichnet wird, die Lagc dcr zurück« gelehrten Landmchliuünucr lind Reservisten nach Mög« lichteit zn erleichtern, und insbesondere dafür zu wirken, daß dic rückständige Miethe nur allmälich nnd ohne allzu große Schmälcrnng deö Albeitsvcrdicnstcs eingezogen und erforderlichen Falls von Scilcu der Dorf« schaftcn durch Untcistützungcn cingclrelcn wcrdc. Leicht licße sich dieses trübc Bild durch andere Beispiele cr. wcitcru, dnrch Hinwcisung auf öffentliche Hilferufe uon Laudwchrofficiercn, dcncu cS zu ihrem weiteren Fortkommen an allein, fclbst an dcn nöthigsten Kleidungsstücken, gebricht. Oesterreich. Wien. Dic „W. Abdpst." schreibt: Es ist fast zur Thatsache geworden, den Herrn Minister ocö Auswärtigen täglich nnt cinem neuen Programm für die äußere odcr inucrc Politik auszustatten, welches regelmäßig nur dcr Phantasie dcö betreffenden Blattes seinen Ursprung verdankt. Eil, heule in der „Presse" veröffentlichtes „Programm" dcS Freihcnn v. Bcust ist eben« falls in diese Kategorie einzureihen und dürste nicht eiumal den Vorzug ciucr geschickten Erfindung in Anspruch nehmen können. — 23. Nov. (Vfrd.) Auch heute begegnen wir in dcn Journalen wieder Mittheilungeu, welche Herr» von Bcust als dcn intellcctncllen Urheber dcr Concessioucu nennen, dic das Ncscript vom 17. November dcm ungarischen Liberalismus macht und dicscs Rescript als Grundlage und Ausgangspunkt für die Ausführuug des Programms dcs Ministeriums Bcust in Bezug auf das ganze Gebiet der Vc rfass un gs frag e liczcich» ncn. Nach dicscm Programm soll das Ncich entschieden dualistisch, jede dcr beiden Rcichshälftcn aber nach Innen iu gewisse Sinne ccntralistisch konstituilt wcrdeu. Das Resultat dcr Verhaudlungcn mit Uugaru, insoweit davon allgemeine Rcichsintcrcsscn betroffen werden, soll den legalen Vertretern dcr Länder diesseits der Lcitha als Vorlage gebracht werden, um dcrcu gleich gewichtigen Ausspruch zu erlangen, und zwar soll die dicöbe« züglichc Action bei dcn gegenwärtig tagenden Landtagen beginnen. Mau trägt sich nämlich, nach Milthcilungci!, die uom TavcrnicnS aus Pcsl eiulaufeu, mit dcr Hoff« uung, noch während dcr Dauer der diesjährigen Session dcr cislcilhamschcn Landtage mit Ungarn zu ciucm, sei es zum positiven odcr negativen, Ergebniß zu gelangen. Dicscs würde man an dic Landtage leiten und dieselben zur Wahl einer uicht uolhwcudig aus dcu Laudlagcu zn nehmenden Delegation auffordcru, welcher daun dic wcitercu Verhandlungcu vorbehalten blieben. Um dic Bcdculcn der Landtage in Betreff ihrer verfassuugs-mäßigcu Couipetcnz ^n bischmichtigcu, sollen mchrcic Gcsctzc, wic über Vercinsrccht, Prcßfreihcit, Eivilehc n. s. w. in Anssicht gestellt werden. Mit Hilfc dcr pro-jcclirlcu freiheitlichen Entiuickclungcn socialer (Vereins» rccht, Civilche), wissenschaftlicher uud politischer Natur hofft man dic ocnlschc Vcrfasfuugspartei, mit Hilfc dcr Gewährung weitgehender Aulonomic dic Polcn zn ge» winncn, gegenüber dem starren Föderalismus, dcu zu versöhum mau aufgegeben hat. Mau hofft ferner, dic deutsche Bcrfassuugspartci, dic aulonomistischcn wic di? ccutralistischen Eltincntc dersclbcu, mit dcr Anschauung dcr Regierung um so mchr zu versöhnen, als dcr Natur dcr Sache nach dcr dem Reichstag dcr Lander der uu« garischcu Krone an dic Seile gcstclltc dculsch, slavische Vcrtrctuugstölpcr im wesentliche» nichts anders als dcr engere Rcichsrath sein würde. Dcr weitere Rcichsrath allerdings wäre mit einem Ccuti alparlamcnt übn Haupt definitiv beseitigt. Ist lnit dcm gcgcnwältigcn Pcstcr Landtag dcr Ausgleich überhaupt möglich, so sind dessen Grundlagen bald gefunden, nud dic Einberufung dcr ans dircclcn Wahlen hervorgehenden Vcltrctuug dics» scits dcr Lcilha kanu sofort in's Wcrk gcsctzt wcrdcn. Erweist sich dcr gegenwärtige ungarische Landtag renitent, so wird dic Verhandlung mit cincm ncngcwählten Landtag wieder anfgenommcu wcrdcu, aber erst nach der Einbc« rufuug dcr Vertretung der diesseitige» Rcichshälftc. — Zur Erledigung dcr Privatangelegenheiten der italienischen Unterthanen soll vorläufig, und zwar noch im Laufe dieses Monats, cin italienisches Cou» snlat iu Wien errichtet werden. Die Ernennung eines Gesandten dürfte erst iu fpülcrer Zcit erfolgen. Prag. Mehrere hochgestellte Diplomatcu, welche momentan lciucn activen DicustcSpostcn bekleiden, haben, wie dcr „Pragcr Ztg." geschrieben wird, mit Rücksicht auf dic finanziellen Bedrängnisse dcs Staates auf die ihucn gebührenden Ruhegehalte und Warlgclocr voll« ständig verzichtet. Wir nennen die laiseilichen Gesandten Fürst Schönburg, Graf Friedrich Thun, Graf Emcrich Szcchcnyi, Graf Lützow, Graf Trautmanusoorff, die Lcgalionsräthe Graf Traun, Graf Cavriaui, Graf Coudenhovc, Frcihcrr v. Pillcrödorff u. a. Pest, 23. November. Dcr „Pcstcr Lloyd" meldet: Der Tavcrnicus hat den Bürgermeister von Ofen offi» cicll verständigt, daß cr beauftragt sei, dcr Ofuer De-putation für ihren aus Anlaß oeö Namcuöfcsles dcr Kaiserin dargebrachten Glückwnusch dcn bcsoildcrcn D an t I h r c r M ajcstütcn aufzusprechen. Hofkauzlcr Ätaj» lath ist hcutc nach Wien zurückgekehrt. Trieft. Dcr „Osserv. Tricsl." uom 21. November dringt nachstchcndc Note: Angesichts der vielfachen falschen Gerüchte, die über die letzthin in Venedig stattgehabten Feste, namentlich bezilglich der Anwesenheit und dcr Betheiligung mehrerer Personen aus Trieft nnd anderen Städten deö Litorale im Umlauf sind, glauben wir unö einer ins Detail eingehenden Wider» legnng enthalten zu können. Wir lönncn jedoch nicht umhin, in besonderer Weise eine neuerlich von cincm venezianischen Blatte gebrachte Mel« dung hervorzuheben, um sie als jeder Begründung entlieh« rend zu bezeichnen. Ein angeblich hier residirendes Tricstiner» istnanisches Lomitö soll „cin besonderes Telegramm nach Venedig geschickt haben, um dem dortigen Municipium als ersten Beitrag zu dem unvergänglichen Monument, das Ve» nedig seincm großen Daniel Mcmin errichten wird, dcn Betrag von tausend Lire zu übergaben." Wir tonnen nun mit Bestimmtheit versichern, das; die Meldung uon dcm Bestand dcö sogenannten Trieslincr«islna' Nischen Comite eben so falsch und lügenhaft ist, als die Nachricht von dem Telegramme. Wie wir aus vollkommen glaubwürdiger Quelle entnehmen, hat daö Telegraphenbureau in Folge einer amtlichen Anfrage erllätt, dah in der gan» 'zen Zeit vom 1. bis 15. d.M. ihm kein Telegramm ähnlichen Inhaltes übergeben wurde. ! Zara, 20. November. Dic Stattt>>lterci hat an-! geordnet, daß vom Beginne des Schuljahres 1866/6? ! an in allen k. k. Knabenhauptschnlen der Provinz, mlt Ausuahme jener von Zara, die illyrischc Sprache >'» ^ vorwiegendem Gradc als Unterrichtssprache zu dicncü , hat. — In Folge mehrerer iu Mclkovic und ForlopuS vom 1. — Id. d. M. vorgekommenen Cholcrasälle wer-den Provenienzen zur See nud zu Lande ans dcm Ve-zirtc Mctlovic cincr 7lägigeu ObscrvalionsPwranläüc unterzogen. Ausland. Berlin, 19. November. (A. A. Ztg.) Für die Vor-bcralhnngcn des Budgc>s im Plenum dcs Hauses hat der Präsident vorläufig wöchentlich drei Sitzungen bestimmt, welche am Montag, Mitlwc'ch und Freitag ab" gehalten werden sollen. Dic crstc dieser Sitzungen fi»< dct übermorgen statt und auf dcr Tagesordnung der-fclben steht ncbcn dcr Erörterung allgemeiner Gesichts-punklc dic Specialbcrathnng über dcn Zuschuß zur Rcntc dcS ssronfideicommißfonbcs, die öffentliche Schuld, das Herrenhaus, das Hans der Abgeordneten nnd das Bureau dcS Staatsministciinms, für welches lctztcrc bekanntlich anch bic vielfach angefochtene Suininc von .'il.000 Thaleru zur Uulcrhaltung dcs litcrarischcn A»< rcau ausgeworfen ist. Dic Fortschrittspartei uud die beiden Parteien dcr Conscrvativen begcgncn sich in dem Wnnschc, durch ein Aoschucideu dcr bisher üblich gc-wcscuen Generaldebatte dcn Gang der Vcrhandlnngcil »och mehr zu kürzen und, wic cs scheint, wcrdcu dic übrigen Fraclioncn cincm solchen Verlangen bereitwillig entgegenkommen. Dic neue ministerielle Fraction zcich' ! nct sich durch Haudhabuug cincr slraffcli Disciplin aus, iudrm sic als Grnndsatz aufgestellt hat: daß cincr Zwci-drillclmehrhcit das übrige Drittel sich unbedingt zu un-tcrwerfen habc, daß also in solchcn Fällcil lciu Vlit^ glicd dcr Miuderhcit cin abwcichcndcs Votum gcbc» i^arf. Hinsichtlich dcr Vchaudlung dcr Militärfragc ist zwischcn dcu liberalen Fractioncu bis jctzt cinc Verstä»-dignng noch nicht erzielt worden. Habcn auch dic lctz" tcn klicgcrischcu Ercignissc dazu beigetragen, dcr Oppo-< sition gcgcn die Hccrcsorganisation die Spitze abzn-brcchen, so sind doch die liberalen Abgcordnctcn aller Schattirnngcu darin einig, daß diese Reorganisation dcr gesetzlichen Feststellnng noch immer ermangelt ui'd daß dic Kionc dic Pflicht habc, dic verfassungsmäßig«: Erledigung dieser Fraac zu bewilkcn. Dic Rcgicrnng selbst wird sich dicscr Ueberzeugung anch schwerlich ucr-schlicßcu uud umfowcnigcr Anstand uehmcn, dic Sano , tion dcs Landtages für jene Schöpfung nachzusnchci», > als im Ernst wohl nur wenige Abgeordnete heute daran deuten, cincu nnfruchlbaren Widerstand dagcgcn fortzusetzen. Anerkennung verdient jedenfalls dic Liberalität, mit welcher dcr König dcn lurhcssischcn nnd Hannovers scheu Officiersaspirante» dcn Eintritt in das preußische OsficirscorpS erleichtert, indem laut königlicher Ordre vom 17. v. M. an jene hinsichtlich der lateinische» Sprache mir dic bisher maßgcbend gcwcscucn Ansprüche gestellt werden, wahrcud mau bei diesen von dcr Prü< fung iu dcr lateinischen Sprache ganz absehen nud oic^ sclbc durch cinc Prüfung in dcr englischen Sprache ersetzen soll. — 20. November. Wic man aus der zuverlässig-stcn Quelle erfährt, ist daS Befinden dcö Grafen Bis-marck keineswegs so gnt, wie cs die Officiöseu darzu» stellen dcn Auftrag erhalten. Dic Aerzte zweifeln, ob cr so bald wicdcr fähig fein werde, die augicifcndc Thä-tigkl'it von flühcr wicder aufzunchmcn. Das Fieber, voll welchem scinc Krankheit begleitet ist, hat keincswcgS nachgelassen, sondern erhält dic Stimmung des Grafcil in cincr Reizbarkeit, die ihn für ruhige Arbeit unfähig macht. - Ucbcr dic ihrem Inhalte nach im allgemeinen schon bekannte Depesche, wclchc Frcihcrr v. Bcust am 8tcn Novcmbcr an den österreichischen Gesandten in Berlin gerichtet, geht dcr „B.- u.H.-Z." folgcudc ausführliche Analyse zu, die den Inhalt fast wortqclrcn wiedergibt. Die Depesche knüpft an die Vereinbarung dcS Art. l3 des Pragcr Friedens au, wornach fo bald als möglich über die künftigen handclepolitischcu BczichlMgeu Verhandlungen cröffuct werden sollen, und sie weist dcn kaiserlichen Gesandten an, da es für bcidc Theile nicht erwüuscht scin könne, die Ungewißhcitzu verlängern wclchc dic scchsmouailichc Küudungsfrist deö einstweilen in Geltung erhaltenen Zoll« und Handelsvertrages für dcn Verkehr geschaffen, dicsc wichtige Frage demnächst zur Sprache zu bringen, und in Erfahrung ziehen zu suchen, ob und wic bald die prcnßischc Rcgicrnng ihrerseits dcr gedach/ ten Flicdcuöbcstimmung Folge zu gcbcn geneigt sc>> Wic dcr erst jüngst vou a. h. Stelle dcm Gesandten gcgcuübcr ausgesprochene Wnnsch dcr Wiederherstellung freundlicher Bczichuugcn auf dcm handelspolitisch"' Felde am lcichlcslcn nnd zugleich in ciucr am schmlM' in daS Volksbcwußlsein dringenden Weise seiner Erfn^ luug zuzuführcu sei, so zweifle man hicr um so wenig" an dcr Geneigtheit Prcußens, auch scincrscilS dazu uc-rcilwillig dic Hand zu bieten, als man zu wissen lila"^ daß auch jeuscitö in dcn bclhciligttn ^rciscn dcr NnniN) einer baldigen Inangriffnahme der betreffenden Vcrhal'v 1797 lllngen sich lebhaft kundgebe. Der Niickäußcrung des Gesandten schc die kaiserliche Regierung mit großem Interesse entgegen. Florenz, 21. ^iovcmbcr. Der König und die Plinzcn sind hcutc zurückgekehrt. Slraßcu und Plätze waren festlich g, schmückt, auf der Piazza Vccchia prangte cin lolossalcr A^ucnslöwc und zahlreiche Deputationen nus Vcnclicu hattcn sich cingcfuudcu, um den König neucrdings in der Hauptstadt des Reiches zu begrüßen. Der Empfang war nngemcin herzlich; Abends fand eine Serenade auf dem Pittiplatzc statt. — Einer Aeußerung des Barons Nicasoli zufolge wird am 11. December der letzte französische Soldat Rom verlassen haben. — Nachrichten aus Palermo melden, daß dort die Verhaftungen fortdauern. Die Stadt ist noch immer sehr aufgeregt. Ndine, 21. November. Für Palma ward von einem hiesigen politischen Verein Herr Tommaso Luciani aus Islrien als Parlamenlscandidat vorgeschlagen; von andcrcr Seite ward jedoch dagegen eingewendet, daß, da man jetzt hauptsächlich im Verwallungsfachc rifahrcnc Abgeordnete brauche und Herr Lnciani sich mit Vorliebe ethnographischen und geschichtlichen Studien gewidmet, jene aber, die sich ans die Staatewisscnschaft beziehen, vernachlässigt habe, scine Wahl kaum zeit. gemäß wäre. — Die Regierung läßt iu England einen schwim« meudcn Dock sür Venedig anfertigen, welcher auf dem Tync schon nahezu vollcudct scin soll. Die erste Urbcit soll darin die Wiederherstellung dcs „Affcmdatore" fein. Außerdem ist mau mit der Formation eines Evolutions« «cschwaders beschäftigt, welches den Namen Mittclmecr« gcschwadcr erhalten soll. Die »cucstc Sccuntcrnchinung endlich, wclchc bis jetzt ziemlich geheim gehalten wnrdc, ist die Gewinnung cincr herrenlosen Insel iu der Nähe von Sumatra, die als Deportatio!,c>stclle für italienische Verbrecher dienen soll. Die holländische Regierung soll nichts dagegen einwenden, das; in der Nähe ihrer Besitzungen diese Vcrbrcchcrcolonic gegründet weldc; cS ist dicö ja cin dringendes Bedürfniß für jeden Gioß» staat. — Als Beitrag znr Frage über die gefpannlcn Beziehungen zwischen Florenz uud Paris oicut die Nach« ucht, daß daö französische Eousulat fast allein beim Einzug des Königs i» Venedig nicht gcsiaggt hatte. Dagegen wnrdc wieder General Möring von Italien dccorirt, General Lcboeuf aber llicht, weil, wie er sagte, die Italiener die hohe Mission dcs Kaisers nicht be< Nriffcu haben. (Mg. Ztg.) Vern, 23. November. Der Bundesrath bcan. llagt bei der Anndcsvcrsanunlnug die Aufnahme einer Anleihe uou zehn Millionen sür die schleimigste Ein» filhrnna von Ncftclii-stiitzei, und Abänderung der alten Gewehre uud Kanonen zu Hintcrladung. Paris, l9. November. Der „N. >A. Ztg." wird Von hier geschrieben: Das heule telcgraphirtc Nund« schreiben dcS Baron Ricasoli, welches keineswegs dem Tuilcrienkabinet in einer Verbalnote mitgetheilt worden war, erfährt eine zweifache Auflegung, Da eS den ^iachdruck mif die geistliche Macht dcS Papstes, auf die wdicale Trcnnnng zwischen Kirche und Staat legt, scheint cs der päpstlichen Rcgicrnug feindliche Hinter-Ncdankcn zu enthalten, waS unsere minislerielleu Kreise lcdoch darin nicht finden wollen. Ricasoli hat jeden« salls eine yntc Karte ausgespielt. Er kommt der Mis. sion des Generals Flcury mit cinem italienischen Pro» Nlamm zuvor, welches die uuabhäugige Action dcS Flo> ^cnlincr Cabiucts wahrt, ohne sich in offenen Wider-spnich mit jener Mission zu setzen. Manche Anstößig, 'lit im Rnudschreibei, bleibt hier als italienisches Rc-Stativ und PalhoS unberücksichtigt. Die Geldfrage zwi« '^cn Roiu und Florenz ist schon so wcit erledigt, daß ^ erste Anzahlung in Rom cinclscitS geleistet, anderer' ^lts angenommen wurde. Sollte Ricasoli noch vor °nn 15. December seine Entlassung nehmen müssen, so Allste General Mcnabrea, der cin Manu von seltener Dichtigkeit nnd ^lüchtcruhcit scin soll, dem Wunsche der ^lülcricn noch mehr entsprechen, als Herr Ratazzi, der !^ >n Italien noch mehr Feindschaften als Gciing« Ichützungcn zugezogen hat nnd namentlich in Wien Acht das Pcrlraucn einflößen würbe, Welches General ^cnabrca sich dort erwarb. Sollte daS erwähnte Rund» Ichrcibcn Ni^solrs letzter Act sciu, so kann man ihm ^» glänzenden Abgang nicht ableugnen. Ganz im ^Nlndc der römischen Frage steht aber weder Ricasoli ^ch Garibaldi. Sic beruht ganz auf dem Wollcu uud ^wissm dcs Kaisers und hierüber läßt sich mit der ^ößtcn Wahrscheinlichkeit vermuthe,,: er wolle augcu« "ucklich die Erhaltung der weltlichen Macht dcS Papstes. . ^- 22. November, Die „France" sagt: Die An-"">t des Generals Castelnau nnd die Haltung der ^l'eiliin.ttu Staalcu habcu die ursprünglichen Entschlic« ^"»gcn des Kaisers Maximilian geändert. DaS Zu-^U'ücntreffcn dieser doppelten Thatsache ließ ihm die achlagc tief verändert crschcincn. Kaiser Maximilian ^"t vor seincr aiu 22. October erfolgten Abreise dem ^/"schall Bazaine die NcgicruugSgewalt anvertraut. . 'e..Iraucc" fügt hinzn: Angesichts dieser Nachrichten, r», skulle nicht verdächtig, ist es gestattet, die Ab. ly >c des Kaisers Maximilian nach Eu« ^^^°. als wahrscheinlich und vielleicht l^tzt schon erfolgt zu betrachten. Madrid, 22. November. DIc Königin Isabella hat beschlossen, dem Könige von Portugal in deu ersten Tagen dcs Monates December in Lissabon einen Besuch abzustatten. AuS den Niederlanden, 17 November. In der Festuug Bcrgcn-oft'Zoom ist vor einigen Tagen eine Weisung des Kriegsministers eingetroffen, sofort znr Schleifung der doitigcn Festungswerke zu schreiten. Dem Vernehmen nach ist im Haag der gleiche Bcschlnß in Betreff der Festungen Macstricht, Venloo, Vliessingen und Fort Bath gefaßt. Petersburg, 20. November. Man meldet auS MoSkau, daß der Metropolit Philaret den Prinzen von Wales ersuchte, er möge die Königin von England bit» ten, den Christen im Oriente ihrc Sympathie und ihren Beistand zuzuwenden. Der Prinz erwiderte: England liege der Schutz und die Ausbreitung des ChristeuthumS überall am Herzen. St. Petersburg, 22. November. Einer De-pesche aus Mitte l.Ufien zufolge wurde die von den besten Truppen des EmirS vertheidigte Festung Djnsal, der letzte Anlialtepunlt der Emirs von Bokhara im Syrdarja-Thale, am 18. October von den Russen nach achttägiger Bclageruug mit Sturm genommen. Die Besatzung wurde großtcntheils getödtct oder gefan. gen. An Trophäen wurden 20 Fahnen und 53 ssano« neu erbeutet. Bukarest, 23. November. Der Fürst ist gestern Abends von seiner Rundreise zurückgekehrt. Der Empfang desselben in Braila nnd Galatz war cin äußerst glänzender.! Athen, 17. November. Die Stellung der Ehristen bei ASlyphoö wurde von Mnstavha Pascha noch nicht angegriffen. Bei Gonia hat ein Gefecht stattgcfnndcu. — Mehrere Zögliuge der Mililärschulc in Piräus, welche heimlich nach Kreta gehen wollten, wurden verhaftet und die Vortiäge fnSpcudirt. — Zu Commandanten der Lager in Korfu, ^amia und Caruasscra sind Spiro Milio, Smolcntz uud SutzoS ernannt worden. — Gegen Ka> lcrgis herrscht cinc große Aufregung, da derselbe bc-schuldigt wird, den Aufstand auf Anstiften Frankreichs angeregt und dann Preisgegeben zu haben. Alle disponiblen griechischen Trnppen werden an der türkischen Grenze conccutrirt. Die Regierung bestellt 100.000 Paar Schuhe; aus Frankreich werden 40.000 Gewehre erwartet. — Die Regierung erließ cine nenc Note an die Schntzmächtc, um gegen die türkischen Gläucl in Kreta zu prolcslircn. Hagesueuigkeiten. — Se. t. t. apostolische Majestät haben mit allerhöchstem Cabinetöschreiben vom 21. November d. I. dem Präsidenten der l. l. Obersten Nechnungscontlolsbehörde Franz Grast» Mercanbin in Anetlennmig s,lücr auö< gezeichneten und erfolgreichen Dienstleistung das Großlreuz deö österreichisch kaiserlichen L^opold'Otdens allergnädigst zu verleihen geruht. — Das „N. Fr. Vl." erfährt von zuverlässiger Seite, baß Se. Majestät der Kaiser Max von Mexico mit dem zwcitnächsten Dampfschiff in Et. Nazaire eintresfen und nach kurzem Aufenthalt i>, Paris sich virect nach Miramai begeben wird. Sc. Majestät wird daselbst zwischen 15. nnd 20. December erwartet. — Die „Mr. Ztg." brachte am 22. b. M. folgende Berichtigung: In den gestrigen Blättern war die Notiz ent> halten, daß der Kanzleistatus des Wiener Magi» st rats gegenwärtig 168 Beamte und nicht weniger als 170 „„besoldete Prakticanteu ausweise. Die Gescnnmtzahl der Vcamten dieser Aemter belauft sich nicht auf 168, son« dein auf nahezu 300 Beamte. Ferner betrügt die Gcsammt« zahl der Pratticanlen nicht 170, sondern 154. Im Ganzen stehen 61 Prallicanlen im Genusse von Bezügen, welche zusammen im Jahre 23.210 fl. 50 lr. betragen. Nur 73 dienen unentgeltlich der Gemeinde. Wird dabei berüctsich« ligt, daß der Gcmcinderath bisher jedem Nanzlri«Pralticanten, dessen Dienstleistung zufriedenstellend war, nach dreijähriger unentgelllichcr Verwendung einen SuslentalionSbetrag von mindestens 200 fl. angewiesen hat, so wird man nicht m Abrede stcllcn lönnen, dal) die Gemeinde der Lage der Kanzlei «Prallicanten die möglichste Berücksichtigung ange« deihen lieh. — Der Capitän der Londoner freiwilligen Feuerwehr, Frederic Hodges, bereist den Continent, um Studien llber die Einrichtung der Feuerwehren in den größeren Städten zu machen, da sich in London das Bedürfniß nach einer zweckmäßigen Organisirung der Feuerwehr herausgestellt hat. In ganz London (sollte man es glauben!) umsaßt d'c Feuer» wehr mit dcn Leitern, Löschmännern und Kutscbern nach der Versicherung dcs Capitäns Hodges nur 120 Personen, während die Wiener Feuerwehr oh»e Ingenieure 200 Per. sonen zählt. Dafür relrutirt man in London del emcr Feuersgefahr iu ganz urwüchsiger Weise, wie ehemals in Wien, aus den zuströmenden Neugierigen die Hilscleistenden gegen eine bestimmte Vergütung. Von der Stadt erhält die freiwillige Feuerwehr eine jährliche Unterstützung von L0.000 Pfund Sterling. I" Paris fand Herr Hobgeö die Feuerwehr (wie belannt) in eiilem minder ausgebilorlcn Zustande: das Tcleglaphcmvesen, wie es in Wien einge. richtet ist, hat nur Berlin nachgeahmt: in München wären die Einrichtungen zweckmäßig, aber die Mannscyast ist schwach ezcrcirt. Herr Hodge« wohnt fleißig den Uebungen der Lösch» Männer im Wiener Stadtbauamte bei, äußert sich unumwunden über alles und spricht mit Anerkennung von der Wiener Feuerwehr. — Man schreibt ans Neubydzow, 20. November: In der Sloupnaer Vorstadt hatte cin Schlosser eine große Anzahl Granaten verborgen, die er aus der nahen Wahlstatt aufgelesen und heule in seiner Werkstatt zu entleeren begann. 6r hatte bereits ein großes Quantum Pulver her« ausgebracht, als er durch Unvorsichtigkeit dasselbe entziln« dete, worauf die ganze Masse im selben Momente exvlodirte. Das ganze Haus war in einen Schutthaufen verwandelt, der Schlosser selbst blieb todt, bis zur Unkenntlichkeit ver< stümmelt, am Plcche, feine Frau wurde durch einen Gra-nlltensvlitter im Anllift schwer verletzt, sein Sohn, der sich bei dem schrecklichen Vorfall im Hause befand, konnte bis jetzt nicht aufgesunden werden. Die Erschütterung der Luft war so groß, daß in den umliegenden Häusern nahezu alle Fenster zersprangen und die Trümmer des Hauses hoch in die Luft flogen. — Tin Autodidakt seltener Art lebt, wie man aus Neubydzow schreibt, in dem zum Neubydzower Amts» bezirke gehörigen Dorse Großbarchow. Es ist dies der 17jährige Häuslerssohn Wenzel Etoczel, welcher zu der im Monate September I6K5 in Neubydzow abgehaltenen land« wirtschaftlichen Ausstellung ohne alle gewerbliche oder tech« nische Vorbildung, als bloßer Autodidakt, und ohne Be> nNtzung eines andern als eines gewöhnlichen Taschenmessers eine Violine verfertigt hat, wofür er von dem Ausstel» lungs < Comit^ mit einem Ducaten prämiirl winde. Seine Majestät der Kaiser hat anläßlich der letzten Neise m Böhmen dem hoffnungsvollen Autodidakten eine Unterstützung von 50 st. allergoädigst zukommen lassen. — AIs ein originelles Pröbchcn — schreibt man aus Agram — wie von manchem unserer neu erworbenen italieni« schen Freunde das nachbarliche Verhältniß zu uns aufgefaßt wird, mag Folgendes dienen: Die Frau eines derzeit in Eroalien angestellten kaiserlichen Beamten, Italienerin von Geburt, schreibt ihrer an einen königlich italienischen Beamten, der ebenfalls bis vor drei Monaten in kaiserlich österreichischen Diensten stand, verheirateten Schwester. Dieser Tage nun erhält die erstere Dame ein Schreiben ihres Vaters, worin derselbe ihr den gemessenen Wunsch ihres Schwager« aus« drückt, sie möge nicht mehr direct an ihre Schwester schreiben, sondern dies durch Vermittlung ihres beidersciligen Vaters thun, da der Schwager nicht durch Briefe compromillirt zu werden wünscht, die den Poststempel aus Croalien tragen! — Das telegraphisch bereits als nichtig bezeichnete Gerücht über den Tod desPrinzen vonWales, das sich mit ungemeiilcr Schnelligkeit allenthalben verbreitet«, findet jetzt eine Erklärung in einem Mihverständniß. Ein Telegramm brachte unter anderm die Bemerkung: ^l'nu l'riix'ü'5 >lii!l in ruling lim-m^ llw Imnl ^ i!5 i>m< I, »li-»>!>! Familien obdachlos gcwordcn, welche in die größte Noth nnd in uubcschrcibliches Elend versetzt sind. Bei den meisten war eine Ncttnng dcs beweglichen Vcmiö« gcns unmöglich, iudcm die meisten Häuser von Holz waren nnd bis auf ocu Grund abbrannten. Viele der Verwundeten retteten kaum ihr Leben. Die große An« zahl dieser Veruuglncktcn gehört dem Stande der sici-ßigcn Sicbbödcn.Vcrfcrtigcr an, wclchc nnn ohne Klei. dung, ohne ^cbenSmittcl, ohne Werkzeuge, obdachlos, nicht im Stande sind, sich ihr Vrod durch ihrc gewöhn« lichc Beschäftigung zn erwerben. Bei dem Feuer habcn mehrere Personen schwere körperliche Verletzungen, namentlich Vranownuden, er< litten. Ein elfjähriger Knabe verbrannte in seincr Woh< nung, ein Mann starb in wcnigcn Stunden an den Brandwunden und ein Inwohner ist dem Tode nahe. Au Vieh verbrannten 3 Schweine und cinc Knh. Dcr Gesammtschade belauft sich mindestens auf ^4000 fl. Eine groß: Anzahl dcr abgebrannten Häuser war zwar 1798 für den Feuerschaden assccurirt, abcr mit sehr mäßigen Beträgen. Äei dcn Neltungsucrslichcn zeichneten sich der Gendarm Mildncrvun Krainbnlf, lind dcl Hausbesitzer Ioh.Dollenz von ebenda höchst uorthlilhaft ans, von denen jeder einen gänzlich crschüpflen Mann anS dem ganz in Flammen stehenden Hause heraustrug und von dem Tode errettete. Die t. k. ^andesliehörde l'at sich durch die Größe des Braiidunglncks licslimmt gcsundcn, zur thcilwcisen Linderung der in der jetzigen Winterszeit doppelt fuhlliaren Nothlagc dcr durch diesen Arand Betroffenen eine Samm» lung milder Beiträge im gauzcn Kronlande anzuordnen. Icbrr Menschenfreund möge daher für die unglnck« lichen Abbrändler sein Schärfleiu beitrage», da auch dcr lleinstc Beitrag dankbarst angenommen wird. Beiträge können bei dcr Redaction der „Laibachcr Zeitung," bei dem ^aibachcr Stadtmagistrate und bei dcn l. k. Bczirlsämtcrn abgegeben werden. Laibach, am 23. November 1806. — Die am Samstag abgehaltene Tnrnerlneipe war ungenmn start besucht und durch das gelungene Programm ei»e recht amnn'rte Stimmung in die Versammlung gebracht, welche eine besonders gehobene wurde, als Turner Ianesch dem Vereine ein reich mit Silber verziertes Tlinl» Horn spendete. Am Schlüsse wurde ein Ccmnw gewählt, welches die nöthigen Schritte zur Abhaltung einer Sylvester« feier der Turner, Sänger und Schi'cheu einzuleiten habeil wird. li. lv'u. Wer Länder bereist hat, wo Obstbaumzucht mit Fleiß und Verstand betrieben wird, hat sicher die Ueberzeugung gewonnen, was für einen Segen und mannigfaltigen Nuljen dieselbe für ganze Landstriche zu schaffen im Staude ist. Zum Gluck verbreitet sich aber auch diese Erkenntniß und die (Ansicht, daß die Pflanzung und Pflege von fruchttragenden Äaumen, selbst abgesehen von dem materiellen Nutzen, die Duelle vieler reiner Freuden wird und veredelnden Gn< fluß auf die Gemüther übt, in innuer weiteren und weiteren Kreise». Nun ist aber freilich von der Ansicht, daß etwas gut und wünfchcnöwerlh ist, bis zur Mitwirkung bei der Ausführung oft ein weiter Weg, was häufig in dcr Schwie« riglcit der Sache seinen Grund hat. Allein zur Förderung der Obstbaum zucht vermag jedermann beizutragen. Ja, wie taun denn.ich da mitwirken, wirb manche brave Hausfrau, manche vortreffliche Mutter sragen, und wie soll denn überhaupt unser Geschlecht bei einer Sache mithelfen, von der die meisten von uns fast gar nichts verstehen, abgesehen davon, daß uns ja unser Beruf fast immer in der Nähe der linder und des Hauses halt? Ich entnehme aus solcher Entgegnung nur die (5r« llürung dcr Bereitwilligkeit zur Mitwirkung, sobald die Mög» lichteit und leichte Ausführbarkeit gezeigt wird. DaS erste nun ist die Sammlung und Aufbewahrung von Odstternen. Wer aber fände dazu nicht Gelegenheit, und wer wäre mehr in der Lage, dcn gutcnWilleu für bieFörderu u g einer guten Sache durch die That zu bewei« sen, als das Iraurngeschlecht? Gewiß wird den guten Kleinen öfters ein Slüct Obst gespendet, bisweilen bilden Früchte den Nachtisch. Haben Sie nur die Gewogenheit — und sei es anfangs nur, um eine artige Bitte zu erfüllen — die Kerne anstatt wegzuwerfen, hübfch fleißig zu sam« mrln und aufzubewahren, und wo möglich auch Kinder, Freundinnen undBctaunte zu soIchcrSamm» Iung aufzu m untern; es findet sich dann schon Gele« genheit, wo Sie die Kerne, wenn Sie nicht selbst einen Garten haben oder sonst eine passende Stelle wissen, um sie einzusetzen, wenigstens jemandem übergeben tonnen, der davon den entsprechenden Gebrauch zu machen versteht. Gewiß wird die Zeit tommmen, woSie dafür Freude erleben und wo Sie das gedankenlose Weg« werfen von Dingen, womit man trotz ihrer U nsch einbarteit großenNutzen zu stiften ver« mag, kaum mehr begreifen können. (Auf das Ersuchen des Einsenders, diesen Aussatz unseren Leseru mitzutheilen, können wir, indem wir seinem Wunsche gerne will« fahren, »ur abermals di« Bereitwilligkeit aussprechen, ähnlichen gemeinnützigen Bestrebungen jeder Zeit unsere Unterstützung angedeihen zu lassen. Die Red.) — (Theater.) So angenehm wurden wir heuer in unserm Musentcmvrl noch nicht überrascht, wie dies durch die Samslagsausführung von Meyerbccl's „Robert der Teufel" der Fall war! wer zu der Vorstellung die sanguinischsten Erwartungen mitbrachte, mußte dieselben durch die gebotenen Leistungen überboten finden. Wir sprechen hier nicht vom Orchester, das eben das leistete, was bei der heterogenen Zusammensetzung desselben und dcr Schwierigkeit, welche die Musik zu „Robert" überhaupt bietet, nur möglich war, daher wir billigerweise von gewissen Unebenheiten ganz absehen müssen, welche aus den Orchesterräumen freilich nicht angc« nehm an unser Ohr drangen; wir reden anch nicht vom Chor, der sich übrigens ganz gut hielt, wohl sludirt war und nur an dem Fehler litt, daß cr nicht ausgiebig genug war, um jcncn Effect zn erzielen, auf welchen derselbe be< rechnet ist: ^ wir sprechen von der trefflichen Ausführung der Solopartien und dcm wohlthuenden Gesammteindructe, den die Oper erzielte. Konnten wir aus dcn bisherigen Erfahrungen von unseren Gesangslräftcn eine anständige Ausführung mit Recht voraussetzen, so müssen wir bei Abgabe unseres unbefangenen Urtheils jedenfalls zugeben, unsere Länger halten sich vorgestern sämmtlich sclbst übertrosfeu, und es wird uns schwer unter dcn Trägern dcr Hauptparticn jenen zu de< zeichnen, dcm wir die Palme zuerkennen würden. Die Cour- toisic aber scheint es zu fordern, des Äeneftcianten Herrn Meltus in erster Linie zu erwähnen, wie auch das Pu» blicum, welches das Haus in allen seinen Räumen vollständig gefüllt hatte, durch überaus zahlreichen, durchwegs wohb verdienten Beifall ihm seine Sympathie zu erkennen gab. Sein „Bertram" war jedenfalls das Beste, was wir bisher von ihm gehört haben, und eine Leistung, der auch außer den Räumen einer Provinzbühnc die Anerkennung nicht seh« len könnte. Seine sonore, markige Stimme, seine tüchtige Schule und seinen vorzüglichen Vortrag, verbunden mit einer seltenen Gewandtheit des Spieles hatte Herr Mellus Gele« genhcit, als „Bertram" ausS beste und mit entschiedenem Erfolge zu verwerthen. In den beiden großen Scenen des zweiten Actes, im Duett mit „Raimbaut," den Herr Fredi zur vollen Zufriedenheit und nicht ohne Beifall sang, und in der Scene mit „Alice" war Herr Mellus wirklich meister-haft. Aber auch Frl. Alum („Alice") entfaltete so viel Reize ihrer Stimme und sang vorzüglich die große Arie im ersten Acte, dann die Scene mit „Bertram" im zweiten und jene im letzten Acte mit einem so liebenswürdigen Feuer und so frischem Wohlllang der Stimme, wie wir es von dieser Sängerin bisher nicht zu hören gewohnt waren. An die vortrefflichen Leistungen dieser beiden reihete sich ebenbürtig jene des Hern Ander in der Partie ties „Robett," in dcm wir die ganz vorzügliche Technil dieses roulinirtcn Sängers eben so sehr wie die Clegaoz und Sicher« heit seines Spieles undVortra^etz gebührend würdigen müssen; am besten gesiel uns Herr sinder im ersten Acte, sowie in der Scene mit „Isabella" im vierten Acte, wie nicht minder in den beiden Glanznummern der Oper, deu Terzetten („Ro< bert," „Alice" und „Bertram") am Schlüsse dcs zweiten und fünften Actes, welche, vollkommen ladellos gesungen, auch den meisten Effect machten und vom Publicum mit den entschiedensten Beifallsrufen begrüßt wurden. Nuch müssen wir dcs Frl. Uetz lobend erwähnen, welche die Partie dcr „Isabella" mit eminenter Bravour und die wundervolle große Arie am Schlüsse des vierten Actes mit dem wärmsten Ausdrucke zum Vortrage brachte. (iiner baldigen Wiederholung dieser gelungenen Opern-Vorstellung sehen wir, und sicherlich der größte Theil dcs Pudlicums, mit dem sehulichsten Verlangen entgegen. Ueber die gestrige Vorstellung des „K äthcheus von Heilbroun" können wir nur sagen, daß sie bei halb» leerem Hause stattfand und vielleicht deshalb auch etwas matter gespielt wurde. Sehr ergötzlich war die Erscheinung des Herrn Preising als Wirth Poch. Aus ien z'andlngcn. Pest, 23. November. In der heutigen Sitzung dcr Dcputirtcntafel brachte dcr Präsident nach Anmeldung dtr Einlaufe blos die Frage zur Sprache, wann das tüuiglichc Rcscripi zur Bcrhaudlnng tommen solle, (ir bestimmte hicfllr dcu nächsten Donnerstag, worauf die Sitzung geschlossen wurde. — Wie „Ioöl Tanuja" mcl< det, wcrdcn bcide Häuser des Landtages bci dcn Gra» ncr (öfcquicn durch Deputationen vcrtrclen sein. Ein Bischof wird ersucht wcrdcn, bei diesen Deputationen, welche cem päpstlichen Nnntins Monsignor Falcinclli /,> coi'l'oi-i.' ihre Anflvartlma. machen sollen, als Sprecher zu fmlgircu. Vriinn, 23. November. Stolz und Genossen dcan» tragen möglichst baldige Beschlußfassung in der Pro« pinationöflagc. Prazuk beantragt die Berathung cmcS ^csctzcnlwlnjes, betreffend dic Paragrafthc 3, w, 12, 15, 16, 27, 28 und 37 dcr Landtag - Wahloldnung. Es wird hlefür cin eigener Ausschuß gewählt. Das Oe-sctz über die Trenmmg von Gtmciudcn wird nach dem RcgiernngSantragc modificirt und in zweiter und dritter Lcsnng angenommen. Gcwähll werden dcr Finanzausschuß und der AnSschuß sür das Znaimcr Gemeinde-Stalnt. — Nächste Sitzlwg Dienstag. Neueste Nachrichten und Telegramme. Wien, 24. November. Die „Wr. Eorr." vernimmt, daß Herr Hofralh Oppolzer Freitag lclc» graphisch nach St. Pctcröblirg au das Krankenbett dcr Pliuzessin Dagmar bcrnfen wolden isl. Dic junge Ncuvcrmällc licgt, wie es hccht, an einem bedenklichen tl)phosen Leiden darnieder. Berlin, 23. November. Die „Norddeutsche All« gcmciuc Zeitung" ertlatt die Nachricht, daß Velhand« lungcn mit Commissaricn dcS Königs Georg wegen der Ansprüche anf die hannovcr'schm Priuatgutcr statt-gefunden hätten, für unbegründet und glaubt nicht, daß die prcußifchc Regierung chcr auf Verhandlungen eingehen werde, als bis der König die Ofsiciere des Fahneneides entbunden habe. Florenz, 24. November. Die „Opinions do mcntirt oao Gerücht, daß die Mission dcs Generals Flcury dcn Zweck halic, über dic römische Frage cin ucucs Urbcrcmtommm zwischen Frankreich und Ilalicn festzustellen. — Der Handelsvertrag zwischen Ehina und Italien wurde am 2(i. October in Peking unterzeichnet. Rußland gewährt nach Sibirien doportirten Italicnern vollkommene Amnestie. — Ein österreichisches Kriegsschiff ist in Civitavecchia angekommen. PariS, 23. November. (Abends). Die mexica« uischc Gesandtschaft bestätigt, daß Kaiser M aximilian nach Europa abgegangen sei, jedoch ohne abzu. danken.— In dcr Verhandlung bezüglich dcr päpstlichen Schuld ist bis heute nichts beschlösse» wordcu. Telegraphisch? Wechselsourse vom 24, November. l 5perc. Mctalliqncs 59,25. - 5vcrc. Nal onal Ankheu 66.90. — i Baulactien 716, — Ercditactic» I52.d0. — 1860er Ztaatsanlehen , HQ,?ü. —Silber 126.50. -Louduu 127.40.—K. k Ducaten 6.0?'/.»- Milde Gabe« ! für die Abbrändler in Strasisch nächst Krainbnrg sind im Comptoir der „^aili. Zlg." cingcgangc» : ' Laut letztem Veizcichniß........38 fl. Vom Herrn Dorfschmico in Schischla ... 3 „ „ „ Philipp Freiherr« v. Nechbach . 10 „ „ Fabian.........5 „ von einer ungenannt sein wollenden Frau . . 6 „ „ N. N............1 .. „ Frau Gräfin Stubenberg.....20 „ „ M. G........... . 10 „ zusammen . . 93 fl. cheschästs-Zeitung. Znv Pnriser Ausstellung. In dcr letzten Sitzung des österreichischen Central - Cumitä fiir die Pariser Ausstellung wuroeu dir Vorstände' (nicht Jurors) fi!r die einzelnen Gruppe» dcr Ausstellung in Vorschlag gebracht, (Die Bestätigung derselben erfolgt rwm Handelsministerium,) Ueber te» Vorschlug ;nr Ernennung eines OencmlredacteurS für die Pariser Ausstellung entwickelte sich eine lange Debatte, dcreu Ncsultat war, das; dcr Betreffende (Dr. Fr, ^lenmami) ein vollständiges Programm vorc zulegen Hal, welches euicr cigcuö zu diesem Zwecke cruanuteil Commission;ur Prüfung übergeben wcrdcn wird. Architect Weber, von Paris zurückgelehnt präsentirte dic daselbst »on ihm verfaßten Pläne für die Parkanlagen, weln)e günstige Aufnahme fanden, indem sie sich nebst der gelungenen Eiulheiluug durch eiu bedeutendes Kosteuersparniß auszeichnen. Die Abtheilung „Oesterreich" wird urbst der Schwci; die erste sei», wclcho anf dcm Induilric-palast die Flagge aufhisse» wird, zum Zeichen, das; sie im Ban vollendet ist und eingerichtet werden kann. -- Iu der Wiener Handelskammer als Filialcomitä ist die Naumrrdnciru»g im Aus« stclluugögebälidc mit den Aussteller» aller sieben Gruppen, die sich wieder in 75> Classen theile», in verhältuisjmässig lm;er Frist vollständig zu Ende gchihrt worden. Ei» soeben »o'u Pariö zurückgelehrter Wiener berichtet, daß der Auöstellniigs-Palast fertig uud zur Uebrrgabe an die verschiedenen Commissioueu bereit ist. Der Kaiser hat ihu bereilö wiederholt besucht »ud iu allen Ein-zeluhriteu der eingehendsten Untersuchung unterzogen. Jeder Oester-reicher wird höchst zuvurlommend von den (iomit^Mitgliederu aufgenommen, man rechnet anf zahlreiche nnb impouireude Einscu» duugeu aus Oesterreich Mehrere Länder, so Nordamerika, Eng-la»d, Italic», Portugal, öpanieu, Äelgieu, Schwede» und Norwegen, die Tiirlci uud Egyplcu, haben bereits Vesch von ihrcn Plätzcü im Part crgr,fsm nud iu großen Dimcusioueu zu bancn angefangen. Im Innern habcu uur die Franzosen mit der Aufstellung der AbtheiluugSwäude begonnen, Fraiilreich hat, dem Beispiel Englands folgend, eiuc eigene Capelle zur Auöstelluug kirchlicher Gegenstände erbaut; vor der Capclle befindet sich eiu Tlich, in welchem sich ciue Anhöhe, als Schauplatz großartiger Wasserkünste erheben wird. Dic Franzosen errichten außerdem Pavillons in allen möglichen Stylen; einen lolussnlcu Cercle National mit Nestanra-t>oucu, ^esecabinet« ?c. und Aazars, Vesonderö im Park hat Oesterreich auch ciucu sehr schöucu AuKstclluugÄplatz. England elablirt zu beiden Seilen dcr Icuabnicke am Ufer dcr Sciue zivei Halle» für laudwirthschaftliche iDiaschinen lc,, und verbindet diese!» bc» init dem Ausslellnngöpalast durch kunstreich augelegtc Straßen. Belgien führt im Park eincu Kuusttempel auf, 24 Meter lang, Ili Elster breit. Egypten riucu Tcmpcl ans Stciu, das getreue Abbild dcr uralten cgyptischeu Tempelbautc», zur Ausstellung dcr ^'andesproductc. In dcr Nähe dcs Tcmprlö N'crden dic i.'andeö< kinder echte türkische Bäder finden. Dic Türlei prodncirt sich mit einem mächtige» Bazar. iiaibach, 24. November. Ans dem hcntigrn Mcnlte smd erschienen: 4«) Wagcu liud 1 Schiff (,'j Klafter) mit Holz. Durchschuittö-Prcise. fi. lr. st. lr. si. lr. fl. ll. Weizen Pr. Mctzcn 6 10 7 5> Vnllcr pr. Pfnud - ^45 —I— Korn „ 4^ 4li2 Eicr pr, Ttück — 2j --" Gerste „ 2 60 3 «5 Milch pr. Mast —10 ^— Hafer „ 170 2— Rindfleisch pr, Pfd. -!,8—!— Halbsruchl „ -------4 «0 Kalbfleisch „ -24—!-- Heiden „ ^ 20 .'j 25i Schweinefleisch,, .20-'— Hirse ,. 2 60 3 Schöpsenfleisch,, —^2—' — Knkurutz „ — — 4 ^ Hähudel pr. Stück — 30—!-^ Erdäpfel „ 160 — — Tauben „ -^12------- Linsen „ 5 5,0------- Heu pr. Zentner 110------ Erbsen „ 5 40— Stroh „ —70------- Fisolen „ 6---------- Holz, hart., pr.Klft.-------7l50 NindSfchmalz Pfd, —5,0—^— — weiches, „ — .- 5 5>l) Schweineschmalz „ —40— — Wein, rother, pr. ^ Speck, frisch, „ — ^8 — ^ - Eimer - — 14 -- — gcräuchcrt „ — 40 '— — »ucißer „ — — 15,-" Theater'. ' Hente Montag dcn 26. Nove >n b e r : Eulcnspiessel. Posse von Nestroy. Morgen Dienstag den 2 7. N o uc mbcr: ^lodert der Teufel. Große Oper in 5) Acten von Meyerbeer.______ ^NoteurulUlMlze «UelilwchlmllM in Quliach^ ^ «>3 ^". ^2 ,^ HL ^H ____^ !ZI-3, ZZ___________^ ..^5- " 1Ni.Mg7i 322 52'- l.l» W.schwach trilbc 1,. 24. 2 „ N. 321.5» -l- 5.7 W. z start trilbc «>'^ll 10 „ Ab. 323.l,.l ! -l- 1.^ NW. schwach heiter ^"^ 6 U. Mg. 325.83 — 2's NW. schwach heiler' ^ ' 25. 2 „ N. ^ 325.33 -j- 4.4 NW schwach dünn bcw. 0.oo 10„ Ab.! 323.97 -l- 3.6 ^SW.schwach ganz bcw. ! Dcn 24.: Vormittag rcgncrisch. Nachmittag Winddrchu»!! Ubcr Wcst nach NW. In N. gelichtet. Schnccfall auf den Alpc" nnd höheren Bergen z. B. Krim. schöne Abenobeleuchtuug. Sl"' nenhclle, Nacht. — Den 25.: Starlcr Ncif. Dcr Bodcu gcsr"""-Gegcn Mittag dünn bcwöllt. Nachmittag zuuchmcude Bc>völlll»tt' Abe>,dö Negeuwolleu aus SW. Bcdcuteude baromctrifche Sch>""'^ lung au beiden Tagen. ^^.— Vcraittwortlicher Redacteur: Ignäz'^Kleinma «lr.