Laibacher SCHILZEITm. Anzeigen werden billigst berechnet. Bestellungen hierauf und Zahlungen übernimmt die Schriftleitung, Vodnikplatz 2. Monatsschrift des Krainischen Lehrervereins. Leiter: Florian Hintner, Vodnikplatz 2. XXV. Jahrgang. Vereinsmitglieder erhalten das Blatt umsonst. Bestellgebüren sind an den k. k. Übungslehrer Franz Gerkmann einzusenden. Erscheint am 15. jedes Monates; falls dieser auf einen Sonn- oder Feiertag fällt, wird das Blatt am nächsten Werktag ausgegeben. Bezugspreise: Ganzjährlich 2 fl., halbjährlich 1 fl. Schriften und Werke zur Beurtheilung werden kostenfrei an die Leitung des Blattes erbeten. . . . Der Lehrer ist kein Seemann, er ist ein Bergmann. Nicht Wind und Wetter schwellen seme Segel, und die Blicke der Menschen sind nicht von ferne auf ihn gerichtet; er arbeitet verborgen und ungesehen in der Tiefe. Mit der Wünschelruthe des Geistes gräbt er nach geistigen Quellen, und wo sie anschlägt, erfreut sich seine Seele. Geheime magische Kräfte lenken seine Schritte und verknüpfen die einander anziehenden Pole, und icenn auch äußere (politische) Winde über Land und Meer fahren, sein Streben geht immer nach dem unwandelbaren Pole des Himmels. F. A. w. Diesterweg. Vom alten Laibacher G-ymnasialgebäude. Unglaubliches und Unglimpfliches. (Fortsetzung statt Schlusses.) Den Pelz waschen, ohne ihn nass zu machen — mit dieser nach gangbaren Begriffen recht undankbai’en Aufgabe können an unserem Gymnasium die Maßregeln verglichen werden, welche man unter dem Namen künstliche Beleuchtung der Schulzimmer zusammenzufassen pflegt. In den Früh- und Schlusstunden Licht zu brennen ist in den höheren Classen der Mittelschule einmal nicht zu umgehen. Audi Schulgebäude mit ausreichendem natürlichen Lichte können auf Petroleumlampe, Gas- oder elektrischen Brenner nicht verzichten. Für Unterrichtsräume von so ungünstigen Lichtverhältnissen aber wie die oben gekennzeichneten des Laibacher Lycealgebäudes ist das künstliche Licht im Winter, bei Regenwetter oder an Frühlings- und Herbsttagen, wo der berüchtigte Laibacher Nebel über den Häusern brütet, geradezu unentbehrlich. Wie steht es nun damit am Laibacher Obergymnasium? Selbst dem eingefleischtesten Schönfärber düi’fte es nicht leicht werden, für die Zustände, die hier herrschen, ein Wort des Lobes zu finden. Die am verschwenderischesten mit Lichtquellen ausgestatteten Classenzimmer sind mit fünf und sechs, andere mit vier Gasflammen bedacht. Im ganzen brennen in den 17 Classen des Gymnasiums 27 (sage: siebenundzwanzig!) Gasflammen. Dass diese 27 Flammen, die noch dazu allen hygienischen Forderungen zum Hohne offen brennen und durch ein unausstehliches Flackern und Zucken und den hieraus sich ergebenden Wechsel der Lichtintensität die Augen der Lehrenden und Lernenden in hohem Maße reizen, eine zweckentsprechende Beleuchtung für eine moderne Mittelschule genannt werden können, wird kaum jemand behaupten. Die Liehtspender müssten mindestens Wenham- oder Butzke’sche Gasbogenlampen sein, wenn bei so geringem Gasverbrauche Schulzimmer von 320 bis 360 Cubikmeter Rauminhalt bis in die entferntesten Ecken gleichmäßig und ohne Schattenbildung erhellt werden sollen. Da die Brenner überdies in den niederen Classenzimmern nicht zu hoch angebracht werden konnten und Milchglaskugeln, Glocken oder Schirme, wie gesagt, fehlen, werden sie durch die entweichenden, unvollständig verbrannten Gase wie durch starke Wärmeentwickelung mitunter recht empfindlich lästig. Wenn ich ein Urtheil eines mir befreundeten und erfahrenen Augenarztes hier niederschreiben darf, so sind solche unbeschirmte «Fischschwanzbrenner» im höchsten Grade geeignet, Entzündungen und Schwellungen der Bindehäute, Lichtscheu mit Lidkrampf und verengten Pupillen, Nachtblindheit, ja sogar schwarzen Star und anderes hervorzurufen. Angesichts solcher Sachlage muss man es fast als ein Glück bezeichnen , wenn die Mehrzahl der Gymnasialclassen ganz und gar ohne alle künstliche Beleuchtungsvorrichtung ist. Alle Classen im Erdgeschosse des Gymnasialgebäudes gehören in diese Kategorie. In diesen Unterrichtsräumen ist, wie in den meisten der wasserseits und westwärts gelegenen Zimmer des ersten Stockes, die Zimmerdecke durch kein hindurchziehendes Gasrohr geschwellt und der Luftraum durch keinen hereinragenden Gasarm entstellt. Sie zeigen im Winter bis gegen s/4 9 Uhr und von halb 4 Uhr an einen traulichen Zwielichtschein, für den die Helle einer Köhler- oder Sennerhütte in den Bergen das ungefähre Bild geben dürfte. Dass solch dämmerndes Halbdunkel wohl den Fledermäusen zusagt, aber für Unterrichtszwecke in der Regel nicht zu brauchen ist, wofern der Lehrer sich nicht auf Declinieren und Conjugieren oder Abhorchen von Memorierstoff beschränken will, weiß jedes Kind. Einen solchen Mangel an jeder künstlichen Beleuchtung wies in den ersten Monaten des abgelaufenen Schuljahres beispielsweise die VIII. a Classe auf. Meine Gewährsmänner schweigen darüber, ob der Mathematiker an trüben Novembertagen, wo eine ägyptische Finsternis im Raume herrschte, den Octavanern das Einmaleins abfragte oder wie er sich sonst nützlich die Zeit vertrieb, aber so viel weiß ich, dass mehr als ein Lehrer der Classe so human war, um s/4 4 Uhr Lesebuch und Classikertext schließen zu lassen, um die Augen der Schüler im Halbschatten vor Schädigung zu bewahren. Ich frage: muss es sein, dass dem Lehrer bei seinem voll gerüttelten und geschüttelten Maß Arbeit noch durch solche Dinge ein Prügel zwischen die Füße geworfen wird? Wer verantwortet die brach- und todtliegende Zeit und Kraft, die nicht ausgenutzt werden kann? — Doch ereifern wir uns nicht; schon im December kamen eines Tages zwei Petroleumlampen in die besagte Classe, die allerdings keine Blitzlampen oder Excelsior-brenner waren, aber doch dem Professor auf dem Katheder und vier bis sechs Schülern der ersten drei Bänke einen dürftigen Lichtschein zuwarfen. Ihrer Form und Ausstattung nach musste die eine unter die Küchen-, die zweite unter die Stallampen eingereiht werden. Bei der einen, die über der Mitte des Podiums neben dem Katheder aufgehängt war, wirkte der Schatten sehr störend; zudem hieng sie so hoch, dass selbst ein hochgewachsener Lehrer sich auf die Zehen stellen musste, wenn er mit ihrer Hilfe das Lehr- oder Lesebuch einsehen wollte. Die andere Lampe war an der Wand zwischen den Fenstern angebracht und erwies sich kaum für die zunächst sitzenden Schüler als hinreichende Lichtquelle. Alle übrigen Arbeitsplätze lagen völlig im Dunklen. Der Lehrer des Deutschen, eines Unterrichtsgegenstandes, der in dieser Classe höchst ungünstigerweise an den Schlusstunden der drei Schulnachmittage angesetzt war, war rathlos, wie er bei solchen Helligkeitsverhältnissen in den Wintermonaten zu einer schriftlichen Schularbeit kommen sollte. Mit Stundentausch und -Verschiebung wollte es nicht recht gehen, und so wartete er wochenlang sehnsüchtig auf einen sonnenhellen, heiteren Tag, der sich nicht einstellen wollte. Endlich senkte sich ein solcher über die Stadt herab, und flugs wurde um 8 Uhr eine Schularbeit auf den Nachmittag angesetzt. Aber o weh! auch heute reichte das Tageslicht in der Classe nicht aus, und um 3/i 4 Uhr mussten den Schülern die Arbeitshefte gewaltsam unter den Fingern und — Nasen weggezogen werden, wenn nicht schon ein widerliches Druckgefühl oder Thränenfluss den einen oder anderen gezwungen hatte, die Feder hinzuwerfen und die gerötheten Augen von dem Elaborate zu erlreben. So oder nicht viel anders sieht es in zahlreichen Classen des Laibacher Obergymnasiums mit der Beleuchtung aus. Für Urtheilsfähige besteht kein Zweifel, dass fast alle Schulräume dieser Anstalt durch ihre ganz unzureichende Beleuchtung einen höchst verderblichen Einfluss auf die Augen der Schüler ausüben. Dabei will ich andere Unzukömmlichkeiten, die durch ungeeignete Gasbrenner, undichte Zuzugsröhren und Öllampen von so zweifelhaften Qualitäten verursacht werden können, wie Gefährdung der Respirationsorgane durch Kohlenoxyd, Ammoniak und schweflige Säure, was beim Ausströmen und Verbrennen von schlecht gereinigtem Leuchtgas keineswegs ausgeschlossen ist, strahlende Wärme, Beschmutzung von Büchern und Heften durch Niederschlag von Petroleumdämpfen u. s. w., hier noch außer Spiel lassen. Aber auch der Lehrer leidet unter solchen Zuständen, und mit ihm leidet der Lernfortschritt und die Schulzucht. Denn dass bei Lichtverhältnissen, die dem Lehrer die Vorgänge in den entfernteren Sitzreihen entziehen und ihn zugleich zu einer übermäßigen und dauernden Annäherung der Augen an das Buch oder den Lehrtext zwingen, die Aufmerksamkeit und Theilnahme manches Schülers sehr viel zu wünschen übrig lässt, und dass in so nebelgrauer Dämmerung zerstreuende Gedanken und andere Außendinge, die nicht zum Gegenstände gehören, einen besseren Nährboden finden als in einer gut belichteten Schulclasse, ist für jeden Denkenden eine ausgemachte Sache. Ein Lehrer, der sich die Buchstaben des Textes von der zuckenden Flamme erkämpfen muss, ist doch wohl nicht imstande, jeden Schüler aus dem zerstreuenden Blickfelde der halbverdunkelten Classe in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit zurückzuführen, und mag seine Lehrkunst eine noch so vollkommene sein. Dadurch, dass der eine Schüler noch leidlich sieht, während des anderen Auge nicht mehr mitkommen kann, muss sich der Lehrer nothwendig an den einzelnen verlieren; es entstehen Unterbrechungen im Lehrgänge, das Tempo der Gedankenbewegung innerhalb der Classe wird ein langsameres, und schließlich kommt es vor, dass von den Schülern der Classe mehr als die Hälfte ihre eigenen, dem Lehrer nicht immer genehmen Wege geht. So wird die stinkende Petroleumlampe oder die flackernde Gasflamme für den Lehrer, der auf den Lehrtext angewiesen ist — und das sind mehr oder weniger alle Lehrer der sprachlichen Fächer, — zur Scheuklappe, die ihn die Allotria der Schüler nicht sehen lässt, und es müsste mit Wunderdingen zugehen, wenn es ihm in solchen Dämmerungsstunden noch gelänge, die verflatterten Geister aus ihrer reizvollen Gedankenwelt herüberzuführen in die strenge Welt der Schulgedanken. Es könnte nun eingewendet werden: Ja, das sind alles recht schön aus einzelnen Classen' zusammengetragene Züge, die freilich ein sehr trübes und trauriges hygienisches Bild geben, aber die Mehrzahl der Schulzimmer des alten Gymnasiums steht glücklicherweise doch erhaben über diesen Vorwürfen da und gibt den Wächtern der Volksgesundheit keinen besonderen Anlass, ihre warnende Stimme zu erheben. Dies veranlasst mich, die nachstehende Zusammenstellung der Raum- und Beleuchtungsverhältnisse der einzelnen Schulzimmer des k. k. Staats-Obergymnasiums in Laibach hier einzufügen. * Mögen die geehrten Leser aus dieser Tabelle, die sie die wichtigsten Angaben über die baulichen Verhältnisse des Gymnasialgebäudes aus erster Hand genießen lässt und auf absolute Genauigkeit Anspruch erheben darf, -selbst ersehen, wie die Dinge in den einzelnen Schulclassen liegen und auf wie viele dieser Räume das oben gefällte Urtheil der Gesundheitsfeindlichkeit angewendet werden darf. Übersicht Uber die Raunt- und Lichtverhältnisse der Lehrzimmer des k. k. Obergymnasiums zu Laibach nach dem Erdbeben 1895.** Nummer Benennung des Raumes im Schuljahre 1896/97 Locale Zim JD i- 's S rS .5 P5 mer 's .5 ca c$ S 3 ü F( st H N ß Fläche in m2 ^ 7 Verhältnis der Fenster-zur Bodenfläche Schüleranzahl im Jahre | 1896/97 Luftraum pro Schüler in m3 Anmerkung i VIII. a Zu ebener Erde: Zimmer Nr. 10 51 187 3 6-0 1:8-6 26 7-2 Beleuchtung einseitig 2 V. b > » u 50 148 3 60 1:8-3 44 3-3 > » 3 III. b Alleeseitiges Museumszimmer, gr. 94 360 4 8-0 1:11-7 45 80 » von 2 Längswänden 4 II. a » . kl. 51 193 3 6-0 1:8 6 22 8-7 > einseitig 5 VI. b I. Stock: Zimmer Nr. 19 74 230 3 6-0 1:12-3 50 4-6 » » 6 I. a » » 20 60 187 2 4-0 1:15 47 3-9 * » 7 VI. a » 21 110 341 3 6-0 1:18-3 52 6-7 von 2 Seiten 8 I. b » » 25 102 316 3 6-0 1:17 81 8-2 » einseitig 9 IV. a » » 26 a 34 107 3 60 1:5-7 24 4-4 » » 1° III. a > » 26 b 48 150 2 4 0 1:12 32 4-7 > 11 II. b > » 26 c 83 260 4 8-0 1:10-4 38 6-5 » * 12 VII. b > » 31 55 169 3 60 1:91 44 38 » » 13 IV b » » 35 60 186 3 60 1:10 52 3-6 » von 2 Seiten 14 V. a » > 36 62 192 3 6-0 1 10 3 43 4-4 » » 2 » 15 V. c » 37 62 192 3 60 1:10-3 42 4'5 » »2 » 16 VII. a » » 38 62 191 3 60 1:10-3 42 4-5 » 2 » Summe . . . 1058j3409 1 18 96 1: 10-8 684 4-9 Ich muss es mir versagen, die Ziffern dieser Zusammenstellung im besonderen zu beleuchten und mit kritischen Bemerkungen zu begleiten. Auf die Durchschnittsmaße des dem einzelnen Schüler zugemessenen Luft- und Bodenraumes lege ich keinen besonderen Wert, da bei dem alljährlichen Wechsel der Schulclassen die Schülerzahlen nichts weniger als constant sind. Auch sind die Missverhältnisse, was Luftmenge anbelangt, wie ich gern zugeben will, nicht besonders groß. Dafür ist es auf den ersten * Ich verdanke diese in jeder Beziehung- lehrreiche und alle oben besprochenen Verhältnisse klarlegende Übersicht der Liebenswürdigkeit des Herrn Oberingenieurs F. Z u ž e k in Laibach, eines Fachmannes, der das Gebäude nach dem Osterbeben 1895 als technischer Vertrauensmann untersucht und wiederholt die Nothwendigkeit der Demolierung einzelner Theile ausgesprochen hat. Es ist mir eine angenehme Pflicht, ihm an dieser Stelle für die Bereitwilligkeit, mit der er mir behilflich war, verbindlichst zu danken. D. Verf. ** Bei dieser Zusammenstellung ist der sogenannte physikalische Lehrsaal, in dem im letzten Jahre die VIII. b Classe untergebracht war, nicht berücksichtigt worden. Dieses Lehrzimmer zeigt bei 83 m2 Bodenraum, 291 m3 Luftraum und einer Fensterfläche von fast 9 m2 nicht gerade ungünstige Liehtverhältnisse. Bei einer Zahl von 46 Schülern entfiel auf den einzelnen Schüler 6’3 m3 Luftmenge. Blick einleuchtend, dass die Lichtzufuhr ganz ungenügend genannt werden muss. Ich will auf den Umstand, dass der Lichteinfall in sieben Classen (III. b, VI. a, IV. b, V. a, V. c, VII. a und VIII. b) ein doppelseitiger ist, wodurch der Schatten dem schreibenden Schüler auf die Hand fallen muss und unangenehme Lichtkreuzungen entstehen, gar nicht Gewicht legen, da die Meinungen der Hygieniker in diesem Punkte noch stark auseinandergehen ; aber in einem schreienden Missverhältnisse steht jedenfalls die lichteinlassende Fläche zur Bodenfläche der meisten Lehrzimmer. Bei guter Lage gilt ein Schulzimmer für genügend erhellt, wenn die lichteinlassende Fläche, d. h. natürlich das Glas ohne Rahmen, mindestens 1/6 der Bodenfläche beträgt; in Niederösterreich, Sachsen und Württemberg wird das Verhältnis von 1 : 6 bei vollkommen frei liegendem Gebäude, bei lichtbeschränkender Umgebung 1 : 4 gefordert. Wie werden diese Forderungen nun am Laibacher Obergymnasium erfüllt? Man staunt nicht mehr, sondern wird starr, wenn man die Verhältnisse schwarz auf weiß vor sich sieht. Nicht ein einziges Schulzimmer hat das für Classen mit licht-abhaltender Nachbarschaft geforderte Mindestmaß von Lichtzufuhr; bei der Hälfte der Zimmer beträgt das Verhältnis 1 : 8 bis 1:10; in den Classenzimmern Nr. 19 und Nr. 26/6 und im großen alleeseitigen Museumszimmer des Erdgeschosses sinkt dasselbe auf ungefähr V121 >n Nr. 20 auf '/16, in Nr. 25 auf Yi? und in Nr. 21 gar auf weniger als Yjg herab! Das sind Verhältnisse, die in der ganzen gebildeten Welt, wo geschärftes Wissen und Gewissen zu finden ist, nicht nur verpönt, sondern als hygienische Todsünden betrachtet und gefühlt werden. Und dazu kommen noch die lichtfeindlichen Fensterkreuze und -Rahmen, von denen oben die Rede war, und die mittelalterliche Eisenstabvergitterung, —- alles Dinge, die die lichtspendende Fläche gewiss nicht vergrößern! Dass die Fenster mit ihrem oberen Rande möglichst nahe an die Zimmerdecke hinaufreichen sollen und die Fensterwände nach außen und innen abgeschrägt seien, sind hygienische Forderungen, die in diesem Gebäude niemand peinlich wird erfüllt finden wollen. Nicht selten verringern Rund- und Spitzbogen der gewölbten Zimmerdecke die lichtgebende Fläche beträchtlich. So namentlich in II. a und II. b. In ein paar Classen (wie in VIII. b, II. b, III. a, IV. a u. a.) liegt die Fensterbrüstung so tief, dass störendes Licht von unten her in die Augen fällt und die Vorgänge auf dem Schulhofe, beziehungsweise auf dem Fleischmarkte, leicht das Interesse der Schüler gefangen nehmen. Gegen diesen Misstand ist, wenn ich nicht irre, in den letztgenannten drei Classen erst vor wenigen Monaten durch matte Fensterscheiben eine kleine Abhilfe geschaffen worden. Zu den Kräften, die auf den menschlichen Körper und die Gesundheit seines Organismus in besonderem Maße einwirken, gehört als eine der wichtigsten die Luft. Es war vorhin davon die Rede, dass die Luftmenge in den Classen des Laibacher Obergymnasiums im ganzen als zureichend angesehen werden kann; verschlimmert wird die Sache allerdings dadurch, dass das zugeführte Quantum Luft in allen Schulzimmern ohne Ausnahme durch allerhand Einflüsse erheblich verschlechtert und zum Einathmen zum Theil ganz unbrauchbar gemacht wird. Ich kann mich hier leider nicht auf exacte Untersuchungen und Luftprüfungen (etwa nach der Pettenkofer’schen oder Wolpert’schen Methode) berufen, sondern muss nur von Schülern, Lehrern und Ärzten berichtete Eindrücke und Erfahrungen wieder berichten. Nach den Mittheilungen, die mir über die Lüftungsverhältnisse am hiesigen Obergymnasium zugekommen sind, bestehen hier Einrichtungen, welche zeigen, dass für die verhütende Pflege des Körpers in dieser Richtung wenig Verständnis vorhanden ist. Zunächst muss gesagt werden, dass das, was man künstliche Ventilation der Unterrichtsräumlichkeiten nennt, unter den gesundheitlichen Einrichtungen der Lehranstalt kaum eine andere Rolle spielt, als die Null in der Zahlenreihe. Die Vorrichtungen, die dazu dienen, die heiße und schlechte Luft zu entfernen und kühle, frische Luft in die Zimmer zu bringen, ohne dass durch das Zuströmen kühlerer Luft Lehrer und Schüler an ihrer Gesundheit geschädigt werden, beschränken sich auf ein paar Blechrädchen in den Fensterecken und eine oder die andere Mauerscheibe mit Drahtgeflecht oder einer durchlöcherten Metallplatte. Die ersteren stören durch ihr eintöniges Geklapper den Unterricht so sehr, dass nur zu wünschen ist, dass sie vor Altersschwäche nicht mehr functionieren (manche, wie das Rädchen in V. c, haben auch nicht einen Flügel mehr!), und bei den letzteren hat, wahrscheinlich weil die Gitter meist an chronischer Verstopfung leiden, auch noch niemand einen nennenswerten Nutzen wahrgenommen. Von vei’stellbaren Glasjalousien, von Klappflügeln im oberen Theile der Fenster, oder gar von Aspirations- und Propulsationsapparaten ist keine Rede. Ja, es gibt auch Schulzimmer, in denen der Luftwechsel lediglich durch die Poren der Wände, die Spalten der Fenster und Thüren und die Risse in den Kachelöfen erfolgt. Die Lufterneuerung durch das Öffnen der Thüren und Fenster aber genügt den Anforderungen der Gesundheitspflege ein- für allemal nicht, und würde sie zehnmal gewissenhafter und consequenter gehandhabt, als dies in den Laibacher Gymnasialclassen der Fall ist. Es ist deshalb wohl aufs Wort zu glauben, wenn die Lehrer und Schüler einstimmig sagen, dass die Schulluft in diesen unventilierten oder mangelhaft ventilierten Classen-zimmern eine äußerst schlechte ist. Durch die Athmung, die Hautausdünstungen und den Verdauungsprocess der in den Classen vereinigten Personen muss die Zusammensetzung der Luft in kürzester Zeit verändert und ungeeignet gemacht werden zum Aufbau und zur Erneuerung der Gewebe. Rechnen wir nur einmal: durch das Athmen und die unmerkliche Transpiration der Haut entfernt der menschliche Körper binnen 24 Stunden durchschnittlich 1 l/4 kg Wasser und 20 Cubikfuß Kohlensäure. Der Wasserdunst ist mit allerhand Abnutzstoffen beladen, denen er als Vehikel dient, deren Dasein man aber leicht an dem Gerüche des Schweißes und mitunter auch an der flüchtigen Ausdünstung selbst erkennt. Dass die Schüler Darmgase von sich geben, ist bei der überwiegend vegetabilischen Nahrung, die die Ärmeren unter ihnen zu sich nehmen, nur natürlich. So wird die Luft in der Classe von Minute zu Minute schlechter und ungesunder. Bringen drei Personen acht Stunden in einem gänzlich ungelüfteten Schlafzimmer zu, so wird die Luft am Morgen 1 1/1 kg ausgedünstete Auswurfstoffe und 20 Cubikfuß Kohlensäure enthalten, wobei es gar keinen Unterschied macht, ob es Erwachsene oder Unerwachsene sind; denn bei dem beschleunigten Stoffwechsel der Jugend dünstet ein Kind, das 25 kg wiegt, ebensoviel aus wie ein Erwachsener. Und nun denken wir uns beispielsweise die 81 kleinen Lateinschüler der I. b Classe vier Stunden ununterbrochen in der übelriechenden, mit Selbstgiften geschwängerten Luft ihres Schulzimmers von 316 m Luftkubus! Wen könnte es bei solchen Verhältnissen noch wundernehmen, wenn die zarten Lungen nicht mehr imstande sind, die Reinigung und Auffrischung des Blutes durchzuführen und Körper und Geist in einen Zustand der Unlust, Gereiztheit und Erschlaffung verfallen ? Bedenkt man noch , dass die Außenluft als Stadtluft schon schädliche Bestand-theile genug enthält und namentlich die mit übelriechenden Dünsten von verfaulendem Blute gesättigte, die vom Fleisch- und Geflügelmarkte hereindringt, an sich widerwärtig genug ist, so kann man sich einen annähernden Begriff von dem «Luft» genannten Gemenge machen, welches täglich und besonders gegen Schluss des Nachmittagsunterrichtes dem noch in der Entwickelung begriffenen Organismus unserer Gymnasialjugend als Nahrungs- und Genussmittel zugeführt wird. Ein Lehrer, der sich da noch wunderte, wenn die Kinder über Kopfschmerzen, Schwindelanfälle und Übelkeit klagen, und ihnen auf Verlangen den Austritt aus der verdorbenen Luft der Classe verweigern wollte, müsste ebenso gedankenlos als gemüthsroh genannt werden. Solche Zustände, die den einfachsten Regeln der Gesundheitslehre direct ins Gesicht schlagen, herrschen auf dem Gebiete der Schulzimmer-Lüftung. Was aber am meisten zu denken gibt, ist das, dass diese antihygienischen Dinge sich nicht als Ausnahmen linden, sondern mehr oder weniger graduell verschieden in allen Classen zu treffen sind. Und wenn sie auch ab und zu ein Lehrer vor der Conferenz zur Sprache bringt und -ein rügendes Wort spricht, so kann man nicht sagen, dass jeder Lehrer der Anstalt sich der hygienischen Verstöße, die hier Tag für Tag Vorkommen, auch vollauf bewusst ist. Auch die Schüler denken gewöhnlich nicht daran, sich selbst die Luft zu verbessern; aber dankbar sind sie doch einem Lehrer, dessen erstes Wort beim Eintritt in die Classe lautet: «Die Fenster auf, die Luft ist schlecht!» Und mit Recht; denn die Fenster öffnen ist in einem solchen Schulgebäude allemal eine Wohlthat — selbst an rauhen Herbstund klaren Wintertagen, da dem Schüler, wofern er nur durch seine Kleidung gehörig geschützt ist, das Sitzen in frischer, selbst kalter Luft dienlicher ist, als das dauernde Schwitzbad im Dunstkreise eigener und fremder Ausdünstungen. (Schluss folgt.) Die Wortsippe Zwei. Ein paar Blicke in die Werkstatt der Volksseele. Von Flor. Hintner. (Schluss.) Dass «Zwist » = Streit, Unfriede, der entsteht, wenn die Meinungen nach zwei verschiedenen Seiten auseinandergehen, begrifflich und sprachlich auf unser triebkräftiges Wort «zwei» zurückgeht, fühlt auch der Unkundige leicht heraus. Für das Sprachgefühl der Meisten noch vollkommen durchsichtig sind ferner die Wörter «Zwilling», «Zwitter» und «Zwillich» (Zwilch). Jedem, der nur ein bisschen nachdenkt, wird der Begriff der Zweiheit, der in diesen Abkömmlingen der kinderreichen Familie fortlebt, klar und greifbar zum Bewusstsein kommen. Zwilling (engl, twin, dän. tvilling, niederl. tweeling) ist ein Kind, das mit einem anderen «zu zweien» geboren wurde; der Zwitter (im älteren Nhd. Zwiedorn, ahd. zwitarn = ein Mischling aus zwei Völkern) ist ein Mensch, der beiden Geschlechtern zugleich angehört, dasselbe, was die Fremdwörter Bastard und Hermaphrodit ausdrücken. Im übertragenen Sinne versteht man darunter ein Wesen oder Erzeugnis, das Merkmale zweier verschiedener Arten, Formen, Classen u. s. w. an sich trägt. Zwillich, wofür wir in Österreich lieber Zwilch sagen (ahd. zwilih, dän. dvälg), entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein hauptwörtlich gebrauchtes Eigenschaftswort aus zwi-und lieh = zweifach und bedeutet einen zweifädigen Stoff, wie unter Drillich ein solcher aus dreifachem Faden verstanden wird. Das Wort ist eine bequeme Umdeutschung aus lat. bilix = zweidrähtig (llcium. Faden). Schwieriger gestaltet sich schon die Auslegung von Worten, wie «Zweifel», «Zweig», «Zwirn». Dem Zweifel (ahd. zwifo, zweho) wohnt ursprünglich nichts von der philosophischen Sammlung, von dem Grübeln, Erwägen und Forschen inne, das wir heute mit dem Worte zu verbinden gewohnt sind, sondern es bedeutet einfach den Zustand des Hin- und Herschwankens zwischen zwei Fällen (Ansichten, Entschlüssen, Möglichkeiten). Wer denkt da nicht an Herakles vor den zwei Wegen ! Der Zusammenhang des-Wortes, mit dem sich schon im Mittelhochdeutschen die Bedeutungen «Ungewissheit», «Misstrauen», «Wankelmuth», «Untreue» verbinden, ist ebenso außer Frage, wie die Verwandtschaft des Sanskritwortes dvayä (= Falschheit) mit unserem oben angeführten Zahlwortstamme. Die Folge eines solchen aufregenden Schwankens zwischen zwei Übeln und den daraus entspringenden Zustand der Hoffnungslosigkeit nennen wir passend «Verzweiflung» . Das vieldeutige Wort «jZweig» (ahd. zwig, engl, twig, niederl. twijg) hat nichts mit Wachsen und Blühen, mit Laubwerk und Früchten zu thun, wie man von einem jungen Laubspross erwarten könnte, sondern ist nichts anderes als die «Zweiung» oder Zweitheilung des Astes, worauf uns schon das bayrisch-österreichische Dialectwort «Zwiesel» (ahd. zwisila) führt, welches eine Gabel bezeichnet, die zwei von einem Aste ausgehende Zweige an ihrem Ausgangspunkte bilden. Dass «Zwirn» = zweidrähtiger Faden (engl, twine) und «zwirnen» = Fäden zweifach zusammendrehen (niederl. tweernen) Sprösslinge unserer Wortfamilie sind, bleibt dem Blicke des Kenners nicht verborgen. Schwerer ist sehendem Worte « Zweck » beizukommen, das heute fast ausschließlich in abstracter, d. h. vom Sinnlichen losgelöster Bedeutung verwendet wird. Aber auch dieses Wortgebilde lässt sich auf unsere Sprachwurzel zurückführen, sobald man nur seine Aufmerksamkeit darauf einstellt. Das Wort findet sich bei naiver Sprachbetrachtung sofort mit dem Zwecke zusammen, dem hölzernen Nagel, den der Schuster bi'aucht, oder dem Holzstift, der im Mittelpunkte einer Zielscheibe steckt. So ist der Zweck (mhd. zwec) ursprünglich nichts anderes als ein Keil, der ins Holz getrieben wird, es spaltet und entzwei reißt. Im Mittelalter verband man mit dem Worte ausschließlich den Begriff eines Nagels oder Pflockes mitten in der Zielscheibe. Auf diesen «Zweck» hat es der Schütze «abgesehen»; wenn er seinen Zielpunkt trifft, hat er seine «Absicht» erreicht. Wer sich nicht drein finden kann, in seinem Bewusstsein das «Ziel seines geistigen Strebens und Bingens» mit einem Schusternagel unter einen Hut zu bringen, der möge sich doch Vorhalten, dass auch in dem Worte «Absicht» das Gleichnis des zielenden oder doch spähenden Auges beibehalten erscheint. Erst wenn wir uns den Anschauungsgehalt des Wortes Zweck ganz deutlich vorzustelleu vermögen, ist ein Wort wie «Zwickel» einer Erklärung zugänglich. Der Zwickel schließt sich unmittelbar an den Zweck in der ersten Bedeutung an; er ist ein kleiner Zweck, ebenfalls ein hineingetriebener Fremdkörper zwischen zwei Hälften. So nennen meine kleinen Schüler die unerwünschten rothen Zeichen, die sie in ihren Schularbeiten mitunter zwischen zwei Wörtern eingekeilt finden und die ihnen sagen, dass hier etwas ausgelassen wurde, «Zwickel»; unsere Frauen sprechen von einem «Zwickel» am Strumpfe und am Mieder und meinen damit keilförmige Erweiterungen an Knöchel und Brustwölbung. Die Baukunst der Gewölbe hat ihre «Zwickel», und der Friseur fragt seinen Kunden, ob er ihm den Bart «im Zwickel», d. i. spitz zulaufend, schneiden soll. Nicht von «Zweck» und noch weniger von «Zwickel» stammt das Zeitwort «zwicken». Die Bilder, die sich mit dem Klange dieses Wortes verketten, sind noch von kräftiger Anschaulichkeit. Wer das Wort hört, weiß alsbald, dass nicht von einem Stechen die Rede ist, sondern dass ein Gegenstand von zwei Seiten gepackt und zwischen die Finger oder ein zangenartiges Werkzeug genommen wird. Und wie könnte man vou einem «Abzwicken» reden, wenn der Angriff oder die Einwirkung nicht vou zwei Seiten erfolgte ? Die Mundart hat eine Ablautsbildung von «zwicken» bewahrt, das Zeitwort «zwacken». Dieses bedeutet «zerren» oder «zupfen». In meiner nordtirolischen Heimat gebraucht man das Wort von der Thätigkeit gewisser Langfinger, die sonst als «böhmischer Zirkel» in der Welt bekannt ist. Das Wort wird aber nicht von schweren Diebstählen gebraucht, sondern nur von geringeren Sachen, deren Stibitzen sich eben mit zwei Fingern leicht ausführen lässt. Man «zwackt» eine Cigarre, ein Taschentuch, ein paar Stück Zuckerwerk, aber keinen Pinzgauer Gaul. Ja nicht zu verwechseln mit dem letztgenannten Worte ist das hierzulande leider nicht übliche, schöne Dialectwort «zwagen» = waschen (ahd. dwahan, mhd. twahen). Zwar nicht das Aroma eines veilchen- oder fliederdurchdufteten Putzzimmers weht uns an, aber der würzige Hauch des Waldquells strömt uns entgegen, wenn das Wort von der Lippe des Volkes an unser Ohr tönt. Wir sehen einen stämmigen Seunerburschen am vollen Brunnentroge, wie er sein eigen Gesicht «dazwischen» nimmt, zwischen die derben Bauernfäuste nämlich, und Stirn und Backen nun von zwei Seiten mit dem kühlen Nass gründlich bearbeitet! Wer je ein solches Bild geschaut hat, wird es kaum bezweifeln, dass «zwagen» von «zwei» oder, besser gesagt, der Verbalwurzel zwi- kommt. Und wem nun gar der Ausdruck «Zwehle» (mhd. twehele, dwele) geläufig ist, der «ein Tuch zum Abtrocknen», ein «Handtuch» bezeichnet, der wird mir um so lieber beipflichten. Von diesem Worte ist die romanische Sippe, welcher italienisch tovaglia, französisch touaille, englisch towel u. s. w. angehören, ausgegangen. Ziemlich verwischt und verblasst ist auch die Abstammung der Zeitwörter «zwinkern» und «zwitschern». Wer aber diese Wörter mit größerer Deutlichkeit durch sein Bewusstsein gleiten lässt, wird der Familienähnlichkeit mit unserem Zahlworte bald gewahr werden. Beide Verba verdanken einem Hin und Her der Bewegung ihre Bedeutung. Im Laufe der Zeiten ist aber der Sinn und Anschauungswert dieser Wörter stark auseinandergegangen, indem der Sprachgebrauch heute das erste für die Lichtbewegung, das zweite für die Schallbewegung bevorzugt. Das von einem Lichte geblendete Auge kann den Blick nicht auf einen Punkt richten, es «zwinkert»; die Stimme des Vogels bewegt sich zitternd in raschen Schwingungen, sie «zwitschert». Im einen wie im anderen Falle haben wir ein Auf und Ab, einen Übergang aus einem Punkte in einen zweiten. Selbst ein so abgegriffenes und abgeblasstes Wort, wie es das Vorwort «zwischen» ist, führt uns in die Tiefe unserer Wortsippe zurück. Zwischen ist von «zwei» abgeleitet, wie «römisch» von «.Rom» oder «weiblich» von «Weib». Das Wort ist eine Abkürzung aus «inzwischen» (ahd. in zwisken) und beißt eigentlich: «in der Mitte von je zweien», «inmitten zweier Dinge». Wie verkehrt es ist, wenn «zwischen», wie man es in der verwilderten Sprechweise unserer Stadt mitunter hört, auf ein Verhältnis von mehr als zwei Gegenständen oder eine Theilung nach mehreren Seiten hin angewendet wird, könnte neben dem Gesagten ein Blick auf das englische Wort für «zwischen» — between — lehren. Dass in «zwölf» und «zwanzig» die Zweizahl drinnen steckt, wird kaum einem von meinen geehrten Lesern neu sein. Beide sind Zusammensetzungen: ersteres aus zwei und 1 i f, das auch in «elf» (ein-lif) begegnet, letzteres aus zwei (zwene) und der Silbe -zig, welche zur Bildung der Zehner dient und ursprünglich soviel heißt als Zehnzahl oder Dekade. Nicht jeder von meinen Lesern wird aber unser «zwei» in dem Worte «Zuber» suchen. Und doch sitzt es drinnen, nicht nur lautlich, sondern auch begrifflich. Zuber oder Zober ist das ahd. zwibar, der «Zweibahr», ein Gefäß mit zwei Bahren oder Tragen, eine Kufe mit zwei Henkeln oder Tragösen, gerade so, wie «Eimer» (einbar) ein Gefäß ist, das nur mit einer Handhabe getragen wird. Weder dem Eimer noch dem Zuber sieht man es an, dass das alte Zeitwort «baran» (griechisch [(pe(>eiv\, lateinisch ferre) sich drinnen verbirgt, aber es ist doch so. Solche Wörter sind dem großen Publicum völlige Räthsel, aber sie bekommen neues Leben, wenn man an der Hand der Sprachwissenschaft absichtslos und unbefangen an sie herantritt. Frisch und scharf springen uns die Umrisse ins Auge, die Linien ergänzen sich, und das Wortbild steht lebend und greifbar vor uns. Mit den vorgebrachten Beispielen sind die Glieder unserer Wortfamilie keineswegs erschöpft. Ich hätte noch gar manches hieher Gehörige vorzubringen, allein es beginnt mich der Gedanke zu drücken, dass ich die Aufmerksamkeit meiner Leser schon lange genug in Anspruch genommen habe. Ich will aber diese spraehgeschichtliche Skizze nicht schließen, ohne auf ein Wort aufmerksam gemacht zu haben, dem meine wortgrübelnden Leser wahrscheinlich in der Nachkommenschaft unseres Zahlwortes «zwei» einen Platz anweisen dürften: das Wort «Zwiebel ». Doch zum großen Verdrusse aller wortableitenden Anfänger und Liebhaber muss es gesagt werden: es hat damit nicht das geringste zu thun. Ja das Wort, das unser zwei gieriges Ohr mit seiner ersten Silbe so traulich zuthuerisch umschmeichelt, verdient nicht einmal eine deutsche Marke Zwiebel ist ein lateinisches Wort, nämlich caepulla oder caepa, von dem u. a. auch französ. ciboule, italien. cipolla und sloven. Čebulj herstammen. Die Umdeutschung des Wortes fällt aber in eine sehr frühe Zeit — ahd. lautet dasselbe zwibollo — und geschah jedenfalls mit bewusster Anlehnung an das echt deutsche Wort «Bolle», das «Knollen» oder «Kugel» bedeutet und mundartlich noch zu finden ist. Dabei war derselbe gesunde sprachliche Sinn thätig, der die alten Griechen veranlasste, das hebräische «Jeruschalajim» unbedenklich in ein «Hierosolyma» umzugießen, und aus dem Deutschen «Hunjareiks», das ist Heunenbeherrscher, im Munde der Römer einen «Ehrenmann» (Honorius) werden ließ und der uns in den slavischen Sprachen so wenig Fremdwörter erkennen lässt, obgleich diese Sprachen gleichfalls eine Unmasse von fremden Bestand-theilen in sich aufgenommen haben. Ich bin mit meinen Erörterungen zu Rande. Wie man aus dem Obigen ersieht, bietet die Kenntnis der Wortgeschichte ganz ergötzliche Einblicke in das Schaffen des Volksgeistes und vortreffliche Anknüpfungspunkte für culturgeschichtliche Betrachtungen. Ein ganzes, großes Stück Geistesgeschichte ist es, das der Kundige aus einem einzigen Worte herauslesen kann. Freilich wie wenige haben Lust dazu! Den meisten Menschen ist und bleibt die Sprache nur ein Werkzeug, dessen Gebrauch man sich einübt, das man gebraucht, wenn man seiner bedarf, um es dann beiseite zu legen, nicht ein Gegenstand, bei dem man betrachtend verweilt, nicht ein Räthsel, das man zu lösen versucht. Diese Stellung der großen Masse des Volkes der Sprache gegenüber ist bedauerlich, aber sie ist erklärlich. Wir stehen unter dem Zeichen des Realismus. Schnelligkeit ist die Losung, und das bedeutet für die Sprache Hintansetzung und Vernachlässigung. Was Wunder, dass man allenthalben einer gesprochenen und geschriebenen Sprache begegnet, die dem Besonnenen mehr ein Stammeln denn ein Sprechen zu sein scheint, an der sich kein Mensch mehr erwärmen kann, weil alles Leben aus ihr gewichen ist, weil sie verdorrt und verkümmert ist! In die trockene Öde solcher Zustände frisches Leben zu leiten und zu sorgen, dass der Sprachleib weiterer Volkskreise nicht zum Sprachleichnam werde, das ist meines Erachtens die Pflicht der Sprachgärtner an unseren Schulen, der Philologen. Ihre Aufgabe, glaube ich, ist es, die wichtigsten und anziehendsten Ergebnisse der Sprachforschung auch weiteren Kreisen, in erster Linie den Lehrern des Volkes, zugänglich zu machen, und an dieser Arbeit möchte sich auch dieser mein bescheidener Beitrag betheiligen, dem ich wünsche, dass er nicht ohne Nachfolge seitens meiner spracbliebenden Stammes- und Berufsgenossen bleibe! Aus Stadt und Land. Veränderungen im Lehrstande. Der supplierende Lehrer am k. k. Staats-Untergymnasium in Laibach, Herr Michael Markič, wurde zum wirklichen Lehrer am k. k. Staatsgymnasium in Rudolfswert ernannt. Schulerweiterung und -Neubauten. Der Antrag des k. k. Bezirksschulrathes in Reifnitz auf Errichtung einer Parallelabtheilung zur dritten Knabenschulclasse an der dortigen Volksschule wurde vom Landessehulrathe genehmigt. Wie wir weiter vernehmen, hat der genannte Bezirksschulrath auch den Beschluss gefasst, für die Knaben-Volksschule ein neues Schulgebäude herzustellen , für die Mädchenschule aber das bestehende zu adaptieren. — Der Bau des neuen Schulhauses in Wai tsch bei Laibach soll, wie verlautet, im nächsten Frühjahr in Angriff genommen werden. Deutsche Fortbildungsschule für Mädchen. Für die an der hiesigen Lehr- und Erziehungsanstalt Huth (Polanastraße 6) errichteten Fortbildungscurse für der Schule entwachsene Mädchen ist in allen bilduugsfreundlichen, namentlich den mit weiblichem Nachwuchs gesegneten deutschen Familien unserer Stadt das regste Interesse zu bemerken. Und mit Recht. Hat die genannte, im Jahre 1868 gegründete Anstalt doch gerade in diesem Jahre so einschneidende Änderungen in ihrem Lehrplane vorgeuommen, dass das deutsche Mädchenschulwesen Laibachs, das, durchaus erwachsen auf dem Boden privater Bestrebungen, seit Jahrzehnten wenig Spuren einer fortschreitenden Gestaltung zeigte, dadurch in eine neue Phase der Entwickelung gerückt erscheint. Diese deutsche Schule, die der staatlichen und communalen Fürsorge entbehren muss — was unter den obwaltenden Verhältnissen niemand wundernehmen wird, — ist heute nicht mehr ausschließlich von der Laune des Publicums und dem Glück und Geschick der unternehmenden und opferfreudigen Frauen abhängig, die einem vertiefenden und zeitgemäßen Mädcheuunterricht eine Stätte bereitet haben, sondern hat an dem Deutschen Schulverein und der Krainischen Spar-casse zweckklare und zielbewusste Förderer gefunden, welche auch auf diesem Felde ihre Aufgabe erfasst haben und gewillt sind, das bisher stark vernachlässigte Pflänzlein der deutschen Mädchenfortbildung erfolgreich zu befruchten und die einzig bestehende Anstalt dieser Art aus der precären Stellung eines Versuchsfeldes zum Range einer 1 e b e ns fris ch e n und nach den bewährtesten Erziehungsgrundsätzen eingerichteten Schule zu erheben. Aber wenn auch die Privatwohlthätigkeit dieser schulfreundlichen Körperschaften einen Theil der Fürsorge für diese Forthildungseurse auf sich genommen hat, so ist damit noch keine Garantie für das Errungene geboten, wenn die Nothwendigkeit einer erhöhten weiblichen Bildung nicht in allen Bevölkerungskreisen — aus idealen wie aus wirtschaftlichen Gründen — wirklich anerkannt und die aus früheren Zeiten herstammende Voreingenommenheit gegen die «höhere Töchterschule», wie sie namentlich in Bürger- und Beamtenkreisen, die nur eine oberflächliche Einsicht in die Mädcheu-erziehung unserer Tage besitzen, zu finden war, wurzweg ausgerottet wird. Heute braucht sich die deutsche Mädchen-Fortbildungsschule im Huth’schen Institute nicht mehr über die Achsel ansehen zu lassen: sie ist von den Wunderlichkeiten der in «höheren Töchterschulen» mitunter her- gebrachten Lehrweise befreit, hat einen festen, nach den neuesten pädagogischen Anregungen und Gesichtspunkten ausgearbeiteten Lehrplan, untersteht einer strengen Aufsicht seitens der Schulbehörde und der fachverständigen Vertrauensmänner des Deutschen Schulvereines und der Krainischen Sparcasse und kann somit sichere, die Gesammtentwickelung der geistigen , sittlichen und praktischen Anlagen ihrer Zöglinge in sich begreifende Erziehungs- und Unterrichtsergeb nisse verbürgen. Den Unterricht besorgen durchwegs für Mittelschulen, beziehungsweise Bürgerschulen, geprüfte, durchgebildete und in der Praxis der Schulthätigkeit erprobte Lehrkräfte, denen das erforderliche Lehrgeschick und Verständnis für die Bedürfnisse der Mädchenschule wohl zuge-muthet werden darf. So verdient die neugestaltete Unterrichtsstätte für die gereiftere weibliche Jugend im Institute Huth in höchstem Maße die Beachtung aller bildungsfreundlichen und deutschgesinnten Kreise in Stadt und Land, und die einsichtigen und uneigennützigen Männer, die sich die Hebung und Förderung dieser Fortbildungscurse angelegen sein lassen , dürfen des Dankes der gesammten deutschen Bürgerschaft gewiss sein. Möge es der jungen deutschen Fortbildungsschule gegönnt sein, auf geebneter Bahn und im Sonnenschein günstiger Verhältnisse fortzuschreiten und die Segnungen deutscher Cultur zu verbreiten! Aus dem k. k. Stadtschulrathe. Das Gesuch des k. k. Bezirksschulinspectors Professor Fr. Levee an das hohe k. k. Ministerium für Cultus und Unterricht um Ermäßigung der Lehrverpflichtung wurde höheren Orts mit dem Anträge auf Gewährung befürwortet vorgelegt. Für die .an der städtischen achtclassigen Mädchen-Volksschule erledigten Lehrstellen und für die neucreierte dritte Religionslehrerstelle an den städtischen Schulen wurde der Ternavorschlag erstattet. Das Gesuch einer städtischen Oberlehrerin um Versetzung in den bleibenden Ruhestand wurde mit den bezüglichen Anträgen an den hohen k. k. Landesschulrath geleitet. Der Bericht über die diesjährige Bezirkslehrerconferenz für die slovenischen und slovenisch-deutschen Schulen Laibachs wurde zur Kenntnis genommen, die systematische Regelung des Unterrichtes im Freihandzeichnen beschlossen und dem städtischen Lehrer Johann Kruleč und der städtischen Lehrerin Emilie Gusl für die lehrreichen, mühevollen und gründlichen Vorträge bei dieser Conferenz der schriftliche Dank und die Anerkennung votiert. An der zweiten städtischen fünfclassigen Knaben-Volkssehule wird der Tischlereicurs aufgelassen und gleichzeitig an die Morastschule übertragen, während an der erstgenannten Schule der Korbflechtereicurs creiert werden wird. Schließlich wurden vom Vorsitzenden noch einige Anfi-agen, betreffend die Reparatur der Schulräumlichkeiten, beantwortet. Gedenktafel-Enthüllung. Am 8. d M. wurde inWeinitz eine Gedenktafel zur Erinnerung an den im Jahre 1894 verstorbenen slovenischen Jugendschriftsteller und Bezirksschulinspector Johann Tomšid in feierlicher Weise enthüllt. Die Festrede sprach Lehrer E. Gangl aus Laibach. Hoher Besuch. Der 4. September d. J. führte Se. Excellenz den Herrn Ackerbaumiuister Grafen Ledebur in die Mauern der Bergstadt Idria. Bei dieser Gelegenheit stattete der Minister auch der dortigen Werksschule einen Besuch ab, ließ sich die Lehrerschaft vorstellen und nahm das Gebäude in allen seinen Räumen in Augenschein. Mit sichtlichem Interesse besah sich der hohe Gast die ausgestellten Handfertigkeits- und weiblichen Handarbeiten, ferner die Spitzenklöppelschule und nahm mit großer Befriedigung die Entwickelung dieses für die Idrianer Gegend so wichtigen Industriezweiges wahr. Äußere Ausstattung der Schulbücher. Eine Verordnung des Ministers für Cultus und Unterricht vom 2. August d. J. stellt inbetreff der äußeren Ausstattung der an den Volks- und Bürgerschulen zur Verwendung gelangenden Schulbücher einige allgemeine Normen auf. Diesen zufolge soll das zum Drucke der Schulbücher verwendete Papier nicht zu dünn, mäßig satiniert, ohne stärker zu glänzen, gut geglättet und nicht durchscheinend sein. Der Zusatz von Holzfaser darf nicht den überwiegenden Bestandtbeil des Papieres bilden, vielmehr mäßige Grenzen nicht überschreiten. Die Farbe des Papieres soll weiß sein mit einem leichten Stich ins Gelbliche Als Format ist das Octavformat zu verwenden. Die Zeilenlänge soll in der Regel 10 Centimeter, die Columnenhöhe, einschließlich Columneutitel und Signatur, die Höhe von 18 Centimeter, die eigentliche Höhe des Textes der Columne 17 Centimeter nicht übersteigen. Bei illustrierten Lehrbüchern ist eine Zeilenlänge bis zu 11 Centimeter und eine Columnenhöhe bis zu 18'5 Centimeter zulässig. Was die Form der Buchstaben anlangt, soll Antiqua mit breitem Auge und Fractur ohne Verzierungen verwendet werden. Cursivschrift hat selten zur Anwendung zu gelangen. Die Schriftgattungen sollen dieselbe Stärke des Schnittes haben und Linie halten. Hinsichtlich der Größe der Buchstaben werden in der Verordnung Maximal- und Minimalgrenzen festgesetzt. Bei den Sprachbücheru hat für den Haupttext mindestens «Garmond» angewendet zu werden. Für Anmerkungen, bezw. Wiederholungen, ist in den Sprachbüchern der Volksschule «Borgis», in jenen der Bürgerschule «Petit» zulässig. Die gleiche Anordnung hat auf die Religionsbücher sinngemäße Anwendung zu finden. Was die Dicke der Buchstaben betrifft, so soll deren Grundstrich nicht zu dünn sein. Als Maßstab hat der Grundstrich des «n» zu gelten, dessen Dicke nicht unter XL Millimeter betragen soll. Der Wechsel der Schriftgattungen und Schriftgrößen soll nicht zu häufig erfolgen. Die verschiedenen Schriftarten sind durch einen entsprechend großen Zwischenraum zu trennen. Die Approche (der Zwischenraum) soll nicht zu gering sein. Es sollen Typen verwendet werden, in welchen der Buchstabe auf jeder Seite isoliert ist. Durchschuss soll möglichst bei allen Schriftarten angewendet werden und nicht unter «x/4 Petit» betragen. Der Druck muss vollkommen gleichmäßig, klar, kräftig und tiefschwarz sein. Besondere Bestimmungen werden überdies für die Ausstattung der Fibeln, Rechenbücher und des Notensatzes getroffen. Gemeindebeihilfe Über Ansuchen des Lichtenthurn’schen Waisenhauses um Gewährung einer Unterstützung zu den Schuleinrichtungskosten hat der Gemeinderath der Stadt Laibach der Anstalt eine Unterstützung von 100 fl. bewilligt. Vermächtnis. Der am 12. August d. J. in Laze bei Franzdorf verstorbene Gutsbesitzer Lorenz Verbiß hat letztwillig den Betrag von 2000 fl. zur Errichtung einer Stiftung für Schüler der Franzdorfer Volksschule bestimmt. Die künftige Staats- und Pariaraentssprache Österreichs. Ein in Cilli erscheinendes slovenisches Blatt stellte vor kurzem allen Ernstes die Forderung, den Unterricht in der deutschen Sprache an den südösterreichischen Mittelschulen mehr einzuengen und das Tschechische als Pflichtgegenstand vorzutragen, da alle Aussicht vorhanden sei, dass die künftige Staats- und Parlamentssprache in unserem Staate die tschechische sein werde. Äußerungen slavischer Großmäuligkeit kann man in unseren Tagen nicht eben selten hören und lesen; aber auf eine so herrlich grünende Oase reinster Naivetät und verbohrtesten Dünkels zu stoßen, in der es auch an der letzten Spur von Ernst und objectiver Wertabschätzung fehlt, ist eine Gunst, die einem doch wohl nur an Tagen lacht, da die Sonne stärker auf die Köpfe brennt. Zuschriften. Hochenegg, Anfangs September 1897. (Ein gestörtes Schulfest.) Da Ihr geschätztes Blatt, wie ich weiß, auch in unserem Unterlande viel und gerne gelesen wird, so dürfte es nicht ganz unangezeigt sein, wenn Sie, geehrter Herr Schriftleiter, einmal von einem Falle Act nehmen, der in allen gebildeten Kreisen unserer Gegend das unangenehmste Aufsehen erregte und, wenn er sich häufiger wiederholen sollte, das Gedeihen unserer deutschen Schule und den guten Ruf der Bewohner unseres Marktes ernstlich zu gefährden geeignet wäre. Dieser Fall, der so recht kennzeichnend ist für die Anschauungen und die Gefühlsweise eines Theiles der slovenischen Geistlichkeit, trug sich diesertage bei einem Schulfeste in Hochenegg zu. Wie es eine gewöhnliche Tücke unserer nationalen Gegner ist, dort, wo sie die Mehrheit haben, als Schulaufseher für deutsche Schulen fanatische Anhänger ihrer Sache aufzustellen, so war vom deutschfeindlichen Bezirks-schulrathe unseres Marktes der slovenische Pfarrer Vodušek zum Aufseher über die hiesige deutsche Schule bestellt worden. Beim Antritte seines Amtes soll sich der hochwürdige Herr geäußert haben, er werde nie einen Fuß über die Schwelle dieser Schule setzen. Und thatsäehlich hat er in die Verhältnisse der Schule nicht viel eingegriffen bis zum Vorfälle, den ich erzählen wollte. Am 29. August d. J. um 2 Uhr nachmittags war es, als die Schüler der hiesigen deutschen Schule, Fähnchen in den österreichischen und steirischen Landesfarben tragend und mit Sträußchen aus Eichenlaub und Feldblumen geschmückt, vor der Schule aufgestellt waren, um vom Schulleiter zu einem Schulfeste auf dem Marienberge geführt zu werden. In dem Augenblicke, als der Zug sich in Bewegung setzen wollte, erschien der Pfarrer Andreas Vodušek und schrie den Oberlehrer Friedrich Lang an: < Befehlen Sie sofort den Kindern, die Blumen wegzuwerfen!» Da der Oberlehrer begreiflicherweise nicht Miene machte, den verlangten Auftrag zu geben, wandte sich der Pfarrer selbst an die Kinder, riss ihnen mit einem rauh hervorgestoßenen «Boš vrgel preß!» (Wirst’s wegwerfen!) die Sträußchen aus den Knopflöchern, warf sie zu Boden und trat sie mit Füßen. Die bestürzten Eltern der Schulkinder riefen den eben herzukommenden Bürgermeister von Hochenegg, Landtagsabgeordneten Stallner, herbei, der, die Lage überblickend, dem Pfarrer das Ungeziemende seines Verhaltens begreiflich zu machen suchte und bedauerlichere Conflicte mit der erbitterten Bewohnerschaft hintanzuhalten wusste. Auf die versammelte Schuljugend wie auf die anwesenden Festgäste machte dieser, ohne jeden Anlass, nur dem wüthendsten nationalen Hasse entsprungene Eingriff des geistlichen Eiferers einen überaus peinlichen Eindruck. Wie man hört, hat eine Anzahl von Gemeinde-Insassen an die Gemeindevertretung das Ansuchen gestellt, dieselbe möge die geeigneten Schritte unternehmen, um einer Wiederholung derartiger Ausschreitungen ein- für allemal vorzubeugen. —ck— Krainburg, 10. September 1897. Die feierliche Einweihung und Übergabe unseres neuen, wundervoll schön gelegenen Gymnasialgebäudes findet am 18. d. M. statt. Die von der Stadt-gemeinde versandte Festordnung umfasst folgende Punkte: 1.) Um 8 Uhr vormittags Empfang des Vertreters der hohen k. k. Unterrichtsverwaltung, der Standespersonen und Festgäste durch den Gemeindeausschuss. 2 ) Um halb 9 Uhr Hochamt in der Pfarrkirche, fl.) Festzug zum Gymnasialgebäude. 4.) Schlussteinlegung und Enthüllung einer Gedenktafel. 5.) Einsegnung des Gebäudes und der Kapelle. 6.) Feierliche Übergabe des Gebäudes an die k. k. Unterrichtsvenvaltung. 7.) Besichtigung der Räume. 8.) Um 1 Uhr nachmittags gemeinsames Festmahl im Gasthofe des Herrn Peter Mayr. 9.) Um 4 Uhr Promenadeconcert der Musikkapelle des Infanterie-Regimentes Leopold II. König der Belgier Nr. 27 in der Franz-Josef-Allee. 10.) Um 8 Uhr Abendunterhaltung mit Militär-concert in den Räumlichkeiten des Peter Mayr’schen Gasthofes und der Čitalnica. —z. Rundschau. Böhmen. (Deutscher Lehrertag in Budweis) Die Jahres Hauptversammlung des 'Deutschen Landes-Lehrervereines in Böhmen, die in den Tagen vom 4. bis 6. August 1897 in Budweis stattfand, darf mit allem Fug in die Reihe der arbeits- und ergebnisreichsten Lebrertage gestellt werden, die in Deutsch-Österreich in den letzten Jahren abgehalten worden sind. Gehaltvolle, zündende Vorträge, sachverständige, fruchtweckende Erörterungen und eine berufliche und nationale Einmütbigkeit der Theilnehmer, so kraftvoll und muthstärkend, wie sie bei keiner anderen Lehrerversammlung in unserem Reiche bekundet wurde, drücken dem Budweiser Lehrertage ein wahrhaft auszeichnendes Gepräge auf. Weit über 1400 Theilnehmer hatten sich eingefunden und wurden von der wackeren Bewohnerschaft dieser im harten Kampfe um ihr Volksthum nie erlahmenden deutschen Gemeinde auf das gastfreundlichste aufgenommen und vom tschechischen Mob mit zum Theil handgreiflichen Beweisen seiner Liebenswürdigkeit ausgezeichnet. Schon am Abende des 4. August trat der Ausschuss, nachdem er von den Herren Bürgermeister K n e i ß 1 und Vicebürger-meister T a s c h e k aufs herzlichste bewillkommnet worden war, zu einer vertraulichen Sitzung zusammen, welche den Zweck hatte, den Verhandlungen des Lehrertages vorzuarbeiten Am 5. August fand eine Sitzung des weiteren Ausschusses statt, in der 106 Vertreter anwesend waren und die Amtswalter des Vereines ihre Berichte erstatteten. Denselben ist zu entnehmen, dass die literarischen Unternehmungen des Vereines («Freie Schulzeitung», «Österr. D. Jugend», Lehrerkalender, Vaterländisches Liederbuch , Rundschriftbefte u. s. w.) in erfreulichem Aufschwünge begriffen sind und auch die wirtschaftlichen Unternehmungen (Hilfscasse, Lebensversicherung, Studienrentenversicherung, Kaiser-Franz-Josef-Stiftung, Studentenheime u s. w.) einen durchaus gedeihlichen Stand aufweisen. In einem Referate über die «geheime Qualification» sprach sich Schriftleiter Legier für die offene Qualification der Lehrpersonen aus und beantragte, dass der Ausschuss des D. L,- L.-V. in Böhmen zur Erreichung dieses Zieles ungesäumt alles Geeignete vorkehre. Die Wahlen der Amtswalter ergaben die einstimmige Wiederwahl der bisherigen Ausschussmitglieder und die Neuwahl zweier neuer. In der Vollversammlung der Bürgerschulsection (5. August, nachm.) sprach nach einer Begrüßung der Versammlung durch den Bürgersehuldirector Gangl aus Gablonz und einem Berichte des Schriftführers N e u m a n n Bürgersehuldirector Pohl aus Smichow über die Fortbildung der Lehrer an Hochschulen. Im Anschlüsse an diesen Bericht, der in der Forderung der Zulassung der Volks- und Bürgerschullehrer zum Studium an Hochschulen gipfelte, legte der Referent ein provisorisches Statut für einen solchen Curs an der Prager philosophischen Facultät vor und gab in einer Entschließung den Wünschen der Lehrer Ausdruck. Der Berichterstatter über die Gehaltsfrage, Bürgersehuldirector Mautner aus Prag, wünschte für Volks- und Bürgerschulen Einführung des Personalclassensystems, für die Lehrer die Gehalte der vier niedersten Stufen der Staatsbeamten, Abschaffung des Unterlehrertitels, nach 35jähriger Dienstzeit das volle Ruhegehalt, nach 40jähriger Dienstzeit zwangsweise Pensionierung, ausgiebigere Fürsorge für Lehrerswitwen, Invaliditätsversorgung, Witwen und Waisenpension auch vor vollendetem 10. Dienstjahre, mateidelle Besserstellung und Altersversorgung der Industrial-Lehrerinnen. Die Hauptversammlung (6. August) brachte nach herzlich-kräftigen Begrüßungsworten des Obmannes. Bürgersehuldirector Rudolf, und Absendung eines Huldigungstelegrammes an Se. Majestät den Kaiser Ansprachen des Bürgermeisters Kneißl, des Bezirksschulinspectors Gilhofer, des Bürgerschuldirectors Vollgruber und des Obmannes des Deutsch-österreichischen Lehrerbundes, Oberlehrer Katschinka, den ausführlichen Thätigkeitsbericht des Schriftführers E r b e n , einen längeren Bericht L e g 1 e r s über die «Reform der Lehrerbildung» und die zwei blut- und glutvollen Vorträge des Bürgerschullehrers Franz Schreiter aus Graslitz: «Die freie Schule und die kirchliche Oberaufsicht» und des Volksschullehrers Emil Ressel aus Ehrenberg über «die Pflichten des deutschen Lehrers gegen seinen Volksstamm».* Erfasst von * Die beiden Vorträge sind, unter dem Titel: «Für Freiheit, Fortschritt und Deutschthum» zusammengefasst, kürzlich in Broschürenform erschienen und können um den geringen Betrag von 10 kr, für das Stück (50 Stück 4 fl. 50 kr., 100 Stück 7 fl. 50 kr., 500 Stück 30 fl.) vom Zahlmeister des D. L,- L,- V. i. B., Herrn Lehrer Josef Ölkrug in Reichenberg, bezogen werden. Das Schriftchen sollte von keinem deutschen Berufsgenossen in unserem Lande ungelesen bleiben. D. Ltg. dem heiligen Ernste der letztgenannten Rede, nahm die Versammlung einstimmig und unter demonstrativem Beifalle nachstehende, von Legier beantragte Entschließung an: «Wir deutschen Lehrer Böhmens stehen in der schweren Zeit der Bedrängnis des Deutschthums fest und treu zu unserem Volke und kämpfen mit ihm für die nationale Ehre, stehen unentwegt ein mit ihm für deutsches Recht und deutsche Freiheit. Vor allem sei unser Ziel: zu wecken und zu erhalten heilige Begeisterung in den Herzen unserer Jugend für alles Schöne, Edle und Gute, insbesondere aber für die deutsche Ehre und Sitte, für unsere deutsche Muttersprache und für opferwillige Liebe und Treue zum Volke. Dies sei in so hehrer Stunde unser feierlichstes Gelöbnis.» Als Ort für die im Jahre 1899 abzuhaltende nächste Hauptversammlung wurde in Anbetracht des Umstandes, dass in diesem Jahre der Verein die Feier seines 25jährigen Bestandes begehen wird, der langjährige Sitz des Deutschen Landes-Lehrervereines, die Stadt Reichenberg, gewählt. Neue Landes-Schulinspectoren. Der Director des deutschen Staats-Obergymnasiums in Triest, Dr Franz Swida, und der Director der Lehrer-Bildungsanstalten in Linz, Dr. Wilhelm Zenz, wurden zu Landes-Schulinspectoren ernannt. Ein Pestalozzi-Denkmal wird nächstens die Stadt Berlin erhalten. Bildhauer Martin Wolff hat im Aufträge der Stadt eine Büste des großen Pädagogen vollendet, die nunmehr nach dem neuen galvanoplastischen Verfahren ausgeführt wird und eine Nische an der Stirnseite der neuen städtischen Pestalozzi-Schule auf dem Gesundbrunnen schmücken soll. Die Bewohner der Erde nach Religionen. Es gibt heute auf der Erde 500 Millionen Christen und 1000 Millionen Nichtchristen. Von den ersteren fallen 200 Millionen dem evangelischen, 195 Millionen dem römisch-katholischen, 105 Millionen dem griechisch-katholischen Bekenntnisse zu. Von den letzteren sind 8 Millionen Juden, 180 Millionen Mohammedaner und 812 Millionen Heiden. Zahlen sprechen. Wie , sehr der Beruf die Lebensdauer beeinflusst, erhellt am besten aus folgender Zusammenstellung: Das 70. Lebensjahr erreichen von Theologen 42 °/0, Landleuten 40 °/0, höheren Beamten und Kaufleuten 35 °/0, niederen Beamten 32 °/0, Advocaten 29 °/0, Künstlern 28 °/o> Lehrern 27 °/0 und von Ärzten 24°/0. In der Gesetzgebung merkt man von einer Berücksichtigung dieses Sterblichkeitsverhältnisses bis jetzt wenig. Eine flegelhafte Auslassung weiß die «Fr. Schulzeitung» vom Pfarrer Weigel in Hirschen-stand, Bezirk Graslitz (Böhmen), zu berichten. Der genannte Herr äußerte sich bei einer Tischgesellschaft, der auch Lehrer angehörten, folgendermaßen: «Dittes ist ein Lump, und die Lehrer, die ihm folgen, sind auch Lumpen.» Die Kraftausdrücke des hoch würdigen Herrn dürften höchstwahrscheinlich ein Nachwort vor Gericht im Gefolge haben. Augendienerei. In dem Jahresberichte einer deutsch-mährischen Mittelschule, und zwar in der Ahtheilung «Zur Geschichte der Anstalt», steht wörtlich: «Der Director beglückwünscht namens des Lehrkörpers Se. bischöfl. Gnaden Dr. Franz Sal. Bauer ehrerbietigst zum Nameusfeste.» Ein aufwartender Director beim Bischof, um demselben die Glückwünsche zum Namenstage dar-zubringen: bei Gott! aus dem Manne kann noch was werden. Bücher-, Lehrmittel- und Zeitungsschau. Kärntischer Lehrerkalender und vollständiger Personalstandsausweis für das Schuljahr 1897/98. 14. Jahrgang. Herausgegeben von Hugo Moro, Oberlehrer und k. k. Bezirks- schulinspector in Hermagor. Preis im Buchhandel 2 fl. Im Selbstverläge des Herausgebers. — Der auf dem Gebiete der Schule und der Lehrerfortbildung unermüdlich thätige Herausgeber, Bezirks-schulinspeetor H. Moro, hat die Lehrerschaft des Kärntnerlandes und alle jene Kreise, welche mit derselben Fühlung suchen, abermals durch einen ebenso allseitig wie praktisch eingerichteten Kalender überrascht. Mit wahrem Bienenfleiß erscheint in demselben alles das zusammengetragen, was einen Lehrerkalender besonders zu empfehlen vermag, und selbst Opfer wurden nicht gescheut, um das Werk mit den Bildnissen von Männern zu schmücken, die uns in unseren Kämpfen um die freie Schule entweder treu zur Seite standen und stehen oder uns als Leuchten voranschreiten, Da ist es in erster Linie Minister Dr. L. Hasner, der Vater unseres Reichs-Volksschulgesetzes. welchen Ernst Freimut durch ein Sonett feiert; dann Schulrath Friedrich Polack, der durch seine «Brosamen» und sonstige hervorragende Leistungen alsbald überall beliebt gewordene Kreis-Schulinspector von Worbis; endlich sind es auch der Stuttgarter Dichter des «Sadrach», Fritz Treugold (Lehrer Friedrich Wink), und Ernst Freimut (Prof. Sommert), die uns im Bilde vorgeführt werden. Ein Gedieht Wendts, mit «Einst und jetzt» überschrieben, führt unter Aufblick zum Kaiserbilde die alte und die neue Schule vor, zu weiteren Betrachtungen anregend. Eine Hymne an den deutschen Lehrstand (Männerchor von W. Rank, Worte von Josef Hofmann), eine gar schöne Kalender-Beigabe, hebt unseren Stand hoch über das Alltagsgetriebe, das wohl den «Schulhalter», niemals aber einen berufstreu ausharrenden Schulmann in seine Netze ziehen kann. Dem Kalendarium reiht sich ein genauer Personalstandsausweis der k. k. Lehrer-Bildungsanstalt und ihrer Übungsschule, sämmtlieher öffentlicher und privater Bürger- und Volksschulen sowie der Kindergärten Kärntens an; auch die pensionierten, decorierten und die seit 1. Jänner 1895 aus dem kärntischen Schuldienste geschiedenen Lehrpersonen erscheinen angeführt, desgleichen die Lehrerswitwen. Den weiteren Theil des Kalenders bilden die mit den Volksschulen verbundenen Fort-bildungscurse in Kärnten (Schulort, Gründungsjahr des Curses, Schüler- und Classenzahl, Dauer, Honorar, Erhalter des Curses, Namen der Lehrpersonen), die Kindergärten, ein Verzeichnis der definitiv angestellten Lehrpersonen, wie dieselben auf Grund des Gesetzes vom 9. Juli 1895 vom Landesschulrathe gereiht worden sind, ein Verzeichnis der provisorischen Lehrkräfte, alphabetische Nameusverzeichnisse und allerlei Wissenswertes (Briefporto-Tarife, Stempelgebüren, gangbare Münzsorten, Vogelschutz, Amtskalender für Lehrer und Ortssehulräthe, Ferialtage, Einiges über das Präparandenheim in Klageufurt, Mittheilungen über Lehrbefähigungsprüfungen, über Schüleraufnahmen, Fahrbegünstigungen, unentgeltlichen Rechtsbeistand für Lehrer, Militärisches, Alters-, Familien- und Kinderversorgung, Touristisches u. s. w.). Auch die Obmänner der Zweigvereine des kärntischen Lehrerbundes sind verzeichnet. Allerlei Ankündigungen und leere Notizblätter beschließen das Ganze. Das heißt doch wohl viel bieten! Die Lehrerschaft Kärntens kann Herrn Bezirksschulinspector Moro dafür nur lebhaftest Dank zollen — wettmachen lassen sich die vielen Mühen und Opfer ja kaum. Bemerkt sei noch, dass von jedem verkauften Kalender 10 Kreuzer der Hilfscasse des kärntischen Lehrerbuudes zufallen. Joh. Sima. Umläufe: Einführung in das Lesebuch. Eine Anleitung zur allseitigen unterrichtlichen Behandlung deutscher Lesestücke. Unter Mitwirkung namhafter Schulmänner und Lehrerinnen herausgegoben von Franz Frisch. Lieferung 5/6, 7/8, 9/10. Wien und Prag, Tempsky, 1897. Preis einer Doppellieferung 40 kr. Deutsch-österreichische Literaturgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Dichtung in Österreich - Ungarn. Unter Mitwirkung hervorragender Fachgenossen herausgegeben von Dr. J. W. Nagl und Jakob Zeidler. 4. Lieferung. Wien, Fromme. Preis der Lieferung 60 kr. Methodisch - praktisches Handbuch für den Volksschulunterricht. Unter Mitwirkung mehrerer Schulmänner herausgegeben von Josef Ambros: Das erste Schuljahr. Von Josef Ambros. Wien, Pichlers Witwe & Sohn, 1897. Preis geh. 1 fl. 20 kr. Freytags Schulausgaben und Hilfsbücher für den deutschen Unterricht: Schillers Briefe in Auswahl. Herausgegeb. von G. Bötticher, Leipzig, Freytag, 1897. Preis geb. 1 Mk. — Schiller Demetrius. Herausgegeben von Dr. Friedrich Seiler. Leipzig, Freytag, 1897. Preis geb. 70 Pf. — Tacitus, Germania. Übersetzt und herausgegeben von Dr. Friedrich Seiler. Leipzig, Freytag, 1897. Preis geb. 40 Pf. Festspiel für Österreichs Volks- und Bürgerschulen zu Ehren des 50jährigen Regierungs-Jubiläums Sr. Majestät, verfasst von Josef S tras ser. Wien und Prag, Tempsky, 1897. Preis 25 kr. Wegweiser für die musikalische Welt von Arno Spitzner. Leipzig, Spitzner. Denkschrift des steiermärkischen Lehrerbundes aus Anlass seines 25jährigen Bestandes. Zusammengestellt von Clement Pröll. Graz, Verlag des steierm. Lehrerbundes. Mittheilungen des Musealvereines für Krain. Geleitet von Dr. 0. Gratzy. X. Jahrgang, 5. Heft. Laibach, Kleinmayr & Bamberg, 1897. Izvestja muzejskega društva za Kranjsko. Urejuje Anton Koblar. Letnik VIL, sešitek 3. V Ljubljani, natisnil Klein & Comp. 1897. Amtliche Lehrsteilen-Ausschreibungen. An der zvveiclassigen Volksschule in Waitsch ist wegen Eröffnung der zweiten Classe die zweite Lehrstelle mit den Bezügen der IV. Gehaltsclasse definitiv, eventuell provisorisch zu besetzen. Die gehörig instruierten Gesuche sind im vorgeschriebenen Wege bis 25. September 1897 hieramts einzubringen. K. k. Bezirksschulrath Umgebung Laibach am 10. September 1897. An der neu zu eröffnenden einclassigen Volksschule in Koprivnik ist die Lehr- und Schulleiterstelle mit den Bezügen der IV. Gehaltsclasse, der Functionszulage von 30 fl. nebst Naturalwohnung im neuen Schulhause definitiv, eventuell provisorisch zu besetzen Einreichungstermin bis 20. September 1897. K. k. Bezirksschulrath Hadmannsdorf am 24. August 1897. An der dreiclassigen Volksschule in Sittich ist die Oberlehrerstelle mit den Bezügen der II. und die zweite Lehrstelle mit den Bezügen der III. Gehaltsclasse definitiv, eventuell provisorisch zu besetzen. Bewerber um diese Stellen wollen ihre ordnungsmäßig belegten Gesuche im vorgeschriebenen Wege bis 20. September 1897 hieramts einbringen. K. k. Bezirksschulrath Littai am 5. September 1897. An der vierclassigen Volksschule in Reifnitz wird eine Lehrerstelle mit dem Jahresgehalte per 360 fl. zur provisorischen Besetzung ausgeschrieben. Gehörig instruierte Gesuche sind bis 25. September 1897 im vorgeschriebenen Wege hieramts einzubringen. K. k. Bezirksschulrath Gottschee am 9. September 1897. Im Schulbezirke Tschernembl kommen folgende Lehrstellen zur definitiven, eventuell provisorischen Besetzung: 1.) Die Lehrer- und Leiterstelle in Preloka mit den Bezügen der III. Gehaltsclasse, der Leitungszulage und Naturalwohnung; 2.) die Lehrer- und Leiterstellen in Grüble und Kerschdorf mit den Bezügen der IV. Gehaltsclasse, der Leitungszulage und Naturalwohnung. Die Gesuche sind bis 5. October 1897 beim k. k. ßezirksschulrathe in Tschernembl einzubringen. K. k. Bezirksschulrath Tschernembl am 4. September 1897. Briefkasten. Dr. R. in K. Für die Fortsetzung der Aufsatzreihe haben wir erst vom October an wieder Raum. Herzl. Dank und amtsbrüderlichen Gruß! — St. in T. Ihrem Wunsche wird in einer der nächsten Nummern entsprochen werden. Freundl. Gegengruß! Im Selbstverläge des Lehrerhaus-Vereines in Wien ist soeben erschienen und durch die Kanzlei des Vereines, 111/3, Beatrixgasse 28, gegen Einsendung des Geldbetrages zu beziehen: Handkatalog für Volksschulen und Handkatalog für Bürgerschulen. 9. (yeriuehrte und Yeroesserte) Auflaue in handlichem Formate (15:9 cm). Die Kataloge sind mit festem und steifem Leinwandband, mit Tasche und Bleistifthalter versehen. Die Preise sind mit Rücksicht auf die schöne Ausstattung und die Reichhaltigkeit des Inhaltes als sehr bescheidene zu bezeichnen. Der Katalog für Volksschulen ist in drei Ausgaben erschienen, und zwar: a) für 68, b) für 100 und c) für 132 Schüler. Ausgabe a kostet 40, Ausgabe b 50, Ausgabe c 60 kr. ohne Zusendung, mit Zusendung je 5 kr. mehr. Der Katalog für Bürgerschulen zeigt 9 Rubriken für die verschiedenen Unterrichtsgegenstände und bietet auf jeder Seite Raum für 4 Schüler (Normalkatalog). Von der Aufnahme eines Ergänzungskataloges wurde Umgang genommen, weil die jenen Classen, in welchen dem Lehrer nur ein Gegenstand zugewiesen ist, gewidmeten Seiten des Kataloges durch Verlängerung der Hälfte oder sämmtlicher Horizontallinien mit Leichtigkeit für 8, 16 oder 32 Schüler eingerichtet werden können. Die vorräthigen drei Ausgaben sind folgende: a) für 136, bezw. 272 oder 544, b) für 200, bezw. 400 oder 800, c) für 264, bezw. 528 oder 1056 Schüler. Ausgabe a kostet 40, Ausgabe b 50, Ausgabe c 60 kr. ohne Zusendung, mit Zusendung je 5 kr. mehr. Da das Reinerträgnis dem Lehrerhausfonds zufließt, ist zu erwarten, dass nicht nur alle Vereinsgenossen, sondern alle P. T. Collegen und Colleginnen diesen Handkatalog jedem anderen Kataloge vorziehen werden. Hocharmige Fassmaschine 30 Tage Probezeit. 6 Jahre Garantie. Jede Maschine, die sich in der Probezeit nicht bewährt, nehme ich auf meine Kosten zurück. Keine Ag.nten! Versandt nach allen Plätzen der Monarchie Verpackung gratis. Verlangen Sie Preisliste und Nähmuster. Nähmaschinen-Vcrsandthans JLoajaij» » t: r* ei i x « s?» Lieferant von Beamten- und Lehrervereinen Wien, IV., Margaretlienstrasse 12. Werte Collegen mul Colleginnen! Die Leitung des Lehrerhaus-Vereines erlaubt sich zugleich, die nachfolgend bezeichneten Firmen, deren Inhaber Förderer des Lehrerhaus-Vereines sind, zur Besorgung aller Bücher, Zeitschriften, Lehrmittel und Musikalien bestens zu empfehlen. Dass diese Firmen den P. T. Bestellern alle Begünstigungen einräumen, welche überhaupt von Buch- und Musikalienhändlern gewährt werden dürfen, ist selbstverständlich. Anton ßeimann, Buchhandlung in Wien, I., Sehwarzenbergstrasse 8. Anton Goll, Musikalienhandlung und Antiguariat in Wien, I., Wollzeile S. Albert iungmann & G. Lerch, Musikalienhandlung in Wien, (vormals C. A. Spina) I., Augustinerstrasse 8. Verlegt und herausgegeben vom «Krain. Lehrerverein». — Druck von Kleinmayr & Bamberg, Laibach.