fcdjrtltlntuag: «athhau«g»ss» Skr.» (H,MMtftot* H»»«x »!,»« !«II IlMi »n •«» »- 8tin-• •i) »a ll—l* alt »im. H«d1ch«,dri> snlfB «41 nnlili tootaagt* wcht tnim«««!, »»!>»»»,»»»»» m MBitfl f«fl- uttta. {n» — M «ruHtlilanjn M«UI- Ml »-HI» nlUa Wn <. Cut in ?«» hiHn: W«tcti»»ri« . . ; I-M HaldiSdri, . . . ». I'M •aufdbrla . . .1. « 40 Bill < itli mit AafttBaai in'( Ha,»! «,»»lUch . I . . S. —<66 ■kttdmda ... II. l'M •aaiUtna ! : . S, «■— »#«'• *B«lon» nlrttn Ad t c BO«ä»Q»61Httn um »Ic (lt!CT»»«I«l!cti Itnamritl leiten fctl tut »ddcstillsn«. M. 81. HiM, Donnerstag, IS. Wärz 1902. 27. Jahrgang. Die KandetsKammerwahten. Am Tien»tag fand eine Wählerversammlung statt, über welche wir unten ausführlich berichten. Diese Versammlung war eigentlich höchst über« flüssig, weil schon am Bormittag fast alle Cillier Wähler bicaufgefüllten Stimm* zettel dem deutschnationalen Werbe» ausschusse übergeben hatten und für Herrn Altziebler, den Candidaten der Grazer Christlichsocialen, kaum 20 Stimmen von näheren Freunden und — Windischen (!!!) übrig geblieben waren. E« ist zum erstenmale der traurige Fall eingetreten, das« sich ein deutscher Cillier Bürger mit den nationalen Gegnern verbünde» hat. um einen deutschen Volksgenossen aus politischem Gebiete zu bekämpfen. Die Ablehnung, welche Herr Altziebler in der Versammlung am Dienitag er« fahren hat. möge ihn belehren, dass er mit dieser politischen Moral kein Glück hat. Wenn ihm aber in der Versammlung nicht übel mitgespielt worden ist. so möge er die« auf jenes Mitleid zurückführen, da« einem politisch Abgethanen erwiesen wird, zumal «an vor den slovenischen Knappen Altziebler«, die zur Versammlung aufgeboten worden waren, kein Schauspiel aufführen wollte. Eine politische Justi» ficierung Altziebler« war übrigen« schon de«halb nicht nöthig, weil da« Wahlergebni«, wie erwähnt, schon vormittag« „fixiert" worden war. Z>ie Wählerversammlung. Dien«tag abend« fand im Saale de« Hotel« »zur $oft' eine Versammlung von Gewerbetreiben« den statt, in welcher über die Candidatur sür die Handel«kammerwahlen Beschluss gefasst wurde. Die überaus stark besuchte Versammlung lehnte die Caudidaiur de» von den Clericalen auf-gestellten Herrn Michael Altziebler einmüthig ab und stellt« ebenso einmüthig Herrn Karl M ö r t l al« Candidaten auf. Zum Vorsitzenden wurde Herr Weiß, zu dessen Stellvertreter Herr Aas Held des Ieufets. E« wohnte in Osen'Pesten ein rechtschaffener, jedoch armer junger Mann, Ludwig Schibrik ge-heißen, dem da« Billardspiel ein besondere« Vergnügen machte, aber e« hält» ihm noch ein größere« Vergnügen bereitet, sich satt zu essen, denn er hatte schrecklich gehungert. Nachdem er achtundvierzig Stunden lang un-freiwillig grastet, wurde ihm die Sache zuwider, und er beschloss, einen letzten verhängnisvollen Schritt zu thun: er wollte seine Seele an den Teufel verkaufen. Der Teufel ist ein großer Herr, und so ist auch sein Bureau im großen Stile eingerichtet. Schibrik betrat mit hochklopsendem Herzen, aber fest entschlossen den mit Gold reich verzierten marmornen Hausflur. Ein junger Teufel tanzte ihm mit freundlich lächelnder Miene entgegen: „Womit kann ich dienen?" Der junge Mann stotterte besangen: «Ich wünsche meine Seele zu verkaufen." Das Teufelchen nickte zustimmend. „So? Und Ihre Bedingungen, wenn ich bitten darf?" Schibrik war über die Frage nicht im klaren. .Die Bedingungen? Ich verstehe nicht recht." „Na ja, ich meine, wa» Sie in Tausch sür sie wünschen: Liebe, Ruhm, Rang, Glück im Spiel oder Reichthum?" „Geld, Geld möchte ich mir wünschen,- gab der junge Mann hastig zur Antwort. P a c ch i a s f o und zum Schriftführer Herr Leiter-mayer gewählt. Herr Gemeinderath Otto Küster führte auS, dass in Cilli schon seit längerer Zeit der Wunsch rege wurde, einen tüchtigen Gewerbetreibenden in die Handelskammer zu entsenden. Der AuSschus« deS Deutschen GewerbebundeS in Cilli habe daher den Beschluss gefasst, seinen Obmann, Herrn Karl Mörtl, mit dieser Mission zu betrauen. Herr Mörtl hat sich im Interesse deS Deutschen Gewerbe-bunde« bereit erklärt, die Candidatur anzunehmen. In der Generalversammlung am 26. Jänner l. I. stellte Herr Pacchiaffo den Antrag. Herrn Mörtl zu candidieren, welcher Antrag damal« einstimmig angenommen wurde; die Candidatur wurde dann auch von anderen hervorragenden gewerblichen Korporationen deS Landes, sowie in einer großen Versammlung zu Marburg angenommen. Mörtl sei in allen gewerblichen Fragen sehr gut bewandert und besitze die Fähigkeit, den Gewerbestand in der Kammer so zu vertreten, wie e« gewünscht werden müsse; er sei auch in nationaler und freiheitlicher Beziehung ein verläs«licher Mann. Bei den Wahlen komme da« nationale Moment ebenso in Betracht wie da« wirtschaftliche, weil ja die Kammer ein Reichsrath«- und drei LandtagSmandate zu ver-geben habe. Herr Küster stellt daher den Antrag, Herrn Mörtl al« Candidaien auszustellen. (Leb-hafte Heilruse.) Herr Michael Altziebler behauptet, das« die Candidatur MörtlS zustandegekommen sei, ohne das« die Genossenschaften und der Eteiermärkische Gewerbebund befragt worden wären. Herr Alt« ziebler spricht sich insbesondere dagegen auS, dass so viele Marburger candidiert werden. Wenn da-mals, al« die Handelskammer über den Bahnbau Grobelno-LandeSgrenze berieth, auch fünf Marburger in der Kammer gesessen wären, so wär« die Bahn sicherlich von Pöltschach au» g«baut worden. Herr Der junge Teufel zeigte nach der Treppt. „Erste Etage, recht« l" sagte er. Schibrik machte eine Verbeugung und gieng dann mit etwa« schwankenden Schritten die Treppe hinauf bi« zum ersten Stock. In dem enormen Saale, der feinen Eingang von recht« hatte, war eine große Menge von Menschen versammelt, die aber ihrem Aussehen räch grundverschieden waren. Schibrik hatte bescheiden abgewartet, bis die Reihe an ihn gekommen war, dann trat auch er ein. Hinter dem mit schwarzem Sammet überzogenen Tisch stand ein alter Teufel und betrachtete ihn durch seine Brille. Er war ein wenig überrascht, al« ihm Schibrik sein Anliegen klargelegt hatt«. Dann holt« er eine kleine lederne Geldtasche hervor, da legte er fünf Goldstücke hinein und überreichte sie Schibrik: „Da nehmen Sie!" Der junge Mann stutzte und sah den Teufel verblüfft an. .Da« ist alle«?" fragteer enttäuscht. Der Teufel halte abgewinkt. „Sie haben nicht« zu fürchten. Diese« Geld wird Ihnen nie au«-gehen. Dieses Geld ist e«, wa» Sie an un! bindet und Si« für un« festhält. Wenn Sie einmal ge-stvrben sein werden, so wird sich diese» Geld noch in der Hand Ihrer dahingeschiedenen Seele befinden. Nur an der Pforte der Hölle wird man e» Ihnen abnehmen, bi» dahin können Sie «S nicht lo« werben. Diese« Geld ist unser Contract, der so lange währt, al« da« Geld bei Ihnen au«hält." Den jungen Mann gruselte e« ein wenig, dann aber entris« er mit einem raschen Entschlüsse plötzlich Altziebler meint, er sei noch Mitglied d«r Kammer (correspondierendeS; Anm. d. Schristl.), und schließt mit der Frage, ob «r denn den Gewerbestand nicht ordentlich vertreten habe. Hieraus wollte Herr Weiß, ein Anhänger AltzieblerS, die Versammlung schließen. Die Versammelten bestanden jedoch aus der Fortführung. Herr Kullich fragte, wieso eS möglich war, dass Herr Altziebler von einigen Cillier Genoflen-schoflen empfohlen werden konnte, ohn« dass di« Mitglieder der GenofsenschastSauSschüsse hievon etwas wussten. Herr Altziebler meint, e« sei nicht nothwendig, die AuSschussmitglieder von solchen Gegenständen zu verständigen, weil der Obmann zur Vertretung der Genossenschaft nach außen berechtigt sei. Herr Mörtl erklärt, diese Auslegung sei eine christlichsociale Verdrehung; «m halbweg« taktvoller Obmann hätt« wenigstens den AuSschusS einb«ruf«n. Herr Mörtl erklärt ferner, das« er sich nicht an daS Mandat anklammere und gerne zurücktrete, wenn die Versammelten glauben, dass er nicht der geeignete Mann sei. Herr Han« Prrttner unterstützt die Candidatur MörtlS, insbesondere mit dem Hinweis«, das« H«rr Alt-ziebler sür gewerbeseindliche Anträge gestimmt habe. Herr Altziebler empfahl hierauf die christlich« sociale List«. Herr Franz Pacchiaffo sagte, e« sei ganz unbegreiflich, das« Herr Altziebler seine Candidatur noch immer aufrecht halte, da er doch sehe, das« hier schon ein anderer aufgestellt worden ist und er bei dieser Ausstellung ja selbst anwesend war. Herr Altziebler könne sich nur vom Ehrgeize oder von irgend einem Vortheil leiten lassen, oder er wolle sich zu seinen Mitbürgern in Gegensatz stellen. Herr Berna protestiert gegen die clericale Liste und insbesondere gegen die Candidatur des Herrn Jurc'ii. welcher nicht nur ein Christlichsocialer sei, sondern mit seiner Gegnerschaft gegen den Rohstoff« die Geldtasche der Hand de« Teufel« und stürzte davon. Und lies — geradeweg» in ein Wirt»hau«. Schibrik hatte alsbald herau», dass der Teufel wirklich kavaliermäßig zahlt. Die kleine schwarz« Geldtasche halte sich al« unerschöpflich erwiesen. Er konnt« au«geben, so viel er wollte, die fünf Goldstücke blieben immer in der Tasche, funkelnagel-neue, frisch geprägte, glänzende Goldmünzen. Au« dem armen Jungen war jetzt natürlicher-weise ein reicher Junge geworden. Anfang« ihat er nicht« weiter als essen und Btllard spielen. Mit der Zeit jedoch hatte er sich eine große Zahl der vornehmen Passionen angewöhnt. Er hatt« sich in dem neuen Leben ein« geraume Zeit hindurch ganz vorzüglich wohl gtfühlt. Aber ein«» TageS üb«rkam ihn da« Gefühl der U«b«r-sättigung. Der Wohlstand, der Prunk, insbesondere aber seine Freunde fingen an, ihn zu langweilen. Dann war auch seinem Magen daS viele Zechen nicht gut bekommen, und der Schlas fing an, ihn ganz und gar zu meiden. Die Nächte schienen ihm endlo«. Und diese endlo« langen Nächte waren voll der schrecklichsten Gesichter. Wie ein böser Schwärm sielen die schwarzen Gedanken über ihn her. und fein ganzer Körper war von Schweiß be-deckt. Er musste «wig an die fürchterlichen Qualen denk«», die sein»? armen verkauften Seele harrten. Unter Zittern und Beben sehnte er sich in sein ehemaliges Elend zurück, wo ihn der Hungertod I bedroht. E» blieb jedoch alle« vergeblich, er mochte Seite 2 .Dzvtfch, W«cht Nummer 21 Verein alle kleinen Grazer Schuhmacher nieder« drücken wollte. Der Antrag Küster, Herrn Mörtl zu can« didieren, wurde nun fast einstimmig angenommen; bei der Gegenprobe erhob stch nur Herr All» ziebler, während einer seiner früheren Anhänger — solche waren ziemlich zahlreich vertreten — sich mitten im Saale auf den Boden fehle, um nicht in den Verdacht zu kommen, das» er durch Stehen» bleiben stch für Herrn Altziebler ausgesprochen habe. Ebenso wurde die fortschrittliche Liste einstimmig angenommen. Schließlich sprach Herr Mörtl dem Vorsitzenden, Herrn Weiß, sür die musterhafte Leitung der Ver» fammlung den Dank aus. Z>ie Kandidaten. Gewerbefection: Für den Wahlkörper b (mindesten« 120 L Erwerb-steuer): Leopold Bude, k. u. k. Hofphotograph in Graz, bisher HandelSkammerralh. Fried. F. Hanschmann, FabrikSbesitzer in Graz. Ioh. Janolta, Buch« druckereibesitzer, Viceprästdent de» Eteiermärkifchen GewerbeoereineS, bisher HandelSkammerralh und provisorischer Präsident der Kammer in Graz. Anton Jrschick. k. u. k. Hoftischler in Graz. Franz MoSdorfer, Gewirke, ReichSrathS« und L ndtagS» abgeordneter in Weiz, bisher Handelskammerrath. Ernst Wendl, Bäckermeister in Graz. bisher Handels« kammerrath. Für den Wahlkörper e, (mindesten« 40 X Er« werbsteuer): Anton Kreb«, Tapezierer und Genossenschafi«-Vor« stand in Graz; Aemilian Kummer, Fleifchfelcher in Graz; Josef Ornig, Bäckermeister, Landtag«« Abge»rdneter und Bürgermeister in Pettau, bisher Handel«kammerrath; Josef Sindhuber, Gastwirt und GenossenschaflSoorstand in Graz, bisher HandelSkammerralh; Paul Sommer, Schloffermeister und JnnungS-Vorstand in Graz; Johann Wagula, Spiritus-, Rum-, Liqueur- und Essig» Erzeuger und GenoffenfchastSvorstand in Graz, bisher HandelSkammerralh. Für deu Wahlkörper 6 (6—40 K Erwerbsteuer): Eduard Albrecht, Spirituosen-Trzeuger, Obmann de« Marburger GewerbeoereineS in Marburg. Matth. Kuck, Schuhmacher und Genossenschaft«« Vorstand in Graz. Karl Mörtl, Zuckerbäcker und Obmann de« Deutschen Gewerbebunde« in Cilli. I. F. Peyer, Steinmetzmeister in Marburg. Peter Url, Kleidermacher in Graz. Mich. Weiß, Leim« erzeuge? in St. Ruprecht a. d. Raab. Konrad e« anstellen wie er wollte, der Inhalt de« kleinen Geldbeutel« wollte sich nicht verringern. Endlich beschloss er, noch einen letzten Versuch zu machen. Er gieng in die Kirche. Mit Furcht hatte er sich lzlnemsieschlichen und drückte stch ganz im Hintergrunde zwischen den Betilern in eine Ecke, jedoch beim Herausgehen schüttelte er den ganzen Inhalt de« verhängnisvollen Geldbeutels in den Almosenkasten der Kirche. Aber als ob das Kästchen gar keinen Boden gehabt hätte, fielen sämmtliche Goldstücke zur Erde. Wunderbarerweise war dieser Vorfall von niemandem bemerkt worden, nur Schibrik hatte ihn gesehen, und die Augen traten ihm vor Todes-schreck fast au« den Höhlen. Am ganzen Leibe zitternd, verließ er nun da« Gotte«hauS. Auf der Straße angelangt, griff er hastig nach der Geldtasche, und — von den Goldstücken fehlte kein einziges. »Es gibt keine Rettung!" murmelte er mit erblassten Lippen vor sich hin. Und wie um feine Verzweiflung noch zu steigern, wiederholte er: „Es gibt keine Rettung!" Fast halb wahnsinnig hatte er sich den ganzen Tag hindurch auf den Straßen herumgetrieben, und al« die Dämmerung angebrochen war. da hatte auch der letzte Entschlus« in seiner Seele Wurzel gefas«t: „Da» Leben, wie ich e« lebe, ist kein Leben mehr. Dann ist e« besser, das« sich mein Schicksal erfülle. Ich will sterben." Er betrat die Margareteninsel. um sich in die Donau zu stürzen. Er war schon an da« Brücken- Wratintschitsch, Spenglermeister und Genossenschaft«« Vorstand in Graz, bi«her HandelSkammerralh. Jakob Zollenstein, Schuhmachermeister in Mar« bürg, bi«her HandelSkammerralh. HandelSsection: Wahlkörper d. Adolf Jäger, gew. Kammerrath. Graz. Josef Liebl, gew. Kammerrath, Graz. Andreas Platzer, Vor« stand deS HandelSgremiumS, Marburg. Wahlkörper c. Karl Bramberger, Kaufmann. Graz. I. B. Möschl, gew. Kammmerrath, Graz. Adolf Selinfchegg, Kaufmann, Pettau. Wahlkörper ä. Julius Felle, Kaufmann. Graz. Josef Kaiser, Kaufmann, Grafendorf. AloiS Mayr, Kaufmann, Marburg. Johann Rauscher, Kaufmann. Graz. Moriz Schmidt, Vorstand der Handelsgenossenschaft Umgebung Graz, gew. Kammerrath. Gratwein. Zur inneren Lage. „Die nationale Undcsanqcnheit und politische Unparteilichkeit gilt nicht nur sür die Minister, sondern auch herab bis zum letzten Pratlitanten " Dr. ». Körtrr in fcrr «itz»nj W Mm ». 190t. Von wem diese« Citat ist, hätten wir wohl nicht zu sagen brauchen, denn jede« Kind weiß heut« bereit«, das« so nur der derzeitig« öst«rreichische Ministerpräsident Dr. v. Körber sprechen kann. E« ist sein ureigenste« Fleisch und Blut, wa« sich au« diesem Citat zu erkennen gibt. So hat sich Dr. v. Köiber vor zwei Jahren al« Regierungschef ein» geführt und in diesem Tone hat er bis heute immer gesprochen. Wer einmal eine Körber'sch» Rede ge» lesen hat, findet also sofort aus obigen vier Zeilen den Autor heraus. Da« Charakteristische an den Reden de« Herrn v. Körber ist da«, das« sie niemandem und in gar keiner Richtung Anlas« zu kritischem Widerspruch geben. Aufforderungen wie diese: »Führen wir die nationale Frage mit männlicher Ruhe auf ihren sachlichen Kern zurück' haben wirklich nicht« an sich, wa« Aergerni« erregen könnte. DaS sind Melodien, die jedermann mitpfeifen kann, Die jeder Patriot und auch Nichtpatriot ganz gut anhören kann, ohne in Aufregung zu gerathen. Herr v. Körber spricht viel, aber waS er in Zukunft thun wird oder zu thu» beabsichtig», weiß niemand. Herr v. Körber kann thun was er will, er mag al« constitulioneller oder absolutistischer Minister, mit dem Zeitgeist oder gegen denselben, centralistifch oder fSrderalistifch regieren — man geländer getreten, al« er plötzlich in feiner unmittel» baren Nähe eine Frauengestalt erblickte, die sich über da« Geländer beugte, mit der sichtbaren Ab« ficht, sich in da« Wasser zu stürzen. Unserem Schibrik war nur noch gerade soviel Zeit übrig ge« blieben, um sie am Arme zurückzureißen. Die Selbstmordcandidatin hatte sich umgedreht. E« war «in schöne«, junge« Mädchen; au« dem reizenden blassen Gesichtchen funkelten zwei wunder« voll« schwarze Augen wie zwei glänzende Sterne förmlich herau«. „Wa« beabsichtigen Sie, Unglückselige?" fragte sie Schibrik mit vor Röhrung zitternder Stimme „Wollten Sie sich denn tödten?" Da« junge Mädchen war noch blasser ge« worden, sie bebte am ganzen Körper, die Kehle schien ihr wie zugeschnürt, sie konnt« einige Augenblicke keinen Laut hervorbringen, dann abrr sagte sie in entschlossenem dumpf-n Tone: „Ja, ich wollte mir das Leben nehmen." Schibrik betrachtete das schöne unglückliche Kind mit tiefer Rührung. „So jung und so schön; warum denn?" „Weil mein Leben kein Leben mehr ist. Lauter Elend! Ich bin jung, und wie Sie sagen, auch schön; aber wa» habe ich von dem allen? Ich will lieber sterben, al» das» ich mein ganze», viel« leicht langes Leben in solchem Elend zubringe." In SchibrikS Seele war ein neuer Entschlus» wach geworden. »Für die Hölle bleibt mir noch immerhin Zeit genug übrig," dachte er bei sich, wird ihm nie vorwerfen können, das» er seinen Programm untreu geworden sei. Seine Reden rat-halten alle» mögliche, besonder» viel von Cultur und Volk»wirlschaft und allerhand kleine Nebe» sachen, aber von den großen politischen Principin» fragen, die ia Oesterreich der Erledigung harr« und ohne deren Beseitigung e» in Oesterreich keine dauernde Ruhe geben kann, ist darin außer einign Allgemeinheiten nicht» zu finden. Von der Ach Hebung de» § 14 de» Staat»grundgesetze» und v«» einer unantastbaren Verfassung ist nicht» ia fein» Reden enthalten. Da» Parlament arbeitet jetzt mit Volldampf an der Berathung de» Staat»hau»halte» und ge* braucht somit sein erste» und vorzüglichste» »Recht'. Wir müssen da» Wort »Recht" mit Gänsefüßcha schreiben, denn e» ist sehr fraglich, ob die öfter-reichischen Volk»oertreter diese» »Recht" wohl j» Recht, d. h. unbestreitbar besitzen. Herr v. Körb« hat diese» »Recht' noch nie unzweideutig anerkan«, ja im Gegentheil, er hat erst kürzlich gesagt, das« e» zum Fortbestände Oesterreich» gar nicht noth-wendig sei, das» der Reich»rath unbedingt bat Budget bewillige. Das» Dr. v. Körber mit diese« Au»spruche Recht hatte, haben un» in den letzte» Jahren ja verschiedene Ministerien gründlich de-wiesen. Ohne Parlament kann nur keine dauernde Belastung de» Staatsschätze» stattfinden, aber das« nicht ohne da»selbe die verschiedensten neuen Steuer, recht, und gesetzmäßig eingeführt werden könn», davon steht nirgend» etwa» geschrieben. Und wen» e» selbst geschrieben stünde, ist«» noch immer möglich, das» «in solcher Punkt nicht für ewige Zeit» gehalten zu werden braucht, denn wir haben keine vom Kaiser befchworene Versassung, wie z. B. ii Ungarn, wo der König bei der Krönung die Hoch-Haltung der Verfassung mit einem feierlichen Schwur verspricht. Unsere Verfassung vom 21. Juni 1867 ist ein Oktroi und erst die vorjährige Thronrede sagte e» wieder unumwunden herau», das» wir nm eine vom Kaiser au» freien Stücken gegebene Con« stitution »besitzen'. Unser ganze» politische» Leben ist derart, das« wir keine Gewähr für Recht und Gesetz besitze», de»halb können sich auch wohl nur politisch Uit-reife an den jetzt anscheinend geregelten Arbeit» deS ReichSratheS freuen. Ernster Denkende könne» diese Freude nicht theilen, solange sie wissen, das« e» jeden Tag möglich ist, ohne Reich»rath zu re> gieren, ja sogar die ganze Verfassung zu änderst, worüber Herr v. Körber erst neulich ganz rück« haltlo» gesprochen hat. Au» diefem Grunde kann von dauernd ge- sund bevor ich zur Hölle fahre, will ich noch diese« arme, schöne Geschöpf vor dem Untergange rett» und glücklich machen." „Sie haben recht, mein Fräulein," wand« er sich zu dem Mädchen, »aber darum brauch» Sie noch nicht zu sterben. Ich will Sie von de« Elend erlösen. Kommen Sie mit mir, und werd» Sie meine Frau. Sie sind da» schönste Weib, da« ich in meinem Leben gesehen, und ich will, das« Ihnen kein einziger Wunsch, ja selbst keine einzig« Laune Ihrer Eiltlkeit unersüllt bleib«. Antworte» Sie mir, — wollen Sie?' Da» junge Mädchen war so überrascht, das« e» keinen Ton erwidern konnte. Ohne ein Wort zu sprechen, mit etwa» betäubtem Kopfe war sie dem jungen Manne willenlo» gefolgt. E» war spät in die Nacht, die Straßen warm fast leer, sie giengen gerade durch die Baczergaffe. al» da» Mädchrn plötzlich vor «inem geschlossene» Magazin stehen blieb. Sie sagte in leistm Tone: »In diesem Schaufenster habe ich heute nachmittag« ein prachtvolle» blaue» Cape gesehen. C» w« ganz lang, bi» über die Knie; ganz nach der neuesten Mode, mit einem hohen, goldgestickte» Sammetkragen.' Der jung« Mann sah feine Gefährtin etwa« überrascht an, dann ab«r sagte er lächelnd: »Se sollen e« haben und noch ein Dutzend andere dazu!' Ihre Trauung wurde mil der größten Schnellig-feit vollzogen. Ebenso schnell wurde auch dn Palast Schibrik« renoviert. Die alten, bereit« vor Nummer 21 ..Mrtttsch- Wach," Seite 3 regelten Verhältnissen in Oesterreich noch lange keine Rede sein. Erst wenn die Grundmauern eine« Hause« feststehen, kann «an an einen ordentlichen, haltbaren Ausbau denken, alle« andere ist nur Flick» arbeit, de«halb soll e« die erste und heiligste Pflicht unserer Abgeordneten sein, hierin einmal Ordnung zu schaffen. Ein Abgeordnetenhau«, da« von der Gnade der Regierung abhängt, kann niemals eine richtige Volksvertretung sein. Ein Abgeordneten« hau« mus« auch da« Recht haben, das« von ihm beschaffene Gesetz« sofort zur kaiserlichen Genehmi« gung vorgelegt werden (nicht wie e« z. V. beim Mauthengesetz der Fall ist) ohne das« die Vor. legung derselben noch an weitere Bedingungen ge« knüpft werden. Für die Regierung ist der jetzige Zustand allerding« ein idealer. Da« Parlament bewilligt die Steuern, hebt den Credit de« Staate« und nimmt der Regierung die ganze Verantwortung dafür ab. Einen ernsten Widerspruch braucht die Regierung nicht zu befürchten, da bei den geschil-derten Verhältnissen eine einzige Rede de« Minister» Präsidenten eine ähnliche Wirkung zu erzielen ver-mag wie die Ruthe in der Kinderstube. Das« e« aber immer so weiter geh.'n wird, ist nicht denkbar, darum bei Zeilen vorgesehen, ehe e« zu spät ist und die Folgen diese« Fortwursteln« unabsehbare geworden sind. Der Putsch in Serbien. Serbien ist und bleibt da« Land der Ueber» raschungen. Seit der Zeit, wo der Fürst Michael, der Vorgänger Milan«, aus Veranstaltung de« rivalisierenden Hause« Karageorgiewitsch ermordet wurde und der Operettenkönig Milan zur Herr» fchast gelangte, ist Serbien nicht mehr zur Ruht gekommen. Die Regierung«geschichte Milan«, der am 6. März 1889 fein Königthum für bare« Geld verkaufte und zugunsten Alexander« de« Kleinen abdankte, war eine vollendete Tragikomödie der Irrungen und Wirrungen. Die Regierung«, geschichte Alexander« de« Kleinen, der mit zwölf» «inhalb Jahren König wurde, mit sechzehneinhalb Jahren di« Regentschaft stürzte und sich für groß» jährig erklärte, mit 24 Jahren die 13 Jahre ältere Frau Dcaga Maschin heiratete und mit 25 Jahren — beinahe Vater wurde, unterscheidet sich in Be« zug auf die Tragicomödienhastigkeit in nicht« von der feine« Vater«. Alexander von Serbien, der am 14. August 1376 geboren, also 25 Jahre alt ist. ist politisch .Alexander der Kleine" geblieben. Die Ansätze von Energie, die er anfänglich gezeigt hat, haben sich bald verflüchtigt. Durch die unselige Heirat mit der Frau Draga Maschin, die er nach seiner eigenen Erklärung zur Frau nahm, weil er stch dazu moralisch verpflichtet fühlte, da er »bereit« für einen Thronfolger gesorgt' hab«, hat den schwachen Rest vom Popularität, den die Dynastie der einem Viierteljahr gelausten Möbel mus«ten durch neue erfeetzt werden. Alle« geschah unter der An» leitung tder schönen, jungen Frau, und e« war wahrhafttig bewundern«wert, zu sehen, welch vor» nehmen «Geschmack sie bei allem entwickelte. Der Geschmacck sür da« Theuerste und Zierlichste schien ihr angetboren zu sein. Am allergeschicktesten aber hatte sie sich doch bei der Au«wahl ihrer Toiletten gezeigt. Da« blaue Cape wurde natürlich zu aller» erst gekarust; aber um nicht bald in Verlegenheit zu kommen, nah« sie gleich noch vier rothe, sech« weiße, d?rei grüne und zwei schwarze Cape« dazu. Die: junge Frau war unaussprechlich glücklich, und nur da« eine war fatal, das« sich die Aermsten den ganzen Tag hindurch, vom frühesten Morgen an bi« zzum späten Abend, mit dem Einkaufen der »allernötkhigsten Sachen" abquälen mussten. Die Schneidern«, die Confectioneuse, der Inhaber de« Modesaloon«, der Teppichhändler, der Kürschner und noch hunndert andere Leute, deren eine schöne Frau bedarf, uum die allernöthigsten Einkäufe besorgen zu können, gaben ihr unendlich viel zu schaffen. Schibrik hatte ihr bei der ganzen Sache nur ge-helfen, »und doch war er schon vor Erregung fast zusammenngebrochen. Aber dem jungen Weibchen merkt« mnan trotz allem nicht die geringste Spur von Mündigkeit an. Sie! waren bereit« sech« Monate hindurch in den verschiedenen Magazinen umhergelaufen, aber wie sich t die junge Frau auch abgemüht, so waren sie doch nicht einmal mit der Hälfte der aller» . nöthigsten a Einkäufe fertig geworden. Obrenowitsch in Serbien genos«, vernichtet. Die einzige Hoffnung aus die Erhaltung dieser Dynastie beruht für den König Alexander in dem Eintreffen de« sehnlich erwarteten Thronerben. Aber der bis» herige Streik der Störche in Serbien läf«t diese letzte Hoffnung aus die Erhaltung der Dynastie der Obrenowitsch immer mehr schwinden. E« ist kein Wunder, das« angesicht« der dahin« geschwundenen Popularität der Obrenowitsch und de« Ausbleiben« eine« Thronerben« die Hoffnungen de« Kronprätendenten Fürsten Peter Karageorgiewitsch im Wachsen begriffen sind. Der Kronprätendent, der mit einer schwer reichen russischen Fürstin ver« heiratet ist. und sich in Ruf«land guter Beziehungen erfreut, hat auf da« Erbe der Obrenowitsch nie» mal« Verzicht geleistet. An Wühlereien in Serbien hat er e« nie fehlen lassen, und er hat stet« mit den Radikalen, die Radikalen aber auch mit ihm, geliebäugelt. Doch schien er bi«her seine Zeit noch nicht für gekommen zu halten, und von größeren Dummheiten, von Putschen, die keine Au«sicht ver« sprachen, hat ec sich seit der Hochverrath«affaire von 1399 ferngehalten. In jenem Hochverrath«procefS ist festgestellt worden, das« der Verwandte und Anhänger de« Fürsten Karageorgiewitsch, Rade Alawaniitsch, mit Knezewitsch, der da« Attentat aus Milan begieng, in engen Beziehungen stand, und er wurde damals zu zwanzigjährigem Kerker verurtheilt, nach dem Sturze Milan« aber begnadigt. Dieser Rade Ala« wantitsch ist derselbe, der di» mis«lungene Ueber« rumpelung von Schabatz versucht hat, die säst wie ein Theatercoup aussah und dem Attentäter da« Leben kostete, während seine Spießgesellen gefangen genommen wurden. So thöricht und operettenhaft dieser Putsch anmuthet, so ist e« doch außer Zweifel, das« Fürst Karageorgiewitsch hinter der Sache steckt, ebenso wie 1899 seine Betheiligung festgestellt worden ist. Nach Privatnachrichten soll auch Rabe Alawaniitsch sterbend bekannt gegeben haben, das« er im Auf-trage de« Fürsten Peter Karageorgewitsch gehandelt habe. Selbstverständlich wird der Kronprätendent die«, nachdem der so dumm eingeleitete Putsch mis«lungen ist, bestreiten. Sehr wahrscheinlich ist e« auch, das« Alawaniitsch ebenso wie seiner Zeit da« Werkzeug de« Cecil Rhode«, Dr. Zameson, in blindem Eifer zu früh lo«geschlagen hat, denn zum Schlus« konnte sich Fürst Peter nicht einreden, das« er mit vier Mann Serbien erobern könne! Jedenfalls ist der vereitelte Putsch ein Zeicheu, das« Fürst Karageorgiewitsch wieder an der Arbeit ist. Er weiß, dass die KönigStreue den Serben nicht allzu tief im Blute sitzt, und das« Alexander« Königsthron sehr wackelig geworden ist. Was heute misSglückt ist, kann bet g«l«g«n«r Zeit und bei besserer Znscenesetzung doch früher und später einmal gelingen. Jedenfall« spricht die Wahrfchein« lichkeit gegen eine lange Dauer de« Regime« Alexander« de« Kleinen. Eine Fürstengruft hat man in Belgrad noch nicht gebaut, und bither wurde noch jeder Herrscher srüher oder später au« dem Lande vertrieben, wenn er nicht, wie Fürst Michael, ermordet wurde, oder, wie Fürst Milan, sein Königthum in Baar umsetzte. Schibrik kam gerade au« einem Pelzwaren« geschäst mit seiner Sattin, wo sich diese soeben einen Pelz von blauem Bär bestellt hatte. E« sieng schon zu dämmern an. Mit raschen, leichten Schritten gieng di» junge Frau vorwärt«. „Wir müssen un« beeilen," sagte sie, »der Juwelier ließ mir berichten, das« er drei wunder« bare Perlen besitzt, um die eine Fürstin handelt; wenn ich sit mir nicht noch heute hole, so wird man sie mir vor der Nase weglaufen." „Geh' nur hinein, mein Kind, und hole sie dir," sagte der zum Tode erschöpfte Schibrik. „Ich will hier draußen vor dem Laden auf dich warten." Die junge Frau gieng in den Laden, und wie Schibrik. an die Ecke de« Schaufenster« gelehnt, dastand, fühlte er plötzlich »ine leichte Berührung in der Nähe seiner Rocktasche. Er hatte sich rasch umgewendet und tonnte nur noch erkennen, wie eine schwarze Gestalt in seiner unmittelbaren Nähe mit Blitze«schnelle in die Erde sank. Ihr Gesicht konnte er zwar kaum eine Secunde lang sehen, aber er erkannte trotzdem den altm Teusel, der ihm einst die verhängni«vvlle Geldtasche gegeben, sofort wieder. Hastig griff er nach seiner Tasche, und er empfand ein Gefühl der Glückseligkeit, denn da« unerschöpfbare Geld war verschwunden. Der Teufel hatte den Geldbeutel stch zurückgestohlen. Die Hölle war von dem Geschäst« zurückg«tr«ttn, obgleich — wie ich schon bereit« bemerkt — die junge Frau noch kaum mit der Hälfte der allernothwendigsten Einkäufe fertig geworden war. »B. Ztg." Z>ie Zuckerkrise. Ein lehrreich«« Capitel «oderner Wirtschaftspolitik. Die Erfindung der Zuckererzeugung au« der Rübe ist eine That de« Chemiker« K. Achard vom Jahre 1801. Der eigentliche Antrieb zu dieser Erfindung ist in der berüchtigten Continentalsperre Napoleon« I. zu suchen, welche die financielle Aushungerung England« beabsichtig»?. Durch diese Sperre aus englische Waren (darunter Rohrzucker) sollte einer« seilS England geschädigt, anderseits die kontinentale Jndustrir gestärkt werden. Die Folgen dieser Sperre waren anfänglich sehr schädigende. Man war eben damal« in fast allen industriellen Dingen von Eng« land abhängig. Der Zucker war in jener Zeit fast «in Luxu«artikel, und man behalf sich vielfach mit Surrogaten, wie Eyrup und Honig. Allmählich aber wendete sich da« Blättchen. Die stetige Ver-besserung der Production zog eine stetige Ver« billigung de« Rübenzucker« nach sich, die nicht nur den Colonialzucker am Continente verdrängte, sondern allmählich auch vom englischen Markte, ja sogar au« den Colonialländern selbst. E« trat die volkswirtschaftliche Seltsamkeit ein, dass der einge» führte, aus der Rübe gewonnene Zucker mit dem von der Natur un« bescherten Rohrzucker in seinem eigenen Standorte in ersolgreichen Wettbewerb trat. Wie war die« möglich? Die geldlichen Erfolge verlockten die Erzeuger, ihre Production ständig zu vergrößern. Der Mehr» bedarf an Rübe wurde leicht gedeckt, da die Bauern im Zuckerrrübenbau eine reiche GeldeinnahmSquelle fanden, die ihnen besonder« in jener Zeit, al« die Landwirtschaft zu ausschließlicher GelderwerbSquelle zu werden begann, sehr erwünscht kam. Es wurde nun daraus los erzeugt, mehr als da» Inland be-durste. Natürlich verschärfte sich der Wettbewerb von Jahr zu Jahr, da ein Staat nach dem anderen als Concurrent auftrat. Wie bei jedem ungesunden Export, trat auch hier die Verkehrtheit ein. dass der Zucker nach England, dem Haupimarkte, so billig geliefert wurde, dass es kaum mehr die Kosten gedeckt hätte, — und all das nur. um mit den anderen Staaten zu coricurieren. Um sich nun schadlos zu halten, um doch auch zu verdienen, wurde einerseits der JnlandpreiS hinaufgeschraubt, so dass wir z. B. den Zucker theuer bezahlen müffen, während Eng» land damit feine — Schweine füttert, der Rüben-preis von Jahr zu Jahr «ehr herabgedrückt, die Bauern durch die ihnen aufgezwungene Lieferung an bestimmte Fabriken (Rayonierung) in Ab» hängigkeit gebracht, durch die Errichtung eine« Cartell« und durch einen hohen Zollschutz gegen fremden Zucker der Inlandspreis hochgehalten, andererseits aber der Staat veranlasst zur Auf» rechterhaltung de« eigentlich verlustreichen oder wenigsten« wenig erträglichen Exporte« und zwar durch Gewährung von Prämien, ansang« Zucker« au«beu»ung«prämien, derzeit durch Exportprämien, d. h. durch Rückvergütung der Verbrauchssteuer und durch Frachtnachlässe. Dies« Exportprämirn be» trugen bei uns jährlich 18 Millionen Kronen. Durch all diese Einrichtungen kam e«, dass die Exportproduktion in« Maßlose wuch«, das« der Rübenbau riesige Flächen dem Brotgetreidebau ent» zog. und das« Zuckerindustrie und damit ein großer Theil der Landwirtschaft dem englischen Wohlwollen au«geliefert sind. Insbesondere kommen drei Staaten als Concurrenten in Betracht: Deutschland, Frank» reich und Oesterreich. ES war oder eigentlich ist nur eine Frage der Zeit und der Technik, das« über kurz oder lang die Rohrzuckererzeugung in der Lage sein wird, massenhaften und billigen Zucker auf den Markt zu werfen. England ist durch den Burenkrieg zu großem Entgegenkommen gegen feine Rohrzucker bauenden Colonien genöthigt, und hierin ist wohl der Grund zu suchen, warum England plötzlich folgende For» derung stellt: Herabsetzung de« Zuckerzollt« in allen Staaten. Auflösung der Cartelle, Aufhebung der Ausfuhrprämien. Nach kurzer Verhandlung mufiten alle Staaten zu Kreuze kriechen: denn all da«, wa« al« „Erfolg" angeführt wird, ist eitel Rederei. Thatfache ist. daf« sich alle Staaten den Forderungen England« bequemen mufSteu, um nicht durch hohe Elrafzölle gänzlich vom englischen Markte verdrängt zu werden. Englands Streben ist, seiner colonialen Rohr« zuckerprobuction den englischen und wenn möglich auch den kontinentalen Markt zu öffnen, durch die herabgesetzten Einfuhrszölle der rübenzuckererzeugen« den Staaten einen dereinstigen Wettbewerb de« Rohrzucker« zu ermöglichen und durch Abschaffung der Exportprämien die Production de« Rübenzucker« zu vertheuern. Die Folgen werden für un« traurige sein. Der Zucker dürste wohl billiger werden, da- Seite 4 Deutsche Pacht Nummer 21 durch der Jnlandverbrauch gehoben, der Staat steckt die 18 Millionen ein, — durch die plötzliche, ohne allmählichen Uebergang vor sich gehende Ver-änderung aller Erzeugungsverhältnisse aber werden die kleinen Fabriken bi» zur Vernichtung getroffen und leider auch die Rübenbauern auf« schwerste ge-schädig». Ungesund war die Zuckerexportindustrie, ungesund die Exportprämien und das Cartell, — aber eine jahrzehntealte Einführung kann man nicht im Laufe eine» Jahre» aufheben. Da» gleicht einer Revolution in unseren industriellen und agrarischen Verhältnissen. Aendern läs»t sich leider nur mehr wenig, eine Ablehnung de» Brüsseler Vertragsentwürfe» durch da» Parlament klingt wegen der eventuellen Folgen und der Uneinigkeit der Staaten untereinander wenig wahrscheinlich. Lehrreich aber ist diese Krise. Sie zeigt mit erschreckender Deutlichkeit, welche furchtbaren Folgen die Züchtung aller ungesunden Expoltindustrie nach sich zieht, wie bitter sich die Vernachlässigung de» inneren Markte» rächt. Den geschädigten Agrariern, die zu ihrem Schaden kommen wie Pontiu» in» Credo, liefert die Zuckerkrise eine neue Waffe gegen die Exportindustriellen im Handel»vertrag»kampfe. Aotitifche Wundschau. Z>ie Einberufung der Delegationen. Au» Ofen-Pest wird gemeldet, das» die Einberufung der Delegationen für die zweite Hälfte de» Monat» Mai in Au»sicht genommen ist. deutscher Landsmannminiller. Abg. Schönerer und Genossen richteten an da» Gefammt-Ministerium »ine Interpellation wegen de» Wir» kung»kreise» der slavischen Land»mannminister, deren Einflus» ein sehr bedeutender fei. E» sei di« höchst« Zeit, mind«st«n» durch Ernennung «in«» Minister», dessen Aufgab« in der G«lt«ndmachung der Jnter-essen und der Rechte de» deutschen Volk»stamme» in Oesterreich zu b«ft«h«n hätte, »in Gegengewicht zu schaffen. E» werden am Schluss« der Jnter» pellation folgend« Fragen gestellt: 1. Wer vertritt derzeit die Rechte und Interessen der deutschen Bevölkerung im Ministerrath? L. Wie vermag die R«gi«rung zu rechtfertigen, das» b«i der Anstellung im Staat»dienste die Bewerber, welche der deutschen Nationalität angehören, fast regelmäßig zugunsten der slavischen Bewtrber zurückgesetzt werden? 3. Ist der Ministerpräsident geneigt, die Ernennung eine» Land»mannminister» aus nichtparlamentarischen Krrisen an a. h. Stell« in Vorschlag zu bring«» und sich dafür «inzufetztn? 4. Ist di« Regierung geneigt, endlich Vorbereitung»» zur Durchführung bet Sonderstellung Galizien» zu trrffkn? Verlängerung des Audgetprovtsoriums. Da da» gegenwärtige Budgeiproviforium nur bis Ende März reich«, wird die Regierung eine Vor» lag» über eine zweimonatlich« Verlängerung d«»-selben noch vor dem 15. d. M. einbringen. Mithin würde dann da» verlängerte Provisorium bi» Ende Mai reichen. PU Hrnteurlaube. Wie von militärisch«! E«it« mitgetheilt wird, sind jetzt von den maß-gebenden Factoren di« Arb«iten und Zusammen» sttllungen über die beidrn versuchsweise eingeführt«« Erntturlauben der Infanterie gemacht«» Erfahrungen zum Abschlüsse gelangt. Hohe Militär» haben sich dahin «»»gesprochen, das» die Hoffnungen, welche ganz besonder» die Landwirtschaft an den Ernte« urlaub knüpft, sich nur zum ganz geringen Theile, oder überhaupt nicht erfüllt haben. In vi»l»n Fäll»» ist der Landwirt durch die Urlauber eher behindert al» gefördert. E» dürfte mithin der Ernt»« urlaub nur »in Versuch bleiben. er Statthalterwechsel in Z>almatieu ist nun vollzogen. Der bisherige Statthalter Feldztug-Mtister David v. Rhonfeld tritt in den Ruhestand und ist durch die Verltihung des FrtiherrnstandtS ausgezeichnet worden und an feine Stelle tritt der bisherige Ministerialrath im Ministerium de» Innern EcaSmuS Freiherr v. Handel. DaS Br-merkenswerte an diesen, Statthalterwechftl liegt darin, das» seit 1869 zum erstenmale wieder ein Civilbeamter an die Spitze der politischen Ver« Wallung von Dalmatien tritt. Da» Militär-commando von Dalmatien übernimmt Feldmarschall-Leutnant Karl Horfetzky von Hornthal, der zuletzt die 36. Division in Agram commandiert bat. Serbische Agitatoren in Hcflerreich Zlngarn. Wie au» Agram berichtet wird, beschäftigt sich die österreichisch.ungarische Regierung mit dem Plan,, die auf österreichisch-ungarischem Boden wohnenden serbischen Emigranten, welche von dort au» eine lebhafte Agitation gegen da» serbische KönigShau« betreiben, auszuweisen. Angesicht» der immer weitere Kreise ziehend«» Umtrieb« ditser vornehmlich in , Agram und Ofen-Pest ansässigen Agitatoren, welche I erst unlängst gelegentlich der Attenlattgerüchte sich wieder einmal in vollster Thätigkeit zeigten, muf»t« der Gedanke einer Abwthr dies«» Missbrauche» de» Asylrechtes lebendig werden. großer Aurensteg. Die Bur«n unter D«lar«y baden den General Lord M «t h u e n mit 1000 Mann gefang«n g«nommen. Kitchener berichttt hi«rüb«r au« Prätoria: „Ich btdaurrt, ti»t sthr traurig« Nachricht übn Lord Mtthue» melden zu müssen. Er war mit 900 Berittenen unter Major Pari», 300 Mann Infanterie, vier Geschützen und einem Pompon aus dem Marsche von Vyicurg nach Liechtenburg, und beabsichtigte, am 8. d. M. mit Greenfeld, der 1300 Beritt«»« unter feinem Befehle hatte, zusammenzustoßen. 500 Mann be-riltene Truppe» sind von de» Buren noch vier Meilen verfolgt worden und « Maribogo ein-getroffen. Sie berichten, Methu«nS Geschütz«, Bagag« seien von den Buren genommen morden'. Major Paris, der mit dem Rest der Mannschaft in Kraal-Pan eingetroffen ist. berichtet: »Ein« Abtheilung marschirrt« ia zw«i Colonnen und v«rli«ß um 3 Uhr früh Tw««bofch. Ein« Stund« später, kurz nach Tagetanbruch, machten die Buren einen Angriff, ehe noch Verstärkungen «inlr?ff«n konnten, und durchbrachen die Nachhut. Jnzwisch«» gallopierten die Buren in großer Zahl gegen b«id« Flank«». Di«s«r Angriff wurde ansang» von den in d«u Flanken stehenden Abtheilungen abgewi«s«n, doch warrn die Flanken eingerissen. All« mit Maul« thieren bespannt«» Wage» und di« berittene Mann» schaft stürzten wild davon und wurden durcheinander-geworf«». Ihnen folgt«» die mit Ochsen bespannten Wagen. Alle Bemühungen, die Thiere zum Stehen zu bringen, blieben erfolglo». Nach mulhigem, jedoch nutzlosem Vertheidigen drang der Feind in di« Wag«nr«iht» «in, Methuen würd« am Oberschenkel verwundet, Pari» wurde umzingelt und «rgab sich d«n Burenführern. Methuen befindet sich im Lager der Buren". Die Zahl d«r von Delarey gefangen genommenen Engländer beträgt 1000, davon sind 201 nicht wieder freigelassen worden. Aus Stadt und Land. Zur Neuwahl der Handels- und Hemerbe» Kammer chra;. Mit Rücklicht auf die in Wähler« kreisen herrschenden Missverständnisse werden wir vo» berufener Seite ersucht, aufmerksam zu machen, das» die Bestimmung der Kammerwahlordnung, nach welcher von den 14 Kammermitgliedern der Handel»section mindest««» 8 und von d«n 30 Kammermitgliedern der Gewerdesection und der Montansection mindesten» 18 ia Graz fef»haft sein müssen, selbstverständlich nicht dahin zu verstehen ist, das» die Besetzung sämmtlicher übrigen Mandat« unbedingt durch au»wäriig» Mitglieder zu erfolgen habe. Die bezeichnete Bestimmung der Wahlordnung schließt vielmehr keine»weg» au», das» auch «in« größere Zahl von Mitgliedern in Graz ses»haft sein kann. Aon der Adpocatur. Herr Dr. O»car O r o f e l, bisher Concipient bei Herrn Dr. Feld» bacher in Marburg, ist mit diesem Recht»-anwalle in Compagnie getreten. Mom Sei ermärkische« Laudesschulralhe. In der am 20. Februar d. I. abgehaltenen Siyung hat der steiermärkische LandeSfchulrath u. a. beschlossen, dem Gewerken und LandtagSabgeord» neten Johann Pengg von Auheim in Thörl für sein schulsreundliche» Wirken, den BezirkSschul-inspectoren AloiS de la Motte in Leibnitz und Josef Supanek in Cilli anlSsSlich der Entgegen» nähme de» Jahre»hauptberichte» über den Zustand des hierländigen Volksschulw«s«ns für ihr pflicht-eifriges Wirken, dann dem Oberlehrer Josef Kline in Artic anlässlich seine» Uebertritte» in den Ruhe» stand sür sein langjährige» verdienstvolle» Wirken im Volk»fchullehramte die Anerkennung au»zu-sprechen. — Ferner hat der Lande»schulrath die Errichtung einer vorläufig einclassigen öffentlichen Volksschule mit deutscher Unterrichtssprache in der Gemeinde „Curort Sauerbrunn' unter Einreihung Dieser Schule in die zweite OrtSclaffe bewilligt; den wirklichen Lehrer am StaatS-Ober-gymnasium in Cilli, Dr. Leopold W e n g e t, unter Zuerkennung des Titel« „Professor" im Lehramte bestätigt und über eine Anzahl von Ge-suchen um Zu«rk«nnung von Di«nstallkr«zulagtn, Wilw«np«nsiontn und Erziehungsbeiirägen, dann um Gewährung von GeldauShilfe» entschieden. — Angestellt wurden: Als Oberlehrer an der Volk«» schule in Laak bei Süßenhei», Bez. Sl. Marei» bei Erlackstein, der definitive Lehrer und Schul-leiier Franz RoSker dortselbst: an der Volks» . schule in St. Marein. Bezirk Oberburg, der best» I nitivt Lehrer und Schulleiter Johann Burdian in I Et. Michael ob Prassberg; an der Volksschule in Kapellen, Bezirk Ober-RadkerSburg, der definitiv« Lehrer und Schulleiter Quirin Pentl in Süß«nh«m; al« Lehrer, bezw. Lehrerin: an der öffentlichen Volk«!chul« in Lichtinwald der definitive Lehrer Josef Brinar in Reichenburg; an der Volksschule in Heiligen-Geist bei Loce, Bez. Gonobitz. der pro« visorische Lehrer Franz Cmresek dortselbst; an der Volksschule in LeiterSderg-Karcooin, Bez. Umgeb. Marburg, der definitive Lehrer Othmar Herbst ia Mahrenberg; an der Volk»schule in Czadram, Bez. Gonobitz, die definitive Lehrerin Franzi»ka Krajnik in Haidenschast im Küstenlande. Al« Arbeit«-lehrerinne» wurden bestellt: an der Volk«fchule in Kranich«feld, Bez. Umg. Marburg, die formell befähigte Arbeit»lehrerin Marie MeZko in Gam« bei Marburg, unter gleichzeitiger Belassung auf ihrem gegenwärtigen Dienstposten; an der Volk»» schule mit utraquistifcher Unterrichtssprache der Umgebung Windischgraz die nichtactive, formell be« fähigte AibeitSlehrerin und Oberlehr»r»tochter Karoline Br»cko in Windischgraz; an der Volk»« schule in Polstrau, B»z. Fritdau, di» nichtactiv», formell befähigte ArbtitSlthmin und Oberlehrer»« tochter Emma Unger dortselbst. In den dauernden Ruhestand wurden versetzt: die Oberlehrer: Franz Bernhard in Thal, Bez. Umg. Graz; Josef Kline in Artic, Bez. Rann und Joses Druzooic in St. Georgen a. d. Pößnitz, Bez. Umg. Marburg und der Lehrer Matthäu» K r e» » i k in Cilli. HewerbNcherAamilieuabeud. .In diesem Lager ist Cilli!" Diese Worte bildeten den Höhepunkt der begeisternden Rede, welche Herr Vicebürgermeister Julius Rakusch am Sonntag abend» an die zum gewerblichen Familienabend zu« sammengekommenen Festgenossen richtete. Und wahrlich, wie unser deutscher Gewerbestand gleich« sam die Grundmauer de» Cillier Deulschlhum» bilde», so athmete auch dieser Familienabend, der im schön ausgeschmückte» Saal« de» Hotel« T«rsch«k stallfand, «chltn Cillitr Geist. j«n«n reichen Humor, jene offen« einigende Herzlichkeit, die in unserer Sannstadt mehr al« anderSwo ihr Heim aufge« schlagen haben. Der Einladung«ruf de» Festau»« schusse», in dessen Mitte sich die H«rr«n K o r o f ch«tz, Pacchiaffo und Pr«tt»tr besonder» ver« dienstlich gemacht haben, fand einen überraschend starken Widerhall: so dicht g«drängt, wi« am Sonn« tag, sind Feftth«ilu«h»er im g«räumig«n Saal« d«» Hoirl» Terfchek wohl noch ni« zusammen gesessen, und leider mussten gar viele wegen Platzmangel wieder fortgehen. Der Obmann de« gewerblichen Vergnügung«au»!chusse», Herr K o r o f ch e tz, richtete an die Erschienenen herzliche Begrüßung»worte und hieß namentlich Herrn Vicebürgermeister Juliu» Rakusch, den wackeren Gesangverein „Lieder« tranz", welcher in liebenswürdiger Weise mit-wirkte, die Gewerbetreibenden und ihre Freunde willkommen. Der Festabend trug daS Gepräge eineS gemüthlichen Piknik». ES waren nämlich durchfreund« liche Spende» die au»gesucht«st«n Magenlabungen i» .fest«« und flüssigem Zustande aufgebracht worden und bildeten nun in buntem Durcheinander die Beste einer Juxlombola mit der bindenden Norm, das» sie gleich an Ort und Stelle ihrer Bestimmung zu-gesührt werde» müssten. Bei der überaus heitere» Abwicklung dieser Juxtombola haben stch die Herreu Prettner und Riegerfperger besonder» hervorgethan. Der Gesangverein „Liederkraaz' erfreute die Anwesende» mit mehrere» prächtige» Chören, welche mit stürmischem Beifall aufgenommen wurden. Ganz besonderes Lob verdient auch diesmal die MusikvereinSkapelle, die unter der Leitung Schachenhofer» unermüdlich aufspielte. In de« geisterten Worten würdigte Herr Franz P a c ch i a f s i die Bedeutung de» Feste», welche» den Zweck habe, die Gewerbetreibende» einander näher zu bringe», so das» sie in deutscher Treue zusammenstehe». Dem Festau»schusse habe kein besserer Da»k zutheil werden tonnen, al« durch da» so zahl-reiche Erscheinen. Herr Juliu» Rakusch rift die Festtheilnehmcr zu hellem Jubel hii. Da« Festbild, sagte er, mache unfer Her; aufgehen, denn in diesem Lager ist Cilli, im alle Bevölkerung«!chichten so treu zusammenhalte». Die Cillier sind ja einig in Freud und Leid, ge-meinsam ist ihr Jubel, wenn ihnen da« Geschick eine Freude beschert, gemeinsam folgen sie de» Sarge, in dem ei» lieber Todter hi»au«g trage» wird. Der Kampf um Cilli habe diefe Treue und gegenseitige Anhänglichkeit geschmiedet, aber auch der Stolz über die hohe Bedeutung, welche die kleine bescheidene Stadt erlangt hat. Möge int» besondere der Gewerbestand von Cilli seine Fahm immerdar hochhalten, dann wird auch die Sud! dem Deutschthum immerdar erhalten bleiben. Der Redner, welcher auch der Musikkapelle freudige Nummer 21 Anerkennung zollte, gab seiner Befriedigung über den schönen Verlaus de» Feste« Ausdruck, bracht« dem Deutsch«« Gewerbebunde ein donnernde» »Heil' und danllt dtn Herren Pacchiaffo und Prett« nrr dasür. das» sie eine so schöne und fröhliche Gesellschaft zusammengeschart hatten. ES bedarf wohl keiner besonderen Erwähnung, das» die Mehr» zahl der Fefttheilnehmer die Heimreise erst in d«n Morgenstunden antrat. D«r Deutsche Gewerbe« bund aber kann mit hohtm Stolze auf dies«» un» verg«s»l:ch schönen Abend zurückblicken. Evangelischer Familienaöend. Heute Don» n er »tag den 13. März findet abend» 8 Uhr «in evangelischer Familienabend im Hotel „zur Krone" statt. Psarrer May wird über die Reformation in Salzburg sprechen. Sprachvereins Abend. Wir machen unsere Leser auf den heute Mittwoch im Saale de» Hotel» T«rschrk staltfindenden Sprachv«rein»-Abend aufmerksam, bei welchen neben Abwicklung der Tagesordnung die Cillier MusikoereinSkapelle auf. spielen wird. Wie man un» mittheilt, wird Herr Schachenhofer mit einem Cinzelnoortrage die Anwesenden erfreuen. Jeder deutsche Bolk»ge» nosse ifl herzlich willkommen. Nenedtg in Cilli. Nur noch wenige Tage, und die stolze Königin ver Meere wird bei den frohen Sängern Cilli» zu Gaste sein. Die Räume de» Castno» werven immer venetianischer und er» wirkungsvoll blickt der Löwe von Sa« Marco durch die Hallen. Die Ausschmückung ist fast schon fertig u«d all' di« anveren ausgedehnten Vorarbeiten werden mit j«n«m Humor und mit j«n«m Eifer be-trieben, k er den deutschen Sängern Cilli» stet» eigen war. ttlle lieben Gäste, die sich an dem Feste zu Getheilten gedenken, seien insbesondere gebeten, nach Möglichkeit ia irgend einer italienischen Tracht zu «rfcheinen. um dem Festabende daS gewünscht« bunte Bild zu sichern. Eine zahlreiche Betheiligung von auSwäri« ist angekündigt. Killier Kuruvereiu. Die am SamStag. den 8. d. M., im Hotel Terschek abgehaltene Kneipe erfreut« sich «in«» sehr guten Zuspruches von Turnern und Gästen und nahm wie immrr einen fehr gemüthlichen und angenehmen Verlauf. Mit herzlichen Begrüßung«worten an die Anwesenden eröffnete der Kneipwart dieselbe und bald hallten »raute Töne deutscher wie turnerischer Lieder durch den Saal. Ewige Punkte über da» fernere Wirken de» Vereine» wurden erörtert, so auch da» Heuer zu feiernde 40 jährige Gründungsfest deS Vereines. Da auch da« KreiSturnfest in Linz in einem der Sommermonate stattfindet, fei gleich an dieser Stelle erwähnt, das« e» jedt Turner sür seine Pflicht erachten soll und mus«, den Turnboden in seinem «igemn, wie im Interesse d-« Turnvereine« regel« mäßig zu besuchen. Darum Turner: Frisch, sromm, froh, steil 5leilch>iauerkrän;che«. Diese« von den Cillier Fleischhauermeistern am SamStag abend« im Saale de« Hotel« „zum Mohren" veranstaltete Kränzchen nahm einen sehr animierten Verlaus. Der Besuch, zu welchem die besten Gesellschafl«kreise da« Haupt» contingent gestellt hallen, war ein überau« starker. Auch au« Steinbrück und Tüffer hatten sich liebe Gäste eingeladen. Nach den flotten Weisen der MusikoereinSkapelle wurde bi« in den frühen Morgen unermüdlich getanzt. Launige Trinkfprüche gaben von dem jugendfrohea Humor Zeugni«, der alle Zheilmehmer beherrschte. «Merarisches. Unter dem Titel.Mutterherzen' «rfchei m zu Ostern im Verlage der .Oesterreichischen BerlaA«anstalt" (Linz, Leipzig und Wien) auS der Feder de« Schristtteller« Julius Syruischek ein Band slovemischer Dorfgeschichten auö Untersteiennark, auf die w>ir jetzt schon unsere Leser aufmerksam machen. Syrunschek. der sich durch zwei Bünde trefflicher Tirolier Dorfgeschichten („Kinder der Sünde" und .Dorsffrieden und Alpenwildnis") einen vorzüglichen Nameen al« Novellist gemacht hat, ist durch fein prächttige« untersteierische« Epo« „Der Bachernjägei", da« wir bei seinem Erscheinen s. z. au«sührlich besprachen haben, unS Cilliern und dem ganzen steieriischen Umerlande besonders lieb und wert ge« wordeen. Wir können mit Recht auf fein neues We»k.' gespannt sein und werden nicht ermangeln, auf dvasselde eingehend zurückzukommen. s Theater Nachricht. Herr Direktor R o l l m a nn, welch?» morgen, DonnerStag, mit der prächtigen Possee »Sein Doppelgänger" sein Benefice hat, i ersucht un«, mitzutheilen, das« durch vielfache Abfaggen von kästen, mit denen er bereit« ein feste«» Abkommen getroffen hatte, da« feste Reportoir Schwwankungen unterworfen war, sür welche Herr Direactor Rollmann nicht verantwortlich gemacht werdezen kann. Wir sind überzeugt, das« Herr „Ke«tfch- WAcht- > Director Rollmann dem Cillier Publicum in der nun bald ablausenden Winter-Saison da« Beste nach Kräften bieten wollte, und das« seine Benefice» Vorstellung, die durch die Anwesenheit eine« hoch» geschätzten Gaste«, de« Fräulnn« Bayer vom Hoslhealer in Sigmaringen, einen besondere» Reiz gewinnt, sich eine« wohlverdienten gulen Besuche« erfreuen wird. Keine Lehrkräfte. Hn der Sam«tagsitzung de« Abgeordnetenhauses beantwortete der Unter» richtSminister die Anfrage de« Abg. Rcbic wegen Uebersüllung der zweisprachigen Parallelclassen am Marburger StaaiSgymnasium. AuS den Mit« »Heilungen Dr. v. Harte« geht hervor, das« seit dem Schuljahre 1897/98 eine Classentheilung deshalb nicht mehr vorgenommen werden konnte, weil „trotz wiederholierBemühungen" keine geeigneten Lehrkräfte gefunden wer« den konnten. Der Unterrichtsminister war be» müht, diese Erscheinung mit dem .allgemein Herr« schenden Lehrermangel" in Zusammenhang zu bringen. E« ist klar, das« darin eine genügende Erklärung sür den so empfindlichen Mangel an slovenischen Lehrkräften nicht erblickt werden kann, weil sonst, wie das „Grazer Tagblatt' treffend bemerkt, dieselbe Noth in demselben Maße auch an allen deutschen Mittelschulen fühlbar sein müsSle. Da dies durchaus nicht ver Fall ist, kann die Ursache nur in dem von deutscher Seite oft behaupteten, von den Slooenen immer wieder in Abrede ge» stellten Umstände gesucht werden, dass die windi.che Intelligenz trotz aller Kunststücke, die ihr auf die Beine helfen sollen, noch immer höHst dünn gesäet ist. Und trotzdem sind die slovenischen Macher und Hetzer unverfroren genug, mehr Mittelschulen und sogar eine Hochschule zu verlangen! Au» Kohit/ch wird un« geschrieben: Der vor einigen Jahren von der Stadt Peltau für hier ernannte Dechant, welchem der Ruf eine« friedlichen Priester« vorauSgieng, we«halb er von den Bürgern und Bewohnern de« Markte« mit allen möglichen Ehre» empfangen wurde, sorgt fleißig dafür, das« alljährlich hier Missionen statt» finden, in welchen gegen deutsche Bürger und Be» wohuer de« Markte« Rohitfch geschimpft und lo«-gedonnert wird. Auch ist er endlich beflissen, das« der Friede und die Eintracht, welche bislang zwischen Bürgern und Geistlichkeit herrschte, be« sonder« in letzter Zeit durch da« Erscheinen eine« kleinen jungen Hetzpriester« au« der Koroschetz» Schule in Marburg gestört wurde, da derselbe da« bi«her hier unbekannte Denuncieren der Aemter und Beamten in echt christlicher Weise betreibt. — Dieser ehrenwerte katholische Priester, greift in der slovenischen Zeitung hochverdiente Personen, die mit ihm noch nie ein Wo« verloren haben, auf ganz gemeine Art an, und macht hiezu die Rand» bemerkung, „das Erdbeben möge selbe verderben, und zwar nur auS dem Grunde, weil selbe Deutsche, wenn auch Katholiken sind." — Nur so fort I Die „Lo« von Rom'-Bewegung wird in unserem sonst so friedlichen Markte dadurch am meisten ge» fördert. Der zahlende Tag sür diesen ohne Gcund heraufbeschworene Streit wird, wenn es einen Golt und eine Vergeltung gib», nicht ausbleiben, und vorläufig sagen wir „Vergelte e» Gott!" — Dem Dechant, der aber mit allem diesen einverstanden zu sein scheint und Schmähungen auch von den Missionären gegen Bürger, Gewerb»leute ic. ia der auch von un» erhaltenen Marktkirche nicht hint» anzuhalten weiß, wünschen wir: bald „Probst* von Pettau oder wenigsten» Dechant von Gonobitz zu werben! Z»te neue deutsche Vechtschreibuug. Der UnterrichiSminister Dr. Ritter v. Harte! richtete an alle Landesstellen und LandeSschulbehörden einen Erlas«, nach welchem an allen niederen und mitt« leren Schulen ab Schuljahr 1902—1903 eine neue Rechtschreibung in den Unterricht einzuführen und alle neuen Lehrbücher in der neuen Orthographie abzulassen seien. Für die älteren Lehrbücher wurde ein öjähribe« UebergangSstadium festgesetzt. Der ErlasS fordert die Directoren, Schulleitungen und die gesammte Lehrerschaft auf, im amtlichen Ver-kehre die neue Rechtschreibung anzuwenden und sür die Verbreitung der neuen Rechischreibung außerhalb der Schule werklhätig zu wirken. Für die angestrebte Einführung d«r Orthographie überhaupt wird in Uebereinstimmung mit den Regierungen de« übrigen deutschen Sprachgebietes der 1. Jänner 1903 in Aussicht genommen. Die UnterrichtSver« waltung beabsichtig», an alle Behörden, journalisti« schen und buchhändlerischen Vereinigungen sich zu wenden, damit sie eine rasche Verbreitung der neuen Orthographie begünstigen. Hi«e österreichische ßigarre, welche unter Seite 5 I staatlicher Aufsicht und Verantwortung verfertigt wurde und trotzdem alS Inhalt einen übelriechenden Stoff-Fetzen enthält, ist in unserer Schriftleitung zu besichtigen. Die Finanz-Organe werden eingeladen, sich durch Augenschein von dieser empörenden sta a t« lichen „Leben«mittelverfälschung" zu überzeugen. Aeinmartt i» Graz. Der ron der Stadtge. meinde Graz seit einer Reihe von Jahren veranstaltet« Weinmarkt bietet eine äußerst günstige Gelegenheit zum Einkaufe von vollkommen fehlerfreien, au«» schließlich in Steiermark gekelterten Naturweinen und wird de«halb von den Weinhändlern und Gastwirten in reichem Maße besucht und zu Ein» käufen benützt. Die günstigste Kaufgelegenhei» wird insbesondere beim heurigen Weinmarkte, welcher bekanntlich in der Zeit vom lv. bis 13. April in den Hallen, Keplerstraße 114. abgehalten wird, be« sonder« hervortreten, da die vorzügliche Ernte de« Vorjahre« in allen Qualitäten in dem reichsten Maß« vertreten sein und preiswürdig abgegeben werden wird. Eingesendet. Warnung. ES geht mir die Nachricht zu, das« sich in Österreich ein Mann herumtreib«, der sich al« meinen Vertreter auSgiebt und unter meinem Namen evangelische Flugblätter und Bücher au«« bietet. Ich erkläre hiermit öffentlich, das« ich keinen Vertreter beschäftige und warne hiermit au«drück» lich vor allen unlauteren Versuchen dieser Art, die jedenfalls von der Gegenpartei eingeleitet sind, um unsere evangelischen Biüder in Oesterreich zu ver» dächtigen und unserer Sache zu schaden. Von zweiter Seite wird mir mitgetheilt, das« ich in der „Südsteinschen Press-" al« höchst« gefährlich für den Bestand Oesterreich« geschildert werde, weil ich anlidynastische Flugblätter, wie „Hab«burg« Sünden" und .Oesterreich« Zu» fammenbruch" verbreiten würde. Diese Behauptung ist eine vollständige Unwahrheit, ich habe diese Broschüren noch nie gesehen, viel weniger ver» breitet. Werden dieselben trotzdem unter meine« Namen verbreitet, so ist auch dte« ein gegnerischer Versuch, die evangelische Sache und deren Ver« treter bei der österreichischen Regierung anzu« schwärzen und dieselbe zu schädigen. Leipzig, im März 1902. Hochachtungsvoll Karl Braun'« Verlag. Deutscher Schutverein. In der Sitzung de« engeren Au«schuffe« vo« 5. März 1902 wurde den Gemeinden: KönigSfeld bet LandSkron, Raspenau, Weidling, Fölz, Kasten, Krizowitz, Wünschendorf. Leonding, Fcesach, Wol«-dorf, Oberdorf, Klein-Czernoseck, RabenSgrün, MerSkleS-Lipai, Schönthal. Gabel bei NiemeS, Bowitz, Jaberlich, Pallelitz und Gleisdorf, der Turnerlischgesellschaft bei der »Post" in Wr.-Reu-stad», der BezirkSverlreiung in Asch sür geleistete Spenden und Beiträge; serner der Gemeinde in Oberlichtenwalde für eine Sammlung unter den GemeindeauSschusSmilgliedern, der Ortsgruppe in Mürzzuschlag für den Ertrag des SchuloereinS« kränzchen«, der Ortsgruppe LeoberSdorf für den Reinertrag de« Kränzchens vom 25. Jänner 1902, der Ortsgruppe Karditz für da« Erträgni« de« Volksfeste« vom 7. Juli 1901, dem Vereine der Deutfch-Oesterreicher in Hamburg für einen Sammel» schützen ertrag und da« Erlrägni« einer kleinen Tombola, der Ortsgruppe GleiSoorf für das Er« lrägnis eines HSringSfchmaufeS, der Ortsgruppe Wr.»Neustadt für den Reinertrag deS Blumen balle«, Herrn C. Eckardt in Pilsen für den Ertrag der Dominoabende in den Monaten Jänner und Februar l. I., und der Wiener nationalen Studenten» schaft für einen Antheil am Erträgnisse der Vor-stellung .Alt-Heidelberg" im Deutschen Volks« theat»r der geziemende Dank abgestattet. UnterslützungSbeilräge wurden für nachstehende Schulen bewilligt: Julienhain als Schulgeld für arme Kinder, koßlerSdors für Herstellungen im Schulhause, Böhm.-Berlau sür Lernmiltel. Angelegenheiten der Schulanstallen in Prag-Lieben, Jablonetz, Lichlenwald und Sauerbrunn wurden berathen und der Erledigung zugesührt. Seite 6 .Deutsch, W«chi* Nummer 21 FRITZ RASCH, CILLI. „Los von Ro«" Bewegung! „protestantische Atugvkitter" können von Interessenten kostensrei bezogen werden durch Kart Ztra«»'« Nerk-g, LeiPjig. praktisch aas leisen, ünentfeshiiich ncti kurzen Mrauek. Sanitatebehördlich geprüft. üeherall zu hubfn. uncntbchrlloho «539-61 Zur Reinhaltnng der Zfchne genflgeu Zahnwässer allein nicht. Di« Entfernung aller am Zahnfleisch «ich unausgesetzt neu bildenden, achldliehen Stosse kann nur durch die mechanische Reinigung in Verbindung mit einer erfrischend und antiseptisch wirkenden Zahn» Crfime erfolgen, als welche sich „Kalodont" in erfolgreichster Verwendung bereits in allen Cultur-_ Staaten bewährt hat §••§•••• • G G G Süssrahm-Theebntter Kräftigstes Marburger Dampsmehl Direct import.rnss. Thee. Echten Jamaicaram und Cognac. Best. Marken Rheinweine Lissa Blatvein, 1 Litern. 40 kr. 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U«f«l: Nachten» ich viel« antat Stillcl erfaMot angtBentel. hatte 3br .Loroeri«* gee»bi>a Banbertart fBittnag. Sitte fatzle Stelle, Beicht ich setze lange hatt«, Bmbr mit netten Haaren setze Ichin tzetetkt. Herr Jt««ria", mehr«« Monate «al»eiche«», Kiasche» U R, « Flaschen M K. Otcianbt gegen v-stnachaatzm« g»«g t tielbetnfcnbnng durch tal «m,tz»>sch, Devot : H M. Feith, Wien, VII. Mariahilserstr. 88. »ofk'Jfi« ZEine Lederhandlun^ seit 20 Jahren im Betriebe, ist aas freier Hand zu verkanten. Anzufragen bei der Eigenthümerin Cilli, Grazergasse 5. «ss? Sicheren Erfolg bringen die allgemein bewährten Kaisers Pfeffermünz-Caramellen gegen !?lpp,titlofige,it. Magenweb und schlechtem, verdorbenen Magen echt in Paketen ä 20 und 40 Heller bei ©aumbaifg Erben Nachsolg., M Rauscher, „Adler»Apotdeke^ in. Cilli, Schwärzt & Co , Apotheke ^zur Mariahils- in Cilli. Carl ^ Hermann in MarktTüffer. csm] jEpiteprt, TDwt an A^llsucht, Xrdmpfrn n. an», nerolfen 2a|Mnten leitet, verlange vr»schürt barflter. 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In Ermangelung von anspruchsberechtigten Invaliden und ehemaligen Soldaten aus dem Bereiche der Ergänzungs-Bezirtt-Commanden Nr. 27 und 47 sollen gleichqualificierte Invaliden und ehemalige Soldaten aus dem Bereiche der Ergänzungs-Bezirks-Commanden 7 und 17 und in weiterer Folge die in der Evidenz des Militär JnvalidenhauseS in Wien stehenden Invaliden auf die Betheilung aus dieser Stiftung Anspruch haben. Die bezüglichen Kesache sind bis längstens K«de Mär» dem ».». ft. ßrat«. zungs Aezirks Kommando Ar. 87 ia KUki vorzulegen. Bürgerlich erwerbsfähig clafsisicierte Abschieder haben keine Gesuche ein. zubringen. Stadtamt KUN, am 3. März 1902. 6897 Der Bürgermeister: Stiger. ^IZ.Q.S gXOSSQ Lebensversicherung^ - Gesellschaft sucht einen Repräsentanten fllr die Stadt Cilli welcher gleichzeitig eine gewisse Zeit auf die Reise zu gehen hat. Es ist dies ein Vertrauensposten, welcher mit Gehalt, Tagesdittten, Fahrtspesen etc. dotiert wird. 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