?s» »s Sonntag den 3. März 1874. Xlii. Die ^Murburger Zeitung" erscheint jeden Sanntag, Mittwoch und Freitag. Preise ^ für Marburg: ganzjährig 6 st.,t>albjährig t fl.» vierteljährig 1 st. 50 kr; sürSustell»>ß ins Haut monatlich w tr. — mit Vostoersendung: ganzjährig 8 fl., halbjährig 4 fl., v»erteliahrlg S fl. ZnsertionKgedühr 6 tr. pr. Zeile. Militär «od /tvtrvthr. Matburg, 7. März. Wir ouerteunen bereitwilligst dir thütige Hilft, welche von unser«» Soldatea in Branv. sülltn titl'lfttt wird; doch meme« wir, «och ein» viel wirtsamere fordern zu können und fordern zu muffen. Wir verlangen darum : Uebungen der Aeuerlvehr folltn künftig elnen ergänzenden Zhttt des HendltnfteS bilden und muß jeder Soldat ein Akuerwehrmann fein im vollsten Sinne des Wortes. Das Feuer kann viel ehe? bewältigt werden, falls Mll'tälijche Kraft, Gewandlheit und Pilntt-l'chtclt mit helfrn. Diese E-genschaflen bleiben dem Wehrmano, der ins bürgerliche Llben zurück-tritt und können sich in Vrandgefahr belvühren — sei es nun, doß Jener als Einzelner fich be-thätigt; fet es, daß er mit eliemaligea Kameroden zur freiwilligen Feuerwehr fich vereinigt. Freiwillige Kluerwehten auf dem Lande können nach der Vorjchuls, die wir beantragen, leicht errichtet werden — v»el leichter, als dies jetzt möglich ist. Wollen wir aber die allgemeine Feuerwehlpfticht e>i»fut)sen — ivas wir nicht un» tetloffen dürfen, soll das Braadunglück nicht immerfort ein ergiebiger Quell der Volkkver« armnng fein ^ dann ist dir mliitäriiche Vorfchule geradezu eine Sache der Dringlichkeit. Zur Uebung und znm Gcbrtiuch in der Vefahc genügt für je e Kaserne eine vollkommen ausgerüstete Feuerspritze. Di» Kosten find also verschwindend klein im Vergleiche mit den riesigen Ausgabtn für die unfruchtbaren Zivecke des bewaffneten Friedens und sehr gering im Vergleich, mit dem ungeheuren Betrag jenes Schadens, vor ivelchem die Geretteten bewahrt bleiben. Der wriiiicht Avirttichi ia Fraaltreich «»l> Eogiaad. In England fowohl wie in Frankleich wird nkuerdin^ die Unterrichtsfrage leioenschastltch erörtert. Welcher Seist foll die Schule beh-rtschen, der wissenschaftliche, der religtöfe, oder eine Gemeinschaft von beiden? Nuiv betr.'chtit fcheint das Letztere gar wohl möglich. Die W slenschalt hat es mit den Er-foroernlsfen dieses Lebens zu thun, die Religion mit denen des zutünft'g'u; die Wifsenichaft geht von der Vert'unst und ver Erfahrung aus, die Relttiion schöpft al»s einer übernatürlichen Quelle; warum kann jede die andere Vicht auf ihrem Gebiete uubehelligt walten lassen, warum sollten sie Nicht ohne Streit heilsam neben einander ivtrkelif Weil die Kirche nicht die Religion ist. Jedes Priesteithum betrachtet seine Religion Nicht nur als eine besondere Klasse vvn Wahr^ heit'N, sondern als die Wahiheit schlechthin, erklärt sich als drren Besitzer, und sucht die Wissen, schuft dtr göltlichen d. h. der kirchlichen Aufsicht und Regelung zu unterwerfen, eine Aamafsung, gegen welche die Wisleufchaft von jeher proteftirt hat und gegen ivelche in diesem Augenblick außer Frankriich und England auch Deutschland und Iialien einen hitzigen Kampf füh,en. Die Freunoe und Gegner des 'veltlichen Unterrichts in Frankreich und England betrachiei lingtt)end Frau C. Coignet in der „Revue poli-tique", und findet d»e Zujammenf.tzung d^r diesem Unterricht feindlich gesinnten Partei we-f nit ch verschieden. Während in Frankreich, mit rühmlicher Ausnahme weniger Pastoren der re-form rten Kirche, die gesammte christliche Geist-lichkeit in fest geschlofiever Phalanx d m weltlichen Unterricht sich widerfetzt, liehen alle v'ffen-lers in England energifch auf Seiten der W'ss.s-lchafk. Frau Eoignet entwickelt d e gefchichilichen Ursachen dieser auffallenden Erfchetnung mit großer Klarheit und Sachtennlniß, und faßt ihr Ergebnrß fchliehllch in folgende Worte: „In Enstlond hat sich »eben der freisinnig ph'lofophischen Strömung, die sich hauptsächlich der Sp tulat on h'Ngab, eine religiöse ausgfbil?»et, die sich weniger frei in der Theorie zeigt» dafür über kühner i» der Praxis, kräftiger fußend auf dem Boven dls Gewissens, fähiger, auf die Menschen und die Ereign fse zu wirken, und deshalb der individuellen FrUheit flüastiger. Dl»fe tzeiden Strömungen, nach anderen Gesichtspunkte» weit au^einatt^ergehenc», blieben fich lange fremd und felbst feindlich gesinnt. Allein die Gewalt det T inge hat sie zufawmengiführt; die Zer: hat allmälig die gemeinsamen Prinzipien von den feindlichen Elementen, deu Boiurtheilen, dem Part ihaß. den Atttipithieen gesäuben, und beide haben fii, auf poliltichem G'biete und Uder die meiste«» groben Tagesfragen so geeinigt, daß sie da sich gegenseitig eine mächtige Stütze gewähren. Hierauf berut»t vas Geheimniß der gesicherten i>iocht, welche die freisinnige Partei in England besitzt. Sie hat ihre Wurz?tn nicht blos in richtigen Theoiien und berechtigten L idenfchaften, fie hüt tine Tradition, wUche die Bergangenheit an die Gegenwart knüpft, sie Hai eine A^urztl im Leben des Volke, in feiner Geschichte, in seinen Aeuillet»«. Kit ZWidlr-Wurit». Bon H. Schmid. (Fortsetzung.) Da stand der verwegene Bursche wiedtr vor ihr, als Holzknecht, die Hacke >aus d'r Schulter, den Bergstock in der Hand U"d denselben schäbigen Hut auf dem Kopfe ivre beim eisten Begegnen. Dennoch kam er ihr bei Wciiem richt so unsauber vor, und hatte sie dort über dem Gtwande den Träger weniger beachtet, so ruhte diesmal ihr Auge nur ans dem Manne und sah kaum, wie er gekleidet war. Wie von einem Wirbelwinde umjagt, drehlkn sich die Gtdavken. Wie kam er hieher? War eS Zufall oder Absicht, ivas ihn yieher geführt? Erkannte er sie wirtlich nicht, oder wollte er sich verstrllen? Wenn er wirklich die Blumen gei!racht, ivetchln Grund konnte er haben, als ihr ein Zeichen zu geben, daß er fühle, wie fkhr er unrecht gelhan, daß eS ihn reue und dränge, das wieder gui zu machen? Das alles klang im leisen Beben ihret Stimme nach, als sie ihm nach einigem Zögen antwortend eutgegeurief: „Grüß Gotl auch! Bist ja noch früher unterwegs, weil Du schon aus der Breiten' alm bist. Ist Dir Niemand begegnet auf der A!m?" „Ich Hab' Niemand geseh'a . . . Warum fragst^ Senarlin?" Weil da vor mki »iner kleinen ^»hl von Dei'k rn und von Lculen, dik, ja Feindschaft mit der N'lit^ion und dkt heutilikn VeseUich ist, vollständig für sich tung des WtllkNS und des GelvisstNS erzeugt, w lche das eigriulite Zrden der Insti utlon n bc' freien Völk.rn ouKm^chtN. Gllellichaften sind nicht lchöne Gebäuk'e, die Man durch kluge Berechnung und geschickte Komdlnatlon,n eriichien kann, und die von lelbn IN tzner obslrtkten Sphäre dastehe».; sie haden ihre ewige Basis ln der Menschenie.le und iveroe» stels so viel taugen, als die!? taugt.- Die Fo d rung, b'llere Moral in allen Kre s'N dtis ches ll chai». nicht nur den unt r.n, jouvern auch oen mitileren, hohe» und höchsten, zu v rbl iten, ^»ilt aber nii^t süi Ffai'kr ich allein Alle ^^ttd r dtk Ers« lassen ln dtcler Hinsichi ungem ln vi t zu ivä'iicht'i übrig, und iver da,^ sicheie M'tt.l e td.cki, d.r F^roerun^, Ä nage l.ljlen »v rd Unbestritten d «i)tulim davon tia.ikn. der gröl»le Wohl'häter des Meuschengeschlei^t s z. setn. künn'n bei niirV WaS frag ich nach Dir U"d nach !»e«. Ot?ed' von oen ul n l l^nd wenn drk Buich'n vvn Dir ist. nachher nimm Deinen Dauli^er aun ^O»g»it'U^) Ntir loiedcrl Da lie^tt er — daß .l'u Dich in olllk Fiüh' schon so d'ium Hilst plag'N müsse"l" ^Ia vohl had' ich gut m^-chen wollen", rief M^'Nl aub-^r sit,, „aber bloS Mtinelivegen, ivcil lch keinem Weujch'N »»it meinem Wll n linricht tltun v a^i, iveil ich selbiti'Smal zu h ß'g geivesen bln nnd v«rg ss n hat,', daß ich u>it ein-r Dirndl geied'l Hab', mit e>r'er re ch n vau.iniochter — ich, ein olMer ^olzknecht. der «iL hat als »ine Büchs' und e>ne Hacke und ein P»ir Aim' zum regieren dazu! Ja, von mir ist der Busch'«, ich will'S nur elngrst.l^'n, und schäm' Mich nit derenlivkgsnIch hat,' ,hn zuhöchft von der Bre't nivand Herunterg holt — es stei,;! nit leicht Einer so hoch binauf, als dos Edelweiß getvtichlen ist . . . Ich Hab'gemeint. Du sollt',l es err-then, von wem der Buschen ist, und solll'ft eS merken, was er zu bedeuten htt -- Du willst eS nit verstehen, meinelivegen; aber dvS sag' ich Dir, jetzt ist meine Rechnung auSgeivischt, und Du stehst j Kt ganz oll« in noch in meinem Schulden-buchl l Schau' zu, hoffntige Se-inerin, lvl, Du fk'tig wilst Mit ven Lluteu un) mit Dir selber! Den Busch'n aber, den nimm' ich wieder, weil er Dir doch für nichts gut ist. Raschen TllffeS Zur Heschichte des Hages Besserung der iv i r t h s ch a f t l i ch e n Lage auch durch Lben die Pilgerfahrten iviedcr begonnen, so erneuern sich auch die lZerscheinungen der .hsiilgen Jungfrau". Warru aber früher dei salchen Gr!cheinun.;en die Sünden der M-.nshea Gegenstand der Klage und der Vorhersage, so verlegt sich jetzt die heilige JuNitfrau der Franzosen auf die Politik — auf oic Befreiung Roms und auf den Rachekrieg gegen Deuischland. Bermifchte Nachrichte». l e n d i n P a r i S.) In Paris mehren sich die Selbstmorde, namentlich durch Elhängen, lListicken und Eriränken auf eine Weise, daß es ichei'it. als sollte London üverflü.jelt »oerdcn. Elend ist gewöhnlich der B weggrund. Die Spi« täler sind überfitll: durch Leute, lo^lche Hunger und Entbeljrungen jeder Art krank gemacht. ^Verwendung der französischen Kriegsentschädigung.) Dem RcichStage Ocutschlands »st nunmehr eine Daistelliing üoer 0le Berivendung der sranzöiisch'n Kriegsttitschädi-»un.t zugegangen. Der gropie T'^eil der funs 'Diilliarden ^neun Z^hiitel) ist für mllitirijche ^iveckk vtkausgabt worden, für Werke des Frle-^^e'S k'um ein Z bnt'l. ^Die Hinrichtung im geschlossenen i^t au m.) Pieußen l85l d-e Hin-»ichlung im g s.nloisenen Räume eing.führt; b^ld i^'lgien '^'üiteittderg, S cdien, B 'den. Baiern, E.' tland. Der neue öste reidische Slcifprozeb ichieli't vor. d «k Ne Vollstreckung der Todeöstrufe l ute>l)alv der Mauern des Gesangeuy lUseS oder hatte er den Slraust, der aus die Bank gefallen Ivar, e'faßl UNS tzoch tlber die llmzäunung ln die Schlucht deS abstürz(ni?en BergbacheS g-svleu-Veit. „Für ivaS iriät' auch ein solcher Daunder« laUii gut bei er solchen A'tvlderwurz a!" 9. Der Abend desselben Tages lag rerglühend auf d.er Jachenan und ließ die Wiesen ni^d AtNger in jenem eig.ntlzümlich grünen Glänze er'icheinen, den der Landmann im richtig n Gefühle Mit dem Spruche bezeichnet, we.nn man seine Wiese verkaufen wolle, müsse man den Käufer AdrndS auf dirselbe führen. Der Bauer beim Kurzen am Berg sah tvieder wie an jenem Oster-morgen vor dem geöffneten Fenster der großen Wohnstube, das jetzt so dicht und reich von den Blättern l>er Weinrebe umgittert war, daß eS kaum genügenden Raum bot, )en Duft deS Grummets hereinwehrn zu lassen, daS draußen noch einmal gerecht wurde, um am anderen Mort^en ivieder ausgebreitet und von der Sonne zur Alifbewahlung vollends reif gemacht zu werden. Wieder war der Bauer in Gedanken versunken; sie waren nicht so angenehm wie damals bei ihm eingekehrt. Die letzten Wochen hatten ihn unwohl gemacht, und mit der Kränklichteit in einem anderen umschlofsenen Räume in Gegenwart einer Gericht^kommilsion, deS Staatsanwaltes, deS GerichtSarztes und eiN's Seelsorgers zu erfolgen habe. Anderen Personen wir), soweit es der Raum zuläßt, der Zatritt gestattet. Die Hinrichtung erfolgt in Oesterreich wie früher mittelst Stranges, während sie in den meisten übrigen Sta'.ten schon mit dem Fallbeile (Guillotine) dtirchgefül»rt wird. (Für die Eisenbahn Wien - Rovi.) Zm kroatischen Landtage tvurde gelegentlich einer Anfrage die Nothivendigkeit dieser Bahn vom ?Iteg'erungSoertreter anerkannt. Nn die österreichische Re.lierung tvandten sich zu diesem Zivecke: der stelermärkische Landtag, die Grazer Handelskammer, Abgeordneter Seidl als Interpellant, die Marburger Bezirksvertretunij. Beim ReichS-rath petitionirlen: der Verein öer Kausteute und Industriellen in G az, der Gleichenberger Aktien-verein, der Liltteniierger Gcinbauveeein; über hundert Stadt-. Markt und Landgemeinden, Be-jirksvertretungkn und laadivirthschaftliche Filialen. (Die Südbahn und die Viehle u th e.) Die ungarische Regierung beabsichtigt, ge.,en die Süsbahn eine Klage zu erheben. Der Direktion dieser Bahn wird immlich vorgetvorfen, daß sie die. Schttld an d«r lFinschleppung der Viehseuche trage, indem durch die reglementswidrige Verladung deS TranSportviehS zur Nachtzeit die staatlichen Organe an der Ausübung der zur Verhütung der Seuche noth'vendigsten Vorsichtsmaßregeln verhindert worden feien. Marbur^zer Berichte. ^A u S h i l f s k a s s e.) Die AuSilfSkasse in Marburg hat l)iS Eizde Febrirar an Einlagen. Rückjahlun,;tn ul>d Reeskompt 17.340 fl. 97 kr. eingenommen, an Darleihen und Rücksorderungeu l7.390 fl. 7ü kr. ausgezahlt. Dl« Einlagen wer« den mti 6 Perzent ve'zinst. (Verschüttet.) Am 26. Februar wurde im Kohlenbau zu Trifail der Bergarbeiter Joh. Wldgai durch eine Erdabrutfchung verschüttet. Vie Aasgrabung eifolzte rasch; der Verunglückte konnte ader Nicht mehr gerettet iverden. (Giftige Würste.) Der Grundbesitzer Martin Arntsch k in St. Georgen bei Cillr starb kü-zl ch nach dem Geausse von Raiichwürsten und zeigte sich's, daß dl se g ft>g gewesen. (Während des D r e s ch e r m a h l e S.) Zoe» Mastker in Aer ck, R. Bc sl'er und sein So!»", h'tt.n N'Ulich an einem Dresherm-Hle i«, der Nachbarschaft th »lgenomm n. Als Beide in gehob.nster Stimmung ilah Hause kamen, ent- ivar auch vie G'ämlichkeit eing kthrt; ein bldenk-li des R'ißen in den Gliedern, w!e 's die Schwister auch veripürte, ivoltie nicht iveichen, und der Alte li.ß rs stti nicht nehmen, er sei kerngesund, eS müsse ihm angeihan worden sein, denn ge» iunde Bttne seien ein Erbstück in der Familie. Die Schwester saß ihm gegenüber; sie h^lte über den vielen Geschäften deS Hauses erst jetzt Zeit gesunden, dem Bruder vollständigen Bericht über ihre Wanderung nach der Brettenalm zu erstatten. DaS Ergebniß war nicht dazu angeihan gewesen, ihn besouderS erfieulich zu stimmen; schweigend lzotte er zugehört, und den Kopf in die Hand gestützt, saß er noch eine We'le schweigend da, bis er dem gepreßien Herzen fast unwillkürlich IN einem Seufjer Luft machte: „Wrnn sie nur erst wieder da iväl'I" sagte er. „Ich mein', mir wäi'S dann gleich leichter, ich Hütt' auch nit so viel Weillang auszustehen — das Madel könnt' mir tvenigstens vorlesen; denn Du kommst ja den ganzen Tag kaum ein paar Miauten in die Stuben". (Fortsetzung solgt.) dkckteu sie. daß wählend ihrgntt, zur H'bung 0eS Weinhanoel» bt,zulra. gkU; das Borscdlagsrecht mö^ie den laodiv rth-schaftlichen FilialkN überlufsen werdcn und jollien diese Agenten in Statnz. Ltli)k>jtz, Matbur^, Go« Nobitz, Pettau und grtedau ihre Staridorte haben. (Mord.) Am Freitag nach Mitternacht wurdc in der vurttgasse die Straßendirne Th-resi.» Otepp in ihrem Blute liegend todt aufgcfunden — mit Wunden im Gesichte und mit eingeichla. genen» Kopf,. Theresia Otepp war 38 Ja!)re alt. Dem Verrde zufolge solirn Schlct>alsgenoisin' nen die 5hat Veriibt haben. Dieselbe muß rasch vollbracht tvolden stin; denn wie die Beivohner der Nachbarschaft versichern, ist zu jener Slundt die Ruhe durch keinen Laut g stört tvorden und hatte nach der Lage zu schließen die Bedrohte nicht einmal Z.it gehabt, ihre Hände au» dem Peljmuff zu ziehen. (Selbstmord.) Am Freitag 6 Uhr Morgens hat sich der n'unzehnjäiitlge Schlosser-gehlife Joseph Pichl,? in der Kärntnervorst^idt mit einem Jagdgewehre erschossen. Die Ursach, ist noch unbekannt. (Schadenfeuer.) Beim Vrundb,sitzer Fiedler in Unter-Poberlch ivurde am Freitag 4 Uhr Nachmittag Feuer gelegt und brannten das kleine Wohnhau? und die meisten WirthschaflS. gebäuve sammt ollen Borräthen ab. Der Mar. burger fretivilligen gkuerwehr, die zwci Rotten t)6Mann) stark zu Hilke geeilt, getiNjj es, da» Hauptgrbf.uve und etnt« Stall zu rctten. Der Schaden belauft sich auf 600l) fl. (Dreifacher Mord.) An Flh^ltrn. Wayrschkinlich bilden d:e kirchenpolilischen Tes'tz? den Hauptgegeist^itd ter Verhandlung. (Benefize des Schauspiklers Nie dt.) Am Mittwoch findet zum Boriheile des Herr,» Niett eine Aufführung ftait. Zur Darstellung ge-langt: ,Da5 Borrechi des Venies'* — eines der neuesten und besten Lustspirie. welches in W'tn und Gr.»z mit den, groß >rt>gften Erfolge gegebei» worden. H>rr Viitter v. Kamineky vom landschafil. Theater «» iNraz hat seine Mitwirkung zugesagt. (Prevklage S ch w a r z. P e r t o.) Die Schlußoerhavdlung in der Sache des Hrrrn Schwarz gegen Herrn Perko ist auf d-n 18. März vertagt woröen. Et dükfte jet'och ivic niir hären auch in diesem F^ll „n Ausgleich erfolgen. (S chau t,ü hne.) Der beli.bte Sänger Herr F rdinand Urban, gegenivärtig in Brünn, Wll am So. März hiehcr kom r.en und in n-ehrlren Rollen ols Gast austleten. .(Neue Telegraphenstation.) In St. ^eoilhardt (W. B.) soll eine Telegrapheil» station mit beschränktem TligcSdtensterlichfet werden. (Impfung^ Herr Kommunalarzt Ur-baczek wird heute Sonntag den 8. März die Impfung ,m Turnsaale der städt. Mädchenschule vornehmen. Letzte Post. Die Ultramontanen im Abgeordneten, yaufe haben durch ihre Sprecher erklärt, daß für sie vaS Konkordat noch zu Stecht bestehe. . «7 der unaarischen Staats raffe im ersten Halbjahr wird auf tehn bis zwölf Millionen berechnet. Die franjSKtche Reqierung will die Er. rtchtung einer zweiten Kammer beantragen. Wom Nüchertisch. Gedichte Hoffmana'» von FalierSlebtu. Die V'llagShandlung v0lt Franz Lipper^ htide in Berlin kündigt so eben eine reue ver^ Mkhrte Aufgabe dieser Gedichte mit folgende» Worten an: » „Ein halb Jahrhundert hindurch hat Hoffmann von Fallersleben, ein fajrender Sänger in des Wortes fchSuster Bedeutung, dem deutschen Volke gelungen von Frühling, Liebe und Wein, gksuligen für Freiheit, Recht und Vaterland. Seine L-edcr sind durchweht von tiefioniger. sin-Poesie, ungekünstelt und doch kunstreich, fern jeder krankhaften Empsindelei, aber von ge-lundcr Empsindutlg, schlicht und recht wie sein Lebcu, bald zart wie sein Lieben, bald herb und derb ivie fei» Haß gegen Unrecht und Gewa lt-that. Ukberall. wo dei^tjche Herzt>elsen gett^ordei'. Sie begltilen den Wanderer über Land und Meer, den Kriege,^ in die Schlacht, den Muscn. sehn zu heiterem Gelage. Die Lieder Hoffmano's von Fall-rSleben tönen wieder von d.n L ppen der Ltebcnden^ mit seinen Weisen «vi gt di» Multer ihren Liebling in Schlaf uno degritpl dcr tttllder Sang den Lelieaömorgcn. — Die letzte Auflage dkl Gedichte Hoffmanr:'» von gallerslebcn ist ,eit einiger Zeit ver^tr.ffen; nur ein« Auswahl ist noch im Handel oorräidia i»nd als eine t'rillgende Pflicht erschriut deshalb gegenübcr dtM Andenken des Verstorbcncn die tialdige Beröffentlichuttg einer vkueo, vermehrten Ausg.'be seiner Gedichte, die er selbst schon vor. dereitet, und de jetzt von Freund Shand vollstän» dig geordnet wird. Möchte nun an delsclbeo sich n-cht aus'ö Neue das Wort nnse es Dichters bewahrheiten, das aus die früh-rea Auflagen auch s insr Ge-dichte antvendbar ist: „So ist's Mit Gedichten immer gewesen, Und macht man davon <,uch viel Grschlei: Was Tautende siig.n oder lese». Das kaufen am En'"? noch kicht zwei l"-^ Der ganze R in rlrug ties.r nruen Aus-gäbe soll drm ^'Hinterbliebenen des Dichters, ltinkm «inzigen Sohne zu tdute kommen, d^r vor Kurzem auf der Düss ldors.r Maler-Akac^emie seine künstlerisch.n Studien begonnen. Der Pr is der gehefteten Ausgabe ist auf l Thir. 10 S.tr., der elettunl g:bun0.nen uus 1 Thlr. 20 Sgr. sestg-stellt ivorsen, loägrtNd die srühere, iveniger umsangreiche Ausgabe 2 Thr. kostete. Bestellungen werdeu schon j pt in aUci, 'öuchh»ndlungen angenomm'n. Eingesandt. Eine Frage im WirthShauS. Welcher Uttltrschied ist ziliischen den trauernden Juden zu Babylon uno gewissen Wein-händlein und Wirthen? Die trauk'Nven Juden saßen an den Was» seri. und weinten, dl? gewissen Weinhändler und Airthe sitzen ober on den Wei"^!, und wässern! x. V. X. Sil, irrloxs-MiIalll«» zmss L en wiaintiiso SÄMMt evi4l^sm verlt^ut^ 8vI»Hva«Q. Vettau, 6. März. (Wochenmarktsbericht.) Korn k. ö.LV, iSttste 4.S0. Hafer fl. 2 so. «tttnrus fi. 5.20. Hirse N.4.8S. Heiden fi. 415. Erdapfel fl.2.—pr. Metz. Rmdschmalz SO, Echweinschmat» 44. Speck frisch sq. geräuchert 44. Butter 40. «indsteisch 30. Aalbfieisch 32, Schlveiurtelsch 3(» vr. Pfd. Tler s Stiut 10 kr, Mllv frische 12 kr. pr. Maß. Hotz 86" tj«r« fl. 10.50, weich fl.8.— pr. Klafter. Holzkohlen Hort —, weich — kr. pr. Metz. Heu fl. 2.10, Lugerstroh fl. l..»V, Streustroh fl. 1.10 pr. Ctn. Nr. 149S Kundmachung. (177 Vom Stadtrathe Marburg wird hie-mit bekannt gemacht, daß Herr Commu-nal-Arzt Urbatschek die diesjährige Impfung Sonntag den I. März 1874 um 2 Uhr Nachmittags im städtischen Mädchenschullokale vornehmen, und die Impfung an den folgenden Sonntagen am 8., lS. und LS. März fortsetzen wird. Mit Rücksicht auf die herrschende Blattern-Epidemie werden Eltern und Angehörige aufgefordert, die ungeimpften Kinder der Impfung zu unterziehen. Marburg am 27. Februar 1874. Der Bürgermeister. Bttstorbene in Marburg. «m 28. Februar: Marko Anton, Teichgräberssoha. 3 Monate, Kärntnervorstadt, vlattern. — Hofer Atsis gew. Messerschmied. 83 I., «llerheitigengosse. Altersschwache! - 1. Mü,z: Pratte« Josef. Maurer. 24 3., Kärntner. Vorstadt, vlattern. - 2. März: Stra schilt Ludmilla. Reatitätenbes.-Tochter, L Mon, neue Kolonie, Kraisen. PucherI.. C senbahnschmledtsohn, neue Kolonie, A''aisen. Z. März: Skerget Michael. Vaslwirth, 49 3., Magda« ieliavorslodt, Kehltopftnberkulose. — KoSnig Franz, An-streicherösohn, Blumengasse, neugeboren, Echwättie. — 4. März: «oß Anna, gew. Realiiätenbesitzerin. 93 3., KSrnt-nervorstadr, Altersschwäche. — b. März: Etmontlsch Georg, Hausmeister. > 6 I.. Biktringhofgasse Rr. 42, Herz, beutelwassersucht. — Ritiiü Josef, Dr. der Rechte, 283., Pfarrhofgasse Rr. 1S6, Lungentuberkulose. — v. März: Polazek Stefan. Packträaerösohn. 12 5., PfarrhofgoK. Vlattern. O dep Ttieresia, Magd, 33 I., todt gefunden. — Pichl er Josef, Hchlossergeselle, 19 I., Kmser.llee, Schußwunde. Ankündigung. Der ergebenst Gefertigte bringt zur Kenntniß, daß die Haupt-Agentur der LebettSverfichervnas- Bank in Wie« sich nunmehr auf dem U«i,ptpl«t»e, Ueumever-»ek«-» befinde», daher alle die», ezagUchea llnd dann aut seiner früher betrie» denen und nnnmehr durch Herrn fortt,kführ. ten ?rlv»t-^ssnUs mir zur Vuredküdrnus ä«r?okds. dAltsnsu ^us»rds1tuvxvv iitier Vokk»uk>-Vsrm1tUuvs»n von Süton», Stkät- und I.»vä?s»1lMov,c. xüvttitelt und resl besorgt und atle vietfalllgen bereit« willigst ertheilt werden. Nachdem icti eme gro»v von vsr)ränMvd»d »«alktten IN Vormarlruuss führe, so lade tch die ?. 7. Lkntor höflichst ein. siv wegen von gut arron» dlrten Vii»ektt, Weingartdesiungen, »inScrträglicheu Häusern ,c. an mein Sssodiitti-Vomxtoir wenden zu wollen, indem ich bestreb» sein werde, da» mir geschenkte Vsrtrk^nön stei» zu verdienen. Auf schriftliche Anfragen werden nur wirklichen Käufern ohne Beischlup von 50 kr. die gewünschten «nß. küttfie und Beschreibungen ertheilt. 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Der hierortit^e AuShilfskasse-Verein hat seine Statuten dahin geändert, daß auch Ant heilscheine zu fl. 20 — ausgegeben und laut Beschluß der l ßten Generalversammlung Beträge biS zu fl. an die Mitglieder gegen sichere Wechsel zu ge<^ebcn werden. — Der Verein ubernimmt Spareinlagen in jeder Höhe und verzinset dieselben mit 6°/o. — Die Direktion ladet das ?. I. Publikum zum Beitritte zu diesem so niitzlichen Institute höflichst ein. AmlSstunden sind Freitag Vormittag von 1^^ -12 Uhr, Pfarrhof gasse Nr. ,99. (181 Gllsthllus-Eröffmng. Gefertigter erlaubt sich, dem geehrten?. 1'. Publikum bekannt zu geben, daß er daS »um 8ev in eigene Regie genommen hat. und am 8. März d. I. Restauration und Cafs eröffne« tvird. — Filr echte. Weine, guteS Märzen-Vter, schmackhaften Kaffee, wie auch für kalte und ivarme Speisen zu jeder Tagekzeit wird bestens gesorgt skin. /l9S Um gütigen Zuspruch bittet achtungsvoll )oscf Withklmer. ürstV H»l»ck ZxrölSigtv ( 63 Hiuisl i^ieckerllize v«« önN«»! »menl!. Wiiimliilieii s« V» MIllllÜllU BMil! MIl» i Ml KM Wmü« II l»rdurx, (?ra?ervor8taät, I'exettlioKztl'assv. 5tr»Il- will kilillllt-l!lloä»rl»e« äe» Oari w ZUSriinrU. r 0 » » v naeli t 1. d. v.'.. übernommen hü. M R . Hiebei erlaube ich mir meine hochgee rten Gönner, Freunde und Bekannten besonders R V z-, b'tt.'N, mich bei ihrem jeiveiligen Aufentholte in Graz güt gst mit ihrem Besuche be.hren ^ H zu wellen. — Für ausgezeichnetste Getränke und promtesie Bedienung ist bestens gesorgt, M ^ auch liegen die gtlesensten und beliebstiesten Journale in meinem Kaffeehause auf. A I Hochachtungsvoll INelm, N M 203) Cafet'er in Graz. D Eine gaffen« «nd ssnnfeMge ebenerdige Wohnnng im Kanduth'schen Hause, Schillerstraße Nr. 167 ist vom 1. April zu verm'ethen. ^202 Nähere Auskunft ertheilt der Ai)ministrator Karl Fluch er. Rcben-BcrkWf. Eine s^rößere Anzahl von Schlühlreben in allen Sorten sind im Hause Nr. 97, M e l-lingerstraße, zu bekommen. (200 Zill gefälligen Bcachtuilg. Der Gefertigte beehrt sich hiemit einem Publikum anziizeilieii, daß Herr Anton Hoinigg vom l. Mörz an ans dem Privat-Agentiegeschäfte des Gefertigten, worin derselbe bisher mitwirkte, gänzlich austritt und der Unterzeichnete dieses Geschäft nunmehr allein ausüben wird, weshalb er auch alle Jene, die ihn mit einschlägigen Austrägen beehren wollen, bittet, sich speziell nur an ihn in seiner Geschäftskanzlei: Stadt Nr. 2üü zu wenden, ivobei er stets auf das Redlichste bestrebt sein wird, alle ihm zukommenden Aufträge inöglichst prompt und reel auszuführen und das ihm geschenkte Vertrauen in jeder Hinsicht zu rechtfertigen. Gleichzeitig empfiehlt er nebft der von seiner Kanzlei besorgten Arbeit-, Dienst- und Wohnnngsvermittluug eine Auswahl bei ihm in Vormerk sich befindender verkäuflicher Stadt- nnd Vorstadthäuser, Weingart- und Landrealitäten, dann Gewerbe, worüber nach Wunsch mündliche oder auch briefliche Auskünfte jederzeit bereitwilligst ertheilt werden. Hochachtungsvoll Zu vergeben: Eine jchöllt Wllhllllilg mit 3 Zimmern, Küche, Speise zc., 1. Stock, in der Kärntuergnsse Nr. 2l8. vom 1. April an. Ein Weinkeller auf 60 Startin in Halbgebinden in der Kärnt« nervorstadt, täglich. (Ivb Anzufragen beim Eigenthümer, Kärntnergasse Nr. 218. ^chiiitt)tichiir» ^!^und selbst bei geringer Uebung nicht zu vergessende Methode in 8 biS 10 Stunden gelehrt. (197 Adresse im ^omptoir dieses Bl. V