Nr. 255. Mittwoch, 6. November !907. 126. Jahrgang. Mbacher Vriin«neiratwneprtis: Mit Postverjendung: ganzjährig 3l> ll, hnlöMng 15 ll. Im Klinlov: ganzjährig 22 X, haibjkbrig II ll. Für die Zustellung int Ha»« ßanzjäbrla 2 ll. — Insertlonsgtbühr: ssür tlcine Inserate bis,u 4 Heilen b» b, grü^crc vrr ^rile 1L l^i bci öfteren Wiederholungen per .« und Feiertage. Die »bnttntftratio« befindet sich Kongreßplah Nr, 2, die Utdaktion Dalmatmgasse Nr, 1», Eprecksrunden der Redaktion von « bi« lo Uhr vor. mittags. Unftantierte Briefe werden »ich, ananilimnirn. Ma,m>trivte nicht zurüllgeftelll. Amtlicher Heil. Der k. l. Laildespräfidenl iln Herzogtume Kraiu hat dem, Oberlehrer Leopold Armi<" in 3aibach die mit Allerhöchstenl Handschreiben voni 1^. Anglist I.^!).^ gestiftete Ehrellnledaille für vier zigjährige treue Dienste zuerkannt. Nichtamtlicher Heil. Die innere Lage. Tic „Neue Freie Presse", lvelche es als fest-stehend anninnnt, daß die Eruennung des czechi-schon Agrariers Pra^ek zum Ackerballnüuister schon in nächster Zeit bevorsteht, wirft die Fraqe anf, ob die österreichische Politik noch immer nicht agra^ nsch geiuig sei? Das Ackerbaliülillisterililll habe sich, gei'ade in der letzteil Zeit, wie ein agrarischer Zentralklub benommen nnd sich für die ansschließliche Vertretung der Prodnzeilten gehalten. Toll das mm von Pra^ek zunl Quadrat erhoben werden? Die „Zeit" frent sich dan'iber, daß die Lösung der Ministerkrisen, sich jetzt förmlich nach dem Ge-set; der Zahl ergebe, einem Gesetze, das keine (^e heinnnsse nnd keine Verwirrungen zulasse. Jeder niann sieht da klar, und der Ministerpräsident braucht sich nicht den >lopf über Rätsel zu zer-brechen, sondern wartet einfach ab. bis ihm die Parteien die Lösung der Personalfragen selbst ins Haus bringen. So haben die Arisen jetzt ihre Schrecklichfeit verloren. Die „Arbeiterzeitung" sagt dagegen, Herr Pra ^ek wird zuni Ackerbauniiuister gemacht, um Nllhe fi'lr den Ausgleich zu gewinnen. Durch solche Krisen-' löfungen lix'rde die Negieruug an Ai^sehen nicht, ge-wiimeu. Das „Deutsche Volksblatt" beinerkt, die parlamentarischen Parteien wollen die Ansgleichssache los haben, um ihre Wünsche und Bestrebnngen atlf Mnerpolitischem (Gebiete dtlrchznsetzen und ihre per suulicheu Aiubitioueu zu befriedigeu. Die folgen dieser „Persumpfuug" der Ausgleichsfrage könneu sehr schwere sein, und die Verantwortung dafür muß uunmehr den parlamentarischen Parteien überlassen bleiben, da die Verfassung es in ihre »and gelegt hat, das letzte Wort in der Ausgleichs frage zu sprechen. Eine Unterredung mit Minister Izvolskij. Dem „Neuen Wiener Tagblatt" geht von besonderer Seite aus Paris ein Bericht über eine Unterredung mit dein rnssischen Minister des Äußern, Herrn v. Izvolskij, zn, in welchem ausgeführt wird, daß die Unterredungen des Münsters Izvolskij mit Minister Pichon die Identität der Ansichten beider Staatsmänner erwiesen haben. Durch das Einverständnis mit Japan und Euglaud, sagte Herr v. Izvolskij, habe er Nußlands Politik anf ihren natürlichen Boden, Europa, zn stellen nnd ihre Wirkungen zn konzentrieren sich bemüht, anstatt, wie es früher oft genug geschah, sie zu zerstreuen. Die Übereinkunft mit Japan ist bloß eine Weiterentwicklung des Vertrags von Portsmouth. Die Convention mit England bezeichne einen Markstein in der (beschichte Nußlands. In den Details opfere sie kein wirklil'l>es Interesse. Namentlich in Persien lasse sie für die ökonomischeu Bestrebnugen Nußland eiiven klar bestimmten Spielraum. Was den Balkan betrifft, sagte der russische Minister desHnßern n>eiter, so beruht unsere friedliche Politik auf unserem Einverständnis, mit Öslerreich-Ungarn, ein Einverständnis, das zugleich die Verhältnisse im großen aufrechterhaltend und reformatorisch ist. Unsere Abmachungen kehren gegen niemand die Spitze. Wir befinden uns, nach der Liguidierumi. schlecht begonnener Unternehmungen, in einer gün stigereu Lage, um zn. unseren Traditionen zunick-zukehreu. Wir tun das ohne Hintergedanken, mit Frankreich fest verbunden nnd glücklich, auch in Ländeiii, mit denen keine Verträge uns verbinden, Sympathien zn finden. Wir wollen würdig uud stark im frieden das Reformwerk durchführen, weläx's wir loyal begonnen haben. Der norwegische Integritätstraktat. Anläßlich der Unterzeichnung des norwegisclxn Integritätstraktates schreibt das Stockholmer „Dagbladet": Dies ist Norwegens eigene Tache. Es darf aber nicht verschwiegen werden, daß hier eine allgemeine Mißstinnnnng durch deu (^edanken hervorgernfen wird, daß der Traktat direkt oder indirekt gegen Schweden gerichtet sei. Die aufgeklärte öffentliche Meinnug Europas wird doch wohl dem Worte nnferer .^'egiernng glauben, wenn sie wiederholt ihre anfrichtigen uud friedliäx'n Ab sichten betonte nnd der Minister des Änßern von Trolle kürzlich die bestimmte Erklärung abgab, daß uicht Schwedens Politik die von Norwegen gesuchte (Garantie notwendig mache. Da wir deu Wortlant des Traktates nicht kennen, vermögen wir natürlich nicht mit Sicherheit zu beurteilen, ob und in welchem (^rade man geglaubt hat, die vier (Großmächte gegen Schweden in die Politik der skandinavischen Halbinsel einmischen zu sollen- aber schon der Schein einer solchen ist ein bedenkliches Hindernis für das zukünftige bessere Verständnis zwi scheu den beiden Völkern, das das Ziel aller schwe^ dischen nnd norwegischen Staatsmänner sein müßte und auch das Ziel der schwedischen Negierung ist. Das „Svenska Dagbladet" erinnert an die geographische Solidarität der skandinavischen Län der. Wenn sie nicht zusammen arbeiten könnten, müßten sie jedenfalls parallel arbeiten. Das Blatt schreibt: Von diesem (Gesichtspunkte ans können die Schweden nur mit Bedauern die Bestrebungen Norwegens sehen, sich nnter die (Garantie der (Großmächte zu stellen. Anläßlich der Verhandlun gen mit Norwegen wurde von feiten einer Macht die Anfrage gestellt, ob nicht anch Schweden eine ähnliche (Garantie wünsche. Diese ^vrage wnrde be^ stimmt verneinend von der schwedischen Negierung beantwortet, die in diesem Pnnktc die ganze Nation in seltener Einigkeit hinter sich hat. Man hätte einige Nücksicht auf die sowohl von schwedischer wie von auswärtiger Seite gemachteu Bemerkungen erwarten können, daß nämlich der (barantietraktat ohne Schweden als gegen Schweden gerichtet anf- Feuilleton. Carlotta. Von Anut Griksen. (Nachdruck verboten.) Aelir Brendel wußte uicht darum. Niemaud Wußte es. Seit zwei Jahren mühte sich Earlotta. das Schreckliche vor aller Welt zu, verbergen. Um seinetwillen, nm ihres Mannes willen. Die Fnrcht, daß diesem heitern, wie ein >lind in den Tag hin einlebenden Künstler irgend einmal die Ahnnng lhres qualvollen Leidens aufdäuuueru köunte, war nnmcr in ihr lebendig, gleich einem bösen (Gewissen. Ach, wie liebte sie ihren svelir! Nicht der O'e-danke, das; sie in naher Zeit nnd wahrscheinlich unter noch fürchterlicheren Schmerzen würde sterben müs-^'n, zehrte an ihrem Herzen, sondern die Vorstellung seiner V^l'znx'islung, seines ohnmächtigen Zor-nes gegen das nnerbittliä)e Schicksal au ihrer ^ahre. Wenu sie darüber nachsann, und je mehr sie darüber uachsann, stieg ein rührend törichtes Schuldbewußtsein iu ihr auf. Einen so unermeßlichen Schmerz würde sie ihm bereiten! Ihm, der mit allen fasern seines Seins an ihr hing, der ihr läglich aufs ueue bewies, daß sie allein die Qnelle seiner Lebensfreudigkeit, seiner Schaffenskraft, Mner Phantasie, seines unverwüstlichen Hoffnuugs-taumels war! ..^ Niemals kam es Earlotta in den Sinn, daß !.^ cs lvar, die geopfert werden sollte. Niemals überlegte sie: wenn Fclir. mit mir in meiner Heimat geblieben wäre, in Italien, in dem sonnigen Neapel, ivenn, er Rücksicht anf meine za^e (^esnndheit ge^ nommen und mich nicht in dieses ranhe Mima entführt hätte, dann würde ich niemals erkrankt fein. Und lMte sich jemand unterfangen ihr zu sagen: Wenn du uicht in dieses Leben der Torgen nnd Entbehruugeu gezwungen worden wärest, wenn dn einen Mann geheiratet hättest, Earlotta, der ausreichend für dich gesorgt hätte, wie es feme Pflicht war — danu wärest du heute uoch das übermütige und lustige Weib - die kranke, die Todgeweihte würde sie ihm blitzenden Llnges ge antwortet haben: ^elir hat alles getan, ^elir hat für mich gedarbt und gekämpft- er ist der befte, edelste und tapferste Mensch, - mit keinem wäre ich so glücklich geworden wie mit ihm! Aber e^ war niemand da, der so zu ihr ge sprocheu hätte. Niemaud wußte um ihre geheime Sorge- denn niemand kümmerte sich um die beiden verliebten Leute, die da oben ill ihrer Dachwoh nung — Atelier nannten sie das — seit zwei Jahren ganz für sich hinlebten, ihre lächerlichen Träume von Glück und Nnhm spannen uud arbeit eteu und hnngerten. Manchmal, wenn sie ganz ratlos dem Nichtd gegenübergestanden hatten, in, der ersten Zeit, war ^elir Brendel wohl bisweilen anf den (^cdanken gekommen, gleich anderen notleidenden .Wnstlern an die Mildtätigkeit reicher Bernfskollegen oder Mäccne zn appellieren. Schweren Herzens, denn er glaubte au sein Taleut und hatte einen unge-bändigten Stolz. Dann aber war Earlotta mit der ganzen Leidenschaftlichkeit ihrer Nasse gegen diese Selbsterniedrignng aufgestanden, hatte anf seine Bilder gewiesen, die an den Wänden hingeu, und sie zu flammenden Zeuge» seiner königlichen .Amst-lerschaft aufgerufen. Und so wunderbar hatten sie sich dann innner alleinander begeister-t, sich so vollkommen dein Zan ber des anderen Teils in Bann gegeben, daß eine Art seelischer Trunkenheit ihren leiblichen Hunger lx'tänbt hatte. Tranrig waren sie nnr, wenn Aelix eines seiner Bilder für einen Sündenpreis in dem kleinen Kramladen der Altstadt oder, in glücklicheil fällen, an eineil, Möbelhändler zur Dekoration eiues Schau-fensterzimmers losschlng. Earlotta besonders mußte danu tagelang immer wieder mit fencht.en, fast vorwurfsvollen Angen nach der leeren Stelle an der Wand hinseheil, als wäre es miudestens ein dnrch (Generationen ererbter Naffael gewesen, von den, sic in der Not sich hatten trennen müssen. Hente aber hatte Felir Brendel die Idee zu einem Lebenswerk gefaßt. Beim Morgengraneu war er plötzlich mit einem Jauchzer aus dem Bett gesprungen nnd hatte sich im Hemd vor die große Leinwand gestellt, die schon seit Wochen anf ihn gewartei hatte. „Ich hab's! Ich hab's!" hatte er gerufen. „Endlich! — Das wird groß — das wird ge waltig — das wird mich zum berühmten Mann machen!" Und seine geschickte Hand hatte die Kohle in fliegender Hast über die weiße fläche geführt, ohnc Panfe, unermüdlich, dem Dränge einer mächtigen Inspiration gehorchend. (Schluß folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 255. 2368 6. November 1907. gefaßt werden könnte. Man kann die Nichtigkeit dieser Bemerkung ebenso wenig ableugnen, wie man ableugnen kann, das; Schweden schon längst bindende reelle Beweise für die vollkommene'Loyalität gegenüber Norwegen gegeben, hat. Es steht aber fest, daß Norwegen seinerseits keine Ver anlassung gefunden Hai, einen bindenden Beweis für die vollkommene Loyalität uns Schweden gegenüber zu geben, was doch unmittelbar auf der Hand lag. Dies wird hier nicht so bald vergessen werden. Politische Uebersicht. Laibach, 5. November. Aus Prag, 4. November, wird gemeldet: Das allczechifche Exekutivkomitee hielt gestern eine Sitzung ab, in der über die Situation im NcichZrat referiert wurde. In der Debatte wurde der Ansicht Ausdruck gegeben, das', die czechischen Parteien gemeinsam vorgehen follen, da nur dadurch ein Erfolg zu erzielen sei. Einen weiteren Beratuugsgegenstand bildeten die bevorstehenden Nenwahlen in den Landtag, für die abermals ein >lompromiß mit den Iungczechen und Agrariern al5 zweckmäßig erklärt wurde. Ill einer Bctrachtnng über den bevorstehenden Vesnch Baiser W i l h e I ,n s in Engl a n d führt das „Fremdenblatt" ans, das; das Mißtrauen, welches vor kurzen:, zwischen Deutschland lind Eug land herrschte, nur künstlich in den Laboratorien zielbewußter Hetzer erzeugt worden war. Deutsche lind englische Journalisten haben bei gegenseitigeil Besuchen festgestellt und loyal verkündet, daß sie bei beiden Völkern nur friedliche (^esinnnngen und keine Spur von .^riegslnst vorgefunden haben. Wenn Kaiser Wilhelm nnd .ttönig Eduard sich die Hände reichen, wissen sie Arbeitsvölker hinter sich. die ihren Herrscheril dankbar sind. Aus L o n d on , "4. November, wird berichtet: Gestern abend hat hier eine Versammlung von Eise n b a h n angestellten stattgefuildeil. in der das Ergebnis der Abstimmung der Amalga mated Society of Railway Servant über die For derung der Anerkennung des Verbandes durch die Eisenbahngesellschaflen bekalliltgegeben lverde. Der Persamullung wohnten lMil) Personen bei. Von den ttlXNli abgegebenen Stiiliineil erklärteil sich ?ll.925 für den Ansstand, wenn die Fordoruug ans Anerkennnng nicht bewilligt werden sollte. Die Versammlung nahm eine Resolution an, worin sie sich verpflichtet, energisch alle Schritte des Erekntiv-konlitees zu unterstützen, die dieses für die ^iche rung der ^iele der Bewegung für nötig halten sollte. Die „österreichische Volkszeitung" sagt. die dritte Duma besprechend'. Stolypin habe jetzt, was er gewollt, eine Duma. iu der die regierungs-freundlichen Parteien über die Mehrheit verfügen. Nun, stehe nichts mehr im Wege, daß Nußland, wie Stolypin es oft als das Ziel seiner Politik hiw stellte, in friedlicher Weise in einen modernen Staat sich umwandle. Die dritte Duma kann epoche- machend in der Geschichte Nußlcmbs lverden. Von ihr kann, wenn man am 'Zarenhofe gnt beraten ist. die friedliche Erneuerung des Reiches datieren. Die mnselinanische Bevölkerung des Vilajets E r z er n m nimmt, wie man ans >tonstantinopel berichtet, von Tag zn Tag eine drohendere Hal-tuilg gegenüber der Regierung ein. Sie will von dcm neuen Vali, Abdul Vehab Pascha, dessen Er nennung sie mißbilligt, nichts wissen und hat an die Zentralregiernng ein Telegramm gerichtet, in welchem sie ihren Entschlnß kundgibt, den neuen Vali nicht zn akzeptieren. Abdul Vehab Pascha war früher Vali von Bagdad nnd hat dann die Funt> tionen eines Intendanten zweier Prinzessinnen, einer Tochter des gegenwärtigen ^nltans lind einer Tochter des verstorbene», Snltans, Mnrad V., ausgeübt. Nach aus Smyrna stammenden Be-richten zeigt der muselmanische Geist anch in dieser Provinz seit einiger Zeit Tendenzen bedrohlicher Art. Die mohammedanische Bewegung in Erzerum und in einigen anderen anatolischen Vilajeten scheint nnnmehr auch auf das Vilajet Aidin überzugreifen. Angeblich wäreil verwiesene ehemalige Beamte nnd andere Erilierte die Anstifter lind Schürer der Be-weguug. Die Zentralregierung hat vorläufig die Verfügung getroffen, diese Elemente in verschiedene andere Vilajete zu versetzen', allein die Opportune tät, dieser Maßregel, welche eine Verbreitung diesem Übels zur Folge haben könnte, wird vielfach be-stritten. Gerüchtweise verlalltet, das Kriegsilliuiste-rium bereite infolge der in Asien zutage tretenden Erscheinungen, die Mobilisiernng der Nedifs der Jahrgänge 1.^7! lind 1^ vor. Tagesneuigleiten. — (Die Zahl 1?..'» Dem Stadtrat von London ging jüngst ein eigenartiges Gesuch zu: Die Bewohner eines der größten Stadtteile der Metropole baten, bei der bevorstehende» neuen Numerierung der Häuser ihrer Straßen die Zahl 13 vollständig zu übergehen. Der Stadtrat, der sehr aufgeklärt ist. wies dieses Gesuch einstimmig zurück. Die ahnungsvollen Londoner brauchen sich aber ihres Aberglaubens nicht zu schämen, denn der Aberglaube, der sich an die Zahl 1> tnüpft. ist in der ganzen Welt verbreitet, In Deutschland und in England gibt es einige hundert Hotels, die die Zahl 13 durch 12 u ersehen. Es gibt auch Theater, die bei der Numerierung der Plätze diese Zahl auslassen. Was für einen unheilvollen Einfluß manche Menschen der Unglüctszahl zuschreiben, ersieht man aus einer tragischen Geschichte, die die Revue ,.P. T. V." der Selbstbiographie des Malers Sir John Millais entnimmt. Der Niinstler gab eines Tages ein Festmahl zu Ehren des berühmten Nomandichters Matthew Arnold. Einer der Tischgcnossen bemerkte plötzlich mit schlecht verhehltem Entsetzen, daß dreizehn am Tische säßen. Matthew Arnold lachte über diese unbegründete Furcht vor einer Zahl und sagte, um für seine Ungläubigkeit einen eklatanten Beweis zu erbringen: „Nach der allgemein verbreiteten abergläubischen Vorstellung muß der von uns, der sich zuerst von der Tafel erheben wird, innerhalb eines Jahres sterben. Machen wir also die Probe. Ich und diese beiden Herren hier (er zeigte auf zwei kraftstrotzende Iünglingsgestalten) werden zu gleicher Zeit aufstehen. Ich hoffe, daß unsere Kräfte ausreichen tverden, allen Angriffen der bösen Parze Trotz zu bieten." Und es geschah, wie er gesagt: die drei mutigen Männer erhoben sich unter dem Beifall der an« deren zehn Tischgenossen. Sechs Monate später starb Mat-thcw Arnold in der Blüte seiner Jahre ganz plötzlich an den Folgen eines Hcrzschlages. Einige Tage später wurde einer der beiden kühnen jungen Leute, die mit ihm zusammen den Vankettsaal verlassen hatten, mit dem Revolver in der Hand als Leiche in seinem Bette aufgefunden. Das dritte Glied der Triade fuhr drei Monate darauf auf dem Dampfer „Quetta" nach Australien: der Dampfer ging an der australischen Küste unter und alle Passagiere fanden den Tod in den Wellen. — (Die Rüstung zu einem „modernen" W a h l k a m p f.) Aus London wird berichtet: Die englischen Parteien tüsten bereits zum Wahltampf- in allen Provinzen setzt schon jetzt die Agitation ein und die rührigen Politiler beginnen in immer wachsendem Maße. amerikanisch angehauchte Waffen zu erproben und die Errun^ genschaftcn der Neuzeit in den Dienst der guten Sache zu stellen. Die Konservativen erscheinen diesmal als die ersten auf der künftigen Wahlstatt. Schon stehen die großen Möbelwagen bereit, die mit Plakaten. Dekorationen und schönen Gruppen die zweifelnden Nähler überzeugen sollen, in den kommenden Wahllämpfen sollen diesmal die elektrischen Illuminationen eine besondere Rolle spielen. Aber das schwerste Geschütz im Kampf um die Vollsgunst wird das Grammophon sein. Dabei wäre es ein Irrtum zu glauben, daß die knatternden Geräuschapparatc in erster Linie zur Wiedergabe von Wahlreden benutzt werden sollen. Man wendet sich auch an das Gemüt; patriotische Lieder und Gesänge werden die Herzen höher schlagen machen und dem folgen dann allerlei tiefgründige politische Sen-lenzen und Aussprüche berühmter Parteimitglieder, Balfour. Sir Acland. Hood, Chaplin, der Herzog von Rutland und andere populäre Parteigrößcu werden durch die Grammo phonplatten dem englischen Volle allüberall ihre Erkenntnisse in Aphorismen und feurigen Aufrufen vermitteln und wenn die Schilderungen der englischen Presse iiber die gewaltigen Vorbereitungen zu dieser großen Grammophon-lampagne sich bewahrheiten, so gehen die ruheliebenden britischen Staatsbürger einem bösen Winter entgegen, — (Englische Vergeßlichkeit,) Die postalisck,? Mahnung über unseren Briefkasten: „Aufschrift und Marke nicht vergessen", mag schon manchmal, so schreibt der „Verl. Lckalanzeiger", bei den uns besuchenden Angelsachsen ein mitleidig spöttelndes Lächeln hervorgerufen haben. Daß solche behördliche Erinnerung aber bei ihnen selbst, daheim in England, sehr angebracht wäre, beweist der eben vom Postminister veröffentlichte Bericht für das vergangene Jahr. Darin heißt es: „Die Zerstreutheit und Vergeßlichkeit bei uns hat eine ganz außerordentliche Höhe erreicht. Im Lau^ des verflossenen Jahres blieb die enorme Zahl von nabezu 30 Millionen Briefen und Paketen unbestellbar." Es gab also über 29 Millionen zerstreute und vergeßliche Leute, die ihre Sendung entweder gar nicht oder falsch adressierten oder Pakete nicht genügend schlössen, so daß der Inhalt herausfiel und die Postbeamten nicht ausfindig machen konnten, für wen die Sachen bestimmt waren und wem sie gehörten. Es stellt obige Zahl eine Zunahme von nahezu zehn Prozent gegen das Vorjahr dar und eine entsprechende Dreizehn Trümpfe. Erzählung von Carl Muusmanu. Berechtigte Übersetzung aus dem Dänischen von Bernhard Mann. (10. Fortsetzung.) lNnchdmcf verboten.) „Ach richtig." sagte Hans Voß, der den „Wintergarten" aus den Schilderungen der Artisten kannte, mit denen er hänfiger in >topenhagen il, Berührung kam. „Das trifft fich ja ausgezeichnet. Ich nehme also ein Billett znm ersten Platz und halte mich in der nächsten Nähe der Bühne auf. Als besseres Erkennuilgszeicheu werde ich meine weiße nordifche Stndentenmütze mitnehmen. Tie werden mich also leicht herausfinden. Ich möchte Sie nnr bitten, sich im Laufe des Abends einigemal nach meinem Frennde umzusehen nnd mich zn rnfen, wenn etwas nicht in Ordnuug ist. Mein Freund ist nämlich nicht ganz wohl." „Sehr wohl, mein Herr," sagte der^ Zimmerkellner mit einer tiefen Verbeugung als Hans Voß ihm eilt Fünfmarkstück ill die Hand drückte. Froh darüber, daß er alles so gut, georduet hatte, eilte Hans Voß die breiten, mit Teppichen belegten Treppen hinab und betrat knrz darauf den großen „Wintergarten", dessen gewaltiger Raum mit, Menschen angefüllt war. Ein dicker Tabaks qnalm hüllte das Publikum nnd die auf der Bühne tätigen Artisten ein. Er warf einen Blick auf das Programm. Zu seiner Frende fand er nnter den Auftretenden mehrere alte Freunde wieder, die er noch an5 d(,'v Zeit talnüe. als er in Vtopenhagen al5 iungcv Journalist dio Vavi^t^kritiken schieb. Auf leichte Natnren wie auf Hans Voß wntt der Hochdruck einer Reife in der Negel wohltuen?, uud wenn man in der großen Fremde allein dasteht, frent man sich iiber jedes bekannte (Besicht, selbst wenn man sich nnter anderen Umständen alls der (Gesellschaft seines Besitzers nichts machen wii'rde. Deshalb sind Reisebekanntschaften so gefährlich. Die Folge hiervon war in diesem Falle, daß Hans Voß sofort mit emer ungewöhnlichen Wärme einen kräftig gebauten Mann mit ganz knrz ge-schinttellem Haar lind einem Anflng von >tahlköpfig-keit begrüßte. Er hatte große, weiße Zähne in einem glattrasierten (Besicht nnd wunderbar ausdrucksvolle schwarze Augen. Es war der Clown To-To, der als >^opfea,nilibrist und Springer einen Namen hatte. Im bürgerlichen Leben hieß er Mr. Wat-soil. Er gab sich für einen Amerikaner alls, man sagte aber, daß er nie jenseits des Ozeans gewesen sei. Er erfreute sich insofern keines besondereil Zinses, als sein ganzes Anftreten etwas Brutales hatte nnd man wußte, daß er seinen kleinen Lehr-ilmgen. der vor ihm zitterte, mit großer Noheit behandelte, liegen alle dieienigen, von denen er sich einen Vorteil versprach, war er dagegen freundlich lind demütig bis znr Untertänigkeit, nut anderen Vorteil eiil richtiger Artistentyp ill seiner nnglück-lichsten (^estckt. Mit scheinbarer Frende drückte denn auch Mr. Watson dem Journalisten die Hand, der ihm znr Auffrischung seines (Gedächtnisses seine Karte überreichte, woranf der Artist Hans Voß bat. doch in ciner kurzen Notiz an seine heimatlichen Blätter über seinen, Mr. Watsons, großen Erfolg im „Wintergarteil" zn berichten. AIs der Artist hörte, daß Hans Voß die jour nalistische Tätigkeit anfgegeben babe, erkaltete sein Interesse sichtlich, erwachte aber wieder, als Voß ihm erzählte, daß er nach seiner Ncise seine alte Wirksamkeit wieder aufnehmen wolle, nnd ihn zn einem Mase Vier einlud. Während die beiden mit halbem Auge den Darstellungen ans der Bühne folgten, gerieten sie bald in eiue eifrige Unterhaltung, die plötzlich dadurch linterbrochen wnrde, daß ein Kellner den Ionrnalisten anf die Schulter klopfte und ein flüsterndes (Gespräch mit ihm begann. Halls Voß brach sofort mit einer Entschuldigung an den Fremden auf nnd verschwand schnell. Er eilte die Treppe zn seinem Zimmer binauf. Drinnen bei Holger Werner brannte Licht. Der junge O'iitsbesi'der war aufgewacht und lag mit fieberglüheildell Wangen da. Seine Angen lenchteteu lind betrachteten den Frennd mit einem eigenartigen (^'lanz. Es schieil, als erinnere er sich seiller uur dunkel. Er bat um Wasser. Die Wone wareil vernünftig nnd znsammenhängend. dann verlor or aber plötzlich den Faden, nnd es war unmöglich, in den abgebrochenen Sätzen einen Zusammenhang zu finden. Zeitweise lag er ganz still da, dailil klagte er über Hitze lind warf sich unruhig ilil Bett hill und her, während er Decken lind.^opf^ kissen wandte, nm die kühlste Stelle zn finden. (Fortsetzung folgt.) Laibacher Zeitung Nr. 255. 2369 6. November 1907. Zunahme englischer Vergeßlichkeit. Selbst eingeschriebene Nricfe wurden unbestellbar, und zwar nahezu eine halbe Million, ebenfalls eine Prozcntzunahme von zehn darstellend. Diese Briefe enthielten in bar und Banknoten eine Summe von nahezu 17.000 Pfd. Sterl. -- 340.000 Mark, und in Schecks und Briefmarken über 13 Millionen Marl! . . . Uebrigcns hatte die Post, dem Berichte zufolge, eine Reineinnahme von nahezu 90 Wllionen Mark. Die Einlagen in der Postsparkasse stiegen auf etwa 880 Millionen Mark. 90 Millionen Telegramme wurden aufgegeben und 20 Millionen Telephongefpräche wurden gehalten (in abgerundeten Ziffern). Im ganzen wurden etwa 2000 Millionen Briefe, Postkarten, Zeitungen und Paletc von der englischen Post befördert. 3olal- und Provinzial-Nachrichten. Aus der Chronik der Adclsberger Grotte. (Fortsetzung.) So im Jahre 1865: „Aus dem Berichte habe ich zugleich entnommen, wie sehr sich die Grottenverwaltungs-lommission angelegen sein ließ, das Interesse des Fonds der Grotte, wie nicht minder des sie besuchenden Publikums zu fördern. Ich kann nicht umhin, der Grottenverwaltungs-lommission für die eifrige und tunlichste Tätigkeit die verdiente Anerkennung auszudrücken." Im Jahre 1866: „Indem das Lanbespräsidium die vielen in und außer der Grotte bewirkten zweckmäßigen Herstellungen und Verschönerungen unter voller Anerkennung der von der Grottenverwaltung in dieser Richtung entwickelten Tätigkeit zur Kenntnis nimmt, empfiehlt es mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitverhältnisse die tunlichste Kapitalisierung der am Ende des Jahres 1865 verbliebenen Barschaft des Grottcnfonds." Im Jahre 1868 wurde der Grottenverwaltung ebenfalls die Anerkennung für ihre Tätigkeit und für die in und außer der Grotte bezweckten Herstellungen ausgesprochen, und im Jahre 1870 schloß der Erlaß über die Rechnungslegung mit nachstehenden Worten: „Aus dem vorgelegten Berichte habe ich zugleich entnommen, wie es sich die Grottentommission angelegen sein ließ, die Interessen des Fonds der Grotte sowie nicht minder des sie besuchenden Publikums zu fördern. Ich kann nicht umhin, der Grottenkommission für die eifrige und umsichtige Tätigkeit die verdiente Anertennung auszudrücken," Im Jahre 1869 besuchte auch Prinz Napoleon (Jerome) die Grotte. Zu dem ihn begleitenden Grotten-Vorsteher erwähnte er, daß er schon alle bekannten größeren Grotten begangen habe. daß jedoch keine der Adelsberger Grotte an Großartigkeit nachkomme. Während des Rund-gangeZ durch die Grotte lispelte er fort und fort die Worte: „Ii-ö« i'oli." Seinen demokratischen Sinn verleugnete er aber auch hier nicht, denn auf der ganzen Hin- und Rückfahrt mußte der Grottenvorsteher die rechte Seite im Wagen einnehmen. Ein großer, längst gefühlter Uebelstand für den Besuch der Grotte war die schlechte Zufahrtsstraße, die so eng war, daß nur an einigen Stellen ein Nageiwuswcichen möglich war. Diesem Uebelstande konnte nur durch Anlegung einer höher gelegenen, neuen Zufahrtsstraße abgeholfen werden, wozu man sich aber wegen der damit verbundenen Kosten um so weniger entschließen konnt?, als auch die Beseitigung zlveier Häuser damit verbunden war. In diesem Jahre (1869) glaubte man infolge der durch den restaurierten höheren Grottentarif verbesserten Finanzen diesen Plan endlich zur Ausführung zu bringen. Es wurde vor allem die Straße vom Felsen bis zur Mühle erweitert, dann aber zur Hintangabe des neuen Straßenbaues vom Schloßplätze bis zum Felsen geschritten. Die Besitzer der im Wege stehenden zwei .Häuser wurden entschädigt und der Bau der Straße im Lizitationswege vergeben, der Grund und Boden für die Straße und die beiderseitigen Böschungen wurden mit 50 Kreuzer per Quadrat-llafter abgelöst. Im Jahre 1870 und 1871 würd? die Straße mit Allcebäumen bepflanzt. Im Jahre 1870 wurde ein Normativ für die Adelsberger Grotte ausgearbeitet und in vier Sprachen aufgelegt. (Fortsetzung folgt.) Einführung der Stadtbeleuchtnng in Laibach. Eine zweckmäßige Stadtbeleuchtung gehört mit unter die Bequemlichkeiten und Sicherheitsanstalien einer Stadt. Dies erkannte und fühlte man in unserer Stadt schon lange, nur fehlte es an dem notwendigen Impulse, der ein solches Wert ins Leben rufen und auch für die Folgezeit hätte erhalten können. Während man jedoch den Zeitpunkt noch »veit entfernt glaubte, erschien am 10. Dezember 1791 eine Zirtularnote der damaligen Landeshauptmannschaft, worin der Wunsch, eine nächtlich« Beleuchtung der Stadt und der Vorstädte hierorts einzuführen, ausgesprochen und zugleich der hiesige Magistrat aufgefordert wurde, zur Gründung emer Etadtbeleuchtung nach Kräften mitzuwirken. Um diesem Wunsche schnell zu entsprechen und einem lange gefühl- ten Bedürfnisse abzuhelfen, versammelte der Magistrat, ob Mangels eines eigenen hinlänglichen Fonds, den Vürger-ausschuß. Während man sich hier noch mit dem .Herbeischaffen der Mittel für die Gründung und Erhaltung der Stadtbeleuchtung beschäftigte, erklärten sich die Stände bereit, bis zur Äusmittelung eines eigenen Fonds, jährlich 200 Gulden aus der ständischen Kasse verabfolgen zu »vollen. An dieses erste Anerbieten schloß sich sogleich die l. l. Tabal-gcfällenabministration an und versprach zum gleichen Zwecke jährlich eine angemessene Summe beizutragen. Diese Schritte blieben nicht ohne Nachahmung. Der hiesige Handelsstand veranstaltete unter seinen Mitgliedern eine Subskription und erklärte sich zu einem jährlichen Veitrage von 170 Gulden bereit; ebenso verpflichteten sich die Besitzer der Gast- und Kaffeehäuser, jährlich 357 Gulden beizusteuern. Zwar hatte man noch lange nicht die erforderliche Summe — denn sämtliche Kosten waren jährlich auf 1360 Gulden berechnet worden — aber man hatte wenigstens so viel, um eine teilweise Beleuchtung einzuführen. Damit jedoch die Anschaffung der Laternen nicht den größten Teil der zuerst einlaufenden Beträge verschlinge, erklärten sich viele Hauseigentümer berett, ihre Laternen zu diesem Zwecke zu leihen. Bald darauf wurden durch eine vorher gescheheile Vermessung die Plätze bezeichnet, wo Laternen aufgestellt lverden sollten, und am Abend des 1. Jänner 1793 war die Stadt zum erstenmal beleuchtet. Aber bald sah man das Unbequeme der verschiedenen Laternen ein, da bei deren verschiedenartigen Formen nicht nur äußerst viel Zeit zwecks Füllung verloren ging, sondern auch das Licht nicht gleichmäßig strahlte. Demzufolge entschied man sich endlich für die Anschaffung neuer Laternen und wählte unter den vorgelegten Mustern die sogenannten Glockenlaternen. Die subskribierten Beiträge waren aber zur Deckung der gewöhnlichen Auslagen, die sich im Jahre 1796 schon auf 2000 Gulden beliefen, nicht zureichend und das ganze Unternehmen drohte zu scheitern, wenn nicht regelmäßige Zuflüsse zur Deckung der Kosten zu erwarten seien. Durch vielfache Bemühungen der höheren Behörden und des Magistrates wurde endlich ein eigentlicher Veleuchtungsfonds dadurch ausgemittelt, daß man zu den subskribierten jährlichen Privatbeiträgen von 749 Gulden noch 1622 Gulden aus dem städtischen Weinaufschlage dazulegte. Um aber die Veleuchtungsmethode in einen regelmäßigeren Gang zu bringen, schloß man mit den Gebrüdern Johann Georg und Josef Grünwaldt zur Beleuchtung voll 300 Laternen um die Summe von 2050 Gulden einen Pachtvertrag auf zehn Jahre ab, und übergab ihnen im Jahre 1798 mit allen Laternen auch sämtliche Beleuchtungsrequisiten. Doch jährlich nahm bei der teilweisen Ausdehnung der Stadt die Anzahl der zu beleuchtenden Laternen zu, und schon im Jahre 1801 hatte sich deren Zahl auf 347 vermehrt und einen Kostenaufwand von 2371 Gulden verursacht. Zufolge einer höheren Weisung wurden die bedeutenden Zuflüsse, die der Beleuchtungsfonds aus dem städtischen Weinaufschlage zog, demselben entzogen und während man sich in dem darauffolgenden Jahre eben mit dcr Herbeischaffung neuer Mittel zur Deckung der Veleuchtnngstostcn beschäftigte, fiel die Stadt in die Gewalt des französischen Kaisers. Mit der neuen Herrschaft fielen aber alle Zuflüsse, die dem Veleuchtungsfonds unter der österreichischen Regierung zuflössen, weg, und mit Erstaunen sahen die Franzosen die Stadt in den dunklen Septcmbernächten des Jahres 1809 trotz ihrer 340 Laternen unbeleuchtet. Der Chef der Polizei verlangte sogleich von dem Maire der Stadt die nötige Aufklärung über die unterlassene Beleuchtung, und als sich dieser mit dem Mangel eines eigenen Fonds und mit der Unmöglichkeit entschuldigte, bei den ohnehin großen Kriegslasten die Belcuchtungslosten durch eine besondere Subskription zu decken, wurden durch das General-Polizei-lommissariat 24 Häuser bestimmt, deren Besitzer die an ihre Häuser angebrachten Laternen so lange beleuchten mußten, bis man über eine neue Stadtbeleuchtung definitive Maßregeln getroffen haben würde. Es ward darauf festgesetzt, daß von jedem Zentner transierender Waren und von jedem Eimer Branntwein 3 Kreuzer in die Stadtlasse fließen und aus den eingelangten Geldern die Beleucht tungslostcn zu besireiten seien. Dadurch war man in den Stand gesetzt, im Jahre 1811 neuerdings 250 Laternen herzustellen und gehörig zu beleuchten. Als Illyrien im Jahre 1813 wieder mit dem österreichischen Staate vereinigt wurde, wurden auch die meisten alten Gesetze und Einrichtungen in Kraft gesetzt, wie solche hier vor dem Wiener Frieden bestanden hatten. Nur die Stadtbeleuchtung erlitt, und zwar zum Vorteile dieser selbst eine Umänderung. Für den Augenblick wurde zwar die Veleuchtungsmethode beibehalten, wie sie unter der Mairie beobachtet wurde, aber schon im Jahre 1814 schritt man zur Aufstellung eines eigenen Reglements der Stadtbeleuchtung und wies die Kosten dazu an die städtische Kasse. Vermöge dieses Reglements wurde die Anzahl der Laterne» auf 349 festgesetzt, die von nun an mit dem Beginne der Abenddämmerung angezündet werden und bis 11 Uhr nachts brennen sollten. Das ganze Beleuchtungswesen wurde einem eigenen Aufseher übergeben, unter welchem die übrigen acht Lampenanzünder standen. Bis zum Jahre 1821 verblieb die Stadtbeleuchtung in eigener Regie; aber noch in demselben Jahre erteilte das Gubernium die Weisung, daß zur Schonung der städtischen Renten die Stadtbeleuchtung neuerdings in Pacht gegeben werden solle. Es wurde nun die städtische Beleuchtung im Jahre 1822 dem Meistbietenden überlassen. Die von Jahr zu Jahr zunehmenden Bauten verlängerten allmählich die Veleuchtungslinien in den Vorstädten; die Zahl der Laternen vergrößerte sich und damit stiegen auch die Kosten, besonders wcil die Laternen immer mehr nach neuen Erfindungen und Verbesserungen umgestaltet wurden. , Diese Veleuchtungsart, die trotz der großen Kosten nicht genügend war, wurde zuerst durch die Gas- und vor einigen Jahren durch die elektrische Beleuchtung ersetzt. Hl. Laibacher Gemeinderat. .-.- Der Laibacher Gemeinderat hielt gestern abend eine ordentliche Sitzung ab, an welcher unter dem Vorsitze des Bürgermeisters Hribar 22 Gemeinderäte teilnahmen. Zu Verifilatoren des Sitzungsprotololles wurden die Gemeinderäte D i m n i t und Sajovic nominiert. Der Bürgermeister machte zunächst die Mitteilung, daß Graf Jan Harr ach, eine bekannte und markante Persönlichkeit im öffentlichen Leben Oesterreichs und ein begeisterter böhmischer Patriot, am 2. November seinen 80. Geburtstag gefeiert habe. Der Jubilar, dem die Stadt-gcmeinde Laibach schon vor Jahren das Ehrenbürgerrccht verliehen, habe auch zugunsten der Slovenen wiederholt feine gewichtige Stimme erhoben und Pflicht des Gemeinderatcs sei es daher, den greisen Jubilar zu seinem 80. Geburtstage geziemend zu beglückwünschen. Dcr Bürgermeister wurde ermächtigt, dem Jubilar die Glückwünsche der Stadt-gcmeinde Laibach zu übermitteln. Am 1. November waren 25 Jahre verflossen, seit der derzeitige Inspektor des städtischen Schlachthauses, Herr Paul Sla.l<>. in städtische Dienste getreten. In Anerkennung seiner stets pflichteifrigen und ersprießlichen Tätigkeit wurde Herrn Stal<> bri diesem Anlasse der Titel eines SchlachthausdireltorZ verliehen. Der Bürgermeister machte welters die Mitteilung, daß der hiesige Apotheker Herr Milan L e u st e t anläßlich seiner Aufnahme in den österreichischen Staatsbürgerverband dem Laibachcr Armenfond den Betrag von 60 X gespendet und daß die k, t. Landesregierung der Frau Theresia 3? o do t n y. Zuckerbäckerin in Laibach, im Relurswege die Konzession zum Ausschaute von Likören und Dessertweinen erteilt habe. Der Stadtmagistrat habe gegen diese Konzessionserteilung beim l. k. Ministerium die Beschwerde eingebracht und der Bürgermeister ersuchte um nachträglich« Genehmigung des Rekurses. Gemeinderat Dr. Triller hob hervor, daß es sich im vorliegenden Falle nur um den Ausschanl von Likören in der Zuckerbäckerci Novotny handle. Da dir Angelegenheit nicht von prinzipieller Ve-dcutung sei, scheine ihm der Rekurs an das Ministerium nicht angemessen. Bei der Abstimmung wurde jedoch die Einbringung des Rekurses genehmigt. Der Vorsitzende verlas writers eine Zuschrift des l. u. l. 3, KorpslommandoZ in Graz in Angelegenheit der von der Stadtgemeinde angestrebten Verlegung der Pulvermagazine vom Laibacher Felde. Nach den für die Beschaffung, Auflassung und Verwaltung ärarischer Immobilien geltenden Vorschriften und Grundsätzen sind bedingt aufzulassende Bauobjekte — für welche notwendigerweise eine Ersatzbescha,ffung für denselben Heercszweck vorliegt — grundsätzlich im Wege einer Transaltion zur Beschaffung von Ersatzobjekten zu benverlen. Hievei darf der Gesamtwert der in Verwaltung des Heeres stehenden Immobilien bei Aufrechterhaltung des vollen Wertes der einzelnen zu veräußernden Realitäten nicht geschmälert werden und dürfen ursächlich solcher Transaltionen keinerlei Geldanforbe-rungen an die Delegationen gestellt werden. Auf diesen Voraussetzungen basierend hat die Heere-Verwaltung, um den Intentionen des Stadtmagistrates, welcher eine Verlegung der Pulver- und Munitionsmagazine auf dem Lai-bacher Felde anstrebte, ihr Entgegenkommen darzulegen, dic Einleitung von Transaltionsvcrhandlungen angebahnt. Bei dem ablehnenden Standpunkte gegenüber den gestellten Transaltionsbedingungen und den rechtlich begründeten, den geschlichen Bestimmungen vollkommen entsprechenden Bestand- und Neniitzungsverhältnisscn der genannten Magazine sieht sich die Heeresverwaltung daher außer Lage, einer Verlegung dieser Objekte näher zu treten. — Die Zuschrift wurde ohne Debatte zur Kenntnis genommen. Mit Rücksicht auf die in der letzten Zeit ob Futtermangels bedeutend zurückgegangenen Viehpreise hat Bürgermeister Hribar sich an die hiesige Flcischhauergenos-srnschaft mit der Aufforderung gewendet, eine den derzeitigen Viehpreisen entsprechende Ermäßigung der Fleischpreise eintreten zu lassen. Die Genossenschaft hat der Aufforderung entsprechend die Rindfleischpreisc auf 1 X 48 li, bezw. auf 1 X 28 Ii pro Kilogramm herabgesetzt und gleichzeitig die Bereitwilligkeit ausgesprochen, im Falle die Vieh- Laibacher Zeitung Nr. 255. 2370 6. November 1907. preise noch weiter zurückgehen sollten, auch die Fleischpreise noch weiterhin den, bestehenden Viehmailtverhältnissen entsprechend zu regeln. In betreff der Preise für Kalb- und Schweinefleisch hat die Genossenschaft eine Erklärung bisher nicht abgegeben. Vei diesem Anlasse wies Gemeinderat Prosenc auf die überhandnehmende Teuerung sämtlicher Lebensmittel hin und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß llur die gänzliche Abschaffung der Verzehrungssteuer der Teuerung Einhalt tun könnte. Unsere Abgeordneten mögen dieser alle Vevölkerungsschichten gleich tangierenden Angelegenheit volle Aufmerksamkeit zuwenden. In der Gcmeinderaissitzung vom 28. Mai l. I. war die Anbringung von hygienischen Spuckschalcn in den Motorwagen der elektrischen Straßenbahn angeregt worden. Die Betriebsleitung der elektrischen Straßenbahn gibt nun in einer Zuschrift bekannt, daß die Anbringung von Spuckschalen in den Wagen der Straßenbahn nicht zweckmäßig erfolgen könne. In den Straßenbahnwagen finden sich sogenannte „tote Winkel" nicht vor, im Nagenmittclgang aber würden die Fahrgäste über die Schalen stolpern. Dic Zuschrift der Betriebsleitung wurde zur Kenntnis genom-men. Der Bürgermeister machte schließlich die Mitteilung, daß er in Begleitung des Gemeinderates Kubic und des Magistratsrates Dr. Zarnik am vergangenen Samstag die slovenischc Gemäldeausstellung in Trieft besucht und mehrere Gemälde für die, projektierte städtische Gemälde' galerie läuflich erworben habe. Unter den angekauften Kunstwerken befinden sich Gemälde von Grohar. Iama, Sternen. Gvajc, Henriette und Sa^a Mantel. Die käuflich erworbenen Gemälde sollen vorläufig in verschiedeilen Magistratsämtern untergebracht werden und seinerzeit in der Bildergalerie Aufstellung finden. Dem bekannten amerikanischen Maler S t u r t e v a n t, welcher neuerlich eine Sammlung von Bildern für die in Aussicht genommene Gemäldegalerie geschenlweise überlassen hat, wurde der Dank des Gemeindcrates ausgesprochen. Vor Uebergang zur Tagesordnung brachte Gemeinderat Plantan einen Dringlichleitsantrag ein, betreffend die Stellungnahme des Laibacher Gemeinderates zum Au3> bau der Weihlrainer Eisenbahn. In eingehender Motivierung seines Antrages kam der Antragsteller auch auf die Ausführungen der Redner der am vergangenen Sonntag im Hotel „Union" abgehaltenen Versammlung der Slovenischcn Vollspartei zu sprechen, wobei er bemerkte, daß er den erwähnten Rednern auf das politische Gebiet nicht folgen, sondern ruhig und sachlich die Angelegenheit beleuchten wolle. Es lasse sich nicht hinwegleugnen, daß die Frage des Ausbaues der Weihkrainer Nahn von der national-fortschrittlichen Partei angeregt und in Fluß gebracht worden sei. Redner selbst habe die bezüglichen Verhandlungen initiiert und mit Rücksicht auf die anzuhoffende Verlängerung der projektierten Bahn nach Kroatien und Dalmaticn vom Eifenbahnministerium die vorher perhorreszierte Genehmigung einer normalspurigen Bahn erwirkt. Es habe sich sodann ein nationalfortschrittliches Konsortium gebildet, welchem jedoch infolge Einspruches der Vertreter der la« tholisch-nationalen Partei vom Landtage die erbetene Sub, vention zu Trassierungszwecken verweigert wurde. Erst durch die vom Redner erwirkte Konzessionicrung der Vorarbeiten für die angestrebte Weißkrainer Eisenbahn sei auch die Gegenpartei zum Eingreifen in dieser Angelegenheit veranlaßt worden. Es sei sodann ein zweites Konsortium gebildet worden. Um eine Konkurrenz der beiden Konsortien zu vermeiden, welche der Angelegenheit gewiß nicht genutzt hätte, habe die national-fortschrittliche Partei ihre Altion bis auf weiteres eingestellt. Ein glücklicher Zufall habe nun die Angelegenheit zur günstigen Entscheidung gebracht und das Junktim zwischen der Kaschau-Oderberger Bahnverbindung und der Bahnverbindung mit Dalmatien habe uns endlich den Ausbau der Weißlrainer Eisenbahn sichergestellt. Inwiefern den, Abgeordneten der Slovenischcn Vollspartei für diese günstige Fügung ein Verdienst zukommt, tonne jedermann leicht beurteilen. Es sei Humbug, wenn der national-fortschrittlichen Partei vorgeworfen werde, baß sie eine Gegnerin der Neißlraincr Eisenbahn sei und daß sie durch ihr Vorgehen deren Zustandekommen untergrabe. Wir alle seien einig darin, daß diese Frage für Kram von vitaler Bedeutung sei. Redner beantragte schließlich die Annahme folgender Resolution: „Der Laibacher Gemcinderat begrüßt freudig das zwischen der österreichischen und der ungarischen Regierung in betreff des Ausbaues der Weißlrainer Eisenbahn und der Bahn Ogulin-Knin getroffene Ueber-einkommen und fordert die österreichische Regierung gleichzeitig auf. unverzüglich alles vorzukehren, was notwendig erscheint zur verfassungsmäßigen Sicherstellung des Ausbaues dieser Bahnen, welche nicht nur für die südlichen Länder der diesseitigen Neichshälfte, sondern für die öster-reichisch-ungarische Monarchie überhaupt unumgänglich notwendig sind." Gemeinderat Prosenc wies auf den Umstand hin, daß beide in Frage stehenden politischen Parteien sich daZ Verdienst um das Zustandekommen der Weißlrainer Bahn »indizieren. In, Wirklichkeit aber stelle sich die Sachlage so dar, dah die naNonalsortschrittliche Partei wohl die Angelegenheit angeregt, die Slovenischc Noltöpartei aber die- selbe gefördert und glücklich beendet habe, letzteres allerdings nur infolge der wohlwollenden Unterstützung seitens des Ministerpräsidenten Freiherrn von Veck. Redner sei daher mit der beantragten Resolution einverstanden, beantrage aber zu derselben folgenden Zusatz: „Der Gemeinde-rat der Landeshauptstadt Laibach spricht Seiner Exzellenz dem Herrn Ministerpräsidenten v. Beck in Anerkennung seines »veisen Vorgehens anläßlich der Feststellung des wirtschaftliche» Verhältnisses zwischen Oesterreich und Ungarn und für die bei diesem Anlasse erwirkte Sicherstellung der für Laibach und Kram überhaupt hochwichtigen Eisenbahn, welche Laibach mit Dalmatien verbinden wird, den wärmsten Danl aus." Ueber Antrag des Gemeindcraies Dr. Triller wurde sodann die Sitznng für die Dauer von zehn Minuten unterbrochen. Während der Unterbrechung trat der gemeinde rätliche Klub zu einer Beratung zusammen. Mch Wieder, aufnähme der Sitzung erklärte sich Gemeinderat Dr. Triller gegen die Annahme des von Gemcinderat Prosenc beantragten Zusatzes, da dieser über das Ziel hinausschieße und in die Resolution auch den Ausgleich einbeziehe, der sich der Kompetenz des Gcmeinderates entziehe. Es werde aber gerne anerkannt, daß sich Seine Erzellenz der Herr Ministerpräsident um das Zustandekommen der Weißlraincr Eisenbahn große Verdienste erworben hat; er beantrage daher folgenden Zusatz zur Resolution des Gemeinderates Plantan: „Noch besonderen Danl spricht der Gemeindcrat dem Ministerpräsidenten. Seiner Exzellenz dem Freiherrn von Neck, für dessen bisheriges weises und vorsichtiges Vor. gehen in dieser Angelegenheit aus." Gemeinderat Prosenc protestierte gegen das mit seinem Zusätze zur Resolution Plantan bewerkstelligte Experiment. Vei der sodann vorgenommenen Abstimmung wurde die vom Gemeinderate Plantan beantragte Resolution mitsamt dem Zusätze des Gemeinderates Dr. Triller angenommen, weshalb die Abstimmung über den Zusatz des Gemeinderates Prosenc entfiel. Nachdem noch über Antrag des Magistratsdireltors V on 5 i n a an Stelle des verstorbenen Handelsmannes Johann Seunig der Handelsmann Johann Frisch als Vertrauensmann in die Ginlommensteuerlommisfion entsendet worden, wurde zur Erledigung der Tagesordnung geschritten, doch konnten wegen bereits fortgeschrittener Zeit nicht sämtliche Veratungsgegenstände der Erledigung zugeführt werden. Ueber den weiteren Verlauf der Sitzung folgt ein eingehender Bericht in der morgigen Nummer. — (In der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses) ergriff Seine Exzellenz der Herr Finanzminister Dr. von, Korytowsli das Wort, um das von der Regierung unterbreitete Finanzgesetz samt Staatsvoranschlag für das Jahr 1908 mit einem erläuternden Expofe einzubegleiten. Den uns darüber zugekommenen telegraphischen Bericht bringen wir in der morgigen Nummer. " (Anerkennung.) Der t. k. Landesschulrat für Kram hat dem Herrn Oberlehrer Anton Lilozar der einllassigen Privat-Knabenvolksschulc zu Kroiseneck für die erzielten zufriedenstellenden Unterrichtserfolge und dem Anstaltsdirektor I'. Alois K o b a <" i 5 für die zielbewußte Leitung der Erziehungsanstalt die Anerkennung ausgesprochen. —r. * (Kollau oierung der Regulierungsarbeiten am N eu r i n g b a ch e) Das k. k. Ackerba'i-ministerium hat die l. l. Landesregierung für Kram ermächtigt, die in den Jahren 1904 bis 1906 fertiggestellten Negulierungsarbeiten am Neuringbache der Kollaudierung zu unterziehen. Die Kollaudierung der oberwähnten Rc-gulierungsarbeiten wurde hiemit für den 7., 8. und 9. d. anberaumt. Als Vertreter der k. k. Landesregierung bei dieser Amtshandlung wird ein Staatstechniler intervenieren. * (Staatssubventione n,) Seine Exzellenz der Herr Ackerbauminister hcä zu den Kosten der Herstellung einer Wasserleitung für die Ortschaft Peteline, politischer Bezirk Adelsberg, eine Staatssubvention im Betrage von 9200 Iv bewilligt und die l. l. Landesregierung ermächtigt, die erste Rate per 8200 X zu Handen des lrainischen Landesausschusses flüssig zu machen. — Seine Exzellenz der Herr k. t. Minister für Kultus und Unterricht hat dem Schulausschusse der gewerblichen Fortbildungsschule in Laibach zur Deckung der mit der Reorganisation dieser Schule, bezw. der Vorbereitungskurse verbundenen Mehrauslagen pro 1907, einen Subventionszuschuß von 1500 Kronen bewilligt. —r. — (Landwirtschaftliche Studienreise.) Unter Leitung des Herrn Molkereiinspektors Legvart ist gestern eine größere Anzahl von Landwirten aus Krain nach Tirol abgereist, um die dortigen landwirtschaftlichen Verhältnisse, namentlich die Viehzucht und das Viehversicherungswesen kennen zu lernen. — (Slove nischer Zwcigvcrein des Oesterreichischen St. Raphaelvereines zum Schutze der Auswanderer.) Nach dem ruthenischen Raphaelzweigverein tritt nun der slevenische ins lleben. Der Oesterreichische St. Raphaelverein hat in der richtigen Erkenntnis, daß bor allem in jenen Kronländern und bei jenen Nationalitäten, welche von der Auswanderung am stärksten betroffen weiden, die Fürsorge für die Auswanderer geweckt und ins Werk geseht werden muß. den richtigen Weg hiezu betreten, indem er die auto--nom nationale Hilfe für die auswandernden HeimatZgenossen aufrief, die Kräfte für den Auswandcrerschutz in dem betroffenen Lande sammelte und, die auf nationaler Grundlage aufgebauten Organisationen zu einem Reichsverbande zusammenfügend, sie mit den Zentralstellen und Behörden in Wien in Verbindung brachte und auf diese Weise der Fürsorge für die Auswanderer den breitesten Rahmen, den weitesten Spielraum und einen festen Rückhalt vorbereitete. Auf dem Programme des am 11. November im großen Saale des Hotel „Union" stattfindenden konstituierenden Versammlung des slovenischen Naphaelvereines stehen folgende Referate: Professor Dr. Ioh. IaneZi^ berichtet eingangs über die bisherige Tätigkeit des Raphaelvereines in Krain: 1.) Naphaelverein als Schutzverein, Dampfschifflinien und Reisetouren. Berichterstatter: Redakteur M. Mollere; 2.) „Trieft", von Kaplan Johann Tul (Trieft); 3.) Raphaelverein und die Verbindung mit den amcrilanisch-slovenischen Priestern, von Professor der Theologie Dr. Johann Iane2i5; 4.) Auswandererschuhgesetz von Dr. Johann Krel. Reichsrats- und Landiagsabge-ordneten, Professor der Theologie; 5.) Mädchenschutz von Professor der Theologie Dr. Gruden; 6.) Schutz in der Fremde von Dr. Eugen Lampe. Beginn der Versammlung ^9 Uhr vormittags. Vor der Versammlung findet die hl. Messe für die Teilnehmer in der Franzislanerlirche statt. ->- (V er e i n s we se n.) Das l. k. Landespräsidium für Krain hat die Bildung des Vereines ..I^.äpoi-ilo cli'U^tvo ni'<>nln«t<>v in c'orlvVl'nikov I^u1>1^" mit dem Sitze in Laibach, nach Inhalt der vorgelegten Statuten, im Sinne des Vereinsgesehes zur Kenntnis genommen. —?. — ( 8 i in « n (' ro f? o ? ö i <> « v n H a v n a kiii'iönl«Q in «italnion v I<5 ub 1.i a n i.) In dieser öffentlichen Lesehalle waren am 1. d. M. nachstehende Zeitschriften vorhanden: in slovenischer Sprache: 23 politische. 15 volkswirtschaftliche und Fachblätter. 4 belletristische Zeitschriften, 2 Revuen und 1 humoristisches Blatt: in kroatisch-serbischer Sprache: 21 politische Zeitschriften, 1 volkswirtschaftliches Blatt. 2 belletristische Zeitschriften und 1 Revue; in böhmischer Sprache: 7 politische Zeitschriften. 1 belletristisches Blatt und 3 Revuen; weiters je eine politische Zeitschrift in polnischer. russisckM, rutheni-scher und in französischer, 3 in italienischer Sprache; endlich in deutscher Sprache: 10 Politische, 2 sozialpolitische Zeitschriften. 1 naturacschichtliches und 1 humoristisches Blatt. — Die Frequenz betrug seit der Eröffnung (d. i. seit 8. Juni) bis 1. November zusammen: 12.180 Personen, somit durchschnittlich täglich 8?. Personen. — Der Stand der Bibliothek mit 1. November ergab 1208 inventarisch verbuchte Bücher, und zwar in slovenischer Sprache: 593 belletristische, 39 geschichtliche, 8 geographische, 3 philosophische und religiöse. 7 naturgeschichtlichc, 6 hygienische, 6 volkswirtschaftliche. Handels- und gcwerbewifsenschaftliche' 12 pädagogische, 1 technischen und 60 verschiedene Bände; in lroat.-serbischer Sprache: 71 belletristische. 12 geschichtliche. 3 geographische. 3 philosophische und religiös/. 1 Kunst-und kunstgewerblichen. 4 naturgeschichtliche. 3 hygienische. 1 volkswirtschaftlichen und handelswissenschaftlichen. 1 pädagogischen und 8 verschiedene Bände; weiters in böhmischer, polnischer und ruthenischer Sprache: 7 belletristische, 1 geschichtlichen und 3 verschiedene Bände; endlich in deutscher Sprache: 57 belletristische, ft geschichtliche. 24 geographische, 23 philosophische und religiöse, 5 Kunst- und kunstgewerbliche Bände. 35 Bände sozialen Inhaltes. 76 naturgeschicht-liche. 30 hygienische und 4 volkswirtschaftliche, Handels- und gcwcrbewissenschaftliche. 5 pädagogische, 9 technische und 60 verschiedene Bände. Seit der Eröffnung, bezw. seit der Tätigkeit der Bibliothek (d. i. seit 19. September) bis 1. November wurden 1337 Bücher ausgeliehen, und zwar: 995 slovenische. 325 deutsche und 17 in verschiedenen slavischen Sprachen. Diese Zahlen sind ein vollgültiger Ve weis, daß diese allseitig notwendige Einrichtung sehr gern benutzt wird; sie verdient daher auch die kräftigste Förderung. — (Veränderung in der steirisch e n K a pu zinerordens provinz.) Versetzt wurden: I'. Hilarius Perpar aus Nischoflack nach Irdning, Pater Hugolin Rat aus Vischoflack nach Cilli. ?. Ferdinand Stabler aus Irdning nach Vischoflack, ?. Leo 0 r 5 el aus Leibnitz nach Nischoflack. C. — (Sa nitäts-Wochenbericht.) In der Zeit vom 20. bis 26. Oktober kamen in Laibach 15 Kinder zur Welt (20-73 pro Mille), dagegen starben 18 Personen (24-93 pro Mille), und zwar an Tuberkulose 3. infolge Schlagflusses 1, infolge Wutlrankheit 1. durch Selbstmord 1, an sonstigen Krankheiten 12 Personen. Unter den Verstorbenen befanden sich 9 Ortsfremde (50 <^,) und 12 Personen aus Anstalten (66'66 A). Infeltionserlrankungen wurden gemeldet: Scharlach 2, Typhus 4, und zw. 3 Mann aufgenommen ins Landesspital von der Umgebung Laibach und 1 Soldat ins Garnisonsspital, Diphtheritis 3, tonta-giöse Augenentzündung 1. Mumps 1. Laibacher Zeitung Nr. 255. 2371 6. November 1907. * (Be 5 i rt 5 forsttechui terstelle in Vil -l a ch.) Für den Forstinspeltionsbczirt Villach gelangt die Stelle des k. k. VezirlsforsttechuilerZ zur Vesehung. Die mit den ordnungsmäßigen Beilagen versehenen Gesuche sind im vorgeschriebenen Dienstwege bis 28. November 1907 beim Präsidium der t. l. Landesregierung in .^lagenfurt einzubringen. —v. — (Das P a n o r a m a - K o s m o r a m a) am Vurgplatze hält in laufender Woche Ansichten aus Laibach und Umgebung ausgestellt. Von diesen verdienen als ganz gelungen erwähnt zu werden das Laibachcr Kastell, das Tivolischloß mit Park und Allee, das Acußere und Innere der St. Pcterslirchc. ssranzborf mit Viadult, Stadt Stein mit dem Hanptplatzc und mit der .Mc'mfcstc, Vlicl auf die Karawanlen, die Steiner und die Inlischcn Alpen. Diese Vilderreihc ist sehr interessant, weil da mitunter Gegenstände gezeigt werden, die selbst den meisten Laibachcrn unbekannt sind. so der Ursprung der Laibach, die drei Wasserfalle in Pello bei Franzdorf und das Kloster Münlcndorf bei Stein. Der Besuch dieser Ausstellung ist recht empfehlenswert. Erwähnt sei, daß diese Serie vom bekannten Photographen Herrn Noöun angefertigt wurde, dem dafür alle Anerkennung gebührt. Wie bereits kürzlich gemeldet, beabsichtigt Herr Ro/.un allmählich dem weiteren Publikum alle hervorragenderen Ansichten von Krain in biosloftischen Bildern vorzuführen. — (Das Panorama International) Unter der Tramsche zeigt in dieser Woche besvnders interessante Ansichten von Swinemündc. Daselbst Hai am 2. August l. I. die Begegnung des deutschen Kaisers mit dem Zaren stattgefunden. Aus diesem Anlasse wurden besondere Festlichkeiten, darunter ein großes Scemanöver veranstaltet, dessen einzelne Teile photographisch aufgenommen wurden. Die gelungenen Bilder davon sind im obigen Panorama ausgestellt. Solche Manöver kommen in Wirklichkeit nur selten vor, hier sind sie jedoch in vorzüglichen Abbildungen beliebig zu sehen. — Nächsie Woche: Tirol. — (Eine diebische Frauensperson.) Am 31. v. M. vormittag kam eine unbekannte Frauensperson ins Gasthaus des Ioh. Ven5ina zu Mariafeld und bat unter dem Vorgeben, aus dem Sftitale gekommen zu sein, um ein Almosen. Beim Verlassen des Gasthauses schlich sie sich in ein unvcrspcvrtcs Dachzimmer ein und entwendete der Magd Gertrud Gregorin eine silberne Damenuhr, einen neuen Frauenrock und ein Kopftuch. Die Magd, die gleich den Abgang ihrer Uhr merkte, eilte der Diebin nach und holte sie in Mariafcld ein. wo sie ihr die gestohlenen Gegenstände wegnahm. — Am gleiche» Tage nachmittags kam die betreffende Frauensperson zum Keuschlcr Michael Uran-tar in Unter-Ka^elj und entwendete dessen Tochter eine silberne Damcnuhri auch bettelte sie in mehreren Häusern ill Ober-Ka^elj und versuchte Gaben für den Marienvcrcin zu erhalten. Sie ist gegen 30 Jahre alt, mittelgroß, schlank, hat ein längliches, mehr mageres Gesicht und im Gesichte eine größere Narbe, die wahrscheinlich von einer Brand-wunde herrührt, sowie rötliche, wehe Augen. —1. — (Ein M i l i t ä r l o n z c r t) findet heule abend um 8 Uhr im Hotel „Südbahnhof" (Seidel) bei freiem Eintritt statt. " (R au ch fa n g feu c r.) Gestern abend brach in dem Nauchfangc der Parlettenfabril am Krakauerdamm ein Feuer aus, wurde aber, ohne daß der freiwillige Feuerwehr- und Retinngsverein in Altion getreten wäre, vom Fabrilswerlfiihrer Michael Je red und vom Nauchfang-lehrer Josef Spitzer gelöscht, * (Tödlicher Unfall,) Gestern vormittag stürzte der Tischer und Besitzer in Moste Anton Ierau^w so unglücklich aus einer Höhe, daß er. ins Krankenhaus überführt, mittags starb. " (Entwichen) ist diesertagc von der auf dem Kaiser Iofefsplatze beschäftigten Arbcitsabteilung der Zwängling Thomas Linder. In der Eile nahm er einen dem Knechte Turk gehörigen grünlichen Rocl mit. — (Im städtischen Schlacht ha use) wurden in der Zeit vom 20. bis einschließlich 27. Oktober 90 Ochsen. 5 Kühe und (! Stiere, weiters 274 Schweine, 148 Kälber, 31 Hammel uub Böcke sowie 2 Kitze geschlachtet. Ueberdies wurden in geschlachtetem Zustande 7 Schweine und 12 Kälber nebst 613 Kilogramm Fleisch eingeführt. " (Verloren) wurde ein goldener Brillautring, ferner ein geflochtenes Geldtäschchen mit 10 7v. Theater, Kunst und Literatur. — (Ans der deutsche» Theaterlanzlei,) Wegen andauernder Krankheit des Fräuleins Kurt muß die Wiederholung der Operette „Walzertraum" bis auf weiteres verschoben werden. — Heute gelangen zur Schillcrfeier „Die Näuber" zur Aufführung und für Freitag steht die 14te Wiederholung der Operette „Die lustige Witwe" auf dem Epielplcm. "" (Tri ester Quartett,) Der gestern in der Tonhalle veranstaltete Kammermusilabend des Triestrr Quartettes war leider sehr schwach besucht, aber von einem ^oßen künstlerischen Erfolge begleitet. Ein näherer Bericht ^lgt. Das Konzert beehrte Herr Üandespräsidcnt Theodor Schwarz mit seinem Besuche. .7. — s,.D ominsve t".) Inhalt des 11. Heftes: 1.) Fr. S. Finxgar: Unter der Sonne der Freiheit. 2.) Velo-slav Nemcc: Gedanken. 3.) Veloslav Remec: Stilles Lied. 4.) Dr. Karl Verstoßet: Dr. Matthias Prelog. 5.) Ivo Ocsnik: Die Hütte des Armen. 6.) Silvin Sardenko: Bei der Mutter. 7.) I. Trinlo: Auf uach Nesien! 8.) Zvonimir: Das Kind. 9.) Vinto 8a ratz on: Die Vevöllerung Europas im 19. Jahrhunderte. 10.) Dr. E. Lampe: Unter Oelbaum und Lorbeerstrauch. 11.) Literatur. 12.) Dies und jenes. 13,) A. Ur5i<--: Schach. — Das Heft enthält 15 Illustrationen. — („D o m a <- e ognji 5 5 e.") Inhalt der 10. Nummer: 1.) Andreas Rap5: Ein Elternabend. 2.) Rudolf Horvat: Die Erziehung der Kinder im vorschulpflichtigen Altcr. 3.) F. M,: Waisenbeiräte, 4.) Zuschriften. 5.) Mis-zellcn. — („c'a s.") Inhalt des 9. Heftes: 1.) Fr. T e r f e-glav: Die Enzyklika über den Modernismus. 2.) Dr. A. U5eni<"nit: Die Bedeutung der christlichen Soziologie. 3.) Fr. Rebul: Matthias NaM und dessen handschriftlicher Nachlaß. 4.) M. M.: Skizze über nnsere Auswanderer. 5.) V. SvetliiU.': Welt und Welten. 0.) Neue Bücher. 7.) Feuilleton. — („Om la di n a".) Inhalt der 8. Nummer: 1.) Die zweite Zusammenkunft der national-radikalen Studentenschaft in Cilli. 2.) Dr. Josef S t r z y g o w s l i: Ueber die Pflege, des Kunstsinnes. 3.) Feuilleton. - (In Reclams U ni ve r s a l b i b l i o t h e l) sind folgende Bände neu erschienen: Nr. 4941. Russische Dichterinnen. Ausgewählte Dichtungen, übertragen und mit biographischen Notizen versehen von Friedrich Fiedler. — Nr. 4942. Erläuterungen zu Meisterwerken der Tonkunst. 12. Band. Richard Wagners Rienzi. der Letzte der Tribunen. Große tragische Oper in fünf Aufzügen, Geschichtlich, szenisch und musikalisch analysiert, mit zahlreichen Notenbeispielen von Max C h o p. — Nr. 4943 und 4944. Heinrich Schaumberge r: Vater und Sohn. Eine ober-fränkische Dorfgeschichte. — Nr. 4945. Heinrich Lee: Der siebzigste Geburtstag. Lustspiel in vier Aufzügen. — Nummer 4946. Friedrich Eberh. v. Rochow: Geschichte meiner Schulen, Mit Einleitung und Anmerkungen herausgegeben von Dr. Theodor F r i t z s ch. — Nr. 4947 und 4948^ Johanna van Woude: Traudel und ich. (Hollandsch Binnen-huisje.) Aus dem Holländischen übertragen von Irma van Emde n. — Nr. 4949. Schillers Lied von der Glocke mit dem Goetheschen Epilog, Zur Aufführung eingerichtet, mit einer Einführung und Anleitung für die Darstellung von Dr. Wilhelm Pfeiffer. — Nr. 4950. Iassy T.o r -rund: Sein Herzeuslind. Novelle. Telegramme des k. k. Teleyraphen-Korrespondenz Bureaus. Wien, 5. November. Wie das „Fremdenblatt" vernimmt, ist Landesuertcibigungsminister FZM. Lutscher erkrankt und dürfte voraussichtlich eine längere Erholungsreise antreten. Für seine Stellvertretung ist bis jetzt leine Anordnung getroffen worden, VilIach, 5. November. Die Staatsbahndireltion meldet: Wegen der gestern erfolgten Entgleisung des Zuges Ar. 965 beim Kilometer 4:5 vor der Station Glaslbrcmse wird der gesamte Verkehr auf der Strecke Eisenerz—Vor-dcrnberg Markt eingestellt. Die Verkehrsstörung dürfte zirka fünf Tage dauern. Die bereits übernommenen Giiter werden über Hieflau—Selztal—Lcoben geleitet. R o m , 5. November. Heute begann unter ungeheurem Andränge des Publikums die Verhandlung des Prozesses Nasi vor dem Senat. Der Namensaufruf ergab die Anwesenheit von 141 Senatoren. Ausweis über den Stand der Tierseuchen in Krain für die Zeit vom 2«. Oktober bis zum 2. November 1907. ES herrscht: die Vlotzlranlheit im Veziile Krainburg in den Gemcinden Eisnern (1 Geh.), Sclzach (1 Geh.). Straschischc (1 Geh.); der Rotlauf der Schweine im Bezirke Gotischer in den Gemeinden Altlag (1 Geh.), Laserbach (1 Geh.), Malgern (I Geh.); im Bezirke Krainbuig in der Gemeinde Predasscl (1 Geh.); im Vezirte Laibach Umgebung in der Gemeinde Oberlaibach (4 Geh.); im Bezirke Littai in der Gemeinde Draga (2 Geh.); im Bezirle Rudolfswert in der Gemeinde Hönigstein (1 Geh.); die Vchweinepeft im Vezirle Gurlfeld in der Gemeinde Catez (4 Geh.); die Wutlranlheit im Bezirle Gotisch« in der Gemeinde Toderschitz. Erloschen ist: der Milzbrand im Nezirle Adelsberg in der Gemeinde Wip» pach (1 Geh.); der Notlauf der Schweine im Bezirle Krainburg in der Ge» meinde Zirllach (1 Geh.); im Bezirle Laibach Umgebung in den Gemcinden Villichgraz (1 Geh.), Oberlaibach (1 Geh.), Presser (1 Geh.); im Nezirle Rudolsswert in den Gemein, den Großlack (1 Geh.), St' Michacl'Stopic (1 Geh.); im Ve« zirte Tschernembl in der Gemeinde Mottling (1 Geh.); die Schweinepest in, Vezirte Gnrlfcld in der Gemeinde St. Barthelmä (1 Geh.). Fl. k. Aandesregierung für Arain. Laibach, am 3. November 1U07. Neuigkeiten vom Küchermarkte. Moriz Klein, Die Untostenberechuung und die Kalkulation in der Steinindustrie, X I 80. — Dr. E. Kundt, Lessing und der Buchhandel, X 2 88. — Nranisl. Pe« trouievics, Die typischen Geometrien und das Unendliche, X 3-60. — Hojo Takuji, Die ttunst der Selbstverteidigung bei tätlichen Angriffen, X 2 40. — Dr. W. Gehardt, Die Pflege der persönlichen Erscheinung, X 6. — P.Hirsch, Ver» brechen und Prostitution als soziale Kranlheitserscheinungen, X 2 40. — Edm. Voigt, Zweckmäßiger Obstbau im land« wirtschaftlichen Mittel» und Kleinbetrieb unter Wahrung der Landwirtschaft als Hauptbetrieb! X — 90. — K. Kinds er, Wie ist mit dem landwirtschaftlichen Mittel- und Kleinbetrieb zweckmäßig Obstbau zu vereinigen, wenn die Landwirtschaft Hauptbetrieb bleiben soll, X I 20. Harrte, Der land» wirtschaftliche Obstbau, ein vollberechtigter Zweig der Land« wirtschaft, X— 72. — Dr. Berth. Thorsch, Der Einzelne und die Gesellschaft, X 3. — Dr. B. W. Switalsli, Das Leben der Seele, X 2 40. — Dr. K. Gaquoin, Die trans» zeubentale Harmonie bei Ernst Marcus, X 2 16. — Wilh. A indelband, Kuno Fischer, X— 96.— John Ruslin. Die Kunst zu lesen, Arbeit, X 1 20. — Dr. Grohmann, Wetter und Wetterkarten, X — 72. — Mich. Fact, Zur didaktischen Darstellung von Stoffen und der niederen und höheren Mathematik. X 1 68. P. Söhn gen, Moderne Arbeiter! soziales Zeitgemälde aus der Gegenwart, 'X 4 50. — W. Jensen, Aus dem 1«. Jahrhundert, X 7 20. Dr. Ad. Dannemann, Psy. chiatrie und Hygiene in den Erziehungsanstalten, X 2 40. — Prof. Dr. E. Pechuel-Loesche, Volkskunde von Loango, X 28 80. - F. v. Myrbach und K. Schwarz, Tirolische Schlüsser, 1. Heft: Unterinntal, X 6. —Dr. Ioh. Orthner, Der Stand der Schulhygiene, X 7 20. — F. W. Förster, Sexualethil und Sexualpädagogik, eine Auseinandersetzung mit den Modernen, X 1 20. — Dr. Osw, Richter, Die Be« deutung der Reinkultur, eine Literaturstudie, X b 28. — Ferd. Jakob Schmidt, Zur Wiedergeburt des Idealismus, X 7-20. - Cl. Klopp er, Euglischc Synonymik und Sti. listik, X 9 60. — Dr. H. Kauffmann, Die Auxochromie, X 4-32. — FranlThilly, Einführung in die Ethik, X4 80. Vorrätig in der Buchhandlung Jg. v. Kleinmahr windstill j Nebel j N 0 Da« Tagesmittel der gestrigen Temperatur 2 3' Nor« male 6-1°. Wettervoraussage für den 6. November für Steiermart, Kärnten und Krain: meist heiter, mäßige Winde, kühl. Morgmnebel; für Trieft: Meist heiter, abstauende Winde, kühl, gleichmäßig anhaltend. Verantwortlicher Redakteur: Anton Funtel. Hotel Sndbahnhof (S«lcl«>l) ' (4566) heute Mittwoch den 6. d. H. PF* grosses *^m Militärkonzert. Anfang am 8 Uhr abends. Eintritt frei. |»/|A AAA Kronen betragen die jährlichen *# Wa W w Haupttreffer der in unserem Inßeraten -teile angebotenen, auch durch kleine Monatszahlungeu zu beziehenden Loazusammenstellungen der Wechselstube Otto Spitz, Wien, welche Firma zur Besorgung aller bankgeschäftlichen Transaktionen bestens empfohlen wird. (4571) Laibacher Zeitung Nr. 255. 2372 6. November 1907. Filiale der K K. priv. Oesterreichischen Credit- BF «- au st* ar, - .Ji" «» t# «5 £"¦> ^ Aktlenkapital K 120,000.000- Anstalt für Handel nnd Gewerbe in Laibach ®t3«a8He £Wjfm 9. KoMervefond I-C 63,000.000— ,'t71S> I Kontokorrente. — Kauf und Verkauf von Effekten, Devisen und Valuten. — Safe - Deposits. --- Verwaltung: von Depots. — Weohselstube. Kurse an der Wiener Dorfe (nach dem offtziellen Aursblattej vom 5. November 1W7. Vie notierten »»rsv verstehnl nch !n KronenwHhnmg. Di«' Notierung sli:nM^« «?»ien und d-r „Diorrft:, Lose'' »«rNchi stch ver ^t-?< 82«s 4 2°/,ö. W.Noten Febr.-Auy) per Kasse......l'6 st,- l? ,!?! 4 2 °/, ö. W. Silber (April!1»i»:' >14'1i Osterr. Rente in lkonen«. stfr., L . p«r «asse. . . 4°/„ !,b-»5 9«'^ oetlo per Ultimo . . 4°/« l»5-b5 »5>5 vst, Investition«.-Rente, stfr./ «1. per Kasse . 3>/,°/n f5 «l <-b 7.' Gis»nbni,«.Zzllal,l G., sleuerfrri, zu 1U.0U0 fl. . . . 4"/« ... .-grunz Iosef-Bahn in Silber (div. Et.) . . , 5>/<»/n N«L,' ,^2, «al. «arl Ludwig-Nahn (biv. Etücte) ttronen . . 4°,« U5 5> !6b< Nubolfbahn in ttronenwahrung, fteutrfr, (did. Tl,) . 4"/„ »!, b> W .? Norarlberger Bahn, steuerfrei, 400 Kronen . . . 4«/, »z 75 !iv ?i> »b»«ßt«p»lt» zl!nlb l»?'6> bett« Salzburg Tirol L«l ö. W. S b°,v, . . . .^' 5> >5i>'- Ka» flnete M 3«!>luug Zbrl» no«»«»« tll«nillhn»Pl<«lU2t»' O»ligati»n»n. «Ohm. «icftbahn. «tu,. 1835. 4lX> Kronen 4",. . . S5 i« >^e ^ Vlifubethbahn 6NU >m» li«c,.»^aliz. Vahn 200 Äosarlberytr Vahn ü»l. isS4 ld,v. Hl,/ ÜUb, 4'. . . >6z> »7 b> Staatsschuld der Länder der ungarischen itrone. 4°/u ung. Voldrrnte per »afse ,v>ö 45 >0V «-4»/» detto per Ultimo n<9 4- >«y »i5 4°/„ ung. Rente in l^onen» wHhr. ftfrei per ilaHe . . nz.,^ <<2 55 4"„ drtto >,« Ultimo ',><>!» !,2 4 I',,^',,, ixtto »er sasi? 81üd x< ?>"> U„«. Prämien-«,'.!, 2 tu« fl, , ,8»? !>Z? bettn « .'« II, . »»« ?l>««» 75 TH.'ltz-Ne^.Lo!,- 4" ,, , l.^» H5 i42 2> z',,, unqar. Ernntxntl.Obltß ^,2" !<« ^-4«„ troat. li. < «0 5> :<1 üs Äl>3n.' hrrceg. Li'tnb.^Lanbeü. «nllhen (biv.^ 4'/,"/„. 9X-- !>9 - 5"/!, 3>unau-3iea^Anleihf 1»<7> ,^'3- l<^ - Wiener NerlehrK-killeihe >° !>, - i^6 -bettn 1300 4°/,) ».>> 1> «K 1<» ?wlet>n dec Swül Wie» . 1<>l-.-.< »2-U bett^ lS. od. «»., . , ii9 2,- (K^, Ai> dettv <1sl»4> . . »3 .<>i »« 5r, dettu ,'8V« , , ibh' !,,«b: ditto !>^»0, . . i"b 6!' 9«-»l' detto Inv.Ä.» IW2 z,d.'<< l6'5u BöritbaU'^nleher. otllnsb. 5"/„ vu-Lb d?^-» Bulg. '3wat«el!tn'o..<>yu.' ünl. 1^89 Gold . . /, ,lö-)i l^0?< Nulg. Staa«.Hl»potI,el»r L!nl. 1«»» «"/^ <>7 il N^-!'„ Pfandbriefe :c. Völ,»,. Hupethclenban? oerl. 4>^ >>'/ ^ »?-?<> ^el,rral^i>d.°»red..B'., Sfterr . 45 I. «1!. 4>/,",,, . . . l3, öi' -'^ Zentral-Vllo.>lk'rtd.''t>!.. «ft«,-.. «z.I. nerl. 4«/n ... ' -5i!-^...Inst..öfterr,,s.!ktrt..>Unl. .:. üffentl.slrb.Kal, >< Ul. 4",, 34 7,- !>l> 5N 1.'»»besb. b, i»ön, Gulizien unt Lodnm. 5?'/, I. ru5z. 4". >'4 2b ?5 üi> V^al!^. Hy^otbclend. veil. 4^, »6 »< ^? 3« N.'vsierr. Landcs'H!i.'.'.»^m'.4V. pß?i U7?n t>rttl!inN.2°^"' d.'tto K.'Vchuldlch. «rl. 2V/'> ^'2^ ^«'^ detcu vlrl. 4-',^ «-25 »7 »^ t.'s:err.»u,!!il,r. Vanl -><' ti>dr. rerl. 4"/. ö. W..... S-/- i>«' detto 4°/» Kl, . , 9«ös bs'ü!> Zvarl. l. öft., SN I. verl. 4 ,. «>» - <" ^ Eisenbahn Priuritütö Obligationen. /ieldmailKH.Nordbahn H^,, 1»«^ - " ' deno Om, 1904 -. -'^ tnni. Äordwestb. HO" ,',. 3. l«i'»« l"2 5i- ^übhahn a 3"l. JännerOuli iuo >kr. ,«r 3«,^ , 2?«!'1 2- Ludbab!! ll '»,,. . . . ,2" 75 121 ?n Diverse d»i» (per 6tü6), z>e«i»>:»ttut Z«ft. »"/„ Bodeutredi'..L<>fc «3«. I«5 <65 ?7» - dctt, Vm. 1!«:'! ."»' ^"l. 5",,. Tonau > Nezulierungs - Lo!e 10« - ,-vssl,, Vl«<«..^n!, y. ,.).i ^,, -^,, .,7 1» 6 V«^l)tn»ltch» L«!t. But'av,.Ä»chlttli ,1'l'mb.ll,! !> I l« bo «1 bl lkreftillm.» IO> ?>, . . «?'- 4^7 ^ Ülaru-Lni,,' 4» r:, «. ?Ä. . 1^3 1i>'< - csen« ^'u!e 4« »l'- ^u!ft^'?,f 4t. M. . . l»»'^' ^'^^' 'Xmen t^reuz, ö». »i!lj. »., 1I> >l. 44 5 4»i ^' ^ule.'l i«'!^, tlli^. <^ci, 0., z tt. Ä»5 .'! 2e« 2l> ^udclf.Loje i<^ fl. . . , "«'- '2 ?alm.«.'>s^ 4,' 'I, .<. V, 282 - ;",'-< I'i^. v.^.'"nl. ü:ü,n..Ol>^. 4>)0 7»l. »er Kaff« ... —'- -- detto p« M. . . . i»ii 2b 1«!» Vb Nien?!' K?Mlli..2ol„ v. ,). 1874 434 - 4P0 . ^n.<.3ch.d. 3'/, Pram..schulde. ». B«!:«nlr,.Anst. ^in. l^st 66 — ?»- - Nltien. «u'Nq.Tepl. Niienb. 5a«, f'.. . ^3>)' - ü4»4 ^Ihm. <)!ocdba!,!i 150 il. . . 8^5 — .iö>< - ,jll!cdt!el,mdkr3isb.b0<) il. D.'i. i?»,> — 2810 - deilc, ^it. !!.> 20a fl. ,cr NU. l<.47 - lc>5,'-Donau . Danpffchlffahrt? > >3<:j.. 1., f. l. priv., öo« fl. Mit. 9?5— z,«.-.-. Lux.Aodruüachel Gisb. 40', H^. l,4«>— ^.>><) - ^rUüiüüis.Nurbl'.lnO'i fl.ftM. «i«, — s.^za . >>e,ell,ckue^,.!>»<)fl.KV!, ^!»- 4,2 - ts'.er:. Äoco:i>tltl'-li2 «00 II. 3. 4»^ - «z-- l^.^ !iil, lV) i<>>, f'.. H. u. U!l. 4«) — «2 - ^aq.Dü^^k'nd. 1>>s».Srllz) 2..Uttien.H«<, 20, sl. -^- . ^^ . Vanlen. kn>i>0'Osttlr. >Zanl, 12» ll , . Ü>i1^'ö «8l ^ö UNütV^'c'N!, <8j?N^', «^ «fa's. - ' - v>tt^ ?>r Mtinw . . . Kl? za 5«!. 5» Hotx!!'^..^»«. öss»rl.,ÄXi lI.Z, lunö - !U,0' ^nt^'Ä^.'Kitdb. «N,, 3<«' II. 5.?«»'- s>3» -M<'Nlla>^:a!l für Handel uüd !!>X!!«lIie, 16» f>,, p,l Nl>!ic 6i7 — 628 - lX'N' ner U!tl«u »iH8 2- 530 Lc> ^«dttüaul allz. unz., 2» ^ und H>:sienoe«lu, Nl«n?r, >.<^ i!....... <4>>'- ,,'uuctt!el«>ibanl. öllerrtichisch«. ^» ic 5",, ^»,^rd<»l'.l, öllerr. i!o<'fl. per »asj,.....------- — - «till pii Ultimo .... 4»>? zz 40s,!.-..Merlui". Wechselst,'Ätri«ll. >^»?2?ck>..v.'. .ion — «l'Z-— öst?rr,«^n<). >Uanl 140N ssrn^.',' ,565 — 1795 — !l!'ionbanl 20? fl...... !>2» — 529 - serlc5?ö!i2n:, allg,. 140 «'., . z«g zo Hg? 50 Unbnsrit'ilntrlnlhnntn^ts. HaiMs,, allq. üsierr., I<1,, fl :12 — ,«4- — ^iiirrKMeilb^rgb.-^i.i!,,)',! ^2) — 7^2- 3!!enbahnw.>Li!hi,,,crstl, io<^»fl. lgz o0 i^.-zo ..Eiliemütil", Vapierf. u. P .'?, i?«-— t8i! — Nettr..'»«!., alIq.üNerr.,2l>ofl. i>«- >is — d?tto internal., 2N3 fi. i»8j-— 53z — ylrtenberzer Patr.>, Mndh. u. Met.'ssabrll 4<»o Kr. . . »«>— 9.4.. UleNngür Vrauerei 10« sl. . , üä«, — 2g„ _ ^lllntaN'Vesellsch., )st>:cr..!ilU!N<: 5»3 - 594 — ,,PoIlli.>Mtt", tieneliiiihNah!« ss..A..O. ^Mural«u»2alq2>Tarlnne?- H> zi«l«1 -iciwu.Tarj. Htewlohl^n lüa fl. .^z»- 5/,6'— .EHIliuImich!", Vav!erf..2a«fi, 2io-- 3^5 — ,,2cl»?!»iica", ?l »>V. >', Vetrol.» .^nb., 5»s< lir..... 4«z — 4 so — ,3ta?re«'>«l!s, 20'» Fc. v?r '—------ dett., 2« Ultimi 40l — 4">d — iZaffens..^., üfteri.. ii, M.. >« Peft, 4oo Kr..... -'- .. - 'Zr. VlllMleMchast 100 - !ö — 7,!i - Devisen. ^tnN.rdllM....... l!!9 50 1!j»^0 ?«utich< V 8n — 'i5arl«........ g', 72' 9b 85 Hilrich »nn >NH)e! , . , >,»>» 45 ^56^ Valnten. Dukaten . ,, ^« il 40 <,i">ranl«n^Zlü.!e . . , l'^ l? l» F, ^0>Marl'Stüse . , , . , ^'47 ^i^ !>2 ^iuts.t,« -lteiHöbintnoten . . «vlaen und Valvt«u. (*) Los-Versicherung. DBairLlc- M33.d. *^TŠ7"ecli.3lorg-escii.&ft Privat- Depots (Safe-Deposit«) I "C=3.t*r • 5.ST• n.• in. T7"«r¦ cii 1-a.«a d.»r Put«!. I VerzfiiBig »on Birililaiea I« Kuti-Iirreat nd auf Bln-Kuti. I