„Freiheit, Wohlftaud, Viid««g str Me." 4 s't L Str. «8. Mittwoch «. Juni 18»«. Jahrgang. Die ns .Marburger Zeitmn." erscheint jeden Soni^tng. Miitwoch und Freitag. Preise — fiir Marburg: ganzjährig 6 fl., y.Ubjiihrig S si.. vierteliährig 1 fl. S0 kr. fiir Sustelluna Hant monatlich 10 fr. — mtt Postversendung: stanzjährig » fl., halbjährig 4fl., vierteljährig 2fl. Die ein Mal gespaltene Garmondzeile wird bei einmaliger Einschaltung mit 10, be, zwermaliger mit I.'i, bei dreimaliger mit 20 kr. berechnet, wozu für jedesmalige Einschaltung 30 kr. Jnseraten-Stempelgebühr kommen. Schvivdrl! ^ MtN» theilt die Diebe gelvöhtUich ein: in kleine und große, — gehängte und ungehäiigte. Wir finden, daß diese Eintheilungen veraltet und nicht mehr zweckentsprechend find. AlleS ljuldigt dem Fortschritt und eine gemeiniglich so intelligente Korporation, wie die der Herren Splhbulien sollte allein frei vom Oeifte der Nruerungen geblieben sein? O nein, denn wie tvir gleich sehen »Verden, erfordert „die Höhe der Wissenschast". biS zu welcher die »»ralte Dicbestunst im Laufe der Zeiten empor gestiegen, heut zu Tage eine ganz andere Klassifikation. Ihrem Wesen nach könnte man diese Aünger „MeikurS" in zwei große Abtheilungen scheiden, und zwar in ehrliche und unehrliche Diebe. Die ehrlichen Diebe sind diejenigen, ivelche mit dem Zeitgeist am wenigsten fortgeschritten, ihr Geschäft noch nach dem alten Schnitt uud Herkommen betreiben; sie stehlen einfach — iverden dabei meist früher oder später erwischt und auf kitrzerc oder längere Dauer eingesperrt. Mit einiget Borsicht und einer Werlhheimischen Kasse kann man sich recht gut vor ihnen schsiKtN. Letzteres ist unmöglich gegcniiber der weit größeren, anSgcbreitetsten und foltgejchrittenstcn Kategorie d r unclir-l i ch e n Diebe — auch Schwindler s^enannt. — Vor ihnen Hilst keine Borsicht und keine .Merthheimische". Der Schwindler erscheint untcr allerlei MaSken utld Formen, er ist überall, nnf allen Gebieten des menschlichen Wissens nnd Könnens zu Hause: sein Reich ist unbegrenzt und seine Macht die Absoluteste der Welt. Wer vermag sich vor ihm zu schuhen? Wo tvir gehen und stehen begleitet er uns. — er geht mit uns spazieren, ißt und trinkt und schläft mit uns. steht mit unS auf. kurz ist unser treuester Begleiter. Wir halten j!,n. da er meist die MaSke der Ehrbarkeit trägt, oft Jahre lang für unsern besten Freund und schenken ihm unser ganzes Bertrauen. Weder Tugend noch Verstand vermag ihn zu erkennen. Die tugendhaslcsten nnd gescheidtestn, Sterblichen falten ihin oft am ^llchkesten zum Opfer. Wahrlich, der Schwindel ist der eigentliche „Fürst dieser Welt". — darum: Hoch, der König Schtvindel! — Unter den vielen Provinzen seines großen Reiche» besitzt König Schwindel eine Domaine, lvo er nch mit besonderer Borliebe aufhält und die er mit wahrhaft väterlicher Fiirsorge regiert. Diese Domaine heißt Assekuranz, und mit ihr wollen wir «ns einige Augenblicke näher beschäftigen. Daß die Affekurauz cineS der wohlthätiMn menschlichen Institute ist, bedarf wohl keiueS Beweises. Wie aber AlleS vom Schtvindel auS-gebeutet und mißbraucht wird, so auch die Assekuranz. Zahllos stnd die Asstkuranz-Gesellschasten, die dem Publikum ihre Dienste anbieten, zahllos ist daS Herr der Assekuranzbeamten, die meist aus allen Ständen rekrutirt, als Apostel ihrer Anstalten hinaus l',esandt werden. Je jünger» Datums eine Assekuranzges^llschast ist. je mehr Bortlieile muß sie. um den älteren Konkurrenz zu machen, dem Pnblikun, bieten. Bei diesen Vortheilen kommt es nun häufig vor. d^ch man daS „Sein" vom „Schein" nicht recht zu trennen vermag d.h. versprochen wird viel, gehalten — wenig ! — Das gewöhnlichste Mittel um ein „Geschäst" zu erzielen ist. daß man den VersicherungSlusli.ien recht billige Prämien bietet. — „Mit Speck fängt MlM die Mäxse" — und gar Mancher, den die Billigkeit einer Waarc zum Kaufe»» verlockte, hat diesen Kauf später bitter bereut. Jedertnann weiß, daß ein Kansmann. der billiger verkauft als er einkaufte ganz sicher zu Grunde geken muß. Nun ist aber das Assekuranzgeschäst ein rein kaufmännisches und als solches denselben Gesetzen unterworfen. Eine Assekuranz Gesellschast die weniger Prämien einnimmt, als sie an Schäden vorausgabt, muß. davon haben wir noch in der neuesten Zeit Vielsache Belveise, elendiglich zu Grunde gehen. Die Prämiensätze der solide arbeitenden Vtrslcherungs.Anstlilten richten sich nun genau nach den Prozentsätzen der Schäden, welche in einer Reihe von Jahren auf die verschiedenen Bersicherungs-Kategorien gefallen sind. So hat die Erfahrung länt^ererJahre nachgewiesen. d.,ß z. B.Stroh und Schindeldächer, gewitle Fabrikations und Geiverb^^zwcigr, einen größeren Prozentsatz Schäden liefert», als z. B. Ziegeldächer oder andere minder gefährliche Objekte, in ^olge dessen die Prämien für derlei Versicherungen entsprechend gesteigert iwerden mußten. Leider Mttssen »vir bemerken, daß nur wenige Bersicher« Ate Kexm-Lene. Bon Clemens Steyrer. » (XV. Fortsetzung.) „Da beschloß duin daS peinlicheHalSgericht." erzählte Hanö weiter, „in dieser Sache da» Urtheil Golles walten zu lassen, und so dies zu ihren Gunsten ausfällt, soll il»re Unschuld als erwiesen erachtet «Verden. Die arme Mutter lvird nächst anbreetienden Morgen iin Angesicht allen Volkes zu Thiersee it»« Waffer geworfen, ist sie schuldig — so tneintdaS peinliche Gericht — dann mög' ihr der ve'diente Todt zu Tl)eil werden. Äst sie sonder Schuld, so wird Gott ihre Unschuld dadurch an den Ta;, l)ringen, daß er sie durch ein Wunder überm Wasser erhält und nicht untersinken läßt, so lange, bis sie unter dem Jubel deS Aiilkes wieder auf das Land hinauskommt und dann als frei und sonder Fehle unge-straft von hinnen ziehen mag." Ein Strahl der Freudr glänzte bei diesen Worten auS dem halb-gel>rochenett Auge deS Mädchens. „Hans, uoch ist die Hoffnung „Gott ist alliiiächtig. und lvird dic sicher ethörcn!" „Mög' eS so werden. Lene," sprach Hans diister, „aber tUb dich nicht zu kühnen Hoffnungen hin. eine Täuschung lvärc dann nur um so schmerzlicher!" Dann lvandte er sich all und ging in die Kammer hinein. Lene aber kniete nieder vor dem Bild des Gekreuzigten, das an der Waiid hing, und die Hände bittend gefaltet, betete sie zun« Herrgott, er möcht' ilir doch durch ein Wunder das Leben ihrer aeliebten Mutter erhalten! — nicht verloreu," rief sie lebhaft. Bitten eines unglücklichen KindeS VII. Schwül und düsier brach der Morgen an. und gleichsam alS ob die Natur selber trauern »vollte. lagen See und Berge von grauen Ne-beln bedeckt und schwere Eeivilterwolken zogen am Firmamente hin und ivieder Lene halte die ganze Nacht kein Auge geschlossen, vielmehr war sie mit Hans in der Stube sitzen geblieben, der sich, ivieivohl ftlber aller Hoffnung ledig, demungracht alle Miihe gegeben hatte, das Mädchen zu bernhigen. Das lvar wohl eine fürchterliche Nacht gewesen, und hatte keines der Beiden noch je im Leben eine solche dnrchgemacht. Der Lene war eö gestattet worden. die Multer vor ihrem Tode »wchmalS sehen zu dürfen, und daS Mädchen drang auch lange Zeit in HanS. er inöchte sie init nach Thiersee nehtuen, allein der gute Junge bat sie. Nicht hinüberzugelien. Es lvürde dies ihren und der Mutter Lchmerz nur noch vergrößern, meinte er, und noch obendrein boöhaftcn Menschen ein unnöthig Schauspiel geben. Die Lene ergab sich auch endlich darein. Die Aitne hatte in der letzten Zeit so Viel des LeideS erfahren Mttffcn.^ daß sie sich bereits an alleS gewohnt l)atte. Hans l)ingegen Versprach ihr. hinüberzugehen und der Mutter noch« malS ihre herzlichsten Grüße zu bringen, oder auch sonst ihr beiztistehen. so d.)ö etiva nöthig iverden möchte. So brach er denn früh am Morgen nach Thiersee auf. nachdem er zuvor der Lene nach Kräften noch zugeredet hatte, sie möchte sich be-ruhigen so gut es ginge nnd zum Himmel um Stärke beten für sich und die Mutter. Sobald alles vorüber, »verde er ivieder kommen. — Die Kunde, daß die alte Margareth vom Hechtsee heute Morgens im Thierjee dic Wafferprobe iverde bestehen möffen. hatte sich gar bald allerorts verbreitet, und unzählige Menschen ans nah nnd fern herbei-gelockt, die diesem schrecklichen Schauspiel beiwohnen wollten. ungS Anstalttn jenen Grnndsätzcn huldigen, die meisten vielmehr ohne c,l!e Basis ins Blaue hinein arb,iten. „Geschäfte" d. h viele Aersichcrun^^en schließen jene Anstalten zwar oft. dtnn die billigen Prämien sind ebcn der Speck, »yomit die Mausc gefanj^en werden. Wie könnte ts z. V. anders möglich sein, daß ».lte, renommirte Versicherungs Anstalten in manchen Gc,,enden durch lting jährige Praxis gewitzigt. Strohdächer gänzlich von der Versicherung auS-schließen, odcr nur zu sehr hohen Prämien annehmen, mährend andere Schwindel'Anstaltkn derartige Bersicherungkn mafscnweisc zu spottliillig.« Prämien akzeptiren ? — Geschäfte machen solche Zchwindel Jnstitute freilich und PrämttNi^tlder fließen anfangs rtichlich in die Kassrn. kommt abei der hinkende Bote, — die unvermeidlichen Schäden — nun, so mach! man einfach Bankerott, wie die t'iedcre Zoeiet^- seiner Zeit gethan hat. dercn Gläubiger heute und in alle Ewigkeit auf.ihr Gelt» warten muffen. DaSPublikum lasse sich daher bei der B e r s i ch e-rungSnahme niemals durch eine billige Prämie bestechen. Wir kommen noch zu einem anderen sehr faulen Fleck in der Assekuranz-Welt. Ein Sprichwort, das nicht nur alt. sondern. tvaS meist nicht immer der Fall, auch tvahr ist. jagt: „Wie der Herr, so der Diener"^ Sieht mau sich nun heute die Lcute an. die berufen sind, die Wohlthaten des VersicherungswrsenS der Menschheit nahe zu bringen — nimmt man die Art und Weise wahr, wie sich mmche General-, Ober-u»d ordinäre Inspektoren im Berkehre mit dem Publikum benchmtn. waS sßr Mittel sie ost anwenden, nm Bersicherunsten zu erschleichen und dir Konkurrenten zu bekämpfen, blickt man in dieses schmutzige Treiben der Vertreter „humanitärer" Anstalten, so fragt man sich univillkührlich: Wie ist es möglich, daß die betreffenden Anstalten solche Subjekte in ihren Diensten haben und deren Treiben ruhig zusehen, ja es ost noch beloben? Run, wie der Herr so der Diener! —Eine anständige solide Bersicherungs, aesellschast ist nicht allein skrupulös in der Wahl ihrer Berstchelungen, sondern sie ist es noch mehr in der Wahl ihrer Beamten und Vertreter. G«e anstündige und solide Gesellschaft verlangt von ihren Bediensteten Würde nnd Anstand. Sie wird es mißbillij^en, wenn ihre Beamten «»verschämt und zudringlich sich benelzmen oder ihre Konkurrenten in gemeinster Weise verlästern und beschimpfen. Eine solche Anstalt wird es auch nicht mit ihrer Wiirde vereinbar finden, daß der erste Beamte ihrer Generalagentschaft, wie dieS thatlächlich in Steiermark geschehen, einen permanenten Alaschenteller mit sich führend, de» Beamten von Fabriken Trink^^elage bereitet und beim Klange der Ehampagnerkläser Berfichernngen abschließt. Dergleichen ^^ehöit in das Gebiet des Schwindels, nicht aber in daS einer rechtlichen ul»d ivilrdigen GeschästSgebahrung. Dem Publikum aber rufen wir zu. beim Abschluß einer Versicherung daS alte, wahre Sprichwort: „W i e derHerr, so der Diener" wohl zu beherzigen. — Vtr«ischtt Rachrichtea. (Deutscher Lehrertag.) Mr den XIX allgemeinen deutschen Lehrertag. der Heuer in Wien abgehalten ivird. ist nachstehendes Programm festgestellt worden. Am 7. Juni Bormittags Borversammlung dsr Lehrer, in welcher die Themata für die Berathungen der Hauptversatmn JunA und Alt tvollte sie nochmals sehen, und so mancher darunter nicht ohne die leise Hoffnung. eS könnte hier der Herr^iott ein Wunder thun und die mehr denn wahrfcheinliche Unschuld der sonst so wackeren Frau offen an den Tag legen. Trotz der drohenden Gewitterwolken waren schon eine Stunde vor der Vollzi-Hung des Urtheilö alle Ufcr deS ThierseeS von Menschen voll, und Hunderte warteten vor dem Gerichthaiis it» der Hofm.nk auf den Augenblick, wo die verurtheilte Zauberin herausgeführt und. von den Schranke» des tveltlich.u Gerichtes entlassen, vor einen höheren ANchter gestellt »Verden sollte. Endlich tvar die lang eewartete Stunde gekommen. daS Tlior des Gerichtshauses flog auf. und umringt von dem Nachrichter und seinen Knechten trat Lenes unglitckliche Mutter auf die Gaffe. Ruhig und festen Schrittes, tvie sie das sonst geivohnt ivar. ging sie auch aus ihrem l tzten Wege und sprach viel und eifrig mit Haus, dem es auf seine Bitten hin gestattet worden war. die Mutter der Ge« liebten auf dem Todesgange zu geleiten. Banges Schweigen »valtete rings umher, so viele Menschen auch zugegen waren, und mit oüsterer Ruhe sah alleS dem eruften Augenblick entgegen, in welchem daS Urtheil deö Allmächtigen üder die Verbrecherin ergehen sollte. Da kam Veit aus dem GerjchtSl)ause heraus und mischte sich mit teuslischen Lächeln und scineu kleinen Aenglein stolz und trinmphirend herumwerfend, unter die Menge. Ein lautes Murren brach jetzt von allen Seiten loS. denn eS hatte sich im Volk ein dunkles Gerücht von seinem nichtswürdigen Handeln verbreitet. „Seht ihn. den Rotl)kopf!" schrieen einige Burschen ans der Schöffau, so der Lene längst schon hold gelvesen. „seht ihn. den schlechten Kul, ivie er sich jetzo freut, daß ihm sein teuflischer Plan nach Herzenslust hinausgegangen !" „Schlagt ihn nieder, den Schurken!" riefen lvieder Andere, die als Anverwandte seines mißhandelten Weibes schon lange einen Groll auf lnngen festgesetzt iverdcn. Diese Versammlungen finden am 8.. 9. und 10. Juni Vormittags im großen Saale des neuen Musikvereinsgebäudes statt. Am 8. Juni Abknds ist offieielles Festbankett in Schwenders „Neue Welt" ; am 9. Juni Abends ist Festvorftellung i«n neuen Opernhause („Freischütz") i)ei festlicher Beleuchtung, wobei sämmtliche Logen, Sitze und Entrses mit Ausnahme der officiellen. den Lehrern zur Verfügung gestellt wurden ; am 10. Juni Abends Festvorstellung im Wieoner Theater (GrillparzerS Fragment „Esther" aufgeführt von Mitgliedern des HofburgtheaterS); am Nachmittag des 10. Juni Orgel-Konzert des Prof. Bruckner in der Piaristenkirche. Am 11. Juni Ausflug mittelst Separatzuges auf den Semmering. Die Ausstlillnttg der Lehrmittel wird bereits am 4. Jun» eröffnet. Man rechnet auf 5 bis 6000 Theilnehmer am Lehrertage. (M e r k tv ü r d i g e r To d). Im Enerbach (Unterfranken) starb vor Kurzen der Kirchenpfleger Zeißner nach kurzem Kranksein. Derselbe reinigte.einen Graben, in ivelchem sich gestandenes, wie eS heißt, kupfer-haltigkS Wasser befand, von dem ettvas auf seine Hand spritzte, an wel eher er eine kleine Stichwunde hatte. Die darauf erfolgte Entzündung der Hand und des Arms führte seinen Tod herbei. (V lühender St y l). DaS Theater zuRiga besitzt auch einen Theatersekretär NamenS Hermann Hahn, der in dem iin Berlin erscheinen-den) Reklameblait „Neuer Theaterdieiier" von A. Entsch eine Lanze gegen den bekannten Theateragenten. Heirn Röder, bricht. Der betreffende Auf-satz beginnt folgendermaßen: „In den Kordilleren der deutschen Theater-blätter ragt weithin sichtbar ein Bulkan empor, der ab und zu durch unterirdisches Gebrüll und durch Verzerrungen seiner Pliysioguomie ver-küudet. daß wieder einmal Salzwasser in seinen Bauch gedrungen ist. Dieser Vulkan ist der „Moniieur". herausgegeben von Ferdinc,nd Röder. Sein äußerer Habitus unterscheidet sich sonst ivenig von dem der Nachbar-berge; bis zur Schneelinie liinanf ragtauch bei ilim eine lachende Fauna (sie) von Rekensionen. Verkündigungen der Gastspiele, neuen Engagements, Novitäten u. s. w nnd nur am Krater, dem Briefkasten nämlich, wird man durch die schtveftigsauren Bemerkungen ei^innert, daß man auf gefahr-drohendem Boden ivandelt. Trotz der enormen Höhe des Berges rangirt derselbe doch nur in der Klasse der Schlammvulkane, und wen er speit, gelvährt er keineswegs ein schönes Schauspiel; auS dem ungemülhlichen Schlünde, sowie auS den im Fenilleton entstehenden Seitenöffnnngen fliegt nur Schmutz, der bald erkaltet, Steine, die, ohne zu schädigen, in den Rachen zurückfallen". Das Defizit von Japan b trägt Heuer 2 Millionen 500.000 Pfund Sterling, zirka 25 Mill. Gulden. Man nähert sich dort immer mehr den europäischen Zuständen. Marbnegtr Kerichtt. Marburg. 6. Juni. (Tagesordnung) für die am 9. Äuni d. 3. um 3 Uhr Nachmittags stattfindende Gemeindeau^schußsitzung. — l. Sektion. Die Besitzer von Melling um Ausscheidung aus dem Gemeinde-Verbande. Sparkassa-Direktio » übermittelt den revidirten Statuten Entivurk. — II. Sektion. 1 Gesuch um strenge Bollziehung det Borschriften der Gesund' heitSpolizei. 14 UnterstichungSgesuche. Bortrag bezüglich der Oberrealschule. III. Sektion. 9 Gesuche in Bausachen. — IV. Sektion 1 Gesuch «m einen Gründungsbeitrag für die freiwillige Fkuerwehr. 1 Gesuch um Subvention. 1 Zuschrift der Sparkafsa Direktio»» wegen Zal)lung rück- ihn hatten. „Schmeist ihn in den See! Mehr ist d,r Lump doch nicht Werth!" — So ging's rund herum von Mund zu Mnnd. und der Amtmann sah sich gezwungen, den Meierhofer von Schurivächtern umringen zulassen, denn sonst wäre daS erbitterte Volkivohl gar über ihn hergefallen, uud er wäre oann sicher nicht am besten davon gekommen. Jndeß lvar der finstere Ztig anS Seeufer hineingekommen und der Nachrichter schickte sich an. seine Schuldigkeit zu tiiun. Der unglücklichen Frau wurden erst die Bande gelöst und dann bedeutete man sie, sie könne jetzt ihr Gebet verrichten, so sie sich etwa noch bekehren wollte. Leise betend stand sie lvenige Minnten da nnd hielt die Augen tiegen den schivarzumwölkten Himmel gerichtet. Dann reichte sie rnhig dem HanS ihre Rechte. „Leb' wohl. HanS." sagte sie. „und nimm nieinen Segen zum Abschied! Grüß mir meine Lene und sei ihr zeitlebens ein Freund und Beschützer!" „Ihr aber alle. so ihr hier versammelt seid." rief sie mit lauter durchgreifender Stimme und richtete sich stolz in die Höhe, „hört auf die Worte, so ich euch jetzo sagen tvill. Die Zeit der Wunder ist vorüber und zum mindesten nicht zeigt der Herr der Welt seine Allmacht, so eS gilt, euch ein Schauspiel zu geben. Ich »verde in wenigen Minuten nicht mehr am Leben sein. Aber so ivahr ich als unschuldig und frei von jedem Verl rechen, deffen man mich zeiht vor den Richterstnhl GotteS hintrete. so ivahr »vird bis Morgen von den Häusern meiner falschen Ankläger kein Stein auf dein andein liege,». Eine öde Wildniß wird furder der Hechtsee sein und kein Feld — keine Wiese wird dort mehr grünen, so Innige die Welt steht, — den spätesten Geschlechtern noch ein ivarnei'.d Beispiel, »vie Gott den Verfolger der Unschuld zu strafen Pflegt!" Er selber aber, der l5l^nde. der. ii)eil es ihm nicht gelingen ivollte. mein Kind zu verführen, seine tenflische Rache an der Mutter ausläßt, er wird noch ehe der hentige Tag seinem Ende sich neigt, mit mir vor den Nichteistuhl des Ewigen treten. und dort wird sich'S dann zeigen, wem ein beffereS Loos beschieden, — ihm oder mir!" ständiger Zinsen und Kapitalsamortisation. Rechenschaftsbericht. — V. Sektion. 3 Gesuche um Gasthaus- und KaffreschankS-Konzefsionen. 1 Gesuch um Konzession zum Handel mit alten Frauenkleidern. 1 Gesuch um Konzession einre allgem. Männer Unterkunft- und BerköstigungSanstalt. I 1 Gesuch »IM Buchdruckcrci Konzession. 1 Gesuch um Bcwillil^uiig zur Aufstellung einer Zivilchplachc und Tische für Sitzgäste. I Gesuch um Ausklärung liktreffs Cimentiruiig der gässcr.i (Wül) lerversammlung^ am 6 Ii,ni. De» Obmann des provisorlschen WahltomiteS. Max Freiherr von Rast eröffnete die nicht sehr zahlreich besuchte Versammlung mit einer Anrede, lvclchc die Wichtig-keit der gegenwärtigen Wahlen hervorhob, indem auf Verfassungsmäßigen Wege die Prinzipien der Freilieit gej^en die Angriffe der Feudalen und Klerikalen vertheid'gt werden müssen. Sodann wurde Prof R.Reichel zum Obmanne. Prof. C. R. Rieck zum Schriftfilhrer der Versammlung gewäl)lt. Nach einer allgtuieineren Einleitung iiber die politischen Prrhällnisse Oesterreichs trägt der Obmann das Programm vor. welches die dentschen BertrauenSmänncr am 22. Mai in Wien festgestellt, welches von der Versammlung in nllcn Punkten angenommen wird. Ebenso wird ,nlch Dr. Aleckh's Prognimm. welches fich auf die speziell steierischen Landtags. Verhältnisse bezielit. in allen Punkten gntgelzeißen. Es wird sodann zur Wahl eines definitiven Wlihlkomites geschritten, nachdem früher noch bestimmt, eventuelle Kandidaten in dt,sselbe nicht eintreten. Aus der Wal)l gingen lieivor die Herren : Prof. Reiche!. Prof. Rieck. Bürgermeister Bankalari. Bizebürgermeister Stampfl. Dr. Duchatsch. Dr Kotzmuth. Math. Löschttigg, Anton B^'dl. Direktor Dr. Elschn,gg. M. Mlnko. D. Harmlann. TH.Götz. Ferd. Freilierr v. Rast. Ant. Hohl, und I. Pftiemer. i)it Herren Fr. Brandstetter. Dr. I. Mulls und C. Reuter hatten l)ie Wahl abgeletint. — Wegen vorgerückter Stunde wird beschlossen. dicSmal noch keine KtUididaten anzuhören, sondern am Mittwoch Abends eine näcyste Versammlung einzuberufen. Schließlich sprach noch die Versammlung ihren entschiedenen Protest gegen das slovenische Programm aus. (Zur Wahlbewegung). Die Wähler von Mahrenberg werden fich nächstens nach Wind. Graz begeben, um Einigkeit im Wahlvorgange herbeizuführen. (Gegen das Konz i l.) Am 6. 3uni Vormittag hat in der „Gambrinushalle" wielfTT^eMe^ehr zahlreiche. beinahe ausschließlich von Arbeitern besuchte Volksversammlung stattgefunden. Franz Wiesthaler wurde zum Obmann. Georg Widemschek zum Stellvertreter desselben. Theodor Haas zniu Schristsührer getvählt. Erster Gegenstand der Ver Handlung war elne Resolution gegen das Konzil in Rom. Obmann F. Wiesthaler hielt eine Rede Uder die Geschichte und die Ziele diejer allgemeinen Kirchenversammlung. Theodor Haas, Georg Widemschek und Stephan Pauler hoben die interessantesten Thatsachen aus der Geschichte des Papstthums hervor, um zu beiveisen. wie ost und wie schreiend die Borgälwer Pius IX. und dieser ielist sich wiedersprochen; dann wc>r fol-gende Erklärung einstimmig angenommen: „Die Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit ist die Vollendung deS römisch katholischen Systems, welches die größte Gefahr für die besten Errungenschasten und Bestre-bungen der Menschheit auf religiösem, wissenschaftlichem und staatlichem Gebiete. Pflicht dcs Einzelnen ,st s. sich von diesem Systeme gänzlich loszusagen. Die Hilfe aber, die wir vom.Staate vor Allem verlangen, ist: Abbruch der diplomatischen Beziehnngen zwischen Oesterreich und Rom, Heimberufung der Bischöfe, i Absetzung jener, die nicht gehorsam, und Absetznng aller, die in Rom mitgeflucht. Durchsuhrniig der sreiheit-licheu Bestimmungen der betreffenden Staatsgrundgesetze und Entivicklun^^ derselbe« im Sinne deS entschiedensten Fortschrittes. Aushebung deS Koi»- Aller Augen waren aus den Veit gerichtet, indeß die Alte so ge-sprachen, nnd ein leiser Schauer übnkam die Menge. Indem zuckte ein Vlitz durch die schivtirzn» liernnterhängendea Wolken. und ein fürchterlicher Donnerschlt^g folgte darauf, daß die Bäume in ihren Wurzeln krachten und die '^^erge ringS rrzittelten. Entsetzt flog das Volt nach allen Seiten hin und Jung und Ält beeilte sich, mit heiler Haut voit diesem Ort des Schreckens hinweg und unter ein häusli^)es Dach zu kommen, kein Mensel) mochte' sich tveitcr davon überzeugen, ob die alte Margareth wirklich eine Hcze geivescn oder nicht. — Die aber war plötzlich mit einem rnschen Sprung in den Wildau losenden Wellen verschwunden. Der Tag wgr inzwischen beinah znr Nacht geworden, Blitz aus Blitz folgte und die Eide droljte einzustürzen ob diesem so fürchterlichen Donnergerolle. Amtmann nild Schaarwächter. Nachrichter und Knechte rannten entsetzt dem Gerichtshans zu, nnd Veit. von Gewisseusbissen gefoltert, versuchte sich aus die Verge zu flüchten. In kanm nnglaublich kurzer Zeit ivaren alle Ufer des Thiersees von Mensch n leer und alle Glissen t^er Hasmark standen öc^e und schweij^sam. Ein einziger Mensch stand noch c,m Ufir — hart an der Stelle, ivo fnrz zuvor die nnglückliche Frau Margareth in den See gesprungen lvai. — Da^> war Haus. Düstcrn VlickeS snl) er in da^^ stürmische Wasser hinein, inde^ um ihn herum die Wellen brauSten. und die me.chtlgsten Baumstamm.' zn-sanimeustürzten. „Arme Lenk, es ist vorbei!" sagte er mit dumpfer Stimme, dann lvandte er sich rasch ab und ging den Weg entlaiiz^, der an den Hechtsee führte. — Je uähee er dem heimatlichen Gestade kam. desto lvildcr und gran-siger tobte das Unge'vitter. (Fortsetzung folgt.) allgemeinen bürgerlichen She. Aufbebung sämmt-llcher Kloster und Ordeu. Einzieliung oller Kirchengüter und Verwendung derselben zu Gemeindeziveckcn. Aufhebung der Knabenseminarien und der ^riesterhauler, Umivandlung der theologischen Fakultäten in Fakultäten für Jugenderziehung und Votksbildunl'.. konfessionslose Schulen Schul-zivaiig und Unentgeltlichkeit des Unterrichts. Möglichkeit der Volks-aufklarung durch eine auch wirthschaftlich freie Presse, das heißt: Abschaf-sung der Kautioucn. Pflichtexemplare, ZeituugSstempelS uud der An. zeigen-steuer." Jcikob Zollenstein sprach über das Gegenkonzil in Neapel und brachte daS Programm desselben zur Kenntniß der Versamm-ung. Da dieses Programm leider nicht die gewilnschte Verbreitung ge-sunden. ,o erlauben wir uns wenigstens den allgemeinen Theil hier wie-der zu geben. Derselbe lautet: „Der Freidenkerkont^reß in Neapel pro-klamirt: dem Mittelalter gegenüber die Neuzeit, dem Autoritälsglaubeu gegeuni er die freie Verunuft, dem Despotismus ia Staat nnd Kirche gegenüber die demokratische Sellistbestimmung. der Allianz der Fürsten und Priester gegenüber die Solidariiät der Völker, der Kirche gegenüber die freie Schule, dem Privilegium gegenüber das gleiche Recht Aller — Er erklärt ferner auf Grund der Wissenschaft den Menschen als daS l)öchste bekannte Wesen. — die Arbeit des Gedankens wie der Hand als den höchsten Kultus. — kurz »r prc,kll,mtrt den freien Mem ^en in freiem Staate. (S. „Freiheit " vom 30. Dezemb. 1869.) Dem Beschluß des Freidenk^rkongresses in Neapel zufolge wird letzterer im September dieses Jat)reS wieder zusammentreten, und zwar in Genf. ^ die endgiltige Organisation eines allgemeinen FreidenkerbundeS in'S Werk zu setzen. Zollenstein beantragte, nach dem Beispiele der Grazer welche den Herausgeber der Freiheit. L. R. Zimmermann, als Vertreter m den Freidenkerkongreß gewählt, gleichfalls einen Abgeordneten nach Genf zu entsenden und ivurt»e Franz Wieslhaler einstimmig getvählt. (E v a n g e l i s ch e G e m e i n d e.) Heute und im Verlauf der Woche tagt in Marburg die Superintendentlal Berscimmlung der Wiener Diözese A. C. (T u r n e r f a h r t.) EtivaS über dreißig Turner unternahmen die projektirte Fahrt nach St. Loreuzen i» der Wüste und brachen um vier Uhr anf. Unter Trommelklang nnd Hornsignolen ging der Marsch fröh-lich über Lembach nach Maria Rast. wo bei Herrn Glaser eine kurze Ruhestclle gehalten wurde. Weiter gings am Ufer der Drau bis zum Faaler Tunnel, über welchen die fröl)liche Schaar am Berge empor zu den fast senkrecht in den Strom abfallenden Felsen stieg, unterhalb welchem das Lorenzer Komite mit Absingung eines Mottos die Turner empfing, die mit ihrem Wahlspruche erwiderten. Unter Musikklängen und Pöller-schüffen maischirte man sodann über den Jodel Nlich Maria in der Wüste und hierauf in die freundlich hergestellten Lokalitäten des Herrn Gabner. Es wurden sodann die Nachzügler ans der St.,dt erwartet und zur Feier der Turner kamen etiva 30 Personen. darunter viele Damen mit dem Bahnznge. Nach einiger Rast wurde hierauf ein Bergvorsprung bestiegen, von lvetchem aus man einen prachtvollen Ueberlilick deS gesammten Lorenzer-thales hat. welches prachtvolle Landschaftsbild allgemeine Freude verur-sachte, die im Absingen von Quartetten nnd Chören sich kundgab. Wäh-rend der Zeil waren anch Gäste aus Mahrenberg eingetroffcn. welche von Prof. Rieck. f0 wie früher das Lorenzer Konlite von Herrn Brandstetter begrüßt ivurden. Nach dem Mittagessen ivurden Chöre und Ouartettea abgesungen und hierauf in den M,,rkt marschiert, vor dem Hause des Bürgermeisters, Hrn. Kellner, der die Ankommenden begrüßte, ein Ständchen gebracht sodann in die Glassabrik des Herrn Wohak der Zug unternommen und endlich in das Eichenwäldchen des Herrn Millemot gezogen, wo nach Ginge sandt. Seitdem Seine Heiligkeit der Papst durch den Gebrauch der delikaten Ks- vklegeiero glticklich ivieder hergestellt und Viele Aerzte und HofspitS- ler die Wirkung derselben anerkannt, ivird Niemand mehr die Heilkraft dieser köstlichen Hkilnalirung bezweifeln und führen ivir die folgenden Krankheiten an die sie ohne Anlvenduug von Medicin und ohne Kosten heilt: Magen«. Brust'. Lungen-. Leber-. Drüsen-. Schleimliaut-. Atliem-. Blasen-und Nierenleiden. Tuberkulose, Schwindsucht. Astl)ma. Husten. Unverdan-lichkeit. Verstopfung. Diarrhöen. Schlaflosigkeit. Schwäche, Hämorrhoiden. Wassersncht, Fieber, Schivindel. Blutaufsteigeu, Ohrenbranseu. Uebelkeit und Erbrechen selbst ivähreu!' der Schwangerschtift. Diabetes, Melancholie. Abmagerung. Rheumatismus. Gicht. Bleichsucht. — 72.000 Kuren, die aller Medizin widerstanden, worunter ein Zeugniß Seiner Heiligkeit deS Papstes, des Hvsmarschall Grafen Pluskoiv. der Marqnise de Brshan. — Nahrhafter als Fleisch, erspart die Revateseivre bei Erivachsenen und Kindern Mal ilireu Preis im ?^!edicinircn. Stadt Weidenau, k. k. Schlesien, Trop. Kreis. 14. Oktober 1868. Mein l8 Monat atter, hcftitiee Lnngenkatarrli, welcher allen Medizinen nich, weichen 'vollle und dei meinen t^'.> I.Uireu nnl)eilbar schien, verschivindet bel dem Ge-branche Jl)rer Neval^Seiure nnd selbst meine hartluickigen Hämorrhviden bessern sich und ich lioffe sie »nnmehr gänzlich zn l'eseitigen, lntie dcsihalb um noch 12 Pfd. gegen tnne-liegenden Poftschein. .^,irl Krih. penslonirter Bürgermeister. In '^^lechtiüchsen von '/g Pfc>. st.t.50. 1 Pfd. fl. 2.50, 2 Pfd. fl. 4.50 5 Pfd. fl. 10, 12 Pfd. fl. 20. 24 Pfd. fl. .)<». — lievnleseiöre edo-colutve in Tabletten für 12 Tassen fl. 1.50, 24 Tossen fl 2.50. 48 Tassen fl. l.50 in Pulvu für 12 Tasseu fl. 1.50. 24 Tassen fl. 2.50. 48 Tassen fl. 4 50. für 120 Tassen fl. 10. 286 Tassen fl. 20 . 576 Tasien fl. 36 — Zn bezithen durch Barrl, du Barry Co. in Wien. Goldschmied-gasse 8 ; in Marburg Kol l e t n i g. Grazervorstadt, Tegetthoff-strafte 10; in Pest Törökz in Prag 3. Fürst, in Preßburg PiSztorli; ili K l a g e nf u r t P. B i rn b a ch c r; in Linz Ha-selmeyer; in Bozen Lazzari; in Brünn Franz Ed er; in Gr az O b e r ra n z m e y e r; Grablowitz; in Lemberg Rot. tender; in Klansenbnrg Kronstädter; und nach allen Ge-genden gegen Baar oder Postnachnahme. Absingung von einigen Lied«rn sowie einer Ansprache deS Herrn Bsirger-Meisters Wisiak au» Mahrenberg ein Tänzchen improvisirt wurdt, daS später im Gasthause dcS Herrn Radey bis in die Morgenstunden sein? Fortsetzung fand. Ein Theil der Marbnrger verlies schon Nachmitt«,p das freundliche Lorenzen um mit dem Bahnzuj^e nach Hause zu fal)ren. während andere in der Nach» aus Leitcrwägcn expedirt. die Ungunst de^ Wetters in vollsten Maße spürten. Ein großer Thcil verließ Lorcrg. 2. Juui. Die Schöpfungen der Kunst, der Fleiß und das Licht in allen Feldern deS Wissnis berech!!gen den Menschen zur Selbstverlheidiguug cige.ier Kräfte und bilden daS kostbarc Borrechl. über seine Fähigkeiten frei zu gebieten. Die hinlänglich bekann ten, schönen Resultat der Naturwissensch'iften haben zur Beseitigung der barbarischen Ueberreste auS dem vorigen Zeitalter, den Geburten dcS Zufalles und der Gewalt, so wie endlich der allmäligen. aber sichern Vertilgung der diabolischen Verbreitung sittenloser Religions-Doktrinen am meisten beigetragen. Unser vielgeprüftes Zeitalter gibt ja ebeu Jeder-mann die erwünschte Gelegenheit zur wolilthuenden Entwiklung geiftij^er Sclbsterkenntniß und klaren freien Selbstanschauuug über den wahren Begriff und Wort GotteS und jener des Menschen, seiner Jnstltutioncu. gegenseitigen Berl)ältnissc und Bedürfnisse und verschafft auch die uöthige Kraft. Ferligk-it und Erfahrung, um mit eigener voller Genugthuung und dem besiegenden Selbstbewußtsein über den eigentlichen Werth der Land-tagSabgeordneten. Kandidaten. Reden und Versprechungen klar zu »Verden. Phrasenreiche Zusicherungen mancher Gattung Ehr und Stellen huugeriger EroberungS'Ritter sind von den Wählern zurück zu wciseu und verdienst voU erscheint eS daher, diese neuen „Selikour" e.uS 0em ..Parasit" Schiller s frühzeitig zu entlarven. Gut und nothwendig ist es. daß jeder Wahlbezirk im harmonischen Einklänge seine eigenen Leute prüfe und aus diesen dirje «igen heraussuche, die zur Bertheidigung der Btzirksinteresscn eine selbst-ständige Leistungsfähigkeit und die erprobte, nöthii^e Oppositionskr^ift besitzen Figuranten und Automaten sind in dem Gedächtnißbucke unseres Landtages ohnedem schon in schöner Anzahl verzeichnet. Btsprechungen und Nerathungen der Männer und Körperschaften der Wahlbezirke tritt als ein dringendes Bedürfniß hervor, gibt auch genügende Bürgschaft von der intellektuellen Kraft der Wahlmänner selbst. Hierzu die Initiative zu ergreifen, besitzen die Eentralpunkte der Wahlbezirke entschieden die größte Eignung und deshalb wird daS Zentrum unseres Wahlbezirkes, dieHr n. von W. Graz gebeten, in dieser Richtung die lSinladungen ,e. sogleich vom Stapel laufen zu lassen. Allj^emeine Anerkennung und wärmster Dank hierfür ist. so wie daselbst die Aktion für daS allgemeire Beste mit lebendiger Kraft selbstverständlich. Eingesandt Zur Konsequenz der slovenischen Führer. Dcr k. k. Bezirksrichter und Deutsche Michl Herrmann, seit vielen Jähren im L^indtai^e Anfnljrer der Slovencn eifert in jeder seiner daS Deulschtlinm vernichtenden Reden gez^en die Bureankraten und Advokntcn. wie z. B. bci der i!>erifikation Seidl'S. wo «r wörtlich sagte: „Bekanntlich hat die Dcutschmacherei der Slovcnen daS und ztvar ,.in nationalen Dingen meist nnwissende, aber eben so anmafsende „Renegatenthum eingetragen, bestehend anS Pensionisten. Bureankraten „und Al>vokaten. welche jedem Winke von oben Folter leisten u. s. w." wie kommt eS denn, daß es doch auch wieder Bure«,»traten und Advokaten (die unter dcu nationalen Ktindidaten befindlichen k. t. HH. Notare werl^en wohl nicht d.?rüber beleidigt sein, daß wir sie auch den Letzteren gleichstellen) sind, mit welchen die nationale Partei daS Vaterland beglücken will. Sind darunter nicht auch Slovenen von selir neucm Datum, tvie z. B. der Advokat H rr Dr. DominkuS dessen Taufschein den Namen seines Vaters als Dominkusch bezeichnet, tvelche Schreibart tvohl der Herr Sohn vor 10 Jahren akzeptirt haben dürfte, wie eine unter dem HauS-thore sicher auf feine Veranlassung angefertigte WohnunaS'Tafel zeigt. ' welche in die Kanzlei deS Hof- und Gerichts Advokaten Dr. Ferdinand Dominknfch weist. Also nur kühn gegen d.,s Renegatenthum zu Felde gezogen, Herr Michl Hcrrmann und Genossen. — man braucht nur daS Erröthen verlernt zu habcu. das Weitere findet sich d.inn schon. Marburg, 6. Juni 1870. Ein Wähler. Gingesandt Wir ersuchen Herrn Karl Reuter als Kanditat für die Stadt Marburg aufzutreten. Marburg den 7. Juni 1870. Mehrere liberale Wähler. ^ K. k. priv. Ldoniuttsf, vbvl' Lggvnlloi'foi' ...................I > I »MM» » I ,> M ^» i , M » , » » i >»> vlw. Solmstor ck Vowp. »«rdiirg I'ostxasss 112, vmxfvtilon 431 alle (^attuuKov Papier fsdnlcs slisilorlsgo. Geehrter Herr Doktor! E< ist mir ein niiflenehmeS Gefühl, Ihne» für Ihre der leidenden Menschheit so heilbringenden Erfindung, für Ihr Auatherin-Mundwaffrr meinen aufrichtigsten Dank aussprechen zu können. Nack» einem halbjährige» Gebrauch desselben bin iek von einem tief eingewurzelten Zahn leiden gänzlich befreit und kann mich fortan der lzohlgewordenen Zähne gleich der gesunden bedienen. Ihre vorzügliche Essenz hat mich t^leichzeititi gegen alle Aalßngeschwttre und gegen dack Bluten deS Aahnfleisehe«^ geschützt. Seien Sie versichert, daß ich Alle» zur Empfehlung derselben betragen werde, waS^ in meinen Kräften steht. (23 Mich freundlichst empfehlend, zeichne mit vorziiglicher Hochachtung ergel'enst l Verlin. Lientenant. ^ Zu haben in: Marbnrq bei Herrn Bancalari. Apoth.. F. Kolletnig und in Tauchmann» Kunsthandl.', Cilli bei Crisper. in Nanmbachs nnd in Rauscher»^ >poth.; Sauerl^runu in der Apotl)eke; Radker»ttttrg I. Weij^inger. Mur eck> bei Kugler ck Merlak, Wara » din in A. Halters Upotheke. Lnttenllerg bei N. Wilhelm; Rohitsch in Kri^perS Apotheke '» Windisch« Graz in Ammerbacher» Apotheke »md bei 3. KaligaritschTiiffer in der Apotheke, Win d isch > Landüderg! in Baßnlik» Apotheke. I Wohnung zu vergeben mit 1. Juli l. I. in der Kärntnervorstadt Nr. 53 im ersten Stock, wo möglich an eine stabile Partei. Dieselbe ist sonnseitig mit einer Pracht vollen Fernsicht, bestcht auS drei schönen, gemalten Zimmern mit einge laffenen Vöden, Sparherdküche und dem anderen Zugehör. K.«! Koktavige Phisharmonika ist zu verkaufen. Näliercs im Comptoir deS Blattes (436 Anzeige und Anempfehlung. Der Gefertigte zeigt dem verehrten P. T. Publikum ergebenst an. daß sein GasthauSlokale nicht mehr den Namen zur „Spinnerin am Kreuz", sondern „zur weißt« Fahne" führen wird, und ladet zum zahlreichen Besuche hoflichst ein. Hochachtungsvoll (420 Josef Fiala. l». Luxitn^i t Lomp. Vaxeii- unä Levielite-kadriltoale» in Niie», rsbrik: vag^6. smpksdion: «ur dolsäsnor odor k'r»vttv»gsi» uvtsr 'I rsKlerakt: 60 70 80 100 120 150 200 S00 (Zovtn. varautio. ?rois: S. 4S0 500^550^^KÜV 70«^ 800 S00 1000 I 'l'rsKkrsLt: 15 20 25 30 40 50 (Zsntv. uutvr ksrantis. ?roiL: N. 150 170 200 230 250 300 mit eissrnviQ Lrsläuüvi' uvcl l^oviolttsn vvrsoksv. Kusselvivrvvliiß^vr k'orm, uatsr Larautio. I'raxlcratt: 12 S 5 10 1L^ 20 25 80 40 50 (Zsnta kreis. 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