Nr. 17. Samstag am 21. Jänner 1865. Die „Laibache, Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, täglich, und lostet sammt den Beilagen im Comptoir ganzjährig 11 fl., halb-jährig 6 si. L0 lr., mit Kreuzband im Comptoir ganzj. 12 fl., halbj. 6 fl. Fllr die Zustellung in's Hans sind haU»t. 50 lr. mehr zu entrichten. Mit der Post portofrei ganzj., unter Kreuzband und gr« dmclter Adresse 1b fl., halbj. ? fl. 50 tr. Insertionsgebühr für eine Garmond - Spaltcnzeik ober den Naum derselben, ist fitr Imalige Einschale rung Str., für 2malige8kr., filr 3malige I0lr. u, f. w. Zu diesen Gebühren ist noch der Insertions - Stempel pcr 30 kr. für eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. Inserate bis 10 Zeilen losten I fl. 90 lr. iür 3 Mal, 1 fi. 40 kr. ftir 2 Mal und 90 kr. Dr 1 Mal smit Inbegriff be« Insertionsficmpele). Amtlicher Theil. Wir Fray Joseph dcr Erste, von Gottes Gnaden Kaiser von Oesterreich, 5töuig von Ungarn nnd Böhmen, König dcr Lom» bardic und Venedigs, uon Dalmaticn, 5troaticn, Slavonien, Galizicn, Lodomericn und Illyricn; Erzherzog uon Oesterreich :c. :c. Dem ansehnlichen hochwohlgcborncn Frcihcrrn Joseph u. Sotccvic, Unserem Fcldmarschall'Licn- ticn nnd Slavonien. Ansehnlicher hochwohlgcborncr Freiherr, Lieber Gctrcncr! Um die in dem Landtage dcS Jahres 1861 in Angriff ycnonuucncn, bisher aber iu dcr Schwebe gebliebenen Verhandlungen nbcr einige dcr wichtigsten Fragen des öffentlichen' Wohles fortznsctzcn nnd mit Gottes nnd dcö Landcs Beistand einem glücklichen Ende zuzuführcn, so wie um cindcrc, das Beste dcs Bandes bctrcsfcudc Gegenstände in lcgislatiuc Bcra' thnng nehmen zn lassen, ist es Unsere Absicht, den Landtag dieses Unseres Königreiches, wofern die Vor^ schnnss es gestattet, im winmcndcn Frühjahr cinzu« bcrufc». Nachdem jedoch dic Wahlordnung, nach wclchcl-dcr letzte Landlm, dicscs Königreiches znstandcgclom« men war, uon Uns in dcr Hoffnung, daß dcr Land» tag die seit Deccimien hängende Frage scincr Koor» dinirui,g zur Lösuug bringen werde, blos für dic Dauer des Landtages vom Iahrc 1861 genehmigt worden war, so tritt bei dcm Umstände, daß jener Landtag, mit Ausnahme eines Eomili'-Entwnrfcs, nichts darüber znstandcgcbracht hat, an Uns die Nothwendigkeit heran, in Erwägung zu ziehen, wic nnd anf welcher Grundlage der uächstbcuorstchcudc Landtag einzuberufen fei. Da es überhaupt Unser Wille ist, daß die Institutionen, die Gesetze nnd gesetzlichen Gebränchc des Königreiches, sofcrnc slc irgend mit dem Nntio-nallcbcn znsammcnhänacn und dcn Anforderungen dcr jetzisscl, Verhältnisse cnlsprcchcn, nicht nur aufrecht cr^ haltcn, sondern auch iunncr mehr gekräftigt wcrdcn; so sind Wir gerne bereit, nachdcin anf dic bis zum Iahrc 1848 bestandene Wahlordnung nicht mehr zurückgegriffen wcrdcn kann, dic bloß :icl uo« uon UnS genehmigte Wahlordnung vom Iahrc 1861 zum Ans« gcmgspunltc weiterer Fortbildung zu nehmen. Hicbci könucu Wir Uns jedoch nnmöglich dcr Ucbcrzcngung verschließen, daß diese Wahlordnung, welche jener uon dcm damaligen Banns des Königreiches, Frcihcrrn Joseph u. Icllacic im Iahrc 1848 ebenfalls bloß :u! Ill«' vorgeschriebenen mit einigen Modifikationen nachgebildet war, sowohl in ihrer Anlage, als in ihrer Dctailausfnhrung wesentliche nud wichtige Mängel enthält, deren Behebung für dic Zukunft jedenfalls dringend geboten erscheint. In dieser Ansicht wcrdcn Wir nnr noch mehr bestärkt durch das Vorgehen des letzten Landtages selbst, dcr durch den von einem scincr Comites ans-gearbeiteten, von der 1861cr-Wahlordnnng wesentlich abweichenden Entwurf jcuc Mängel nur noch mehr bclcuchlct, wennauch leider nicht behoben hat. Um dahcr bci dcr für den bcuorstchcudcu Landtag von Uns zu gcnchmigcndcu Wahlordnnng jcnc Vlängcl vcrmcidcn und dabei im Eiutlange mit den ftcrcchliglen Wünschen dcs Königreiches vorgehen zn föuncn, tragcn Wir Eu. Gctrcuen hicmit anf, sogleich eine Aanallonfercnz nach althergebrachter gesetzlicher Gepflogenheit dcs Landes einzuberufen und derselben die nachstehenden Fragen znr wohlerwogenen gewissenhaften Beantwortung nnd Anlragstcllung vorznlcgcn. I. Sind die Magnaten persönlich ober mittelst von ihrem Stande oder etwa dcm großen Grundbesitze gc-wähltcr Vertreter znm Landtage einzuberufen? Von welchen Eigenschaften soll im ersten Falle ihrc Virilstimmc, im zweiten Falle ihr Wahlrecht abhängen? II. Wic und in welchem Maßstabe soll, mit Rück-ficht anf dic fo bedeutenden Kosten dcö Landtages, fu wic zur Erlcichtcrnng uud Ncgclnng dcr Bcrathnn-gen im Landtage, dic Zahl dcr Vertreter überhaupt, insbesondere aber jcnc dcr Vertreter aus den volk-reichen Gemeinden vermindert nud nach Maßgabe dcr Vcvölkcrnligszahl und dcr Steuerlast billiger vertheilt wcrdcn? III. Wie ist dic Zahl der Wahlmänncr für jede Ge-mcindc und wie die behördliche Beaufsichtigung der Wahlen in den Komilaten uud in den Städten zu präcisircn und sicherzustellen? Eu. Gctrcncu wcrdcu Sorge tragen, daß Uuscr gcgcuwärtigcs königliches Ncftript dcr versammelten Banalkonfcrcn; bekanntgegeben werde, und Wir vcr-lassen Uns anf die Vaterlandsliebe allcr Mitglieder dcrsclbcn, indcm Wir Unö dcr Hoffnung hingeben, daß sic die von Uns gcstclltcn wichtigen Fragen in lcifc »lid acwisscnhaftc Ilcbrrlcgnng ziehen und binnen llirzestcr Frist licaillworte», wcldcn. Nach Beendigung dicscr 3lllicit, welche bestimmt ist, den Weg znm Landtage zu educn und deßhalb zu bcschlcuuigcu ist, haben Eu. Gclrcucu dic versammelte Bannlkonfcrcnz mit Unserer Gnade zu entlassen und deren Ansichten uud Anträge Uns ungesäumt vor-zulegen. Wir bleiben Euch im Uebrigcn mit Unserer kaiserlichen königliche,: Huld wohlgcwogcn. Gcgcbcn in Unscrcr Ncichshanpt- und Residenz» sladt Wien am 17. Jänner im Iahrc dcs HcilS Eiutauscnd achthundert fünfuiidscchszig, Unserer Reiche im sicbcnzchntcn Iahrc. /ranz Joseph m. p. Ivan MaZuranic m. p. Franz äigrovic von Pretola m. z>. Sc. l. l. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 8. Jänner d. I. den nUcr« uulerthünigslen Vortrag des Ministeriums für Handel nnd Voltswirthschaft über die bisherigen Erfolge des uoltSwirthfchaftlich wichtigen Eisen, und Stahlcrzcu. gungsvcrfahrcus nach Bessemer in Oesterreich mit Befriedigung zur Allcrhöchstcu Kenntniß zu nchmcn und allcrgnädigst zn genehmigen geruht, daß dcm Adolf Fürsten zu Schwarzcnbcrg, dcr Nau-s ch c r'schcu Eiscnwcrts-Kompaguic zu Hcft iu Kürn» tcn, dann dcm Direktor dcr Bergakademie in Lcobcn Ministcrialrathc Pctcr Ritter von Tunner in Huld« vollster Aucrkcnnnng ihrer Verdienste nm dic Einfüh« rung, Verbreitung und Vervollkommnung dcs Bcssc-mcr-Vcrfahrcns in Oesterreich das Allerhöchste Wohl« gefallen ausgedrückt wcrdc. Fcrucr habcu Sc. k. k. Apostolische Majestät dcn Eiscn-Indnstricllcn, wclchc sich um Einführung dcs Acsfcmcr'Prozcsscs in Oesterreich besonders verdient gemacht haben, und zwar: dem Direktor dcr fürstlich Schwarzcnbcrg'schcu Eiscuwcrlc zu Mnrau iu Stcicrmart Joseph Korziuck uud dcm Berg» und Hüllcnvcrwaltcr dcr Rauschcr'schcn Eiscnwcrls^Kom' pagnic Friedrich Munich Sdorfcr zn Hcft oaS goldene Vcrdicnsttrcnz mit dcr Krone, dann dcm Berg» uud Hüttcnucrwaltcr dcs Fürsten Schwarzen» bcrg Franz °Swoboda zn Turrach daö goldene Vcrdicusltrellz allclgnädigst zu verleihen geruht. Das Instizministerinm hat dem Kreisgerichtsrathe zu Ncnstadll Anton Gcrtscher eine bci dem Landes-gcrichte in Laibach erledigte Nathsstelle verliehen. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 20. Jänner. Wieder ist ein Schritt geschehen, um die Ver« fassnugswirrcn zn beseitigen: Se. Majestät Hot dcn Banns von Kroatien bcanftragt, die Banaltonferenz einzuberufen uud sie bezüglich der zu genehmigenden Wahlordnung zn befragen, denn der kroatische Landtag soll nun ganz gewiß im Frühjahre einbcrnfen werden. Demnach ist es gar nicht unwahrscheinlich, daß der ungarische Landtag im Sommer, „wenn die Garben reifen", wic der Hoftcmzler gesagt haben soll, einberufen werden wird, und möglich ist es, daß die nächste Session dcS weiteren NcichSrathcS alle Vertreter versammelt sieht. Eine etwas rosige Perspektive! Einc Erklärung dcs Finanzministcrs im Abgeord-uctcnhausc, daß dcu bcschlosscucu Wüuschcn und Aufforderungen des Hauses dic Regierung cine maßge» bcndc Wirknng nicht zustehen könne, hat sehr viel Auf-schcu erregt; im Privatgesprächc soll später Herr v. Plcncr geäußert haben, dieselbe sei nur cine Wiederholung dessen, was er in dcr vorigen Session am 8. Februar 1"6-l im Hcrrcnhausc aus einer ganz ähnlv chcn Vcranlnssuna. ohne Widerspruch erklärt habe, näM' lich, daß dicft Beschlüsse von der Regierung auf's Ein-achcndstc werden iu Erwägung geigen werden — daß die Ncglcrnng jcdoch dicscu Aussprüchcn, so lange sie nur m Form von Beschlüssen an sie gelangen, eine wcttcrc nmßgcbcndc Wirtling für ihr Verhalten und sur die Elnrichtnng ihrcs Verfahrens von dcm S tand' punkte dcr Verfassung nicht einzuräumen vermöge. " Die von dcr „Presse" veröffentlichten, zwischen Oesterreich und Preußen gewechselten Depeschen machen noch viel Rumor. Die ,.G. E." hat wiederholt die Veröffentlichung cinc unbefugte und ungenaue genannt, was die „Pr." mit Entrüstung zurückweist Nun schreibt das Blatt „Lcs Denr Mondes" dar-über: Am 13. Dezember sendete Bismarck zwei Depeschen an den preußischen Gesandten in Wien, welcher sie dem Grafen MenSdorff vorlas, ohne Ab-schrift zn lassen. Letzterer antwortete in einer (?) achtzehn Seiten langen Depesche an dcn österreichischen Gesandten in Berlin und beauftragte denselben, diese Herrn v. Bismarck vorzulesen, aber leine Abschrift zu geben. Der Inhalt der von der „Presse" veröffentlichten Analyse ist wesentlich richtig aber bedeutend verkürzt. 21. Sitzung >cs Abgeordnetenhauses vom 19. Jänner. Anf der Ministcrbanl: Schmerling, Mecscry, Plcncr, Hcin, Frank, ScltionSchef v. Kalchbcrg, Settionsrath Salzmann (Finanzministerium), später Burger. Nach Mittheilung dcr Einlaufe kommen folgende Interpellationen znr Vorlesung. Dr. Bcrgcr und Genossen l ichtcn an daS Gcsammtlninistcrinm dic Fragen: 1. Ist dcr im amtlichen Theile der „Wiener Zcitnng^ vom 12. Jünncr d. I. und dcm R.-G.-Al. vom gleichen Tage kundgemachte, zwischen Oesterreich und Sachsen über dcn Anschluß dcr Voitcrbreuth-Egercr Eisenbahn an die böhmischen Eisenbahnlinien abgeschlossene Staatsocrtrag vom !i0. November 1864 unter Vorbehalt dcr nachträglichen Genehmigung durch die Reichsoertrctung bezüglich derjenigen Vertrags-bestimmungcn, wclchc in dcn Wirkungskreis des Reichs- «tt lathes verfassungsmäßig gehören, abgeschlossen wor« den und wird demnach die h. Regierung den gedacht ten Staatsocrtrag bezüglich dieser Bestimmungen der nachträglichen verfassungsmäßigen Behandlung durch den Rcichsrath unterziehen? Im Falle der Vernci-nung dieser Frage stellen die Unterzeichneten die wei» tere Frage: 2. Kraft welcher verfassungs« und gesetzmäßigen Bestimmungen hielt sich die h. Regierung für berechtigt, den erwähnten Staatsvertrag auch in Ansehung der in den Art. 1A, 24 und 20 desselben getroffenen, oben hervorgehobenen Bestimmungen ohne Vorbehalt der Mitwirkung der Ncichsvcrtretung und ohne diese Mitwirkung selbst zn schließen? Steffens und Genossen interpelliren den Leiter des Handelsministeriums darüber, was die Regierung gethan habc, um den im Vorjahre gefaßten Beschluß des Hauses auszuführen, dahin gehend: „es sei die Regierung aufzufordern, die Nordbahn-und die StaatSbahngefcllschaft zu verhalten, ihre Erklärungen über die Auuahmc der ihnen in Aussicht gestellten Konzession abzugeben, damit der Bau einer Eisenbahn von Nicn über Budweis nach Pilsen ge> sichert werden könne." Anf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der Debatte über den Bericht des zur Berathung des zweiten Jahresberichtes der Staatsschuldcn«5tontrolc-Kommission gewählten Ausschusses. Es kommt die dritte Partie der Anträge, nämlich Anträge auf Beschlüsse des Hauses zur Berathung. Berichterstatter ist Dr. Brestl. Der erste Antrag betrifft eine Aufforderung an das Finanzministerium, die Verordnung vom 14. Juli 18NZ, womit dein sicbcnbiirgischcn Grnndent-lastungsfondc gestattet wurde, die dem sächsischen ElcrnS erfolgten Vorschüsse von 1,417.500 fl. in GrnndcntlaslnngSobligationcn ul iMl zurückzuzahlen, dem Rcichörathc zu nachträglicher Genehmigung vor« zulegen. Nach einer thatsächlichen Aufklärung von Seite des Abg. Taschck, in welcher er sich mit dem An« trage einverstanden erklärt, bemerkt der Finanz-minister, der Vorgang bei diesen Vorschüssen sei ein solcher gewesen, daß er die Staatsschuld gar nicht berühre; die Vorschüsse erscheinen in ganz anderen Rubriken des Budgets und bei Erledigung der Rechnung für 1803 werde erst der geeignete Moment gekommen sein, in die Sache näher einzu-gehen. Die Angelegenheit gehöre demnach nicht in daS Bereich der Legislative und er crtlärc daher im Namen der Regierung, daß diese durchaus nicht gc-sonnen sei, über diesen Punkt dem Ncichsrath eine Vorlage zu machen. — Nachdem der Berichterstatter noch den Standpunkt des Ausschusses vertreten, wird der Antrag mit großer Majorität abgelehnt. Der Ausschuß beantragt den Antrag der Kontrole-Kommission: ,,dic Finanzvcrwaltnng aufzufordern, die Ansichzichnng der Ucbcrschnssc aus den noch in ihren Händen befindlichen GrundcntlastungSfondcn zu unter« lassen" — entfallen zu lassen, da nach der von dem Finanzministerium gegebenen Erklärung eine solche Ansichziehnng gar nicht stattgefnndcn hat. — Es handelt sich dabei namentlich um dcn Krakancr Grund-enllastungsfond. Dr. Herbst vertritt die Kontrolc-Kommission. Er glaubt, der Antrag des Ausschusses beluhc ans einer Verwechslung des Standes einzelner Fondc. Redner bekämpft die von dem Finanzministerium ab» gegebene Ertlürnng nnd sucht nachzuweisen, daß der Vorgang, den das Finanzministerium in dieser Frage eine „Kassagebahrnng" nannte, fallisch nichts anderes gewesen sei, als eine Ansichzichnng der i» Rede stehen» den Ucberschüssc. Er schließt mit dem Antrage auf Annahme dcS Antrages der Kontrolc-Kommission. Finanzminister Plencr erklärt, daß von einer Ansichzichung durchaus nicht die Rede sein kann. Nur in Folge der Kassemanipulation sei der Ucberschnß dcS Krakauer Gruudcnlastnngofondcs in die Hände der Finanzoerwaltung gelangt, aus welcheu er jcdcu Augcublick wieder entnonuuen werden könne. Der Minister stellt es dem Hanse anheim, der Meinung des Dr. Herbst bcizntrcten »der sich mit seiner Auf« klärung zn begnügen. Abg. Stcnc beantragt, diese Angelegenheit an den Ausschuß zur nochmalig» Berathung zurückzn« weiseu. (Dieser Antrag wird angenommen.) Ein weiterer Antrag der Konlrolc - Kommission, dahin gehend, die Fmanzvcrwaltnng habc znr Piiltcnt-mäßigen Tilgung bei den einzelnen AnlchcnSgaltungcn einige noch abgängige Beträge nachträglich zur Til> gung zu bringen — soll nach dein Antrag des Anö-schusses ebenfalls entfallen, da in dem StaatSvoran. schlag für 1865 bereits die erforderlichen Beträge sür diese Tilgung eingestellt sind. Abg. Taschct erklärt sich mit dem AuSschnß-anlrag einverstanden. Als die Konlrolc-Kommission ihren Beschluß faßte, war cö ihr aber nicht bekannt, daß die Tilgung bereits vorbereitet sci. Abg. (>upr wünscht, die Kommission möge es znm Gegenstand ihrer Erwägung machen, ob es bei den jetzigen Gcldvcrhältüissen nicht uachthcilig sci, Anlehcn durch ncuc Anlchen zn tilgen. Abg. Winterst ein ircist im Namen dcrKoin« mission diese Zumuthnng zurück, da dieser Gegenstand nicht im Bereiche ihrer Kompetenz liege. Abg. Taschck bemertt, es handle sich bei dieser Tilgung um die Einhaltung eingegangener Verträge und diese müßten unter allen Umständen erfüllt werden. Die Kontrolc-Konunission beantragt ferner, die Finanzverwaltung aufzufordern, das Erfordcrniß für Schuldtilgung gcnan nach dem wirklichen Bedarf an» zusetzen und nach dcn geblichen Vorschriften zn verwenden. — Der Ausschuß acccptirt diesen Antrag mit einigen Modifikationen. Abg. Wintcrstcin geht in die Details der Schuldentilgung näher ein nnd betont, dnß es nothwendig sci, für die Rückstände an die Zinsen der Staatsschuld einen namhastcn Betrag in das nächste Budget einzustellen. Abg. Taschck findet, daß es die Ncchtc dcr Obligationsbcsitzcr benachteilig?, wenn von ciner Gat^ tung dcr Staatsschuld :::chr ciugclöst werde als von dcr anderen, wie dieß früher der Fall war. (Schluß folgt.) Oesterreich. Wien. Durch die Adresse dcr Herren v. Schccl-Plcssen und Genossen an Ihre Majestäten den Kaiser von Oesterreich und den König von Preußen hervorgerufene Knndgcbungcn aus dcn Hcrzogthümcrn sind hier angelangt, mußten abcr das Schicksal jcucr Adresse theilen. Sie tonnten nämlich von Sr. t. l. Majestät nicht angenommen werden, weil die kaiserliche Regie» rung von dem Grundsätze dcr Nichtzulassung politischer Manifestationen über die schleSwig - holstcin'schc Angelegenheit Ausnahmen in irgend wclchcr Richtnna. zn statnircn nicht gesonnen ist. Venediss, Ki. Jänner. Die KarncvalSfrendcn haben bereits im vollen Maße begonnen uud die Lust der Vcnctiancr, dcn Fasching zu genießen, tritt bei dieser Gelegenheit deutlich an dcn Tag. Zwar habcn wir öffentliche Bälle nnd Maskeraden bisher noch nicht anfznwciscn, dafür fanden aber vielleicht seit Iahrzchcndcn nicht so zahlreiche HanSbällc hier Statt als in dicscm Karneval. Die deutsche Sitte dcr Tanzkränzchcn hat sich bei dcn Vcnctiancrn vollstün-dig eingebürgert und allenthalben hört man versichern, daß man sich hiebci besser amnsirc als bei dcn gewöhnlichen rauschenden Karncvalsfrcudcn. Anch den hier lebenden Dcntschcn nnd sonstigen Frcmdcn von Distinktion ist allzeit in dieser Art Gelegenheit zur Untcrhaltnna, gegeben und mehrere Salons wurden dein Gcnnssc dcr Karncualsfrcndcn eröffnet, Vor Allen anderen zeichnen sich die wöchentlichen Unter-haltnngcn, welche dcr hiesige Statthalter Ritter von Toggcnburg gibt, durch Eleganz uud dcn heiteren anmnthigcn Ton. dcr anf fclben herrscht, Vortheil-haft ans und versammeln stcts die Elite dcr hiesigen Gesellschaft. Auch dcr hier bcmlaubtc FML. Baron v. Gablenz hat bereits einige sehr animirtc „Tag-Soireen" gegeben. Weilers veranstaltet dcr deutsche Schillcrucrcin mchrcrc Gcscllschaföabcndc, so daß Allen dcncn, welche die Freuden des Karnevals genießen wollen, hiczu hinlänglich Gelegenheit gegeben ist. Padua, l<». Jänner. (Pr.) Die Zweifel über die TodeSmt des im Oktober 18<'ž» verstorbenen früheren NcdaltcnrS des „Giornalc di Verona", Percgo'S, sind nun gelöst, und cs ist so ziemlich festgestellt, daß dcr unglückliche, von viclcn Scitcn angefeindete Mann in Folge cincr Vergiftung gestorben ist. Belmmllich wurde auch von dcr Behörde seinerzeit eine Exhnmi-rnng dcö Leichnams und eine gerichtliche Obduktion desselben angeordnet; doch lautete das Porcrc 5cr mit dieser Untcrsnchnng betrauten Kommission dahin, daß Percgo in Folge großer Anöschwcifnngrn nnd übcrmäßigcn GcnnsseS von Spiritnoscn gestorben sci. Mit diesem AnSsprnchc war aber die Familie dcs Verstorbenen nicht cinucrstandcn, und that weitere Schrille, um Klarheit in das Dnnkcl zu bringen. Während seiner Krankheit und turz uor seinem 3>^ halte sich Pcrcgo oft nnd heftig erbrochen, „no dtt Fußboden dcS Zimmers, in wclchcin er bis zn scincm Todc gclcgcn , war mit dcn ansgcworfcnen Substanzen bedeckt. Ein Apotheker wurde uun mit dcr chemischen Analyse dieser Substanz von dcr Familie dcs Verstorbenen beauftragt, nnd erklärte, dnß dieselbe Bcimischnngcn eines GiftcS enthalte. Hierauf that die Familie Pcrcgo's weitere Schrille b'ei dcn Vcroncscr Gerichten, in Folge deren die erwähnte Substanz sorgfältig abgeschabt nnd dcm Professor dcr Ehcmic an dcr hiesigen Universität, Dr. Filipnzzi, zur chemischen Analyse übergeben wurde. Professor Filipnzzi machte sich eifrig an's Werk, nnd fand, das; sich unter dcr Substanz dcr Erbrcchnngcn Pcrcgo's cin Agens befinde^ welches die starken Giften eigenthümliche Wirkung habc, in Wasser ausgelöst cmc «femlleton. Laibacher Plaudereien. (Längere Tage — Aus dem Casino — Haarkräuölerisches — Narrenabend und Faschings - Liedertafel — Vom Theater.) Die Tage werden schon merklich länger; sie wachsen von Weihnachten an um die Dauer eines Hahnschrci's. wie das Volk sagt. Das steht nun eigentlich im Gegensatz zu dcn Bestrcbnngcn dcr Fa-schingsfrcnndc, welche die Nacht zum Tag machen und dcncn keine Nacht lang gcnng ist — natürlich meinen wir die Äallnacht. Die Tanzlnst steckt an; dic anfangs schwach besuchten Unterhaltungen auf dcr Schicßslättc und im Casino werden immer belebter; der zweite Casinoball war schon ziemlich frequentirt. Es ist nicht zu längueu, die Gesellschaft, welche sich zur Faschiugszcit in dcn lichtcrfülllen Räumen dcs Casino's zusammenfindet, enthält so ziemlich Allcs, was Laibach an Schönheit, Reichthum, Jugend und sozialer Bedeutung besitzt; der in derselben herrschende Ton trägt als Grundfarbe die Gemüthlichkeit, und tin Fremder dürfte schwerlich erkennen, daß cS verschiedenen sozialen Kreisen ungehörige Elemente sind, welche sich hier die Hände rcichcn zur ollain« amil8«nt. Nur dcr Kenner dcr Lokalvcrhältnissc bemerkt die lei« sen Abgrenzungen nnd wciß, wie weit dcrcn Bedeutung geht. Ncdcn dcm Tone dcr Gemüthlichkeit ist es eine gewisse Eleganz, welche die Verschiedenartig» lcit der die Gesellschaft bildenden Kreise verschwinden macht. Wir wollen dcm übertriebenen Luxus nicht das Wort reden, abcr das gestehen wir, dic auf geschmackvolle Toiletten verwendete Sorgfalt nnfcrcr Damenwelt verleiht den Easinobällen jcncn Glanz, jene Noblesse, die sic so angenehm macht. Und das muß man unseren Damen lassen, in Toilcttcnsachcn verrathen sie einen scltcncn Geschmack, wenn sich ja einmal eine Geschmacklosigkeit zeigt, so ist es sicher nicht ihre Schuld, sondern dcr Herrscherin Mode. Heuer liegt dcr Schwerpunkt dcr Mode in dcr Frisur des Haares. Es ist ganz crstannlich, i" welch' wunderbare Formen sich daS Francnhaar brin. gen läßt. In Paris, in der Residenz dcr Modc, besteht sogar ein besonderer Areopag von Haarüänö» lern, wclchcr dcr ziuilisirlcn Wclt die Form dcs weiblichen Kopfputzes uo, schreibt. Dieser Arcopag versammelt sich an bestimmten Abcndcn, um dic Interessen dcr Haarkränslcitnnst zu verhandeln. Wer eine ncne Idee hat, theilt sie mit, und dieselbe wird dann in langen Rcdcn entweder gebilligt oder verworfen. Daß in dicfen Reden das Zopfthun^ cinc große Rolle spielt, licgt in der Natur der ^achc. An gekräuselten Phrasen nnd haarfeinen Definitionen fehlt cs auch nicht. Picscn Debatten folgt cin Ball, wo die Haarklänslcr Damen mit anffallcndcn Fri' snren dcr Kritik aussetzen. Dcm Verfertig dcS am schönsten befundenen Haarlmu'ö wird cin Preis ertheilt und scin Name mit goldenen Lettern in cin Bnch eingetragen. So schreibt man aus Paris und fügt hiuzu, daß die aristotratischc Damenwelt die Krinolinc in Acht und Acmn gethan hat. Hoffentlich werden nun auch unsere Damen sich veranlaßt fühlen, dcr in Reifen geschlagenen Lüge zn entsagen. Die Vorbereitungen zu dcm ans dcn 25i. Februar aubcraumtcn Narreuabcnd sind iu vollem Gange, daö Eomit« hat bcrcitS das Programm entworfen, unt) uoranssichtlich wird dcr heurige Mnmmcnschanz noch interessanter werden als dcr vorjährige. Man hat, Erfahrungen gemacht und wird dicfclbcn verwerthen. In dcn Krcifcn der Sänger, Turner nnd Schützen j beginnt cs sich dahcr schon zu rcgcn, und die Fragc ..als waS werd' ich gchcn" wird im Stillen vcntilirt. Dcn Damen, wclchcn die Männer galantcrweisc ver- l sagt habcn, närrisch zn werden und an dcm Narrcn-abcndc Theil zu nchmcn, machen wir abcr die tröst-! lichc Mitlhcilnng, daß die Vorbereitungen znr Fc>-schingslicdcrtafcl dcr philharmonischen Gesellschaft cbcn-falls im Gange find, und daß dicsclbc noch früher abgehalten werden dürfte, als dcr Narrcnabcnd. Aus unserem Theater ist die Frequenz gcwichc", welche in dcn drci letzten Monaten dcs vorigen Iah' rcs daselbst waltete, und weder das frühere Gastspiel dcr Fran Klerr - Eallian o, noch das gegenwärtige dcs Frl. Alcxandrinc Ealliano, noch das crslc Auftreten cincr Debütantin vermochte mehr als ciü mäßig besetztes HauS zu schaffen. DaS Erkalten des Publikums ist ganz natürlichen Gründen zuzuschrcibc!', Ein größttnlhcils unter dcr Miltclmäßigscit stehend^ Personale, unter wclchcm nnr wenig verwendbar Kräfte sich bcfindcn, nnd cin höchst uniutcrcssanlcs Ncpcrtoir, das sich durch das Fehlen dcr versprochn ncn Operetten hervorthut, haben das Theater dein 57 3rwcitcrnng der Pupillen sowohl bci Mcnschcn als ^ei Thieren zn bewirken. In einer aus der Mille des Professoren - Kollegiums der hiesigen Universität gebildeten iloinnlission, welcher der Iloetor mll^inliou« Vauzctti pcisönlich präsidillc, wiederholte Professor Filipuzzi seine chemischen Experimente mit der cr< wähnten SnlMnz. und es wuldc tonstalirt, daß die» selbe eine i>nlc Beimischung dcs unter dem 9tamcn „duturin" belaniücn Giftes entölte. Zugleich wnrdc die Leibwäsche, welche Pcrcao in seiner Krankheit nnd Todesstunde getragen, untersucht, nnd cs zeigte sich, daß dic an dieser Wäsche zurückgebliebenen Flecken ebenfalls von cm.-.' Snbstauz herrühren, welche eine Bcimischuug demselben Giftes wic die Erbrcchnngcn enthielt. In Folge dieser Thatsachen sprach sich Dr. Filipuzzi dahin ^ns, d(lß seiucr Meinung nach der unglückliche Per^o in Folge einer Vcrgiftnng gcstor. bcn sei. Es wnrdcn nun auch die freilich schon stark in Fänluiß übergegangenen Eingeweide Pcrcgo's einer chemischen Analyse übergeben, nnd vielleicht gelingt cS nun, doch etwas Licht in dieses Dnnkel zn bringen. Ausland. Turin, 14. Jänner: (Fbltt.) Ich hatte Ihnen neulich gemeldet, daß uou Seite der hiesigen Regie-rnng Schritte gethan wnrdcn, nm im Vereine mit der Altionspartei Unrnhcu in Benclien zu erregen. Hcntc unn bin ich in der Lage, Ihnen hierüber folgende ganz und gar verläßliche Daten mitznthcilcn. Hauptsächlich den Bemühungen des Varon Nicasoli ist cs gelungen, eine Annäherung zwischen dem sogenannten modcrirtcn Theile der Attionspartci, als deren Führer Garibaldi bezeichnet wird, und der Rc> gicrnug anzubahnen, um mit gemeinschaftlichen Mitteln eine rcvolntionürc Bewegung nicht nur in Vc-ncticn, sondern auch in Südtirol uud Dalmaticn zu organisircn — wic gesagt, weniger mit der Absicht, einen allgemeinen Angriff auf Oesterreich zn wagen, als um der t. t. Regierung ncnc Verlegenheiten zu bereiten und dic Aufregung der Bevölkerung in diesen Provinzen zn uährm. Die Ausführung wird die Ak-tionspartci respektive Garibaldi unternehmen, und die Regierung sich dlos anf die möglichste Unterstützung dr^elbcn im Geheimen beschränken. (5s wurde eigens festgesetzt, da,; das Konnte, dessen Haupt Ma;;ini ist, von der Expedition angeschlossen fti, und diese nntcr der frohen Dcvijc.- ,It,u1ia min mn Vitwrio I^nul-nn0w" ausgeführt werde. Viele der in Disponibili-tät getretenen piemoiilcsischen Offiziere werden sich dem Uutcnn'hmeii auichließen, welchet« diesmal allem Anscheine inich großlnliger cn annclenl sein wird. Uclicr den Zcitpnnlt dcr Nnösnhl'nna wurde nichts festgesetzt nnd dic Wahl derselben Garibaldi unter günstigen Verhältnissen überlassen, unr so viel wurde beschlossen, daß dic dem Unternehmen natürlicherweise voransgchcndc Einschmuggcluug von Waffen uud Munition nach den zn rcuolutiouircndcu Pro« vinzcn Oesterreichs bis Ende Februar vollendet zu sein habe. Sehr gesummt uud nicht ohne Bcsorguiß ist man über die Haltung Mazziui's nnd scincr Parlci, da man befürchtet, daß derselbe, dergestalt von der Theilnahme ausgcschlosscu, sich beeilen werde, dem Unternehmen durch irgend cineu tollen überstürzten Putschl'!tc<>Bcrwaltcr, Herr Marli,, Glouacli, nach tlnzcm Veidcn in, 47. Lclicnsjahrc. Sein Verlust wird nicht nur von seiner zahlicichen Familie, son» dcrn auch von seinen vielen Freunden und Bctanntcn schmerzlich cmpfnndcn werden. Als Mann von um-fasscndcu Fachtcuntnissen hat er sich die Achtung aller Derer zn erwerben gewußt, die mit ihm in Beruh-ruug kamen, und namentlich dürfte in dcr Qucck» silbcr-Hütte, die cr so erfolgreich leitete, sein Tod cinc nicht leicht auszufüllende Lücke zurücklassen. Idria's Bergleute senden ihm den letzten BergmannS-gruß „Glück auf" nach. — Wic mau dem „Tempo'' aus Görz schreibt, hat die vom t. t. Obcringcnicur Scncrad vorgcnom' mcnc Revision des Eiscubahuprojcltcs Görz - Villach (üdcr den Prcdil) die Länge dieser Bahn von 24. 79!) Meilen anf 17. 71!) Mcilcn rcduzirt, so daß sich der Bahn Udine»Pontafcl-Villach gegenüber, deren Länge auf 20. /582 M. angeschlagen ist, eine Abkürzung von 2. 003 M. ergibt. Die Kosten, welche früher anf 43.242.0(X) fl. berechnet wurden, beziffern sich jctzt mit 27,008.300 fl., während jene filr die Linie Udinc-Vlllach anf 28,091.380 Gulden angeschlaaen werden. " — Dic Gcsammtcinnahmc dcs abgclanfencn ^alp rcs anf allen Linicn dcr Süobahu erreichte 25,133.108 fl uin nahczn 1 ^ Million Gnldcn mehr als 1863. ' (Elias Rcbitsch i). Wir können nicht umhin, dem Andenken unseres geschätzten Mitbürgers dcs jubil. Gymnasial-Präfcitcn Eliaö Rcbitsch! dessen Tod hier so allgemeine Theilnahme erregtes cinigc Worte zn widmen. Geboren im Jahre 1784, 12. September in der Sichclburgcr Mililärgrcuzc *), besuchte dcr Verewigte die Normalschulc in Rann, das Gyinnasinm anfänglich in Marburg, später, sowie dic philosophischen Jahrgänge (die jetzige 7. uud 8. Gymnasialtlassc) in Laibach, studirlc die Theologie in Agram uud vertauschte dann die geistlichen mit den jnridischen Studien, die cr im Iahrc 1812 vollcndctc. Er wnrdc hierauf Supplcnt am Grazcr Gymnasium uud im Iahrc 1813 crfolgtc scinc definitive Anstellung als Hnmanitätslchrcr (ncmlich für die 5. und 0. Gymnasialtlassc) in Eilli, von wo cr im Jahre 1816 in *) Diese merkwürdige Enclave Kram's entstand um die Mitte des 16. Jahrhunderts durch flüchtige Christen aus dem türkischen Bosnien, welchen man Land anwies, wofür sie jedoch in steter Waffenbcreitschaft scin mustteu. gleicher Eigenschaft nach Laibach versetzt wurde. Hier wirkte cr bis zum Jahre 1820 als ein wahrer Vater der stndircndcn Jugend. Im Jahre 1838 wurde cr Gymnllsilll.Präfeit, wclchc Stcllc cr bis zu Ende dcs Schuljahres 1854 bekleidete. Für scinc bewährte Anhänglichkeit an das allerhöchste Kaiserhaus nnd seine langjährige, stcts ansgczcichnctc Dienstleistung zeich-nctc ihn Se. k. t. Apost. Majestät mit dcr großen goldenen Vcrdicnst'Mcdaillc aus und so trat cr nach 41jährigcr Dienstleistung in den wohlverdienten Ruhestand. Wir dürfen schließlich nicht unterlassen, dic Verdienste dcs Verewigten nm den lrainischcn historischen Verein zn erwähnen. Mitglied dieses vaterländischen Vereines seit seinem Beginne (1844) später Ausschuß-Mitglied und (1858 — 1859) Sekretär und Gcschäftslcitcr desselben, war Präfctt Re-bitsch auch wissenschaftlich thätig, indem cr die Mit-thcilnngcn dcs Vcrcincs mit gründlichen Arbeiten über dic älteste Geschichte ^nwna'« und die Schicksale Kraiu's zur Nömcrzcit, dic Regcntcnnamcn dcr Wen» den, dic senonischcn Gallier, bereicherte. Und so wirb daö Andenken dcs würdigen Mannes nnd Patrioten nicht nur seinen ehemaligen Schülern und Studien» genossen, sondern jedcm Vatcrlandöfrennde stets in Ehren scin. (Theater.) Fräulein Alexandrine Calliano trat vorgestern Abend in dem Stücke „die Eine weint, die Andere lacht" als „lachende" Witwe, gestern Abend in „die Gefangenen dcr Ezaarin" als Ezarewna auf und erntete in beiden Rollen verdienten Beifall. Ihre Auffassung der Charaktere ist durchdacht, ihre Darstclluug fein nüancirt, ihr Spiel verräth die routinirtc Schanspiclcrin. Als besonders gelungen müssen wir dic Szene in dem gestrigen Stücke bezeichnen , wo ihr dcr Lieutenant (Herr Blach) gcstcht, daß cr sie liebe. Sie brachte die weibliche Eitelkeit und Gcfnllfucht vortrefflich znm Ansdrnck. Zu be« dauern ist nur, daß die übrigen Darsteller oft einen so großen Abstand verrathen, nnd daß dic Ansstat-tnng der Stücke, wie z. B. das gestrige, cinc mehr als dürftige ist. (Veränderungen im Clerus der Laib ach er Diöcese.j Herr Andreas Samcjz, Katechet an dcr Musterhauptjchule und Professor dcr Methodik, wurde Professor der Pasloral'Thcologic au oer theologischen Lehranstalt hier. — Dic Lokalic Podlipa ist dem Herrn Ignaz Otorn, Kaplan in Altenmarlt, verliehen worden. — Herr I. Mral, Kaplan in Möschnach, kommt nach Altcnmartt. — Herr Bl. Mnhoviz von Vigann nach Möschnach. — Gestorben ist Hcrr LutaS Richter, Pfarrer in Lcdinc, am 10. d. M. (Schiußuechandlllugen beim k. k. t'andcsgerichte.) In dcr nächsten Woche findcn bci dcm hiesiacn l. l. Landcsgcrichtc folgende Schlußvcrhandlungcn Statt: Am 25. Jänner: I.Franz Stalar — wcgen Diebstahl; 2. Johann Kristof — wegen Dicbslahl. Am 20. Jänner: I. Franz Sajc, Josef Sajc und Johann Sajc — wcgcn Diebstahl; 2. Josef Logcr — wegen Dicbstahl; 3. Andrea« Bla/.ull — wegen öffentlicher Gewaltthätigkeit. Am 27. Iäuncr: I Josef Kcrstcin, Andreas Meäct und Johann Erlach — wcgcn Dieb-stahl und Bctrua; 2. Maria Islra — wegen Betrug; 3. Maria Kodcrmann — wegen KindcSwcglcgnng. AU5 icm Vmchtssaalf. : bcigcwohut. — Es ist die Rcdc davou, das Kardinal Andrca iu sciuc Diözcsc zurückberufen wcrdcn soll. (Dasselbe Gerücht wnrdc schon vor acht Tagcn berichtet.) Newport, 7. Jänner. Nachrichten auS Mc^ xilo mcldcn: Dic taiscrlichcu Truppcn habcu Ä^azat-lau, Manzanilln, Eolima und Tcpic bcsctzt. Das Gerücht von dcr Niederlage uud Hinrichtung Eortiua's wird dcmcutirt. Man erwartet ciu Gcfccht bci Ojaca. Kaiser Ma^ilnilian hat scin Viiuistcriuiil gewechselt. Theater. Hcutc Samstag: Nosa und Nööchen, Schauspiel in 4 Aklc», vou Charlotte Airch-Pfciffcr. ZwcitcS Debüt des Frl. Schröder. Morgen Sonntag: Die Verlassene, Volksschauspicl in 5 Aktcn, von Th. Mcgcrlc. Frl. Alexandrine Ealliano als Gast. Corrcslwlldellz dl^r Vxl»edililm. Herrn Ioscf Vaner in Nicn: Ihre Zeitung wurdc vom 1. d. M. an unter der Adresse: Kärntncrftrasic Nr. s>!> rcgclnläfng crpcdirt. Wir habcn Ihrer Adresse jcht dic Wortc ,,p0^w rt^tlmi^' hinzugefligt. Verantwortlicher Redakteur: Issna; v. Kleinmayr. Druck und Verlag von Issnaz v. Kleinmayr K5 Fedor Vamberss in Laibach. Telegraphische Effekten- und Wechsel Kurse an der t. k. öffentlichen Börse in Wien. Dcn 29, Iümier. 5'/, MctalliqucS 72,35 1860-«r Anleih« l»2 «5 5'/. Nat.-Änleh. ?0,^0 Silber . . . l 14.^5 Vankaktit» . 787. London . . 115 - -Hrtditaltim . 133.50 K. k. Dulatcn 543 Ircmden-s» — Oadtr, Rcali attnbljlßn-. von Marburg. — Snscha, G.wers.jl'cilhn'. c>u6 Stlicrmarf. — Vlau I P nud Vl^ii i.' H.i!!d»'l^!nil>', von ^«i'scha. Mohren. Die Hclrrii: ^lildlnr, ThilNil^t. von Piazzcla. — Za»,isr. H.nid.^manii, vo» Tol< Verstorbcne. Den 13. Jänner. Tem BartholomänS Po» gatschnig, Maga;in5arbrilcr, scine Gatlin Maria, alt ^itt Jahre, in der Sladt 3lr, 183, an der Lungentuberkulose. Dcn 14, Johann Suftantschitsch, I»-U'ohner, alt 40 Iahrc, im Zivilipilal, an dcr Anözchrnng. -- ?lnto,n Halüsar, sscnicsl-ncr .^ulscher, alt 6Ü Iahrc, im ZiviWtal, an Alters-schwäche. — IolMn.Ltüllsr, Institnl!,al!ncr alt 71 Jahre, im Versorgnngohansc, an dcr l,'ilna,enlähnmna.. Den 15. Maria Panschel, gewesene Kuchin, alt 7i) Jahre, in dcr St. Hcte'rö-Vorsladt :'ir. 23, an, Magenkrebs. — Herr Mathias Seemann, Hauübeschrr nnd gewesener Handeln mann, starb im 75. Lcbcnüjahrr, in dcr Sladl Nr. 211, an dcr Lungenlähmnna.. — Fran; Salomon, Greißlcr, alt 5.j Jahre, in dcr Karlstädtcr-Porstlldt ^ir, 14. an der^uncicnsnch!. Den 1«. Johann Smrclar, ^chn^ider, alt 5!) Jahre, im Civilspital, an dcr Bungen,-lahmnng. Den 17. Herr Elias Ncbitsch, l. l. cmc-ritn'tcr Oynniasial ^ Präfclt nnd ÄrsilM' dcv ssroßen goldenen Verdienst - Medaille, slarb im ^1. Lebensjahre, in dcr Kapuziner - Vorstadt Nr. 1!), an dcr Gehirnlähmnng. — Ursula (?rum, gewesene Magd, alt 71 Iahn, im ^er^ sorgungöhansc, am Zchrfieber, — F>'an; Ne-ilcth, Hauösnecht, altZ8 Jahre, in der itap!i;i,icr-Porstadt Nr. K8, an dcr Lnngcncntznndnng, Berichtistunss. In dem in Nr. 1K du-scS Blattes vorlam-inenden Verzeichnisse ilber gelüste Neüjahr,?-und Nanlrn6tagü-(3ratnlation6-Erlaf!tlirti,'n j,<„ l8!ra; hkr angclommcn nud cmpsichlt sin rcicl, assovtirtes Waarenlager uon Daillen- nnd .Herren Hclulliwaarc» ;ii den billigsten greisen. !^H^ VerkaufShutte Nr. tt "^« lain Marktplatz während dcr Daner deft Marlte«. (lt>-2) Ditllstmllnn-Institllt. Praktische Zimmel wichser werden dem verehrten /^. V. Publikum auf Verlangen gegen billige (5nt lohnung zur Verfügung gestellt. j5H" Ich bitte.;u lcscn! ^)Ä f W^sftrmsihlcu cr^u.p) »I'd «lu^rcu Mldl' sorteii v!.'!i sel'r ^»tcr i^,!l'urg vcraut. worllichen Conill^. Jedes Los kostet «H <2a.r. — 52'/, fr. S. «W. — 8« kr. Oe..W. Auf 10 i!ose — , frei; auf 100 ^sc ^ «4 frci. Zu dez'rhrn vom HanplDrpot in Leipzig l>ci Gelder und Vri,fe 5,l,ncu. Albert Hoffmann. li^H^' Anftraggeber ans D e ste vr e i cl» lassen an« zwcckmäsliststen die Vose bci einer beliebigen Adresse in Veip^ist oder Druden ,,ict>erleqeu nnd sich »nr die ??n,n,«er» »nittyellc«, »oovurch ancl, s. Zeir dic )tea-li,lr,l»a der wlwi«„e erlcichterf wird. I„ itl>ift;i,) ,