MARBURGERZEITUNG AMTLICHES ORGAN DES STEIRISCHEN HEIMATBUNDES Vtriag uad Sdiriftlaltuag Marburg •. «. Drau, BadgaM« Nr. I. Paranili N.. M-«?, l5-«8. 23-69. Ab II Uhi Er»chetnl warktlnürh .!• Marnunutf..»« a-,..™.™,.!. n (Uglicb auflar SaniitaaMal dla Schrlftlaltung nur auf Fanruf Nr 2Ä-67 «natcbbar Uovarlanata ZuBchrÜtcn ward» I9a Rnf Pn«i»ii?inn«n*hiihr ' 5! " lahlbar) monatlich RM 2.10 elaichlleBUcb .lebt rflck0..aadt M aimtllcban Anfragen tri da. ROrkporto baizulagaa PoatScÄo Ä n" 5«^ Im 2~ ASh durch "" CaThlft.rtalla Gaacblftaatalla. ir Ol'« Marktplat, N,. 11 Famruf Nr I. und ü. Patta, 0,„rtorgana Nr X Pan»uf Nr I». ^ ,,bflhr'. -Bln,aJnua.a.i» ^aX °rdl2-"E»n^''elp?;r'aX'YJLruil,g*:/a^ Marburg-Drau, Donnerstag, 4> Mai 1944__Einzelpreis 10 Rpf» Aufschrei der Gepeinigten Die Sowjetmethoden im besetzten Rumänien — Wiedereinsetzung der Juden und • Säuberungsaktion' des NKWD PK-Aufnahme; Kriegsberichter Schilder #Wb| Stontruppübung slowakischer Pioniere Ein verlassener Graben bietet dem Stoßtrupp Schutz. — Die eigene Artilleri« schießt Flankendeckunj^. Geld, Rohstoffe unJ Moral Womit wird der Krieg finanziert? dnb Bukarest, 3 Mal üb«r da« Vorgehen d«r Bolcchewlstfen ia den von Urnen besetz t«n rumAntachsn Gebieten hat man In unterrichteten ru-mSnischen Kre4een anhand von Berichten mehrerer geflüchteter Ruminem 1e>tzt ein Kionlich lüdcenloeei Bild. Am Teae nach der Besetxima wurden in den St&dten vnd Dfirfem Aufforderunaen plakatiert, alle Ober besünmite gerinqfQglqe Men-flen hin«uea«henden Lebenamittelvorräte bei der Kolchoezentrale ebzuhefem. Die Bauern erfuhren auf dleiem Wege qlelch-seitiq, daß die Kolchotwlrtschaft wieder eingeführt worden let Die Aufforderung war mit Androhung der Todeeetrafe ge-fr«n dlejenigein ve^bimden, die ee wagen sollten, die VorrKte versteckt lu halten. Niemand werde, eo hiefl es im Aufruf, der GewiAheit entgehen, mit seinen versteckten Vorr&ten denunziert und erschossen zu wsrden. Die VorrAte wurden dann sofort der Sowjetarmee zur Verfügtuig gestellt oder ins Innere der Sowletunion geschafft, Die Bukowina wurde welter In diesem Aufruf lur SowjMprovtn« erklArt. 2^hl-felche In den letzten Jahren srlassene nnninische Gesetze wurden sofort außer Kraft gesetzt. Eine der ersten MaBnahmen war die Wiedereinsetzung der Juden in die von RumAnen übernommenen Unternehmungen. Alle mAnnlichen Bewohner Im Alter von 16 bis 60 Jahren wurden sofort eingezogen und an weit entfernte Frontabschnitte geschickt oder zu Arbeitsmannschaften zusammengefaflt und ins Innere verschickt. Die sow|eilschen MilitAistel* ihib B«kartst, 3. Msl nnern Binwohner sus dcab trMsnJstrl-sehen Ort Rudniza gelang es. noch nach der bolechewlstischan Besetzung zu flüchten. U, t. berichtete er auch bei seiner Vernehmung durch deutsche Soldaten von einer Untftt der Bolschewl-sten, die unter besonders helmtückischen UmstAnden erfolgte. Der Zeuge der bolschewistischen Grausamkeit, der 36-jAhrige Nikolai Wlsdimlrow, erzAhlte darüber folgendes: »Als dis sowjetischen Tnippen Rudnl-KS besetzt hatten, wandte sich Ihr Kommandeur In einem Öffentlichen Aufruf an die Bevölkerung, in dem er die »sowjetischen Rechte«, vor allem auch dl« der »freien Religionsaueübungt verkündete. Am nAchsten Sonntag nach dem Abrük- Streiks In England and Kanada dnb Stockholm, 3. Mai Mehr als 3500 MAnner und Frauen, die in einem Werk In Dagenham nahe London beschAftigt sind, traten — Reuter zufolge — am Mittwoch in den Streik. Die Mittwochmorgenschicht kam in die Fabrik, stand jedoch untAtlg neben den Maschinen und verweigerte die Aufnahme der Arbelt. Wie Reuter weiter meldet, beschlossen auf einer Massenversammlung die Angestellten der Ford-Motor-Company in Kanada durch Abstimmung zu streiken. Dieser neue Streik beginnt genau zwei Tage nach Beendigung der Arbeitsniederlegung, durch die das große Rüstungswerk zehn Tage lang stillgelegt worden war. ChristoHni erschossen tc Liesabon, 3. Mal Die Hinrichtung des Gründers der nordafrikanischen Phalanx, des Obersten Cristofinj, wurde Mittwoch morgen vollzogen, wie seitens des Algder-Ko-mitees bekanntgegeben wurde. Oberst Cristofini war vor kurzem vom kommu-nietischen Gerichtshof der französischen Dissidenten in Algier zum Tode verurteilt worden. len hatten Offenbar aus naheliegenden Gründen Anweisung, die Bewohner der rumAnischen Gebiete nicht an der rumänischen Front kBmnfen zu lassen. In Tschemowltz wurde der Ausnal. le-zustand verhAngt. Wer zwischen 19 und 7 Uhr aichnrtc sich im Sommer 1043 hei den Angriff.skcirnpfeii westiicli Kiew besopfiers aus. Er hat aus eigenem Entschluß mit soin<>r Kompanie einen sich erbittert vehrt-ndcn Gegner in der rianke gefaßt und diesen zur panikartigen Flucht gezwiinqen. Durch diese Tat, für die Le* mit dem nilierkrenz ansge-zoichnet wurde, kam der eigene Angriff wieder in Fluß, und es gelang, den Gegner völlig zu zerschlagen. Abkommen zwischen Spanien und den Alliierten dnb Madrid, 1. Mal Die Verhandhingen Spaniens mit England und Amerika über das Treibstoffembargo und sonstige schwebende Wlrt-schaflsiragen haben zu einem Abkommen geführt, wodurch die Beziehungen Spaniens zu den in Frage kommenden Landern geregelt wurden. Diese Regelung bat eine bestimmte Einschränkung Schwedens Neutralität unverändert Rede des Ministerpräsidenten — Volk einig hinter der Regierung dnb Stockholm, 3. Mel lo einer Rede in Melmö enliAllch der Peier des 1. Mai unterstrich der schwe-dleche MinisterprSsident HenHon Aen unvarlndertMi Willen fchwedena, die bisherige neutrele Uale w«lter n Tpr-folgen und spielte auf die engllach-eme-rikanischa Forderung an Schweden ea, die Handelsbeziehungen mit Deutschland elnxuscbr&nken. Bi habe oft darauf hingewiesen, führte Hansson aus, daA die Neutralitfit ein Mittel sei ,um daa Ziel tu erreichen, das Schweden sich g«> st>3Ckt habe, nAmllch, das Land mit bewahrter Freiheit und SelbstAndigkeit außerhalb de» Kriegen tu halten. Die überwältigende Mehrheit des schwedischen Volkes stehe jetzt genauso bestimmt wie bisher hinter dem Vorsatx der Staatsführung, das Land außerhalb des Konfliktes zu halten. Es sei Schweden selbst, das seine Neutralität wahren müsse. Die Neutralen müßten selbst hourleilen, wie sie am besten Ihre In-torespen waliren und ihren Idealen dienen können. Die» geschehe nicht durch ein« Teilnahme am Kampf. Keinerlei UmstSnde körmten lu einem Venlcht auf das Recht n eigener Beurteilung and n dem ttarvetlndnla fOhren, 4ei andere darflber entachelden eollten, «na richtig und reoht in Bemg anl ttellunf. Interessen und Maflnahmen des Neutralea sei Dies könne und werde Schwee den nicht tun. Der Leitartikel Ton JItocktohne Tld-■lagen" heeelrhnet ea e. a. al« wehrhaft gut begründet, 4mt 4w achiredleehe Ml-nleterprlildenl energledi den enrerln- derten achwedischen NentralltltswlIIen unterstrich. Der Mlnisterprlsldent hebe Tölllg richtig featgestellt, daB die Überwiegende Mehrheit des schwedischen Volkes letit wie fiHher die Regierung in Ihrer Abalrht Schweden euBerhalb des Krieges lu halten, unterstütze. Hansson habe sich mit seinen Äußerungen aber auch an gewisse Kreise gerichtet, die offen ihre Konjunkturpolitik proklamieren. „Ny Dagllt Alehanda" stellt fest, daß Schweden infolge der letzten Ereignisse das Empfinden habe, daß die GroßmAchte durchaus mit Kampfhandlungen im Norden rechneten. Es sei gut, erneut festzustellen, wie es Hansson getan habe, daß das schwedische Volk betreffs der Nou-tralitAt einig hinter der Regierung stehe. Ea ael wlimtlg, daß der MinUterprAel-dent die Ubeneogung autgeeprochen kab«, 4aM aiM tinei plötiUchen Ua-•ehsrn eav adiwedleelwi AvtenpoU-tlk nldht fereduMt wden kflnnta. Der Kampf gegen Banden Wichtige Banden-Stützpunkte im Sawe-Geblet unter Waieer teb Beriln, t. Mai Starke Bandeakrtfte ketten tai dea Niederungen zwischen Sawe nnd Boaut Schlupfwinkel gefunden, sich dort festgesetzt und bedrohten von hier aus ständig die Bahnlinie Belgrad—Agram, sowie die umliegenden Ortschaften. Sie leiteten hier auch den leufenden Nachschub von im nördlichen Serblea erpreA-ten Lebensmitteln and Pahrseugen aadi Bosnien, Aber eu Sawe. Dleee XvifU wurden vee «m e elngasffhlnaeen. Dwrdi Pioniere 4M vciiMvaen eee aeeanioeaee e^ Affnet, Am NUdaffvaoen mtt «IIm Schlupfwinkeln nd unterMnflen der Banden dadurch unter Wasser geaetit und die FAhrstellen über die Sawe zugleich unbrauchbar gemacht Die eingeschlossenen Bandengruppen versuchten vergeblich sich auf einige höhergelegene aus dem Wasser ragende Stellen zu retten oder die deutsche Umzingelung zu durchstoßen, doch nur einigen gelang es, sich nachts durch das Wasser vor den deutschen Maschinengewehren in Sicherheit zu bringen. Die meisten Banditen fanden den Tod im Wasser, denn durch spätere Luftaufklärung wurden unzählige tote Banditen und zahlreiche Pferdekadaver im Wasser treibend gesichtet ' ' ' Nach der Bombardierung serbischer Städte durch die anglo-amerikanlsche Lnftwalle TMMcbtee ki 4im letitnn Aprlltagta boIachewlatUdM Baadentnip-pea Ober die Drlna und dea Ibar nach Nordweatierbien einzubrechen. Sie wurden jedoch in harten und für sie verlustreichen Kämpfen von deutschen Truppen zurückgeschlagen, nach Westen ab-gedrlngt und mußten ,tich schwer angeschlagen In das Geblrgigeltnde Boanl-ena luHlckilnhan. An der Abwehr der BendKee vnraa mbleche FretwUttgen-Vwkleia Dw an 90. April fmjmteunrte deutache Zwergpanier Tom Typ Qollath fiberm-aehend la elnea atark auagebauten feindlichen Stfltzpunkt ein. Die game Aktion dauerte leha Mlnnten. Die Toa Nord-amerlkanem besetztea Hiuaergruppen wurden dabei in die Luft gesprengt Ein deutscher Stoßtrupp, der sich schon in der Nacht hier hinter den amerikanischen Stützpunkt vorgearbeitet hatte, riegelte das GelAnde nach rückwArts ab, um ein Entkommen der überlebenden zu Terhindem. Et wiirden Gefangene eingebracht Danltt haben die detltAehetv Gollath-Kisinpfthippt Ih^n ' tcKhtifh' ""er^ folgreichen Einsatt an der Ne^tuno-Front durchgeführt der spanischen Wolframlieferungen an Deutschland zur Folge, während die Sperrung der anglo-amerlkanlschen öl-lleferungen an Spanien wieder aufgehoben wurde. Was sie mochten, wenn . . . Die deutschen Kunstschätze sollen geraubt werden O Stockholm, 3. Mal Wie »Daily Sketch« meldet, werden von den Vertretern der Pelndmächte Pläne erörtert, die darauf hinauslaufen, daß Deutschland die Kunstschfltze gerauht worden sollen, wenn..., nun. wenn PS Ihnen gelingen würde. Deutschland niederzusc hingen. Man möchte nach dem Muster In Sizilien verfahren, wo die jüdischen Händler den Truppen folgten und alles raubten, was sie an wertvollem Kuusigut erhaschen konnten, um es dann für schweres Geld an reiche Snobs loszuschlagen. Nun, man kann da nur Sdgen; lierrsrhaflön, wartet ab, noch ist CS nicht so weit. Kommt nur, um Euch das zu holen, nach was Euch gelüstet! Der deutsche Soldat wird Euch schon gehörig auf die schmutzigen Finger klop-len, damit Euch der organisierte Kunst-raub vergehtl Ghaadli Befinden verschlechtert ' dnb Stockholm, 3. Mai Wie Reuter meldet, gab die brltlech-indische Regierung eine Varleutbafung heraus, wonach in Ghandde Befinden eine Verschlechterung eingetreten ist — Sein Allgemeinbefinden gibt erneut zu Besorgnis Anlaß, zumal Ghandi durch den langen Aufenthalt Im britischen Kerker körperlich ohnehin sehr geschwächt ist, Neue Ritterkreuzträger dnb Führerhauptquartier, 3. Mal Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an f^-Sturmbannführer Hans-Heinrich Lohmann, Bataillonskommandeur In einem ff-Pantergrenadlerre-giment (geboren 1911 in Gütersloh ols Sohn eines Schneidermeisters), ^^-Haupt-sturmführer Rudolf Saalbach, Kommandeur einer ^^-Panzeraufklärungsabtel-lung (geboren 1911 in Großenhain als Sohn eines Bauern), f^-Obersturmführer Walter Saebach, Kompanieführer In einem ffPanzergrenadierreglment (geboren 1920 in HAerlon) und ■^f-Obersturm-führer Heinrich Schmelzer, Führer der Pionierkompanie in einer f^-Panzer--kampfgruppe Die Tarnung fällt Man, kann einen Mohren weiß ah' streichen, das kann man, aber er bleibt §in Schwarser. Darum spricht tna/i auch Von einer Mohren wöscAe, die iwtckloM Itt. Bin Mohr bleibt 9tn Mohr. P/e sohwarie Haut ist Ihm no/urgeffebeji. Mail kenn auch einea Tigmr einsperren und cfreieieren, mbtr »ln»t Togee wird er se/nen Bdndfger anfoJ/en« weil Ihn der Mordi/iffink; mltpegeben lat. Natur bleibt Natur. So l$t e« auch bei dem /üdleahsn Boh schtwlsmus. Br kann dl» Mordin«l/nJirntnerstrdD(j 12 melden. Veranpfaltunqen zu Gunsten de? Deutschen Roten Kreuzes In Rast. Sonnl.iq, 30. April, wurde im Hoimatbundsaal in Rast eine Veranstaltunq durchqeführt, deren reirher Erlös dem Deutschen Roten Kreuz zufloß. Die Darbietunqen der Lal-enspielqruppe, der Sinqschar, des Har-monikaorrhesters und der Junqraädel wurden sehr nut aufrycnommen. Die Z'.vi-fichemnusik iiesorqie der Wehtrnann-schdfts7nusik7itn au« Rast, Reiüf^nden sat7 fcitidcn die von der F'ciuenfichait tum Verkaufe anqebotonen Mehlspei-sen. Glückwunsch des Gauleiters Ehrentag eines bewährten Marburger Volkstumskämpfcrs Am 30. April feierte einer de.r bewähr- | Schulvereines »Südmirk«, als auch als testen Volkfitumskämpfer der Untersteiermark, Pg. Julius Pfrimer, Inhaber der altbekannten Weingroßhandlung Pfrimer, seine goldene Hochzeit. Der am 16. August 1869 in Marburg a. d, Drau geborene Jubil.ir eifreut sich in der Drau-stadt großer Beliebtheit. Bcrutiich stüt/t sich 6Cin Können auf viele Reisejdhro im Rheinland und in Ungctrn. Nach der MilitärdienEtzeit im heimischen Infanterieregiment 47, woselbst er zum Leutnant befördert wurde, trat Pq. PIrimer in das väterliche Geschäft ein. Am 30. April 1894 vcrehelichte er sich mit der Tochter de« ehemalgeji Stadt- und Primararztes Dr. Mally. Frieda Mally. Der Ehe entsprossen diei Söhne und eine Tochter. Schon um 1890 trat Pg. Pfrimer in das Öffentliche Leten, woselbst er in Mar-buig zmn Gemeinderat gewählt wurde, und in weiterer Folge, zum Obmaun des Finanzausschusfios. Der Bau der neuen Reichsbtücke, des Gaswerkes und der Erwerb der Bestattungsanstali fallen in diese Zeit und legen Zeugnis von der Tüchtigkeit des Jubilars ab, der sehr viel zu diesen Aktionen und Erwerbungen beigetragen hatte. Im Jabre 1914 vom damaligen Statthalter «um wirtschaftlichen Beirat des Bürgermeistars ernannt, hatte Pg. Pfrimer Gelegenheit, für die unbemittelten Klassen einzutreten und vorbildliche Arbelt auf dem Gebiete dar Fürsorge zu leocten. Als Mitglied des deutschen Obmann des Marburqer Iheater- und KasJnovereines, könnt» er auch aul kulturellem Gebiet« auf beachtliche Erfolge zurückblicken. Auch in der Zeit der brutalen Zwangshcrrschaft hatte sich Pg. Pfrimer «ofort dem Volkstuniskanipf zur Verfügung qestcHt. Er wurde vnn der deutschen Minderheit in den Gu-meindcrat und ira Verlaufe dessen in den Sparka'sseniu.'sschuß gewählt. Nach mehrjähriger und erfolqreichftr Tätigkeit wurde er, der sich immer zum Volks-tumskampf bekannte, durch die dam.^-Hgen Machthaber seines M^ndote« iiir verlustig erklärt. Es ist sellistvorstimd-lich, daß Pq. Pfrimer dem Deutsch-Schwäbischen Kulturbimd angehörte und hier eine rege Tätigkeit entwickelte. Nach der Heimholnng der deutschen Untersteiermark in das Reich, war der Jubilar einer der ersten die sich der neuen Führung und damit dem Steiri-schcn Heimatbiuid restlos zur Verfügung stellten. Und wie seit allen Jahren der Tätlgkedt für das deutsch« Volkstum, In erster Linie der Fürsorge für die minder-bemittelten Volksgenossen, so wandte sich auch jetzt Pq Pfrimer mit besonderer Liebe diesem Gebiet zu und hat nun auch hier Gelegenheit, unterstützt durch seine reichen und vieljährigen Erfahrungen, st-gensreich zu wirken. Das gerade in einer Zeit, wo das deutsche Volk dem brulalstcn Luftterror ausgesetzt ist, und wo es gilt alle Vorberei-hmgen und Schutzmaßnalimen zu treffen, wo Männer wie unoer Jubilar unentbehrlich sind, dies werden dlejeijienze begdnytne An/dhl Vcrbreclifir, stiey ddrach im voricirn J«lir um mehr als 25 v H., wl« das Büro dpr SicherheifspoUzei in Washington k'irzUrh hekanntqab. Auch die Anzahl der von juiifjpn Mcldrhfin bpganqe-nf»n V(>rbrochfji ist qewachsen. Hier ent-fiilll die gröfl'a Zunahm« der Delikte auf das Gebiet der Gelegcnheltsproflti-tution. Von jungen Mädchen begangen« F.inl'ruchsdicbsstähic sind um 30 v. I!. Bei 1 381 h8t in den USA im .'Ahri» 1943 bcqangpiien Verbrechen liegt rim grüßte Zunahme «uf dem Goblet dor Autodiebstähle und Vergewaltigung. Diese Meldung beweist eindringlich, wie ii% mit der Jugend Im Roosevelt-srhen PlutokTaten-„Parfldiei" aussieht Die jüdisrh-plufokratischen „Weltftrob«-rer" und Kriegshetier, die aus dem Blut Ihrer Soldaten riesige Kriegag«winn« flehen können, kümmern sich auch keinen Deut um die Erziehung Ihrer elg«-n«in Jugend und lassen sie verkommen. Aber sie wollen die Welt „verbessern". Durch dm |üngs|en Ausbruch des Vesuvs wurden nach den jetzt vorliegen-tion Fpsts(ellunf(en Im ganzen elf Dörfer mit einer OberflScho von 143 Quadrat-Vilometem lerstftrt. Die Zahl der Toten betragt 39t. Der angerichtete Schaden belä'jft «ich auf 7wei Milliarden Lire. Typisch jndi'fcher Betrug am «Iqenen Rtisspngenosson. Von einem typischen Rotrug, dnn in zeitgemäßer Weise drei Jtiden, die sich als Detektive ausgaben, bei einem eigenen Rassengenossen vprübten, berichtet die ungiirisrhe Zei-t'.ing iMagyar Szo«. Zwei jfidiiche An-qpstRllle und ein jüdischer Filratechnlker erschienen in der Wohnung eines Buda-poster jfldischen Ingenieurs und gaben si' h dort aU Kriminalbeamte an«. Bekanntlich müssen die Juden «fimtllch« \>rmftqriigverh. Dip drei PieuHo De'ektive »be-M hln'iriahmlpii« daraulhin dip Schmuck- WIRTSCHAFT UND SOZIALFOllTIK. Organisation der Holzbewirtschaftung Die Rohhul/bewirtBchaftunq Ist im Kriege schrittweise immer straffer gefaßt worden. Am eingehendsten tat die Bedarfsermittlung und -deckung bleher beim Gruben- und Paierholi erfolgt, auf das 35 V. H. des jährlichen Nadel- und Laubnutzhol/aufkommens entfallen. Bei den übrigen 65 v, H. d«t jihfllch verteilten Rohholzei ist zwar auch tchon stet« eine mengenmlRige Bedarfiermltt-lung und -deckung durchgeführt worden. Es hat sich aber ati notwendig erwiesen, ftie durch ein« genauere Ermittlung der Produktlonsauftrlge der einzelnen Betriebe zu vartiefen und ja nach Umfang, Art und Tarminstellung dleter Aufträge bu entichedden, welche Hollkontingente den Betrieben lugetellt werden «ollen. la diese Aufgabe lind nun seit einiger Zeit die Wirtachaftaor-ganlaatlonen elngeachaltet worden. Nach Ausführungen des Abtellungaleltura la der Relchsetelle Porst und Holl, H. A. Bonde, ergibt aich für diese Mitarbeit Im wesentlichen das folgende Bild. Bei der Verlellung dea Nadel- und Laubslammholzes, das den größten Sektor des Rohholzaiifkommenis ausmacht, wird zwischen «olchen Betrieben unterichle- aachen dei Ingenieur« In der Wohnung der Schauspieletin und nahmen auAer-dem die Schmucksachen der Schauspielerin selbst mit, die einen Wert von 160 000 Pengö hatten. Man konnte die drei falschen Kriminalbeamten verhaften. Uberachweniniungakataatrophe dei MIsalssIppl. Zeluitattsend Soldaten unid Ingenieur« der amerlkaniachen Arme« •owle Personal der ilvilen Weihrorqanl-aation, Freiwillige und Krlegagefangane arbeiten zur Zelt Tag und Nacht, um dia Überschwemmungen der Flüsse Miiaiialp-pi, Mliaourl und Illionoi« aufzuhalten, berichtet »StockholuM Tldnlngan« au« Neuyork. Der Wasaereland l«t der höchste eelt 100 Jahren, In St. Louii hat der Strom einen Damm von 12 m Höhe ge-»prejiqt. Tausetidc von Familien wurden obdachloe, und annähernd iwei Millionen Morgen .Ackerland liegen unter Waaser. Sachverständige erklären, daß die kritische Situation noch nicht vorüber sei. Honig als Heilmittel Schon im Olymp ipielte er eine wichtige Rolle Von dem Wiener Gelehrten Prof. Dr. i^clüllcr wurde durch Versuche am Froschhnrzen festgestellt, daß Bienenhonig ein sehr wirksamer Anreger der Mefztdtiqktfit ist, Die Frucht des aprlchwörtllchen Bla-nenflelOes wurde seit altersher nicht nur als Genuß-, sondern auch als Hellmittel vprwpndpt. Aus welchen Bestandteilen sf'tzt sich diesp urdlte Naturs])eise 7U-«atnrnon? Bieripnboniq enthält, auHer "twa 20 bis 25 v, H. Wasser, vor allem Zucker, und zwar in den besonders wertvollen Formen dei Frucht- und des Trau-bcnT.uckrrs (Tevulosn und Dextrose). 75 Vjis HO V H der »rockenen Substanz des llnniqs besteht aus diesen wertvollen hinloqisrhen Aufbaumitteln. Da/u treten ririnn eine Reibe anderer Stoffe, darunter auch Pohrzucker, Mineralstoffe, Wachs, .^'npisensäure und 1 bis 1 v. H. Pro-tpjiiknrpprcbpn, Es ist die eigentümliche Vnrbindunq, In dpr alle diese Elemente sifh Im ?{oniq vereinigen, die ihm den hohen Nähr- und Gesundheitswert erteilen. Man hat berechnet, daß ein nßlöffel von Hon'n mohr WSrmeeinheilen (Kalo-rirn) nnthrilt, als ein Hühnerei Honig l«!t 7rm Reispiel nahrhafter als Malz-ejttrdkt. Der Fruchtzucker Im Honig ist . L'fnksfrurhtzurker", d.h. er dreht die rh#»n ter des Grubenholzhandels al« Sond«r> beauftragter für die Grubenholzbewirtschaftung «ingesetzt. Der Holzhandel let außar beim Grubenhols auch beim Faser-, Nadel- und Laubatammholi an d«r Bawirtachaftung mitbeteiligt. Nach den bisherigen Erfahrungen hat die Binachal-tung der Wirtschaftsorganisationen in die Rohholzbewirtechaftung einen vollen Erfolg gehabt. Creditanstalt-Bankverein Die Bllani eowie die Gewinn- und V«rluitrechnung für das Geachlftajahr 1943 wurde kürzlich in dar Aufsichtirata-aitzung vorgelegt. Au« ihr geht hervor, dafi eine weitere Steigerung der Einlagen, ein« Zunahm« der Ausleihungen und eine Ausweitung des Südoitgeichlf« tei erfolgt«. Ein« erhöhte Liquidität kennzeichnet außerdem die Geichäfti-lage. Die Verteilung einer Dividende von 6^ wurde beschlossen. Die Bilanziumme erhöhte lich von 1165 Mill. RM auf 1278 Mlll. RM, obgleich im Berichtsjahre das Kärntner and Oberkrainer Geschäft In die dprtige Affiliation, die Bank für Kirnten, «inge-bracht wurde. Bei Berücksichtigung des Entfall! diese! Geschifftes beträgt der Zuwach« an fremden Mitteln rund 14 Prozent, wovon wiederum ein namhafter Teil in Reichswerten veranlagt wurde. Die Steigerung der Kontokorrenteinlagen zeigte sich nicht nur bei der Hauptanstalt und deren inländischen Niederlassungen, sondern auch bei den Filialen In Ungarn und im Generalgouvernement. Die Zunahme des Kreditgeschäftes hält weiterhin an. Die Kreditbereitstellung hat sich im verflossenen Jahr abermali um rund 100 Mlll. RM erhöht Hiebei Ist die Fi-naniierung der Lebenimittelelnfuhren aus dem Stldo8t«n b««onderi hervorau-heben. Die Umiätze in der Clearingabwicklung dei Außenhandeligeichäftes haben sich gegenüber 1942 um 43 Prozent erhöht, im Akkreditiv, und Doku-menteninkaaiogeicWft verdoppelt. In der Gewinn- und Verlustrechnung erhöhten sich die Erträgnisse aus „Zinsen und Diskont" um 2,7 Mill. RM auf 28,3 Mill. RM und aus „Provlilonen und Gebühren" um 0,58 Mlll RM auf 12,7 Mlll. RM. Die „Personalaufwendungen" von 8,3 Mlll RM und die „Sonstigen Handlungsunkosten" von 2,4 Mlll. RM entsprechen ungefähr Jenen de« Vorjahres, während für „Soziale Zwecke, Wohlfahrtseinrichtungen und Pensionen" rund 0,7 Mlll. RM mehr, demnach 4,t Mlll. RM verausgabt wurden. Nach Abzug von 21,9 Mlll. RM für „Steuern und Abgaben" verbleibt ein Reingewinn von 4 298 .^60,— RM. Das Elgonkapital und die Rücklagen sind unverändert mit 116 Mlll. RM ausgewiesen. Weitere Zuckerfreigabe. Der Vorsitzer der HV der Deutschen Zucker- und Süß-warenwirl«cJiaft hat mit Wirkung vom 28. April als 11. Freigabe wieder 5% der Jahresfrelgaben 1943/44 bestilmint. Dl« Freigab« gilt nur fflr Verkäufe zur prompten Lieferuivg. Damit sind Insge-eamt 55% der Janresfrelfrabeo 1943/44 freigegeben worden. Neue« Sammelverlahren bei der Wa-reneinfuhr. Der Reichswlrtschaftsminlster hat im Einvernehmen mit den übrigen beteiligten Ministerien durch einen RunderlaB vom 22. April mit Wirkung vom 1. Juni 1944 ab ein neue« Samonel-meldeverfahren bei der Wareneinfuhr eingeführt, des der weiteren Vereinfachung dei bieherigen Meldeverfahrens dient. Zu ihm können Elnführer mit größeren Umsätzen zugelasien werden. Diese zum neuen Sammelmeldeverfahren zugelassenen Einführer sind nicht mehr verpflichtet, dl« Einfuhr von Waren mit einer vollständig .ausgefüllten Einfuhrmeldung anzumelden. Statt dessen haben sie wahlweise entweder Ihr« Einfuhren mit einer »vereinfachten Elnfuhrmel-dungt oder mit einer »vorläufigen« Eln-fuhrmeldung anzumelden. Durch die Abgabe der vereinfachten Elnfuhrmeldung wird die Anmeldung der eingeführten Waren dadurch wesentlich erleichtert, daß keine Preisangaben mehr erforderlich lind und auch eine Angabe der Im Ausland entstandenen Nebenkosten entfällt. Die »ve^'einfachte Elnfuhrmeldung« ist in erster Linie ftir Einfuhrfirmen be-itimmt, die Massengüter einführen, während Elnführer, die auch Stückgutiendüngen einführen, wie bisher »vorlluflget Elnfuhrmeldimgen ohne Angab« dea Prel. les, des Reingewichts der Ware usw. at>-geben dürfen. Firmen, di« zum Sammsl-meldeverfahren zugelassen sind, mü«s«n Ihren Relchsstellen allmonatlich «In« Sommelmeldung «Inrelchen, in der alle eingeführten Waren einzutragen sind. Bewirtscheltaag voa HefeenengnlMea. Durch eine Anordnung hat der Reichs^ minister für Ernährung und Landwirtschaft der Hauptvereinigung der deutschen Getreide- und Futtermlttelwirt-ichaft die Bewirtschaftung der Nahrungsund Futtermittel auf mikrobiologischer Grundlage übertragen, lowsfit es sich um den Absatz bandelt. Diese Anordnung verfolgt den Zweck, dl« hochwertigen Eiweißträger, insbesondere die Hefe, der gleichzeitig eine erhebliche Bedeutung als Vltamlnepender zukommt, zu erfassen, und Ihr« Erzeugung und Verteilung so zu steuern, wi« es im Interesse der Gesundheit und Leistungefähigkeit der Ge«amthevölkerung notwendig und zweckmäßig ist. Die vorgenannten Erreugnlsse gelten nit dem Inkrafttreten dieser Anordnung als zugunsten der Hauptvereinigung beschlagnahmt. Bei der Einfuhr von solchen Erzeugnissen aus dem Ausland tritt die Beschlagnahm« mit dem Uberichreltan der Zollgrenze ein. Wer diese Erzeugnisse einführt, hat dl« eingeführte Menge unverzüglich dor Hauptvereinigung anzuzeigen. Es wird Terdunkelti von 31.90 bl« 4.30 Uhr Sommerzeit W y Verschetzer tat Dn Konian von Bauern iind Reitern Von Karl von Möller 'Lhdiiii I«^rrl, Iii- <3 SX'clIcrmino. Br*ut)ithwci|| llrniipmuiiii s hcinl au. Wnruin sollte dieser 'hri an-hKjPM'' Spin Weib erfuhr (Jutcs von der K'iihi. Diese braunen Burschen waren jri rtuf du und du init der Ndtur, wuß-Icn lipiricib iini jodes Vogelnosf. Untl ein 1 l.iujjtschwoin? Wiir wohl ein Einzclgän-{|(r. D:(j Schwarzkiliel halten es dem 1 IfiinciiiHnn von Juffend auf angetan. Sie I rßeti sir h nirbt einfach von der Erdo upgkniillon wir Hasen oder Rotwild. D.is wphrle sich Mennemann stieß mit dem Sauspiril nürh dem Boden. »Na. (I.tnn vorwärls!« Der Zigeuner nickte iiiiri trabte behende voraus. Iis fing schon zu dämmern ant bald (Irpi Mon-ilo, daß man längsten Taq und kiirzesle Narht hinter sich hatte. Aber der vMin JaqdtirhRr F.rqi'ffene kannte sich .'iirh bei Nh( ht in der Gegend aus. Am En-i!p flpt Lichtung befand sich ein Wind-hnuh. r)er w.ir tnll Stämmen In das Riiin-■ i'l np|(illnn, das sich dort gebildet hatte hinüber samnielte sich das Wasser zu ei-I pm kleinen Morast. Dorf suhlten die S. iirn ocrne. Zwor jagte Hennemann das i i;erli(be Wild sonst fast nur im Win-I r, aber linl's heut der Tpulell Em 1 \iLiptsrhwein! t'nd In ihm qärte zur Zeit ub"rhaiipl Kampfeslust. Sit' knichon fast lautlos empor. Zuwei- len standen sie, horchten. Jetzt... ala Schuß knallte oben In der Dickung. Was «oll dag heißen? Und... stöhnte nicht jemand? Hennemann läuft, springt, fällt, rafft »ich empor, und da steht man vor der Bescherungl Der gewaltige Keiler bat einen Menschen tingenommen, der 'Ist auf «In Bäumt hen geflüchtet, das biegt «ich wie eine Gerte, und der Keiler... jetzt wendet er sich gegen den Störer seine« Ra-(hewerksl Da fährt aber Hennemanni Sauspieß auch ochon durch die Schwarte nach dem Silz des Lehern, »Euch hab' ich hier nicht erwartet, Herr Brenka.t Der Pope hatte «Ich 7ur Erda fallen lassen. »Ich bin dort oben gegangen, plötzlich hörte ich, wla der hier die Läufe aufsetzte ...« »Hat er Euch was getan?« Rrenka strich «Ich, über leine rechte Hinterkeule, sah die blutig« Hand an. »Hflbsch geschlitzt wie von einem Rasiermesser«, anerkannte Hennemann. »Ihr blutet stark, Wartet!« Er trug, wenn er ins Grüne ging, eine großo Nadel bei sich und Darm und Zwirn. Man hatte so seine Erfahrungen nemachl. Mit gewandter Hand näht« er (laniH Seine Hochwürden zusammen. In d'espju Ftille ziemlich gefühllos für da« Ostöhn de« Rearbeiteten. »So«, sagte er, »paar Tage Bettruhe, dann lauft wieder, aber nicht zum Türken, Herr Brenka!« Der Pope versuchte zu lächeln, seine Augen türnton hin und her. V/ie rr sich wiiulet! dachte Henne-manii. Laut sagte er: »Lehrt Heber das Volk arbeiten, Herr Pfarrer. Es Ist gar nicht so schlechll Helft da« Ungezlem- liche verdrängenl Wozu ist euresgleichen lonst daf Warum tolltet Ihr nicht den Guten unter den Völkern gleich werden? Allerdings kann es Jahrhunderte dau-. ern.t »Ich soll« also nicht erleben?« »Kommt es darauf an, wenn Ihr Euer Volk Hebt?« Raichen Schrittes eilte Hennemann bergab, Brenka ichaute Ihm nach. Just jener mußte Ihn retten, dem «r hier einen Hinterhalt hatte legen wollen? Ob er nicht doch noch...? Er bückte sich nach d«m Gewehr. Aber es war ja aus-geichossenl Da trat er fehl. Au, au, die Wundel Er stöhnte und hinkte vorsichtig gegen Komorlschte zurück. Der Zigeuner war verschwunden. Verdammte Geschichte das! Und morgen hatte er verreiten wollenl • »Ei, das Ist ja die Wäß Kathl!« rief Komtesse Immenhoff. »Wie geht'i denn, Mutterl? Ihr wuselt Ja noch ganz ordentlich, So ein frisches Alter möchf ich auch haben.« »Ja, Ja. es geht. Ich schau' mich noch Immer gern um, und hier am Markt trifft man aliweil Bekannte vom Land.« »Und was erzählen die Bekannten?« »So Geschichten halt aus 'm Bauernleben natürlich. Wai «ollen sie hier In Temesvar auch sonst wissen?« »Habt Ihr nichts von der Gretche Lind gehört?« »Frcillch hab' ich was gehört! Die Fränln Grafin weiß doch, daß 's Gretche jetzt in Weißklrrhen let? Belm Großvater. Es geht Ihr gut.« Der Alte lief mit kleinen Schritten auf einen Gemüscstand zu, um den herum deutsche Bauern standen. Sie nahm einen an der Hand, zog ihn zur Burgl. »Dei Peter ist aus Werschetz, Fräulein Gräfin, und er war in der vorigen Woche In Weißkirchen. Sag Ihr doch selber, Pater, daß et 'm Gretche gut geht!« Der Bauer war sichtlich erfreut, die »närrische Komteß« wiederzusehen. »J«\. et geht ihr gut, sie sind jetzt viel Im Weingarten droußen, der Krautwald-Matz ist von seiner Rei«' noch nicht zurück, und man glaubt, daß ihm was zugestoßen kt.« »Und Herr Hennemann?« »Dank der Nachfragl Er wird ilch freuen, wenn Ich Ihm erzShr, daß Ich Sie getroffen hab", Komtesse. Übrigen» die Lind-Gretche hat in der vorigen Woche hohen Besuch gehabt, einen Offizier. Der Hennemann kennt 'n auch) Cappaun heißt "r. Seine Küraselere treiben sich zwischen Orawitza "rum und Palanka, hab' Ich gehört.« Komtesse Burgl, die auf den Markt am großen Platz vor der Domklrche gegangen war, well Ihr das bunte Treiben, die farbigen Trachten der Deutschen, Ungarn, Serben und Walachen Spaß machten, ging weiter, sie sah kaum noch nach dem Getriebe. Hennemann, das Gretche, der Cappaun: liebe Vergangenheit tauchte auf mit diesen Namen. Daß sie aber nicht...? Sie blieb erschrocken stehen. Daß sie aber nicht nach der Heben, giilen Frau Hennemann gefrugt hatte! Zu dumml Was war sie doch für ein Hackstock! Sie mußte den Bauern nochmals sprechenl Gewandt schlfingelle sie sich durch das Gewühl zurück. Dort bei den Domherrenhäusern ging er! »Vetter Peter, he, Vetter Peterl« Sport und lunic)i Dreimal um den Tschammer-Pokal Im Wettbewerb der cteirischen Fufl-ballmanntichaftcn um den Tßchammer-Pokdl fallen am Soniitcjq wichtige Entscheidungen In drei Sü plen sollen dia Akteure der Vonschlußiundcnepiele ermittelt werden, nachdem Sturm Graz schon vorher seinen Einzug gehalten hatte. Als Gegner von Rjpld Marburg «teilt sich In Marburg (um 17 Uhr Im Rapidetadion) die verstärkte Elf der BSG Westen Cilli vor, die wegen Nlchtantreten» der BSG Trlfall ara vorigen Sonntag nun um eine Runde vorgerückt Ißt, Auf Grazer Boden findet die Beaeqnunq BSG Puch—Reichsbahn Gr,sz statt und in K n»-fenberg treffen SC Kanfonberq und LS\^ Zeltweg aufeinander. Die letzten Acht werden ermittelt Dl« zweit« Vorrunde zur deut«chen Fuflballmeisterachaft Ist daa Hauptereiq-nii de« Sonntag« mit folgenden Spielen: Wilhelmshaven 0!^—LSV Hamburg, KSG Duisburg—Schalke 04, I FC Nürnberg—VFR Mannheim, KSG Saarbrückeu—FC Mühlhausen, Vlenna—STC Hlrechberg, Borussia Fulda—Dresdner SC, Hertha BSC—Holstein Kiel, VFB Königsberg—HSV Großborn. * Ans der Abteilung Rapid der SG Marburg. Alle Handhallaplelerinnen werden aufgefordert, sich am Freitag um 19 Uhr vollzählig am Sportplatz zu einem Übungsspiel einzufinden, Angesicht» dea Spieles am kommenden Sonntag Ist dl« vollzählige Beteiligung unbedinqt notwendig. Großer Erfolg der Grazer Turner in Innsbruck, Am Vorabend der Verq!elchf>-kämpf« der HJ-Gabiete Steiermark, Wleu und Tlrol-Vorarlberq In Innsbruck traten die Grazer Geräte-Turner In der Inns-bucker Stadthalle zu einem Schauturnen an und ernteten »türmiachen Beifall. Im Geräteturnen der Klasse A erranqe-n di« etelrlschen Vertreter taqsdarauf einen schönen Sieq vor dem Gebiet Tirol-Vorarlberg. Im Florettkamiof d«r Mädal blieben die Grazer Fechterinnen mit 8:8, aber 43:40 Treffern, qeqen Tirol erfolgreich. Bei den Jungen «legte Tirol-Vorarlberg vor Wien und Steiermark. Zum StraRenlauf »Rund um d|e Altstadt« In Innsbruck nahmen 22 Mannschaften teil. Den Hauptbewerb Ober 3000 ra gewann die Poet SG In die auch Im Prauenlauf über 600 m um 1:23, den Sloqer «teilte. 1800 Mflnchen In Agram. Anstelle dei VRR Mannhelm, der durch seine Teilnahme an der deutschen Meisterschaft ablagen mußte, wird der TSV 1860 Mftn. chen der Einladung von HASK Agram Folg« leisten und am 14. Mal gegen diesen zu einem Preundschnftskampf In der kroatischen Hauptstadt antreten. Vlenne Wien erzielte auch In ihrem zweiten Preßburger Spiel gegen den SK Bratislava nur ein 2:2-Unentschleden. Zuvor beeleqte die Agramer Concordla die Elf au« Tyrssan mit 5:2 (2:0). Repid Wien wird am 21 Mai an einem Vierertumler in Aqran anläßlich der I.'h Jahr-Feler dei SK Lltechanln teilnehmen. Bradl-Siege Im Mal-Schlrennen. Josef Bradl holte sich bei den 17, Salzburqer Maischirennen auf dem Hochkönig sowohl den Abfahrt«- wie den Spnmglauf klar vor Andl Krallinger. Der Alterskla«-sensleger Gregor Höll wurde Dritter der Kombinstlonswertung. Die deutschen Meisterschaften Im Frel-■tllrlngen werden auch in diesem Jah « In zwei Abteilungen ausgetragen. Dia für den fi. und 7. Mal nach München angesetzten Entscheidungen Im Bantani-, Leicht-, Mittel- und Schwergewicht mußten verlegt werden und sind nunmehr Mr den Monat Juni in Aussicht genommen. Dadurch bilden die für den 13. und 14. Mal nach Marburg/Lahn vergebenen Tl-telk&mpfe im Feder-, Weiter- und Halbschwergewicht den Bfglnn der deutschen Meisterschaft In der Schwerathletik. Er blieb stehen. »Sagt doch, Vetter Peter —• zu dumm, daß ich nicht gleich gefragt hab' — sagt, wie geht et der Frau Hennemann?« Der Bauer schüttelte den Kopfr »Ihr Leiden hat sich verschlimmert. Sie i^t nur noch a Handvoll Haut und Knochen, Und war einmal so ein stattliches Weib!« Komtesse Walburg ging nach Mause, sie trug den Kopf ge-senkt, sah niemanden und nichts. »Ein Brief Ist gekommen«, meldete die Zofe. Die Komtesse fragte schnell; »Aus Werschelz?« »Nein, aus Wien,« »Und vom Papa nichlti?« »Nichts, gnädigste Komtesse.« Graf Immenhoff war seit einigen Tagen unterwegs, nach Szegedin, nach Mu-ko, nach Arad Er wollte sich überzeugen, ob man sich dort zur Aufnahme von Flüchtlingen aus dem Ranat geziemend bereithalte für den Fall — Gott bewahr einen aber davor! —, daß erhebliche LandesteÜB geräumt werden müßten. Komtesse Burgl drehte don Brief hin und her. Wieu? Fieilich, ja, es war die Schrift einer Wiener Freundin. Aber was Wien! Frau Hennemann war wio-rlerum so sehr krank? Wo blieb denn hier nur die göttliche Gerechtigkeit? Dann zwischen Orawllza und Palanka diu Kürassiere? Dt>ria und ... Cappaun? Hast 'n überhaupt gern, Burgl, den Cappaun? So ein kleines blssel vielleicht nicht? Oder doch mehr? Denkst aber recht we-* nlg an Ihn, jcit du in Werschctz warst, Treulosel DonnerafajJ, 4. Mal I<)44 * Nr. 125 ♦ S«It« 5 STADfTHEATER MARBURG-Drau Doonerttaq. 4. Mai, 19.30 Uhr; DER BINGB-BILDETE KRANKE. SchauopUl. Pr«lM I. Fv«IUq, 5. M«Il, 10.30 Ufan OTHELLO. OpM. Pr«lt« 1. D«r Vor — Ltoncavallo — MaKtgnl — PucclBl — VtritI J" dM AalM J^Ikblldung, T«oittborfitr«Bt 10/« n IM l.— Ma IM •—, krntikMltffll«4«r 11% Iralll« UNTERSTEIRiSCHE LICHTSPIELTHEATER MARBURG-DRAU I burg-lichtspiele Hcnt» 15. 17 <0. »3 45 Uhr _famnif HI3 Von Dten^liig, J. h'.i elnschl Donnerstag, I. Mdt! Aiiorla Srtllotker. AlilU Ilörbigcr, Hilda Kräht und Erikd von ThellDiartn in' Mädchenpensionat Hin (ntcraiiiknlfli und hnmorvutlar Pllm von iti Uib* lungsr P>r J«0«a4UclM aagalMaMl ESPLANADE S« tt, IT.», IS 41 Utur Wo Ii. IT.», l».4i Ubi OLOA rtCHiaiOWA raiBINAN» MAUAN Reise In die Verf^antfenheit IIa B«TBr1a niji talt Margotk HlaiiclMi, NIM« HUte-braa4, Will Dobra, Han» Lalbalt« Cu4olf Prack and Frlti Odeuiar. — für Jugeudllcba a|cbi lugelaiiaal IJchtspSele Bninndor!_ Donnerstag, 4. Mat, um 18.15 Uhr Ein Winternachtstraum mit Hans Moser, Tliro Lluqen, Guitav WalddU, Wolf Mbach-Relly und Mngrta Sclinnlc1«r. l'Ut JuBuiidiU'he iilciii (unelaatritI SurjJ-Lichtspiele Cilli f.'.nr**"'" Wu 1^ u n.JO Uh. ftraOa So 14.30. 17 u. 19 äO üht Bli etnithll«nil(h Ooniieritdg, 4. Mal verlAngertt Sdirammeln Rin Wien-Film mit MjiIo llarcil, Paul HUrbIget, tldUb Monvr lldiis llult und Prlli Iinholl. itil JiiQpiiril|( lie unli'r M Jalireo aiclll tugnlaiiao. Mctropol-Lichtspicle CilU SplolT-rlt; \V 17J0 und 20 ülir^ S 15 17,3Q und 20 tJhr liu oiiihclil Miinl.iy. H. MaI Die lini IS, 17.M und 10.43 Diu Der weiHe Traum nitt OHy Mol/m,Inn, Wolf Alhürh-Ri-Ity, Oäkdr Slma und Rudolf C4rl. I ür Jugfitdllthe unlei U Jahren nkhl lugelataonl Ton-Lichtspielc Stadttheater P e 11 a u Spielzeit W IT i«,4i, Uhr, S H.:<0. 17, IU.45 Uhi Dniitiertlag, 4. Mdl Dahinten auf der Heide llüns Slüuc, Hilde WelBuer, Ilermdnn Speelmanni unil A. Flordth In Einern Lebensbild voll Schönhult, l.cbL>iii>trt'ii(lc> und Tfittiik l'ür Jugcndllchti lugolitikvnl Täqlirh um M,30 Uhr Juiiendvorstffllvntion mit voll-slrtndlcjum Protjtrtnini. in «Hon übrigen Vor«tcllun(|cn können Ju(|pndlir!ip unlBr 14 Jahien wegen Plal^-mungel nicht /utjolcisscn werden. Filmtheater Tiificr Spielzeit- sonn u, wothcntuns um 15, 17.30 u. 19 43 Uht Donnettl.ifi, 4 M«! 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Diese« Wunder ©iner Im höchsten Alter fortdauernden Fruchtbarkeit stellt Pfitzner iji die Reih© lener wenigen Begnadeten, denen es wie einem Heinrich Schütz, Haydn und VerdJ vergönnt war, ein reiches muslkallscbet Vermächtnis noch Im siebenten Lebena-lahrzehnt schöpferisch zu krönen. Gerade die Werke dieser letzten Jahr« — voran die festlich leuchtende C-dur- Sinfonie »An die Freundet, di« mit Haydn'scher Heiterkeit geeeqnete »Kleine Sinfonie« in G-dur, da« melodisch verklärte 3. Streichquartett, die poesiereichen fünf Klavierstücke Op 47 und das Duo bir Violine und Cello, ein wahre« Kleinod deutscher Hausmusik — haben in unserem Volke den breitesten Widerhall geweckt. Darum ist aber der Meister, der un« einen Schatz von über hundert herrlichen Liedern, der uns den »Pa-lestrina«, die unveiq&naliche Kantat* »Von deutscher Siele«, die cls-moll-Sin-fonie, die großartigsten Konzerte und Kammermusiken unsere« Jahrhunderts qeschenJtt hat, kein anderer geworden. Mag die Knappheit der Form und des Ausdruck», die AbklSruna der melodischen Linie, die Durchsichtigkeit de« harmoniechen Gewandes, die «trenqe Bändigung des rhythmischen Elements «einen Spätstil auch dem unvorbereiteten Hörer leichter verständlich machen — wer den wahren Herzenston der Pfitz-ner'schen Kunst einmal erlauscht hat, wird Ihn Jn allem, was er geschaffen, wiedererkennen. Es Ist der myetische Tietfenklanq aller wahrhaft großen deutschen Musik, die über da« Spiel mit tönend bewegten Formen und den flüchtigen Slnnenrausch hinweg tm den letzten Gehelmnissen vordrlnqt und von den ewdqen Werten der dsrutschen Seele kündet. Wir Mitlebendeoi aber Terehren ia Pfitzner nicht allein den echOpferstehen Geist, der als einziger «eit Richard Waq-ner berufen war, die Kreft musikaliechen Auedrucks mit dem eigenen dichteri-•chen Wort stun orofieo dramaUechen Symbol zu Terschmelzen. Unter Dank gilt zugleich dem bewunderuiMjtwürdiqen Lehrer und dem selten vielseitiqen Meister der künetleriechen Ausübung, der ebenso ale Dirigent und Regieseur, ale Wiederentdecker vergessener romantischer Opemsch&tze, wie als Pianiet tind unvergleichlicher Liedbeqleiter die Kuoet» pfle Aniothmti Sl«litB-LichtblId, Gm Schönheit der Heimat — auch in der Baulcunst Portad de« MMTSchednechlosee« Id Grai Da« Meerecheinac^lofi, Haus Nr. 3 dar Mozartgasse, Ist ein barocker Qarten-palast vom Anfang des 18. Jahrhunderts, dessen Haupteelte durch die geschloe-sene Front der auf dem alten Parkgrund angelegten Goethestraße verdeckt wir^ Es hat diie Form eines Saalbaues mit ausschwingenden Flügeln, Bamerken«-wert ist das im Jahre 1708 von Giulio Quaglio geschaffene Deckengemälde de« HauptsaaJes, das Götterszetien darstellt. Seit 1914 iet das Gebäude Staatseigefi-tum und beherbergt das Institut und das Muceum für Kriminologie, die beide der Universität angegliedert sind. Im Meerscheinschloß, da« «einen Namen übrlgeus jenem Eigentümer verdankt, der dae Gartengelände zur Verljauun^ zerstückeln ließ, fand am 25. Juli IRll die erste Grazer Aufführung von Beethovene PastoraJainionie statt. tyrer gestorben ist Ein Schweixer Dichter hat sein Schicksal gestaltet, und ein deutschee Theater hat dae Drama mitten im furchbareten Krieg aller Zeiten aufgeführt — welch beglückende« Zeichen der unzerstörbaren europäischen Kulturverbundenheit. Oskar Mauru« Pontana Die Ungenannten vor der Kamera Von der Arbeit der Film-Statisten wir saßen In der Kantine eines Filmateliers. Bs war zur Mittagszelt Drehpause. Aus den Aufnahmehallen kam die „Komparserle" zum Essen. Die Jungen, ausgesucht hübschen Mädchen in Kleidern der Jahrhundertwende besetzten rasch alle vorhandenen Plätze. Wir betrachten das farbenfreudige Bild, und plötzlich fragte einer aus unserem Kreis: „Ist das nicht eigentlich ein trostloser Beruf? Den halben Tag warten und die andere Hälfte Hintergrund spielen? Oder hoffen die Mädels, hier entdeckt zu werden?" Manches Interessante läßt sich zum Begriff „Komparserie" sagen. Trostlos? Ja, das war dieser Beruf einmal wirklich. In Jener Zelt nämlich, als Arbeitslose In den Kaffeehäusern herumsaßen, z. B. Im CafA Metropol, der „Filmbörse" In der Friedrichstraße Berlins, und auf die Chance warteten. Sie alle fühlten instinktiv, daß mit dem Film unbegrenzte Möglichkeiten sich eröffneten, wie Goldsucher zogen sie aus, ihren „Claim" zu sichern. Aber die Goldbarren lagen keineswegs griffbereit. Ab und zu wurde unter den Hunderten einer als geeigneter Typ ausgewählt und für einen Aufnahmetag verpflichtet, brennend von den weniger Glücklichen beneidet. Aber war er wirklich so beneidenswert? Kaum, denn für diesen einen Arbeitstag erhielt er wohl das beachtliche Honorar von etwa 20 RM, aber immer noch blieb die Frage offen, wann er das nächste Mal wieder zu einem solchen Verdienst kommen würde. »Komparserie« wurde zum Sammelbegriff für ein hoffnungsloses Dasein. Eigenartig war dabei jenes Immer noch ungelöste Rätsel; daß keiner aufgab, daß sich trotz der Aussichtslosigkeit, im Film Fuß zu fassen, der Kreis der Hoffenden nicht verringerte. Jene undefinierbare, bannende Ausstrahlung des Films, die sich auf jeden überträgt, der einmal mit ihm in Berührung gestanden hat, ist geradezu suggestiv zu nennen. Dieser Einfluß, der nicht losläßt, ist überall zu beobachten, hei den Begeisterten wie bei den Kritikern. Das Komparsenelend wurde Im Laufe der Zeit so brennend, daß energische Eingriffe die Verhältnisse ändern mußten. Das ist geschehen, indem unter den Vielen etwa 500 ausgewählt wurden, die über notwendiges Können verfügten, den ernsten Willen zur Arbelt hatten und endlich in ihrer Gesamtheit nicht mehr »Masse« darstellten sondern Individuen. Ein monatliches Fixum wurde festgesetzt, Jahresveiträge abgeschlossen. Was übrigblieb, tat eine Schar filmbe-geieterter Kleindarsteller, für die der ausfüllende Beruf intensivst« Arbeit bringt. Sie saßen drehfertig beim bescheidenen Essen. Ein junges Mädchen'nahm einen noch freien Platz. Mehr als einmal konnte eie ein Gähnen nicht unterdrücken und schließlich fragten wir, ob es denn im Atelier so langweilig sei. Da schüttelte das Mädchen energisch den Kopf. Nein, nur müde sei sie. Seit vier Tagen beginne man um 7 Uhr früh mit den Aufnahmen, wa« bedeute, daß sie um halb 5 Uhr früh aufstehen müsse. Vor 3 Uhr abends sei sie nicht daheim. Und wenn man den ganzen Tag stehen müs- i«, dann ««1 «a wohl ▼•TTelhllch, wenn... Als die halbe Stunde der Mittagspause vorüber war und die Kantine sich geleert hatte, blieben wir nachdenklich noch ein Weilchen sitzen. Und einer sprach es dann aus, wa« wir alle dachten: es ist schon lohnend, sich über die Ungenannten vor der Kamera Gedanken zu machen, die durch ihre bescheidene Leistung im Hintergrund einem Film Atmosphäre geben können. Und ein wenig Dank gebührt ihnen wohl auch für eine Arbeit, die anstrengend ist und stets anonym bleibt. Denn das Lob für die geglückte Gesamtleistui^ fällt Ja stets den »Großen« zu. Ernst Severin Unbekannte Brie!« Ton Kepler In den Beständen des Wiener Hofkam-merarchiv« hat der Leiter dieses Instituts, Dr. Josef Kallbrunner, mehrere bisher unbeachtete Briefe des großen Astronomen Johannes Kepler, des Entdeckers der Gesetze der Planetenbewegung und Erfinders des astronomischen Fernrohrs, festgestellt, deren Veröffentlichung er vorbereitet. Wir erinnern bei dieser Gelegenheit daran, daß Johannes Kepler auch zu unserer engeren Heimat in naher Beziehung stand. Er wurde 1594, noch vor Beendigung seiner Studien, als Landschafte-Mathematikus der protestantischen Stände von Steiermark nach Graz berufen, wo er an der Stiftsschule auch das Lehramt für Mathematik versah, 1596 sein »Geheimnis des Weltbaus« veröffentlichte und bis zum Jahre 1600 blieb. Später, zwischen 1612 und 1620, wirkte er als Professor der Mathematik an der Linzer Landschaftsschule, Die Zittauer Kulturwoche wurde mit der Aufführung einer Schulkomodie von Christian Welse eröffnet. Der Nachmit-lag brachte die Eröffnung der Kunstausstellung Zittauer Maler, in der 21 Künst 1er eine Ubersicht über den Leietungs stand Lausitzer Kunstschaffen« geben. Sehnsucht nach den Bergen Von Walter Brandecker Jörn habe ich nie anders gekannt, als mit einem sehnsüchtigen Blick in den blassen, blauen Augen. Er war ein Fi-schcrsohn von der Nordsee, den das Leben in meine Heimat verschlagen hatte. Zum ersten Male traf Ith ihn, der im Angesicht des weiten, unendlichen Meeres geboren wurde, in den Bergen meiner Heimat. Hoch und steil stiegen die Wände auf,' und von oben her leuchtete der Schein ewigen Eises. Damals sab er mich traurig an und sagte mir, daß die Majestät der Berge ihn wohl erschüttere, daß ihre ragende Steilheit aber wie eine drückende Last auf ihm liege. Er sei die Freiheit, Ungehemmtheit de« Blicks gewohnt, das Unbegrenzte des Horizonts Ich konnte ihn damals nicht verstehen ■ denn ich konnte mir meine Welt nicht ohne Berge denken, nicht ohne die aufsteigenden Hänge und die niedrigen, vom Sturm geduckten Wälder. Doch ich verstand ihn zum ersten Male, als ich selbst für Monate im flachen Land, an der See lebte und an mir spürte, daß mir ein Halt fehle, eine Begrenzung des Raumes. Da wußte Ich dann, daß Ich Sehnsucht hatte, Heimweh nach der Welt meiner Berge, wie damals Jörn nach seiner See, nach deren Unbegrenzt-beit. Aber das alles Ist «chon lange Jahre her. Jörn fand wieder an seine See zurück, und ich lebte in meinen Bergen. Wir haben un« nicht wiedergesehen. Nun ist auch er »icher Soldat, vielleicht irgendwo auf dem weiten Meer. Und ich bin Soldat, seit langen Monaten im Osten. Da kehrte das Erlebnis von damals zu mir zurück. Im Anfang hat uns die unendliche Welte des Ostens gepackt, hat das zauberhafte Farbenspiel der Sonne uns in ihren Bann geschlagen. Die Wochen vergingen und die Monate. Das Farbenspiel der Sonne versank zum ersten, zum zweiten und zum dritten Male in den nobelgrauen Herbsttagen, und an die Stelle der braunen und grünen Ebene trat eine weiße Weite. Doch auch die langen Winter gingen zu Ende und es ist wiederum Frühling geworden. Und auch jetzt ertappen wir, die wir aus den Bergen kommen, uns oft wieder dabei, wie unser Blick in die Ferne geht, wir iicraerken plötzlich, daß beim Anblick der phantastischen Wolkengebirge am Horizont das Herz einen kurzen Schlag lang die Hoffnung trägt, daß dort ein Ende der Weite wäre, daß dort die Gipfel sich auftürmen möchten mit Flanken aus grauem Stein, mit Halden aus Geröll und mit dem Ruch, der über Bergen liegt. Doch einen Augenblick nur währt diese Hoffnung, eines Herzschlags Länge nur: Denn Berge finden wir keine in diesem Land, tausend und mehr Kilometer weit. Ob einer, der nicht in den Beigen geboren ist, die Sehnsucht nach ihnen verstehen kann? Ich weiß nicht recht. Ich erinnere mich ja, wie auch ich Jörn nicht verstand, der sich in der Sehnsucht nach dem Meer verzehrte. Wir können uns nicht vor ihr befreien, sie wird immer da sein, diese Sehnsucht nach den Bergen, nach den weißen Gipfeln, nach dem grauen Stein, solange wir leben. Denn aus der Erde, die uns geboren und die uns in der Jugond trug. aus der kann die Seele nicht entwur zeit werden, durch kein Erlebnis and kein Geschehen. Die Wurzeln der Seele gehn tiefer in den Boden der Heimat tiefer, als man weiß und spricht Wenn einer vom Dach stürzi Das merkwürdigste Urteil, das jemals gefällt wurde, sprach zu Anfang des 17 Jahrhunderts der Staatsgerichtshof in Paris aus Ein Dachdecker erneuerte auf der Höhe eines Kirchturms das Dach und stürzte ohne «ein Verschulden ab Er hatte jedoch das Glück, auf einen Strohhdufen zu fallen, sodaß er nur einige unbedeutende Verstauchungen davontrug. Während des Sturzes aber hatte er einen Maurer, der In halber Hohe des Turmes beschäftigt war, mitgerissen, dieser war Jedoch auf die Erde gefallen und hatte sich das Genick gebrochen. Der Dachdecker wurde durch den Bruder des Maurers verklagt, der neben einer Bestrafung die Zahlung einer ansehnlichen Summe an die unmündigen Kinder des Verunglückten verlangte. Das Gericht befand sich in einer schwierigen Lage, denn es sah ein, daß es dem Kläger Irgend eine Genugtuung verschaffen mußte. Es konnte sich aber auch nicht entschließen, einen Mann zu bestrafon, dessen einziges Vergehen es war. Glück bei einem Unglücksfall gehabt zu hcjbcn. Daher entschied es; Der Kläger solle auf die Höhe des Kirchturmes steigen und sich auf den Dachdecker niederlallen lassen, der sich an der Stelle des verunglückten Maurers auizuhalten habe. Gott werde entscheiden ... Der Kläyer zog buijlckh seine Klage zurück. F. t.