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Nr. 883.
Prä uu m e ra l i » nspie > « . Im Comptoir g»n,l.
fl. li, halvj. st. 5-NU. Für bic Zustellung in« Hau«
halbj, 50 lv. Mit dcr Post gan,j, si, ,5, hnlbj. ? k«
Mittwoch, 10. Dezember.
I»selt,on»8tdÄl: Fill lleln» In<«»tl b!» »u
» .^cileu « lr.. «löhne ve, Zest anoeiseit» erklärlich, wenn auch ein Minister sich für die Dauer nicht zur Trappistenrolle bequemen will. Graf Taaffe Hai nun gesprochen, und gewisse von ihm gesprochene Wmle riefen auf der linken Seite einen stürmischen Wldelspruch bei jeuer Stelle hervor. Graf Taaffe erklärte, sein Versuch sei dahin l,erichlet gewesen, allen Elementen die „Möglichkeit" zu schaffen, an dem verfassungsmäßigen Leben theilzunehmen. Von der Linken wurde uun den Woiten des Ministerpräsidenten die Bedeutung beigelegt, als hätte bis jetzt die Verfassung den Czechen die Möglichkeit des Eiutrittes vorenthalten. Wir bezweifeln es jedoch fehr entschieden, dass G>af Taaffe folch einen Gedanken zum Ausdrucke bringen wollte, denn da die Czechen ohne eine Verfassung»-ändeiung in das Haus getreten find, so konnte in der Verfassung lein Hindernis für ein Vollparlament gelegen sein. Graf Taaffe vindu'ierte sich bloß das Verdienst, den Czechen die politische oder vielmehr die moralische Möglichkeit geschaffen zu haben, im Parlamente zu erscheinen.
«Welcher Ait diese „Möglichkeit" gewesen, ist kein Geheimnis mehr. Die staatsrechtliche Opposition hielt es mit ihrer Vergangenhr't und ihren Recht»-Überzeugungen u!ivc,ei»bar,'das Haus zu betreten, und
Jeuisseton. Was die Liebe vermag.
^°mnn, frei nach dem Enssllschen l,f Viisö Thompson haben ihre Abreise wegen sehr h/"^' der Sie betroffen, uerfchuben. Sie sind
Dle Matrone versuchte ihren Arm zu erheben. Netz aber zugleich vor Schmerz, den ihr dieser Ver-juch verursachte, einen leisen Schrei au«.
«Ich habe den Arm gebrochen?" murmelte sie. ..Vas «st nicht gut. Aber ich werde bald wieder besser
.?'<)? A."."'cht "chls'6 I"h" alt geworden, um auf solche Weis? g-lödtet zu werden!«
„Gelobtet?« wiederholten Mrs. Sinburn uud Gertrude erschreckt.
die ^^l^^^"."?' b"ss ich durch eigene Schuld
einem N^^""^"^ Ih wurde hmabgestoßen von
G o^ 5" 9'beu wünschte."
wollen?^ Sie todten zu
„Es war entweder Martin Clifford oder Elsbeth Thompson." entgegnete Miss WinlM, rnhiger. „Beide dürfen nicht länger nnter diesem Dache bleiben, da durch^hre Gegenwart »nein Lebe,, gefährdet ist."
Hie ho.te die Einwcndungeu ihrer Znhörcrinnen an und erzählte ihm» den ganzen Vorfall in einer Weise, da,s Mrs. Sinbuin mid Gerlrnde überzeugt wurden, dcys ste das Opfer eines Attentats geworden war.
„Bestelle den Wagen, Gertrude." sagte Miss Wmham, „nnd dann bringe mir das Frühstück."
Ve,de Befehle wurden ansgesüh'l. M>s. Sinbnrn half der Kranken sich aufzurichteu. und diese verzehrte ihr Fnthstück mil gnlem Appetit. Noch nnd nach verlor stch die Blässe ihres Gesichtes uud ihre alle Ruhe kehrte zurück. ' '">
Nach lirendigtem Mahl fragte sie nochmals, ob ihre Verwandten abgereist seien.
„Sie weigern sich, da» Schloss zu verlassen, sagte die Haushälterin. „Sie sagen, sie können Sie nicht verlassen, so lange Sie krank sind."
Die Augen der alten Dame flammten.
„Führe sie zu mir!" befahl sie.
Getrude gieng hinaus und kehrte bald daraus in Begleitung von Mifs Thompson und Mr. Clifford zurück.
Miss Winham sah die Eintretenden mit zürnenden Blicken an und winkte ihnen, ihrem Lager mcht näher zu kommen.
„Es ist nur ein gebrochener Arm. den ich von dem Fall davongetragen habe." sagte sie, „und ich sterbe uoch nicht, was ich Euch freilich nicht zu danken habe, denn einer von Euch beiden versuchte gesten» abends, mich zu todten —"
„Meine liebe Tante," rief Clifford mit erlün. stelter Entrüstung, „nehmen Sie diese Anschuldigungen zurück."
„Können Sie denken, dass ich es gethan habe. Miss Wlnham?" rief Elsbelh schluchzend. „Ich bin gar nicht auf dem Corridor gewesen. Ich häite Ihnen nie etwas zuleide thun können. Ich habe Sie stet» geliebt!"
Miss Winham lachte bitter.
„Ja, ich weis; e?." sagte sie. „Ich habe e» gestern mit eigenen Ohrrn gehört. Ich daif mich nicht auf-regen; doch muss ich Euch jagen, dass ich Euch nicht länger nnter meinem Dache dulden kann. Einer von Ench hat gestern abends nach meinem Leben getrachtet. Der Wagen wartet vor der Thür. Ihr müsst sofort das Schloss verlassen."
„Vllss Wllcham!" schrie A»beth auf.
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man meiß, dass ihre Gewissensskrupel durch einen Passus der Thronrede beschwichtigt wurden. Niemand anderer als Dr. Herbst hat in der Adressdebatte diese theoretische Schonung der rein innerlichen Rechtsüberzeugung der staatsrechtlichen Opposition gebilligt, und nichts ist daher seltsamer, als jetzt aus diesem Vorgehen il tout prix eine Waffe zu schmieden und Anklagen abzuleiten. Man braucht nur an das Sistieruugs-Patent, an die Fundamentalartikel zur denken, um dem Minister-Präsidenten in der Ansicht beizupflichten, dass mit dem Eintrltte der staatsrechtlichen Opposition in das Haus ein großer Schritt zu Bekräftigung des verfassungsmäßigen Lebens in Oesterreich geschehen sei. Auch in den übrigen Worten des Minister«Präsi< denten kann kein Widerspruch mit den Tendenzen der Verfassungspartei erkannt werden. Graf Taaffe erklärt, er wolle alle Nationalitäten auf dem Boden der gemeinschaftlichen Verfassung befriedigen und versöhnen, er wolle sie durch den Parlamentarismus zu guten Oesterreichern machen. Es wäre traurig, wenn die Verfassungspartei nicht ein gleiches Streben hätte. Dieses Ziel ist erreichbar und ist namentlich dann zu erreichen, wenn diese Stämme den Boden des Parla mentarlsmus loyal betreten und die Verfassung anerkennen. Wenn man die Gegnerschaft bethätigen will und des bisherigen Waffenstillstandes müde ist, su ist es besser nnd würdiger, die Fehde offen auf dem Boden eines Programmes aufzunehmen, eine Regierung wegen ihrer Thaten zu bekämpfen und die Anklagen wider sie offen zu formulieren, statt an einzelnen Worten zu haften nnd auf Grund einer Interpellation nach dem Vorgange der früheren Untersuchungsrichter jubelnd auszurufen: „Er hat endlich eingestanden."
Die „Presse" bemerkt über die gleiche Affaire: „Der Minister sprach sichtlich in großer Erregung. Daher manche Sätze, welche vielleicht in einer rhetorisch abgerundeten Rede nicht so prägnant hervorgetreten wären, einen Eindruck hervorbrachten, der von dem Redner selbst nicht beabsichtigt war. Nur hieraus ist es erklärlich, dass die wenigen, aber mit kräftiger Betonung gesprochenen Worte des Grafen Taaffc von Heiden Seiten des Hauses mit zwar sehr getheilten, aber fast stürmisch aufgeregten Gefühlen aufgenommen wurden, und dass z. B eine Phrase, wie jene von der „Möglichkeit" des Eintrittes der Czechen ins Abgeord« netenhaus von Seite der Linken so gedeutet wurde, als ob Graf Taaffe damit den ihm zugemulheteu Handel mit dm Czechen wirtlich abgeschlossen hätte. Und doch war der Inhalt dieser extemporierten Minister« rede, weun man diese kühl erwägt, kaum wesentlich verschieden von den osficu'llen Kundgebungen, in welchen das Coalitionscabinet bisher die ihm gewordene Mission öffentlich darzulegen bemüht war. Wie kommt es nun, dass die kurze Programmrede auf die Verhandlung des Abgeordnetenhauses eine so eigenthümlich aufregende Wirkung hervorbrachte? Möglich, dass auch hier sich die Wahrheit des Satzes bewährte: «(^'^t l« ton, »el' meiner College«: wenn dieses Vertraueu nickt eil vollständiges und unbedingtes ist, ziehen wir uns soM von den Geschäften zurück. Eben so wenig kann wa" für Gesetzentwürfe im Wege eines Programmes vor-gehen. Mau muss vielnuhr bestimmte Texte einbringe" und der Regierung dann das Recht eimänmen, dl^ selben zu bekämpfen, zu amcndiereu und lindere 6" lie-Man gebe der Regierung Gelegenheit, sich anszu^ sprechen; sie ist bereit, über ihre Acte NechenjäM zu legen und auch zu sagen, was sie in Zukunft j^ thun gedenkt. Das allscilM Interesse, die Würde dce Ministeriums und der Kammer selbst erheischen e>^ baldige Debatte am hellen Tage."
Wie die „Franz. Corr." versichert, hat diese ^' klarung des Ministerpräsidenten, welche wegen «h^ Mannhaftigkeit in und außerhalb der Kammer, ^ Freund und Feind den vortheilhaftesten Eindrll" geübt habe den Programmideen den Todesstreich ^ setzt. Auch das ..Journal des Dcbats" billigt das V"' gehen des Ministeriums vollständig. „Es war end"« Zeit — sagt das Blatt — mit der Politik der Unter stellungen,'der versteckten Angriffe, der Conversa^' in den Gängen eine Ende zu machen. Der A Ministerpräsident hat diese Politik öffentlich gele"" zeichnet, und nun muss das eine odcr das aNve geschehen, entweder verkörpert sich dieselbe in "N Interpellation, oder sie endet in Stillschweigen. ^ wäre doch gar zu bequem, die Gemüther in Spannu^ zu erhalten über das Schicksal eines Ministe! lN'"^ welches man für unzulänglich erklärt, aber nicht osi anzugreifen wagt Um der Ehre des P,nlamentes )el ' willen hat die Regierung ihre Gegner aus die Trlv" gerufen und sie aufgefordert, sich vor dem Lande a" zusprechen, welches in letzter Instanz nicht "ur "v das Cabinet, sonoeru auch über das Parlament r»cy wird."_______________________________
Zur Auflösung der bulgarischen Skuplchtin^
Wie wir in uuserem gestrigen Blatte bereits tel^ graphisch gemeldet habeu. hat sich Fürst Mxano von Bulgarien nach mehrfachen missglückteu VerlM ein neues liberales Cabiuet zu bilden, g"'"'^^ " sehen, die Skupschtina mittelst Decretes "Ufzul"!^ Dieses entschiedene Vorgehen des Fürsten wiro greiflich, wenn man den Wortlaut der voil der ^ garischen Nationalversammlung als Antwort "Us fürstliche Notschaft beschlossenen Adresse kennt. ^, muss dieses Opus lesen, um zuzugestehen, da!» .„ Oberhaupte des jungen, kaum flügge W "^Wi Staates kein anderer Ausweg übrig blieb. W«r «.^ nachstehend einige der markantesten Stellen ^ Adresse, die durch ihre für den Fürsten emgH " , banalen Loyalitätsphrasen die süffisante Sel^ Hebung ihrer Verfasser nur noch greller hervor»
lässt- ,.<.,«:, die .....Tief und innia ist die Erkenntlich "t,.^
wir Euer Durchlaucht dafür zollen, dass A e ' .'^ nach ihrer Wahl zum "gierenden Fürsten H> lg ^ unserem Zar-Befreier emen Besuch abgestattet 1 ^. um ihm
gesammlen Nation Dank für die zahllosen ^ v ^. uud uneudlichen Opfer auszudrücken, me " h^cht sein Volt für das Werk unserer Befreiung ge haben.
«4«,
Eingedenk, dass all die Vortheile, deren sich unser j ^and heute erfreut, einzig und allein den großmüthigen, Entschlüssen und Thaten unseres Befreiers zuzuschreiben Md. tM die Nationalversammlung in einer ihrer Wen Sitzungen beschlossen, dass bei Eröffnung einer Men Session die Volksvertreter durch Euer Durchlaucht Venmttlung die Gefühle der unbegrenzten Liebe und nie erlöschenden Dankbarkeit dem großen russischen Herrscher, Sr. Majestät Kaiser Alexander II., nnd Hessen hochherziger Nation ausdrücken sollen, auf dass hledurch die Bande, welche diese beiden stammverwandten Völker umschlingen, sich von Tag zu Tag 'Nitiger und kräftiger gestalten.
Ebenso statten wir Euer Durchlaucht unseren ergebensten Dank ab für die Besuche, welche Hochdie« «elben bei den europäischen Höfen machten, deren wohl« sollende Gesinnungen uns für die Entfaltung und Festigung unseres neuerstandenen Staatswesens überaus wertvoll sind.
Nicht minder freudig hat uns auch die Nachricht von den freundnachbarlichen Beziehungen erfüllt, welche ^ure Durchlaucht zwischen unserem Fürstenthume nnd °en beiden Nachbarstaaten angeknüpft und gefestigt haben. Die Unterhaltung guter Beziehungen mit der uns seit Menschengedenten freundlich gesinnten rumänischen Nation sowie mit dem serbischen Grudervolke War stets einer unserer innigsten und stärksten Wünsche. ... Ohne untersuchen zu wollen, ob und inwieweit die Verhänqung des Belagerungszustandes! über einige, vom Näuberunwejen heimgesuchte Theile unseres Fürstenthumes sich als unbedingt nothwendig darstellte, hoffen und erwarten wir, dass die passendsten und erforderlichen Maßregeln werden ergriffen werden, ^ um diese Räuberbanden, welche die persönliche Sicher«! yeit der Bewohner jener Landstriche gefährden und dortselbst Handel und Gewerbe lahmlegen, bald und gänzlich auszurotten.
Ener Durchlaucht! Wir alle erkennen in» reichet! -Naße die bedeutenden Schwierigkeiten und Mühsale an, welche der Gestaltung der Administration in nn« >erem jungen, soeben zu einem nenen politischen Da« mu erweckten Staate auf constitutiomllen Glundlagen stch hindernd entgegenstellten, doch müssen wir hie'bei zu unserem großen Bedauern erkläre», dass das erste bulgarische Ministerium, anstatt jene Schwierigkeiten zu beheben und zu beseitige», im Gegentheile durch se,ne auti.constitutionelleu und den Volksinteressen zu« herlaufenden Maßnahmen dieselben nur noch er-!w^ ""b vermehrt nnd sich hiedurch dab entschiedene -""lsti-auen der Nation zugezogen hat.
... Erlanchter Fürst! Die bulgarische Nation, von deren glühender Liebe nnd tiefer Ergebenheit Eure Durchlaucht sich selbst zu überzeugen Gclegenhe.t hatten, lst durchdrungen mm dem guten Glauben an die edlen und hohen Absichten, welche Hochderu Herz beseelen, um unser neuentstandcnes Fürstenthum dem Fortschritte, der Konsolidierung und der gedeihlichen Entwicklung entgegenzuführen. Möge der Allmächtige Euer Durch, laucht starke Hand ^gnen zum Heile, zur Wohlfahrt und zum allseitigen Gedeihen unserer Nation. Es lebe Unser erlauchter Fürst Alexander I.!"
Oagesnemgkeiten.
— (Unfall einer Hofdame.) Aus Madrid ^richtet man von einem bedauerlichen Unfälle, welcher "r Palastdame Ihrer k. k. Hoheit der Frau Crzher-ö°gin Elisabeth. Gräfin Amalie Taaffe. einer Schwester ,8 Herrn Ministerpräsidenten, dort zugestoßen, glück« ^cherweisc aber ohne ernste Folgen geblieben ist. Ne-"Nntlich ist es in Spanien, wie im Süden überhaupt, ^t den Heizvorrichtungen sehr schlecht bestellt. So hatte i^n auch der Ofen. welcher im Schlafgemach der Gräfin /""äffe angebracht war, eine so schlechte Constructio». M die Gräfin eines Morgens nahezu von einer Er-5>'""Ug bedroht war und sich nur mit Mühe erholte, ^"um von diesem Unfälle hergestellt, wäre die Gräfii, ^'"ahe von einem zweiten betroffen worden. Bei einer ^"zlerfahrl. welche Erzherzogin Elisabeth mit ihrer /^"sldame iu einer nach spanischer Sitte mit „Muli" ^iaulcselu) bespannte»» Eqmpage machte, wurden die ^y'cre scheu. Während die Erzherzogin gefasst blieb. ^ l die durch den letzten Unfall etwas nervös gewor-^ Gräfin eben im Begriffe, aus dem Wagen zu
'Nücu. als die Thiere noch rechtzeitig zum Stehen
"lacht wurden.
Im sr (3r iederiten r u he in Sesenheim.) l"itt. "^ ^ ^ "" Comite gebildet, um die Geld. an ? ö""' Ankaufe jeueS Grundstückes herbeizuschaffen. Go»" ' ""^ ..sriedcritcnrnhe" lag, Jedem Verehrer h etlM wird dieses Plätzchen aus der herrlichen Sesen-des '^ "^^ Vertraut nnd lieb sein. und jeder Besucher tz^ ""blichen Dörfchens wird mit Vedaueru an jener ftiibe ""^" ^"toffelacker finde». Nun soll eine der bleib? '"glichst ähnliche Laube erbaut und so eine l'che?- Erinnerung geschaffen werden. Die ersoroer-Theil """"k ^"^^ '^^^ ^"^. welche zum dritten ^ebe/k "^ ^"^' zwanzig Jahren aufgebracht wurde, Heches"" ""gcaanüenen Beträge wird seinerzeit öffentlich soll ^"^"bgelegt werden; einen etwaigen Ueberschuss Wohlig. '"'""^ Sesenheim als „Friederitenstiftung"
^"h«t.gen Zwecke., zuführen.
j — (Die natürliche Heizung Europas)
>Im „Club österreichischer Tiscichahnbeamten" in Wien besprach diesertage Herr Carl Engelhard. Professor der Wiener Handelsakademie, wissenschaftlich und doch all» gemein verständlich die natürliche Heizung Europas, Er entwickelte, wie und warum gerade die Länder des europäischen Continents in Bezug auf Besiedlung uud Wärmeversorgung den Ländern aller anderen Welttheile gegenüber bevorzugt seien, wobei hinsichtlich des letzteren Um-standes der obere Passath, die Wüste Sahara, insbesondere aber der Golfstrom die Hauptrolle spielen. Nls an Stelle der heutigen Wüste Sahara noch das Meer war, hatte Europa ein weit kühleres Klima, und sollte sie wieder bewässert werden, so müssten wir das von dort bezogene Quantum an Wärme verlieren. — Per Golfstrom floss in der Vorzeit zwischen Nord- und Südamerika durch, weil dazumal die Laudengc von Panama noch nicht über den Meeresspiegel gehoben war. Damals hatte Europa seine „Eiszeit" und Scandinavien und Finnland waren ein „Spitzbergen". Das Elennuno Rennthier kamen iu Mittel- und Süoeuropa vor. welches von einem den jetzigen Lappländern gleichenden
> Menschenstamme bewohnt war. Die Vogesen, der Schwarz» Wald lc. waren vergletschert. Durch die Hebung der Landenge von Panama wurde der Golfstrom aus Europa zurückgclenkt und dieles von seiner E'Szeit befreit. Wie das Klima eines Landes iu kurzer Zeit sich verändern löl.ne, zeigt das vor 892 Jahren entdeckte Grönland (Grünland), welches wegen seiner grünen Thäler und
! üppigen Wiesenfluren diesen Namen erhielt. Noch 420 Jahre nach der Entdeckung hatte Grünland einen Bischofs-
, sitz und 200 Dürfer, Iüsulge Verlängerung der Halbinsel Florida durch die concentrischeu Korallenriffe wurde der Golfstrom den westliche» Küsteu Europas genähert, wodurch Labrador und Grönland vereisten Die Ableu-lung des Golsstron.es wird aber durch die sich verlän-gernden Floridabänke und deren Vereinigung mit den Bahama- und Tortugasiuseln zunehme», der Golfstrom
z wird nach und nach für das nordwestliche Europa verloren gehen, was eine Verringerung des jetzigen Gebietes der Nährpflanzen. eine empfindliche Verschlechterung des Kl.mas. somit einen allgemeine» Rückgang der europäi. schen Cultur zufolge haben wird. bis wohin immerhin uoch ,.e.n paar Tausend Iährchen" verfließen können,
Locales.
—Pp— (Literar-historische Vortrage.) Zum Gegenstande seiner gestrigen dritten Vorlesung wählte sich Herr Professor v. Raab in theilweiser Ab, änderung der von ihm ursprünglich festgesetzten Reihenfolge Franz Gr.llparzer. indem er die Besprechung der beibeu Dichter Moriz Hartmann und Carl Beck der heutigen Schlussvorlesung vorbehielt. Der arohe österre.ch.sche Dramatiker gab Herrn v Raab voiau Gelegenhe. se.uc von uus schon wiederholt gewürdigt Me'terschaft m der kritischen Würdigung tief angeleg D chteruatureu aufs neue zu bethätigen Von der Um. gebuug uud nüchternen Erziehung im elterlichen Hause ausgehend, skizzierte der Vorleser in treffenden Zügen em biographisches Spiegelbild Grillparzers, dessen Leben außerl.ch m, großen und ganzen zwar ziemlich unbewegt dlll)l»ftoss, dagegen innerlich uur zu sehr von dem Ge. suhle schmerzlicher Empfindlichkeit und daraus resul-t.ereuder Verbitterung durchschattet blieb und sich erst am Abende desselben zu einer versöhnenden milden Zu-Medenheit ausheiterte. Ferne von jeder begeisterten, das Ziel überschiehettden Apotheose der Dichtergröße ^r.llparzers. anerkannte Herr v. Raab die vielfachen hr.ichen Schönheiten und den großen inneren Wert emer zahlreichen dramatischen Schöpfuugen und unterzog Nch m ebe»so gründlicher als überzeugender We.se der nufgade. au der Hand jeder einzelnen derselben die zu-tne.n ,» der seelischen Stimmung und Charattereütwick-lung de3 Dichters wurzrlude» Mängel darzulegen. Al5 Ä7l> 3,)'ck,"tt° er vor allem die se.t Schiller un-Gr.llparzrrS in der dramatischen t»e consequente und sympathische
Ze.chnung semer idealen Frauengestalten n..d den re.ch?.. Fo,.d un du- gesülMoarme» Töne seiner Lyr.k; die Ma.'gel Gr.llparzecS liegen m der fast durchwegs ver. ehlten und schwankendenCharakterzeichnung seiner energielosen lna.mlichen Helden, sowie iu der gegen den viel. versprechende» A.lsbau der dramatischen Handlung n» Kraft und Schönheit weit zurücklileibeude» Lösung deS KnoN'nS Das zaghafte, schüchterne Weseu Grillparzers (em Aufdruck. c>en uns ülmgens se.n bela.mtes. von jchr pruxonc.ertem dichterische» Selbstgefühle zel.gei.des Gesuch an das Ministerium um Verleihung der y'ttchw-^ directursstelle nicht ganz zutreffend erscheinen lässt) floss uuwilllurllch auch in seine Helden über. deren «nmä.m-lich schwankende Charaktere zur Durchführung wahrhast tragischer Katastrophen nicht geeignet waren. Daher er-tlart stch auch die geistige Ueberlegenheit der Grill-parzer scheu Frauengest^lten. unter denen einige, wie Melitta. Barbara und vor allem Esther, oe» edelsten Frauen Schillers und Shakespeares Würdig an die Seite gereiht werden tonnen,
DaS letztgcuannte Fragment bezeichnete Herr v. Raab als die bedeutendste Grillparzer'sche Dichtung, während er oem vielgenannten Erstlingswerte „Die Uhu.
frau". trotz del verhältnismäßig größten äußeren Erfolges, den es unter allen Werken errang, bloß den Nert lyrischer Schönheit und edler Diction zugestand, indem er es im übrigen (allerdings im Widersprüche mit einigen neueren Vertheidigern Grillparzers) voll und ganz in die abgethane Kategorie der sogenannten Schick-salstragOdien verwies. Von größerem Werte sind Grillparzers «Sappho" und dessen griechische Trilogie ,Da» goldene Vließ", obwohl beide trotz des entlehnten antiken Gewandes nur als moderne Dichtungen aufgefasst werden können. In „Ottolars Glück und Enoe" — nach Schillers „Wallenstem" die beste deutsche Trilogie — versuchte sich Grillparzer zum erstenmale mit großem Erfolge in der Zeichnung geschichtlicher, nicht der Mythe entnommener Gestalten uud in der Schilderung einer bestimmten Zeitperiode, Die Dramen „Ein treuer Diener seines Herrn" und „Hero uud Leander" sind poet.sch verklärte Apologien der Treue und Liebe von unleugbarer dichterischer Schönheit. Den letzten großen Bühnenerfolg errang Grillpurzer mit dem, einem Voltaire'schen Stoffe entlehnten Drama „Ein Traum — ein Leben", während das bald darauf (am 6. März 183Y) im Wiener Burgtheater zum erstenmale aufgeführte einzige Gr.llparzer'sche Lustspiel „Weh' dem. der lügt", durch die Alilehnung. die eS saut», dem empfindlichen Dichter bitlere Kränkung zufügte und ihn zu längerem grollenden Stillschweigen veranlasste. Der vom Herrn Vorleser mit Bezug hierauf gegen baS Wiener Publicum erhobene Vorwurf, dass es sich in diesem Falle gegen den Dichter schwer versündigte, indem es seinem Werke in pietätSloser Verkennung der literarischen Stellung Grillparzers einen geradezu schonungslosen, demonstrativen Durchfall bereitete, scheint uns übr'gens — trotzdem sich die gleiche Behauptung in mehrere Literaturgeschichten cingcschlichen hat — nicht berechtigt zu sein. da die tonangebenden und gelesensten Wiener Journale jener Zeitperiode, wie dies erst ganz kürzlich von einem literar« historischen Fachmanne in einem interessanten Aufsätze überzeugend nachgewiesen wuide, dieser gegen Grillparzer angeblich verübten Insulte mit leiner Silbe erwähnen, obwohl andererseits in jener thatenlosen Zeit. in der bekanntlich daS gesammte öffentliche Interesse Wiens nahezu ausschließlich im Theatcrleben concentriert war, selbst der geringfügigste ähnliche Vorfall gewissenhaft re» gistriert wnrde. Der erwähnte Umstand erscheint somit zum mindesten sehr zweifelhaft.
Der eingehenden Würdigung Grillparzers als Dra-matiler lieh Herr v. Raub am Schlüsse seiner interessanten Vorlesung, deren meisterhafte Formvollendung und deren logisches Gesüge wir auch diesmal besonders anerkennend hervorheben müssen, noch eine kurze Besprechung des Dichters als Novellisten und Lyriker folgeu. Ein von ihm vorgelesenes Bruchstück aus Grill-parzers reizender Idylle ..Die Erzählung vom armen Spielmann". einer Perle der deutschen Novellenliteratur. klang sehr unsprechend und dürfte wohl dem größeren Theile der Zuhörer noch unbelannt gewesen sein. Das endgiltige Urtheil über deu Lyriker Grillparzer harre noch seines Abschlusses, da die erst zu gewärtigende Herausgabe auS dem Nachlasse Katharina Fröhlich«, der treue» LebenSfreundin des Dichters, sicherlich noch eine Fülle neuen, bisher noch nicht gedruckten Maleriales zu» tage fördern dürfte. Den Grundton seiner Dichtungen bilde so wie in seinen dramatischen Werken auch hier fast lluSl.ahmSloo das Gefühl der Entsagung auf Liebes-uno LebenSglück. Jener ungehemmte Gefühlsstrom tiefer Leidenschaft, der die Lieder ^enaus so mächtig durchströmt und uns diesen Dichter so theuer macht, blieb Grillparzer zwar versagt, dafür aber zeichnen sich seine Lieder durch einen seltenen Reichthum anmuthiger Stimmungsbilder aus. Grillparzers leuchtender Patriotismus und seine trotz aller innerer Verbitterung immer gleich gebl.ebe„e warme Liebe für Oesterreich nnd dessen Kaiser-hauS sind bekannt. Sie bilden mit eine der schönsten Eigenschaften in dem Charatterbilde des großen österreichischen Dichters, den in eine Parallele mit Schiller und Göthe zu stellen zwar uur der süddeutschen Ueber-schwänglichlcit in den Sinn kommen konnte, der aber andererseits doch viel zu hoch dasteht, um von der dünkelhaft vornehmen Ignorierung norddeutscher Literarhistoriker getroffen zu werden.
— (Unter st ützungsvcrein für dürftige LehramtSzögliuge.) Der an der l. l. Lehrerbil-dungsanstalt in Laibach seit kurzem bestehende Unter-stühun^sverein sür dürstige Zöglinge dieser Anstalt hielt Sonntag, den 7. d. M.. seine diesjährige ordentliche Oe-neraluersammlung ab. Den. hiebei erstatteten Berichte, aus welchem daS wohlthätige Wirken des jungen Vereins herumgeht, entnehmen wir, dass sich heuer die Beitrüge der Mitglieder und die sonstigen Emnahmen des Vereines aus 347 fl, 35 kr. belicsen. Hievon wurden um den Betrag von l23 st. 26 kr Speiseniarlen der Volksküche angekauft, um damit dürftige LehramtSzöglinge zu betheilen; außerdem erhielten mehrere auch Bücher. Kleidungsstücke u. dgl. Da es dieser Verein manchem armen Jünglinge ermöglicht, die Lehrerbildungsanftalt zu besuchen und sich zum Lehrer heranzubilden, em-Pfehlru wir denselben auch fernerhin dem Wohlwollen seiner Gönner. Der VereinSausschnsS besteht dermalen aus den Herreu: Director Hrovat ^Obmai.n). Pros, Linhart (Kassier), Gerlmann (Secretär) und Bezirlsschul-Inspector I. Sima
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—ä. (Theater.) Zu jenen Stücken, die sich schon seit einer langen Reihe von Jahren am jeweiligen Repertoire jeder Saison erhalten und, trotzdem sie allbekannt sind, immer noch anziehend wirlen, gehört die „Rekrutierung von Krähwinkel", Posse mit Gesang in einem Act von Theodor Flamm. Die drastische Komik, welche in dieser Burleske angehäuft ist, brachte auch am vorgestrigen Feiertagabende eine überaus heuere Stimmung im Pudlicum hervor und wurde durch die drei Komiler Herren Mondheim (Stange!), Weitz (Fleleles) »no Cnotresjer (Vlinzler) vorzüglich zur Geltung gebracht. Besonders gelungen in Spiel und Maske war Herr Mondheim als «Lanosmann meiniges". Das recht zahlreich erschienene Pudlicum unterhielt sich aufs beste und applaudierte dem angemessen.
Auch die hierauf gegebene Operette „Leichte Cavallerie" gefiel, obwohl sic in mancher Beziehung hätte besser aufgeführt werden können. Die Ehörc ware» nicht ganz sicher und die Anzahl der Hußaren nicht hinreichend. Ueberhaupt aber fand der vorwiegend magyarische Charakter der Composition hier wenig Ver< stänouis und Sympathie und wurde nicht durchgchends mit der gehörigen Lebhaftigkeit zum Ausdrucke gebracht. Recht fühlbar erfchien die unzulängliche Besetzung des Männerchores, u. z. am meisten bei den Hlltzarenliedern Auch hätte der Gemeinderath humoristischer auftreten tdnuen. wobei auch mit den Masken und Kostümen eiu größerer Effect zu erzielen gewesen wäre. Sehr brave Leistungen boten Frl. Heihig (Vilma), Herr Weiß (Herr« mann) und Herr Director Ludwig (Iauo»), und es entwickelten die beiden Erstgenannten im Gesaugsuor-tragc ebensoviel Feuer und Wohlklang als Herr Director Ludwig Natürlichkeit bei der Charakterisierung seiner Partie. Der Csardas hätte im allgemeinen etwas besser gctcnzt werden können, und dle Schnurrbärte der Hußarcn nahmen sich durchwegs abscheulich aus. Uebrigens sind wir überzeugt, dass die soeben gerügten Mängel bei der nächsten Wiederholung des immerhin schenswürdigen Stückes gänzlich beseitigt sein werden. Hervorgehoben zu werden verdient, dass Herr Weiß ein sehr hübsches Liebeslied zu Anfang der zweiten Abtheilung als Ein« läge vortrug und damit großen Beifall erntete. Das Orchester zeichnete sich durch die gelungene Cxccutierung der effectoollen Overture sowie durch seine anertennungs-würdige Sicherheit aus. — Die gestrige Wieberholung des stosen'schen Lustspieles „Starke Mittel" war schwach besucht.__________^________________________________
Neueüt M.
Original-Telegramme ü«"> „La i b. ^eiNlüq."
Wien, 9. Dezember. (Abgeordnetenhaus.) Posch zog seinen Antrag: der Stenera.lsschuss habe binnen acht Tagen über die Grundsteuernovelle zu berichten, zurück. Das Haus beschloss, m die Specialoebatte über Aufhebung der Zollausschlüsse l,on Istrien und Dal-mazien einzugehen. Donnerstag Sitzung.
Budapest, 9. Dezember. Das Unterhaus nahm die Gesetzentwürfe über die Verlängerung des finanziellen Ausgleiches mit Kroazien. nlicr öic Inarticu« Uenmg der mit Frankreich bezüglich des Armenrechtt's abgeschlossenen Vertrüge mld über die Verlängerung des Handelsvertrages mit Deutschland an.
Arad, 9. Dezember, Das Wasser stand mittags 446 Centimeter und steigt fortwährend rapid.
Petersburg, 9. Dezember. Beim Georgsordens-banlett toastierte der Kaiser auf den ältesten Georgsritter. Kaiser Wilhelm, seinen unwandelbaren Freund; sodann auf alle Georgsritter, belobte die Tapferkeit der jungen Truppen im letzten Kriege und sprach schließlich den Wunsch aus, Russland möge sich fried» lich entwickeln, glücklich und ruhmvoll sein.
Wien, 9. Dezember. Der beliebte Wiener Volksschriftsteller Anton Langer ist gestern gestorben.
Pest. 8. Dezember. (Frdbl.) Die Nachrichten über die Wassergefahr lauten aus beiden bedrohten
Flussgebieten, nämlich der Körös bei Großwardein! und Maros bei Arad, beruhigender. Alle Regierung«- ^ organe, Ingenieurs u»d Arbeitskräfte si»d in TtiaNg keit. Der bisherige Schaden ist nicht cjroß. weiwcn hofft man, trotz der signalisieren v.er Dcimml'lüchc'. zu verhüten. — Gabriel Vaiady wurde heute in Tecsö zum drittenmale einstimmig wiedergewählt; es ist nicht gewiss, dass er annimmt.
Paris. 8. Dezember. (N. fr. Pr.) Die reactio-nären Parteien glauben, die Auflösung der Kammer sei unausbleiblich, und bereiten sich schon für Neuwahlen vor. Ein vom Secretariat der Rechten er» flossenes Circular zeigt das Bestreben, die abgesetzten Beamten im ganzen Lande als Wahlagitatoren zu verwenden. Der Kriegsminister willigte ein, die Feld-capläne abzuschaffen.
Rom, 8. Dezember. (Frdbl.) König Alfontz und Gemahlin richteten Dankschreibeu an den Papst für die HoäiMtsgeschenke, die er ihnen zukommen hat lassen. — Das Befinden der Zarin soll sich verschlimmert haben. Der hiesige russische Botschafter, Baron Uezküll, hat sich daher nach Cannes begeben.
Madrid, 7. Dezember. Das Ministerium hat wegen der kubanischen Frage seine Demission gegeben. Es ist nicht wahrscheinlich, dass Martinez Campos wieder das Conseilspräsidium übernehmen werde. -Die Flüsse in Murcia uild die Guadiana sind bedeutend gestiegen.
Cetinje, 8. Dezember. (Presse.) Vorgestern blutiger Sieg der Montenegriner über die Albanesen bei Welika am Lim. Gegen 1000 Arnauten sind todt auf dem Platze geblieben. Sämmtliche Wagen aus Plcuua brauchten zwei volle Tage, um die Todten vom Schlachtfelde zurückzubringen. Die Verluste der Mon« teiiegril'.ei sind beträchtlich; vorläufig wuden an 100 Todte u»d an 100 Verwundete constatieN.
Sofia, 6. Dezember. Infolge de> Auflösung der Nationalversammlung herrscht in der Opposition grenzenlose Bestürzung. Das alte Ministerium ucrblcidl bis auf weiteres im Amte.
Telegraphischer Wechsclcurs
vom 9. Dezember,
Papier «ente 6860. — Silber«giente 7>>N5, — Gold» Rente 80 75, 18ll0er Staats.Anlehen 13l 3<). - Banl'Actie» 856. - Credit« Aclicn 279 50 — London 116 55. - Silber -'-, Franken > Stücke s'»0»/„. INO'Reichsmarl 5? 70
Wien. »Dezember, 2'/, Uhr nachmittags. (Hchlusscilist,) Creditactien 279«). 18<»0er Lose 13125. 1864er Los? 1ü6- . österreichische Rent, in Papier 68 «0. Staatsbatm 3, ungarische Creditactien 262 50. LloDbacüen 617 -, österreichische Aii.jloba,,? 198 75. Lombarden 8l 2i>, Unionbanl 97 . llom-»nünalanlehcn 120 25, TgMische —, Goldrente 80 30, ungarische «Aollnente 96'15. Fest,
Verstorbene.
Im Civilspitale:
Den tt. Dezember, Anna Tmolnitar, Näherin, :>1 I, Äauchscllentzündung. - Martin Ieraj, Taglöhncr, 58 I., Lun-gencmphysem.
Den 7 Dezember, Maria Ambroz, Magd, 2'.! I., Zehrficber.
Meteorologische Beobachtunsse» in Laibach.
7U.Mg, 746 1« —,«4, N. schwach bewölkt 9. 2 .. N. 745 28 — 9 8 O. z. starl itheilw.heiter! 0 00 9 „ Ab. 745 74 -12 4 O. mäßig j bewölkt ,
Nachmittags theilweise heiter, abends trübe, Abendrot!', windig. Das Tagesmittel der Temperatur l2 9°, um 214° unter dem Normale.
Verantwortlicher Redacteur: Otto mar Vamber«
Theater.
1 Heute (ungerader Tag): Erstes (Aesammtgastspiel des Theater« directors I.Fürst sammt Gesellschaft aus Wien. zum ersten« male -. Alles geht zum Theater. Schwant mil Gesan« in 1 Act von Carl Bayer. Hierauf zum erstenmale. Drel Teufel. Posse mit Gesang in 1 Aufzug von L. Gotlöleben. Zum Schlüsse zum elslenmalc: Der Wiener Fcstzug-Ausstattungspoise niit besang in I Act von Carl Bayer. Vle Wandeldccoration: Der N i e n e r F e st z u g ist gemalt vom russischen Hostheatermalcr A. Vredow. ^
Spielwerke...» Weihimchlcn.
Unzertrennlich, warum? hörrn wir den Leser fragen, weil man die weltberühmten Spielwcrkc des Herrn .1. N lleller in Vern alljährlich um diese Zeit angekündigt, nnd dann au> Tausenden von Weihnachtstischen als «Vlanzpuntt, die kostbarsten Sachen überstrahlend, findet; es ist dieses auch ganz natürlich, da Herr Heller dieselben in einer Volltommenhcil crzcusst, dass jeder, der je eines seiner Werte gehört, von dem Wunsche ve« seclt wird, cbcnfnlls eines zu besitzen. Was kann d>r Gatte der Gattin, der Vräuligam der Vraut. der Freund dem Fre"Nve Schöilercs und Willkommeneres schenken? Es vergegenwärtigt glücklich verlebte Ttundcn, ist allewcil munter, lacht und sä'erzl durch seine bald heiteren, erhebt Herz und Gemüth dnrch »eu" ernsten Weisen, verscheucht Traurigkeit und Melancholie, ist l>er beste Gesellschafter, der Einsamen treuester Freund, und nun gar den Leidenden, den Kranken, den an das Haus Gefcssellten -^ mit einem Wurtc, ein Heller'schcs Spielwert dais und!<>" in keinem Salon, an keinem Krankenbette, überhanpt in keinem guten Hause fehlen.
Für die Herren Wirte gibt es lemc einfachere und slchcre" Anziehungslraft als solch' ein Werk, um die Gäste dauernd z« fesseln; die gemachte Ausgabe hat dieselben, wie uns von nM' reren Seiten bestätigt wird, nicht nnr nicht gerent. sondern l'^ veranlasst, gröfterc Wette anzuschaffen, nachdem sie die erlt« mit Nutzen weiter gegeben, dcnum jenen Herren Wirten, "" noch nicht im Besitze eines Ipielnierles sind, nicht warm lMUss anempfohlen werden lanu, sich dieser so sicher erweiseudt'' Zugkraft ohne Zögern z» bedienen, um so mehr, da bei gl" ßercu Beträgen nicht alle? auf einmal bezahlt werden muss.
Wir bemcrtrn noch, dass die Wahl der cinzelnen 2tu°' eine sein durchdachte ist, dir neueste», sowie die beliebtes älteren Opcin, ^pcrcttcn, Tänze und Lieder finden sich >» ^' Hellcr'schl'n Werke» aus das schönste vereinigt, Herr Heller hu die Ehre, Lieferant verschiedener Höfe nnd Hoheiten zu sei», l> überdies auf den Ausstellungen preiSa/liönt. >lulz, wir töü^' für unsere Leser >mo Lcscriuneü keinen aufrichtigeren Wuuini aussprcchcn, als sich recht bald ein Hellrr'schcs Spielnicrt to^' men zu lassen, rcichlmlligo illustrierte Preislisten werden fra>'^ zugesandt. . .
Wir empjeblen jedermann auch bei einer kleinen «Plel^! sich direct an die Fabrik zu wenden, da vielerorts Werke i^ Hcllcr'schc angepriesen w< .den, dir eS nicht sind; jrdrs scl^ Werke und Dosen muss feinen oullcn gedruckteil Naull'n traü^' wenn eS echt sein soll. Wer jr nach Äcrn lommt, versauf nicht, die Fabrik zu besichtigen, was kereitiuillia. gestattet w>^
^D Für dn' vicleil Beweise herzlicher Theilnahme M
^ während der Krankheit und beim Ableben, sowie für M
^ die zahlreiche ehrenvolle Begleitung zur lehten Ruhe- M
^ statte des Herrn W
> Julian Uitter v. Iichtemu, >
^> jubil. Expcditors der t. t. priv. Südbahn, M
^> statten die Gefertigten allen den herzlichste» Dank ab, M « Laibach an» li. Dezember 187!j. >
W Sixtnö Ritter v. Fichtcnau, jubil. k. l, Staatsbuch/ >
^ Imltungsregistrator. mit Tohn und Tochter, Dr. With. W
« ilowatfch, Stadtphusilcr und Magistratsrath, als >
W Neffe, mit drei Kindern. l>
W Für die vielen Veweise herzlicher Theilnahme >
^ beim Ableben des Herrn M
» Heinrich Wochinz, >
W Aputheter-Assistenten. R
M nnd für das Geleite zur letzten Ruhestätte M' » ^ chen hiemit ihren innigsten Dank aus W
W die trauernden Hinterbliebenen- >
>,___.......................^^ --------------------- ........................^.............-......^,, ,„ ---------------------^7sich
^^»'^^^»-»«'l^ US*"' ^- Dezember, (l Uhr.) Zahlreiche Nebenwertc fanden lebhaften Umsatz zu steigenden Cursen. In Renten. Creditacticn und anderen leitendell Werten ze>g' <.'l/l, lv vv l^^/l. aerinaere Kauflust bei aleichwobl benauvtetenl Curse. ^^
»eld war«
Paplerrente........68 55 68 «0
Eilberiente........7040 7080
Voldrmte .... 8085 809b
Los«. 1854 . 125 50 126
, I860...... 1»l 25 1317.0
. I860 (zu 100 ft.) 136 13« 50
. 18S4........ 1««25 166 b0
Un«. Prämien«»«!..... 1101.0 110 75
Vredit'L......... 178— 180-
Audolfs.L. ........18— 18 50
Prämienanl. der Stadt Wien 120 40 120 60
Donuu.NeüulierungS.Loss . N3 50 114 -
Domänen. Pfandbriefe . . 143 75 144 vesterr. Schahfchcine 1881 rück'
zahlbar......... l01 10150
vesterr. Schatzscheine 1882 rück»
zahlbar........ 10l >0l 50
Ungarische Goldrente .... 9575 «580
Ungarische Eisenbabn-Anleihe . 11b 25 11» 7i Ungarische Eisenbahn-Anleihe,
sumulativstücle...... 113 50 114—
Ungarische Tchatzanw. vom I.
1874..........
Anlehen c>cr Ztabtgemeino«
«ien ,n Ä. V...... 100 - 100 2b
Grn»de»tl«ft«««eVbllg«ti«ne».
Böhmen.........102 75 103 15
5?!ederösterreiH......I04t,0 105'
Galizien . , .96- 95.°.0
Hiebenbüraen......8575 8«'2^
temeser Nannt......8? 50 88
Ungarn..........88 50 8ft
«etle» »«u Vanlen
«eld Mai»
«n^'o-österr. Van?..... 13740 ,37 60
Treditanstali ....... 27380 28<1 -
DepoNtenbans....... 22? - 22? i'0
Creditanstalt. ungar..... 262 262 25
Oesterreichisch ungarische Vanl 849 850 —
Unwnbant ........ 97 20 97 60
«erlehrSbllnl...... ,31—13150
Wiener Vankfteirm..... 137 50 1^»' -
«clte» ,»« tra»»,«rt Unter»eh «nngen
0 114 75 L/lnberg'Czernowißci Hahn . 146 25 l46 5l)
Lloi,d . Gesellschaft.....613— »:>< --
Oesterr. Nordwestbah» , , l45 - 145 50 .«ub)lf«.Valin . . . I43l.0 144 -
Ttaatsbahn .... 36625 266 75
Ziidbahn.........82— 8250
Theiß.Vahn........21050 2l1 -
Ungar.'galiz. Verbindungsbahn 11150 112 Ungarische Nurdostbahn , , . 131 131 50 Wiener Tramwan-lHesellschast «03 50 204 —
Pfandbriefe
Mg.öst. Aodeucreditaust.li.Gd.) 117 50 113-
. ., ^ i. Ä-V) 9!) 75 1si0-
Oesterreichisch. ungarische Vant 10170 10190
Ung. «odencredit.Inst. (Ä..».) 101 30 101 60
PrloritiitH rbltaatienen.
Glisabeth.U. I. Em.....9625 9675
Ferd.'Nordb. in Silber . »06 50 107 -
Frllnz°)oiepl,.Val,n , . 35 50 95 75
'"" ,03"
Aal. Carl Ludwig-Ä. 1. Em, 102^0 ^7.., Oestecr. Nordwsst-Äahn .'. ^.,74'^ 3iet,enbiirger Nahn ... ^^ <6s^
Ztaatsbayn 1. Vm.....1"^7I ,igsl>
5"dbahn » 3'/.......!.u?S l0ll'
Auf deutsche Plätze..... '" ^ggz
London, kurze Sicht . . . - .^ "°z l>6""
London, lange Sich' ... - l'sA 46^
Pari»......... ""
»el>»«rte»l.
Ducaten . . - - > fi. 53 kr. b fi.^ ,
Napolconsd'or . 9 „ 30'/, » " "
Deutsche Neick«. < 7«. '
Noten ... 5? . 65 . ,5? . ^ -
Zilbergulden . . 100 . - . lM .
.«camifche Gcunt>entla!tunas.0>i<« 19« -.