Krettag, dm 80. August 1872. Jahrga»«. Die „Mardarger Z«ttuna" erscheint jeden Sonntag, Mittwoch und Freitag. _ ins Haus monatlich IV kr. — mit Postversendung: ganzjährig 8 fl., halbjährig Preise --für Marburg: ganzjährig 6 fl., 4 fl., vierteljährig Z fl. In^ertionßgebühr 6 pr. Zeile. ha^bjähn^ » fl., viei^eljährig 1 fl. SV kr; für Z ußell»»ß WS» Ablösung der Htnifltarttenmgs-Last? Morburs, 29. August. I Die Regierungen von Oesteritich und von Ungarn bejchüstigeu fich eingehend mit der Frage, betreffend die Kajernirnng der Truppra. Ob die Gemeinde bauen soll, oder der Staat und wtlchen Beilrog jene oder dieser je nach der Entscheidung leisten soll, darüber tonnten die Re-gierungen noch nicht schlüssig iverden — einig ftnd beide nur in der Behauptung, daß die Gemeinden die ihnen zukommende Last der Einquartierung ablösen müßte». Ein Muß kennen wir allerdings in diesem Aalle für die Gemeinden; insgesammt müssen sie gegen eine solche Ablösung sich verwahren — ins» besonder« muß Marburg es thun. Die Emquartieruag der Truppen ist ein wesentlicher Tlteil der Heerisordnung und diese ist Sache des Staates. Glaubt der Staat, die Trup-Pen kasernirea zu müssen, so ist er unzweifelhaft in seinem Rechte; aus diesem Rechte erwächst aber auch d»e Wicht für ihn, die nöthigen Kasernen zu bauen. Einen derartigen Entschluß saßt der Staat nur Ach und dem Heere zu Liebe und nicht wegen der Gemeinden. Die Gemeinden als solche haben in dieser Beziehung gar keine Rechlspflichten; wollen fit dem Äaate zur Förderung des Baues einen Beitrag leisten, oder sonst in irgeiid einer Weise be-hilftich sein — gutl so mögen sie erwögen, ob und in wie ferne auch ihre Mittel dies erlauben — zwingen aber darf der Rechtsstaat die GemeiN' den nicht. Die einzelnen Staatsbürger in diesen Gemeinden haben nicht mehr Pflichten, ols ihre Genossen in jeder anderen -- sie haben als solche nur die Pflicht, Steuern zu zahlen, nach ihrem Vermögen zur Deckung des Staatshaushaltes beizutragen. Die Bedürfnisse des Staates, somit auch die Kosten für den Bau der Kasernen müssen aus der SiaatSkasse befriedigt werden — ganz unr» voll, wie es den Begriff „Staatskasse" und die Würde des Staates bedingt. Never WeufchenSildung. (Schluß.) Nach dieser Einleitung lvendet sich der Redner zur näheren Erläuterung des GeseKes der Entwicklung. Er betont, daß wir eine der tiefsten Einsichten in die Ralur grwonnen haben durch die Betrachtung der Entwicklung der Dmge, wie ja bei den Alten schon das Wort Natur nicht das Sein, sondern das Werden bezeichnet. In allen Naturerscheinungen wurde daS Gesetz der Entwicklung bereits nachgewiesen, und jtht ist un» sere Aufgabe, es auf die ganze geistige und sitt-liche Welt auszudehnen. Nicht nur das Erwachen des menschlichen Geistes war ein Naturprozeß, sondern jede Offenbarung, die ihm im Laufe der Geschichte geworden ist. hat sich mit Nolhwendig-keit vollzogen. Wenn Goethe recht gehabt hat. zu sagen, daß wir nur das verstehen, von dessen Entstehen wir einen Begriff haben, so verstehen wir den Menschen erst, ssit die Naturforschung un? gelehrt hat, wie er entstanden ist. Nicht mehr al» bloße Hypothese könne das Entwicklungsgesetz der organischen Welt und seine Anwendung auf den Menschen betrachtet werden, denn dadurch allein werden die bezüglichen Naturerscheinungen einfach und ungezlvungen erklärt. Um dies noch mehr in Helles Licht zu setzen, erinnert der Redner an die phantastischen Hypothesen eines Oken. eines Ritgea über die Entstehung ves Menilien. Heute weiß die Wissenschaft, daß die Menschenbildung ei» Wle Unab« vängigkeit zu gewinnen und muß sich daher mit Rußland versöhnen und dem russischen Reich einverleiben." Diese Richtung wird namentlich vom Grafen Plater in ZüriH tapfer bekämpft. Wenn Rußland eine Aussöhnung wünsche, so könne eS dieselbe nur dtidurch erlangen, daß es Polens lln abliängigkeit wieder herstellt. Die Unabhängigkeit der Völker sei die Zukunft Europa'S — entgegnen Plater und seine Parteigenossen. Vermischte Rachrichte«. (Die Traubenkrankheit.) Nach den eingehendsten Untersuchungen, welche Dr. Gtiyot über den Traubenpilz (Oiäium luolcsri) und die Mittel zur Beseitigung desselben vorgenommen, lasten sich folgende Regeln als endgiltig aufstellen: 1. Der fein zertheilte Schivefel ist ein sicheres Mittel gegen die Traubenkrankheit. 2. Angewaiidt muß derselbe werden, sobald und so oft sich die ersten Spuren deS PilzeS zeigen, aber nur bei einer Temperatur von nicht unter sechzehn Wärmegraden. 3. Eine Anwendung deS Schwefel« als Schutzmittel schon vor dem entschiedenen Auftreten der Traubenkronkheit hat sich nicht bewährt. 4. Der Schivefel tvirkt, sofort nach dem Auftre. ten deS PilzeS angewandt, immer noch hinreichend und stark genug, um die Krankheit völlig unschäd' lich zu machen, ö Er kann in keiner Form des' ser und billiger verwandt werden, al« in derjenigen feinst zertheilter Schivefelblüte. (Verwendung der Ku g e l s p r i tz e n.) Sachverständige in Frankreich haben neuestenS erklärt, daß die Kugelspritzen untauglich zum Feld-kriege und sind die vorhandenen in die Festungen Verwiesen worden. Da« preußische Kriegsministerium hat diesen Standpunkt von jeher eingenom-und auch in Oesterreich-Ungarn scheint man auf demselben Wege zu sein, da von einer Organisation der neuen Waffe noch immer nichts verlautet. Unsere hi^ndert und so viel Kugelspritzen »Verden eine schäj^bare Beigabe zur Berlheidigung unserer Festungen bilden. (Cholera in Galizien.) Amtlichen Berichten zufolge herrscht gegenwärtig die Cholera in zweiundvierzig Ortschaften GalizienS. Seit Mitte Juli sind dort an derselben 10lS Persoiien „Sie scherzen. Don Pablo l" „Wahrhastig! da« müsien »vir ausführen, Sie bleiben vierzehn Tage im Schlosse von Velez e^ Blanco und ich will meinen Namen verlieren. wenn nicht die letzte Spur Ihres Haiden^ sieberS verfliegt; denn die Lust dort oben ist die gtfündeste, die ich kenne unl) der Herzog Alba hätte gescheiter gethan, sein Hospital dort oben und sein Schloß hier unten zu bauen l" ^ „Wie?" rief ich, .da« Schloß von Velez el Blanco ist vom Herzoge von Alba erbaut?" „Gewiß und gehört seinem rechtmäßigen Nachkommen, dem Grafen von Vellanda, der auch den Titel Marques de loS Velez trägt." „Aber der heutige Herzog von Alba ?" fragte ich erstaunt. „Bah", antwortete Don Pablo, — „stammt nur ganz entfernt von dem großen Herzoge ab, obgleich er seinen Nomen und Titel trügt." .,Und liewohnt der Graf da« Schloß?" fragte ich weiter. „Der Graf hat seit länger denn fünfzehn Jahren Spanien verlassen und hat einen Schwur gethan, eS nie tvieder zu betreten! Also Hab' ich Ihre Zustimmung, Caballero?" „Nicht allein meine Zustimmung, Herr Dok« tor, sondern auch meine Bitte, mich sobald wie möglich nach Velez el Blanco zu schassen und metnen besten Dank im Voraus!" erkrankt, wovon 292 gestorben, 426 genesen. 294 befinden sich noch in ärztlicher Pflege. (Aus dem Salz burger Leben.) In der „Neuen Freien Presse" veröffentlichte kürzlich E. Eckstein „Skizzenblätter auS Salzburg" und schilderte auch eine Szene „im Stiglkeller". „Ich wende Mich", erzählt der Verfaffer, „an meinen Nachbar zur Linken, einen seelenvergnügten Ren-tier, der bereits die sechste „Halbe" an den Mund setzt. „Sagen Sie einmal", flüsterte ich mit wich-tiger Miene, „wenn Salzburg so Abends beim Bier sitzt und Hau« und Hof ohne Schutz läßt, liegt denn da nicht die Besorgniß nahe, irgend welche spitzbübische Rotte könne sich diesen Zeitpunkt zunutze machen, um die Wohnungen der Bürger zu plündern?" Der Seelenvergnügte schüt« telte den Kopf. „Sol" sage ich, „giebt's denn hier keine Diebe und Einbrecher?" „DaS schon", erwiderte mein Rentier, „aber schaun S', um die Zeit gehen die halt auch auch zum Bier und da haben wir nix zu fürchten." .. (Bewegung der Gewerbe in der Mittleren und in der unteren Steiermark.) Die Grazer Handels- und Gewerbekammer hat nun ihren Brricht veröffentlicht und darin u. A. die Gewerbe angesührt, welche zu Ende de« Jahre« 1868 noch beftanden, Anfangs 1871 aber schon eingegangen, nämlich vier und ztvanzig: „AugenglaSgestell'Erzeuger, Branntwein-Händler; Brückenbauer, Büchfenschäfter, Handl mit chemischen Produkten. EiShändler, Fechtanstalten. Federnzurichter und Reiniger. Kunstgärtner, Goldsticker. Holzwaaren- und Parquettenfabriken, Knoppcrnmühlen, Korkstoppel Erzeuger, Militär-BequartierungSagenturen, Mühlsteiabrecher, Pferde-händlsr, Rindenstampfer. Salpetererzeuger. Schirm-und Sturmbänder-iZrzeuger, Schleifsteinhändier, Uhrenhändler. Hand! mit alten Wagen und Schlitten, Wilflillgmacher und ZeitungSverleger. So dieser Bericht. Daß er ungenau und unrichtig ist. lehrt schon, der erste Blick, und eS wird zum Beispiel, im Ernste Niemand glauben, daß seit dem Jahre 1870 in diesem Theile der Steiermc^rk keine Brannt-wein-, keine Pferde« und keine Uhrenhändler, keine ZeitungSverleger, keine Kunstgürtner mehr bestehen. Die amtliche Tabelle hat daher nur Eine Bedeutung. daß ^nämlich die genannten Gewerbe feit jener Zeit nicht mehr selbständig vorkommen, daß diejenigen, welche sie betreiben, sich gleichzeitig auch anderen ErtverbSzweigen zugewendet, ein Beweis dasür. daß die namhaft gemachten Gewerbe sich an und sür sich nicht rentirten. Nur Ein Gewerbe ist im Kammerbezirke (abgesehen von der Auflassung An demselben Abend besuchte mich Don Pablo noch einmal und zu meinem nicht gerin-gen Erstaunen sagte er mir. daß er schon in Be-lez el Blanco gewesen wäre und olleS mit dem Intendanten de« Grafen abgemacht hätte. Ich könne im Schlosse wohnen, fo lange eS mir beliebe. „A ptopos, Don Carlos'', rief er im Abgehen (denn man hotte meinen guten deutschen Karl in einen wohlklingenden Don Carlos verwandelt, teitdew ich die Pyrenäen überschritten) „nehmen'Sie sich nur in Acht, daß. wenn die Lust von el Blanco Sie vom Haidenfieber heilt, Sie nicht von einem andern Fieber ergriffen «Verden, wogegen man mir in Salamanca kein Heilmittel angegeben hat." .So. sol" erwiderte ich lachend. „Sie mei« nen das Kurchtfieber, welches ich im Schlosse deS blutgierigen Herzog« —" „Nein! Neiu!" sagte der Arzt, indem er mit dem Kopfe schüttelte und halb ernst, halb traurig lächelnd fügte er hinzu: „Der Kastellan des Schlosse«. Diego PeraleS, hat eine Tochter, sie heißt Mercedes." „Nun?" fragte ich, ,,waS hat die Sennorita MercedtSPeral eS mit meinem Fieber zu thun?" „Sie hat gar merkwürdige Augen", fuhr Don Pablo nach einigen Sekunden Stillschweigens fort „und tvenn man einmal hineingeschaut dtt beftlmdentn Militär-Bequartieruags-Agealur) wtlklich gänzlich eingegangen, und daS ist die Korkftoppel-Erzekgung. Gtt^tnüber dlksen eingk-gangenen führt der amtliche Bericht secksundzwanzist Geivelbegotiuagen aus. die in dea Jahrm 1869 und 1S7v neu entstanden; fie benennen stch folgendermaßen: Bergbau« und Hüttenwesen-Agenturkn Baumwollspinns und Webesabriken. Bildhauer, Maler und Vergolr»sr. Blumenhändler, Zement-verschleiher. Erzeuger von tünstlichkM Dünger. Erdwacheterzen.Crzeuger. Frachter. Holzfioffpapier-Aabriken. Lamprnfabriten. Leichcnauftahlungz-». Bterdigungs-Aqstalten, Metallgießer, Mineralölhändler, Möbel- und Bauttschlerwaaren-Fabu-ke«, Mühlenbestandthril-Erzeuger, Pactträger-Jn-stttute, Pferdeschlächter. Schienenwalzwerke, Schlos-serwaaren Fabriken, Schuhwaarenhändler, Sichel» Händler. Sieb- und Glaspapier-Erzenger. Spirituö-fabrtken, Särge-Erzeuger und Wafferleitungen. Ratütlich darf auch diese Zusammenstellung nur mit Beschränkungen, umgekehrt wie bei der vorigen, angenommen werden. Sehr lehrreich bleibt sie aber dessenungeachtet; sie beweist nämlich, daß unter den vierundzwanzig erloschenen Geschäften sich dreiundzwanzig Attiagewerbe. unter den sechs-undzwanzig neu entstandenen dreizehn Groß-Jndu» strien sich befinden. Das spricht sehr deutlich und zeigt, wie das ltleingewerbe überhaupt im allmä» lige» Srlöschea begriffe» ist. Marburger Berichte (Zu Tode gesoffen.) Johann Brü-ck«ntholer, Dienftknecht beim Grundbesitzer Georg Dach in Weitzelsberg. Gerichtsbezirk Ober Rad-kersburg. 'wurde am 17. d. M. als Leiche aufgefunden ; er hatte zuviel Branntwein getrunken und war op» Gchlagfluß gestorben. altstelle Lembach.) Die Südbahndirektion hat beschlossen, in Lembach (Wächter-hüuschtn Rr. 6) eine Haltftelle sür Personenzüge zu eröffnen und zwar versuchsweise nur vom 1. September bis Ende Oktober d. I. Der Aufent halt - dauert eine Minute. Wer von Lembach über Marburg oder Alagenfurt reisen will, kann Fahrkarteu nur bis zu diesen Stationen lösen; zur Fahrt nach Lembach werden jedoch auf sämmt lichen Stationen der Südhahn Fahikarten ausgegeben. Die Aufnahme deS Gepäckes findet in Lembach nach allen Stationen der Südbahn statt, aber nur bis zum Gewichte von hundert Zollpfund; diese Bestimmung gilt auch für die Aufgaben noch Lembach. hat. ist ts fast unmöglich, seinen Blick wieder abzuwenden ; — fie hat. eine wunderbare Stimme und weau man fie einmal gehört hat, dann lauscht man wachend und träumend und glaubt sie im-mn z» hören; — es ist ein fremdartiges Mädchen und wenn man sie einmal gesehen und sieht sie nicht wieder, dann vergeht man vor Traurigkeit. — Hüten Sie Ihr Herz, Caballero; denn die Wundeu, welche die Augen der MereedeS schlagen, hetleu nie wieder auf Erden!" Ich schlief wenig in der folgenden Nacht, — mein Geist besij)ästigte sich unaufhörlich mit diesem Abenteuer, welches mich zuerst biS an den Rand des Grabes gebracht hatte und welche« jejzt versprach, mich für lange Jahre geistiger Ruhe, die ich damals mit dem Namen „Prosa deS Lebens-bezeichnete, reichlich zu entschädigen! Ich sagte mir, daß ich in deu nächsten Nächten vielleicht in demselben Gemache ruhen würde, in welchem jener kalte Henker, den man unS in Deutschland schon als Knaben hassen lehrt, auf neue Unternehmen gesonnen; ich entsann mich, das leßte Mal. als ich in Deutschland im Theater war, den Egmont von Göthe ges.hen zu haben. . . . ich dachte an Wilhelm von Oranien. . . . mehrere Episoden d«r Schlacht bei St. Ouentin kamen mir ins Gedächtniß zurück. ^(3 u r A r b e i t » z e i t i n P e t t a u.) Die HandlungSdiiner und Lehrlinge in Pettau habe« sich an den Gemeindeausschuß gewandt mit der Äitte. dahin zu wirken, daß die HandlungSqeschäfle an Soun- ilnd Feiertagen um I Uhr Nachmittag geschlossen werden, damit die Gesuchsteller noch Zeit zu ihrer Fortbildung und Erholung gewinnen. i/(G in schlveres Geschäft fürAn-tonelll.) An der Prozession, die am Sonnlag nach Maria Rast unternommen wurde, Huben 7VV0 Gläubige stch betheiligt und wurde Kardinal Antonelli telegrapü'sch ersucht, „die Versicherung ihrer Hingebung dem Papste zu Füssen zu legen." (Antonelli an den Obmann der Michaelsbruderfchaft in Marburg.) Auf die Huldigung, welche von Maria-Rast nach Rom telegraphirt tvorden, hat der Papst durch den Kardinal Antonelll in einem Telegramm an den Obmann der MichaelSbruderschaft in Marburg, Herrn Ferdinand Grasen Brandis, gedankt. (Jubelfest des Männergesang-Vereins.) Der leitende Ausschuß hat beschlossen, den Erzherzog Rainer, welcher zur Zeit deS Sängerfestes in Marburg eine Heerschau abhalten soll, zur Theilnahme einzuladen. «-tzt- Vost. Die P,titi»n der Grazer MilitSrpeufio-«isten an dte Delegationen, betreffend die Ans-befferung de» Ruhegehalte» wird durch Ear-neri überreicht werden und hat auch Rechbauer seine Befürwortung zugesagt. Dea? soll erklärt haben, er wolle ein neu-gebildete» Ministerium Lonyay unterstützen. In jenen Gediet»theile« Arankreich», welche Dentschland besetzt hält, ist die MilitSr-au»losung ungestört vor stch gegangen. Eingesandt Es tritt die Nothwendigkeit heran, die Uebel-stände abermals zu erörtern, welche beim hiesigen k. k. Postamte vorherrschen, und Mar: a) Die Bestellung der Briefe, die AbendS um 6 Uhr 45 M.. 9 Uhr und 10 Uhr 50 M. hier eintreffen, erfolgt erst nach dem Eintreffen der um 8 Uhr Früh von Wien antommenl)kn Korrespondenzen gemeinschaftlich und zwar derart, daß die E'stereu erst nach einem Still Lager von 12—14 Stunden in die Hände des Adressaten gelangen. II. Am andern Nachmittage war ich im Schlosse von Vklez el Blanco eingerichtet. Ich war wirklich voch sehr schwach; denn dieser langsame halb-j stündige Ritt auf einem Maulthieae hatte mich dermaßen angegriffen, daß. als daS Thier den Hügel hinausschritt, Don Pablo und sein Diener mich halten mußten. Auch mußte mich letzterer in mein Zimmer tragen, denn ich war unfähig die Treppe« hinaufzusteigen. Am folgenden Tage hatte ich mich schon so weit erholt, daß ich aufstehen und biS an's Fenster gehen konnte. Ein herrlicher Anblick bot sich mir dar. Am Fuße des Hügels, auf dem das Schloß gebaut war, lag daS Städtchen Velez el Blanco und von da zog sich der Abhang bis zu einer unabsehbaren Ebene, die sich biS nach Mur. cia hin erstreckt und in der sich prangende MaiS. felder zwischen Oliven-, Apfclsinnen' und Zitro-nenhainen hindurchwinden. Ich saß am Fenster meineS ZimmerS und schaute aus die herrliche Landschaft, alS ich klopfen hörte und da ich meinte, daß es die Magd wäre, die einzige lebendige Person, welche ich seit dem vorigen Tage im Schlosse ges.hen. rief ich einfach; „aäelavto" und dr'hte mich nicht einmal um. als die Thür aus und bald darauf wieder zugemacht wurde. Eine Mänurrstimme, welche einige 1^) Das Abholen der Briese aus den Sam» melkösten erfolgt nur um 11 Uhr Früh und 6 Uhr Nachmittag. Das löbliche k. k. Postamt tv>rd den Wünschen des korrespondirenden Publi-kums entsprechen, wenn es Mort die Verfügung trifft, daß: aä a) Die erste Expedition um 7 Uhr Früh, — die zweite eine halbe Stunde nach der Ankunft deS Wien-Trieftrr Postzuges, die dritte nach dem Eintreffen der Schnellzüge u. s. f. stattfinde und sä la) das Abholen der Korrespondenzen auch noch um 1 Uhr N.Mtg.für die Schnellzüge und um 7 Uhr Abends für die in der Nacht hier durch« passirenden Züge nach Trltst, Wien und Frau-zenSfeste bewerkstelligt werde. Für die letztgenannte Stunde, nämlich um 7 Uhr Abends, würden die 4 Sammelkästen bei der Großtrafik am Hauptplatz und bei den Tabaktrafiken in der oberen Herrenaaffe, auf dem Burgplatz, und in der Tegetthoffstraße genügen; nur wären diese etivas zarten Kästchen zu ver-^ößern und die Stunden genau zu bezeichnen. Der Einwurf sollte nicht an der Borderseite, son-dern in der Höhe angebracht werden. Marburg am 26. August 1872. Mehrere Korrespoudente». Aufruf. „Frethei t". Bon zahlreichen Gesinnungsgenossen wurde ich aufgefordert, das Wiedererscheinen der «Freiheit" zu verlassen. Ein solches? Unternehmen kann selbstverständlich nur dann erfolgreich sein, wenn das Blatt vor dem Gewaltmittel deS definitiven Verbotes gesichert nnd in Oesterreich (Wien oder Graz) herausgegeben wird. Ich selbst kann nun weder in Oesterreich sei», noch besitze ich entfernt die zur Gründung ein«» kautionSpfiichtigen Blattes nöthigen materiellen Mittel. Ich suche daher auf diesem Wege einen Gesinnungsgenossen, der geneigt und geeignet wäre, den geschäftlichen Theil der Sache in die Hand zu nehmen. Ich bemerke hiezu, daß die Zahl der schon jetzt vorhandenen Abonnements die Lebensfähigkeit deS Blattes vollauf sichert. Gefällige Zuschriften wolle» bis 10. September d. I. an mich gerichtet werden. Zwischenhändler find ausgeschlossen. Passau. L. R. Zimmermann. Minuten später an mein Ohr klang, erschreckte mich fast, denn fie war furchtbar tief »»d hotte einen eigenthümlich ernsten Ton. Ich drehte «ich schnell um und sah — . . vielleicht die groteskeste Figur vor mir, die ich je in meinem Leben gesehen habe. " Er, — denn es war ein Man», obgleich kein einziges Haar in seinem Gesichte war nnd er ei» schwarzseidenes Taschentuch um den Kopf gewnn-den trug, — er war wenigstens sechs Fuß groß, aber dabei dermaßen mager, daß er noch viel größer erschien. Sein Oderkörper war nach vorne gebeugt und seine laugen Arme hielten einen Stock zwischen seinen knochigen Fingern, deren einer so lang erschien wie eine gewöhnliche Hand. „Ew. Gnaden gehorsamster Diener, Diego PeraleS, Kastellan deS Schlosses", sagte er mit einer Stimme, welche auS einem Bioloneell zu kommen schien. Ich stand auf und sagte ihm einige verbindliche Worte über die Einrichtung meines Zimmers, welche er. wie ich dachte, besorgt hatte. „Ist nicht meine Sache gewef en". antwortete er, „hat die Sennorita. Donna Mercedes Perales besorgt l" (Forsetzung folgt). Aufruf! An die hochoerehrtkn Rürger und Rewohner ZNarburgs! Die rasche, ersprießliche Entlvickelung der freiwilligen Feuerwehr. daS Streben dkrselbti, nach Vollkommenheit und gründlicher Organisation. um bei einem Unglücke schlagfertig zu sein, erheischen tS. daß sich die Feuerwehr mit den erforderlich,» iZ^erätlien ausrüstet. Die hohen Anschaffungskosten jedoch nöthi-gea die freiwillige Feuerwehr, bei den geringen Eiukitnften derselben, sich an die edlen, wohlwollenden Bewohner Marburgs mit der Bitte zu wenden, sie mögen ihre bewährte, wohllhätige Hand auf die Feuerwehr ausdehnen und sie nach Kräften unterstiiKen. Damit die Feuerwchr aber auch nach Innen erstarke und sich krästit^e. ist eS nothwendig, daß sich Männer der Thatkraft in dieselbe einreihen laffen. . Darum lasset Euch, Ihr Männer deS Opfer-mutheS nicht abHallen. Eure Kräfte der freiwilligen Feuerwehr zu widmen; liefert den Bewris, daß Ihr Herz und Sinn genug besiht, einer gemeinnützigen Sache zu leben; erfüllt Eure Pflicht als Glieder der Gemeinde und trachtet Ntich Thunlichkeit für daS materielle und geistige Wohl Euerer Mitbürger schützend und föroernd Sorge zu trogen und thätig zu werden, und vereint Euch mit tiegeistertem Eifer. Gut und Leben Eueres Nächsten zu schirmen! Marburg, im August 1872. Der WchraitSschuß. UnterstützungS-Beitrüge werden bei den Herren Quandest, Janschitz und TaborSky (Apotheke zum Mohren) dankend angenommen, »velche auch BeitrittS-Anmeldungen entgegennehmen._ Dank ulld Knlldmachkllg. Die Gefertigten danken für den bisherigen zahlreichen Besuch deS Gigenbau-WeinschankeS bei ihrem Weingarten in Koschak und mben gleichzeitig bekannt, daß sie denselben mit Ende August l. I. für unlieftimmte Zeit schließen. 664) Frauz und Johanna Pichl er. äis xeslleten kevolmsi' Mrlturxs l 0a8 1ulislfo8t vomitS öo8 Hannor- dat in geivvr aw 19. Iiesolllossev, mit läumZtegtv eins verdinäen, von «Zsrsn Reinkrtrs.gm8 60''/^ 2ur (Frülläuvx sius3 IIU8ilcVVI'v!nS8 in HSN-IlUfg verÄen. äie3em goUsv 20.000 I^ooss Icr. veräu3Svrt unä 500 6eviull8ts tlisils au5 Zsm Iisreiv^vkraelit, tlisils anKsIcauft ^eräen. Ls orxsltt nun an äis sälsn Lvvolinsr ^arI)urKg Litte, ^sssm tur unssrs Ltaät Asvi8s al8 LsäiLrknis anerkannten idr LoiiorüeiQ dei^utraxen nnä »1» kv^lnnstv gvvlgnotv Kaden äsm ßskertizten (ZowLtö fllf. von sngvfükl'tsn 2N viämvn. /)i6 ^7ztAeA67t7lam6 ciiessT' ^67'7'67?Aass6 sÄST* /'ostAasss I«VV»V ^önTtST» sTlAS- M cie/' ^aiAUlvl ÄS» KvttvIRÄVI» e^6ma/s bet ^67'?^ UtvlRSlllR Il0edaoktull88V0U v«8 l^vtlerie-vomiti ä68 ^nds1Lö8t - ^U8SvIlN8Se8. 37^. Kundmachung. (653 Es wird hiermit bekannt gegeben, nachdem die auf den 16. August anberaumte Minuendo-Lizitation deö genehmigten, auf 4906 fl. 33 kr. veranschlagten Schulumbaues ob Mangcl a» Theilnehmern nicht stattfand, wird selbe erneuernd am S. September l. I. Bormittags von 10—12 Uhr im Schulhauje daselbst vorgenommen werden. Bauzeit ein Jahr. Jeder Lizitant hat vor gemachtem Anbote ein 10^/g Vadium zu Händen der LizitationSkommission zu erlegen. Baubeding' niffe, Boraus« aß bögen können beim Gefertigten eingesehen werden. OrtSschulrath Frauheim am 22. August 1872. Bartholm. Aamol o. Obmann. Ein Keller ist in der Magdalena-Vorstadt. Josefi-straße. allsogleich zu vermiethen. ' (649 Anfrage in der Apotheke „zum Mohren". Auf vielseitiges Verlangen findet in Schallhammers Gasthans zum schwarzen Adler in Spierfeld Sonntag den 1. September eine große Vsrtm-Svtri» Verbunden mit einem Tanz-Kränzchen statt. Eine beliebte Musikkapelle wird die neuesten Musik Piecen zur Aufführung bringen. Kilr gute Küche, echte Getränke und prompte Bedie-vung ist besten» gesorgt. Um recht zahlreichen Besuch bittet achtungsvoll Franz GraHl, __Pächter. Milch. Obers «. Butter bestcr Qualität jederzeit frisch zu haben.— Bestellungen übernimmt auS Gefälligkeit Frau Elife Kray am Hauptplatz, HeumeyerIcheS _^(659 Herrenaaffe Rr. l15 i» M«b»rg. Ich sage hiemit den ?. I. Gäst«^ welche mich bither mit ihrem Besuche gütsgsf beehtt haben, meinen verbindlichsten Dank für das mir geschenkte Vertrauen. Anläßlich meiner Berehelichung erlaube ich mir neuerdings, das „Hotel Mohr" zu recht zahlreichem Zuspruch ergebenst zu empfehlen und werden ich und meine Gattin, welche mehrere Jahre lang in einem der berühmtesten Hotels der Landeshauptstadt Graz als Köchin gewirkt hat. immer bestrebt sein, das ?. Publikum prompt und solid mit schmackhaften warmen und kalten Speisen und frischen Getränken zu bedienen. Zugleich mache ich bekannt, daß bei mir täglich ein guteS und billiges Gabelfrühstück zu haben ist und daß auf den Mittagstisch im Lokal und über die Gaffe abonnirt werde« kann. Schließlich empfehle ich den ?. Reisenden meine mit allem Komfort ausgestatteten Passagier' zimmer zu den billigsten Preisen. Marburg, 27. August 1372. Hochachtungsvoll sss_Hotelpöchter. ^ ^ 1 s für Frucht«, MehlhSadle» «»d Landwirthel Getreide- und Mehlstcke mit oder ohne Naht in alle« Größen und Qualitäten verkaust zu billigsten Preisen (662 W^rlvilrlvl» Sv«t>» Grazer Vorstadt, im Edl. v. Kriehuber'schen Hanse, . vis-a-vi8 der wmdischen Pfarrkirche. Warnung. Ich warne Jedermann, mit Herrn Franz Pranitseis in Montpreis, Bevollmächtigten der Carl Gorischek'schen Erben, Geschäfte oder Vertrage aus sein Ehrenwort »Ucht» abzuschließen; indem er s?lbeS nicht haltet. (667 r'. S. gewesener EaschaftS. leitet der Carl Vorischefsl^n Erben, MontpreiS. Wtiijieii, Hitm, lU« Mii, Messing, Kupfer, Vlei, Eisen, Kalbfelle, Schaffelle. Schafwolle, alle Gattungen alte und neue Tuch-, Leder- und Papierabfälle. Knochen. Klauen, sowie alle hier nicht angeführten Landesprodukte kaust im Großen und Kleinen zu den höchsten Preisen Jakob Tchlefinger, 598)_in Marburg Burgplatz Nr. 8. 2a IWev«rat>»n«>> »alissUol» «lvr ^«belseier «les »«'Iiiii'zei' MiiM keAliz Vereines sinä I'g.IillSllstotLs iu ^e6vr uvck I!'»?!»« Ii»I»ou boi Ilvrronxssse. Lsstellooxeo »uk Livrtljx« vollsa vkestvn »dH^xvdea veräoii. llllliullwe zm M.,»»» «, mM liw ^sdmlslos«. Die gefertigte Wechselstube erlaubt stch hiemit ihren P. T. Privatkunden und GeschÜftSsreunden anzuzeigen, daß daS von der liANilesIiauptstsllttZaiziIttil'flieiuittirtvl^ottysulelien,""""".d.i.'.m"'"'"'3.8epteml»vr""«"S??' !l. ersolgt, soeben durch die Gefertigte zur Ausgabe gelangt. Dieses Lotto-Anlehen im Betrage von il. 1.728.30« Oe. W. wird binnen 40 Jahren mit ^ew NetrsAv von N. Oe. W. rückgezahlt. — Dasselbe rst in Theilschuldverschreibunaen (Lose) eingetheilt, deren jede mit N. Oe. W. verlv«t Hver6e» mos«. Im Jahre finden 5 Ziehungen mit Haupttreffern von fl. 40.000, S0,000, 15,000 u. s. w. statt und bieten die Lose alle nur mögliche Sicherheit, da die Laudeshauptstadt Salzburg mlt ihrem gesammten Vermögen, sowie mit ihren Gefällen und nutzbaren Rechten für die pünktliche Einlösung der gezogeneu Lose haftet. ?ro1s «iQv» - I.0SS» 2S A 0«. V. (6Z1 Es wird jedoch aufmerksam gemacht, dnß die gefertigte Wechselstube nur einen Theil der Anleihe zu diesem ersten Preise abzugeben gesonnen ist. da bei der vor-auSstchtlich lebhosten Nachfrage nach diesen so vorzüglich dotirten Losen eine Preissteigerung eintreten wird, lim Jedermann den rechtzeitigen Ankauf der Lose zu ermögliche», werden dieselben auch auf Raten zum Preise von f!. S0 mit monatlicher Einzahlung von nur I L. Oe. W., Stempel ein- für allemal l9 kr., verkauft, wobei man schon in der nächsten Ziehung auf den Haupttreffer von fl. Oe. W., sowie überhaupt auf nlle Treffer ganz allein mitspielt. Allfüllig geneigte Aufträge werden gegen Franca-Ein- sendung des betreffenden Betrages prompt effektnirt. Jene P. T. Herren Geschäftsfreunde der unterfertigten Wechselstube, welche sich mit dem Verkaufe der Eälzburger Lose gegen eine angemessene Proviston befassen wollen, belieben fich direkt an die Gefertigte zu wenden. ^SvkLvIgtubo d«r k k. priv. Vivnvl' I^aniiolslianlc, »ormal« ^ak. l). 8otIl0N IN v/ion, Traben Nr. IS. Derlei Lose sind unter den gleichen Bedingnissen M haben bei Verantwortliche Redaktion, Druck und Verlag von Eduard Janschitz in Marburg. klafburg. 2.«. St. a.