Laibach erMMtung. Nr. N3 Prän,! „! cratioI!« prc > s: I»! ttoinvtoll ssanzj. N. ll, halbj, sl. 5..5U. Filr dic Znsicllung >ns Hau« l/albj. 5!) lr. Mit der Poft ga»zj. si. 15, halbj. si. 7.5«. Smustag, 21. Mai Insertionsgcbilhr bi« ill Zeilen : Imal t!0 lr., 2m. «»lr., Am. l fl.; sonst pr.Zcilc lm. «lr.. lm. »lr., Km. l(» lr. u. s. w. Injtitionsftcmpcl jedesm. »l)lr. 187U. Aintlicher Theil. 3. Bulletin über das Befinde» Sr. k. Hoheit bcS durchlauchtigsten Kronprinzen Erzherzogs Rudolf. Der Ausschlag ist nach regelmäßigem Verlaufe im Erblassen. Kein Fieber — dcr Katarrh bcslcht noch in geringem Grade fort. Da eine Störung rcs günstigen KrankheitsuerlaufcS nicht wahrscheinlich ist, erscheint das nächst,' Bulletin in einigen Tagen. Schöubrnnn, am 19. Mai 1870. Dr. Widcrhofer m. p. Sc. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 15. Mai l. I. die bei dem Krcisgcrichtc in Novigno erledigte Präsidenten« stelle dem Landcsgcrichlsrathc in Trieft Joseph Na-damlensti allergnädigst zu verleilicu acr»ht. Tschabuschnigg m. ^. Se. l. und t.' Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 6. Mai d. I. den Crz-Priester und Pfarrer am ÜollcMlcaftitcl zu Pirano Felix Silic über sein Ansuchen znm Er^piicstcr und Pfarrer am Collcgiatcapitcl zu C't!:^ nuoua ullergnadigst zu ernennen geruht. Tschabuschlligg ,u. i>. Se. l und f. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 30. April d. I. die Uebeisctzung des Professors der dentschcn Reichs- und Nechtsgcschichlc und ocs dentschcn Privattcchles an der Lembergcr Univelsilät D>. Heinrich Brunner an die Präger Hochschule, dann die Ucbcrsctzung des Professors dcrsclbcn Lchijächer an der Krakauer Universität Dr. Eduard Buhl an die Lemlicrncr Hochschule allcia.ua> d'gst z» ssenchmigen, ferner dcn üiDbcilieulcnaul lind Privaldocentcn der deutschen Reichs- und Ncchtsgcschichtc an dcr Wiener Universität Dr. Jakob Girllcr znm außerordentlichen Professor dieses Lehrfaches an dc> rechts- und staatswisscnschllfllichcu Facullät zu ^tratau und den Gymnasiulproflssor Maximilian Iskrzycki zum außerordentlichen Professor dcr classischen Philo-los,ie an dcr Kiataucr Universität allergnädigst zu ernennen gernht. Tschabuschnigg m. r^. Se. k. und k. Apostolische Majestät haben mit Allerhöchster Entschließung vom 8. Mai l. I. den Sup Plcntcn bei der Lehrkanzel für chemische Technologie am ^'llilll'loll. Ada Chrijien. So heißt die Dichterin, die in dcr neuesten Zeit Zwei Heftchcn Lieder hinaussandte in die deutschen Lande und durch diese Vlättchcn ihren selbstgemachten Namen tasch zu solcher Geltung brachte, daß alle die Krililen, b>e sie hervorgerufen, würden sie gesammelt, schon einen stärkeren Band bilden würden, als ihre ..Werke." Dcr Erfolg eines Autors ist immer das beste Zeichen für seine Begabung und dcr klingende Sold, dcn sein Verleger ihm auszahlt, documcnlirt weit mehr, als alles andere, daß er den Pulsschlag der Zeit begriffen, was °st viel schwerer ist, als das Gras wachsen zu hören. Hätte Ada Ehristcn ein Büchlein geschrieben mit mond-scheinbufligcn Elegien über unverstandenes Herzeleid, "ut Blnmculicdcrn naiv blühender Pcusionatscmpfindun-6cn, man hülle wohl auch gesagt: recht hübsch — und Mte dic junge Dame aufgemuntert, nur fortzufahren U' ihrcr nnschuldigcn Nebenbeschäftigung, aber Campc/s ^uisdors wären in seinem feuersicheren Easscnschranl ^»lieben, nud die ästhetischen Thcczirkel hätten sich ^lutwcnig um sie gekümmert. Aber sie wußlc, daß sen- "Ncntale Arien heutzutage, wo wir deren in dcr Oper vollauf z» huren bekommen, keinen Effect mehr machen, arum sticß fic einen Schrei aus, einen marlerschüttern« °k" Schrei, wic er so schrill und gell noch niemals ""s den schwellenden, rothen Lippen eines Weibes ge» sollen war, und der rührte auch abgespannte, blasirtc Gerden. Die Stimme, die diesen Schrei auSgestoßen, mußte eine hcllc, glockenreine Stimme gewesen sein ^°r Zeiten, aber selbst wic sie ans den ..Liedern einer -"erlorenen" hcrvorklanq, angefreffen vom fußen Gift °kS Champagners, heiser geworden durch gar manchln technischen Institute zu Brunn Karl Zullow ski zum oidcnllichcn Plofcssor dieses Faches an dclfclbcn Anstalt allcrgnädigst zu ernennen gcinht. Tsckabuschnigg m. p. Der Minister und Leiter des Finanzministeriums hat dcn Finanzralh und Fmanzb^iitsdircclor Ignaz Seydlcr über dessen Ansuchen von Sanok nach Sam-bor versetzt, dann die Finanzsecrelare der galizifchcn FinanzlandcSdircction Vincrnz Korczal Ritter von Michalcwsli und Leo Kaszubinsty zu Finanz-räthcn und Finanzbcziltsdirectoren in Oalizien, elfteren für Tarnow, letzteren für Sanot ernannt. Dcr Iustizministcr Hal dcm LandesgerichtSrathc in Novigno Joseph Gazzolctti die augesuchlc Ulbcr-sctzung in gleicher Eigenschaft zu dem Landcsgcrichle in Tricst bewilligt, dic dadurch bei dcm KreiSgcrichte in Novigno erledigte Landesgelichlsrathsstllle dcm Raths-sccrctär des lüstenländischcn OberlandesqcrichtcS Anton Tomicich verliehen und d>n Minislcrialconcipistcn im Instizministcrinm Dr. Paul Monti zum Landcsgcrichts-ralhe in Tricst ernannt. Nichtaultlicher Theil. Dic /rage dcs Auögleichö in Oesterreich finden wir in einem Wicncr Briefe der „Allg. Ztg./' dcr ausdrücklich hervorhebt, daß er nur auf einer per» fönlichen, nicht inspirirten Ansicht beruhe, in nachfolgender Weise besprochen: Festgehalten soll vorerst werden an dcm ungarischen Ausgleich, Mag auch jene Partei dcr böhmischen Feudalen, die dcr Fahnc dcs Grafcn Elam-Martinitz folgt, im Pcrcinc mit der Präger ..Politik" ds'crS und heftig gegen Ausgleich nnd Dualismus llnstürmcn, so dürfte diese Frage doch die Ruhe Oesterreichs nicht wesentlich stören. Dcs „Stoffcs Gewalt" wird feine Schuldigkeit lhnn. Festgehalten soll ferner werden an den freiheitlichen Errungcnfchaftcn der conflitulioncllen Aera; selbst Clericalc und Feudale opponircn nur den konfessionellen Gesetzen, da sie Schwurgericht, Preß- und Bercinsgcsetz recht gut brauchen können und auch recht gut zu brauchen verstehen. Endlich herrscht, nach dcn wenigen Stimmen zu urtheilen, die sich dagegen erheben, ebenfalls fast vollständige Uebereinstimmung darüber, daß im verfassungsmäßigen Wege vorgegangen werden soll, d. h, daß die Formen dcr bcstchcndcn Verfassung beobachtet wer- brennenden Seufzer verbotener Liebe, auch da war noch Metall darin, — und das rührte sogar die Börsen des PublicumS. Die sociale Moral ist nicht nur in Frankreich und im Süden eine laxe, sie ist auch in Deutsch» land seit dcn Ta^cn des biederen Chcruskcrfürsten in fortwährender Verschlechterung begriffen, und gar in der Residenz an der Donau, die sich so gern das deutsche Paris nennen hört, gibt sic der französischen nur wenig nach. Dcr Ehebruch, und wag damit zusammenhängt, ist das stehende, das einzige Snjct dcr französischen Modeschriftsteller, und auch deutsche Romanciers beginnen Bücher zu schreiben, W dcncn sic das Institut dcr Ehe für antiquirt eitlärcu; man hat die Poesie dazu verwendet, cin Picdcstal zu bauen, worauf man die un» getreue Frau, die Lorelle erhob und zu allgemeiner Vcrchrung ausstellte. Auch cmancipirtc Damen habcn wir zur Fcdcr greifen gcscb/n, dic Gebrechen dcr Gesellschaft mit ironischer Schärft zu zergliedern und mit dcm Chignon dcr gewagtesten und frivolsten Scenen aufgeputzte Heldinnen als Prophetinnen einer paradoxen Wclluerbcsscrnng zu proclamircn. Aber sich selber, un« maslirt, «im^ ^iio als einc Verlorene dcr Welt vorzustellen, dcrsclbrn trotz ihres eingestandenermaßen nicht geradezu ansliindia.cn Metiers die Anerkennung ihrer geistigen Bedeutsamkeit abzuzwingen und zu gleicher ^cit der Gesellschaft und ihren Vorurthcilcn ihren Fluch ins Gesicht zu schleudern für ein gebrochenes sscrz, cin verlorenes Leben, — daS war noch nicht da-gcwcs.',n. das hatte noch leine vor Ada Ehristcn gewagt, und darum konnte cS nicht fchlcn, daß sich ihr die allgemeine Anfmcrlsamkcit zuwendete. Und es ist in der That ein ganzes Lcbcn, das sich in dcm Büchlein ausspricht, nnd dies mit jenem Wuhl-klang dcr romantischen Schule in all' dcn Versen, wie ihn seit Heine leine Nachtigall und leine Spottdrossel dcs deutschen DichtcrwnldS so virtuos getloffcn, in jener einfachen, dcn sollen. Es muß wohl Jedermann einleuchten, daß anf diese Art rascher aus der Verwirrung herauszukommen ist, als durch einc neue, von einem großen, ja vielleicht dem größten Thcil der Bevölkerung vcrabscheutc Ottroyirung. Und hätlc schließlich cin octroyirlcS Neues nicht alle Fehler des Alten, ohne die relative Sanction dcr Zeit, die seit dem 26. Februar 1861 verflossen ist, mitzubringen? Dies wären drei, allen Parteien gemeinsame Punkte. Dieselben stehen wohl noch nicht außerhalb jcdcr Discussion; wir haben aber im Laufe dcr zehnjährigen Ver-fasfungswirrcn und Parteilämpfe gelernt, fchon aus der Art dcr Besprechung einer Frage zu unterscheiden zwi» schcn dcn Forderungen einer politischen Partei, die sür dieselbe die Grenzen bezeichnen, hinlcr welche zurückzuweichen unmöglich, und solchen, die nur aus Prinripitn-treue und politischer Consequenz erhoben werden, sowie endlich auch jene Forderungen nicht schwer zu erkennen sind, die aus Uebermuth und Rechthaberei zur Zeit eines „politischen Feuerwerks" als Raketen in die Lüfte gesendet werden. Wir sind überzeugt, daß bezüglich der oben aufgezählten drei Punkte im Laufe der Zeit eine nahezu vollkommene Uebereinstimmung zwischen dcn verschiedenen Parteien herrschen wird, möge diese Uebereinstimmung nun durch welche Motive immer herbcigesührt worden sein. Ueber alle anderen Fragen, die in den Ge-rcich der politischen Discussion gezogen worden sind, herrscht nur cine relative Uebereinstimmung zwischen den einzelnen Fractioncn der verschiedenen nationalen und politischen Parteien. Zieht man die bekannten Absichten dcr Krone ebenfalls in Betracht, so findet man, daß ge» mcinsam ist zwischen Krone, Centralisten und Autono» misten — oder, da Kaiscrfcld diefe eigenhändig begraben ;u haben vorgibt, der aueglcichsfreundlichcn deutschen Partei — das Verlangen, den Rcichsrath von den Land« lagen loszulösen und mittelst dirccler Wahlen in dem Volle selbst zu begrlindcn. Gemeinsam ist zwischen Krone, Äntononlisten und Nationalen der Wunsch, dic Aulono» mic der Ländcr zu erweitern und den Landtagen einen größeren WirlungSkrcis zu geben. Die Nationalen gehen darin weiter, als die Krone und die Autonomisten; mit Bezug anf Galizien gchen letztere wieder, vereint mit den Polcn und siankirt von einer Fraction Centralisten, weiter, als die Krone und die Czcchcn. In der Frage dcr Wahlrcform und der direclen Beschickung des Reichs» ralheS machen wieder Polcn und Czechen vereint stronl glgcn die Krone und die deutschen Parteien, während bezüglich der czechischcn Forderungen die Czechen, nur unlersMtzt von einer schwachen Fraction böhmischer Feu« dcm Volkslied verwandten Weise, die sich um Metrik und Grammalit nicht viel schcert, — nur die Tonalt ist noch wilder, noch düsterer, ols sie selbst Hei:»c je angsschla, aen. Die alte Geschichte von getäuschter, verrathener Liebe ist der Grundaccord, der rothe Faden, der sich durch daS Ganze schlangelt; in weniaen, aber markigen Zügen, ist daS Elcnd einer wandelnden Schauspielerin ssszeichncl; dann eine Ehe, die Glück verheißt, aber nicht dringt; dcr Schmerz über den Tod rineS geliebten Kindes, der das ewig Weibliche auch in der Verlorenen mit magischer Gewalt aufblitzen läßt. Und Weiler seb/n wir das geniale, üppige Weib mit den Feueraugeu und dem großen Heizen troslsuchcnd sich in Champagner und Küssen bctäubcn, von einer Orgie zur andern taumeln, aber dcr Schmerz bleibt, der nagende Wurm ill unzer» ttclbar und das Büchlein schließt mit einer Dissonanz. — Das zweite, ..Au« der Asche" bctit.lt. steht in Hin« sichl der Form. wic der Gedanken on Originalilül 5cm ersten nicht nach. aber dcr Haß ist h'cr zur Verachtung aewoldei,, dic Nalurlautc des vrrletzten Gcmülhs zu witzig» SarlaSmen, auch der Schmcrz ist uedämpit und die Erinncruna tancht in rührenden Bildern auf. Die w,l5cl', flammenden und zündenden Ergüsse, die aus dcn, Unulnck und Herzeneelcuo früher wie phantastisch 'äthsclhaftc Pfl,n,ze„b,lt,nnqen einer auf unserem Pla» uclcn uofindlaien Glulhrnzonc hervorgcspioffen, sie sind in dcn N>,ckllänaen viel milder geworden und haben cinr rcfleclirclideri, brinabe «r^ebungevoUen Resignation Platz gnn^chl, obwohl sie lwch lunge keine Treibhaus, lufl ausalhiucn. Emigc reizende Stimmungsbilder fin. dcn sick dann, die dcn frischen Schmelz angelünsteller echter Nalurlmpfindung an sich tragen und sellsum ab', stechen gegen die pikanten, launenhaft scharfen Invectives gegen sociale Zustände, die daraus folgen. Die ReitW ucrte, mit der die mmschiockene Amazone dic moderne Gesellschaft geißelt, ist dünn und zierlich, aber die Streiche, 832 dalen, allein allen übrigen Parteien gegenüberstehen. Der Gedanke, zwischen den Forderungen der Nationalen nach Erweiterung der Landcsautonomie und dem Verlangen der deutschen Parteien nach directen Reichsrathswahlen ein Compromiß zu erzielen, liegt wohl sehr nahe; störend tritt aber der verschiedene Inhalt der czechischen Declaration und der polnischen Resolution dazwischen. Die polnische Resolution verlangt nur ein bedeutendes Maß provincieller Autonomie für Galizien. Die Forderungen der Polen sind derartig, daß. falls West-Oesterreich nach Ausschluß von Galizien einen einheitlichen StaalSlörper vorstellen würde, wie allenfalls Ungarn nach Ausschluß von Croaticn, dieselben mit ge» ringer Ausnahme sogleich vollständig bewilligt werden könnten. Die czechische Declaration hinaegcn fußt auf der staatsrechtlichen Anerkennung der böhmischen Krone und folgert aus dem böhmischen Staatsrecht die Personalunion der Länder, die ehemals zur böhmischen Krone gehört haben. Der licfgehcndc Unterschied zwischen der Resolution und der Declaration springt in die Augen. Galizien verlangt eine Stellung, die jener Croaliens zu Ungarn gleichkommt, Böhmen im Verein mit Mähren und Schlesien, oder, den Wünschen der gemäßigten Parte« zufolge, bloö das Königreich Böhmen allein, stellt sich ln eine Linie mit Ungarn. Wir wollen nicht das böhmische Slaatsrecht in den Kreis unserer Erörterung ziehen, aber ei»e Bemerkung können wir nicht unter« drücken, und zwar gerade in Bezug auf jenen Punkt, dem zufolge das böhmische wie das ungarische SlaatS-recht als gleichgewichtige Argumente zur Begründung der betreffenden nationalen Forderungen angenommen werden sollen. Principiell ist es nämlich wohl ganz richtig, daß das Reckt einer Nation Recht bleibt, möge es nun von 200 oder von 20 Jahren her datiren; für den pralti-schen Politiker jedoch ist der Unterschied nur zu faßbar, ob gewisse Rechte einer Nation kaum ein halbes Men» fcb/naller hindlirch geruht, oder ob die Nation dieselben 2V, Jahrhunderte hindurch nicht ausgeübt hat. Wäre seit der Capitulation von Vilagos gerade so viel Zeit verstrichen, als seit der Schlacht am weißen Berge, hätten Bach und Schmerling in Ungarn Nachfolger gefunden bis in das zehnte Glied, so glauben wir kaum, daß dann Ungarn jemals das errungen hätte, was eS der> malen errungen hat. Ungarn hat sein öfter verlorenes Recht stets wieder gewonnen, weil es die politische Kunst verstanden hat, dasselbe bei der ersten Gelegenheit in vollem Umfang mit Nachdruck zurück^unerlangen. Wer aber ein Staatsrechl anruft, das vor 250 Jahren verloren gegangen ist. oder ein anderes, dessen Beslimmun« gen durch eden dieselbe Zeit nicht ausgeführt worden sind. der stellt so recht eigentlich die Machlfrage, gerade wie die Ecntralisten die Machtfrage stellen, wenn sie auf dem vollen Wortlaute der Februar- und December-Verfassung bestehen. Dergleichen kann nur zum Ruin Oesterreichs führen. Wir halten aber gerade die Czechcn für einen jener Vollsstämme Oesterreichs, die das größte Interesse daran haben, daß ein kräftiges und mächtiges Oesterreich bestehe, sine Zertrümmerung desselben würde Böhmen unfehlbar dem deutschen Reich zuführen, und dies muß doch jeder einsichtige Ezeche selbst zugeben, daß dann die Stellung der 3 Millionen Czechcn gegenüber 30 Millionen Deutschen eine überaus schwierige wäre. So naiv wird wohl lein Ezeche sein, um zu glauben, die sie zieht, sind empfindlich und lassen Striemen, die um so schmerzhafter, als sie verdient sind, und als die Züchtigerm sich selber eine „Verlorene" nennt, eine von derselben Gesellschaft, der sie fo schonungslos einen Spiegel vorhält, in dem ihre Fratzen und Runzeln auj'S lebhafteste und erschreckendste hervortreten, Pro« scribirte, Verachtete. Darin schon liegt eine Bethätigung der Ilonie der Vorsehung, wie sie witziger kaum ge« dacht werden kann. Das grüßte Gedicht des in Rede stehenden Bündchens, das „Nachtbild," ist ein wirklich ßiiNidioses Poem, voll des schneidcndsten Hohnes und doch in versöhnenden Noten auStöncnd. Dagegen tritt in den letzten Gedichten, so eigenthümlich ergreifend sie auch slnd, oic Subjektivität etwas zu schr hervor. Sie sollen während schwerer, peinlicher Krankheit, von dcr die Dichterin erst vor nicht langer Zeit wieder hergestellt ward, zwischen Fieberdelirien und heftigen Schmerzen entstanden sein. — Auch ein Parallelismus mit Heine, — an dem man übrigens die Verschiedenheit der bei' den poetische» Naturen auf's offeubarstc betrachten kann. Ada Christen ist keine emancipirte Frau, wenigstens nicht in dem Sinne, in dem wir das Wort gewöhnlich nehmen. Unter anderen Verhältnissen wäre sie vielleicht eine vortreffliche Hauofrau geworden oder hätte ihre dichterische Kraft einem anderen Felde zugewendet, auf dem wir Frauen lieber sehen, als auf der Arena der Ironie und deS Saikasmus. Aber so, wie sie ist, ist sie immerhin ei»e starte Frau. Sie hat, wie es scheint, vicl geliebt und viel gelitten, aber sie ist nicht unlcr-ßegangen im Sturme ihrer Erlebnisse, die Poesie war die Maule, darauf sie sich gerettet aus den Wogen mo< ralischcn Schifsbruch« auf festen Grund. S,e ist eine Tochter ihrer ^it, und als solche hat sie ihre volle Berechtigung. Ob ihr Name das neunzehnte Jahrhundert überdauern werdet' — W«r lann es wisstn? daß ein großes Deutschland Böhmen in russische Hände kommen lassen könnte! Die Ablehnung der czechischen Forderungen, insofern sie staatsrechtlicher Natur sind, halten wir entschieden für nothwendig; wir verstehen aber darunter nicht jene Forderungen die sich auf eine Krönung in Prag und Theilnahme der Landtage von Mähren und Schlesien an derselben, und allenfalls auf eine Einbe» rufung eines KrönungslandtagS beziehen, sondern wünschen nur jene Folgerungen aus dem böhmischen Staats-recht zurückgewiesen zu sehen, die eine Negation gemeinsamer Angelegenheiten zwischen Böhmen und den übrigen Bändern Wcstösterreichs und ihrer parlamentarischen Behandlung involviren — Angelegenheiten deren gemeinsame Behandlung bereits in dem von den Ezechen angenommenen Oclober-Diplom ausgesprochen ist. Was die Forderungen der Czechen und der Polen betrifft, die sich auf eine erweiterte Autonomie der Länder beziehen, so sind wir dafür, daß jedem einzelnen Lande die größtmögliche Autonomie und Selbständigkeit und jene verantwortliche Landesregierung gewährt werde, welche die galizische Resolution ausdrücklich verlangt. Die Resolution dcr Polen bietet eine gute Grundlage zu Verhandlungen, nicht gerade um Galizien eine Sonderstellung zu geben, aber um das festzustellen was allen Bändern gewährt werden foll. Man gewähre den Bändern volle Selbständigkeit im Iustizwesen, mit Aus. schluß jener Theile desselben, die sich auf Handel und Credit beziehen, desgleichen im Cultus- und Unternchts-wesen; man übergebe den Bändern die Besorgung der Lanoespolizci, und stelle cine dem Landtage verantwortliche Landesregierung an die Spitze der innern Verwaltung. Die Eingänge aus den directen Steuern wären derart zu theilen, daß aus einem Theil derselben die Kosten der Landesoerwaltung bcslritten werden, und nur der Restbetrag der Staatscasse zu gute käme. Dieser Theil bliebe dann als directe Steuer bestehen, während die zur Bestreitung der Landesverwaltung nöthigen Summen in Form von Zuschlägen zur directen Steuer erhoben werden könnten. Die Zuschläge würde das Land selbst bewilligen. Wahrt man bezüglich der Justiz nur die höhere Einheit (ein bürgerliches Gesetzbuch, eine Ci-oilproccßordnung), so kann der Nest getrost den Ländern überlassen werden. Den «roßten Gewinn davon würden die Deutschen ziehen. Entschieden sind wir beispiels» weise der Ansicht, daß Schwurgerichte im Strafverfahren für Galizien, Dalmalien u. f. w. unmöglich sind, begreifen aber durchaus nicht, warum dieselben in den deutschen Ländern nicht eingeführt werden könnten. Den Unterricht überlasse man vollständig den Ländern. Wenn die Völker nichts lernen wollen, so ist dies ihre Sache; wir stehen übrigens gut dafür, daß sie lernen werden. Desgleichen mische sich der Staat so wenig als möglich in die Angelegenheilen des Cultus. Es genügt, wenn der Grundsatz der Gleichheit der Religionen vor dem Staat ausgesprochen und das Individuum durch ein Religionsgesetz vor der religiösen Unterdrückung geschützt wird. Die dem Landtag verantwortliche Landesregierung bleibt im übertragenen Wirkungskreis der Cen-tralregierung ebenfalls verantwortlich, und es handelt sich hauptsächlich darum, den autonomen von dem übertragenen Wirkungskreise streng zu scheiden. Wir wür-den eS befürworten, die Verantwortlichkeit bloS auf den Landeschef zu beschränken und die Räthe oder Staats, secretäre der Landesregierung demselben einfach als ausführende Organe unterzuordnen, gerade wie in Nordamerika nur der Präsident und nicht auch die von ihm ernannten Minister verantwortlich sind. Bezüglich der Landwehr find wir der Ansicht, die wir bereit« einmal hier ausgesprochen, daß dieselbe auS dem Verbände mit den Generalcommanden loszulösen und durch Errichtung von Landwehrcommanden in den einzelnen Ländern oder Ländergruppen auf möglichst nationaler Grundlage durch» zuführen wäre. Damit wären unserer persönlichen, nicht infpi-rirten Ansicht zufolge — wir betonen dies ausdrücklich, da man es für gut findet unseren Artikeln einen officiösen Stammbaum zu verleihen — alle Concessionen erschöpft die an die Autonomie der Länder gemacht werden können, ohne das Gefüge des Reichs zu alteriren. Die Länder sollen le,ine Departements sein, aber auch keine souveränen Staaten. Gemeinsam müßte den Län> dern Westösterreichs bleiben das gesummte Staatsschulden- und Finanzwesen, sowie alles, waS den Handel und das Verkehrswesen betrifft. Auch noch eine andere wichtige Aufgabe würde dem Reichsrath zufallen, und diese wäre: jede Nationalität gcgcn die gewaltsame Unterdrückung und Vergewaltigung von Seite einer andern Nationalität zu schützen. Wir befürworten darum nicht nur ein Nationalitätsgesetz, über dessen Ausführung direct der Rcichsrath zu wachen hätte, fondern wir wünschen auch, daß jede Veränderung an den Landesverfassungen und LandcSwahloronungen von der Sanction des Reichsralhs abhängig gemacht werde. Wir fürchten nichts für die deutsche Cultur, und nichts für die Deutschen in Oesterreich. Die deutsche Cultur steht viel zu hoch um von der Frage.- Autonomie oder Centralisation? abzuhängen, und wird sich im Osten Europa's, wie wir es eben in Ungarn sehen, entschieden Bahn brechen. Für die Deutschen, die bis jetzt unter dem Schutze der Regierung und künstlich zu ihrem Vortheil hergerichteter Gesetze sehr bequem eine politische Rolle spielen konnten, wird es aber äußerst zuträglich sein, wenn sie gezwungen werden, sich auf eigene Füße zu stellen. Als politische Nation lömien sie dabei nur gewinnen. Was ihnen z. B. in Böhmen an Zahl abgeht, ersetzen sie durch Intelligenz und Reichthum. War es übrigens ;. B. in Böhme» Ende des 16. und im Anfang des 17. Jahrhunderts möglich, einen ertrag« lichen Zustand zwischen Katholiken und Protestanten herbeizuführen, so wird es wohl im 19. Jahrhundert möglich werden, Deutsche und Czechen zu versöhnen, und ein friedliches Zusammenwirken derselben zum Wohle des Landes zu erzielen. Laibach, ^0. Mai. Graf Potocli und Dr. Smolla haben gestern Prag verlassen und sind nach Wien zurückgekehrt. — Die Meldung von dem Gcitrittc dcr feudalen Partei zur böhmischen Declaration soll, wie dcr „Presse" aus Prag gemeldet wird, den Sinn haben, daß die feudalen ebenso wie die Nationalen das staatsrechtliche Gebilde CiSleithanicn perhorrcSciren, ohne den Ausgleich mit Ungarn, was die Lander der StcphanSkronc selbst betrifft, abzulehnen. Ob auch die einzelnen Punkte dcr Declaration von Scitc dcr Feudalen unbedingte Unterstützung finden werden, muß erst die Zukunft lehren. Ein anderer Berichterstatter meldet aus Prag unterm gestrigen Datum: „Was Potocli nach Wien bringen wird. ist die Ueberzeugung, daß die Czcchen genau solche Patrioten wie Politiker sind. Wenigstens thun sie so, als ob ihnen im Augenblick die Nothwendigkeit einer Verständigung nicht einleuchten wolle. Haben sie in Wien die gegenwärtigen Zustände für unerträglich erklärt und die Geneigtheit zum Ausgleich in unverho-lener Weise zu erkennen gegeben, so hat sie schon jetzt wieder der Feudal-Adel, dem man in Wien nicht oft genug um den Bart gegangen zu sein fchcint, auf andere Gedanken gebracht. Wenn sie bei ihren Vorstel» lungen mit ihrem Latein zu Ende waren, wurde Graf Potocti nicht müde, immer wieder die Unersüllbaiteit ihreS Wollens und die Unausführbarteit ihrer Projccle darzulegen. Darauf wußte, wie es heißt, gestern selbst der beredte Rieger nichts zu erwidern, als zu bedauern, daß mit dem historischen Adel Abmachungen vollzogen seien, die nicht rückgängig zu machen wären. Das Einzige, worauf eingegangen werden könne, sei die Geschil-kung deS Landtags, in welchem über die Bchandlungs. art der mit dem Reiche gemeinsamen Angelegenheiten Beschlüsse zu fassen seien. Und dieses ..Einzige" wirk aber kaum so ohneweiterS von der Hand gewieseu werden, weil es das Aufgeben dcr unfruchtbaren Nega« lion bedeutet und immerhin bei Eintritt mancher Ent» täuschungcn. die für die Czechen nicht ausbleiben werden, eine Verständigung mit dcr Regierung erleichtert. Daß die Feudalen endlich mit Sack und Pack zu den Declaranten übergingen, hat übrigens die Regierung nicht überrascht. Man war gefaßt darauf, schon ehe man noch in Wicn C la m - M ar t i n itz mit seiner Special-Declaration zurückzuweisen für gut befand. Heute hat es Graf Potocki unternommen, die Declaration, auf welche nun auch die Feudalen schwören, einmal gehörig unter die Loupe zu nehmen. Er erörterte Satz für Satz derselben mit Rieger, Slad low sty und Zeit-Hammer in Smolla's Beisein. (Mit dem Letzteren verbrachte überdies der Ministertricg>.^ minister beantragten Ersparnngcn von 1.^! Millionen verworfen hat und selbe nur mit 15) Millionen beantragen will. Eine M i n i ft e rl ris i s ist unvermeidlich gc» worden; nach der „Turincr Zeitung" hatte Lanza bereits seine Demission gegeben, aber auf Wunsch des Königs wieder zurückgenommen. Die Bande von Reggio ist bedeutend verstärkt in Fivizzano eingetroffen; der Vrigant Pilonc ist mit scincr Schaar vor den Thoicn Neapels erschienen. Die „Opinione" meldet, daß die römische Regierung zur Verhinderung jeden Versuches einer eventuellen Invasion an den Grenzen einen Zuaucn-Cordon aufstellte. Ein Florentiner Correspondent der „Tr. Ztg." legt den Bewegungen dcr Banden größere Bedeutung bei. Er schreibt: „Die von Piccolo, einem ehemaligen Sträflinge, welcher im Jahre I8W von Garibaldi stufenweise bis zum General befördert wnrdc, commandirlc Bande ist keineswegs, wie die Organe der Regierung behaupten, zersprengt worden, sondern hat sich getheilt, indem ein Theil sich gcgen die Gebirge in den Puglicu wendet, dcr andere aber übcr den Pizzo setzte nnd nun in Sicilicn opcrirt. Anßcrdem sind kürzlich anch in dcr Nomagna und in den Provinzen Foligno und Ricti, dann in dcr Emilia, in dcr Provinz Bologna nnd endlich in ToScaua, selbst in dcr Provinz Pisa, bewaffnete Schaarcn abgetaucht. Die Absicht dcr Keiler dcr Bc-wegung ist, die Regierung zn zwingen, ihre Streilkräftc in der Bekämpfung einzelner Banden zn zersplittern und die größeren Städte von Garnisonen zu cntl'liißen, damit sie auf solche Wcise den Hauptschlag unternehmen können. Thcilwcisc ist ihnen dicscs auch gclungcu, dem, die vorhandene Militärmacht reicht zur Herstellung dcr öffentlichen Ruhe nicht uns und die Garnisonen in Ober« Italien muhten start rcducirt werden, um nach Süd-und Miltcl'Ilalicn Verstärkungen zu schicken. (In Florenz ist, wie dcr Florentiner Correspondent der „Gaz zctta di Vcuc^ia" ausdrücklich hervorhebt, die Garnison belassen worden, um dort jcdcr cventncllen Ruhestörung sofort erfolgreich entgegentreten zu können.) In Süd-Italien allein sind zwei vollständige Infantcricbrigadcn (Ancona und Forli) zur Bekämpfung des Anfstcmdcs verwendet worden und hat Gcnerallicutenant Sachi den Oberbefehl übcr diese Opcrationstruppcn übcrnommcn. In dcr Einilia, Romagna nud dcr Toscana sind ncun Bersaglicribalaillone mit dcr Aufsuchuug und Bekämpfung der einzelnen Banden lieschäftint." All» 15). d. hielt der Papst bci dcr Vclthcilunsi der Preise in dcr Ausstellung kirchlicher Gcgcuständr wieder eine Rede. „Dcr kleine päpstliche Staat," sagtc er, „möchte die Künste ihrer Vollendung entgegenführen und die Wissenschaft dahin bringen, daß sie an Ticfe zunimmt. «Wirtlich?) Die Kirche ist nur unbeweglich in den R.geln des Ehrbaren, Gerechten und Nahren. Sie schafft keine neuen Dogmen!, sie bestätigt nur, was sie immer gcglanbt, und läßt auf diesen Glauben ein neues Licht fallen." Dcr „Bossischen Zeitung" wird aus Rom geschrieben: Man macht außerordentliche Vorbereitungen ans das Fest dcr AuSgicßmig dcs heiligen Geistes. Die Reliquie der Kanzel, auf wclchcr dcr Apostel Petrus hier gepredigt haben foll l>Ä,tli6äl2 8. ?olri), wird in Gold» und Iuwclenglanz auf dem Hochaltäre dcr vaticanischcn Basilica ausgestellt scin. Nach dcr öffentlichen Verkündigung der päpstlichen In-fallibilität können die Bischöfe nach Hanse gehen, sic haben ihre Schuldigkeit gethan. Arbeitshäuser als IrlmnanstMn. * Verschiebung, dann laufen lasscu, ind wieder Per» schiebung und so fort, in den Zwischenzeiten angcwie° sen sein auss Betteln, das ist bei nns noch im Ganzen und Großen die Behandlung arbeitsfähiger Armcn; Em^ lcqen von HauS zu HauS die Art dcr Behandlung von Arbeitsunfähigen. Mit einer größeren „Wahrnug dcs NcchlSprincipcs bci dcr Verschiebung," was letzthin von cincm Blatte als Wcscu und Vorzug dcö proponirlcn neuen SchnbgcsctzcS dargestellt worden ist, wird cdcu so wcnig ein Schritt nach VormärlS in dcr Vagabunden-und Armcnpuli;ci gcn'acht werden, als sich ans dcm ledig-lichen „Principe" dcr autonomen Armenpflege, das im HcimatSgcsctzc in dcn Worten ausgedrückt ist: „Die Art und Wcisc dcr Armcnvcrsorgung bcslimmt innerhalb dcr bestehenden Gesetze die Gemeinde." von selbst tin Fortschritt ans dem Gebiete hat entwickeln können. Es ist in unserer Zeit wesentlich die Organisation, wclchc bcn Charakter einer Armenpflege bestimmt, sie zu fortschreitender Bewältigung ihrcr Ausgabe in dcn Stand setzt oder im erfolglosesten Schlendrian festhält. Die rich-tigcn Gruudsätzc pfügcn sich auS einer zweckentsprechenden VcrwaltnngSwcisc überall bald von selbst zu crac-bcu. Die gesetzlichen Voraussetzungen aber können mit Sicherheit nur iu dem Maße geändert, d, h, ans Zwang l" Freiheit nnd auS Ungleichheit in rcine slrcugc Gc-^echtisslcit nmgcwaudclt wcrdcn, wie eine wirksame Or-aanisalion dcr Armenpflege die in dcr Gesellschaft schlummernden freien Kräfte umfassender auf dcn Plan ruft. * Au« der österreichischen „Zeitschrift silr Verwaltung." Wir haben in dicscr Richtung schon einmal auf die Organisation dcr sächsischcn Armenr^rbäioe hingewiesn,, Noch größere Beachtung aber verdient dic Organisation dcr sächsischcn Arbeitshäuser als Armenanstalten. Auch diese Organisation ist dort zunächst von den Gemeinden und cominunalcu Vcrbändcu ausgegangen. Iu Slrchla war Anfangs I8W cin Bczirls-Arbcilshaus für dic Gc-richtsämter Oschatz und Stichln begründet worden. Die Idee brach aber gleichzeitig an verschiedenen Orten durch und andcrc Gegenden dcS Landes folgten nach. Man verband sich theils zur gemeinsamen Errichtung eines Zwangsarbcitthauscs, thcilö noch zn wcitcrn armcnvflc-gerifchcn Zwecken, in Meißen und Taucha sogar zu luchr oder weniger gemeinschaftlichem Betrieb dcr gc-sammtcn Armenpflege; immer aber ans freier socialer Initiative, ohne anderes Zuthun der Staatsgewalt, als daß diefc die Statuten genehmigt und ihre Behörden zur Förderung der VcrbandSthäligkcit in dcn ihnen durch diese selbst gezogenen Grenzen anwies. Mit dcr Statuten-Genehmigung erlangten die Verbände individuelle Rechtsfähigkeit, das was man moralische oder juristische Personen zu nennen pflegt. Dnrch d,c Statuten legten die Verbände sich bei nnd bcstätigtc dic Regierung ihnen soviel Slrafgcwalt, wie sic zur erfolgreichen Bchind-luug der Bcltlcr, Landstreicher und Arbcilsschcucn nöthig zn haben glaubten — dcr cinc mehr, dcr andcrc weniger. So ging die Armc„pnlizci im wesentlichen auf sie übcr. In dicfcr sanften AnStrcibnng dcr Staalsbc Horden ans dcr Landarmcnpftcgc liegt, wie in cincm Ans-satzc dcs „Grcnzbotcn" über dic „sächsischcn Armcnvcr bände" gesagt wird, dcr wesentliche, drr befreiende Zng dcr Neuerung, gegen dessen hohen Werth dic Bedenken wider das Zwangsarbcitshans nicht stich halten, und dcr eine Art von Uebcrgang zur Verwaltung in sich schließt, welche weit nbcr papierenen, Selbstverwaltung dccrctirendcn Gesetzen steht. Denn hier sind mit dcm Acte dcr Entstehung auch sofort die befähigen Träger gegeben; die Selbstverwaltung verdrängt burcaukrat.schc Verwaltung gcnau nnr in dcm Umfange, wie fic fichcr ist. dieselbe durch ihre Leistungen zn überbieten. Die Schriftsteller Bitzer (,Dle Bc^irls-Armcn-Ar-bcilshäuser in Königreich Sachs'cn") und Hallbaucr (in scincr Schilderung dcs Meißner Nn>tsland°schastsllrmcn' Verbandes), bringen uns inlcrcsfantc Aufschlüsse und Bemerkungen übcr die sächsische Armcnvcrsorgung. Bitzcr hat dic sächsischcn Bc^iriS-Nrmcnhänscr im Interesse ihrer eventncllcu Vcrpftauznu7, nach Württemberg so zu sagcn officicll studirt. Er gehört nicht zu den principiellen Bckcnncrn odcr gar zu din Aposteln dcr Idcc cmcr «freien Armenpflege." Aber er sagt am Schlüsse des dic Oraanisaüon dcr sächsischen Armcnvcrcine be-lrcsfcnde,' Abschnillcs seiner Schlifl: „Gerade die von dcr Regierung zugelassene gclnz frcie Bcwcniliia uulß als cinc dcr Hauplbcdingungcu dcS Zustandckomii'ciiS »nid der Lebensfähigkeit nnd Ausbreitung der Vereine angesehen werden, da doch nur in dcr freien Thätigkeit dcr Vcrcins.'nitglicdcr und ihrcr Organe die wahre Bürgschaft cincS gedeihlichen Wirkens derselben liegt; und in-dcm cr auf die hcrvorragcudcn Dienste hinweist, wclchc in Sachsen Riltcrgntsbcsitzcr und cin^clnc GcrichUvor-sländc dcr Sachc geleistet hnbcn, läßt cr dahingestellt, ob sich ähnliche bahnbrechende Ucbcrnehmcr cincS unbcsoldc-tcu Ehrenamtes auch >n scincr schwäbischen Heimat finden wcrdcn. (Schluß folgt) Hüssesneuigkeiten. — (Eisenbahnunfall.) Auf der Dcbreczin-Szatmarcr Eisenbahnlinie ereignete sich am vorigen Samstag cin großes Unglück. Dcr Locomolivführcr war berauscht uud dcr 'Zug fuhr' aus dcn Schienen. Dreißig Menschen sielen Ubcr den Damm, verletzten sich größtcnlhcils, ja einige erhielten tödtliche Verwundungen; die mit heiler Haut davongekommenen Passagiere wollten sich auf den pflichtvergessenen Führer stürzen, dcr aber hatte sich mittlerweile aus dem Staube gemacht. Wie daö Dcbreczincr Blatt seiner Mittheilung hinzufügt, soll dies nicht der erste Fall auf dieser Linie sein. — (Friedrich v. Räumer's) neunzigster Geburtstag wurde am 14. Mai d. I. in Verlin feierlich begangen. An dicfem Tage wurde dcm Historiker sciue Büste, von Drake modcllirt und von dein Bildhauer Ochs iu car-rarischcm Marmor ausgeführt, durch ein (5omi>0 überreicht. Friedrich v. Ranmer erfreut sich trotz seines hohen Alters der besten Gesundheit. Unter dcn anderen Gaben, wclchc dicscr Tag gebracht halle, ragte ein Bcglückwilnschungsschrci» ben des Doctor-Collegium« der philosophischen Facultät zu Wien hervor, welches in warmen Worten die Zugehörigkeit dcr Deutschen in Oesterreich zu dem gemeinsamen Vatcr-lauoc uud die Verdienste, welche sich Friedrich v. Raumes durch sciue historischen Werte und die Belebung dcs deutschen NaNonalgcsühls erworben habe, betonte. Wir theilen aus diesem Schreiben folgende bezeichnende Stelle mit: ,Dic 900jährigc Entwickelung Oesterreichs offenbart seine, Bestimmung, die Völkerschaften der verschiedensten Stämme geistig einander näher zu bringen, nnd die deulschcn, Ocstcrreichcr haben es nicht daran fehle» lassen, die Er-^ süllung dieser Ausgabe anzustreben, denn deutsche Bildung, ist es, die, ob auch in fremdem Kleide, den reichen Län-derkrauz durchzieht und verbiudcl. Darum gcziemt es auch den deutsche» Oesterrcicheru, trotz der politischen Trcunung, ^ die geistigen Bande mit den Stammeögenpssen jenseits der Greuzpfähle aufrecht zu halten, und folche Tage seltener Freuden mitzufeiern." — (Fur Nahnbeamte.) Dr. Strousberg hat einen Aufruf cm geschulte Bahnbeamteu erlassen, welche Lust hätten, nach den Donauflirstenlhiimeru und der Tlirtei zu gehen. Die glanzcudstcn Bedingungen sind ihucn in Aussicht gestellt, ^(»uclitio «ine ljuu, «ou ist die Nachweisung der Kenntniß der französischen Sprache. Locales. Die krainische Sparcassa hat dcn durch Hagel» schlag und Wolkcobruch im vorigcn Ialnc vcrimylücklen Bewohnern dcr Stcucrncmrindcn Buchberg. Taubcnbrunn und Rcichenau dcs Bczirtcs Goltschee den liamdaftrn Unlerstützungsbetrag r«on 5(X) fl. hochherzig zuyewrndet und wurdc derselbe von Scite dcS t. k. Landespräsidiums unvcrwcilt seinem wohlthätigen Zwecke zugeführt. Laibach, 20. Mai 1870. Ans den« Gemeinderathe. Sitzung vom 20. Mai. Nach Verlesung dcs Protokolls der letzten Sitzung iuterpellirt GR. Blirger wegen öfterer Straßenbespritzung. Bürgermeister verspricht, das Nöthige sofort zu verfügen. GN. Pirler interpcllirt wegen Entfernung einer Pfütze au der nordöstlichen Teile des Schloßberges ober dem Glei'schcn Garten. Bürgermeister verspricht im Wege der Strashausvcrwallung das Geeignete zu verfügen. GR. Komar interpellirt wegen besserer Herstellung der Straße nach Lippe am Morast, womöglich noch vor der Heumahd. Bürgermeister verspricht, durch den Ma» gistralsölonomen die nöthigen Erhebungen pflegen zu lassen uud den Gegenstand fodann in Anregung zu bringen. GR. Kalteucgger macht aufmerksam, daß im Centrum dcr Stadt ein Reservoir sür die Ctraßenbespritzung angebracht werde. Bürgermeister erwidert, daß dies bereits vergangenes Jahr in Anregung gebracht worden, jedoch Widerspruch gesunden habe, er werde jedoch die nöthigen Erhebungen anordnen. GR. Haussen interpellirt wegen Regulirung des Wasserabflusses von der Spinnfabril und Entfernung einer Pfütze vor dem Mühleisenschen Hause; GR. Dr. Schrei wegen Beseitigung eines Trü'mmer> haufcus vor dem Kinderspitale; GR. Mahr wegen Beseitigung des Schnalzens; worüber der Bürge r m e ist er Abhil.se verspricht. Magistratsrath Ieras referirt in Betreff der Führung einer Geme i ndema lrilel. Eine solche sei sür eine geregelte Verwaltung uuentbehrlich in Bezug auf Armcn-Zuständiglcilswescn :c. Nach der Vollszählungsvor-schrift vom Jahre I8K7 ist zu den Einheimischen auch Jcdcr zu zähle,,, dessen anderweitige Gemeindeangeho'rigleit nicht bclaunt ist, dahcr fällt ein solcher in Fällen der Erwerbsunfähigkeit dcr Gemeinde zur Last. Besondere Schwierig» lcilen haben die Beamten, welche Ehemeldzellel u. dgl auszu-fertigen haben. Bei den häufig verwickelten Heimalsverhält-nissen werde die Anlegung dcr Matrikel nur durch Aufnahme eines Diurnislcn möglich sein. Schließlich stellt Referent in diesem Sinne dcn Antrag auf Anlegung einer Gcmeiudcmatritel. In der darüber eröffneten Debatte spricht GR. Dr. Schöppel fur Verweisung des Antrages an die Commission sür Abfassung eines neuen Gemeindestatutes, GR. Dr. Pfefferer dagegen. GR. Kaltenegger hält die Nothwendigkeit dcr Gemeindemalrilel für zweifellos, aber die comniisfionelle Berathung für zweckmäßig, welche möglichst zu beschleunigen wäre. Nach einem Schlußworte des Referenten, welcher die Zweckmäßigkeit der baldigen Durchführung beleuchtet, wird dcr Antrag desselben ange» n o m m c n. Borträge der Bau section. GR. Slcdry rescrirt a) wegen des Brunnens am St. Iakobsplatze, dessen Versetzung durch die bevorstehende Anfstclluug dcr Marienstatue nothwendig wird. Die Bau-section beantragt Herstellung des Brunnens an einer anderen Stelle und Veranlassung der Berichterstattung darüber, womöglich in dcr nächsten Sitzung. Der Autrag wird ohne Debatte angenommen; — !>) in Betreff Umlegung eines Feldweges an dcr Lcnbach-Tarviser Bahn, aus Anlaß der Ablösung des Tfchintel'schen Grundstückes. Die Section beantragt die Auflassung dieses Feldweges mit Rücksicht auf die ohnehin projectirte Verbindungsstraßc zwischen dem Luckmann'schen Hause uud dem Tönnics'schcn Garten. GR. Bnrgcr macht alismcrssain, daß nicht abzusehen fei, wie die Umleguna. dcr Straße im allgemeinen Interesse liegen könne. GR. Stedry erläutert, daß die Lage dieser Straße sür eine allfälligc Sladlcrwcilerung nicht geeignet sei. Der Antrag der Section wird schließlich angenommen; c) wegen Cullimniug deö Morastlcrraius Hauptmanza. Nachdem ohnehin ccr Verkauf diefes Terrains beschlossen worden, so sei danidcr nichts weiter zu verfugen; dcr Antrag wird angenoiu m e u. Po lizcisection. Dr. Kecsbacher refcrirt in Betreff einer Nrun -ncnordnung für Laibach im Grunde des Gemeinde-rathsbeschlusscö vom 8. Februar 1870. Er erörtert zunächst dic Gcsichlöpuuflc, von welchen die vereinigle Bau- und Polizeisection bei Abfassung des Entwurfes ausaeaan-gen sind. " " Vorerst mußte die Aufgabe einer Brunnenordnung klargestellt werden, und zwar uMcr genauer Präcisirung des Umfanges, innerhalb dessen sich dieselbe zu bewegen 834 habe. Sodann galt es, ein Organ aufzustellen, welches die Erfüllung dcr gestellten Aufgaben zu überwachen hat, sowie die Grenzen auszustecken, innerhalb welcher ein sol« ches Organ feiner Mission gerecht zu werden bestimmt fei. Es mußten daher die Mittel und Wege genau präcisirt werden, welche dieses Organ zur Errichtung feiner Zwecke zu ergreifen berechtigt fei. Was nun die Aufgabe einer Vrunnenordnung betrifft, so ist die Nächstliegende allerdings jene, das Wasser der Brunnen der Stadt einer regelrecht wiederkehrenden periodischen Untersuchung zu unterziehen. In Anbetracht dessen aber, daß über Vrunnenwesen in der Bau- und Feuerlöschordnung nur in einem einzigen Paragraphe (H 10) und da nur flüchtig und gedrängt gedacht wird, fchien es wichtig, die Aufgaben einer Brunnen-ordnunq etwas weiter auszudehnen, und fo waren es drei Gesichtspunkte, welche die vereinigte Bau- und Polizeisec-lion bei Abfassung des Entwurfes im Auge behielt. Erstens die fanitäre Frage, o. h. die Untersuchung des Wassers in Beziehung seiner Reinheit, seines Geschmat-lcs, feiner Temperatur, nöthigenfalls feiner chemischen Beschaffenheit, mit einem Wune, in Beziehung feiner Qualität uno Quantität, als wichtiger Factor der öffentlichen Gesundheitspflege. Zweitens die polizeiliche Frage, d. h. die Ueberwa-chung der Sicherheit und Zweckmäßigkeit der Vrunnencon-struction, sei es schon bestehender, fei es neu zu errichtender Brunnen. Drillens die wissenfchaftliche Frage. Jeder Brunnen der Stadt ist als ein fondirender Durchstich durch die Bo-densänchten, auf welchen die Stadt steht, zu betrachten, aus der summe solcher Durchstiche läßt sich cin Bild über die Terraiuoerhälmisse und Bodenschichten gewinnen. Eine solche Kenntniß der localen Bodenverhältnisse aber hat nedst dem wissenschaftlichen Werthe, sich über die So-lubrilät der Stadt und specieller Stadttheile ein Urlheil zu verschaffen, noch außerdem die praktische Folge, daß man sich mit ziemlicher Sicherheit klar stellen lann, in welchen Etadtlheilen die Anlage neuer Brunnen gule Erfolge verspricht und in welchen nicht. Mit gutem Vorbedacht hat daher die vereinigte Vau-und Polize section in dem Entwürfe Sorge getragen, daß die Resultate der Untersuchungen in einem genau vorgeschriebenen Protokolle eingetragen werden, weil es eben auf diesem Wege möglich ist, eine förmliche Brunnenbeschreibung der Eladt zu gewinnen. Was nun das Organ anbelangt, welchem die Ueber-wachung der Brunnen anvertraut werden soll, so wurde dafür gesorgt, daß dasselbe aus Fachmännern aller hiebei betheiligten Fächer bestehe. Selbstverständlich kann die Thätigkeit eines solchen Organes einer Brunnenbeschaucommission nur eine überwachende und berathende sein, die Executive bleibt dem Magistrate, als der hiefür bestimmten Behörde, gewahrt. Wohl aber mußte ihr in Beziehung auf das Brunnenwesen jener Emfluß gesichert werden, wie er in allen anderen Baufragen nach der städtischen Bau- und Feuerlöschordnung der hiezu bestimmten Vaucommission gewahrt erscheint. Auch hier war es Aufgabe der Brunnenordnung, einerseits das Interesse des Brunnenbesihers möglichst zu wahren, der die Durchführung einer folchen ja nicht als eine Last, sondern als eine Wohlthat im Sinne der öffentlichen Gesundheit betrachten foll; andererseits der Brunnen« beschaucommifsion die Möglichkeit zu schaffen, überall, und wenn es nöthig erscheint, auch rasch und entscheidend eingreifen zu können. Indem die vereinigte Bau- und Polizeifection den Entwurf eiuer Brunnenordnung für Laibach dem löblichen Gemeinderathe zur Berathung und Beschlußfassung vorlegt, stellt sie den Antrag: Der löbliche Gemeinderath wolle beschließen: 1. Der vorgelegte Entwurf einer Brunnenordnung für Laibach wird angenommen. 2. Der Magistrat wird beauftragt, dieselbe unverzüglich zur Durchführung zu bringen. Der Entwurf der Vrunnenordnung wurde in der General- und Specialdebatte mit einigen Modifikationen a n - genommen und der Magistrat mit der unverzüglichen^ Durchführung derfelben betraut. — Schluß der Sitzung! 8'/- Uhr. ' ___________ — ^Schadenfeuer.) In der Nacht vom 16. auf den 17. d. M. brach in dem an das Wirtschaftsgebäude des Grundbesitzers Michael Rosmann von Huje, Bezirk Krainburg, anstoßenden Bicnenhause Feuer aus, welches die sämmtlichen Wohn- und Wirthschaftsgebäude dieses Besitzers so wie von vier Nachbarn sammt den Vorräthen in Asche legte. Die Beschädigten sind für ihre Gebäude mit verschiedenen Beträgen assecurirt; die Entstehungsursache des Feuers ist unbekannt. — Und in der Nacht vom 17. auf den 18. d. M. äscherte ein Schadenfeuer in Studa, Ortsgemeinde Domzale Bezirk Stein, drei Wohngebäude nebst den dazu gehörigen Wirthschaflsgebälidcn ein. Die Entstehungsursachc des Feuers ist bisher unbekannt. Der Schaden 'beläuft sich auf etwa 2400 fl. Die asse-curirte Summe beträgt 1040 fl. — (Aus Istrien) sind gestern sechs Frauenzim' mer unter Gendarmerie-Escorte hier durchgeführt worden, um, wie wir hören, in die Strafanstalt Lantowitz bei Graz gebracht zu werden. Die eine wurde wegen Gallen-, eine zweite wegen Kindesmord, die anderen wegen Diebstahl verurtheilt. Korrespondenz. Aus Tberkraill, 18. Mai. Nun erst können wir sagen, daß auch bei uns des Winters Qual vorüber ist, denn erst seit dieser Woche ist der Schnee von den bewaldeten Gebirgen verschwunden, die Saaten crünen und die Fruchtbäume entwickeln ihre duftenden Blülhen, nur in, Norden uud Westen sind die Kalkgebirge noch mit Schnee bedeckt. Auch die befiederten Sänger des Waldes sind bereits alle wiedergekehrt, und das Ohr des Naturfreundes wird erheitert durch die lauten Töne der Goldamsel, die hier die Nachtigall vertritt. Aber auch der Laudmann erfreut sich am ländlichen Bilde, denn die Obstbäume, be-fonders die kirnen, versprechen eine überaus reiche Ernte und auch das Sommergetreide verspricht, unserem Landmann reichlichen Ersatz für die ausgewinterten Saaten zu geben. Auch die fönst so gesürchtete Maikäferplage, die uns auch heuer bevorstand, wird uns teineu bedeutenden Schaden zufügen, indem, obwohl bei ung nichts zur Vertilgung dieses ! Insectes geschieht, dasselbe doch heuer in bedeutend geringerer Menge sich zeigt, da die meisten Maikäfer in Folge des strengen Winters zu Grunde gegangen sein dürften. Sonntag den 15. d. M. veranstalteten die Beamten der Nahnbauleitung der Rudolfsbahn in Vcloes ein Friih-liugsfcst, welches ungemein glänzend ausfiel. Begünstiget vom herrlichsten Wetter wanderten sämmtliche Gäste, die sich aus Nah und Fern eingefunden hallen, unter den Klängen der Militä'rmusikcapelle des in Laibach garnisoni-renden Infanterieregiments von Nadmannsdorf aus nach Vetoes, wo dinirt wurde. Nachmittags wechselte Platzmusik mit Schiffahrt auf dem See ab, und Abends ergötzte man sich am Tanze, der bis spät in die Nacht dauerte. Wir glauben dem Wunsche, aller in so zuvorkommender Weise zu dem Feste geladeneu Gäste zu entsprechen, wenn wir hiemit den verehrten Herren Beamten der löblichen Bahn-bauleitung den verbindlichsten Dank für ihre so zuvorkommende Liebenswürdigkeit ausdrücke», durch die sie sich die Sympathie aller Obertrainer so schnell erworben. Aber auch noch eines Ungllicksfalles muß ich erwähne», von dem ich so eben Kunde erhalte. In einem Steinbruche bei Krainburg sollen durch einen Felsblock, der sich losriß und herabrollte, 10 Arbeiter, meistens Flitscher, zerquetscht worden sein, so daß 5 gleich todt blieben, und die anderen 5 im jämmerlichsten Zustande nach Krainburg ge< bracht werden mußten. Wir werden, wenn sich diese Mittheilung bestätiget, näheres darüber berichten. Neuellt Post. Der „Prcsse" wild aus Piag aeülcldct, daß dic czechische Londbrvolkouüg ihrer Versöhnlichkeit cincn lic« stimmlcn Ausdruck daduich z» «elien willcns sei, daß sic dic Flihrcr der Nation auffordern lasse, ihrerscilö ! die Uriterhandlmiqcn nicht zu crschwcrcn. Gleichzeitig ! erfährt die ,.Pl.", daß die böhmischen Feudalen der Declaration deshalb bcigclrctcn selc», wcil sie befürchteten, die nationale Partei tölmlc dci, Boden der Declaration verlassen," von dem sie sich bereits einen Schritt entfernt halte. Dcr Wahlaufruf der nicdcröster-icichischen Fortschrittspartei befriedigt dic Czeche», wcil sie denselben als eincn Beweis dcr Versöhnlichkeit dcr großen Masse der Deutschen ansehen. Nach zuoerlässi-gen Mittheilllügen ist es sicher, das; die am 18. d. M. in Prag geschlossenen Aiisglcichsvcrhandlmlgen AllSsicht auf Almähcrlmg dcr Parteien gewähren, was auch die „Bohemia," cin OrfM dcr denlsch-böhmischcn Parlci, bestätigt. Die Nachricht, daß dcr päpstliche Nuntius Sr. Erccllcnz dem Reichskanzler Orafc» Be»st vertraulich mitgetheilt bade, ocn Papst wiirdc niemals Stroßmaycr's (Hrncmnmg zum Agramcr (ärzbischof bestätige!,, ist, wie dcr „Voltsfrcmld" erfährt, vollkommen unlicgrilndct. Vom „Ung. Aoyd" wird ebenso entschieden dcmcntirt, daß Graf Veust sich irgcndwic mit dcr jta>ldidat»r des Ai-schofs Stroßmaycr für das Agramcr Erzliisthmn bc> schäftigt habe. Am A0. Mai soll in Wien eine Notablen Versammlung stattfinden, an welcher thcilzmlehmcll auch Palacfy zugesagt hat. In ssiume dauern die Erderschiltteruna.cn fort »nd zm^ir imincr m der gleichen Richtung (von Süd« often nach Nordwcstcn). In dcr Nacht vom 15.—16.d. spürte man drn. Lissabon, 19. Mai. Marschall Saldanha machte ei» Proülinciamci'to mit scchs Bataillonen. Vor dcm l. Paläste fand cin Kampf statt. Saldanha nahm daS Furt Georg. Nach einer Coilfercnz dcs König« mit saltmnha gab Mmislcr Lonle scinc Entlassung lind S^ldlMhti wmdc mit dcr Billning des nencn Cabinets l'cullftl^t. Mehrere Städte unterstützte» dies.» rein militärische Bewegung. (Ciltud) 5.25 - 5perc. NatioualAu»hen 69,80. - 1860c,' Biaaik-Los^ 96.10, - Baulacticu 72l, - Hi'sml-A^iien 25)5.20. — London 123.75. — Sillier 121.50. Napo-lcond'orS 9 87. .M«>ll?M'Ul0ttljchl', H«liljl1«,ljlll!l!jl'il m KlUlMlll. s6 N Mg^ 330 0, >10 6 .....wiiiM heiter' , 80 j 2 ., N. 52!)...» ^-22,0 O. schwach hciler ! 0.,« ^10 , Ab. 328«.. -j-14 :, windüill heiter Hcisicr T,ig. Fcderwollen. Abclidruth. Das TagcSmittcl der Wanne j- 15 8", um 3'9" über dcm Normale. ^iaulwiirllichcr Redacteur: Ia,na< n. Ht'l e i n m a li r. W Ich dittc dic hochhnzisscii Dnül>!i, dic' l»icdcle» Hcrru Viligcr, Bcamlcn mid Milczlicd^r drö Mämisr- ^^ ^W gcsangsverciucs, suwic jämmllichc lliriliiahm^ullll Br- ^^ >W wobiicr dcr Sladt Gotlschcc, siir die cdlc ^«'cnschcn- ^W WW flcimdlichlcil und cmiücillc Condolrn;, welche Sie, ^ H^zcnsgedildcle, auläszlich deö Dahmscheidcnö mrincr W ^ am «. Mai 1870 zur letzten Ruhe licftattctcil iuuigsl- ^ >W gclicdtcu Gattin > Leopoldine Leskovic > W gebornen Gilly W ^> an dm Tast ;u lessru dic Gillc hallcn, »ou mir, meiner Schwicssermuttcr Nabettn Willy, meinem Schmagcr Peter Gilly und meinen unschuldige!! ^D ^W Klciüodicu, dic ail dcr «hcnercü Vcvblichciic» dic cdclftc W» ^W Mutler »nd cinc uncrscftbarc Er^ichcrin uerlorcn, dru ^^ ^> wärmsten Daul cntgca.su zu nclimen und dru Auö- ^> ^> drncl der ansgczcichuctslcu Hochachtung uud Verchrung ^D ^ zu sscnehmigcu. lM ^ t, I. Ven'rköa.cricht5!idj»lict. W Nzif'll'Nl^sislHk ^Uien, 19 Mai. Die Vorbürsc war scl,r mcüig dcschäsligt. Dic Ml!l'nnn.ru sind glcichwohl höher ll,s die (ililsc U°II gcstcni Millagtt, dcr Umsal) auf oicscu Ii^'Nn ^»rscü Dll^t llllz l^lU)^. ,uar alicr „ich! bcdcutcxder als die Varialiou, welche !«i Anglo nur ! fl.. l>ei Eredit nur ^ fl. dcMig ; deuu man »olirle crslcrcs Effect 3^.50 — 324.50. E>edit 25)7—2,'<7.,>2.70 uud 1Ü3.I0, in Franco wuvdc I'7 uud 117,25. in Tramway 217.75 und 218 gemach!. 1860cr Lose halicii sich wieder auf W.20. 18 l). vlctlen von Vanrl„ft»t»»ten. Geld Waare Nnglo-üsterr. Vaul abgcst, . . 321 - 322 — Auglo-uugar. Van! .... 95.50 96.50 Balituerciu.......228.- 229.- Bodcu-Ercditanstalt .... 390— 393,— Ercditanslalt f, Handel u. Gew, . 256 30 256,50 Crcdilanslall, allgcm. nngar. . . 86.50 87,— Escomptc-Oescllschaft, », ö. . . 872. 874. Franco-osterr. Banl . . , . 117.- 117.50 Gencralbaul.......87.- 88-- Nalioualbank......721.- 7^2 — Niederländische Baul . . . . 99 — 99,50 VcreillSbaut.......107.75 108.25 Vertehrsbaut.......114.— 115.— Wiener Ban!......75— 77,— «V. Actieu von Transportuuterneh« MUNgen. Franz-I°stpl,«.«ahn .... 186.75 187.- I Veld 3i>lllllp Lembera-Czern.rIassyer-Vahn . 206 50 207. - N°t>d. üsterr........373.— 375,— Omnibus........133.— »35.— Rudolfs-Bahn......166.75 167.25 j Sicbrübürgcr Bahn .... 169.50 !70 — Staaltzbllhn.......4 >2.— 40^.— Sildbahn.......192.40 192.60 Sild'nordd, Verbind. Bahn , . 176— 177.— Thei^Bahu.......227 50 228.- Tramway........217.— 217.50 «. Pfandbriefe (für 100 st) Z Mc, üst Vodeu-ltrcdit-Ättstalt Geld Waare! verlotchar zu 5 pEt. iu silbcr 107.25 107 50 dto.i,!!j3I.rilckz.zu5pEt.iuo.W. 90.25 90 50 Nationalb, auf 0. W. uerloSb. zu5plil........98.- 98.25 Oest. Hypb. zu 5'/. M. rllckz. 1878 97.80 98.30 Ung. Äod.-Ercd.-Alist. zu 5V, pEt. 91.— 91.25 lr. «priorität^obliaationen. i. 10) st. .G.3^i.500Frc. ,. . .118.-118 25 Si!db.-Äous 6 "/„ (1870-74) « 500 Frcs......249.- 250.— ling, Ostbahu......89.30 8l».45 «. Privatlose (per Slilcl.) Creditaustalt f. Handel u. Gew. Geld Waare zu 100 st. °W......16150 162.- Nlldolf-Sliftnllg zu 10 st. . . 1450 15.:>0 Wechsel (3 Mo»,) Geld Waare Augsburg für 100 st südd. W. 103.10 103 25 ssraulfm'l a,M. 100 st. dctlu 103,3" 103 50 Hamburg, für 10» Marl Banco 91.45 91 55 Loudou, für 10 Pfund Sterling 123 75 123.95 Paris, für 100 Francs . . . 49,10 49,15 (fours der Geldsorten Geld Waare tt. Mttuz-Dncate, . 5 st. 86 lr. 5 st. 87 li. Napolcousd'or . . 9 „ 8?i., 9 ,. 88 „ Vcrcmsthalcr . . . 1 « 82; .. 1 , 83; ,. Silber . . 121 ,. 50 „ 121 „ 75 „ ltraimsche Orundeulllluungs-Olilia.llttoueli, Pri-vlltuotlruu«: 8«.— Gelb. 94 Waare