„FnihtN, W«hlftli»», str Akt." MMM ZtÜM Nr. «». Mittwoch »S. Ma» I«»«. Jahrgang. . ->7 . »rsckitml >cdeii Soiiittnq, Millwoili n»!> Preise — für Maibnrq: „«»jiöhrl» « fl., halbjähn» ü sl., vierltliähria I f>. 5,0 kr ; für giiftelliinn u» Hau» monatlich 10 kr. — nilt Postverse»dtt»t^: j^nnzjnhriti i!< sl., halbjährig 4fl., vierteljährig 2 fl. Die cin Mal gespaltene Karmondzeile wird bei einmaliaer Einschaltmig ___10. l,el zivelmallger mlt l."^, de» dreimaliger mit 20 kr. berechnet, wozu fiir jedesmalige Einschaltung »0 kr. Jnseraten-Stempelgebiilir kommen. Zur Geschichte des Tages. Nächst den kaiserlichen Patenten slber die Auflösung der Landtags nnd drS Reichsrathes ist rs die Versammlung der deutschen Abgeordneten und Vertrauens Man n e r. »velchc unsere Aufmertsamtei» in Anspruch nimmt. Wir ljabcn schon die Programm punkte in der lrtzten Nummer angrfülirt und bemerken, das; die wichtigsten Resolutionen folgende tvarcn: 1. Daß von nun ab alle politischen und VersaflungSfragen Ci»leithanicnS von den Dentschcn nur auS dem Gesichts-punkte ihrer nationalen Interessen brtrachtrt und behandelt lverden mö-gkn. 2. küne Rotablenkonferenz. 3. dcr böhmische Generallandta,, und die slovenischen Prätensionen sind zuritckzuweifen. 4. über das Berliältniß zu den Polen wird, nachdem Dr. Rechbaner seine bekannte Ansicht tierthei« digt und Dr. Sceligtl auS Bil,la entgegnet hatte, zur motivirten Tagesordnung übergegangen; 5. daS Berhaltniß zu Ungarn bleibt un verändert. 6. die Reform der ReichSvertietung ruft eine lange Debatte hervor, die direkten Wahlen lverden endlich angenommen, die Reform de» Herrenhauses aber imRechbauerschen Sinne abgelehnt ; 7. die Aufhebung des Konkordates zur nothtvendigen Bedingung erkläit. und 8. d.iS Wehr« system für CadreS und daS Milizsystem sur daS GroS dcr Armee, soivic eine gleichmäßigere Bertheilung der Stcucrlast empfohlen. — Es waren Uber 1VV Thtilnthmer antvesend. darunter auch GiSfia. — Im Ganzen nahm die Versammlung rine streng deutsche Partcistcllnng und zeigte fteringe Geneigtheit zu irgend »velchcn autonomistischrn oder dkzcntralistischen Konzesiionen. Dr. Rechbauer halte nur wenige Gesinnungsgenossen an seiner Seite. Der Minister des Innern Graf Taasfe hat die Statthalter dcr im ReichSrathe vertretenen Königreiche und Länder in telegrapliischem Wege angewiesen, alle Maßregeln zu treffen, damit die LandtagStvahlen so schleunig als möglich vorgenommen werden können. G'af Taaffe wird in den nächsten Tagen schon ein Zirkular erlassen, welches die Stalthalter über ihr Verhalten bri den Wahlen genau informiren soll. Die Jellacic-Feier in Agram erhält bereits ihr uuangenel)' meS Nachspiel. Aie KexeN'Lene. Von Clemens Steyrer. « ^ .. . . (Aortse>»ung.) „Sei rul)ig. dn lieber Engel." sagte da der Ritter rasch entschlossen, „ich geh' mit dir. wol)ln du immer willst!" llnd dab'i umfaßte er sie zärtlich mit seinein Arm. tva«s den ver-lätherischen Ftdcrlint in den Vach hinein und stieg mit seiner lieben Vülde behntsam die steile Wand l)inal»s nnd k^ann lvciter durch den Wald und gegen den See hin. — IV. „Herr meineS Lebens. eS wiid ihr doch kein Leid wiedersal)ren sein!" klagte Frau Margareth. die nach ihrer Gewohnhrit auf dem alten Lel)n. swhl am ^ftttster saß. ni>d sah dabei wohl hundertmal durch die kleinen Scheiben gegcu den Weg hinanS. aus dem Leue zurückkommen mußte. Abrr so viel sie auch l)inilbt,sal,. ihre alten schwachen Augen wollten noch immer keine Spnr von der ängstlich Erwarteten entdecken. .,Bernliigt Euch, Frau Muttrr!" meinte dcr Aischer-HanS. dcr an der Seile der Alten am Fenster lehnte. ..die Lcne lvird schon kommcn 'S ist ja doch ein httl)sches Slüek Weg hinunter in die Schöffan. und die Dirne lvird sich halt beim Z^berbichler ein lvenig länger verhalten haben als sonst. Faßt nur Mnth. sie kann jeko nimmer mkhr lange ans sein!" ' „Von nun an aber soll'S Vcrschivoren sein." eiferte die Alte, .ich laß' die Leue sürder nimmer allein anS deln HanS. Das ist jeht heute schon zum ziveileitmal. daß sie mich also in Angst verseht. Selbigmal auf dem NuSlberg. da »var'S just wie heute, und Bürgerdepittationen interpellirten den Bürgermeister von Agram und den SekliottSchef Zlatarovic wegen dcr vorgenommenen Berliastungen. Beide lehnten jede Verantwortung ab. Aus Warschau lvird mitgrtheilt. es sei den zahlreichen answär-tigen Dozenten der nenen russischen Hochschule, die zumeist aus Preußen an die frühere polnische Universität bernsen worden tvaren. die amtliche Weisung zugekommen, daß sie sich zu Anfang deS IahreS 1871 einer Prüfnng aus der russischen Sprache zu unterzieljen haben, von deren Erfolg ihr Verbleiben an der Hochschule abl)ängen solle. In Portugal hat. lvie schon gemeldet lvnrde. der neunzigjährige Marschall Herzog v. Saldanha. init sechs Vataillontn am 19. Mai früh Morgens den königlichen Palast in Lissabon ersti,rmt — sieben Soldaten wnrden dabei getödtet und dreißig Vertvundet — nnd den .^tön'g gezwungen. das Ministerium zu entlassen. Saldanha »vurde Ministerpräsi-dent und Kriegsminister. — Die englische Flotle ist nach Lissabon znm Lchuße des Königs abgegangen. Die spanische Flotte, lvelchc sbenfaliS dahin abgehen sollte, erhielt Gegenl'efehl. D>s Erwarlttt. Die gestrige „Wiener Zeitnng" enthält solgende kaiserliche Patente: Wir Franz Josef d e r E r st e. von GoltcS Gnaden Kaiser von Oesterreich ze. ?e., thun kuud und zu »vijsen: Das Hans der Abgeordneten deS ReichSratlics ist ausgelöst und sind im Sinne der HA. 7 und 19 deS Grundgesetzes über die Reichs. Vertretung vom 2!. Dezember 1867 (R..G..Bl. Nr. 14!). Neuwahlen sür dasselbe vorzunehmen. Gegeben in unserer Haupt- und Residenzstadt Wie« am 21. Mai im eintausendachthundlrtsiebzigften. Unserer Reiche im zweiundzwanzigsten Jahre. Franz 3 osef m/p. Potocki w/p. Taaffe w/p. Tschabuscknigg w/p. Holzgethan w/p. Petrino m/p. Widmann m/p. richtig: meine Furcht war uicht umsonst gelvefen daznmal. Wäre selbiger Fremde nicht gewesen, der ihr wie ein himmlischer Engel zu Hülfe kam. sicher hätt ich meine Lene nie wieder gestl)'n! Unser Herrgolt lveiß. »vaS ihr heut lvieder zugestoßen sein mag!" „Ja — selbiger Fremde —seufzte H.uiS. und sah schier wie im Traum aus den grünen Hechtsee hinaus. ..HanS. was ist dir jetzt wieder?" tadelte grau Marqareth „psni der Schande über ein Mannsbild, sa sich deiln tollen Trän'mercien' hin. gibt! Hat mich schon gesreut. daß dn l,eut n.ich so langer Zeit wieder mal einkehrst bei uns; aber wenn du io kindisch l)ist. iveiß Gott, da war mir'S schier lieber, dn bliebest völlig iveg!" „Ihr l»abt gut reden. Flau Mutter." meinte der Getadelte und ein leises schmerzliches Lächeln spielte dabei um seine Lippen. .,)l,r könnt nicht wissen, wie mir nm'S Herz ist! denn so Ihr'ö imlßtet. da würdet Ihr mich eher bedauern, denn schmähkn." „Ich weiß gar wol)l. was dir sehlt. glaub' mir daS. HanS!" ver-setzte die Alte, indem sie den traurigen In»,gen freundlich bei der Hand nahm, „soll ich dii'S sagen?- ..Nein. Fran Mutter, nein!" rief dieser lebhaft. „nei>'. sagt mir nichts! — Ihr lvißt es nicht — Ihr könnt eö nicht ivlssen! Weiß ick's ja doch kaum selber recht." Jndeß ließ sich Hnndegebell im Vorplatz hören, die Stiibenthüre ging leise auf. und Lc»e, bleich und mit verbundener Hand, eilte auf die halb vor Freude, liall, vor Schrecken zitlernde Mnlter zn. die hastig von ihrrm Sitz ausstand nnd nnsichcrn Ganges dem geliebten Kind entgegenwankle. Ancli Hans eilte freundlich grüßend auf die EiTitr.keade zu und >lwiite ihr in der Freude feines Herzens die Hand reichen, aber er zag sie schlich, tern zurück, und seine dunklen Angen lrubteu sich allinällg. als er deu Fremden bemerkte, der hinter dem Mädchen in die Stnbe getrkten ivar. uud jetzt, ein stummer Zuschauer bei der Freude des WiederseiienS zivischen Tochter tind Älkutter, mit verschränkten Armen an der ^hüre stehen blieb. „Aber, um deS Heilandes ivillen. was ist dir widerfal)ren. Lcne?" fragte Frau Margarelh das verstörte Mädchen, iudetn sie ängstlich aus Wir Franz Josefder Erste, von GotteS Gnaden Kaiser von Oesterreich ze. zc. «. thun kund und zu w'ssen: Artikel I. Die Landtage von Dalmatien, Galizien und Lodonlerikn mit Krakau. Oesterrcich unter und ob der Enns. Sai^r»,. Steiermark. Kärnten. Krain, Bukowina. Mähren. Schlenrn. Tirsl. Vorarlberg. Jstrien. Görz und Gradiska. dann der Äadtrath von Trieft sind aufgelöst. Artikel U. Die Neuwahlen für diese Landtage, beziehungsweise fi»r den Stadtrath von Trieft si«d sogleich einMleittn. Artikel III. Die Bestimmung dr» Zeitpunkte» für die Einberufung der neuen Landtage. beziehuagSweise des Stadtratlics von Trieft behalten Wir Uns vor. Gegeben in unserer Haupt- und Residenzstadt Wien nnund-zwanzigsten Mai im eintausendachthundertsiebenzigften. Unseres Reiches im zweiundztvanzigsten Jahre. Franz Josef m/p. Potoeki m/p. Taaffe w/p. Tschabnschnigg w/p. Holzgethan m/p. Petrino m/p. Widmann m/p. Seit dieser ersten entschiedenen That htit das Ministerium seine Aktion so recht eigentlich begonnen, alles bisherige waren mißglückte Experimente; ob dieser Schritt ein glücklicher ist oder nicht, wird die Zu-kunft lehren. Er mußte aber gemacht werden, soll es überhaupt zu einer Entscheidung kommen, soll der nicht mehr zu ertragende Zustand eines un-stäten SchtvankknS ein Ende haben, soll — Oesterreich nicht zu Grunde gehen! — Auffallend nach den Siegesfanfaren . welche von den Osfiziiisen in die Welt hinausgefchinettert wurden über den doch halbivegs gewngenen Ausgleich mit den Czechen, ist. daß von allen Landtagen vom Schicksale des Aufgelöstwerdrns nur der böhmische Landtag ausgenommen ist. Also so wenig t,at dies Ministerium in Prag den Czechen abrin-gen können, daß eS möglich gewesen tväre, auch dort den Landtag auf-zulösen und dem Lande die Möglichkeit zn geben, durch Neuwahlen seinen Willen kundzugeben. Man muß sich dort mit den bisherigen Abgeord-neten. die dem gegenwartigen Ministerium gewiß nicht grün sind, begnü-gen. »veil man befürchtet, noch Schlechteres durch Nemvahlen zu erreichen. Läßt sich übrigens von einer Partei ettvaS sür Oesterreich Bortheil liaftes erwarten, welche ivie Dr. Ladislaus RiegerS Briefe voll deS ärgsten Hoch- und LandverratheS an eine austvärtige Macht sendet und lieber den Bestand des Gesammtvaterlandes aus das Spiel setzt, als eingebil-deten historischen Rechten entsagen tvill. Und mit solchen Leuten, deren Treiben der Regierung getvib nicht erst im letzten Augenblicke bekannt wurde, suchte man noch eine Vereinbarung zu treffen, man ging noch hin vor ihre Thür betteln, um ein Bröslein Scheinp^'triotismns. man riskirte es, diese arroganten Landesverräther aussprechen zu hören, Prag sei gegenwärtig daS eaput ro^ui? Wahrlich Oesterreich ist in einem Monate tief gefunken. daß es sich solche Schmach anthun lassen mußte. Doch es ist jetzt in des Volkes Hand. solche Schmach zu rächen. Durch die Nemvahlen ist dem Volke die Macht in die Hand get^eben. seinen unerschütterliche» Willen auf legalem Wege kund zu geben, seinen Willen, der nicht ivie die Peiitionen der Gemeinderäthe von Wien und Graz durch einige FloSktln abgeserligt werden kann, in denen auf die Forderung der Entfernung des mißliebigen Ministers Baron Widmann geantivortet tvird: „daß schon n»ich den Äaatsgrundgesetzcn, nach tvelchen der Kaiser die Minister entläßt und ernennt, und dieselben nur vom die verbundene Hand l)insah, „um Gottestvillen, rede. Dirn. du tvirft doch nicht etwa gar verlttzt worden sein?" „Seht hier den Retter meines Lebens. Multer!^' sagte Lette, indem sie sich nmlvandte und leicht eriöthend auf den Fremden deutete, „wie erft vor kurzem aus Nacht und Wiltlniß, so hat mich der edle Junker heute aus den Händen eine» fü chterlichen Menschen besreit. der mir das Leben nehmen tvollte! ' „Relimt meinen Dank, edler Hcrr!^ stammelte Frau Margareth, dem Ritter die zitternde Hand reichend. indeß Hans schlveigsam und schier veltvundert bald die Lene. bulv ivieder den schönen jugendlichen Fremd« ling anschaute. Es ging aus einmal außen vortn Hause ein hestiges Lärmen los. rasch fuhr der Ritter in die Höhe, nnd alle, die in der Stube waren, schracken zusammen, voraus der HanS. dem die Stimme wohl nur gar zu gut bekannt sein mochte, die j. pt laut fluchend und schreiend im Hans-gang ertönte. „Herr Jesus, was fällt denn-dem Nachbar Fischer bei?" sagte Frau Margareth. und sah den erschrockenen HanS fr<,gend an. wäl)rend das Mädchen mit bebender Hand den Ritter von der Thür hinweg und die Kammer hineinzuziehen versuchte. „Flieht, edler Herr l" flüsterte sie dabei. „Euer Leben ist in Gefahr! Sie suchen Euch! Versteckt Enct) unter der Bettstatt! Du l)tiliger Himmel, schütz' und erhalte ihn!" Mit diesen Worten hatte sie ihren Beschüj^er ii> die Kammer hineingedrängt und just noch zur rechten Zeit den Riegel vor die Tlmr geschoben» denn im selben Augenblick flog auch schon mit lautem Gepolter die Stubenthür auf. und der alte Fischer sprang wuthschnaubend und mit einem dicken Knotenstock betvaffnet auf seineu Jungen zn. der il)M dnstern Blickes, aber sollst ruhig und gefaßt entgegensah. „So man den losen Vogel fangen will, braucht nian ihn nur im Nest zn suchen!" schrie der e,zürnte Alte. Hansen am Arm zerrend, „der Veit hat mir's doch richtig velr.uhen. wo ich dich finden kann. Junge l Aber mit dem soll's fnrder ein Ende nehmen, so wal)r ich dein Vater bin! S'ist heutzutage keine Zeit fiir die Minne — Jungens. wie du einer Reichsrathe zur Veranttvortnng gezogen werden können, den Beschlüssen des Gemeinderathes (von Wien und Graz) und allen ähnlichen Kundgebungen praktische Folgen nicht zuerkannt werden können." Männer des Volkes, Ihr habt eS in der Hand, Männer, die tvahr-hast freisinnig sind, in dcn Landtag und dadnrch in den Reichsrath zu wählen, damit durch Euch der Krone des Volkes Wille kungemacht tverde. Gchaaret Euch daher nur zusammen um das Banner der Freiheit, das allem Schwindel. sei er feudaler. klerikaler oder ultranationaler Ratur. Trotz bietet, damit zur Wahrheit werde, waS der Wunsch jedes Redlichen, jedes Patrioten sein muß, ein freieS und durch die Freiheit einiges und t»urch die Einigkeit starke» Oesterreich, welches innere uud äußere Feinde, offene nnd geheime Gefahren mit Macht bekämpfen kann. Vermischte Nachrichten. (Wie findet die Anno nze ihren rechten Mann?) Die Beantivortung dieser Frage scheint sehr leicht, und Viele tverden geneigt sein, in aller Kürze zu sagen: Der annonzirende Produzent wählt das bedeutendste Blatt desjenigen OrteS. wo seine Kosumenten tvohnen. Damit wäre die Frage erledigt, wenn der Konsnment auch immer der richtige Mann der Annonze »väre. — Es ist das aber nicht immer der Fall, ivie ein paar Beispiele zeigen tverden. Ein Fabrikant liest von der Verbesserung einer Maschine tviederholt in der ihm zukommenden großen Zeitung. Wird rr daraufhin sogleich bestellen? Nicht immer. Erstens kostet die nene Einrichtung einige hundert Thaler. zlveitens muß die Ver besseruug sicherst betvähren; man nimmt stch also vor. gelegentlich darüber zu schreil^en und — es bleibt dabei. Nun liest desselben Fabrikanten Werkmeister dieselbe Anzeige in dcm Lokalblatte. Er hat mehr r.ls der Fabrikant den Nachtheil der alten Einrichtung empfunden, er sehnte sich längst nach Verbksserung. er macht seinem Chef die Nothtvendigkeit deS Gebrauchs der neuen Einrichtung klar. So ist also nicht der Leser der großen Zeitung, der Fabrikant, sondern der Leser deS Lokalblatts, der Arbeiter, der rechte Mann für die Annonze. Oder: im Frühjahr werden die Mineralwasser Kuren gebraucht ; die Anzeigen der Produzenten gelangen aus den großen Zeitungen zunächst an die Männer. Wie viele von ihnen werden sich entschließen zu der Kur, die. mit strenger Diät verknüpst, sehr unbequem ist? Nun aber liest die Frau von dem Versandt künstlicher Mineralwasser im „Wochenblatt" — und eingedenk 0er vielen Klagen des Mannes über alleilei Körpcrleiden, noch mehr aber eingedenk seiner permanenten Verdrießlichkeit, bestelltste den Brunnen, den er trinken solj und läßt ihm keine Ruhe. biS er die Kur gebraucht. Hier ist also die Frau der rechte Mann für die Annonze. Die kleine Presse hat für den Gang der großen Ereignisse keine Bedeutung, aber sie wird aufmerksamer gelesen als die große. Letztere liest man mit Ausivahl. die kleine wird ganz durchstudirt; die Leser der großen Tagesblätter sind meistens vielbeschäftigte Leute und sie nehmen die Zeitungen im Moment der Ankunft. im Drange der Geschäste vor. um das Alleruothwendigste herauszuholen. Das Wochenblatt 'vird in der Familie mit aller Ruhe gelesen nnd der Handtverker nnd der Arbeiter liest eS nach Feierabend sozusagen „mit dem ginger". Zeile für Zeile. Da prägt sich der Inhalt ganz anders ein und das zwisch n zahllosen Annonzen in großen Blättern oft übersehene Inserat »vird zt»m erstenmal gelesen, gerade wie die Anekdote, mag sie in den Zeitungen immerhin längst zum „Meidinger" geworden sein. Es ist der besondere Werth der kleinen Pretle erst zur Geltung ge- bist, sollen arbeiten; das ist besser, denn seine Zeit müßig zn vertändeln bei Sang und Saitengeklimper! Somit weiter. Junge, und sorg' dafür, daß ich dich nicht tvieder finde in diesem Hau», sonst möchte sich mal etivaS zutragen, was dir und der Frau Margareth nicht so lieb sein könnte." Mit diesen Worten versuchte er HanS mit sich fortzureißen, ivas ilM aber nicht gelingen ivollte; denn dieser hielt mit ernster iznd entschiedener Miene denn aufgebrachten Vater von sich ab. tvährend Fran Margaret!), sprachlos vor E,staunen über diesen Auftritt, bald auf Vater und Sohn. btUd tvieder auf ihr Töchterlein hinj.,li, das an allen Gliedern zitternd und nur allein für das Leben ihreS Retteis besorgt, an der Kammerthüre lehnte. „Vater." Hub jetzt Hans zu reden ari. den Alten mit finsteren Blicken messend, „Euer Thun ist nicht gerretit gegen mich, noch auch gegen die ehisame Frau. die ich vou Kindheit aus nicht minder zu schätzen gelernt habe, denn Euch. Ich tveiß nicht. was Ench mit einemmale so sehr ausgebracht haben mag — ich kenn' Euch nicht mehr. Komm ich ja doch schon seit Jahren in dieS HauS. und niemals habt Ihr deßivegen noch scheel aus mich geseh'n. wieivohl ich sonst noch iveit öfter hier tvar. denn jetzo." „Schiveig!" donnerte der Alte, „und schlenne Dich, von hinnen zu kommen! Gott sei'S geklngt. daß ich nicht schon längst gemerkt l)ab'. »vas liinter dieser säubern Frau Margareth steckt, und hinter ihrer buhlerischen Dirne — hätt' ich das schon ehvor geivußt. dn wärst schon längst zum letztenmal dagetvesen l" „Vater, was sollen diese Schmähnngen?" rief HanS. in dessen düstern Zügen jetzt eine Wolke deS Zornes ausstieg. „lvaS Ihr an mir zn tadktn habt. daS mag Eure Sache sein — jedoch von der Frau Margareth soll nimmermehr ivaS SchliinmeS gesagt werden, noch auch von ihrer engelreinen Tochter — zuin Mindesten nicht, ivenn ich es höre! Und selbst ivenn mein eigener Vater —." .Was. du tvillst noch drohen. Junge? schrie jetzt der Fischer außer kommen durch die Annonzen Expeditionen, namentlich die der Herren Haastnstein L Vogler, welche die Benutzung der kleinen Blätter so sehr erleichterlcn. daß mon olll^emein dazu überging. Seitdem ist der Änse-ratentheil der kleinen Presse, dcr früher nur aus dem eij^enen Orte und dtM zweimkiligen Umkreis gespeist wurd.-. verdrcifticht worden, und den-noch hat die große Presse keinen Nachihcll gehabt, denn ihren universellen Wirkungskreis kann ihr die kleine Presse nicht streitig machen, und es ist aus diesem Grunde nicht möglich, die große Presse zu umgehen. Die Annovze findet also ihren rechten Mann, wenn neben di-r großen Presse die kleine in Anspruch genommen wird. (Zusammengewachsene Kinder) Vor einigen Tngen wurden in Remscheid zwei todte Knaben geboren, die an der Brust zusammengewachsen waren und sich mit den Lippen berührten. Dies.? ab-normen Zwillinge wogen zwanzig Pfund und werden ausbewalnt. Marburgcr Aenchte. Marburg. 25. Mai. (S p a rk a s s e b e w e g u n g.) Da die von den Gegnern der Volksversammlung in Umlauf gcseßte Petition, wahrscheinlich weg.« zu geringer Zahl der Subskribenten, außer CourS gesej^t wurde, so wurde auch die von der „Reformpartei" kolportirte Petition, ivelche schon weit übcr 300 Uiiterschristen trug, zurückgezoge». (Ausstellung in Graz.) Vlantiu« tten zur Anmeldung für die landwirthschaftliche und Industrie Ausstellung in Graz sind in der Kanzlei des k k. Notars. Herrn Dr. I. Mulls, zu bekommen. (Welnverei n.) Der Verein zur görderung deS WeiuverkehrS halt am Samstag den 28. Mai Vormittag 14 Uhr in der Götschen Bierhalle zu Marbitrg die statutenmäßige Sitzung, wozu alle Mitglieder eingeladen werden. An der Tage<geiviesen werde», den Verkehr in einer rücksichtslosen Weise, so daß eine Auflassung dieser l)emmtndtn Bestimmung dringend gewünscht werden muß. (Hagelschlag.) Das Gewitttr. welches vorgestern Nachmittags über unsere Stadt theiliveise sich entlud, hat in den windischen Büheln. besondtlS in der Gegend des PößnitzthaleS iu einem furchtbaren Hagelwetter großen Schaden angerichtet. Die Schlössen vernichteten die Saaten aus dem Felde in solchem Grade, daß hie und da kaum durch Abmähen noch einiger Ersatz geboten werden dürfte. In den Weingärten ist die Hoffnung auf eiue Lese in jenen Gegenden durch dieses Unwetter fast ganz zu nichte gemacht. (Zum Selbstmorde) des Herrn G. Meißner haben wir nachzutragen, daß der Unglückliche sich mit Wasser erschossen zu ljaben scheint »voraus die Zertrümmerung der linken Seite des .liopfes hilidentet. Es tonnte auch auS diesem Grunde die ZurechnungSfähigkeit nicht konstatirt werden, daher die Beerdigung im Friedhofe ziva, ohlie Geläute und gk»stl^er Vegleituug, aber doch aus geiveihtem Boden anl Sinnstage nach der Sektion stattfand. Der einsegnende Priester erwartete den Leicheu^ua erst auf dem Friedhofe. ^ ^ ^ ^ am 2l). Mai, Die Filiale Feldbach der sieiermärk. ^andlvirthtchaftsgesellschaft hielt am 19. d. zu Gleicheniierg eitie Sitzung ab. zu »velcher alle Landwirthe. wenn sie auch nicht Mitglieder der Ge sellschast, geladen worden waren, und an welcher sich 68 Mlt.^Iieder und andere Personen betheiligten und es besonders etsrenlich war. daß der Lehrerstand dnrch 14 Mitglieder vertreten lvar. Nach Richtigstellung der Matrikel hielt unter gespannler Ausmerk-samkeit Herr Petcr Fiuser. Wanderlehrer der steierm. Landwirthichafts-gesellschaft, einen Vortrag über Rindviebzucht und ivurde mit Bezug anf den »u der letzten S'tz»mg gefaßten Beschluß, 50 fl. zum Ankaufe von Kalbert» der Mariahofer-Race zu Verivenden. befchlosscu. »nit diesem Be-trage die Transportkosten zu decken und der Filialausschuß augeiviesen die Mitglieder, welche solche Kälber zu kaufen »vünscheu. zur Anmelduna aufzufordern. Bezüglich der Betlieiliguiig der Filiale an dcr aiis Anlaß der Jubelfeier zu Graz stattfindenden A»iSsiellunq ivurde dcr Filialausschuß zu den nöthigen Einleitungen und dazu er,nächtigt, die Teausportkosien von Graz nach Feldbach, mit Ausschluß jener für Vieh nnd Maschinen, aus der Filialkasse zu bestreiten ; zugleich wurde einstimmig b.schlasseu. zu dieser Ausstellung eiaen Beitrag von 50 fl. zu leisten Nachdem Herr Wniderlehrer Fr»lfer einen ivelteren Vortr.ig über schädliche Insekten und die Niitzlichkeit des Maulwurfes gehaltei, und Herr Josef Weitzel aus der Nachbarfiliale die Gesälligkeit gehabt l»atle. über Bienenzucht, namentlich den von dem deutsch österreichischen Bienen verein an das Centrale gelangten Entwurf eiues Bienengesetzes gesprochen hatte, ivnrdcn als neue Mitglieder aufgenommen: 1. Florian Puffer. Grundbesij^er ^n ErberSdorf. 2. Gustav Haufenbichler, k. k. Bauadjunkt zn F ldbach. 3. Josef Darbernick, Stallmeister zu Hos. 4. Josef Martit'.ek. k. k. Steilereinnehmer zu Fcldbach. 5. Alezander Forstner. Schullehrer zu Gnas. 6. Josef Stork. Gastivirth zu Wörth. 7. Sosef Stradner, Müllermeister zu Oberdorf. 8. Johann Watz'l. Grundbesiz^er zu Gleichenberg. Hiernach zählt jetzt die Filiale 206 Mitglieder. »velcheS Gedeihen ivährend deS nach der Sitzung stattgehabten gemeiuschastlicheu Malils von Herrn Karl Schnev. Bürgermeister zu Feldbach, in einem Toaste Ausdruck fand, »velcher Toast vom Filial^'orsteher mit einem aus die- Filiale erividert »vurde, betonend, daß die La»»dlvirlhschastSgksellschast jener Boden sei, »vo sich alle Mitglieder, mögen ihre Ansichten in anderen Fragen noch so weit auseinander gehei», stets in Eintracht begegtlen. Feldbach. 22. Mai. Der BezirkSschitlrath von Feldbach, welcher schon mehrere erspritßl»che Beschlüsse gefaßt hat. hat in seiner letzten Sitzung zur Freude jedes Freundes der Schule beschlösse»», daß an den sich vor Wuth uud wollte mit dem Stock auf feinen Sohn eindringen, aber im nämlichen Augenblick »vard l)astig die Thür aufgerisieu. und mit den Worten: „Laßt ihn laufen. Nachbar, den unbärtigen Jnngen!" sprang Veit in die Stube nnd warf sich z»vischtn die beic>en. ..Heiliger Himmel!" schrie Lene. als sie des Eintretendeu ansichtig wurde, und klammerte sich krampfhaft an die Thür., »vährend der Hund des Fremden, der biS jetzt ganz ruhig an der Seite d.s Mädchei»S gelegen. mit fürchterlichem Bellen aufsprang, den Veit von »ücklingS packte und ihn mit aller Ge»valt zu Boden riß. „Zurück. Bestie!" schnaubte der anfänglich stark erschreckte Meier-hofer. und HanS und sein Bater versuchten jetzt. daS lvüthende Thier von seiner Beute »vegzureißen. waS ihnen erst auch nach langer Mühe ge-lingen »vollte. Tiefstille war'S jetzt in der tonst so heimlichen Stnbe. Veit hatte sich am ersten von seinem Schrecken »vieder erholt und schlich sich jetzt, als er die Lene bemerkte, mit höhuischem Grinsen zu dem zitternden Mädchen hin: „Run Lene." flüsterte er ihr leise zu, ^hast du dich j.tzo eine^^ besiern besonnen? Willst du elwa jetzt daraus eingehen, anf da». ivaS »ch von dir will?" „Zurück. Elender!" rief das Mädchen, den Zudringlichen voi, sich stoßend, und flüchtete sich »veinend in die Arme der Mutter. Jetzt erst schien anch diese ihre volle Fassung »viederzubekommen. denn gleich einer Löivin. so ihr JungeS beschützen »vi!!, richtete sie sich in die Höhe und stellte sich dem höhnischen Veit »nit finsterem Gesichte gegenüber. „WaS soll dieser Anstritt in meinem Haus bedeuten?" fragte sie. indes) die Glut deS ZorueS ihre gefurchten Wangen rötl)ete. redet. Nach-bar, »vaS »voll» Jt»r von uns, daß Ihr Euch in mein HauS eindrängt?" (Fortsetzung folgt.) Gingefandt. Allen Leidenden Gesundheit dnrch die delikate clu öai »')^, ivelche ohne Anivendung von Medizin die nachfolgeiiden Kraiifljeiten l)eilt: Magen,Nerven .Brust-.Lungen- Leber»,Dlüsen-, Schleiinliant. Athem-, Bla-seN' und Nierenl'iden ,'Tuberkulose, Schivindsncht. Asthina. Husten. Unveidau-lichkeit. Verstopfung, Diarrhöen. Schlaflosigkeit. Schwäche, Häiilvrrhoideu. Wassersucht, Fieber. Schivindel. Blntaufsteigen, Olii^enbrausen. Ilebelteit »lnd Erbrechen selbst »vährend der Schw.ingerschast. DiabctcS. Melancholie. Abinageruilg. RlieumatiomuS. Gicht. Bleichsnch!. — 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, ivornnler eia Zent^niß Seiner Heiligkeit des Papstes, des Hosmarschall Grasen PlnSkoiv. der Ätarqnise de ^^^rvlian. — Nahrhaster als Fleisch, erspart die RevaleSci^re bei Erwachsei,en uad Kindern 50 Mal ihren Preis im Medieiniren. Nettstndt, Iliigiiftt. So oft ich meine iiinitisten Dankgel>ete zum nll^iiti^^en 6^chöpfcr »nd Erl>alter aller Dinge sende, fnr die uttberechenbtireii Wohltliaten. welche er »iis durch i>le »»e>ls»)in wirkenden Kräfte der ?tatnrerjeugnisse aiiaedeilM läßt, qedciitc itt) Ihrer, ^eit mel)rcren Jtthreii schon konnte ich mich keiner volistaiidi^^en Kcsiiildijeit erfreilen: meine Berdaunng war stets gestiert, ich hatte mit Mageiiiideln inid Perschleiiini»,^ k.impsen. Aon diesen lltbeln bin ich nun seit dem vierzelintägi>^cil Geinisi tier Rev,ilesci, re t'esi^eit nnd k»nin meinen ^^ernfSgefchaften nngestört nachgelieii. I. L. Stern er. ^^el»rer an der Bolksschute. In Blechbücl,sen von l Pfd. st. 2.50. 2 Pfd. fl. 4.50 5 Psd. fl. 10, l2 Psd. fl. 20, 24 Pfd. sl. --ee>Itttv« in Tabletten filr 12 Tassen fl. 24 fassen fl 2.50. 48 Tassen fl. 1.50 in Pulver slir 12 Tassen fl. l.50. 24 Tassen fl. 2.50. 48 Tasten fl. 4.50. für 120 Tassen fl. 10, 288 Tassei» fl. 20. 57t! Tassen fl. — Zn beziehen durch Barrl) du Barr», ^ in Wien. (Äaldsctitnied. gasse 8 ; in Ä1! a r b u r g Kolletn ig. Grazervorstadt, Tegettliasf-straße 10; in P est Török; in P r a g Ä. Für st; in Preßburg PiSztor»); in Klagenfnrt P. Birnbach er; i» Linz H a-selme») er; in Bozen Lazzari; in Br ü n n A r a nz Ed e r; in Gr a z O b e r ra n z m e t) e r; Grablo »vi iii Lemberg Rat-tender; in Klausen bürg Kronstadter; nnd nach allen (Ar-genden gegen Baar oder Postnachnahme. Bittaßen eS zwar selbstverständlich jenen Schulkindern, steren Angehörige eS lvunschkn. unbenommen bleibt, sich an der Prozession zu betheiligen. daß aber. wie an jedem anderen Tage der Unterricht in der Schule stattzufinden habe, unk» hat auch die Pfingstferien auf dtn Sonntag und Montag beschränkt. Eingefand» Löbliche Redaktion! Uebtrzeugt. das; Sie tneinen Zeilen gerne einen kleinen Naum in den Spalten ilnev Zeitung gönnen »verde», fühle ich mich veianlaßt. ti» Landivirtlie iibcrhanpt, insbesondere aber die Meingartcnlicsitzer daraus aufmerksam zu machtN. daß Heuer der Hagel schon theilweise sehr ge-schadet hat. besonders die Pfarre St. Cgidi in W-B. hievon erst kürzlich stark betroffen wurde, und daß nach dem hundertjährigen Kalender noch ein öfterer Hagelschlag sehr zu befürchten ist. dal)cr eS Niemand vcrsäu meu sollte, seine anzuhoffeude Fechsung gegen Hagelschaden zu afsekuriren. — Leider dürfte es noch wenig bekannt sein, daß für Unterstrier die gegenseitige VersichcrungSgescllschast „Providentia" in Wien Hagelversiche-rungen abschließt, und l,efinl!et sich deren Hauptagentschast in Marburg am Hauptplape. gegenüber der Kirche. St. Georgen, am 22. Mai 1870. Ein alter Landwirth. Z. 2413. Kundmachung. (408 Die Stadtgemeinde Marbnrg nimmt für den Feldschußdienst in ihrem Bereiche zwei Flurenwächter vo?n 1. Juni 1870 an bis zur Ein-bringung der Ernte mit einer monatlichen Löhnung von 15 fl. auf. Bclverber V0tf unbescholtenem Benehmen haben ihre Gesuche bei dem gefertigten Amte bis 30. Mai d. 3. persönlich zu überreichen. Ausgediente Militär-Unterofstziere haben den Vorzug. Stadtamt Marburg am 22. Mai 1870. Der Bürgermeister: Bancalari. Z. 2355. Kundmachung, (401 »vomit daS Verbot deS F'^hreuS mit dem Vvloeipöd in den Gassen, dann aus den öffentlichen Pläßen und Fußwegen in dem Stadtbereiche 9)tarburg erlassen und zugleich das bereits bestehende Verbot des Befahrens der TrottoirS und Fußwege mit Wägen und Schubkarren in Erinnerung gebracht lvird. Uebertretungen dieser Verbote werden nach der hohrn Ministerial-Verordnung vom 30. September 1857 R.G.B. Nr. 198 mit Geldstrafen von 1 bis 15 Gulden oder mit Arrest von 6 Stunden bis zu 3 Tagen geahndet werden. Stadtamt Marburg am 20. Mai 1870. Der Bürgermeister. Uvi'i'n.1'. praictisoksr Viv», St»St, LoK»Vrx»»»v I?r. S. Trebnitz, den II. Juni 18S9. Ihr Tlnatherin-Miindwafser, dessen Cmpftnig meiner Ordre gemäß l^^'e/tiitige, ^^ebranche ich seit Jahren mit deni besten Erfolg, indem eS den Weinstein nnd Schleim, ver siel» an Vie Zähne ansetzt, lvst nnd entsernt und nncl» den üblen Geruch aus dem Munde gänzlich behebt, daher ich cs besonders empsehlenöwerth fiilde. 2? ^ochachtnnt^övoll nnd ergebeust königl. Rechtsanwalt nnd Notar. Zn haben in: Marbnrg bei Herrn Banealari, Apoth., F. Kolletni^ nnd in Tanchmann» Ännsthandl.. Cilli bei CriSper. in ZlanmbachS nnd in Rauschers! Apoth.: Sauerbrnnn in der Apotheke: RadkerSbnrg I. Weitzinger: Murech iiei Knt^ler Merlak; Warc, Sdin in A. Halter» Upotlieke: L n t t e n b e r g bei R. Willielm: Rohitsch in KriSperS Apotheke: Windisch. Graz in Ammerbacher« Apotheke und bei I. Kaligaritsch: Tilfser in der Apotlieke: Windisch-LandSbera in Vaßulik« Apotheke. Freiwillige Lizitation. 405 Samstag den 28. Mai d. I. werde» in« Hause Rr. 268 vis-il-vis der Gambriniishalle verschiedene Einrichtungsstücke, Mannskleider, Betten, Wäsche, Küchengeschirr und Bilder um 9 Uhr Vormittag gegen bare Bezahlung versteigert werden. Wiefengras-Berpachtnng. Die Gutsverwaltung Burg Schleinitz wird am 31. Mai daS Heu und Grummet an der Wurzel von den sogenannten Krapina Teichen nebst noch anderen Wiesen für diescS Jahr verpachten, wozu Pachtluftige höflichst eingeladen lverden. Zusammenkunft bei der Radiseller Ziegelei an der Triesterstraße nächst Frauheim, um 10 Uhr Vormittag. 407 lLV4 »II» K. «!vil können wir bei der außerordentlich vortheilhasten Spiel Chance dieser EisenbahN'Prämien Lose ansS Beste empsehlrn. Die nächste Ziehung findet schon Mittwoch den I. Juni statt und kann man alSdann mit nur ä Gulden Anzahlung den Haupttreffer von .WOMl) 6^>«»c!; oder Napoteand ork ganz aUein gewinuen. HU'«»,' I.? auf einmal zahlt, erhält gratis eine nngarische'PrämieN'Promtsse, worauf «.'»BVtztztzbtzV Gulder, gewonnen werden können. ^392 Allfträge auS den Provinzen werden nur gegen Einsendung des Wcchselhaiis, Wtrn, Eckt vom Kärntner Ring 1. Z. üt)28. Edikt. (402 Die laut Edikte vom W. Dezember 1869 Z. 20593 und vom 22. Februar 1870 Zahl 3082 in der ExekutionSsache deS Joses Ienko gegen Magdalena Märest, ans den 18. iMärz und 22. April l. I. augeord-ueten Tagfahttngen zur Feilbietung der Realität Urb. Nr. 1117 ml Vurg Marburg werden auf de» I V. Juli und I«. Anguft l.J. jedes-mal BormittagS II) Uhr in der hierortigen GerichtSkanzlei überlebst. Marburg 28. April 1870. In der Magdalena Borstadt nächst dem Kärntner Bahnhofe ist ein schön hergerichteter Garten im Flächenmaße von 500 Quadratklafter zu verkaufeu. Selber ist auch vorzüglich für Bauplätze geeignet, da er eine Gassensront von 20 Klafter hat und nach dem genehmigten Situations-Plane eine Ecke, daher auch die Tiefe von 25 Klafter eine Gassevfront bildet. Nähere Auskunft im Comptoir dieses BlatteS. f400 «m ». ««d R«. B««i d. N. ZiehungS Ausaug der von der Herzogl. Vraunschweig. Landesregierung garautirten und beaufsichtigten große» Geld' Verlosung. In sechs Ziehungen müssen unter 29000 Gewinnen l ZltiMon 8klv(tl) Thater entschieden tverden. Haupttreffer event. Thaler 100,000, 60,000, 40,000, 20,000, lS.vvo, IZ.oyo, 2 ä l0>000> 2 » 8V00, 3 ä ö000, .? » 5000. 12 ä 4000, 2 II. gooo. 34 » 2000. 4 a 1ö00. 155 ä lv»0. 7 ä ö00^ 2g1 it 4»0, 18 ä 300. 383 200 ic. ic. Ganze Original-Los» (keine Promeffen) kästen si. 7. Halte .. ......ß. z./,. »^ . sl. 174. In ununterbrochener Reihenfolge fielen nachstehende große Haupttreffer in mein Debit. alS: 152,000. 103.000. 2mal 102.000. 2mal 100.000. 4inal 50,000. 30.000, 25,000. sowie Viele von 12.000. 10.000 Zt. tt. — Auswärtige Aufträge uutcr Bcifitgung des Betrages »Verden l'rompt und verschwiegen ausgeführt. Jeder Interessent erhält neben dem vollen Original-Lose den vollständigen ZiehnngSplan. sowie nach Entscheidung die amtliche Ziehungsliste. 383 Man biete daher dem Glücke die Hand und iveude sich direkt an I^QiiI» Banquier in Hamburg. Eisenbahn-Fahrordnung fiir Marburg. l^ilzitge. Personenzüge. Von Wien nach Trieft: «ttkunst l Nhr 5.9 Min. Nachmittag. «nknnft 8 »t. 8 M. Arith. 8 U. 44 M. «bend». «bfaltrt 2 llhr 2 Min. Nachmittag. Abfahrt 8 „ 20 „ „ 8 „ ü(! „ ^ Von Trieft n«ch Wien: Antnnst 2 Uhr 37 Min. Rnchmittag. Ankunftt! U. l9 M. Ariih. l', N. üs» M. Abend». Abfahrt 2 Nhr 4V Min. Nachmittag. Abfahrt lZ „ 3l „ 7 „ 7 „ „ lyeniischte Ztige. Von Miirzznsch'ag Von «delsberg nach AdetSberg: nach Mitrzznfchlna: Anknnft ! Nhr 0 Min. Nachmittag. Ankunft 12 Nhr 20 Min. Nachmittag. Abfahrt 1 Nhr 20 Min. Nachmittag. Abfahrt 12 Nhr 40 Min. Nachmittag. l»eilt brieflick der Tpeeialarzt sür Epilepsie Doktor 4D. in Berlin, _jetzt: Lonisenstraße 45. — Bereits über Hundert geheilt. 32 »teranUvoriliche «edaktion, Druck und Beklag oon «duard Ianschih in Marburg. «. »t. v.