Laiblllher Tliablatt. Jfcbnction imb Expcb iti on: Bahnhosgasse Nr. 15. Nr. 41. vranumerationSpreise: frtir Laibach: Ganzj. fl. 8 40; Zustellung inS HauS vrrlj. 25 !t. Wit bet Post: Ganzjahr. fl. 12. Freita^, 20» Februar 1880. — Morgen: Eleonora. ISISS 3nf trt t on #t> tctf c : $in» e Petit,eilk » 4 kr., bit | 0 ieberbolungcn k 3 ft. 8n jeigcn big 6 Zeilen 20 ft Die Stellung des ncueit Unterrichtsministers. Graf Tooffe befinbet sich in ber keineswegs angenehmen Cage, sich durch seine Verfiigungen den Dank keiner Partei erwerben zu konnen. Anch bei ber nevesten Cabinetserganzung ist ihm dieses Schicksal getreu geblieben, ein beachtenswerter Be-weis, dass die naiurgemahen Consequenzen eines Ministeriums ber unmoglichen Coolitionm sich ouch dann noch on dessen Fersen hesten, wenn sich dasselbe zur Umhoutung in ein Beamten-ministerium anschickt. Das mildeste Urtheil, welches von verfassnngstreuer Seite fiber die Cabinetserganzung ausgesprochen wurbe, fallt mit unserer Bemerkung jusammen, dass man diese Erganznng als einen Nothbehelf ansehen und als das fleinere von zwei Uebetn betrachten mitsse. Der einzige Erfolg, welcher daraus fur die Ber-fassungspartei refultiere, bestehe eben nur dorin, dass durch die Ernennung des Statthalters von 9iiederiSfterreich zum Unterrichtsminister die Ge-fahren beseitigt seien, welche burch bie Berufung eines Anhcingers ber Rechtspartei zu diesem Amte herausbeschworen Worden waren. Aber meikwurdig genug — kaum war noch dieser Gedanke ausgesprochen, so knupfte sich schon die weitere Frage baran, ob denn der neue Unterrichtsminister die Encrgie haben roerde, bent Ansturme ber reactio-naren Liga Wiberstanb zu leisten, unb bie in unserer gestrigen Nummer glossierte Jnterpel-lationsbeantwortung des Grafen Taaffe trug nicht dazu bei, die neue Situation in einem ber Ber-fassungspartei giinstigen Lichte erscheinen zu lassen. Ja, noch mehr: noch im Verlause derselben Si-tzung, in • welcher der Ministerprosident die Re-formfahigkeit der Schulgesetzgebung zugestanden hatte, erklart Fitrst Liechtenstein, dass er nunmehr seinen auf eine Reform des Volksschulwesens hin auSlaufenden Antrag fur uberflussig halte. Es ist nun allerbingS zur Lvidenz erwiesen, bass ber Antrag Liechtenstein auf Reform ber neuen Schnlgesetze im Abgeorbnetenhause abgelehnt worben ware; ja, noch mehr, dass er die ohne-bies unleugbare Spaltung im Lager ber Auto-nomisten nur noch vermchrt unb vielleicht zum vollstandigen Bruche gesuhrt haben wurbe. Es lagen bemnach tristige Griinbe vor, den betreffen-ben Antrag schon ans Rucksichten bet Parteitaktik nicht zur Debatte kommen zu lassen. Aber trotz alledem muss anerkannt werben, dass Fiirst Liechtenstein feinen fur bie Stellung Taaffes zur Schulfrage compromittierenderen Augenblick zur Zuriickziehung seines Antrages wahlen konnte, als eben jene Sitzung bes Abgeorbnetenhauses, in welcher Graf Taaffe seinen rhetorischen Eiertanz tiber bas Memoranbum ber bohmischen Bischofe ausfiihrte. Denn, wenn man bie Worte ber Jn-terpellationsbeantwortung Taaffes mit ber Moti-oierung zusammenhalt, welche Furst Alois Liechtenstein der Zuriickziehung seines Antrages voraus-schickte, muss man fast glauben, bass ber Ministerprasident seine Worte gerade deshalb so wahlte, urn bem siirstlichen Betbruber und Jesuitenfreunde einen anstandigen Ruckzug zu ermoglichen. Ob ein diesbeziigliches Uebereinkominen vorlag, wa-gen wir gerabe nicht zu bchaupten. Jebenfalls war Furst Liechtenstein boshaft genug, ben Grafen Taaffe als Gesinnungsgenossen zu reclamieren, dessen Anfchauung iiber die Schnlgesetze die Ein-bringung eines ReformantrageS uberflussig mache. Er hat baburch bie Regierung vor bie Entfchei-bung gestellt, entweder eitie folche Biinbesgenossen-schast, welche ihr in ben Augeit ber civilisierten Welt nur zum Nachtheil gereichen kann, entschie-ben zuruckzuweisen, ober aber burch ihr Schweigen ben Verbacht feste Wurzel greifen zu lassen, bass man unsere Schulgesetze auf bem Wege abmini-strativer Reformen in eine ben Herren Liechtenstein, Greuter und Vosnjak annehrnbare Form zu bringen beabsichtigt. Eine folche Absicht ware aber fiir bie ©ache bes Fortschritts weit gefahr-licher, als ber blinbe Ansturm bes clericalen Heihspornes Liechtenstein unb seiner Reisigen ben Schulgesetzen jemals werden tonnte. Denn gegen einen solchen hatten sich die liberalen Deutschen, Czechen unb Polen wie Ein Mann erhoben: gegen ein „Zu-Tode-Administrieren" aber, welches mit fleinen, alles Aussehen vermeidenden Mitteln ben neuen Schulgesetzen zu Leibe geht, biirfte es schwer halten, eine anbauernbe unb ausgiebige Gegen* bemonstratiou in Wirlsamteit zu erhalten. Daraus erflart sich benn auch die Anfragc, welche in ber gestrigen Sitzung bes Budget-ausschusseS ber Abgeorbnete Sueh an ben neuen Unterrichtsminister richtete. Unter HinweiS barouf, bass bie Jnterpellationsbeantwortung bes Grafen Taaffe nach aUgetnetner Anfchauung unb «uch nach ber Anfchauung bes ^iirsten Liechtenstein einen Bruch mit den biShertgen Principien der Volksschulverwaltung brbeutc, erfuchte ber ge-nannte Abgeorbnete ben in ber Sitzung beS Bud-getauSschuffes anwesenben Unterrichtsminister urn Auskunft bariiber, ob er wenigstens auf bem con-creten Gebiete ber Administration ber Mittel-schule die Richtung seines Amtsvorgcingers ein-zuhalten entschlossen sei. Minister Baron Conrad erklarte, dass er mit ber am Vortage erfolgten Jnterpellationsbeantwortung vollkommen einver-standen sei unb dass er unter administrativen Reformen nur jene verstehe, welche im Rahmen ber beftehenben Gefetze vorgenommen werben. Uebri-gens gebe er die Versicherung, dass er grohe Em-pfanglichkeit besitze fiir bie Jntereffen atier Bolter unb Nationalitaten. Halten wir biefe Satze mit ben Schlussworten ber minifteriellen Erkliirung zusammen, bass ber neue verantwortliche Letter des Unterrichtsrefforts das Bewusstsein eines ehr-lichen Mannes Habe, der nicht mehr verfpreche, als er zu halten entschlossen sei, so rnuffen wir gtemffcton. Geprttft und bewahrt. Roman von Ottsrieb Mylius. (Fortsetzung.) VIII. Edwin Forberg schrieb von Berlin auS mehr-PialS fehr innig und zartlich an Melanie und theilte ihr feine eigenen ffirlebniffe mit. ©ein Oheim, der Geheimrath, war durch den Tod seiner treuen Dienerin so tief erschttttert warden, dass er kvrper-lich unb geistig Iitt unb es nicht mehr tiber sich gewinnen konnte, in berfelben Wohnung zu bleiben, wo Mamfell Haake gestorben war. Er trug sich mit bem Gebanken, sich durch eine grvhere Reise nach Paris unb nach bem ©tiben EuropaS zu zerstreuen, «uf welcher Edwin ihn begteiten sollte, unb bet Antritt bieset Reise war nut noch eine Stage bet Zeit unb von bet Genesung deS OeheimtothS ab-hiingig. Onkel Rubolf Sutzette kein Wort tiber EdwinS Briefe unb vermied wiederurn, wie barnals noch ber plvtzlichen Abreise von AlexiS, den Stamen deS Fernen irgenb iu ertofihnen. Melanie hatte eine harte Zeit, in deren SbeS Einetlei nut Edwins Briefe einige Lichtstrahlen woben. Onkel Rudolf war wieder an feiitem Gichtleiden er-krankt unb mufSte meifl baS Bett hiiten; er war mtirrifch unb verschlossen unb wottte tcinen seiner sriiheren Freunbe mehr sehen, antzer einen Jugend-freund, den Procurator Dewang, einen ernsten, steifen alteit Junggesellen, welcher nun haufig in bem Hauschen erschien und mit bem alien Herrn plauderte oder eine Partie Schach spielte, zuweilen aber auch lange geheime Unterredungen unter Viet Augen unb bei vetschlofsenen Thurcn hatte. Herr Dewang toot eine Etscheinung, welche Melanie ein gewisseS ©ratten einflvhte, woruber sic sich feine Rechenfchaft zu geben vetmochte; bet alte Abvocat war jwar immer artig gegen fie, rebete aber bie Nichte feineS gteunbes nut selten an, wogegen er fie haufig lange mit einem ftarren, forschenben Slide betrachtete, welcher ihr Verlegenheit unb Unbehagen verutfochte. Sie konnte nicht begreifett, wie ihr Oheim an diesem Manne so vie! Gefallen fanb unb ihm solcheS Certrouen schenkte, bis bessen Ktankheit bebenklichet wurbe unb zu ben ernfteften Beftirchtun-gen stir fein Leben Anlass gob, wo bann bet Procu- rator oft Stunben unb Halbe Tage long bei bem Kranken fatz unb ihm bie eifrigftc Pflege toibmete Eines Tages, etwa sechs Monate nach Edwin-Abreise, erhielt Melanie toieber einen Brief von diesem, nach monatelangem Schweigen. Er melbetc ihr, dass er schon seit bem Carneval mit bem Ge-heimrath in Paris sei, too fie ein angenehmeS Quartier ans einem ber BoulevarbS in ber Mhe ber itdlienifchen Oper inne hatten unb sich recht behaglich besattben. ©ein Oheim hobe sich einigev mahen fiber seinen Berlust getrbftet unb sei tokbe* heiter unb empfSnglich fiir bie fimftterischen unb geiftigett Gentiffe bet SBeltftabt; mittelft ber ihm von Berlin aus ubergebenen guten Empfehkungea Habe er in bielett Hausern ber Aristokratie unb SQureautratie Zutritt gefunben unb auch Edwin ba» felbft eingeftihrt, ber um feints mufifalifchen TolentkS willen tiberall gerne gesehen sei. Ebwin gab sich bas Ansehen, als ob ihm biefe Triumphe toenig bebeuteten, schilberte bagegen mit einem gewissen EnthusiasmuS bie gtinftige Auf-itohme, welche feine musikalischen Compositionen in fftinftletlteifen gefunben hatten, so bafs er jetzt fiber Hals unb Kopf in neuen ©chbpfungen be- ivvhl gestehen, dass der neue Minister sich der Echwierigkeiten wohl bewusst ist, welche ihm auS der Uebernahme seineS Amtes erwachsen. Als guter VerwaltungSbeamter hatte er dem Mini-sterium Hohenwart ebenso vcrlajsliche Dienste ge-leistet, wie dem Ministerium Auersperg-Lasser. Untcr ersterem hatte er den Gemeinderath von Steyr roegen eines Protestes gegen den auf un-vgesetzlichem Weqe zustande gekommenen Landes-^ousschnss von Oberosterreich anfgelost und unter . iicm unmittelbar darauf an s Ruder gekommenen Cabinete Auersperg die Stadt Steyr dazu be-gliickwiinscht, dass sie mit gewohnter Festigkeit die Mitglieder des aufgelosten Gemeinderathes aber-ntols gewahlt Habe. In beiden Fallen hatte er correct als Beamter gehandelt. Jetzt aber tritt die Aufgabe an ihn heran, den Gipfelpunkt seiner Pflicht nicht mehr in der Befolgung der ihm er-theilten Anordnungen zu suchen. Jetzt hat Baron Conrad selbst die Leitung in den wichtigsten Fragen der Volkserziehung zu geben, und erst von seinem Verhalten auf diesem Gebiete kann das endgiltige Urtheil uber deu Minister Baron Conrad abhangen, dem die Verfassungspartei gewiss ihr vollstes Vertrauen entgegenbringen toiirde, ware nicht seine Stellung schon am Tage seines Amtsantritts von obeii herab unncithig erschwert worden. Oesterreich-Ungarn. Wie schon an anderer ©telle erwahnt wnrde, hat die Cabinetsergan-ung auch im autonomistischen Lager durchaus cine vollige Befriedigung hervorgerufen. Der alt-czechische „Potrot" freut sich zwar dariiber, dass an ©telle Stremayrs Baron Conrad mit der Leitung des Unterrichtsministeriums betraut wnrde, rrklart aber, dass cine griindliche Bcsserung der Verhaltnisse erst dann cintreten tonne, toenn eS gar kcinen Stremayr mehr gebc. Vollcnds un-zufrieden ist die polnischc Presse^ von welcher einer-seits darauf verwicscn wird, dass die Polen bei der Cabinetserganzung zu kurz gekommen seien, wahrend die „Gazcta Narodowa" crklart, dass die Autonomistenpartci die Ernennung Conrads und Kriegsaus als tein genugendes Zugcstandnis aus-fasseu tonne, und dcshalb die Minister Pra^at und Faltcnhayn als Vcrtrctcr der Partei zur Nieder-Icgung ihrer Portefeuilles auffordert. Die Juterpellations-Beantwortuug deS Grafen Taaffe in Angelegenheiten des bifchSflichen Memorandums hat selbst die Officiosen etwas ans dem Tatt gebracht. Sv antzert ein allezeit regierungssrommes Blatt den Wunsch, die vom Grafen Taaffe angetundigten administrativen und legislative« Mahnahmen beziiglich einer Ab-anderung der Schulgesetze „mvchten nicht lange gtiffen set, nachdem tine seiner neuesten Compositionen, Don ihm selbst in einem vffentlichen Concert vor-getragen, „nngehenre Sensation" erregt Habe. Zum Beweis baffir legte er Ansschnitte ans Pariser Zeitnngen bet Der Brief schloss, nnchdem diese persSnlichcn Thatsachen abgethan waren, mit einigen franzvsischen Satzen, welche bie Versicherung seiner unroanbelbaren Liebe in ben verbinblichsten unb Lberschwanglichsten Ausdriicken gallischer Galanterie unb Echvnreberei cnthielten. Melanie bcttthrte bieser Schluss nicht cm* genehm; fie sagte sich, bass berselbe erzwungen litinge, unb mit einer angstlichen Spannung sah sie bent Urtheil ihres Oheims entgegen, bent sie ben Brief hinreichte. Er gab ihr benselben stumm unb mit einem forschenben Blick zuriick, unb Melanie wahnte ein leises spvttischcs Lacheln urn seinen Mnnb spielen zu sehen. „Schicke nach bem Procurator Dewang unb laffe ihn bitten, ntich in ber bewussten Angelegen-heit- zu besuchen, liebes Kinb!" sagte er btnm nach einer Weile unb betrachtete sie mit einem weichen, mitleibigen Blicke: „Jch fiihle mich heute ziernlich bcsscr unb mSchte mein Haus bestellen." auf sich warten lassen, da diese eniweder eine Be-schwichtigung der nun emporschietzenben Besorg-nisse oder aber eine traurige Eventualitat utis ent-hiillen wiirden, zu welcher jedermauu nach seiner Ucbcrzeugung sofort Stellung nehmen musste und beziiglich welcher jedes Pactieren ausgeschlossen ware." Sehr beachtenSwert ist eine Bcmcrtung der „Presse", welche zwar zugibt, dass die Auf-reguug, welche die Ertlarung des Ministerpra-sidenten in den liberalen Kreisen hervorrief, ans einer etwas gar zu pessimistischen Aussafsung der Jnterpellationsbeantwortnng cntspringc, aber auch zngleich die Griinde dieses Pessimismus folgender-roeife niotiviert: „So oft die Geschichte diistere ©ituationen aus dem Leben der osterreichischen Bolter zn verzeichnen hatte, war die Herrschast der Hierarchic obenaus, und die Sonneiiblickc, welche Oesterreichs Geschichte erhellen, zeigten immcr die Anstlarnng im Bordergrunde und cine von den Clcricalen uubecinflusstc Regieruug. Unb fiir derlei Dinge haben die Bolter gutes Gedachtnis." In der gcstrigcn Sitzuug des Budgct-ausschusscs tarn die Resolution des Grafen Clam-Martinitz zur Sprachc, welche eine Rech-nungslegung iibcr die Gebarung mit dem Stn-dienfonde wahrend ber Jahrc 1875 bis 1880 unb eine Sichcrstellung dcrsclbcn anstrebt. Die ver-fassungstreuen Abgcordnetcn wicsen aus der Geschichte des Fondes nach, dass berselbe Staats-cigenthum sei, da er zur Zcit der Aufhebung des Jefuitenordens herrenlofes Gut gewesen, welches nach dem Gesctze an den ©taat fiel, wahrend der Referent Jirecet die juristijche Natnr dessclben als Stiftnngsvcrmogcn zn definiercn vcrsnchtc. Der Autrag des Grafen Clam-Martinitz, welcher eine Schmalerung der staatlicheu Besitzrechte herbci-fuhrcn will, wurde angcnommcn. Russland. Ueber die Petersburger Catastrophe bringt die Berliner „Nationalzeitung" sol* gcndcs Tclcgramm: „Das Diner des Kaisers solite in tleiner Gcfellfchaft urn 7 Uhr stattfinben, und zwar in dem liber bent Schanplatze der Explosion, dem Wachtzimmer, gelegenen tleinen Speise-saalc. Der Kaiser und die Hcrzogin von Edinburgh erwarteten ihren Gaft, ben Flirstcn von Bulgaricn, in einem an ben Spciscsaal anstohcn-ben Gcmache. Durch eiiten Zufall vcrspatctc sich ber Fiirst urn nahezu eine Bicrtclstunbe; ein fur biefe Gelegenheit zn beniitzender Orden soll nicht znr Stelle gewesen sein. Dieser Berspatung ist es zu danken, dass der Kaiser und seine Gliste wahrend der Katastrophe nicht in dem Saale waren. Uebrigens ist daS Loch, welches durch die Explosion in ben Fnsiboden des ©pciscsaalcs gc-rissen wurde, nur fltin unb Befinbet sich gerabe in der Mitte unterhalb des grohen Speisetisches. Ontel Rudolf rnachte an diesem Abenb sein Testament, unb als am anbern Tag schon bie Ma-jorin mit ihren Beiben Tochtern erschien, um sich nach bem Besinben ihres Schwagers zu ertunbigeit unb sich und ihre Tvchter zur Pflege anzutragen, lehnte ber Krante bieS mit bem trockenen Bescheib ab, bass er geniigenb verpflegt werbe unb bas Hauschen zu klein sei fur Gastc. Aus bie verwunberten Be-merkungen bet Majorin iibet bie grohen Erfolge, welche Ebwin in Paris ettinge, schwiegen Melanie unb ber Oheim hartnackig, unb Frau Hellborn musste betroffen bem Gcsprach eine onbere Wen-bung geben. So gieng sie benn mit ihren TSchtern etwas beteibigt hinweg, versaumte aber nicht, sich Tag fiir Tag nach bent Besinben ihres Schwagers erkunbigen zn lassen unb sehr haufig leckere Ge-richte unb Krankenspeisen fiir benselben zu senben, welche abet nnfehlbat in die Nachbarschaft zu einem Kranten wanberten, ba Onkel Rudolf be-harrtich nichts bavon genichcn wollte unb sich jebes-mal fcrncre Zusenbung verbat mit bem Bebeuten, bass bieselben nut anbeten zngnte kamen. (Fortschung solgt.) Die Kaiserin lag wahrend ber Katastrophe itt einem undern Theile des Palastes im tiefsten Schlafe, so bass sie die starte Detonation nicht vernal)nt; am anbern Morgen erst wurde ihr mit* getheilt, dass eine Gasexplosion von traurigen Folgcn begleitet gewesen sei. Auf diese Weise hat die Katastrophe den Zustand der Kaiserin nicht in dem Mahe beeinflnsst, wie es die Darstellung des wirtlichen Sachverhalts aller Wahrscheinlich-teit nach gethan haben iviirbe. Kurze Zeit nach der Explosion empsieng ber Zar ben Doyen bet Botfchafter, General v. ©chroeinitz, unb im Laufe des heutigen Bormittags unter anbercn ben eng* lifchcn Botschafter Lord Dufferiu. Det Kaiser war in hohem Matze gefasst und auherte zu Lord Dufferiu, dass er bitrch bie Guade Gottes zum zweitenmalc in wuiiderbarer Weisc ben gegen ihn gerichteten Morbanschlagen entgaitgcn sei; er stehe in Gottes Hanb. Diese Aeuhening des Zaren bebcutet eineu Wibcrspruch zu ber itt Petersburger Hoskrelsen verbreiteten Ausfassnng, dass das ent-setzliche Ereignis durch die zufallige Explosiott einiger Gasrohren herbeigefuhrt worden fei. DasS eine Gasexplosion mitgewirtt Habe, das Ereignis so schaubervoll zu gestalten, scheint zweifellos; eS ist aber nur zu wahrscheinlich, dass die Explosion das Ergebnis einer bestimmten Absicht gewesen ist. Bis zur ©tmtde find feitterlei Beweise fiir das Boihandensein einer unterirdischen Mine zu-tage gefordert worden. Dabnrch wcrbcn bie An-r hanger der Thcoric von der znfalligen Explosion in ihrer Ausfassnng bestartt. Die Wirtnng der Katastrophe wird sich verheerender gestalten, als man bis jetzt vermnthet. Die Zahl ber Opfer ist noch gar nicht festzustellen, ba die Trtimmer derett noch viele bergeit, darnnter vcrmuthlich eine nicht geriitge Anzahl von Privatpersonen und Hofbediensteten. Bis zur ©tunde ist der Tod ober bie schwcrc Bcrwundnng von 53 ©oldaten des finnlandischen Garberegiments constatiert, acht bavon waren auf ber ©telle tobt geblieben, viet starben wahrend bet Nacht, einige im Laufe dcL Bormittags. Die Stufregung in alien Kreisen bet Bevolterung ist unbeschreiblich. Drci Arbeiter waren vor ber Explosion in bem ©outerrain ber Wache beschastigt; zwei bavon find verhaftet warden, ber britte ist cntflohcn ober utn das Lebctt getommen. Dass es trotz bet sotgfaltigsten Uebet-wachung den Berschwotctn moglich werdeit tonute, sich in die SouterroiiiS einzuschleichen, ist wohl auf die Thatsache znriickzufuhren, dasS das Winter-palais von nahezu 3000 zum Hofbienste gehmigett Perfonett bewohnt ist." In berfelben Angelegenheit wird der „Preffe" vom gestrigen Tage ans Petersburg telegraphiert: „Jm ©outerrain des WmterpalaiS wohnen vier Haustischler; dort war unter bem Sett neben dem Gasometer ein Puloerquantum deponiett. Ober-halb dieses Soutettains befinbet sich bie Garde* ftube mit ben bienstthnenben ©olbaten, obethalb bieser in geraber Linie der taiferliche ©peisesaal. Um 6 Uhr sollte, wie gewtihnlich, bas Dinet stattfinben. Unter ben hohen Herrschasten, die ait dcmselbcn theilnehmen sollten, befand sich auch der zum Kaiserjnbilaum hier angelangte Fitrft von Bulgaricn. Die Herrschasten befanden sich jedoch nicht im ©peisesaal, weil der Prinz vytt Hessen, ber Brudcr der Kaiserin, sich vcrspM hatte. Der Kaiser besah erstannt die Uhr ttiegen der Berspatung; der 0rinz von Hessen, ber doch enbtich tarn, entschuldigte sich beim Kaiser wegett seiner Unart. Der Kaiser beruhigte in herzlichster Weise seinen Schwager, den „treucn Bruder ber fronten Gcmahlin", unb wollte sich ltutt in beit ©peisesaal begeben. In biesem Momente «r» folgte bie Explosion. Die Garbeftube liegt in TrLmmern, ber Plafonb iiber berfelben, der Bodcn des SpciscsaalS, ist zerstSrt, ebenso find die Gasrohren zertrilmmert, so bass die meistett Pat* tien des Palais nach ber Explosion finster wurden. Im ©peisesaal find auch die Feustcr zerbrochcn.* Vermischtes. — Dampfschiffahrt o it f bet Mur. Man schreibt aus Graz unterm 18. b.: Uliter bctn PrSsidium bes Grafen Hugo Attems, Besitzer bes ©chlosses Ehrenhausen, hat sich hier ein Consortium gebilbet, Welches cine Dampflinie Graz-Rabkersburg ins Leben rufeu will. Es sollen schon im Juli bieses Jahres bie ersten zwei Dampfboote, unb zwar vorlanfig nut den Localbienst in Graz be* sorgen, unb verspricht man sich, namentlich hener wahrend ber Lanbesausstellung, ein grohes Er-Iragnis. — M orb obet © e I b ft tit orb? Diese Frage beschaftigt gegenwartig bie gesellschaftlichen Kreise ber Stadt Funskitchen iufolge bes seusatio-nellen Ereignisses, bass in bent Winzerhanse bes bortigen Einwohners Robert Hermann eine aus Wien zugereiSte Dame tobt aufgefunben tottrbe. Es ist omtlich constatiert. bass ber Tob insolge Gennsses Pon Cyiuicali ersolgte. Die Dame war — wie ^Pecsi Figy." schreibt — mit bent absolvierten Apo-theker Emerich Hermann aus Wien nach Ffinskirchen gekomiiien, um sich hier mit ihm git verehelichen. Angcblich hat die Mutter bes jungen Mamies bicsec Ehe sich wibersetzt, unb aus biesem Grunbe soll bag Liebespaar beschlossen haben, gemeinschaftlich zn fterben. Doch hot tiur bie Dame bas tobtliche Gift -genonimen; bet junge Mann sagt, int letzten Augen-blicke Habe ihn ber Muth vetlassen unb er sei bavongelaufen. Det junge Mann wnrbe in Haft geiiommcn unb bie Untersnchung in bieser myste-riofcit Assaire eingcleitct. — Auch ein Faschingsschetz. In Ober-Hermaringen erschien am Faschingsmontag ein 16jSh-rigcr Bursche aus ber Strahe in einer Hiille aus Werg als Bat. Zwei Manner gestatteten sich nun den nnsinnigen „Scherz", bass sic ben Schwanz bes Bcircn anzunbeten, worans bet Bursche sosort in hellen Flammen siattb unb sich so oeibrannte, bass man sein Auskommen bezweiselt. — Zu bent Attentate in Petersburg. Das Patiset nltra-rabicale Blatt „La Santerne" erzahlt fiber nihilistische, gliicklichetweise vereitelte Anschlage gegcn bas Leben bes Zaten in ber letzten Zeit: So sollen in ben ersten Februartagen zwei als Schornsteinseget vetkleibete Jnbivibuen fest-Henommen wotben scin, roclche sich in bas faiseriiche Palais eingeschlichen hatten, um in bie Kamine bet taiserlichen Wohngemachet Pulvet zu legen. Wenige Tage barans fnhr ein bciabener Wagen in eitieii ber Hostaume bcs Palastes; ber Kutscher vetlieh bie Pskrbe unb betschwonb. Dutch irgenb eiiieit Zusall erschien bet Wagen einem Dietter oerbachtig. Man uiitersuchte unb fanb eine grohc Ouantitat Pulvet unb Dynamit unb eine angeziinbete Smite. Einige Minuten spater, unb ber Winterpalast hatte aufgehSrt zu existiereit. Am Abenb eines bet vot-^ergehcnbeit Tage hatte man eiueit Mann arretiert, welchet int Kostiirn eines gewLhttlichen Baiters bas Palais urnstrich. In einem Sacke, ben er aus seinem Rficken trug, fanb man ffinf Flaschen mit Nitroglycerin. Dieselben hatten wahrscheinlich belt Zweck, untcr die Fenster des Kaisers gelegt zu werben, drren Explosion bie furchtbarste Verheerung an« gerichtet hatte. Bei bent VethSt gab ber SSerhaftete an, er fei bon bent Jnhalte ber Flaschen nicht unterrichtet unb in bet Grotzeu Morskaja bon einem ihm uubekauitten Herat beaustragt toorben, bieselben nach ber Strotze Wassili-Osttow zu bringett. Man glaubt in bent Jnbivibnnin einen ber vetwegensteu unb lcingst gesnchten Nihilistcn gefuitben zu haben; man erwartet bahcr bas Ergebnis ber angeftellteii Untersnchung mit grohter Ungebutb. — Ein oon Rciubern angefallener Eisenbahnzug. Wie aus Mabrib bom 15. b. Berichtrt wirb, ist ber von Mabrib fomtitcitbe Zug nach Anbalnsien, auf bem sich 40,000 Francs, bier ©enbarnten, ein Lieutenant unb Marschall Serrano tiefonben, zwischen Alcazao unv Argatnosillo von sechzehn Banbifcen. aiigeholten toorben. Die Rauber hatten bier Schienen auSgehoben unb fiber bie Bohn gelegt. Marschall Serrano, bie Genbatmen uttb ber Lieutenant fchoffen auf bie Banbiten, toelche bas Feuet erwiberteit, abet bann bie Flucht er= griffen. Sitter ber Reisenben erhielt eine Contusion itnb ein Genbatm wnrbe vetwunbet. Die fibrigen Genbatmen vetsolgten bie Ronbet. ©either sinb, wie hente ein Telegtamm melbet, Viet bet Banbiten eingefangen toorben. Local- und provinzial-Angelegenheiten. — (Die Jdtianer Wahlen.) Det Aus-gang bet Wahlen ffir bie Gemeindevettretung in Jbtia ist eine gtohe Niebetlage ber bortigen na* tional cleticalen Partei. Letztere hat zwar im „Slo* benski Norob" bie Wahl einzeliier ihrer Partei« ganger im telcgrophischen Wege ausposount, unb matt musste in ber That antiehiiten, bass bie na* tionole Clique in Jbtia, namentlich ber fiberstanbene Burgcrmeister Treven, welchet sich selbst zut Wie-bctwohl in einem gebrucEten, seine Amtsthatigkeit vcthiminelnden Rechenschastsberichte briiigenb ait« empsohl, einen grohcu SSahlsieg erfochten haben unb bass bieser Stabtgenieinbe noch roeiterhitt ein Regime Trebcn nicht etspart bleiben solle. — Welche Bestfitzung muss nun miter biefen naiben Jdtianer Politifern eiiigerifsen sein, als ber Gesammterfolg ber Wahlen bas Resultat etgab, bass itutiitteht bie liberate Partei fiber bie Mehrheit in ber Gemeinbe-bertretung betsfige. Unb so ist es in ber That ge-kommen, unb zwar mit Znthnn ber Nationalen selbst, welche, offenbat fiber bie Stirnrnung in ben Wohler* fteisen unb fiber jettc ihrer Canbibaten selbst in gtotzet Selbsttaiischung besongen, in ber letzten Jdtianer Wahl einen ber gro|jtcn „Aussitzer" er* lebten. Es ist bieser um so unongenehmet, als auch „Slov. Nat." mit seinett Freubentetegtammen fiber belt liationateu Wahlerfolg eine Blamage erfohreu hat, unb als butch ben Misserfolg ber nnnmehr glficklich in berbiciiter Weife beifeitc geschobenen Clique Treven bie auf bie bewnsste Winbisch-Gratz'sche Interpellation gegrfinbeteit Hoffnnngen cine jammer* liche Enttauschung erfahren haben. Obwohl bieses Resultat bet Gemeiitbewahlcn bie Niebetlage bes SchSnsarbers Trebeti bebeutete, bersuchten es bie Gewahlten ber nationalen Partei boch, bie Wahl besfelbeti als Bfirgermeister butchzusetzen. Allein sie crlitten auch hier ein schmcihliches Fiasco, iitbem auf Grnttb bes bon ben fibrigen Gemeinberaths-mitgliebern beiber Parteien getrofseneit Einber-sianbnifses ber zusolge seiner gemahigten Anschonung ttitb chrenhoften Gefiunung geschatzte Hett C. Stta-necky, welchet schou in ftfiheten Jahten biese Stelle bekieidete, als Gemeindeborstand etwahlt wnrbe. Die Stabt Jbtia kann bemnach angesichts ber Mo-jotitat, welche bie liberate Partei im Ansschnsse hat, mit boiler Bernhignng einer znsriebenen Zukunft eutgegenfehcn. — (LanbeshauptmannKoltenegger.) Das Herrenhons bes Reichsrathes hat in seiner gefteru abgehaltenen Sitzuug ben Lanbeshauptmanu Hoftath R. b. Kaltenegget abertnals zum Mitgliebe bes Staatsgerichtshoses gewohlt. — (Snibacher Siebertafel.) Morgen abenbs finbet bie erste statutenmahige Vereinsunter* haltung ber „8ai6achet Liebertasel" in ben Restan-rationslocalitdten bes Hotels „$uropa" ftatt. Das Programm bet uiiter bet Leitung bes Chotmeistets Hetrn J. E. Schulz urn 8 Uht abenbs erbffneten Liebertasel enthalt folgenbe Nummetn: 1.) E. Schntieb: „D' Bleanterln," Volkslieb; 2.) Th. Koschot: „Wanii bet Bna snchtig is'," Volkslieb; 3.) Dt. B. Jpobec: »Zapuščena", Soloqnarlett; 4.) Ft. Roth: „Solon-polfa", Shot mit Clovierbegleitung; 5.) I. Millet: „Eine Nacht aits bent Meete", Duett ffir Tenor unb Bass; 6.) Kocijančič: „Oblacku", Chot mil Tenor* unb Baritousolo; 7.) Th. Koschat: „Dtauwalzer", humotistischer Chor mit Clabierdegleitung; 8.) Ini. Lebenig: „Dn, mit ben bunfltn AttLen", Solo« quartett; 9.) I. N. Skroup: „Staro!eska", Chor; 10.) Koch bon Langentreu: „Zu(unftslieb", komischer Chor mit Tenorsolo; 11.) Ant. Fbrster: „Pobra-timija", Chot mit Soloquortelt; 12.) Eb. Ktemser: „Aus guter alter Zeit", Chor mit Clavietbeglei* tung. Das Entree ffir Nichtmitglieber bettcigt 1 fl. Die unterstfitzenben Mitglieber werben erfucht, ben als ©intrittslarte bienenben EmpfangSschein iibtt den geleifteten Mitglieberbeitrag an bet Kosse dot* znweisen. — (Gutsonkous.) Notar Summer tu Gonobitz fauste bos bent gewesenen Reichstaths-abgeorbneten I. Branbstatter gehbrige Gut Roth wein bei Marburg unter bem SchStzungS* wert tint ben Bettog bon 60,000 fl. — (Etstickt.) Wie bie „Loib. Ztg." melbet, ist in bet Nacht bom 8. auf ben 9. b. in Unterbule nachst Gutkselb ber Gtunbbesitzet Marcus ©chtibar nebst zwei ertonchseneti Tbchtern in ber ©tube seiner Hfitte erstickt. Da bie Kleiber ber einen bon ben beioett Tochtern theilweise int betfohlten Zustanbe nits* gesunben wutben, so ist anznnehmen, bass biefelbe im Schlafe bent auf bent Lehmboben ber Hfitte angernachten Feuet zu nahe gekommen sei unb bass ber bei bieser Gelegenheit sich entroidelnbe Rauch zum Et-stickungstobe sammtlichet brei Petsonen gesuhrt Habe. — (Det Liechtenftein'fche Anttag unb bie Nationalen.) So oft man unseren Cleticalen ben Botwutf machte, bass sie butch ihre Beistimmnng zum Liechtenstein'schen Antrag sich zu willenlosen Werfzeugen bet ultramontonen Agitation gegen bie Schulgesetze gemacht haben — ebettfo oft hekam man ouch zn hbren, bass bei bet burch ben Liechtenstein'schen Antrag angestrebten Reform der Schulgesetze a itch bie nationalen Wfinfche ihte Be* rficksichtignng finben werben. Das Memoranbum bet Bischbfe fei eine Soche ffir sich unb Habe mit bet Liechtenfieiniabe nichts gemein, u. bgt. m. Nun ist abet bie Zutfitfziehung eben bieses AntrageS bes Ffirstm Liechtenstein im Zusammenhange mit bet Antioort erfolgt, welche ber Ministerprasibent auf bie Interpellation toegen bes Memoranbums bet bohntischen Bischbfe ertheilte. Der Antragstkller hat bamit bie inneren Beziehungen zwifchen biefem famofen Btonbbtiefe bes bShmifchen Episko-pots unb seinem Antroge sbrmlich beclariert unb fiberlasst es nun ben „nationalen" Unteezeichiiern seines Anttages, sich bon bem Botwutfe bes Šteti* calismus unb ber eingeheimsten Blamage weitzzu-woschcn. Wahrenb bie Polen unb bie unabhangigen Czechen sich bon einer Znstimmungserflfirung seme* hielten, welche sammtliche Unterzeichner zu Gesin-nungsgenossen ber ultramontanen Reaction stempeln musste, hiengen sich bie slobenischcn Slbgrorbneten an bie fliegenben Rockschbhe bes Ffitsten Liechtenstein, als bieser auszog, ben Dtochen ber mobernen Schulgesetze zu befampse'it. Unb solche Manner, toelche bem Bolke unb bem Staate bie ©chute ent-teihen unb letztere bem Cleticolismns fiberantworten wollen, haben noch ben Muth, sich als national« Bcrtreter zu geberben ? Wissen sie benn nicht, bas# bie schwatze Internationale bes Ultramontanismus ebensowenig ein nationales Bewnsstsein lennt uttb eine botksthumliche Entsaltung schont, wie bU rothe Internationale ber communistischen Be-wegung? Die Zutuckziehnng bes Liechtenstein'schen Antrogs hat nun zwar ber slobenischen Nation bie Schande etspart, ihte Šiertreter als bie ©olbgfinger ber uttramtonanen Bewegung gebranb* marft zn sehen, abet ungeschehen kann ihre That nicht gemacht werben, mbgen ouch bei ncichstet Gelegenheit ihte Organe abermals mit ber ruhm* rebigen SSersicherung prunken, boss bie nationale Partei angstlicher wie jede anbere barfiber toocht, bass bem Bolke bie freiheitlichcn Emitigrnfchaften der Neuzeit erhatten bleiben. Berstorbene. Den 19. Februar. Franz Su§nik, Kaischtert-sohn, 8 Tagc, Jlowiza Nr. 32, Kinnbackcnkramps. I m Civitspitale: Den 17. Februar. Maria Boukar, Jnwohnerill, 70 I., Altersschwiiche. Witterung. Laibach, 20. Februar. VormittagS Nebel, nachmittagS theilweise heiter, schwacher Oft. Warme: morgens 7 Uhr + 12«, nach-mittags 2 Uhr + 3 3° C. (1879 + 3 4°, 1878 + 2 5° C.) Barometer iitt Fallen, 735-84 Millimeter. Das gcstrige Tagesmittel dcr Warme + 3 5°, urn 3 9° iiber dem Normale. Theater. H e u t e (gerader Tag): Zum zweitenmale: Cagliostro, der Zauberer von Rom. Krohe Operette in 3 Acten von Zell und Genie. Mnsik von Strauh. Gedenktafel uber die am 20. Februar 1880 stattfindenden Lici-tationen. 2. Feilb., Javornik'sche Real., Jrrdors, BG. Laibach. — 3. Feilb., Cujnik'sche Real, Drama, BG. Land- strah. — 3. Feilb., BuSar'sche Real., Altendorf, BG. Land- stratz. — 2. Feilb., Brezovar'sche Real., Brezje, BG. Laibach. — 2. Feilb., Pevz'sche Real., Mokvirje, BG. Gnrk- seld. — 3. Feilb., Hoievar'sche Real., Brnndel, BG. Gurk- feld. — 1. Feilb., Gerbec'sche Real., Hrib, BG. Reisniz. — 3. Feilb., Pirz'sche Real., Ravno, BG. G«rkfeld. — 3. Feilb., Turschitz'sche Real., Kokno, BG. Gurkseld. — 3. Feilb., Metelko'sche Real., Zavratec, BG. Gurkseld. — 2. Feilb., Wutscher'sche Real., Altendorf, BG. Landstratz. — 2. Feilb., Hokevar'sche Real., Piauzbiichel, BG. Laibach. — 3. Feilb., Schelovin'sche Real., Goritsche, BG. Scno-setsch. — 1. Feilb., Jnvanitt'sche Real., Hrenovica, BG. Se-nosetsch. — 2. Feilb., Boiz'sche Real., Niederdors, BG Reisniz. — 3. Feilb., Marolt'sche Real., Brelog, BG. Grojz-laschiz. — 3. Feilb., Zrinschek'sche Real., Razderto, BG. Landstratz. — 3. Feilb., SBnvbcl’fche Real, Krainbnrg, BG. Krainburg. — 3. Feilb., Mahl'sche Real., Lausach, BG. Krainburg. Am 23. Februar. 3. Feilb., Sumrada'sche Real, Werch, BG. Laas. — — 1. Feilb., Persche'sche Real., St. Margaretcn, BG. Nas-sensnh. — 3. Feilb., Skerbez'sche Real., Altenmarkt, BG. Laas. — 1. Feilb., Rebol'sche Real., Primskau, BG. Krain-fcurg.—3. Feilb., Zaplotnik'sche Real., Krainburg, BG. Krainburg.— Z.Feilb., Pungerker'scheReal., Pavlawas.BG.Nassen-fuh. — 3. Feilb., Lauter'sche Real., Babenseld, BG. Laas. 3. Feilb., Bedml'sche Real., St. Martin. BG. Krainburg. — 3. Feilb., Kotnik'sche Real, Laase, BG. Laas. — 3. Feilb. Langer'sche Real., Laibach, BG. Laibach. — 2. Feilb., Langer'sclicu Gutes Neudors, BG. Laibach. — 3. Feilb., Gotzel'sche Real., Laibach, BG. Laibach. Wiener Biirse vom 19. Februar. Hflgtmtint Slaali- Geld Mar. Geld Ware f 7'— 157 50 luO t. Meichsm^rk . . 57 65 57 70 Liovd-^esellschaft . . 634 — 635 — Silber Telegraphischer Cursbericht am 20. Februar. Papier-Rente 7135. — Silber-Rente 72 20. — Gold-'Jiciite 85 15.— 1860cr Staats-Anlehen 130—. — Bank-actien 840. — Creditactieu 306 90. — London 117 15. — Silbcr — •—. — K. k. Miinzducaten 5 52 — 20-Francs-Stiicke 9 37. — 100 Reichsmark 57 70. Angekommene Fremde am 19. Februar. Hotel Stadt Wien. Drcchslcr, Vogl, Lowenthal, Kflte.n Donath, Boheim, Reisende, und Engel, Wien. — Mo* horiif, Bcsitzer, Sessana. — Onderka, Bergrath, Jdria. — Pelikan Juliana, Lebzeltersgattiii, Marburg. — Bobek, Bezirksarzt, Reisniz. — Jonke, Handelsm., sammt Frau. Gottschee. — Berger, Remscheid. Hotel Elephant. Demberger, Fabrikant, Neumarktl. — Dollenz, Kaufm, Krainburg. — Demscher, Eisnern. — Millaup, Holzhiindler, Zirkniz. — Lenček, Psarrer^ Altenmarkt. — Gottwald, Fabriksbuchhalter, und Schinz, Kaufm., Wien. — Pugel, Marburg. — Mitteregger, Volkssanger, sammt Gesellschast. — Neumann, Kaufm., Agrarn, Mohren. Galle Agnes, Steinbrnck. — Avigel, Student. - Jamšek Maria, FlSdnig. — Sagschek Maria, Rei-chenbnrg. — Millani, Triest. — Hartmann, Dornegg. I Tne jeune personne fran<;aise, trčs re-commandable, dčsire trouvev a se placer de suite a Lay bach ou dans les environs. Adresser les reponses h l’expčdition sous „80-litude“._________________________________(3—1) Nebenverdienst -WA fiir iiitelligcntc Personcii alter Stande nach Qualificatioir und Flcih bis zu 2000 fl. jcihrlich gcboten burch Ueber-nahme eiiier Bertretnug ohtie Auslagen und Risieo. Zu-schriften: Redaction deS „Kapitalist", Wien, Kohlmarkt Nr. 6, miter „Nebe»verdie»st^. (66) 3—1 Wichtrg fiir Nahniaschinen-Hiindler! Billigste und beste Einkaufsquelle von Niihmaschinen-bestandtheilen, Schiffchen, Nadeln, Riemen und Metall-warcn allcr Systeme in der Fabriksniederlage D. Steiner, Wien, VII., Sigmundsgasse Nr. 6. Jllustrierte on gros-Prcislifteit auf Berlangen grat. und franco._________________________ (57) 6—3*s ............. ilk . Bandwnrm heilt (auch brieflich)! [Dr. Bloch in Wien, PraterstratzeNr.42./ r n^TTTTTmn^ MUUZVMZUZWMMZUUUZUZUMMZUNUUZUUUMZWMMZUZUZUUWUUZDZMM Die ungar.-franzosische Versicherungs - Actiengesellschaft (Franco-Hon^roiie) mit einein Actlenkapltale you 8 Millionen Gulden in Gold, gleich 20 Millionen Francs, auf welche 4 Millionen Gulden in Gold, gleich 10 Millionen Francs, bar eingezahlt und theils in vom Staate garantierten Prioritatsobligationen sowie in anderen Securitaten, theilweise aucli Lei den ersten Geldinstituten des Landes gegen kurze Kiindigung placievt sind, hat ihre Thatigkeit in der ganzen osterr, -ungar. Monarchic bereits begonnen und schliesst "V ersiclier-u.iig-en 1.) gegen Feuer-, Blitz-, Dampf- und Gasexplosions-Schaden; 2.) gegen Ch6mage, d. i. Schaden durch Arbeitseinstelluug j oder Entgang des Einkommens infolge eines stattgehabten Brandes oder einer Explosion; 3.) gegen Hagelschaden; 4.) gegen Bruch von Spiegelglas; 5.) gegen Transportschiideii, verursachtzuLand u. zuWasser; 6.) auf Valoren, d. i. Sendungen von Wertpapieren aller Art, Bargeld etc. per Post zu Land und zu Wasser; 7.) auf das Leben des Menschen, auf Kapitalien mit und ohlie anticipativer Zahlung der versicherten Summe, Renten und Fensionen, zahlbar nach dem Tode oder bei Lebzeiten des Versicherten, sowie auf Ausstattungen. Das bedeutende Actienkapital der Gesellschaft gewahrt den Versicherten vollstandige Garantie fiir die von ihr tiber-nommenen Verbindlichkeiten. Die Gesellschaft wird durch streng rechtliches Gebaren sowie durch prompts und coulante Abwicklung und Ausbezahlung der vorkommenden Schaden das Vertrauen des P. T. Publicums in vollem Masse zu rechtfertigen bestrebt sein und den Versicherung Suchenden alle jene Begunstigungen einraumen, welche mit den Prin-cipien einer auf solider Basis operierenden Gesellschaft vereinbar sind. Versicherungsantrilge werden entgegengenommen und alle gewunschten Aufkliirungen ertheilt sowohl bei der gefertigten Generalagentschaft, als auch bei den Hauptagentschaften in der Provinz und bei den Specialagenturen in alien grosseren Orten des Landes. (68) Graz am is.Februar 1880. Die Generalagentschaft fur Steiermark, Karaten und Krain in Graz, Radetzkystrasse Nr. 8. | 1 I (Nachdruok wir'd mcht hononert.) Druck von Jg. v. Kleinmayr & Fed. Bamberg. Verleger: Ottomar Bamberg. Fur die Redaction verantwortlich: Dr. HanS KrauS.