Vereinigte Laibacher Zeitung. Gedruckt mit Edlen bon Kleinmayer'schen Schriften. Dienstag den 14. November i8i5. Oesierreichtsche Staaten. Wien. ^3)as allhier auf der Wieden Nro. 1. neu errichtete polytechnische Institut für die Ge-werbstreibcnden Staatsbürger ist am 6. Nov. in Gegenwart der ansehnlichsten hicr anwesenden Minister, Amtsoorsteber, Staatsbeamten und Gelehrten, mit einer Rede des Direktors des Institnts, Hr. Vrechtl, fey-erlich eröffnet worden. (M. Z.) Am 3i. Oktober sind JH. k. f. MM. zu Venedig eingetroffen, und haben unter grossen Jubel Ihren feyerlichcn Eittzng gehalten. Die dnrch Beförderung des Freyherrn von Spiegelfeld erledigte Grätzer ivreis5aupt-mannsstell?, baden Se. Maj. den Bruckcr Kreishauptmann von Werner, und diese dem Hofsekretär Ritter von Ziegier verliehen. Preußen. Am 2/,. Ottober kamen dcr Russische Kaiser h?er an. Unser König fubr demselben eine Meile von Vcrlin bis zum Schlosse ssried-richsfelde^ mit sämmtlichen Prinzen Ihres Hauses , und den zween russischen Großfürsten entgegen, nnd kehrte sodann mit dem Kaiser in einem Wagen nach der Hauptstadt zurück. Die Garni.'on der Residenz war ausser dem Frankfurter Thor aufgestellt. Als II.MM. bey dem linken Flügel angekommen waren, wurden Sie mit 101. Kanonenschüssen begrüßt, verliessen, so wie die übrigen Prinzen, den Wagen s und ritten nun mit dem acsammten Gefolge die Fronte hinunter, wobey Ihnen das Gewcbr preser.tirt und Hurrah gerufen wnrde. Hierauf desilirte die Garnison vor Ihren Majestäten im Ge^chwindschritte /welche sodann den feyerlichcn Einzug unter dem Geläute der Glocken und dem Donner des Geschützes in die Hauptstadt hielten. Des Kaisers von Nußland Maj. trugen den Preussischen schwarzen Adler-Orden, der König von Preussen und sämmtliche Prinzen den Nussiscken St. Andreas-Orden. Zu Mittag war grosse Tasel auf dem Schlosse im Splcgelsaale; Abends war Tbee bey dem Prinzen Wilhelm, Bruder des Königs. Mit Einbruch der Nacht war die ganze Stadt beleuchtet. Am 2.5. Oktober. Abends traf auch die Großfürstinn Katkarina von Oldenburg, Sckwester des. Kaisers Alexander zu Berlin ein , und stieg mit ihrem Gefolge am Schlosse ab. Bey der abermahligen Anwesenheit des Kaisers in die Hände der königl. Marine gefallen sind, und 2 noch verfolgt werden. Man sagt, eines der andern Fahrzeuge habe bey Licosa drey Emmissare mit verbrecherischen Aufträgen an das Land geworfen. Nach besagter Zeituug istTren tac 0 p il-l i, der ihn gefangen nahm, als er mit der Pistole in der Hand entfliehen wollte, Genss darmccie-Hauptmann; er hatte früher durch Murat einen Bruder verloren. Die Papiere die mall bey Mürat fand, sollen Entwürfe zu Proklamazionen gewesen sey«. Das erste Weib, das auf ihn schlug, als er gefesselt uach Monteleone geführt wurde, soll drey Söhne in der Konskripzion verloren haben. Darneben war aber auch Pizzo eine der Neapolitanischen Städte, wo der unmenschliche General Manhes vorzüglich streng verfahren und Murats Regierung verhaßt gemacht hatte. Murat scheint bey dem Landen, seiner Ge-wohnhett nach, sehr geputzt gewesen zu seyn, denn es ist die Rede vou einer diamantenen Schleife, die er am Hute trug. Als ihm das Todesurtheil verkündigt wurde, schien er sehr bestürzt. Doch faßte er sich bald, und verlangte einen Geistlichen, dem er beichtete. Auf dem Nichtplatze wollte er sich weder die Augen verbinden lassen, noch sich auf dem bereit stehenden Sessel setzen (W. Z.) Ans Nom vom 22. Okt. wird berichtet: Die Königinn von Spanien hat,beym Aus-stcigen aus dem Wagen einen Schenkel gebrochen. Dasselbe Unglück war ihr schon früher einmahl begegnet. Man sah das königliche Paar von Spanien seit einiger Zeit oft mit dem Friedensfürstcn und dessen kleiner Tochter (von einer Prinzessin von Vourbon) spazieren fahren. (W. Z.) Schweiß. In Schweizer Blättern vom 25, Oktober liest man Folgendes: In seiner Anrede an des Kaisers von Oesterreich Maj hatte der Landamman des Kantons St. Gallen sich unter andern also ausgedrückt: „Wie sehr freuen wir uns, in Eu. Maj den gewogenen Nachbarn zu verehren, der die Macht dem Rechte untergibt, uud die eigene Grösse nur nach dem Masse seines Wohlthuns schätzt! Wie überglücklich fühlen wir uns uns, Sire l d'e setzten Schweizer zu seyn, denen es vcr« gönnt ist, vor Ibrcm Antlitze im Nahmen d s Vaterlandes Segnungen über Ihr gesalbtes Haupt herabzuflcben! Mit Kraft nnb Ruhm geleite der Himmel alle Ihre Schritte, er kröne Ihre Werke, mehre den Glanz des kaiserlichen Hauses / und lange erfreue er hochgesinnte Nazioncn in ihrem väterlichen Beherrscher; abcr cmch uns bleibe unentzogen die freundlich schützende Hand; und es erhalte das erhabene'Herz Eu. Maj. im Fluge dcr Großthaten, denen Allerhöchsidieselben ferner vorbehalten smd, doch stets ein huldreiches Rückdenren an die dankbare (dchweiz! (W- Z) Am 20. Okt. traf der älteste Sohn Ludwig Vonaparte's, in der Begleitung des Barons v. Lindt, seines Hofmeisters, drey Bedienten, und eines kleinen Cavoyardcn von seinem Alter von Air in Savoycn kommend, zu Lausanne ein, um sich nach Rom zu seinem Vater zu begeben. Dieser Knabe ist ungefähr 8 Jahre alt und von gutem Aussehen. Die Herzoginn von St. Leu, seine Mutter befindet sich noch in dem Badc von Air. ~ (W. Z ) Frankreich. Am 16. Oktober traf der Kronprinz von Oesterreich zu Marseille ein, wo er sich ale le Ehrenbczeugnngen verbat. Nachdem Se. kaiserl. Hoheit am 17. die vorzüglichste« Gegenstände der Stadt uud die Fabriken besichtigt hatten, begaben Sie sich an Bord der Schiffe, welche die in der Nhede aufgestellte Flotte Se. Großbritannischen Majestät ausmachen. Der Kommandant derselben, Admiral Lord Ermouth, ließ mekrcre Evo-luzionen ausführen, und die Vorstellung eines Seegefechtes gcbeu. Die schönste Witterung begünstigte die auf dem Meere uuter-nommene Spazierfahrt Sr. kaiserl. Hoheit, welche dasselbe zum ersten Mahle sahen. Lord Exmouth hatte auch die Ehre, Se. kaiscrl. Hoheit mit einem Mahle zu bewirthen, welchem die vornehmsten Oesterreichischen und Englische« Offiziere, so wie mehrere zu Marseille befindliche angesehene Franzosen beywohnten. Abends besuchten Se. kaiscrl. Hoheit das Theater, und setzten am andern Tage in der Früke Ihre Reise weiter nach Air und Avignon fort. Nachrichten vom i3. melden, daß alle österreichischen Truppen Marseille verlassen, und die Provence räumen. Am 16. Okfobcr hat der 5. M. L. Neipperg an dem Maire von Marseille, und der F, M. L. Bianchi an die Bewohner der Provence Abschieds-scbrcibcn erlassen, worinn sie ihnen für ihre und der Truppen gute Aufnahme danken. (W. Z.) Die Verzögerung der Ncntenbczahlung setzt viele Leute in Verlegenheit. Viele, die zu den Kontribuzioncn steuern müssen, und nicht erhalten, was man ihnen schuldigest, sehen sich in die Nothwendigkeit versetzt , ihre Effekten und Mobilicn zu jedem Preis zu verkaufen. Die Pariser Journalisten klagen darüber, daß man ihnen auf der Post ihre fremden Zeitungen vorentbaltc, und sie ibnen nicht eher verabfolgen lassen will, bis man sie!uutcr-sucht babe. (W. 3.) Durch einen Beschluß des Polizey-Ministers werden alle Reisepässe, welche nur von der Hand des Ecpolizey - Ministers Fouchc unterzeichnet sind, für ungültig erklärt, und die Einlicfcrung derselben gegen neue, gehörig ausgefertigte binnen 10 Tagen verlangt. (W. Z.) Der General Hullel, so wie der bekannte General Arcl sind verhaftet und ersterer nach Lons-le Soulnier abgeführt worden. (W. 3.) Nußlau d. Aus St. Petersburg vom 11. Oktober wird gemeldet, daß am 8. September die grosse, alte, ehrwürdige Stadt Kalan, durch eine Fcuersbrunst fast gänzlich in die Asche gelegt wurde. Ein wüthender Sturm machte alle Löschanstalten unnütz. Ein und zwanzig Kirchen, und mehr als 1000 Hänser, sowohl steinerne als hölzerne, sind ein Raub der Flammen geworden, worunter auch der reiche Kausbof mit allen Waaren, die er enthielt, die mchrestcn öffentlichen Gebäude, uud die Gebäude innerhalb der Festung ?c. Die unglücklichen Einwohner wohnen jetzt unter Zelten auf den Ebenen neben der Stadt. Innerbalb 2^. Stnnden ist diese schreckliche Verwüstung vom Feuer angerichtet worden; der Sturm hat Feuerbrände durch mehrere Gassen geschleudert. (W. Z.) Spanien. Nach Briefen aus Madrid siel't man dort einer General-Amnestie für die Liberalen ent- aeaen, und einige schmeicheln sich fogar, daß der Kö'ia di? Cortcs zusammenberufen werde Das Ministerium der öffentlichen Sl-cherbeit-, an dessen SpYe.Don Pedro Echa-var« stand, ist vom ^.ömge durch em Dekret vom 9. Oktober völllg aufgehoben worden. G r 0 ß b r i t a n i e u. Am 23 Oktober trafen die Erzherzoge Johann und Ludwig zu London em, allwo leibe sogleich von Seite des Prlnzregcnten durch dessen Oberstallmeister, General Bloomneld bekomplimenürt wurden. ^u ^cptford wird eilig das Haus, worln Bongte auf St. Helena wohnen wird, aebaut. Es ist ganz von Holz, aber ,chön und groß; es wird nächstens ferUg> «> ^„, l".^ 6^nt?n Hrain. und das Küstenland aufgestellten'k. k. Oberbergamte ^)/^^ bekannt gemacht:' Es sey über Anlangen des n"dN'M >7zw sche« dic Schätzung und d>° Bedn,->,>,ssc m der h.eromge» Hanllc» «>« auch bey d«r k, k, Berggerichts. Substitution zu Laybach emsehen. Klagenfurt den /i. Nooemdir l»i5.