Nr. 9. Freitag, 11. Jänner 1889. 1W. Jahrgang. Mbacher Ieiwng. Nraunmerllt»«n»p«»»: Vtlt Postvelfenbung: ganzjährig sl. i», halbläbrig sl. ?,»u. Im »omptoll! ^ Die „«aibacher »<«ltun« ' «schlinl tti«,»ch mit «««nadm,: d« Sonn. und Feiert«,««, Die »b»i». — I»l«r<»»»«««l,«r l F»l I befindet sich «ahnbüfssnNt ,5. b!e ««dacti«« Vahnhosgasse 2<, Vprechftunben ber «ebaction täglich von Nein« Inserate bl« ,u 4 feilen »ü lr.. «rohere v<>' .^«ile »> kr i b<>< »steren wieberbolungei' »r, Xeilc 8 lt, U ,y bi, ,z Uhr vc>rm«lan«, — Nnlran?i«l« N,mg jenes Tages rüstete, an dem uns vor vierzig Jahren der edelste, hochsinnigste Herrscher geschenkt worden war, da gab der Kaiser klar und unzweideutig zu erkennen, welche Festesfeier sein Herz erfreuen würde, in welcher Weise er den Eriunerungstag bezeichnet wissen wollte im ganzen Reiche. Nicht Pomp und Pracht, nicht prunkvolle Aufzüge und rauschende Fest-lichkeiten, kunstvolle Widmungen und kostbare Weihe-geschenke sollte der denkwürdige Tag bringen — wer dem Kaiser seine Liebe und Treue, seine begeisterte Anhänglichkeit bezeugen wollte, der sollte seiner Mit» menschen gedenken, in der thätigen Förderung guter und gemeinnütziger Anstalten, in Werken des Wohl' thuus und wahrer Humanität seiner festlichen Stimmung, seiner patriotischen und kaisertreuen Gesinnung Ausdruck geben. Und der Wunsch des Monarchen ist dm Völkern unseres Vaterlandes heilig gewesen. Eine Publication der «Wiener Akendpost» legt in einem geradezu imposanten Zifferngebäude die Früchte dieses edlen Wunsches dar: wir sehen, welche Flille guter und großer Thaten, menschenfreundlicher Werke und segensreicher Unternehmungen der Iubeltag des Kaisers ins Dasein gerufen hat. Auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens, für alle Berufs- und Bevölkerungsclassen, für Leidende und Bedürftige, für die Armut und dir Jugend, ist das Jubiläum des Herrschers bedeutsam und glückbriugend geworden. Warrn schon im Laufe des Jubeljahres — denn ein solches war aus dem Iubeltage längst geworden — in gläuzeuden Ausstellungen große und eindrucksvolle Feste der Industrie gefeiert worden, welche sich ihrem Umfange und Inhalte nach zugleich zu überzeugenden Bildern des Aufschwunges und Fortschrittes Oesterreichs in den vierzig Regierungsjahren Franz Josefs gestaltet haben, so fiuden wir nun in einer Reihe von Iubiläums'Stiftungen diesen Aufschwung und Fort« schritt neuerdings mächtig gefördert. Wir sehen Kunst, und Gewerbemuseeu, Handels», Gewerbe- und land» wirtschaftliche Schulen, Industrie« und Markthallen erstehen; Fonds und Stiftungen gelten der Entfaltung von Handel, Industrie und Gewelbe, der Heranbildung oder Ausbildung in den einzelnen Gewerben. Unab-sehbar aber ist der Segen, welchen die öffentliche Wohl» thätigleit aus Anlass des Kaiserlages gestiftet hat. Den Kranken Linderung ihrer Leiden. Pflege und Heilung zu bringen, den Obdachlosen Asyl, den Armen und Siechen ein menschenwürdiges Heim, Nahrung und Versorgung zu bieten, dazu haben reich? Städte wie die ärmsten Orte, dazu hat der schlichte Bürger wie der Cavalier und Capitalist mit helfender Hand beigetragen. Zahlreich sind die Städte und Orte im Reiche, welche, um das menschenfreundliche Herz des Kaisers zu erfreuen, an seinem Iubeltage den Grund» stein zu solchen Stätten der Humanität, zu Armen» nnd Greifen-Asylen. zu Kranken« und Versorgungs» Häusern gelegt oder mit reichen Mitteln die fernere Entfaltung bereits bestehender Stätten der Nächsten« liebe verbürgt haben. Unermeßlich endlich ist die Fülle der Wohlthaten, welche hier unter den Auspickn eines edelsinnigen Herrschers unserer Jugend gespendet worden ist. Hat sich unter Franz Josefs glorreicher Regierung die Er» ziehuug und Bildung des Volkes in nie geahnter Weise entwickelt, ist der Segen der Schule in die entferntesten Winkel des Reiches getragen worden, so hat die stille Kaiserfeier des Jahres 1888 in allen Krön-länbern den Grund zu neuen Stätten der patriotischen und culturellen Erziehung des Volkes gelegt. Volks», Vürgcr- und Mittelschulen danken der Anregung des Monarchen ihre Entstehung, den Kleinsten der Kleinen öffnen sich die Pforten zahlreicher Kindergärten und Kmder-Bewllhranstlllten, in denen fürsorgliche Hände den ersten Keim des Guten, den ersten Keim des Wissens in die zarte Jugend pflanzen und die Gr» ziehungsarbeit der Eltern beginnen, welche im Kampfe um das tägliche Brot gerne und freudig ihr Theuer» stes der Obhut edler Menschen anvertrauen. Die Stif» tuug eines einzigen Mannes, dem allerdings irdische Glücksgüter im reichsten Maße beschicken sind, wendet die Summe von sechs Millionen Gulden der Verbrei» tung des Volksschnlunterrichtes und dem edlen Zwecke einer gedeihlichen Volkserziehung zu. Schuh und Schirm der Waisen und Gebrechlichen. Ernährung und Bekleidung der armen Jugend. Unterstützung drr Wit» Feuilleton Aus den Flcgcljahrcn der Erde. Urwcltliche Plaudereien. I. H Der Werdeprocess unseres Planeten hat seit alten Mten die Gelehrten und Forscher des Menschrnvoltes svl ^^ Grade in Anspruch genommen, und die wider-^ rundsten Behauptungen sind namentlich über die ^Mrage. wie nämlich die Erde entstanden sei. auf-G?i? ""^ "^ großem Anfwand und Scharfsinn uud "ehrsamkeit vertheidigt worden. Gs' ^ ^gleicht man alle hierüber von den alten ^ echeu g„ HH ^ heutigen Zeit herab aufgestellten ^PMen miteinander, so ergibt sich nur das Eine ^^siimmtheit, dass nämlich leine derselben mit un-sch^M'chen Beweisen belegt werden kann nnd dass UMlch alles, was bislang über die Entstehung der H geschrieben worden ist, mehr oder weniger nur der??""g. geblieben ist. Die Wahrheit hat eben vollp Ä^^' welcher sich nicht in seine geheimnis-lvird 5"lkswt schauen lässt, für sich behalten, und cs alle 9 ^l b" Ursprung unseres Planeten wohl für lz^.^ten mit zu denjenigen Geheimnissen des großen liH "'lna.2räthsrls gehören, welche dem Bereiche mensch-bleih "^chl"g und Wissenschaft entrückt sind uud eiM^"" aber somit die Frage, wie unfer Planet rz '.""den »st. für immer ungelöst bleiben wird, fo ist sich ^ .menschlichen Forschergeiste dagegen gelungen, ^ck Ostens über den Entwicklungsgang der Erde ^d >!' ^ Entstehung gewisse Anfschlüsse zu verschaffen sch^?.^ züglichen Combinationen als ziemlich wahr« lohi/'H erscheinen zu lassen. Speciell hat es die Geo> ^lo^ '" diejenige Wissenschaft, welche sich mit der l'Hung der Gildungsweise und der Zusammen- sehuug des Erdköipers beschäftigt, verstanden, aus den vielfachen Andeutungen und Botschaften, welche die Erde aus ihrem unbekannten Innern nach der Oberfläche sendet, die Geschichte der Entwicklung unseres Planeten klai< zulegen, obgleich es auch hier selbst heute noch manche dunkle Capitel gibt. Vor allem ist es ihr mit verhältnismäßiger Sicherheit gelungen, nachzuweisen, dass die Erde im Urzustände aus einer feurig-flüssigen Masse bestand, ähnlich der Lava der Vulcane, und dicse Theorie durch eine An» zahl verschiedener Bewelse zu unterstützen, wenngleich sich dieselben eigentlich nur auf tobmologische Beob« achtungen gründen. W,e lange die Erde in diesem Zustande verharrte, lässt sich natürlich nicht im geringsten sagen, aber es mögen wohl Millionen Jahre darüber vergangen sein, also ein Zeitbegriff, für dcn nns jeder Maßstab fehlt. Diese ungeheuere glühende Masse musste nun unermessliche Mengen von Wass^rdämpsen aus stuhen, und der Beweis für eine solche Annahme ergibt sich schon aus der Thatsache, dass alle Gesteine, welche ihre Entstehung der Erstarrung feurig'siüssiqer Massen verdanken, noch jetzt Wasser in bedeutenden Qnanlitätrn enthalten, außerdem kann man auch an den glühenden Lavaströmrn der Vulcane beobachten, dass sie fortwäh» reud Wasserdämpse ausstoßen. Die uou der glühenden Erdkugel ausströmenden Wasserdämpfe nmgaben dieselbe alsbald in Form dichter, schwerer Wolken, was zunächst zur Bildung der Erdatmosphäre führte, und im weiteren Verlaufe der Dinge verdichteten sich diese Wolken zu tropsbal'flüs-sigcm Wasser, welches schließlich in ungeheuren Sliömen auf die Erdoberfläche niederfiel. Die letztere winde durch die Einwirkung des viel kälteren Wassers und durch die kältere Temperatur der Atmosphäre allmählich in cineu Zustaud tur Erstarrung übergeführt, wel° cher Process freilich auch wieder Huuderttauseude und Millionen von Jahren in Anspruch genommen haben dürfte; es entstand nunmehr die erste feste, wenngleich noch fehr dünne Eidrinde, eine Vranitdecke um den ganzen Erdball, welche im Laufe fernerer Jahrhundert-taufende so weit erkaltete, dass die auf sie niederströmenden Wassermengen sich nicht wieder zu Dampf verflüchtigten, sondern als eine lochende Masse die Erdoberfläche gleichmäßig bedeckten — das erste Meer, das Urmeer, war entstanden. Wiederum oergieng ein langer Zeitraum, bis in-folge gewaltiger Revolutionen im feurig.flüfsigen Erbkern die dünne, feste Kruste derselben barst und an zahllosen Stellen Massen des feurig.flüssigen Innern mit furchtbarer Gewalt in die Höhe geschleudert wurden, hiebe, auch Theile der granitenen Erdrinde mit sich fortreißend, und auf diese Weise erhoben sich Gra-nitinseln über die Oberfläche des brausenden, kochenden Urmeeres. die ersten Gebirge und Plateaux der Erd» oberflache. Mit dem Erheben dieser Urgranitmasstn über die Fläche des Meeres hatte sich die erste Scheidung zwischen Land nnd Wasser vollzogen, aber wer vermag zu sagen, wie lange es gedauert haben mag, eh? diese ! den. starren Granitinseln die ersten Spuren organischen Lebens auszuweisen vermochten? Dieselben konnten sich jedoch auch nicht eher zeigen, als bis nicht eine gewisse Bodenschicht das starre Felsgestein bedeckte, und diese bildete sich dadurch, dass infolge der Einwirkung der heißen, auf den Granit niederstürzenden Regen» güsse und der glühend-heißen Atmosphäre die Ober-stäche des Gesteins spröde wurde und schließlich in seine chemischen Bestandtheile, wie Kieselerde, Thon« erde, Magnesia u. s. w., zerfiel, womit die Möglichkeit der Entfaltung organische!» Lebens in dieser Bodenschicht gegeben war. In der That entsprossten in derselben eigenthüm» liche. pilzartige Gewächse, als die ersten Vertreter organischen Lebens auf der Erde, aber es waren dies nur trüppelhafte Vertreter der Pflanzenwelt, wie ein solcher öaibachcr Zeitung Nr. 9___________________________________66 ____________________ 11. I^ner 1889. wen und Versorgung Bedürftiger, Förderung humaner Vereinszwecke jeder Art — dies streben andere Widmungen an, die von dem Jubeljahr ihren Ausgang genommen haben. Mehr als 16 Millionen Gulden sind solchen Werken des Wohlthuus auf dem Altar echter Menschenfreundlichkeit geopfert worden zu Ehren unseres geliebten Monarchen! So ist der Herzenswunsch Franz Josef des Ersten erfüllt worden in wahrhaft erhebender und beglückender Weise. Länder und Städte. Märkte und Dörfer, Genossenschaften und Vereine, arm und reich, alles hat nach seiner Kraft und seinem Vermögen mitgewirkt an dieser prunklosen und stillen Jubelfeier, welche doch ebenso laut den Ruhm des Herrschers als das Lob eines im Wohlthun und Opferwilligkeit allezeit erprob' ten Volkes verkündet. Wenn es dem Herzen des Monarchen widerstrebte, den Markstein einer vierzigjährigen glorreichen Regierung durch gewaltige pomphafte Hul> digungen. durch prunkvolle Feste zu bezeichnen, wenn er Thaten der Barmherzigkeit und Großmuth, ein Fest der Menschenliebe und Wohlthätigkeit, und kein äußeres, lärmvolles Gepränge wollte, so ist sein Wille in wahrhaft überwältigender Weise befolgt, sein großes Ziel in jeder Hinsicht erreicht worden. Die Worte des Dankes, welche der Kaiser an sein Volk gerichtet, sind noch nicht verhallt; sie haben der Freude und Befriedigung seims Herzens darüber beglückenden Ausdruck verliehen. Der Gedenktag seiner Thronbesteigung ist in der That, wie wir es heute lebhaft erkennen, der Ausgangspunkt reicher, noch in fernster Zuknnft fortwirkender Segnungen geworden. Per Same, der an diesem Tage gestreut worden ist,! wird erst in Jahren zur vollen Reife gelangen, und kommende Geschlechter noch werden den Namen und das Andenken des Herrschers segnen, dem die willkommenste Huldigung die Bethätigung wahrer Nächstenliebe und edlen Gemeinsinns war, der in hochsiuniqem Entschlüsse das patriotische Fest. zu welchem seine Völker rüsteten, zu einem Triumphe der Humanität, zum! Segen für seine dankbaren Völker gestaltet hat! Politische Ueberlicht (Aus dem czechischen Parteilager.) Vorgestern hielt der Prager jungczechische Club eine Versammlung ab, in welcher die jungczechischen Abgeordneten Engel, Herold und Graf Kaunic erschienen waien. Die beiden erstgenannten erstatteten Bericht über ihre Thätigkeit im Abgeordnetenhause und führten Klage über die altczechischen Abgeordneten, welche den «liberalen» Anträgen des jungczechischen Fähnleins ihre Zustimmung versagt hatten. Gleichwohl erklärte Dr. Engel, dass das letztere stets bereit gewesen und noch immer bereit sei, mit dem Altczechenclub Frieden zu schließen. Thatsächlich hatte auch dieser bereits die Herren Dr. v. Meznik und Dr. Trojan zu Unterhandlungen mit den Iungczechen delegiert. Die Bedingungen der letzteren, namentlich jene, dass den Hcrren Gre^r nnd Genossen in liberalen Fragen die vollste Freiheit der Abstimmung gewahrt bleiben solle, hälteu jedoch nicht genügenden Anklang gefunden, und so sei alles beim alten geblieben. Herr Herold erklärte übrigens, dies auch für seine Person nicht zu bedauern. Die Versammlung nahm die Ausführungen der Herren Engel und Herold mit Beifall auf. (Die russische Militär-Deputation) wurde auch vom Kronprinzen Rudolf sowie von den Erzherzogen Albrecht und Karl Ludwig empfangen. Dieselbe wohnte vorgestern einem Diner beim Kaiser bei. Die Deputation findet in deu Wiener Officiers-kreisen die herzlichste Aufnahme und wurde zur Be< sichtigung der Wiener Kasernen eingeladen. Das Offi-cierscorps bereitet auch ein Bankett vor. wobei ein österreichischer Oberst einen Toast in russischer Sprache ausbringen wird. (Steiermark.) Das vom steiermärkischen Landtage beschlossene Gesetz, betreffend neue Bestimmungen über die Beiträge von Verlassenschaften an die Schul-lehre»Pensionsfonde, erhielt die kaiserliche Sanction. (Vor dem Reichsgerichte) werden in den Tagen vom 21. bis 24. Jänner d. I. öffentliche Verhandlungen stattfinden, und zwar: am 21. Jänner über eine Beschwerde wegen Verletzung des durch die Verfassung gewährleisteten politischen Recht's der Wählbarkeit zur Gemeindevertretung und über ^inen Antrag auf Entscheidung eines verneinenden Comp tenzconflictes zwischen Gerichts- und Verwaltungsbehörden; am 22. Jänner über zwei Beschwerden wea/n Verletzung des durch die Verfassung gewährleisteten politischen Rechtes, Vereine zu bilden; am 23. Jänner über eine Beschwerde wegen Verletzung des durch die Verfassung gewährleisteten politischen Rechtes der Wählbarkeit zur Gemeindevertretung; am 24. Jänner über zwei Ansprüche an das Staatsärar auf Zahlung von Ueoer-siedlnnqskosten. (Bischof Doppelbauer.) Wie das Linzer «Voltsblatt» zu melden weih, wurde Bischof Doppelbauer am 7. d. M. vom Papste in Priuataudieuz empfangen. Die Präconisieruug des neuernannten Würdenträgers soll im nächsten Consistorium erfolgen. (Gemeinderath von Cilli.) Bisher fand in Cilli monatlich nur eine Sitzung des Gemeinderathes statt; da aber die auf die Tagesordnung zu setzenden Verhandlungsgegenstände stetig zuuehmen, so wurde beschlossen, von nun an an jedem ersten und dritten Freitage des Monats Sitzungen abzuhalten. (Die österreichisch - ungarische Zoll-und Handels cons erenz) hat am Dienstag unter Vorsitz des Staatssecretärs Matlekovits im ungarischen Handelsministerium eine Sitzung abgehalten. Den Gegenstand der Verhandlung bildete ein von der österreichischen Regirrung ausgearbeiteter Gesetzentwurf, im Sinne dessen der Triester und der Fiumaner Freihafen mit 30. Juni 1891 vollständig aufgehoben werden soll. (Bei der Landtags-Ersatzwahl für die Prager Neustadt) wurde der altczechische Candidat Professor Tomek mit etwa 1600 von 1756 abgegebenen Stimmen gewählt. Die Deutschen hatten sich vollständig ferngehalten. Die Species der czechischen Antisemiten, die bei dieser Gelegenheit zum ersten- male öffentlich auftrat, erlitt eine eclatante Niederlage, da ihr Candidat kaum 150 Stimmen auf sich vereinigte. (Im galizischen Landtage) brachte der Regierungs-Commissär eine Vorlage, betreffend die Ab' änderung der Gemeinde»Ordnuug für die größeren Städte Galiziens, ein und bemerkte, dass im Falle bedeutenderer Abänderung derselben sie nicht sanctioniert werden könnte. Eine längere und ziemlich erregte Discussion rief derLandesansschuss-Bericht über die Starve!» Fonds hervor, da Abgeordneter Romanowicz die Verwaltung einer strengen Kritik unterzogen hatte. (Ungarische Conversion.) Nach einer der «Pol. Corr.» von wohlunterrichteter Seite aus Buda« Pest zugehenden Meldung wird die ungarische Conversions-Operation schon in den nächsten Tagen, und zwar in ihrem ganzen Umfange, auf einmal ins Wert gesetzt werden. Wie des weiteren gemeldet wird, hat sich das Consortium endgiltig dafür entschieden, anstatt der Grundentlastungs-Obliqationen 4proc. und an Stelle der verschiedenen Eisenbahn «Prioritäts-Obligationen 4'^proc. Titres auszugeben. (Oesterreich nnd Russland.) Dem «Daily Chronicle» zufolge erhielt der von seinem Urlaub zu-rückgekehlte russische Militärattache' in Wien, Oberst Zujeo, vom Zaren die Weisung, dessen friedliche Absichten zu betonen. Der Zar soll erklärt haben, er wünsche jede Ursache eines Conflictes zwischen Russland und Oesterreich beseitigt. Er sei jetzt von der Loyalität der Gesinnungen Oesterreichs in der Orientpolitik überzeugt. (In vaticanischen Kreisen) wird bestimmt versichert, dass die Behauptung, der österreichisch' ungarische Episkopat beabsichtige eine auf die römische Frage und das neue italienische Strafgesetz bezügliche Kundgebung, jeder Begründung entbehrt. (Die Chancen Boul angers) für die Pa< riser Wahl bessern sich zusehends. Dass die Imperialisten und ein erklecklicher Theil der Monarchisten fill ihn stimmen werden, steht fest. Wichtiger ist. dass unter den Republikanern infolge der Aufstellung der Can« didatur Jacques' ernste Misshelligkeiten ausgebrochen sind. so dass Blätter wie der «Temps» und die «D^ bats» die Wahlenthaltung seitens der gemäßigten Republikaner in Aussicht stellen. Boulanger bemüht sich, da er der monarchistischen Stimmen sicher zu se>" glaubt, möglichst viel Republikaner zu gewinnen. So bewirbt er sich angelegentlich um die Stimmen der «Panamisten», der unglücklichen Besitzer von verkrach" ten Panama-Actien, unter denen sich natürlich auch sehr viele Republikaner befinden und die, da es M um ihre unmittelbarsten Interessen handelt, sehr geeignet sein würden, nicht nur als Wähler, sondern auch als eifrige Wahlagenten viel zum Erfolge del Wahl beizutragen. Eine Gruppe von solchen Actionären hat sich deshalb an den General Voulanger gewendet und diesen aufgefordert, sich der Panama-Gesellschaft anzunehmen, ein Wunsch, dem der General natürlich sofort und mit Freuden — allerdings nur in Worten — nachgekommen ist. Zustand schon durch das Fehlen der Sonnenstrahlen bedingt wurde, welche die dichten Dampf« und Wolkenschleier, die jene Graniteilande umlagerten, noch nicht zu durchdringen vermochten. Erst als sich das Sonnenlicht bis zur Erde durchdrang, als mit dem allmäh» lichen Erkalten des Urmeeres die Wasserdampfaushau-chungen desselben schwächer wurden und dies wiederum eine Abnahme der atmosphärischen Wolkenhülle zur Folge hatle. da regte sich auf den Felseilanden des Urmeeres ein kräftigeres Leben. Es entstanden an Stelle der ursprünglichen krüppelhaften Vertreter der Pflanzenwelt höher organisierte Gebilde, bis endlich Sträuche und Bäume sich entwickelten und die Inseln der Urzeit in dichten Massen bedeckten. Aber auch diese neuen Versuche der schaffenden Natur trugen noch den Stempel der Unvollkommenheit; die Bäume waren von plumper, unbeholfener Gestalt, ohne jeden Schmuck von Blüten und Früchten, und nur einförmige, grau oder braun gefärbte Blätter hiengen an den kurzen dicken Aesten. Man hat die Ueberreste jener urweltlichen Bäume namentlich in den Steinkohlen- ^ schichten aufgefunden, und erweisen sich als deren Haupt« Vertreter die Sigillarien oder Siegelbäume, die Lepi-dodendren oder Schuppenbäume und die Calamiten; daneben existierten jedoch noch eine Anzahl kleinerer Baumarten sowie sehr viele Strauchgewächse, welche meist die Form der heutigen Cacteen aufweisen. Die Sigillarien stellten säulenartige, bis zwanzig Meter hohe und ein Meter in der Dicke messende Stämme dar, die mit zahlreichen, in Läugsreihen geordneten, erhöhten Blattnarben bedeckt waren. Die scheibenförmige Gestalt dieser Vlattnarben ähnelte Siegelabdrücken, und hiernach hat die ganze Baumgattung ihren Namen erhalten, da lateinisch das Siegel «ißilwm hecht und man danach diese Bäume Sigillarien nannte. Die Stammspitzen waren mit langen, steifen nadelarligen Blättern dicht besetzt, und solche besen-sörmige Stammsvihen kommen auch in niedrigen Exem- plaren der Sigillarien-Gattung vor. Die Stämme theilten sich unten in Wurzeläste, welche dicht mit langen cylinorischen Nebenwurzeln beseht waren, die beim Abfallen kreisrunde Narben zurückließen; man kennt im ganzen gegen 60 Arten der Siegelbäume. Als der eigentliche Typus der Baumflora aus jener vorweltlichen Periode erscheinen aber die Lepido^ dendren oder Schuppenbäume, welche eine Länge vou 30 Metern und eine Dicke von 4 Melern erreichten. Die Rinde der Schupftenbäume war in sehr regelmäßiger Weise bedeckt mit Blattnarben, welche, dicht stehend und spiralig geordnet, die Form von Rhomboedern oder auch vou Sechsecken aufwiesen und in deren Mitte sich ein kleines Wärzchen, die Narbe des abgefallenen Blattes, befand. Auch kamen dünuere Zweige vor, mit ansitzenden, steifen, linealförmigen Blättern, desgleichen walzen-ähnliche Fruchtähren, am Ende der Zweige mit zahlreichen schnppenfölmigen Deckblättern. Man kennt elwa 40 Arten der Lepidooendren, und standen sie demnach in dieser Beziehung den Siegelbäumen nach. aber sie hatten dafür, nach den aufgefundenen Ueberresten zu urtheilen, die weitaus zahlreichsten Individuen auf« zuweisen, und haben die Schuppenbäume daher den Urwäldern der Steintohlenformation offenbar das typische Gepräge aufgedrückt. Zu den Lepidodendren gehörten anch die Stigmarien, die Wurzelstöcke der Schuppenbäume, mit weithin verzweigten Wurzeln, während die Lücken zwischen den Stämmen durch zahlreiche krautartige Farn ausgefüllt wurden, die zum Theile den Farnarten der Jetztzeit engverwandt sind. Die Calamiten endlich ähnelten in ihrer äußeren Erscheinung sehr den heutigen Schaft« Halmen oder Equisitaceen, nur dass si.» dieselben au Länge ganz gewaltig überragten; sie hatten gegliederte Stämme, die Glieder waren von feinen Längsrippen durchzogen. Das Gesammtbild der Flora jener vorweltlichen Periode war das einer üppigen tropischen Sumpfflora, aber freilich mochten wiederum lange Jahrtausende verflossen sein. ehe diese Ueppigkeit erreicht worden wal. Denn jedenfalls war anch die erste kümmerliche Vegetation dieser Epoche mit ihren plumpen, zum Theile blattlosen Aaumgestalteu inzwischen längst wieder unte^ gegangen, um eine Humusdecke bilden zu helfen, auf welcher erst die üppige Flora der späteren Zeit empol' sprießen konnte. Ein eigenthümliches Bild mag wohl der erste eigentliche Urwald, der auf unserem Planeten seit seinem Entstehen existierte, dargeboten haben. Riesenbäume von gewaltiger Höhe erhoben sich auf alle" Seiten uud verästelten sich durch gabelförmige TheillMg zu gewaltigen Kronen, welche, aneinander stoßend «m» ineinander greifend, ein dichtes natürliches Dach bn-deten. ähnlich wie die Urwälder der heutigen Zeit. Herrschte schon infolge dieses Umsta'ndes in de" gewaltigen Säulenhallen des ersten Urwaldes der Erde nur eine unbestimmte Dämmerung, so kam noch tM"' dass die Atmosphäre noch immer' sehr dunstig war, l" dass auch die Sonnenstrahlen vermuthlich nur mit eil'^ matt.röthlicheu Scheine durch die Nebelschichten der Atmosphäre hindurchleuchteten. Dennoch wucherte '") Schatten dieses Walddomes ein üppiges Unterholz n>'° ein nicht minder üppiger krautartiger Pflanzwuchs, der sowohl durch das feucht-warme Klima als auch dnrV deu morastigen Boden begünstigt wurde Aber so kraftstrotzend diese gesammte VegetatA auch war und so majestätisch sich ihre Formen v" einer Reihe von Baumgattungen auch erwiesen, so seh" es ihr doch an dem eigentlichen Schmucke, demjenlss" duftiger, farbiger Blüten und Nahrung spenden^ Früchte, und leine einzige Vogelstimme nnterbrach v' düstere Stille des ersten Urwaldes, kein Insect schw'" durch die Wipfel der hohen Baumfarn. höchstens d" das Rauschen des Wiudes oder das Niedertracht ""' morschen Vaumriesen durch das Schweigen des Wol^ tönte. " N. 6- ___iillillllcher Zeitung Nr. 9._____________________ 67 II. Jänner l«89. (Aus Petersburg) wird geschrieben: Der wm Grafen Tolstoj ausgearbeitete Entwurf einer Ver-waltungsreform für Rilfsland scheint nunmehr alle "."ssicht auf Annahme seitens des R^ichsrathes end-g'ltig verloren zu haben. Die Opposition, welche sich ln dieser Körperschaft vom Anfang an gegen den Tol->!°l'!chen Entwurf geltend machte, accentuiert sich täg-uch schärfer, wozu begreiflicherweise nicht wenig die wohlgegründete Ueberzeugung beiträgt, dass an maß-übender Stelle zur Zeit eine ausgesprochene Abneigung gegen Aenderungen des augenblicklichen Zustandes d?r Dinge in rückläufiger Richtung besteht. Die jüngste »telsl! der Kaisrrfamilie und deren trauriger Zwischen« fall haben nicht nur einen tiefen seelischen Eindruck auf den Zaren hinterlassen, sondern ihn auch, wie man versichert, von der Unersprießlichleit reactionärer Maßnohmen bei Bevölkerungen überzeugt, deren Loyalität und ungeküustelte Anhänglichkeit sich bei jedem Schritte ber kaiserlichen Familie luudgab. Einzig auf Rück-lichten für den verdienten Staatsmann ist es daher zurückzuführen, dass sein Enlwnrf nicht sang. und klanglos zu den Acten gelegt wird. Die endgiltige Debatte über denselben ist anf den Monat März l. I. ^gesetzt worden; sie dürfte aber kaum mehr als ein formeller Vorgang werden, umsomehr als Graf Tol-'wi infolge seines immer ungünstigeren Gesundheite» Maudes kaum in der Lage sein dürfte, erfolgreich für ftln Werk einzutreten. (Oesterreich nnd Rumänien.) In den ^hten Tagen sind wieder Gerüchte über angeblich bevorstehende zollpolitische Verhandlungen zwischen Ocher-le«ch-Uugarn und Rumänien aufgetaucht. Diese mit sroßer Beharrlichkeit colportierten Gerüchte sind gleich' wohl vollständig unbegründet. Es ist keinerlei Anzeichen vorhanden, welches berechtigen würde, an eine baldige ^eendiglmg des Zollkrieges mit Rnmänien zu glauben. ^ (Aus Italien.) Wie der «Pol. Corr.. aus ^vtn gemeldet wird, sind die Nachrichten vou bevor-''Mnden Veränderungen im diplomatischen Corps Ita» >ei,s verfrüht. Die Gerüchte waren mit der Nothwen» ^gleit motiviert worden, den durch den Tod des Grafen ^obilant erledigten Botschaflerposten in London zu bethen, doch sind die leitenden Kreise mit der Thätigkeit ^ als ckarßH ^'assairLn in London functiouiercndeu ^tschaftsrathes Catalani zufrieden und empfinden keine ^mittelbare Nöthigung zu einer Besetzung deö Londoner Ostens. (Serbien.) Wie man ans Belgrad meldet, .gartet man daselbst für den griechischen Neujahrstag .""lgliche Auszeichnungen für eine Reihe hervorragen-^ Persönlichleiten aller drei Laudesparteien, die sich ll drn Berathungen im engeren und weiteren Ver-Munge.Revisionsausschnsse in bestimmender Weise b^-^lligt hatten, sowie auch für die Mitglieder des Ca-Mz Kristic. dessen Verhalten während der lehw, suhlen nicht wen'g zum erfolgreichen Abschlüsse des ^lfassungswerkes beitrug. Das nächste Sonntagsblatt ^ amtlichen «Srpsle Novine» soll die bezüglichen "ecrete zur Veröffentlichung bringen. . (Italienisch-türkischer Handelsver-.-9) Zwischen der Pforte und der italienischen Regung schweben Pourparlers wegen bevorstehender klh archen selbst angeregte Action war und welch reiche Früchte dieselbe getragen hat. So wurde in erster Reihe der Bau oder die Errichtung und Erweiterung von nahezn 400 Humanitäts- und Krankenanstalten, Schulen, kirchlichen und gemeinnützigen Gebäuden beschlossen. Die Zahl der Fonds und Stiftungen für humanitäre, Unterrichls-und Eultuszwecke beträgt rund 600. Namentlich hervorgehoben werden in der «Wiener Abendpost» die Errichtung eines Landesversicherungsfonds, «bei welchem Lohnarbeiter und das Gesinde für den Fall des Alters, der vorzeitigen Invalidität oder des Todes sich selbst versichern oder seitens ihrer Arbeitgeber versichert werden können»; die Creierung eines Fonds zur Errichtung einer Brandschaden-Versicherungsanstalt und die Stiftung des Freiherr,, v. Hirsch zur Verbreitung des Volksschulunter-richtcs unter der israelitischen Bevölkerung in Galizien und der Bukowina, dann zur Heranziehung derselben als Handwerter und Ackerbauer. Ueber die Höhe der Beträge dieser Stiftungen macht die «Wiener Abendposl» folgende Mittheilungen: «Humanitäts-Anslalten wurden 143 ge» gründet mit eincm gewidmeten Betrage von 2,566.716 Gulden in Barem und 107.100 fl. in Wertpapieren, außerdem 119, bei welchen sich ein Betrag ziffermäßig nicht feststellen lässt. Fonds und Stiftungen 560, für welche ein Betrag von 3,194.829 fl. in Barem und 859.240 st. in Wertpapieren gewidmet erscheint; von weiteren 139 lässt sich der gewidmete Betrag ziffermä'ßig nicht feststellen. Sonstige gemeinnützige und Wohlthätig-leitsacte 970 mit einem Barbetrage von 3,067.724 fl. und 364.635 fl. in Wertpapieren; bei Weiteren 1275 ist der gewidmete Betrag ziffermäßig nicht festzustellen. Alle drei hier angeführten Kategorien weisen demnach gewidmete Beträge in der Höhe von 6,849.269 st. in Barem und 1,330.975 fl. in Wertpapieren oder im ganzen von 10,180.244 fl. aus. Rechnet mau hiezu die Stiftung des Freiherrn v. Hirsch für Zwecke der israelitischen Bevölkerung in Galizien und der Bukowina mit dem Capitale von 12,000.000 Francs --- 6,000.000 fl., so ergibt sich die Gcsammtsumme der gewidmeten Betrage mit 16,180.244 fl. ö. W.» Diese rechnungsmäßige Gesammt-summe bleibt aber offenbar noch weit hinter dem wirklichen Gefammtbetrage zurück, wenn man die beträchtliche Zahl von Stiftungen und Spenden berücksichtigt, deren Summe bei der in der «Abendpost» vorliegenden Berechnung nicht einbezogen worden ist. — (Moden für die Tafel.) Unter dem Prä-sidium des ersten Küchenmeisters des Pariser Grand Hotel fand vor einigen Tagen eine Sitzung der Pariser Köche und Tafeldecker statt, in welcher berathen wurde, wie heuer die elegantesten Tafeln bestellt sein sollen. Endlich gelangte man zu folgenden Entschlüssen: Ist das Service farbig, wird weißes Gedeck gewählt; um die Tafel läuft eine Blumenguirlande, die Aufsähe und Girandols werden durch Blumenlrtten in bunter Farbe miteinander verbunden. Hat man weißes Porzellan, wird farbige Wäsche gcdeckt, hingegen müssen bann weihe Blumen genommen werden. Die Hausfrau, welche in der Mitte der Tafel auf einem erhöhten Sitze Platz nimmt, erhält als Zeichen ihrer Würde zu ihrem Eouvert eine Menukarte, auf welcher ein Schlüsselbund gemalt ist. — (Musikalische Särge.) In Californien ist eine neue Mode aufgetaucht: Man lässt sich in musikalischen Särgen begraben. Ein Fabrikant in San Francisco liefert dieselben zu dem Preise von 100 bis 400 Dollars, je nach der Ausstattung und dem Repertoire. Der musikalische Sarg hat als Einsah eine Spieluhr, Schweizer Fabrikats, welche Trauermärsche von sich gibt, während der unglückliche Inhaber des Sarges zu Grabe getragen wirb. So erspart man die übliche Trauermusik. Der Erfinder des musikalischen Sarges lieh zuerst einige arme Leute gratis in einem solchen Prodmte seiner Phantasie beerdigen, und man lachte anfangs darüber; aber der fchlaue Mnkee hatte schließlich den Erfolg für sich, und nun will die gesammte todte Welt von Ealifornien in musikalischen Särgen bestattet fein. Der Inhaber des Etablissements denkt bereits daran, dasselbe in eine Actien-Gesellschaft umzuwandeln. — (Ein Denkmal Leo Thuns.) Wie verlautet, hat sich ein Comite' zu dem Zwecke gebildet, ein Denkmal des jüngst verstorbenen Grafen Leo Thun anfertigen zu lassen, welches mit Rücksicht auf dessen Wirken als Untcrrichtsminister in den Arcaden des großen Hofes der Wiener Universität errichtet werden soll. Vs heißt ferner, dass der gegenwärtige Unterrichtsminister einen Veitrag zu den Kosten dieses Denkmals aus Staatsmitteln in Aussicht gestellt habe. — (Auswanderung nach Amerika.) Der zur Berathung der Einwandererfrage eingesetzte Ausschuss des Congresses der nordamerikanischen Union wird beantragen, dass die Einwanderung durch Erhöhung der Einwanderer-laxe und die Vorschrift der Erhebung einer Bescheinigung bei dem amerikanischen Consul des Ausfahrthafens zu erschweren sei. Außerdem wird beantragt, dass unpassend scheinenden Einwanderern die Landung untersagt wer« den soll. — (Ein Weihnachtsgeschenk für die Zarin.) Die Zarin hat zum russischen Weihnachtsfeste, welches am 6. d. M. gefeiert wurde, ein interessantes Geschenk erhalten, bestehend in einem Riesenteppich aus Sammt, auf welchem in Gold und Silber 300 Rosen gestickt sind. Jede der Rosen hat eine andere Dame der Aristokratie gearbeitet, und der Teppich wanderte zu diesem Zwecke beinahe seit einem Jahre von Palais zu Palais. — (Das neueste Bild von Ga briel Max.) Dem österreichischen Kunstoereine wurde ein großes Gemälde von Gabriel Max eingesendet, welches durch den poetischen Reiz der Darstellung und die eigenthümliche Nachdruck uerbotr». «Lieben nnö ng dir gegenüber auf das genaueste zu Mp ""b folglich w,llige ich ein, dir all's zu cr. slebt ' ^ ^ ^"^' ^b"'o zugetragen hat. Icue Frau ^ .elueni meiner Freunde aus dem Club sehr nahe. ^yabe oft Gelegenheit gehabt, sie zu sehen, und sie auch heute mit ihm und einigen seiner Freunde, zu deuen ich gehörte, im Caft Nuglais soupieren. Als sie iu den Club kam, um ihn abzuholen, war er gerade im Spiel begriffen, verlor und wollte die Partie nicht abbrechen, weil er hoffte, Fortuna werde ihm noch wieder zulächeln. Ich hatte bereits aufgehört, zu fpielcn, uud fo bat er mich denn, culstweilen die Dame nach der Restallration zu begleiten, in welcher wir alle soupieren sollten. Bei einigermaßen leidenschaftslosem Nachdenken wirst du wohl einsehen, dass ich nicht gut ausweicheu konute.» «Du hättest weuigsteus bedenken können, dass ich vor Sorge und Unruhe um dich vergehe,» versetzte Bianca voller Bitterkeit. «Man denkt eben nicht immer an alles. Doch lass mich gefälligst zu Eude erzählen. Ich trat mit meiner Begleiterin in den kleinen Salon, iu welchem das Souper ferviert werden follte, als wenige Minuten darauf dcr Inhaber des Locals erschien, nm mir die Mittheilung zu machen, dass eine Frau mich um jeden Preis zu sprechen verlange. Ich begriff nicht, wer das sein könne. Da ich aber ohnedies nicht die Absicht hatte, die Ankunft meiner Freunde abzuwarten, so ent< schloss ich mich unschwer, nachzusehen, was es gebe uud was jene Frau vou mir wolle. Man wies mich in das Zimmer, in welchem sich dieselbe lnfinde. Ich öffnete die Thür und — fand dich in der Gesellschaft Herrn d'Artige's. Nun ist es an dir, mir zu erllärcu, was du dort zu lhuu hattest, uud ich rathe dir, mir nicht das lächerliche Märchen aufbindm zu wollcu, dass der Zufall dich in jenem Hause mit Herrn d'Artige zusammengeführt habe!» Biauca hatte, ohne cin einzigesmal ihren Galten zu unterbrechen, dessen Erklärung des Geschehenen angehört, doch die innere Erregung, welche sie empfand drückte sich in ihren Zügen deutlich aus. Die Sicherheit, mit welcher ihr Gatte sich vertheidigte, überzeugte sie zwar uicht vou seiner Unschuld, aber sie glaubte auch nicht mehr unbedingt an seine Schuld. Ihre beider-seitigeu Rollen waren unversehens unter ihnen aus» getauscht worden. Der Angeklagte spielte plötzlich den Richlcr; er war es, der Fragen stellte und Antwort forderte. Die G'.äfin trachtete, ihre volle Fassung aufrecht zu erhalten. «Nein,» rief sie lebhaft, «du hintergehst mich. Jene Frau war Madame de Benserrade, und du stehst mit ihr in intimem Verkehr. Leugne nicht, denn ich weiß es!» «Ist es auch Herr von Moulieres, der dich hierüber unterrichtet hat?» fraqte der Graf mit vollendeter Ruhe. obwohl dem aufmerksamen Beobachter sein plötzliches Erbleichen nicht entgangen wäre. «Nein,» enta/gucte Bianca tief verletzt, «die Marquise von Maroejols, deine Cousine, war es, d e mich davon in Kenntnis setzte. Sie kam heute ausdrücklich zu diesem Zweck zu mir, und ihr habe ich es zu dan-ken, wenn ich weiß, dass mein Gatte um eine stadtbekannte Kokette sein angetrautes Weib hintergeht!» Georges' Augen funkelten drohend. «Um was alles diese alte Närrin sich bekümmert!» rief cr verächtlich. «Uud du, du kannst thöricht genug fein. eincin solchen Geschwätz, womit sie die scandal' süchtige Welt unterhält, cin williges Ohr zu leihen? Dass Madame de Benserrade zu mir in näheren Beziehungen stehe, ist eine Verleumdung!» Bianca zitterte vor Aufregung. Wenn sie zu weit gegangen war! (Fortsetzung folgt.) Mbllcher Zeitung Nr. 9. 68 11. Jänner 188!). mystische Lichtwirlung einen besonderen Zauber auf den Beschauer ausübt. Das Bild betitelt sich «Astarte» und stellt die Mondgöttin Astarte, deren sinnlicher Cultus in den Tempeln zu Tyrus und Sidon und in den heiligen Ustartehainen der Phönicier durch nächtliche Oftferfeste, Wettspiele und Preisgerichte über Tanz, Musil und weibliche Schönheit gefeiert wurde, als lichte, geisterhafte Erscheinung dar, welche durch den Nachthimmel schwebt, gefolgt von ihrem Trabanten, dem Planeten Venus. Dieses Gemälde (Preis 22.000 Marl) wird in die Abend-Ausstellung des Wiener Kunstvereines eingereiht. — (Eine Stadt ohne Selbstmorde.) Aus einem statistischen Ausweise von Trient entnehmen wir die Thatsache, dass im abgelaufenen Jahre in Trient weder ein Selbstmord noch ein Selbstmordversuch vorgekommen ist. — (Zu guter Letzt.) Kind (welches zum erstenmale die Schule besucht): «Is's wahr, Vater, dass der Lehrer die Kinder beutelt?» — Vater: «Ja, aber nur die schlimmen!»—Kind: «Ich möcht' di aber do'bitten, dass d' mir d' Haar schneiden lasst.» Local- und Provinzial-Nachrichten. — (Das wirtschaftliche Nrbeitspro-gramm des Reichsrathes.) Der Reichsrath wird sich in der zweiten Hälfte des Jänner zur Wiederaufnahme seiner durch die Weihnachtsferien unterbrochenen Arbeiten versammeln. Eine Reihe von Vorlagen Wirt» schaftlicher Natur harren, abgesehen von dem Staatsvoranschlage, der Erledigung. Zunächst wird das neue Lagerhausgesetz, welches, wie bekannt, bereits die Ausschussverhandlungen passiert hat, zur zweiten Lesung gelangen. Außerdem hat Handelsminister Marquis v. Bacquehem die Einbringung der Regierungsvorlage, betreffend die Reform der Warenstatistik, bei Wiederzusammentritt des Reichsraths angekündigt, und es ist zu erwarten, dass diese gleich dem Lagerhausgesetze wichtige Vorlage noch in diesem Sessionsabschnitte erledigt wird. Ueberdies lvird sich daS Parlament auch mit dem Durchführungsgesetze, betreffend die Aufhebung der Freihäfen in Trieft und Fiume, sowie mit der eventuellen Abänderung des im österreichisch.ungarischen Zoll» und Handelsbündnisse für die Aufhebung dieser Freihäfen festgesetzten Termins zu befassen haben. Schließlich wäre es auch zu wünschen, dass die Seemanns-Ordnung die Nusschussberathungen rechtzeitig durchmache, um noch im Laufe der Session vor das Plenum zu kommen. Was Eisenbahnvorlagen anbelangt, so steht vorläufig nur fest, dass die Gesetzentwürfe, betreffend die Verstaatlichung der ungarisch - galizischen Eisenbahn und der ungarischen Westbahn in diesem Sessionsabschnitte vor das Parlament kommen; doch wird dies erst in der zweiten Hälfte des Februar der Fall sein, da die bezüglichen Uebereinkommen vorerst von den Actionären der beiden Gesellschaften zu genehmigen sein werden. Weitere wirtschaftliche Vorlagen sind vorläufig nicht in Sicht. — (Franciscaner-Orden.) Wie wir dem soeben erschienenen Schematismus der krainisch-troatischen Franciscaner Ordensprovinz entnehmen, zählt die genannte Provinz in zwölf Klöstern 75 Priester, 28 Cleriker, , 34 Laien und 24 im Kloster lebende Brüder des dritten Ordens. Senior der Franciscaner-Priester dieser Provinz ist der hochw. Herr ?. Chrysologus Groznik in Rann, geboren im Jahre 1811 in Weixelburg; Minister-Pro» vinzial ist der hochw. Herr r. Eustachius Ozimel, Custos und Procurator der hochw. 1'. Thaddäus Gre -goric, Definitoren die hochwürdigen Herren ??. Rudolf Dol inset, Placidus Fabiani, Victor Ierancic und Chrysologus Groznik. — (Börse n st u dien eines Abgeordneten.) Der Abgeordnete Professor Auklje hat vorgestern in seiner Eigenschaft als Mitglied des Nörsensteuer-Ausschusses die Wiener Börse besucht, um dem seinerzeit vom Referenten dieses Ausschusses, Abgeordneten Dr. Bilinsli, gegebenen Beispiele folgend, an Ort und Stelle Studien anzustellen. Herr Outlje wird dabei kaum erfreuliche Wahrnehmungen über die Börse als Steuerobject gemacht haben, denn der Verkehr bewegte sich auch vorgestern in den gewohnheitsmäßigen engen Grenzen. — (Zum Theaterbau in Laibach.) Beim krainischen Landesausschusse ist am vergangenen Sonntag der erste Plan für den Bau eines neuen Landestheaters eingelaufen. Derfelbe wurde von dem in Wien lebenden Architekten Georg Hladnig, Sohn des gewesenen Finanz-procurators Hladnig in Laibach, ausgearbeitet, und würden sich die Kosten auf 182.000 Gulden belaufen. Das Theater hätte nach diefem Plane einen Fassungsraum für 900 Personen. — (Reichsrathswahl.) Um das durch den Rücktritt des Dr. Äußerer in Steiermarl frei gewordene Mandat eines Reichsraths-» und Landtagsabgeordneten bewirbt sich Herr Adolf Backes, k. k. Gerichts-adjunct in Pension und dermalen Nolariats-Candidat in Windisch-Feistritz. Der Genannte hat Sonntag im Saale des Gasthofes «zum Elefanten» vor einem zahlreichen Publicum sein Programm entwickelt, welches mit großem Beifalle aufgenommen und Herr Backes einhellig als Candida! aufgestellt wurde. — (Ball in Krainburg.) Der Verein «vialno dniZtvo» in Krainburg veranstaltet morgen abends in den Localitäten der Frau Killer einen Ball. Anfang um 8 Uhr. Entröe für Mitglieder 30 kr., für Nichtmitglie. der 50 kr., Damen haben freies Entree. — (Todesfall.) Zu Osp in Istrien ist am vergangenen Sonntag der dortige Dechant Herr Philipp Voncina, ein geborener Idrianer, im Alter von 45 Jahren gestorben. — (Böhmische Akademie.) Im böhmischen Landtage wurde gestern der Bericht des Landesausschusses inbetreff der böhmischen Akademie vertheilt. Nach demselben theilte der Statthalter dem Landesaiisschusse mit, dass der Kaiser sich die endgiltige Beschlussfassung vorbehalte und den Unterrichtsminister zur Einleitung von Verhandlungen ermächtige. Weiter gibt der Bericht be> kannt, dass an freiwilligen Widmungen bereits 40 000 st. eingelaufen seien und die Akademie aus ihrem eigenen Vermögen für den allerersten Anfang auf 10.000 st. Revenue« rechnen könne, was aber nicht ausreiche. Es sei zu hoffen, dass die Regierung eine regelmäßige Unterstützung aus Staatsmitteln in Erwägung ziehen werde, nachdem auch vom Landtage eine bestimmte Erklärung inbetreff der Unterstützung vorliegen werde. Es seien da« her, falls die Errichtung der Akademie die Allerhöchste Sanction erlangen sollte, Räumlichkeiten im neuen Museum anzuweisen und 20,000 fl. als regelmäßige Unterstützung in das Landesbudget für 1890 und die folgenden Jahre einzustellen. — (Der Leseverein in Lustthal) hielt am 6. d. M. seine Generalversammlung ab. In den Ausschuss wurden gewählt die Herren: Stefan Lemut (Präsident), Jakob Krec (Vicepräsident), Robert Ziegler (Secretär). Josef Iakse (Cassier), Johann Levec, Franz Levec und Philipp Frank. Der Ausschuss beschloss, im Car-neval eine Vereinsunterhaltung zu veranstalten. — (WeltlicheLehrer für den Relig i ons-Unterricht.) An alle Schulbehörden ist ein Erlass des k. k. Unterrichtsministeriums ergangen, worin denselben aufgetragen wird, für den Fall, dass weltliche Lehrer zum Religionsunterricht subsidiarisch verwendet werden, immer die im 8 5 der Volksschulnovelle vorgesehene Zustimmung der Kirchenbehörde der betreffenden Confession einzuholen. — (Personalnachricht.) Die Nudolfswerier Citalnica hat in ihrer jüngst abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung Herrn Josef Gor up in Fiume zu ihrem Ehrenmitgliede gewählt. — (Von der Südbahn.) Die Direction der l. l. Südbahngesellschaft theilte der Handels« und Gewerbe-lammer in Laibach mit, dass sie ihre Organe angewiesen habe, vom 1. Jänner 1889 ab bis auf Widerruf, läng» stens aber bis Ende December 1889, für Mahlproducte bei Frachtzahlung für mindestens 10.000 Kilogramm per verwendeten vierrädrigen Wagen nachfolgende Frachtsätze im Cartierungswege zu berechnen, und zwar nach Wien-Matzleinsdorf von mehreren Stationen, unter diesen auch von Laase 79, Laibach 82, Franzdorf 86, Sagrado 110, Görz 112, Klagenfurt 71-9, Villach 75, Spital a. d. D. 78-3 lr., Noten per 100 Kilogramm, inclusive Mani-pulationsgebür, beziehungsweise inclusive ungarische Steuer. Eine Instradierung darf seitens der Parteien auf den Frachtbriefen nicht vorgeschrieben werden. Für derlei Sendungen nach Wien-Maut wird zu den obigen Frachtsätzen noch die Verbindungsbahngebür für die Strecke Wien-Matzleinsdorf — Wien-Maut hinzugerechnet. — (Aus Adelsberg.) Die Adelsberger Citalnica veranstaltet Sonntag, den 13. Jänner, eine Vereinsunterhaltung. Nach dem Concerte findet eine Lotterie statt. Die Unterhaltung wird mit einem Tanzkränzchen beschlossen werden. Anfang um halb 8 Uhr. — (Schwindler,) Ein Individuum, welches sich Vid mar nennt, treibt sich in Steiermark und den benachbarten Kronländern (zuletzt in Wolfsberg) herum und geriert sich als Vertreter der Firma der k. k. landespri-vilegierten Glasfabrik C.Stölzle's Söhne in Wien, übernimmt als solcher Aufträge gegen vorher geleistete .^Conto-Zahlungen, ohne das Geld oder die Aufträge abzuliefern. — (Behobene Verkehrsstörung.) Nachdem das durch die Entgleisung eines Theiles des Lastzuges Nr. 1053 in der Station Rubbia-Savogna herbeigeführte Verkehrshemmnis beseitigt worden, wurde vorgestern abends der Gesammtverkehr in der Strecke Nabresina - Cormons wieder aufgenommen. Neueste Post. Original-Telegramme der «Laibacher Ztg.» Wien, 10. Jänner. Heute beginnen unter dem Vorsitze des Erzherzogs Albrecht die Confcrenzen wegen der durch das neue Rrpetiergewehr nothwendigen Einführung eines neuen Exercier-Reglements für die Infanterie. Prag, 10. Jänner. An Stelle des verstorbenen Professors Odstrcil wurde der Professor am czechischen Staatsgymnasium in Prag Dr. Slavik als Fach-referent für die slavischen Mittelschulen, an Stelle des Professors Huemer, welcher zum Director des Staats-gymnasiums im zweiten Bezirke in Wien ernannt wurde, Dr. Kapp in Wien als Referent jfiir die deut- schen Mittelschulen in das Unterrichtsministerium be< rufen. Paris, 10. Jänner. In den hiesigen politischen Kreisen wird der amerikanische Versuch, a/gm die Unterstützung des Panama » Unternehmens durch die französische Regierung die Monroe-Doctrin auszuspielen, als gänzlich haltlos und durch eiue Reihe histori' scher Ereignisse präjudiciert bezeichnet. Warschau, 10. Jänner. Die von hier au Lembel' gtr Blätter gemeldete Nachricht von der beabsichtigt^ Errichtung eiuer Kriegsflotlille auf der Weichsel ist unbegründet. Cctillje, 10, Jänner. Die Prinzessinnen M'lica und Stana sind auf Einladung des Zaren und der Zarin nach Petersburg abgereist. In ihrer Begleitung befindet sich der Premier-Minister Voz'o Prtrovic. Vollllmy, 10. Jänner. Ein Sepoy der Heiater I"' l fanterie schuss ans den Emir Abdurrahman während ' einer Truppenparade. Der Emir blieb unverletzt. Del Sepoy wurde sofort niedergehanen. Ncwyork, 10. Jänner. Iu Pennsylvanien richt^ ein furchtbarer Cyklon beträchtlichen Schaden an. A^ Keading werden 50 Todesfälle gemelkt. Angekommene Fremde. ! Am 9. Jänner. Hotel Stadt Wien. Harmens, Privatier, Kärnten. — Lendelel, Graf und Horovic. Kaufleute, Wien. — Stampft. Kfn,., O^' schee. - Müller, Beamter, Budapest. "- ' ' Hotel Elefant. Dr. Setzer und Peunbauer, Kfn,., Wien. -" Beck, Wiener-Neustadt. - Vernot, l. l. Hauptmann, The"' l sienstadt. Verstorbene. Den 9. Iänner. Otto Kullnil, Inwohner, 40 I.. Chr»"' Nasse 15. Lungenphthisis. — Jakob Milavec. Schneidermeister' 30 I., Feldgasse 10, Tuberkulose. — Josef Terdina, Tischs' Sohn, 2 I. 9 M., Krakauergasse 27, Bronchitis. Deu 10 Jänner. Anna Pertelel, Hausbesitzerin, 56 3" > Kuhthal 20, 8eropllulc)8j8. " Mtozichuna. vom !). Jänner. Brunn: 21 81 43 53 25. _______ ^ Meteorologische Beobachtung in^Lllibach^ ^lTA Mg/ 9^' 10.2. N. 732-0 -3-0 NO. schwach bewölkt Sch"" 9 » Ab. 7314 —16 NO. schwach bewölkt iNege" Trübe, vormittags dilune Schneeflocken, später abniechseA gefrorene Regentropfen. Das Tagesmiltcl der Temperatur —3''' um 11° unter dem Normale. Verantwortlicher Redacteur: I. Na a. lik. Dem gefertigten Ausschüsse der freiwilligen Feuerwehr '" Seisenberg tamcn bisher folgende auswättigc Untcrstlilnma.cn 5''' Von der löblichen lrainischen Sparcasse in Laibach 100 st-! < Herrn Franz Omersa, Kaufmann in Krainburg, 50 si-I """ Sr. Durchlaucht dem Fürsten Carlos Auersperg 40 fl.; »A Herrn E. C^Mayer. Banquier in Laibach, 25 fl.; von ^ löbl.Bank «Hlav.ia» 25 fl.; von den Herren: Josef D"<' Stationschcf ,n Mahleinsdorf; Alois Walland. Kaufmann '", C.ll, und der löbl. Assemranzgesellschast «Azieuda. je 1» ^ vom hochw. yerrn Karl Ianiigar. Pfarrer ill Nesselthal. 5si,' wos.ir den hochherzigen Gönnern hiemit der , Fa«,ch Kulp geb. Kordin gibt im cia/nen und ,m Namen ihres unmündigen Töchterchci's ^tagda und der übrigen Verwandten Nachricht von dem Hinscheiden lhres innigstgeliebteu, mwergesslichc" Gatten respective Vaters, Bruders, Schwiegersohnes und Schwagers, Herrn , u , 7 Hcimich Kulp Ingenieur der l. t. Staatsbahnen welcher nach kurzem, schwerem Leiden, versehen mit den heil. Sterbesacramentcn, im 37. Lebensjahre selig ml Herrn entschlafen ist. 11 ^^'^>/ theure» Verblichenen wird m" «s V ,^ "«'" ^ "hl nachmittags vom Trauerhausc ^"aschofer-Strahe zu Innsbruck gehoben, nack Laibach überführt und Samstag, den 12. d. M,,'"« 4 Uhr nachmittags vom Südbahnhofe ans auf de>" Acht werd" St. Christoph i» der Familiengruft bei- i.v ^'k heiligen Seelenmessen werden in mehreren Kirchen gelesen werden. Innsbruck, 11. Jänner 1889. Separate Palte werden nicht ausgegeben. 69 Course an der Wiener Börse vom 19. Jänner 1889. N°ch dm, 0^^ Course«« Geld Ware Staats-Aulthcn. ^/n eiüheitliche Menit in Ncteii 82 »5 82 55 Ellberrente....... »3«5 «325 ,°^«" ^" Staatslose . 250 si. 124 75^135 25 <°?« ^" ' ya»z< 500 st. I4il,ui42--. !»«?" ^ ' ssünftel 100 st. 14«-.. 14U-5U «H4er Ttaatslose . . inn st, 174 - 17450 .,.' ' . . 50st, 17425 175 — °/,>Do»i,Mdbr. K l20fl. , . 153-153 40 4°/. Orst, Oolbreilte. steuerfrei . 111' 111-8« "ciltrr, Nolenrente, steuerfrei , !>?-!»<> U8I0 Garantierte («-isenlial,,,. «chuldverschreiliunnl!,. ^>!°l»>l>rnl>r Bnliu in Silber 1«»-- 103-75 «" abechlml),, !_'<»» fi, CM. . . 231-25 —-— " °i!i'!^Audweis200si. ij. W. —-— — - «,,'°.2a!zd, Tirol lilw fl, ö. W, 205.75 20N-75 «»sllutüibal),, fiir 200 Marl . 115. - 115-80 °«tu sur Äw Marl 4 V„, , , ,2150 122-25 A«nz Joseph.Bahn E:>', 1884 . !» 40 93- ^?ß Goldrente 4"/„ .... 101-75 10195 ?."t° Papierrente 5"/„ . . . 93-55 93 75 ""»',Mez,'Lost 4"/, 1UU si. 12Ü-IN I26L0 Gelb Ware Gruudclltl.-Obliaationcn (für 100 fl. llM). 5"/„ nalizischf..... 104 — I045N 5"/„ mährische...... 10» — — — 5"/„ ltrain ü»d Kiisteiilaüd . , 10»— — — 5"/„ »iedtiüstcrrcichische . , . 1N350110 — !>"/„ steirischr...... 10475 — — 5"/„ Irualijcl!,' und slavon'7„ N»0 st, . 122- 123 — d<», Vlulsihr >»?« . . 10«!.— 107'— Anlcye» drr Sladl Würz . . liu- - —--- Aülrlie» d, Slndlsscmriübr Nie» 105l!0 10U-2N Prä,», «»I, d, Ltadlarm, Wien 14150 142 — Aöiscicha« Aülehe» vrrlo«, 5"/« 9325 i»3 75 Pfandbriefe (für l<>« si,), Vodencr. allg. öst. 4"/., G. , . 122 50 123 25. bto, » 4>/,"/„ . . . 101 —101-50 bto. » 4"/„ , . . 98-20 U870 dto. Präm,'Sch>iIbverschr, 3"/„ 103-50 103-75 Ocst, Ht,pu!lMi!bll!!l I0j, 5«°/„ 101— —-— Osst'Mig. Bllül vrrl, 4>/2"/n . 101-70 I01W delto . 4"/n , . 9U'eu 100 — Prioritäts-OblillatioiMl 0 fl.), sstrdiimnb« «urdlialin Ei», 1«»l! 100 — 10N5N OaUzischr Karl Ludwin-Äahil ///, . 10025 100 50 wrld Ware Ocslrrr, Norbwrstbahu , . , 10N-70107- Sllllltsbahn....... 200 50 ?01-50 Sübbahl! il 3"/„..... 143-00 144-40 k 5"/,......----------------- Ung.-galiz, Bah» ... , 9925 »950 Diverse Lose (per Llücl), Creditloss 100 N...... 181 — 181-50 Clary Lose 40 fl...... z»-^ 5>,^ 4"/,. Dunan Daiilpfsch, 10« fl. . 131 — ^_. Lalbachrr Prä»!, Änlrh. 20 fl, 24 — ^4 l,„ vfsücr linse 40 fl..... «2-50 «3 25 Palssi, Lusr 4« fl...... <;<,.^ „2^_ No!l,l'ü «i-enz, üst, Ges. v,, 10 fl. ,« L<» ,g-^ Nüdulpl, Lufr 10 ss..... 2i.„<, 21-80 Salm Lusr «> si...... f,4.__ ^4.5,, St,'«c>wis Lose 40 fl. . . . «.-.zo ^.5,, Waldftri» Lose 20 fl..... _._ 41^ Wiüdisch MM Lose 20 fl, . . 54-75 55.50 Gew, Ech, d, :<"/„ Präm,'Schuld- versch, d. Aobrncrrbilaiistlllt . 17--. 1« ^ Vanl. Actien (per Stücl). Nüsslo Oest, Vllül 200 fl. s,0"/s, E, «2^-20 122-80 Bantvercin. Wiener ion st, . . l03-»<> l04 «0 Ad»cr. Aüst. os!, 200 fl, S, 40"/„ 20 270-50 Crdt, Anst, f, Hand, u. G, i«'>0st. z3,l-!i0 311-4« llrebitbanl, All«, uuss, 200 fl, , !:>l^ 75 31325 DeposÜsüba»!, ÄNa. 200 si. . !«<>-— 187 — Esromplc Oes..Ndri>st, 500 si, . 514-515 — Oiro u, llassenu,, Wiener 20Nfl, 199 — 201 — hypothclenli,, i!st, 200 st. 25 "/u, 1000 si, CM. L472 247«-. Oal,llarl Lildw, Ä, 200 st CM, 207 75 20825 Lemd, lizernow, Iassy Eise» bah» O>1ellsch, 200 fl, E, . . 21950 22^50 L>o»,d,ost.'U!>a,,Tr>rst500st,CM, 437 — 439 — Oestcrr. «orbwestb. 200 fl. Lilb. 17L'— 172 75 dto. (!ll, n,) 200 fl, S. . . 198-25 198 50 Pran DuxerEisenb, I50st. Silb, 45— 45 50 Mubolvl) Äahil 200 ss, Silber , 194 — 19450 Staa, W. 22475 ^5 85 > neue Wr,, Priorität»- Actien 100 st...... 9950 100 — Ung.-gllliz. (tisenb. 200 fl. Silber 184—!i84 50 Veld Ware Uno Nordoslbahn 200 fl, Silber l?7 — 17« — Un8,Westb,(Nallb-<»raz)200fl,T, 1»0 bU l«1 — Industrie-Actien sper Stück), Nausses,, Nllg, Oest, 100 fl, . 87'— »8 — ltaybier «tuen und Stahl-Ind. in Wien 100 fl...... «8— S5 — ltlfenbahnw.Leiha,. erste. 80 fl, 8»— 9b — .«tlbemllhl., Papiers, u, «,-«, «i»5 5S7ü Liesinner Urauerei 100 fi, . . 10^ b0 !l»Ie»w,-Ge!, 70 fl, , —— —>— Was!e!!f,O, Oest,in Wien IWfi, l»9b(» 3«0 — Wann«,, Leilianst,, «llg, in Pest 80 si......... 75— 7S-— Wr, Vauaesrllfchllft 100 ss. . . 77-75 ?»-z»ü WienerbcrgrrZiegel «ctien-Hes. 1»»?5 1K325 Devifcn. Deutsche Plütze...... b,-»0 li9 47, London........ lll3 9ül»l-75 Pari«......... 47 »b 47 «, Valuten. Ducaten........ b«» b'7l 20°Franc«'Ttt»lle..... »b« 9«, Deutsche Reichlbanlnoten . . 59»7. 59 35 Papier Rubel...... Ill« I »«,. Italienische Banlnoten (100 L) i 4740 «bU