Lmbllcher Zeitung. Nr. 273. Pr5 !! ! merationsprel«: Im Lomptoll ganzj. fl. ii, yalbj. fi. 5.5«. siiir bie^uftellu,:a in« Haue hHU'j.,')i!lr. !l)i!tderP:,'«, ,;ai>zj. st, ,5, l,udj. fl.?..^0. Samstag, W. November Insertl nnsgeb rlhi b!e lü feilen : lmal»« fr., 3m. «0lr., 8m. l si.; soils! Pr. Zei!c I,n. ßlr., LUl.!< t» , 1868. Mit 1. December beginnt ciu neues Abonnement auf dic iFaidacher Zeitung." Der Prä » n mcr a t i ons-Prei s beträgt für dic Zeit vom I. bis Onbo Dcccmbcr ^li^l: Im Comptoir offen.......- si. <^2 kr. Im Comptoir unter Convert . . . . 1 „ "" „ Für Vaibach ins Haus zngestellt . . . 1 „ ^ „ Mit Post nnter Schleifen'. . . . . 1 .. 25) .. Amtlicher Theil. Sc. k. und k. Apostolische Majestät haben dem Seclionschcf, Gcncralstallmcister imd Vorstand des Departements für Pferdezucht im Ackerbauministcrinm, Niajor in der Armee, Vadislaus Grafen Nozwadowsti und dem Rittmeister in der Armee Joseph Anton Grafen Triangi die t. k. Käilnnercrswürde allergnädigst zu verleihen geruht. Am 2,'r I8l!8 wuldr iu drr l. l. Hos- und Stants-dnictrlri das I.XV, Tlllcl deS R^ichilgesitzblnurs missscgrbci! mid versend^. Dai0 dns c">s^< uum i^^, Nc,vl'!!il>cr 18>;« bctn'sfoiid die Vcr-N'sndniig ,i»d ^slN'!>rlh!i!i,s.r^ ^gr»c Weisheit. Cs sind die Cifahrungen a>lö dein! ^Nischel, Wirken des Volkes in anderen Staate», nnd, ^ir n erden zn ihrer Betonung zunächst angeregt durch ^ daö in Deutschland bestehende uud m wei,crer Vildung begriffene Iostiiut der „Städte- m>d Gemcindctaac," von politisch n Vereine», deren Aufgabe speciell die For-derun.i nnd Entwicklung des Ocmeindcllbcns ist. Die von Dr. Heiman» Stolp iu Bcilm herausgegebene „deutsche Gcmemdc-Zeituu^," wclcher ein bcscmdcics Verdienst für die Belebuug dilser Vercinc uud des dcnt sehe,, Ocmcil'dcwesei's nticlHaupt gcl'ührt, soricht sich über dic Bedenlnng der Slädtetage in f^lgciidcr Wtisc aus: „Dem Mißstande, das, das Staats' und Gesell' schaftslelie», während sie vcm oben her übcrwiichcrn, vo» uulcr hcl' verkununeu, während sie von obcu her ,zu viel regictt wclocu, vou uliten her in lrägcr Stagnation sich auflösen, kann nur dad»rch entgegengetreten uud ci»c gesunde Umkehr iu>r dann angebahnt werden, wen» iunerhulb t>cr weitesten Schichten der Bevö!kc>n»g, wenn l!iödcso»derc in!!c>ha!b der erst^» Grundlage:! des Slants- uud Gcscllschaslsledeu^ scldst eine andere und besscie Ueberzeugung sich Vahn bricht. Diese Ueberzeugung t'^nn aber nicht plötzlich und über flacht cinlrete», taun nichi durch doctiinäre Vc-lehrnng eingetrichtert, sondern nmsi in freiem nnd lebendigem Idccnauötallsche ullinälig sich herausbilde,, lind gewonnen werden. Man mus; allgemein ,zu der Oiusicht gelaugen, daß der gegenwärtige Bankrott des gc,,cu> wärligcn SlaalS- und GestllschaftSlebens lediglich dad Product einer verkehrten Behandlung desselben ist, uud daß die allgepriesenc nnd so vielseitig augesjrcble Selbst verwall».ng viel weniger auf der Älseiti>,ung des fach-mäßigen Acamtciilhulus, c>l>> vielmehr auf der Erweiterung der politischm und socialen Autonomie der Gemeinden uud ihrcr Befreiung vou den allgemeinen theorc^ tischen und schabloni siren^cü Staats^rsetzc,' ! ernht. Wcnn aber die Ueberzeugung eine allgemeine werden uud alle Schichten der Bcoöltcrnng durchdriugeu muß, daß jede Besserung und Reform iu der Gesellschaft vou uutcn und von den Grundlagen oes menschlichen Zusammen-lcbcns aus nnr beginnen kaun nnd erfolgen muß, so is uns keine bessere Gelcacuhcit, sie allgemeiner .zu machen nnd wirksamer zu befestigen, bekannt, als diejenige, daß die legitimen Vertreter der Gemeinden znm freien nnd lebendigen Idccnaustauschc sich ocrciuigcu, um allseitig uud unablässig nach denjenigen Einrichtungen nnd Gc-slaltiingcn ,zn forsche», welche wirkliches Glück und Gedeihen innerhalb dcö lebendigen Znsammeuwirkcus der menschliche,! ilräflc nnd Verhältnisse zn verheißen iu, Stande sind. Wenn in diesen Kreisen und aus den, unmittelbaren ^ebcu selbst in ruhiger, besonnener nnd fortlaufender Erwägnug und unter allseitiger Vclhciliguug der verschiedenste» Clcmei'le ocS Volkolebens die staatlichen nnd gesellschaftlichen Probleme nicht gelöst werden können, dann dürfte an ihrer möglichen ^ösnng übcrhanpt zn zweifeln sein, und wenn von solchen, überall und allgemein im ^cbcn stehende» Kräften den Ansorderungcn und Bedürfnisse» dieses letztere» nicht hinreichend nud vollständig genügt werden könnte, su müßten wir frage», wie und durch welche audcrcn mid wirksameren Mittel es sonst wohl uoch sich crmöglichru tießc? Wen» also demnach die freien Vcrciuiguugcu der legitime» Vertreter der Gemciudcu sich als dc.s allein oder im vorzüglichsten Grade wirksame Mittel und Werkzeug ergeben, um allen im staatlichen nnd gesellschaftlichen ^cbc» unausgesetzt hervortretenden nnd nach Berücksichtign»«, drängenden Anfordernngen nnd Bedürfnissen in der üsfcutlichen Meinung Anerlenmiug u»d in der gesetzmäßige» Gcslaltnng der Dinge Geltnng zn verschaffe», so wird ihr Znsainine»lrilt und ihre Wirksamkeit i,oi> ganz insbesondere dadurch segensreich nnd gemeinnützig werden, daß sie auch dem wüsten Partei-trciben der gesellschaftlichen Charlatane allein i» nachhaltiger Weise vorzubeugcu im Stande siud. wichmNhl'dclrMilill. Pest, 25. November. Nach Anlhcntisiruna. d« Protokolls der letzten Sitznng und Amneldlmg der (5'inläufc, darunter ein Danlschrcibcu des ^bersthofmeisters Ihrer Majestät der Kaiserin für die Beglüclwünschnng zn Merhochstdercn Geburtstage, reicht Baron Veun die RcgierunMorlage ein in Betreff der Pellsionirnng der Botschafter, Ministerpräsideuten nnd subalternen diplomatischen Beamten. Hierauf erfolgt die Wahl der Perificawren. Gewählt werden: Graf Hoyos, Graf ^edlwitz, Baron Klibcck nnd Kardasch. In der Generaldebatte über den F illauz a » s sch u ß< bericht für das Bndgct des Ministeriums des Acußcrn nimmt Fürst S chro arzeuberg das Wort nnd sagt: Iu der neunten Depesche des Rothbuches wird unter dcu nicht wegzuleugnenden Gefahren das Widerstreben der einstens privilegirtcn Stände erwähnt. Redner bedauert, daß in der znr Information des Auslandes bestimmten Depesche eine ganze Gesellschaft angeklagt wird; es feien individuelle Gegensatze, politische und nationale Parteien vor handelt, nicht aber das Widerstreben eines privilegirteu Standes, oder eines solchen, dessen Mitglieder in großer Anzahl im Vager der Regierung sind. Redner legt Verwahrung gegen diese Beschuldign na. ein. Baron Bcnst erwidert, daß im Gegentheil die Zustände in dieser Depesche schonend behandelt wurden. Berichterstatter Baron Eich hoff bemerkt, cmch ihn habe diese Stelle uliemgelichi» berührt. Es mache den Ein^ druck, daß, um Einzelne zn schonen, mau den Tadel auf Viele ausdehnte. Titel 1 wird in der Geueraldebattc angenommen. In der Specialdebattc stellt Rech bau er bei Post „geheime Auslagen" den Mmoritätsaulrag, dem Ministerium des Aenßern für diese Post nur 350.000 fl. zu bewilligen. Eine Regierung, die im Einue der vernünftigen Majorität des Volkes vorgehe, brauche nicht geheime Mittel; allein diese Anschauung ist i» Enrova nicht maßgebend; unsere moralischen Anschauungen sind practiseh nicht durchführbar. Nachbarstaaten, älißerlich freundlich gesinnt, legen geheime ! Minen, die ans Herz der Monarchie reichen. Mau sei daher gezwungen, den Disposiliousfond zn bewilligen. Derselbe sei auch ein Vertrauensbeweis für die Regierung. Redner findet es staatsrechtlich nicht gerechtfertigt, daß der gesammle Dispofitionsfond dein Minister des Acnßern in die Hand gelegt werde, indem auch die ^andcsmiuister daran Theil haben. Es müsse der Lcmdesverlretuna, vorbehalte» bleiben, ob sie für die Landesregierung einen Dispositioußfond bewilligt. Wenn der Minoritätsantrag cmgcnominen wird, fei er bcreil, für das Kriegsminisierium für gchcime Auslagen ^>.<»<)<» st. »ild für die Marine l(».<><») st. z» bewilligen. Pratobevera erinnert, »xiß Ministe Berger die Ertlärnng abgegeben habe, die Vemdesmillister werden teiue Forderung flir den Disposilionöstmd stelle», daß also die Vaiidesmillister mit dem Reichsniinister im Eillverständiiisse sei» müssen. Demel. spricht für den Antrag Rechbancrs und be-»lcrll, daß von dem nugarischen VaMsministeriunl keine ähnliche Erklärung abgegeben wurde. Hock, sür den An^schußanlrcig, sagt, geheime Auslagen sind znnl Zwecke der Vertretung nach Außen, gehören daher i» die Hand des Ministcrillms des Aeußcrn. Es ist nicht nöthig, daß durch die Bewilligung geheimer Fonds alt die Vandesnlinister eiu Mittel geselMen werde, um einen Grad des Vertrauens für sie auszudrücken; hiezu dient die Bewilligung von Erediteu. FiHnlv, flir den Miuoritätsantreig, sagt, er wolle nicht die Nedllction, solider» nur eine Verthcilling des Dis-° positionsfoudev cm dle verschiedenen Ministerien. Der Kriegsminister habe ill der Section erklärt, er sei nicht ill der Vage, eine Interpellation vollständig zn beantworten, weil ihm Disposilionsgelder sür Iuformcttiouen fehlen. Baron Ben st billigt Rechdcmers Anslcht, daß Dis-posilionogcldcr nicht beuöthigt werden sollten. Die Verwaltung derselben ist keine Annehmlichkeit nnd bedürfe die Regicrimg eines große»! Vertrauens, um sie zu übernehmen. Wenn es in Europa zu einer moralischen Desarmiruuq wmmcn wird, werde man solche Fonds nicht bedürfen. Die Rothwendigteil von Dispositionsa.cldern liegt iu äußeren Verhältnisse», daher der Minister des Aenßcrn allein competent zur Verwaltung derselbe» sei. Es sei cige»chümlich, daß man den Vandesministenl Dispositionsgelder aufdringen wolle, unl fie dnrch deren Bewilliauug m'ehr in der Hand zn haben. Die Bcnnruhignng über eine Einflußnahme des Wiener Ministeriums anf da^ ungarische ist neu, bisher wurde immer das Gegculheil befürchtet. Dies in Erwägung zn ziehen, sei Sache der nngarischcn Delegation. Wenn der Dispositwttsfond nicht in einer Hand concentrirl werde, sei zn befürchten, dc>ß die Ausordernugen wachse» nnd cms der Verwendung Verwirrungen oder sogar gegenseitige Be-lämpfuncz emste-hen. Im übrigen habe er 'immer den Dis-positiouöMd den übrigen Ministern zur Verfügung gestellt, wenn er vou der richtigen Verwendung desselben überzeugt wurde. Bei der Abstimmnng wird der Ma, ^ ität^a»trag angenommen, Für' den Mmoritätsmilnig »n,»,,^. 2032 nur Rechbauer, Figuly, Groß, Mertlitsch, Deuiel ltnd Grcuter. Vci Titel 2 stellt Ncchbauer deu Antrag, das; die Gesandtschaften in Sachsen, Württemberg, Hamburg und Portugal aufzulassen und Geschäftsträgercinzuführen seicu. Kuranda weist in schwungvoller Node uach, das; jetzt, wo Oesterreich alles aufbietet, um die durch deu letzte» Krieg verminderte Machtstelluug zu erhöhen, eine Reduction der diplomatischen Vertretung nicht geboten sei. In Bezug auf Portugal stimme er Nechbauer bei, da der dortige Vertreter uichts leistet. Iu Vezug aus Württemberg dürfe mau im Sinne des Präger Friedens nicht dessen Ausehen schwäche». Sachsen gegenüber sei es eine Ehrenpflicht, die Vertretung zu belasfeu, eiue Ehreupflicht, der sich sogar Prcußeu uicht entzieht. Groß uutcrstützt Nechbaucrs Antrag und spricht für die Auflassung des römischen Botschafterpostens. Greuter autwortct. Er verspricht, sich »ichl iu ciueu Concordatsstrcit einznlassc». Er ergeht sich i» Necrimina-tioue» gcgcu das Rothbuch. Rcduer erklärt, daß die österreichischen Vertreter in Rom nichts leistcu konnten, da die bestimmten Instructiouen, die sie mituahmeu, unausführbar waren. Ist es denn mit uus in Oesterreich schon wirtlich so weit gekommen, daß die Regierung es als Sieg betrachte»! würde, wenn sie den heiligen Vater dazu brächte, sciuc eigene Nameuszeichnuug zu oerlcuguen? Er wolle für Gesandte, denen man ähnliche Instructionen mitgebe, teiuen Groschen bewilligen. Schindler wünscht nicht, daß diese Kämpfe von jenseits der Leitha herübergetrage» werde» in ei» ^aud, das glücklicherweise ähnliche Kämpfe nicht kennt. Jenseits der ^'eitha sehen wir uns wieder. Er danke dem Leiter des Ministeriums des Aeußcru, daß er deu römischen Gc^ schäftsträgeru ganz bestimmte Instrnctionen gegeben. Bisher hatteu wir Botschafter, die uns heraussagtcu, was mau iu Rom wolle; es ist gut, daß wir auch Botschafter habe», die hineiufageu, was wir wollen. Die Kirche werde mit diefen Thatsachen rechnen, wie mit allem feit dem westphäli-fchen Frieden. Iiguly fpricht für die Streichung des Botschafter-poste»s in Rom. Baron Beust erwidert auf alle Eiuweudungeu und wendet sich zuletzt gegen Greuter: Vou diefer Seite habe man gewollt, daß die Berhaudluugeu keiu Refultat haben. Das Ministerium erwartete auch teiueu Zweck vou deu Verhandlungen, aber es wollte de» diplomalifchen Bruch mit Rom vermeide», und das hat es erreicht. Bei der Abstimmnng wird anch Titel 2 iu der Ge-ueral- und Spezialdebatte, Titel .'i, 4 uud 5> ohne Debatte augeuommeu. Schluß der Sitzuug um .'l Uhr. Morgeu um 11 Uhr ist die nächste Eitzuug. Die Lage iu Turin. Aus Tu vi t, wird der „N. Pr. Z." geschrieben: Das Ansehen der Regierung wird täglich und allenthal den im Lande geringer. Ich sage nicht, daS Ansehen des Ministeriums, sondern dcr Regierung, denn auch ein Ministerium des Centrums oder selbst dcr Oftposition dürfte in dicfeu fchwicrigcu Zeitläuften nicht mehr Autorität erwarten. Das constitutiouclle Systcm hat seiucu Halt verloren und ein republikanischer Schwindel spukt in den Köpfen der Jungen wie dcr Alten. Die spanische Revolution hat hicrzn nicht wenig beigetragen, und fic wird auch von den Notheu fchr ausgenützt, uiu die rcpublitauischcu Idee» bis iu die hintcrsteu Thäler dcr Apcuuinen zu verbreiten. Die Wortc der Aufwiegelung, welche mau gerne au die Italicucr richteu möchte, richtet u.au iu Form vou zahllose,, Adrcsscu au das spanische Volk. Es dürfte bald kciu Arbeiterverein mchr zu fiudcu sein, der nicht die seinigc uach ^iadrid gc schickt, wohlweislich aber dieselbe vorerst im Blatte dcr Provinz oder dcS Bezirks hätte abdrucken lasscu. Eiu Beispiel ist hier besser am Platz, als viele Wortc. So vcrösfcutlicht die „demokratische Uniou" vou Ravcuna ihre Adresse iu dem „Doocrc" vou Genua. Dieselbe cuthalt unter auderciu folgeudc Phrascu : ..Die Herrschaft der Könige beleidigt uicht mehr cucrc Würde. Welche Verworfenheit iu dem Verlangen uach ciucm Könige! Die Völker, welche uach Königcu rufen, sind versumpfte Völker. Das Volk ist sciu eigener Köuig uud über dem Volte giebt eS nur Gott oder die Uuehrc. steine Könige mehr uud kein Aberglauben." — Gefährlicher noch, als solche Elucubratioueu, siud die Adresseu „an die italienische Armee," welche mau iu fabelhafter Mcuge uutcr die Soldalcu vertheilt. Auch vou diesem sauberen Machwerk ein Bruchstück: „Die Monarchien fchcu sich alle gleich. Ich ziehe die schlechteste Republik dcr besten Mouarchic vor, fagtc neulich ein hochherziger Spanier. Sie sprechen zu euch von militärischer Ehre. Die Lügner! Die militärische Ehre ist ciuc Erfindung dcs Despotismus. Die Ehre ist nur eine, uud tciucs Uutcilchicdcs fähig. Die Ehre besteht darin. daß mau dem Vaterland die größte Mcuge von Wohlthaten erweist und ihm gleichzeitig die geriugstcu Opfer auferlegt. Die Ehre ist die, mit welcher sich jüngst die spanische Armee bedeckte. Dieses glorreiche Beispiel müßt ihr zum Muster uehmcu. Weil die Armcc wollte, genügten in Spanien drei Tage, um ciuc drcihundcrljäh-riae Monarchie zu stüvzcu. In Italien erdrückt uus noch die Monarchie, weil ein Theil von euch noch zau- dert. . . ." Iu dcu bürgerlichen Krciscu spielt heute die „rothe Fahuc" eine große Rolle. Wie mau vor 185)'.) dic ucrtricbcuc» Rcgicruugcu mit dem Anfstcckcu dcr Trikolore zu rcizc» odcr zu äugstigcn suchtc, so geschieht es hcutc dcr italicuischcu Rcgicr»»g gcacuübcr mit dcr rolhc» Fahlic, die mau bald da, bald dort, am mcistcu immer oberhalb dcr kömglichc» Wappc» aufgesteckt fi»dct. Viögeu viclc darin uichts anderes als losc Bubcustückc crdlickcu: aber diese fortwährende» Dcmoustratiouc» kostctcu iu ihrcu Folgen Oesterreich dic Lombardei und die vcrtricbcucu Fürslcu ihrc Bänder. UcPublilmnischc Agitationen in Spanien. Der Madrider Corrcspnudcut dcs „Constitution' »el" sieht dic nächste Zukuust Spauicus ilu düsterste» Vichtc. Er schreibt: „Dic Gcfal>rcu, welche die jctzige ^agc, wcuu sic sich vcrläugcru solltc, darbiclct, bcgiuucn sich iu so bcnuruhigcudcr Weise zu zeigen, daß sie dic crustlichstc Aufmcrksamkcit dcr Regierung auf sich gcleukt habcu uud lctztcrc sich cntschlosscu habcu soll, so viel als uur uiöglich dic a l l gc ui ciuc u W a h l e n zu bcschlcu-uigcu. Eiuigc Iourualc sprcchcu vom 15. December, allciil dauu müßte man d>c vom l. bis 5. Dcccmbcr gcwähltcu Ayliutamicutos sunctiouircu lasscu uud dcn Rcclamnlioueu kciuc Rcchuuua. tragc», zu dcucu dicsc Wahlc» Vcraulassuug gcdcu köxucu. Es schciut ulir schwcr auzuuchmcu, daß dics gesetzlich uud ausführbar sei. Ich kenne iu der That Gemcindc», wclchc hcutc iu zwci Partcic» gcspaltc» find iu Folge dcr Ortsriva-litätcu, so daß sie zwci Ayuutamieutos, zwei Alcalde», mit ciucm Wortc zwci gcsondcrtc Verwaltungen bcsitze». Vci dcu zuküufügc» Wal)Ic» siud dic so coustituirtc» Scctioucu cutschlosscu, ihrc Nälhc gctrcuut zu crucuucu, trotz dcr Iustructioucu dcr Provinzial-Rcgicruug. ^icuu fragt mau sich, ob im Momcute dcr Eortcswahlc» dicsc Bchördeu gesetzlich befähigt siud, dic Fnnctioucn zu cr-fülleu, wclchc das Wahlgcsctz dcu regelmäßig coustituirtcu AyuutamicutoS zuspricht. Eiu solcher Zustand vcrlaugt vor dcu allgcmciucu Wahlcu rcgulirt zu wcrdcn, llud ich schließe dar.Nls, daß letztcrc nicht vor dein 10. bis 15. Iäuucr stattfinden könucu. Vou hcute bis dahin, was kauu sich dauu creigucu? Niemaud ist im Staudc, > dics zu sagcu. Die rcp ubli ka uischc Agitation,! wclchc um sich grcift, läßt schr cruslliche i»ucrc Vcr-wickluugcu fürchlcu. In Madrid hat dcr General Escalantc, dcr Vefehl?h>ber dcr Voloutärc der Freiheit, zum zweitenmal sciuc Eutlassuug ciugcrcicht iu Folgc von schr lebhaften Discllssiunc» zwischc» ihm und dcm crstcu Alcaldcu, Hcrru Rivcro, übcr Ausführung dcs Gcfctzcs dcr National-Miliz. Das i?'t ciu General, dcr wie gcfuudcu ist, um dic Varricadcu zu orga»isircn uud au dic Spitze dcr rcvublikanischcu Iusurrectioucu zu treten." Oesterreich. Wien, 26.November. Die ..Wr.Abdpst." schreibt: Deu Gcrüchteu gegcuübcr, welche vou Ausglcichsvcihaud-luugeu mit dcr czcchifchcu Partei zu sprcchcu wisscu, siud wir iu dcr ^agc zu constatircu, dnß bishcr wcdcr von der Regierung, noch vou irgcudciucm Mitglicdc dcrsclbcu derartige Ausglcichsvcrhaudluugcu eingeleitet wurde» und daß solche überhaupt uicht im Zuge siud. Prag. (Vczirksvcrtrctuu g a u f g c l ö s t.) Eiucr Vtelduug dcr „Nase Visty" zufolge wurde dcu 24. d. M. dic Äczirlsvcrtrctuug vou Schlau, wcil dicsclbc trotz der Nichtbcstätignug dcr crstcu Wahl dcs Grafcu El am - Äia rti ui tz dcuselbcu zum Obiuannc wicdcr gewählt hatlc, aufgelöst. Dasselbe Schicksal hat bcrcits ciuigc Tage früher die Ncustraschitzcr Vczirts-vcrtrctuug crcilt. Pest, 25). November. (Sitzuug dcs Oberhauses.) Die Mitglieder aus Eroaticu wcrdcu stürmisch begrüßt. In die Delegationen wird VogovicS, Obcrgcspau vou Agram, gewählt. Dcr Zolltarif für Dalmaticu, das Wciu-, Flcisch uud Evwcrbsftcucr-Gcsctz, dauu die Ciuilprozeßordmmg wcrdcu uuvcräudcrt angc-nmnmcu. — 25. November. (Sitzuug dcs Unterhan fcs.) Fortsetzung dcr Generaldebatte übcr das Na tioualitätcu a. es ctz. Eötvös spricht iu ciucr gläuzcudeu, vou stürmischem Vcifallc bcglcitctcu Rcdc für das Ma-joritätsclaborat. ^)lach ihm fplvchcu uoch mchrcrc R'cducr für und gegen dcu Gesctzcutwurf. Die Fortsetzuug dcr Debatte fiudct morgen statt. Uns land. Berlin, 25. November. (P rcußcn f ü r llnga r u und - gegen Rumäuieu.) Die „Nordd. Allg. Zeitung" wcudct sich iu ciucm Leitartikel wiederholt und cutschicdcu gcgcu dic Ausführuugcu dcr ccutralistischcu östcrrcichischcu Blätter, daß Prcußcu daruach trachtc, Rumänien anf Kosten Uugarus zu crwcitcru. Vcrglcichc man dic Ätacht ciucs auch crwcitcrtcu Rumäuics mit dcrjcuigcu Ungarns, so werde man iu Pest dcu prcußi-schcu Politikcru wohl so uicl Eiusicht zutraucu, auf dic Sympathicu Uugarus, wclchcs seine schöpferische, staateu-bildcude Kraft im Kampfe mit Ocstcrrcich Jahrhunderte hindurch erprobt habe, großes Gewicht, auf dic Zuneigung Rumäuiens aber gar teiu Gewicht zu lcgcu. Prcußcu köuuc uicht so thöricht seiu, ciueu mächtigen ^rcuud wic Nugaru zu opfcru, um dafür die lcichtwie-gcndcu Sympathicii Rumäuicus zu erlangen. Die Hoff-uung, Uugalii für ciu Büudniß Ocstcrrcichs uüt Frankreich gcgcu Prcußcu zu gcwiuucu, sei bei dcu Eeutra-lislcu Ostcrrcichs iu dem Maße gcsticgcu, als Preußcu ihrc Autlagc lvcgcu ciucr augcblichcu Uutcrslützuug 9tu< mäuicns gcgc» Uugaru uicht bcachtcuswerth yiclt. —- 25. Novcmbcr. (Vou dc u Dcposscdirtcu.) Hcutc fand dic zwcitc Sitzuug dcr Vcschlaguah m s-commisslou iu Gegenwart dcs Fiuauzuiiuistcrs behufs Berathung übcr dic Refcrcutcuautragc statt. Die Hauptausicht, wouach dic ^ilchtcrfülluug dcs Vcrtragcs scitcus des Köuigs Georg auch die Entbindung dcs au-dcrcu Theiles iuuolvirt, faud Zustimmung. Dic juristischen Mitglicdcr licßcu ihrc bishcrigcu illcchtsbcdcukcu fallen uud hiclteu die rciu politischc Scitc fcst. Dcr crstc Paragraph wurdc mit großcr Aiajorität augc-uommeu. — 25. Novcmbcr. (Graf Bismarck.) Die „Proviuzinl-ston'cspoudcuz" mcldet: Graf Bismarck gcdcukt iu dcn erslcu Tagcu dcs Dcccmbcr (wahrfchciu' lich am 2.) hicr ciuzutrcffcu uud dic Grschäftc allseitig wicdcr zu übcruchmuu. Darmstadt, 25. Noucmbcr. (Dcr Laudtaa) wilrdc heute cröffnet. Der Minister v. Dalwigt betonte iu dcr Eröffnungsrede, daß die Thätigkeit dcs diesmaligen ^andtagcs vorzugswcifc fiuanzicllc Vorlagcu bildcu und daß dic jungst vou dcm König uou Prcußcu gc-fprochcucu Worte betreffs dcr Erhaltung dcs Fricdcus iu alleu palriotifchcn Herzen einen daukbareu Wicderhall gcfuudcu habcu. Florenz, 25. Noucmbcr, (Sitzuug dcr Deftu-tirtcuta m »i c r.) Mari wurde zum Präsidenten, Mor-diui zum Viccvräsidentcu gewählt. Vladrid, 24. November. (Eiu Dccrct dcs F iuauz m i u i st e r s) Figuerola verlängert dic Dauer dcr Subscription auf das Aulchcu bis zum 15. December. Es wurdcu bci dcr Subscrivtiou au Zahluugsslalt alle Eoupous uud Efscctcu augcuommcu, wclchc währcud dcs laufcudcu Ecmcstcrö durch dic Staatscassc» zu zahlcu wärcu. Sodauu wcrdcu die ucucu Aulchcus-Obligntioncu im Nomiualwcrthe bciiu Kaufe uou deu^ jcuigcu )latioualgütcru augcuommcu, dic durch das October-Dccrct zur Zahlung dcr Interessen uud zur Amortisirnug dcs Aulchcus bcstimmt wurdcu. Die Gc-sainmtzcichuuugcu für das Aulchcu bctragcu 1.^,^30.806 Thalcr. — 25. November. (Eiu Dccrct dcs Ministers des Iuucrn), Aagasta, sagt: Mehrere Gouvcrucurc habcu die Iiumöglichlcit dargcstcllt, vor dem 1. Dccciubcr dic zu dcu Wahlcu nöthigen Eiulci-tuugcu zn bccudcu; auf Gruud dcfscu, um die Auwcu-dung dcr größtmöglichcu Freiheit bei dcn allgemeinen Wahlen zu ermöglichen, wcrdcu die für den 1. Dcccm< lier bcstimmlcu Wahlcu für die Ayuntamicutos auf dcn 18. December verschöbe». Die ucucu Ayuutamtcutos werden sich am 1, Iäuuer coustituircu. London, 25. Novembcr. (W a hl c^ccs s e.) In dcr Grafschaft Eork nud ciuigen Orten von Wales faudcu Wahlcrccssc statt, wobei Verwundungen, ja selbst Todtschlägc vorficlcu. Levantopost. Tricst, 26. Novembcr. Dcr Lloyddau.pfcr „Diana" brachte uns hcutc Vormittag dic ^cvautcpost ulit Nachrichlcu bis zum 21. d. M. „"" Turquic" rügt mit scharfcu Wortcu das willkürlich«-' Vcvfahrcu dcs Viccköuigs vou Egyptcu gegcu Hali»' Pafcha, „dcu lctztcu übcrlcbcudcu Eohu dcS Grüudcl'6 dcr cgyplischcu Dynastie" , uud stellt ciue Iutcrvcutio» dcr Pforte iu Ausficht — denn der Sultau habe, s" viel bekannt, seiucu Souvcräuctätörcchtcu auf EgYPlc» uic cutsagt. — Es heißt, dnß iu Eouftautiuopcl uää>-stcus ciu uorddcutschcs Postamt errichtet wcrdeu s^ — „^a Grccc" sagt aus Aulaß ciues vou dcr gr!cch>' scheu Prcssc mit großer Eutrüstuug aufgcuoiumcucu Ar' tilcls dcr „Ncucu Frcicu Prcssc" über Gricchculand: „Dcr Action des hellenische» sköuigreiches im Oric»t licgt ciuc Pflicht uud ciu Ehrgeiz zum Gruudc. Uns" Ehrgeiz bcstcht darin, ciucu das gauzc Hcllcuculhlt»' ulufafscudcu Staat zu grüudcu; uufcrc Pflicht ist ^' allcu christlichc» Natioualitätcu dcs Ori^uts die Ha»,^ zu bictcu, damit sie ihrc Rechte erlaugcu nud sich w'^' wir zu uuabhäugigcu Staatcu crhcbcu. Icdc gricchis"^ ^legicruug, wclchc dicsc doppcltc Aufgabe uicht auf !>"' uähmc, wäre kciuc uatioualc 9tcgicruug und töuutc ^u kciu rllhigcö uud daucrudcs Bcstchcu hoffen." -^ ^' Nachrichlcu aus Kreta iu griechischen Blättcru M bis zum 11. d. M. uud melden, daß mchrcrc Ocze^ slattgcfuudcu. Die Iusurgcutcu wollcu, um dc» "»' staud währcud dcs Winters zu crhaltcu, ftcrmaucm ^.igcr au uichrcrcu wichtigcu strategische,, Punkte» "^ richtc». Auch dic Mitthciluugcu, wclchc dcr '.I'"p"^ dc Smyruc" aus Kreta erhält uud die bis zum 1" d. M. rcichcu, bcstätigcu, daß dcr Aufstand fortda"" uud dic augcküudigtc couccutrischc Bcwcguug dcr ln schcu Truppcu zur gäuzlichcu Uutcrdrückuug dc»,c,^ uicht stattgcfuudcu hat. — Aus Syra wird dcr „^ -Ztg." gcmcloct, daß Obcrst Pctropulakl mit ^ 6"^ willigcu uud Proviaut uud Muuiliou für drc, Mou« vou dort »ach Ea»dia abgcgaugcu ist, 2033 HagesneuMeiten. — Se. Majestät der Kaiser und König habc^ aus dcm cvangclischen iiiichcn- v»d Schulsonds der Ge-Meindc Kölcse im Szalhmarer Comitate zur Vollendung ihrcö Kirchcnbaues ^iU0 f!.. der Gemeinde Vüloißel im Gra> ner Comilctc zum iiirchliidaue 300 fl. nnb dec G.mcinde Szcrcncs iin Zcmpliner Comilate zur 3lenouirung ihrer hi-sloiisch dcnlwürdigcn Kirche 300 fl. allergnäbigst bewilligt. Dei Gemeinde Kompott im Heveser Comitate haben Se. Majestät zu ihrem Kirchenbaue den Aetrag von 300 st. allergnädigsl gespendet. — (Ein Unfall in den Salinen Wielicz-la'ö.) Die „N. Fr. Pr." erholt aus Krakau vom 24. d. AbcndS nacks! l'lndls Telegramm- In den Wiclicztaer Salinen hat sich i„ eine» hundert Klafter liefen, an den Franz-Ioscphs-Schachl angrenzenden Schacht eine Sühwasscr-quelle mit ungeheurer Macht ergossen. Bis jetzt hat dieses Wasser rinc» Durchgangsschacbt, wclchcr kein Salz erzeugt, in der Länge von 120 Klaftern, in der Vreite von drei Ellen und in der Tiefe von einem Fuß überflutet und ist bis zum Eingang dc« Franz-.Ioscvhs-Schacltes vorgedrungen. Hier wnb ein großer Damm anfgewolsen, da die bisherigen Ansllengüngcn, d.l5 Wasser aufzuhallen, fruchtlos bli'ben. Das Wasser stlöml stit gestern Früh, lchne abzu^ nehnnn. Alle Veamtcn und Arbeiter sind aus den Acincn, um dem Undeil zu wehre»'. Die Sachvelsländige» sprechen die tlcbcrzcugung aus, daß >nan des Wassers schließlich Herr werden wicd und für Wieliczla sclbsl gar keine Gefahr droht. — (Auf der galizischcn ^arl Ludwig-Bahn) — schreibt man aus jtratau — wäre es hald zu ei»cm schrecklichen Unglücke gelommen. Für den 21. d. nm 2 Uhr früh war in liladymno ein Lastzug angemeldet, welcher zur bestimmten Zeit auch eintraf, allcia auf dec Station nicht stehe» blieb, sondern mit Alitzesfchnclle den Perron entlang seinen Weg weiter sottsetzte. Die eischrccllen Veamten gaben fogleich die nöthigen Ligaal«', da>»il der von Krakau kommende Perfoncnzug aufgehalten werde, nber auch die mit dcm entartctcn Lastzüge fahrenden Conducleure, Unglück ahnend, kletterten von Dach zu Dach über die Waggons hinweg bis zur Lucomoliv»', da bei dea Lastwaggons die Seitenbänle fehlen, und findcn — Maschinist und Heizer im tilfslen S^lase. Die Armen waren schon die fünfte Nacht hindurch im Dienste und erlagen der Ermüdung. — (A r: ö KünigSwar!) wi,d berichtet, daß der Cänrcc- llasleihlch liegt: da? Wild, dessen Fütterung mit großer SchwiciiglVir uelbuxo.n ist, streift bis zn den Woh' »ungcn llüd es ist tline Scltcnhcit, Rebhühner auf den Dächern dcr HÜusec scheu zu jche». — (Auswanderung,) Gegenwärtig bereitet sich zu Innsbruck eine ncue Auswanderung nach Amerika vor. Es ist diesmal der Staat Virginia in den südlichen Vereinigten Staaten zum hoffentlich glücklicheren Ziele als früher Pl'ru ins Auqe gefaßt worden, Es sind doUselblt lnrnts g,öhere Ländircomplexe angekauft worden. Im Monat Februar sol! die Abreise e>folgen. — (Blutiger Tanz.) Die „Marburger Ztg." schreibt: Laut einer gerichtlichen Anzeige hat am Svnntag in Zcllnih a. d> Mur bti Gelegenheit einer Tanzmusik eine blutige Schlägerei stattgefunden: der Feslwirth Mathias Hernach ist am „üchslen Tage seinen Wunden erlegen, zwei der Airgcgü'ffcnen schweben in Todesgefahr, acht sind schwer verwundet. — (Vom Vef u v.) Am 20. d. M. haben die immer nach abwärts drängenden Lavaströmc eine der zwijchcn San Sebasliano und San Giorgio nach Ercmona führen-tnn Etrnßcn übersiutct. Der Ieuerichrin der Lavaglut ist nächtlicher Wcile weithin sichtbar. Im Innern ter Erup-tionslegcl hat das donncrailige Getöse zwar etwas nach-Plassln! trolzdcm hat der Lavacrguß zugcnommcn und bereits vielfaches Unheil an Wohnungen und Pflanzungen angerichtet. Namentlich sino es die am Abhänge dts Vc-suv liegenden Olivenhaine und Weingärten,-die in Flammen aufgehen. Die unglücklichen Äcsitzer sind für alle Zeiten um ihr Eigenthum gebracht, dcnn die Lava dringt in die Tiefen des fruchtbaren Eroreichcs und überdeckt dasselbe mit haushohen Massen. Vchörven und Privalwohl' thätcr cinigcn sich in ihren Aestrcbnngen, das traurige Los der brot' und obdachlos Gewordcuen möglichst zu mildern. Oesfenlliche Gcbäude werden in Hast geraum!, um bergende Asyle für sie zu gcwinncn: Eollcclen weiden aller Orte» gemacht und die Truppcn aufgeboten, um den Landlculen, Negcn deren Häufcr der Feue,ström sich hcranwülzt, bei der Neltunq ihrcr .Habe behiljlich zu slin. Seit 1855 hat keine ^luptiön eine solche Mächtigkeit erlangt und so viel Schade» angerichtet, als cs bci der jllzigen der Fall ist. — (Wahl unruhen in England.) Nach Äe. Uchtcn aus Dnblin haben in Drogheda am Freitag bei Gc-legeuhcit der Wahlen fürchttlliche E^'sse staltgefunden, welche damit begannen, dah diejenigen Pclfonen, »mlchc für dcn "nscrvativen Kandidaten Sir Leopold M. Eliolocl, den bc> bunten Nordpolfahrcr, ihre Stimmen abg'bcn wolltr», da-l"n du'ch eincn mit Knütteln, Mffnn u. s. w. bewafsüe-len Pöbelharchn verhinoert wurdcn. 50 Personen, wrlchc ^er Eisenbahn aus Dublin anlangten, um die Wahl des Herrn Elintoct zu fördern, wurden gewaltsam gcnöldigt, "Ut dcm nachsleil Zuge wieder nach Dublin zurückzukehren. Die Polizciconstabler bemühten sich vergebens, die Tumul-luanten zu zerslrcuen. Eine Huhncnabthcilung, die zur ^äubenuig der Straßen aufgeboten worden, wuide durch einen Sliitchagcl zulückgtwoifcn. Iosanteiie nlcttc nun in's Feld; die Aufruhracte wurde verlasen, aber lein Vefeh! zum Feuern ertheilt! zwei Soldaten schössen trotzdem ihl^ Gewehre ab, wodurch ein Indiviouum gttöolet und ein anderes verwundet wurde. Die Soloaten wurden sosort ar-r,tilt. Dem Militär gelang es schlichlich, die Ordnung und Nuhe wieder herzustellen. Versammlung der Forstmänner. Am 25). d. M. um 5) Uhr Voimillag fand im städtische» iltathhallSsualc die i» miserem Älattc licleits crwcihnlc solstitiännischc Versammlung stall, zu welcher sich Fachleute aus allen Gegenden Drains in der Anzahl von 18 Personen cingcfrindcn halten. Auch waren hiczn von Seile der k. k. VandwirthschHflgcscllschast Herr Ludwig Ritter von G ntman nö l Hal« Ä cn-vcnntti und Dr. Aleiweis, sowie Herr Gnstav Graf von A u c r ö p e r n. c»schienen. Förster Dimitz begrüßte die Versammlung im Namen des VorlicreitnugS-Comitt-'s, hinweisend ans die täglich wachsende Bedeutung dcö Forstwcscnö in Krain. Ueber sc neu Antrag wliidc sonach zur Wahl der Vcrsammlungö-Functioinuc gcschliltcn nnd Forst-Meister Witschet von HaaSberg z>lm Vorsitzenden, Forstgeometc,' Ncnz zum Schriftführer gewählt. Der Vorsitzende dantt flir das ihm dnrch dic Vcr» scumnlnng bewiesene Ve>tränen, indem er seine F.ich-gcnossen herzlich wilNomincn heißt nnd die erste rein foistmäimifche Vclsammlung in ^aibach fiir eröffnct crtlart. Es gelangte sonach der erste Programmvuiitt, nämlich' ob das Forstgcsetz vom 3. December 1852 den in Krain gcgcbcnen Veihällnisfell angcmesfcn sei? — zur Verhandlung. Förster D i m i tz cröffiut die Debatte, mdcm er betont, daß ein Forslgcsetz, welchci«, wie nnsercö notorisch, nur thcilweisc znr Durchführung gelangt sei, wohl dadurch schon sciuc Mängel an den Tag lege; er wciöt insbesondere auf das Unznieichende deö Anfforstuogs. zwangcö und daö Ätißoeihältliiß der Slrafansätzc gegen^ über dcu Vortheilen der Unterlassung der Aufforstung nud ln dieser iliichtung auf das französische Anfforstungs-gcsetz vom Jahre I860 hin. Ferners verlieren nach vollendeter Servilnlenablösnng die lediglich darauf be-rcchnctcn Para^raphe des Gesetzes ihre Bedeutung; cö seien endlich anch die Waldschadenclfatzbcstimmnngcn mangelhaft, der Punl'tc, die eine Aendcrnng bedingn, jedoch fo viele, daß Redner diesen reichen Stoff hier nicht erschöpfen könne und wolle, umsomehv, n!S er von scincn Fachgcnosscn l'ier noch weile-c nnd mannigfaltige Andcnlnngci! hiciübcr erwarte. Scholllnaycr bcaülragt, das Gesetz varagia pliciüoeise dnichzngchcn, welchen Aülrag er librigeiis ans D i »i i tz' Beinerlni^i, daß si« sich ohncdie« j.tzt nicht um ci» erschöpfendes Urtheil handle, zurücknintmt. Gnlcrinspeclor (5 l a r i c i l!ea>ur,igt iiu Hinblicke ans diese letztere BcmcrtlNlg dic Wahl cineS fünfglie-drigen (Zomit^s znr Ausarbcilung cinüS Elaborates ilbe> die Mängel des Gesetzes, welcher Anting, von Dimitz dahin amendir!, daß dieses Exfto^ dnrch die trai« nifchc Lan^cörrgirrnng dcm hohen Aclerbauministcrium vorgelegt werden sollr, angenommen wird. In daö Comit^ wurden dic Foistlneistcr Witschet, Obcvk! rchcr, Scitncr, Vodcnstcin und Förster Dimitz — letzterer zum Obmannc — gewählt. Ueber den zweiten Proglammpnnkt: ob die Dnrch fnhrnng des § 22 des Forstgcsctzcs in Krain ein Bc-diiifnib sei, wnrdc vom Förster Dimitz die Debatte nntcr Hiüiucis anf die Wichtigkeit dieser Frage, aber auch anf die vielfache Ventilation dcrselben in der Land-Wirthschaft-Gesellschaft cröffnct. Inspector Clarici macht anf die Ui'znlänglichkcil des § 22 ansmcrlsam, nachdem doit Wirlhichaft^fn!,rcr nnr für Wälder von „hinreichender Größe" uorgcschcn, des Klcinwaldbchtzes aber nicht gcdach!, während doch notorisch fei, daß dieser eben am meistcn dcs Schntzcs bedürfe; Redner schildert in sprechenden Beispielen die Nachthcüc der Walderanfiheilnng. Forstmeister Boden stein schließt an diese AuS-fiihrni!g(N an: sei die Scrm'iulcnablösung anf einem pclpflichlcten Gute vollendet nnd ha''c der Geometer tanm clst dcu Wald verlassen, so erklinge hinter ihm die Axt und die Tycilwäldcr werdcn rapid verwüstet. Die Aevölkcrnng m Krain cllcnnc noch viel zn wenig dcn Hohn, volkswirthschaftlichen Wall) der Walderhal-lung; er sci fnr die Bolcnficiheit, aber für tcinc solche, welche die Allgemeinheit schädige. (Schluß folgt) ^locale s. __(Zeitgemäße Aenderung.) In Folge a, H, Enlschlichung wurde die Vereinfachung der Titulaturen und des C^nceftl'sslylcs für den schmtlichen Diei'slveitehr der I, t. Mililälbchörden unter einander u»d mit den Civilbehördeü aogeorduet. Die üblich gewefenen Bczcicbnu„gsN „hoch" ote, „löblich" haben ganz zu entfallen, die Acij5ße „gcholsamst," „dienslhöflichsl" ^. auszubleib.», „Vesümmlheit, Kürze und Anstand sullcn oen militärischen Geschäflistyl kennzeichnen." — (Als nachträgliche S ch i ll e r f e i e r) bead« sichtigen dem Vernehmen nach die Studircnlcn dcs Ober-gymnasiums Schillers „Wallensleius Lager" aufzusührcn, Wenn Herr Prof>ss°l Heinrich feinen zum 10. November beabsichtigten und nur zufälliger Hindernisse halber unter« uliebcnen Vmtrag über Schiller als Dramatiker mit obiger Darsttlliing in Verbindung srtztln wollte, so hätten wir einen gcuuhreichcn Adeud zu erwaiterr und wir glauben, daß sich durch Feslietzung eincs mäßigen Eintlittspleiscö eine hübsche Einnahme sür das Schillerdenkmal eiziill» li'be, srir ivtlches wir hisher erst einige wenige Schäislmr von Schilleifscunben zu umzeichnen so glücklich waien. — l.Der zweite Kneipabend) der Sänger, Turner u»d Schützen findet heute Abends stall. Wie wir hücen, soll das U»terhaltungs-Programm ein srhr interessan-ttö sein' — (Laibacher M u s i l c a p e l l e.) Wie wir ve» »ehmen, haben bereits oor acht Tageu Musikprobcn der „Laibacher Musilcaftelle" im eigenen Locale im Coliseum begonnen und cs dürste bei dem eifrigen VemNhe» des Herrn Kapellmeisters ermöglicht sein, in der elften Halste des Monates Dceember bereits ein Concert zu veranstalten. Das Comity hat bei ner Errichtung der Musikcapelll', cines für Laibach allgon^in aneila»»ten Institutes, mit sehr vielen Schwierigkeiten zu lämpfli', indem es sich herausstellte, daß in Laidach bis j.tzl fast gar l,ine Musiker, namentlich sür Streichinstrumente herangebildet wurden, und man ist dcch^r aus auvwürtige Kiäfle angewiesen. Da drm Comil^ außer deu freiwillgcn Verträgen cinigcc Vewohncr Laibach's keine anderen Mittel bis jltzl zu Gebote standen, so war es veranlaßt, für die auswärts aogeworbenen Mitglieder der Caftelle Dienstplühe hier zri besorgen, was auch zum Theile gelungen ist. Es wäre wünschcnsweith, dah j»ne verehrten Vewohner Laibach's, welche noch i» del Lage sind, sür verschiedtne Vcrufezwcigc geeignete Inbividucn (glühtentheils gewesene Militärs), zu beschäftigen, ihre gefälligen Anträge an den Herrn Eapellmrisler (Coliseum) gelangen ließen, indem dadurch die Capelle für die Stadt mit geringen Kosten gtsichelt erscheint. Auch wird in l»l-zer Zeit »ach Einübung des Orchesters die Mnsitschule fi!r Jünglinge in Aussicht gesttllt. — (Der gestrige Schnee fall) hat tine ziem« liche Schneedecke geschaffen, welche aber schnell wieder schmolz und die Wege, jeooch nur auf turze Znt unwegsam machte, indem schnellstens für Näumung ver TioNoirs und Haupt« ueltehröwege von Seile unserer Stadtbehölde gesorgt wor» den ist. — (Jagdglück.) Dem „Tgbl." wird gemeldet, dah Herr P. unlängst in seiuem Reviere bei Luslthal mit einem Schuh zwei Rehe erlegt habe, wobei als merkwürdig noch zu erwähnen ijt, daß die Ladung aus Hasenschrot bestand. i — (T h ea t e r.) ^!. N. Die gestrigeAuflührung des uns ! noch vom vergangene» Jahre in angenehmer Erinnerung stehenden Lauhc'jchen Schauspiels „Der Statthalter von Aengalen" muffen wir als ein? minder gelungene blzcichncn. Nar die Herren Moscr (Lord William Chatham) und Berg »rann (Sir Philipp Francis) machten sich um di!selbe verdient und wurden auch durch Veifall aus-g.zeichiilt. Edrnsu wurde» den in dies.m Stücke beschäs« ligten Dame» bei einzelne» Stelw, schwache Auöznchüulig^,, zu Theil. Mit der Auffassung der Nolle des Lord Aoolpbuö Walersord vurch Herrn Franzelius tünneil wir un« nicht im geringsten einoerllanoen crllüren. Wir haben uns diesen leichtgläubige» und beschränkten Ehemann anders gedacht, als er uns uorgrsührt wurve. Das Haus war wenig besucht. — ( S chlu ßv e r ha n dIu n g en ) beim l. t. 3cm-dcsgerichte Laibach. Am 2. December. Franz Etcmdou: Mitschuld am Todschlag; Anton Novat: Dildslahl: Simo» /önlc: Diedstahl. — Am 3. December. Ialob Zaveröan und Valentin Arher: Diebstahl'. Maria Hojan: Vergehen nach § 335 St. G. — Am 4. December. Alois Kramer-öic und 5 Genossen: Betrug. — (Ma je st ät sb elci digu n g.) H. A. Atsamo viö, Caplan in lj<»ilj'V(i (Eroaticn, an der trainelifchen Grenze, gegenüber von Weini») wurde am t?. d. i» bcr beim Agramn Eomilat^gcrichle abgebaltenen Schlußverharid» lung wegen des Verbrechens der Majestatsdeleidigung zu ande,thalbjähligci Kcrterslrase velurthnlt. ^iugesc'üdet. All die hochuerrhrwt Bewohner Qnllachü! Wir liinnen nicht muhin, dcn hochunchrten Äewohncrü uou Lciibach nusi-reii ti^gcfnhllcsteil Daitt anSzusprechen für daö große Verlrancu, fill die uieleil ÄNl'rlcniiungen, die uns von Hochden-scibeir in der t,ivzen Zcit gcwc>rd>-n sind, seit welcher wir Niederlagen uon rmsen'ii Produelnr iir !l!aibach halten. Wir erlauben lins, dlll? >>, >. Pnblicum zu benachrichtigen, das; linsen Malz^lracl-Vondonll!, welche das vom Professor an der Wiener jilinil, Hnnr Dr, I. Flor. Hrllcv, filr allcin echt crllärlc Willicliu^dorsrr Mnlz^iract nnd somit dic nährenden und heilsamen B?si!r des Ätalze^ mlhallon, ^ir Unlrrfcheidnng von dcn fälschlich sugenanntnr Mal^bonbon«!, in denen dicfc gc-radc wirlsamen Brstandlheile gänzlich fthlen, auf dem Carton (-, l0 lr) dic Anfschrift hawr: „Wilhclmsdorfer Malzez,tract- Wir hallen von nnsnein cchlcn dickflüssigen Malz^trMe. dcm nwl,1schm«1endcn Ersatze dcö ^w'il)rai!ö, sowie den dav-aiiodcrcilttrn Bonbons und Chocolndrn, in ^.'aibach wic bisher, Lagcv bci Herrn Apothtter Otlolar Schcnl (am Knndschaflsplal)) nnd bci Henn Iohanu Pndan. Indem wir schlu'sziich nm wei-lcrcn güügcn Zuspruch bitlcn. zeichnen hochachtnng^oll wilht'lil^tlnrjer Mahlnutlucleli ^ublisi. Hanftt-Niederlaste Wic», VcihlinrMassl', Nr. Zl, Gartcnbaugrjcllschust. Die uon der V v a un fchw c i a, is ch e n ^^'^''",^ aufgegebenen und von tcnwicscr in ssraukf,irr a, M i"' ')'''t'!^'' ^ "" Dic ftfuhlencn Präin irn-l.'ose finden sehr st"'"" «^ ^i dcm H>°rthcilc, wclchc dcm P»l>licum cnlstchc». wcn» lö !",) 2034 Bezug dieser Lose der directen Vermittlung eines solideil Hauses, zu denen daö oben geuanute anerlannlrrmassen gehört, brdieut, siud so betamit, daß luau nicht besonders darauf hinzuweisen braucht,____________________________________________ Neueste Mjt. Pest, 2tt. Noocmder. (N. Wr. Tgbl.) In Dcle> girtenkrcisen verlautet, daß folgende Vchandlnng der bekannten Adresse des galizischcn Landtages Platz grci< sen dürfte: Ans dcm galizischcn wundlag nnd ans dem Neichsrath würden Dcp»taiioncn gewählt werden, die nuler dem Vorsitze dcö ^iinistcrs dcs Ioncrn in ucr, traulichen Gcrathungen ein Elaborat an>?atbcitci! sollen, das dann als Vorlage dem Ncichölalhc zur uclfassungs-mäßigcn Behandlung vorgelegt werden würde. Pest, 26. November. Die Ncichsralhödclcgation nahm nlmcrändcrl dcu Antrag dcs FixanzausschuffcS bezüglich des Budgets dcö FiuauzministeiinmS nnd des obersten Ncchuungsliofcs an; nur die Post über „die neu auzuwciscüdcn Pensionen," welche schon der Finanzausschuß von 70.000 ft. auf 20.000 fl. rcducitt hatte, wurde gänzlich abstrichen. In der ungarischen Delegation licalllwc>ll>lc Oiczy die Interpellation Zscc>cnyi's bezüglich Rumäniens woraus die Oeucraldcbatlc über das Budget des Mini' stcriums dcs Aeußern begann. Haynald und S^cchcuyi sprachen gegen die römische Politik der Ncgierung. ^scn° gery erklärt sich von dem Vorgehen der Rcgicrnng voll-lommcn befriedigt. Die Ncgiernngsvorlage wnrde il> der Generaldebatte angenommen. Pest, 26. November. In der hcutigcu Sitzung der ungarischen Delegation hat der Scctionschcf Baron Orczy im Auftrage und Namen dcs Reichskanzlers die Interpellation Zscdcnyi's wegen der Haltung der Regie-rnng gegenüber den Vorgängen in den Donaufnrsteu-thümcrn beantwortet. Orczy betont die anfrichtige und nothwendige Friedenspolitik der Regierung, die freundschaftlicheis Beziehungen derselben zn allen Mächten, widerlegt die irrige Auffassung, welche die (örkläruugcu dcs Reichskanzlers im Ausschüsse dcs RcichsratheS gelegentlich der Wchrgcsctzdebattc erfahren haben nnd be-ruft sich hicbei auf später vom Reichskanzler in einer Reichsrathssitzung abgegebene Ertlaruugcu. Die Haltung der Regierung gegenüber den Donaufürstenthümcrn ist durch die Aufrcchthaltung eines guten nachbarlichen Verhältnisses uud durch die größte Unparteilichkeit bedingt. Allen dort in neuerer Zeit zu Tage getrcteucu Bewegungen gegenüber weist der Redner mit Entschiedenheit die Idee einer Eroberung der Douaufürslenthümer zurück, von welchen nur die Achtung der Verträge verlangt wird, welche die Grundlage ihrer staatlichen Existenz bilden. Die Bewaffnung der Donaufürstcnthümcr hat einen den Frieden gefährdenden Zustand hervor gerufen. Das Benehmen der Einwohner dieser Länder entspricht nicht den Bedingungen eines friedlichen Verhaltens, die Bewaffnung kann auch einen nachtheiligen Einfluß auf das Vcrtragsucrhältniß znr Türkei anöüben. Hieraus folgt, daß die österreichische und andere Regierungen den dortigen Bewegungen aufmerksam folgen. Den Gefahren gegenüber, welche aus den Rüstungeu der Donausürstcuthümer für Oesterreich allfällig erwachsen könnten, hält die Regierung, welche in der Lage ist, jeder Eventualität ruhig cutgcgcu zu sehen, für nu-uöthig, Ausnahmsvortehrungen zu trcffcu. Telegraphische Wechselcouvse. vom 27, November. 5perc. MetalliqucS 58,90. — 5pcrc. M.tallicnicS mit Mai- uud Novembrr-Ziuscu 60.60, — 5prrc.Nal!o»al-Anlehen 64,90 —18<:urr SlaalSaulehcu 91.80. - Bankactieu 684. — Creditaclieu 243,20. .. London 118,80 — Silber II?. — K. t Dulten 5,5/,'/, Handel und Uolkswirtljschastliches. Handelspolitisches. Auf eine au da« englische (iabinri gerichtete Note, worin Freiherr u. Veust die Perspälung in der Ratificatiou der Nachtragi<-<5u!mentiou zum österreichisch-englischen Handelsverträge entschuldigt, ist in Wien benitö eine Aiitwml' Depesche i?ord Stanley's eingelaufen, worin die englische Regie, rnng das Gewicht der Grilude, aus welchem die rechtzeitige Ratification nicht crfolgeu tonnte, uicht verleimt, alier ailch nicht minder au der Erwartung festhält, ihre wohlerworbenen Rechte gc-wahrt zu sehen. Verstorbene. Dent. 9. N ovcmbc >, Aulouia Tlalar, Magd, alt 26 Iah^e, im Civilspital an der ^nngenlubercnlose. — Maria Mo-ditz, Institntöarme, all 70 Jahre,' in der Stadt Nr. 142, an der LuugeulählUlillg. Den 2 0, November, Maria Kralic, Köchin, alt 71 Jahre, »n der Stadt Nr. 3, all Altersschwäche. Dcu 2 2. Nouc m l, c r. Dem Aulou Nagode. Schuh: machcr, seiu Kind Maria, alt 3 Wochen, iu der Tirnauvorstadt Nr 11, au Fraisen — Anton Floß, Inwohner, alt 56 Jahre, im Ewilspital am Marasmus. - Frau; Noseilbach, Institlili«-armer, alt 62 Jahre, im Versorguugshanse, Nr. 5, all der Enl-lräflnng. D eu 2 3. November, Franz Nunöct, Inwohner, all 45 Jahre, im Liuilspilal an der ^nngcutllbercnlose. — Johann Varthol, Knecht, alt 26 Jahre, im Cwilspital — »nd Anna Ka-dnnz, Institntsarme, alt 73 Jahre, in der Karlstädtrruorstadt Nr. 19, beide an der ^nngenläymnng. MttOs3l)mzzle«e Kremde. Am 26. November, 2tadt Wir». Die Herren: Gilbig, Äautl'camte, uud Karig, Kanfui,, von Wien. — Fn^enegger, vun ^an^endorf. ^ Graf Alaugu, vuu Gonouil^. Hirschmann, Kansm., o^iu Gr.-Ka-uischa. — Glodolschnig, G.-B^s,, von Eignern, Elefa,»t. Die Herren : Mufiisch, ^au,»!, oou Tschuber. — Franckel, itanfnl, von Äniiin, -^ Palme, von Mailand, ätaiser von Oesterreich. Herr Schnadl, uun Wien ^ltl:ll!urlilliljljch^ «läl.'ollluljlll!lu^!l ill Lmlimi). 6"Ü?Mg. ^2ij««''s- 0?i' windstill ! trilde 27. 2 „ 9l. 324,0» -j- 1.< windslill trübe 1^' W„ Ab. 324,2li l- 0,8 , wlndsiill lrillie ^a)"" Wollendeckc einfäruig, tagüber dicht geschlossen. Schneesall abivechselnd. Das Tagecmittel der Wärme > <)^", nin 1" nn-ter den, Normale, Ein Wort für cinc Landeöftrstcontrolr ill Krain. Bon Adolf Oaudia, Mitglied der t. l. ^'andwirthschastgesellschast in ,Nrain. In der soeben staltgcfnndcucu Generalvcrsalnmlnng der t. k. Landwirthschiflgescllfchaft für Kraiu ist die Fra^e wegen Einsetzung uon Districtsfürstcrn uentilirt worden. Das Resultat der Debatte hat mich ans verschiedenen Gründen nicht überrascht, ilcnntni!) der Zorst-^ zustnudc in Krain ist noch selten, außerdem hegt ma» abergläubische Angst vor einer burcautralischeu Bevor-! mundnlig, fürchtet den Kostenaufwand, nnd endlich gibt! es noch viele Grund nnd «hlltsbcsitzcr, die ans der Vernichtung der Waldung dcn Ankallfövrcis dcs Gutes ^ dcckeu oder sich rangiren wollen. Ich habe mich an der! Debatte wegen vorgerückter Zeit uicht bctheiligt und! möchte daher mein Votum au dieser Stelle abgeben, in ^ dcr Ueberzeugung, daß diese Lebensfrage dcs Landes noch nicht cndgiltig entschieden sein tonne. Ich will nicht in die Zeit Carl dcs Großen zurück-greifeu, fondcrn einige Momente ans der Gegenwart des Waldes beleuchten. Die Dampfkraft hat sich aus der Asche dcs Waldes emporgeschwungen, uud dieser heilbringende Dämon hat in 40 Jahren Waldbcständc verzehrt, die unsere Vorfahren unerschöpflich geglaubt habcu. So, schciut es, glaubt man noch heutzutage im Walde Fortunats Wun-dcrsäctcl zu scheu. Die Kohle ersetzte noch zur rcchtcu Zeit das Holz als Brennstoff, das Eifencrz ersetzte vielfach das Werl-nnd Nutzholz, und fo kommt es, daß trotz der schlechten Forslgcbahruug unsere Heimatländer ihres Waldreich-thums nicht total beraubt wordcu siud. Soll die Industrie sich heben oder wenigstens im jetzigen Gange fortbestehen, so müssen die beiden ^rcnn-stoffe ober nnd unter der Crde sich periodisch ergänzen. Ich will hier uicht die Bedeutung dcs Waldes im Haushalte der Natur, seiuen Znsammcnhng mit dcm Fcldban, dcm er Nahrnng uud belebenden Trank zuführt, feinen heilsamen Einfluß auf die Atmosphäre näher erörtern, sondern auf dem Bodcu der praktischen Erfahrung bleiben. Krain, ein ^and mit wenig prodm'tivcm Boden, eiu Land nahe dcm Meere, der großen Vcrkchrsstraße der Nationen, muß sein Hauptaugenmerk ans seine Forsten richten. Krain soll uud muß Mcrtantilhölzcr schaffcu, wenn es sich eine bessere Zukuuft sichern will. Ich bin ein Fremdling in diesen» Lande, aber es drängt mich doch, Behauptungen zu widersprechen, die mit meinen Erfahrungen nicht übereinstimmen. Wir haben diese Behauptungen gehört. Man sagte uns: Jeder hat das Recht, seinen Wald auszurotten. - Krain hat kein Waldcigcnthum - itraiu braucht daher keine Conlrolc. — Kram ist mit Servituten beladen! Die Kritik dieser Achanplungeu liegt in ihnen selbst. Wie manches ödes Terrain könnte mit Nutzen iu Waldbodcn umgestaltet werden, uud wie nützlich wäre da guter fachmäunischer Rath cincs ssorstnlifsichtsorgancs! Ein wie reiches Feld bietet ferncr die Auffoistuug, wcuu sie mit Eifer in Angriff genommen wird. Ich werde nie die freudige Rührung vcrgeffcu, mit welcher ich eine in Preußen über Auffurdcrnng des hiczn von Staatswcgcu verhaltenen Besitzers von mir durchgcführic Cultur iu svätcrcu Jahren frisch aufgeblüht wieder s>ih. Wie sieht es dagegen bei n»s mit d>:i Aufforstungen aus? Von Böhmen uud Mähren abgesehen, er-forderte dicfe Idee ein Mcuschcualler, um auch bei uns Eingang zu finden nnd erst das Jahr 1852 brachte uus ein F orstg csctz. Man nehme dieses Gesetz zur Hand und mache emeu Ansflng in den Wald, mau bc'suche damit eine gerichtliche Holzfrevcl- odcr Holzdicbstnhls-Verhandlung und man wird sich überzeugen, wie weit Theorie und Praxis differiren können. Die mnthwilligcn Beschädigungen der Waldungln ! nehmen übcihaud. Der Schaden ist gvuß, die Strase und Entschädigung dagegcu verschwindend klciu. Nehmen wir znr Belcnchtuug einen speciellen ssall. «Der Forstfrcvlcr oder Dieb kommt zehnmal miauge^ j fochten mit feiner Beute ans dcm Walde, das cilftcmal ^'wird er mit einer Stange (d.h. ein Stämmchcn !von 15 bis 20 Jahren) vom Forstpcrsonale erwischt nud angezeigt. ' ^ Diese Stange enthält 1 höchstens I ^ Eubitfnß 'Holzmasse, ist von einem 3taudorte entiiomm'cn worden, !dcr urca 4 Quadratklafter fläche cuthielt, worauf die ^ Staugc staud uud die crst in ihrem 0 bis M Jahre ohne Capital, daher auch ohne Zixscu. Der Beschädigte bekommt höchstens eine in Taglohu berechnete Entschädignng von 20 bis .W kr. ü. W. u»d wird mit dcm Einbringen anf deu Rechtsweg verwiesen. Ich habe uur Weniges ans meinen zwanzigjähri>icu Erfahrungen mitgeteilt, da ich uicht ermüden will. Aieiiic Absicht war lediglich, dcu dringenden Bcdarf einer schncllcu Abhilfe darzlithuu, damit dem ungesetzlichen Gcbahrcn mit dc» Forstcu, der ciuscitigen Behandlling der Wald-beschädigungcu im gesctzlichcu Wege Einhalt geschehe. Eine größere und sichere Uebersicht der Gcbahrung m'.t den Forsten und Waldstrichcu dcs Landes zu cr-langcu, allen Mißbräucheu, Beschädigungen, Dcvastirnngcu, Umwandlungen der Forsten cnlgcgcnzutrctcu, belehrend, vcrmittelud, praktisch aulcitcud auf das Volk zu wirken, dicscö Zicl kauu nur durch cine F o r stc o nt r o lc -^ Districtsförslcr — erreicht werden. Zu Dislrictsförstcrn könitteu die schou auf dcm Laudc bcdicnstctcn Forstleute gewählt werden, ihnen dürfte allein das Rccht znstehcn, in allen gerichtlichen Fällen als Fachkundige bei Streitigkeiten und Schätzuugeu zu iulervcüircu, ihren Befund nud Gutachten abzugeben, wc" sür sie die vorgeschriebenen gesetzlichen Diäten uud Gc-bührcu ncbst cimr Landcszlilagc zn bczichcn hätten. Krain beuöthigt einen gebildeten Fürslcrsland. Wenn ich dieses mein Votum der Ocffcutlichtcit übcrgcbcu habe, so geschah dies nur, um die Aufmerk-samteit des Landes und aller seiner Frcnndc auf die Wichtigkeit uud ^lothwcndigkcit dcs Inslitntcs der Di-strictssörstcr zu lenken. VermUwmXlchrr Nedacieur: Igna^ v. K l e, „ m a l) r. Börsenbericht. Wien, 2(i November. Alle Papiere fauden bei andaucruder Nachfrage znr gestiegenen Notiz Käufer, aber auch Devisen uud Balntcu wurden theurer aujgeuommcu. Ü!^o flllssig. Geschäft sehr umfaugreich. Veffentliche Schuld. ^. des Staates (fur 100 fl,) Geld Waare Iu detto rückzahlbar (;) . . . W.5() 96.75 Silber-Aulehen von 1864 . . 69.75 70.25 Silberaul. 1865 (Frcö.) rlillznhlb W37I. z»5vEt. filr iM sl, 73.25 73.75 Nat.-Anl. mit Iän..Coup. zu 5°/„ 64 50 64 70 ". « " " Apr..'> Mit Verlos, v. 1.1839 . . . 173'- 178 50 „ „ „ „ 1854 . , . 83.50 84 „ „„ I860 zu 500ft. W^ ^^ „ „ „ „ I860 „ 100 „ 97... 97.50 „ „ „ 1864 „100 „ 103.30 103 50 Lomo-Ncutcnsch. zu 42 I.. »„»l. 24.— 24 50 Domaiiicu 5perc, in Silber 111.75 112.25 8 der Kronländer (für 100 fl.) Gr.-Eutl.-Oblig. Niederösternich . z» 57« W-50 «9^ Oberüsterreich . „^„ «^.— «^0 Salzburg .... „"„ «>.— «».- Geld Waare Vohmeu .... zu5"/u !»2.— 92.50 Mähren .... „ 5 ,, 89.— 89.50 Schlesien .... „ 5 „ 88.50 89.— Steiermarl ... „ 5 „ ^8,50 89.— Ungarn.....„ 5 „ 78.— 78.50 Trmescr-Baullt . . „ 5 „ 76.50 77.50 Croatieu uiid Slavouieu „ 5 „ 79,— —. - Galizieu .... „ 5 „ <»9.?5 70.25 Siebcubürgcli ... „ 5 „ 72.75 73.— Vutoviua .... „ 5 „ 70.— 70/>5 Ung. m. d. V.-L, 1867 „ 5 „ 76.25 76.75 Tcm.V.m,d.V.-C. 1867,, 5 „ 75.-- 75.50 Actie» (pr. Stllcl) Nationaldllul...... 687.— 688.— Kaiser Fcrdinands-Nordbahn zu 1000 fl. CM..... 1990.—1995 — Kredit-Anstalt zu 200 fl. ü. W, 240.20 240,40 N,ü,E6co!n.-Ocs.zr!500fl.ü.W. «57- 659 -StatSciscnb.'Ges. zu 200 ft.EM, oder 500 Fr..... !>99.30 399.40 Kais. Elis. Bahn zn 2(X. sl. EM. 180 — 180.50 Suo,-u°rod,Vcr,-B.800 .. .. 156.75 15?.-S Trieft Z Z 246,- 248.— Wiru,Dampsm.-?lctg, . . . 345.— 350.— Pester Kcltenvrilcic . . . , 503 — 506.— Anglo-Austria- Baut zu 200 fl 178 50 179.-^'embcrg Hzernuwitzcr Acticn . 175,-175,54 Versicher.-Gesellschast Donau . 248 - 252.- Pfalldbrisse (für WO ft.) National- l baul auf > uerlosbar zu 5"/., ^7 70 97.90 E. M. 1 Na Hamburg, für 100 Mark Vaulo 87 -^ 87.25 Loudou silr 10 Pf, Sttrling . 118 2«) 113.40 Paris s