LllibncherWMtlmg Nr. 12«. Plan» mcra« ion Sprcis : Im üomvivir ssnnzj. fl. n, halbj. f>. 5».s»N. FUr die Zustellung in« Haus i>albj. ül» lr. Mit dci Poft ganzj. fl. I5>, halbj. fi. 7.5.U. Dolliierstüg, !». I»ni Inscrtionsgcbühr bi« IU Zeilen: lmalLOli., ^m. «0lr., 2m. l si.; sonft pl. >afe>, Bismarck „ach Ems zum Kaiser von Nußland, die den Conjccturalpolitilcrn cincn willkommenen Stoff bietet. Es ist dem Bundeskanzler sogar gelungen, seinen König in den Schatten zu stellen, denn während sich Niemand darum bekümmert, daß auch König Wilhelm dem kranken Kaiser von Rußland eine Gcgenvisitc abstattet, erörtern ernste politische Iourualc die Bedeutung des Ereignisses, daß Graf Bismarck den König nach EmS begleitet. Die officiösen Berliner Blätter haben sich zwar beeilt, der Reise des Grafen jede politische Bedeutung abzusprechen. Aber wie dies schon die Gewohnheit der Officiösen ist, haben sie sich ihres Auftrages mit wenig Geschick entledigt. Der Besuch des Grafen BiSmarck in Ems soll nach der officiösen Ausleguug die Gerüchte demcntircn, die sich an seine zufällige Abwesenheit von Berlin knüpften, als der Czar auf der Durchreise nach dem Curortc den königlichen Vetter Wilhelm in dessen Residenz besuchte. Man sagte damals, Graf Bismarck habe sich absichtlich ferngehalten, weil seine persönlichen Anschauungen über die russisch-preußischen Beziehungen ber Intimität der beiden Mächte nicht förderlich seien, llnd weil zwischen ihm und dem Kaiser von Rußland e>ne gewisse Spannung bestehe. Diese Gerüchte sollen °urch die Reise des Grasen Bismarck nach Ems auf bas Entschiedenste dcmcntirt werden. Natürlich genügte ^ese Erklärung, die Eonjccturalpolititcr aufzustöbern. Es 'sl in der That ungewöhnlich, Gerüchte durch eine Reise zu widerlegen. Und ist nicht schon der Umstand von politischer Bedeutung, daß Graf Bismarck, der wegen 'lines körperlichen Leidens der Zurückgczogenhcit so drin-3end bedarf, sich den Strapazen einer Reise unterzieht, !"n nur allen böswilligen Gcrüchtcu zum Trotz sein 'nniges Einvernehmen mit dem Kaiser von Rußland zu ^nstatireu, und zu zeigen, daß er dieses Einvernehmen °"ch uicht einmal gcrüchlwcisc in Frage gestellt wissen ?"ll? Flugs hatten die Politiker, denen die Reisen bedeutender Staatsmänner, insbesondere Badereisen den "Wünschten Anlaß zu tiefsinnigen politischen Belrach-^"gen bieten, mit Kennerblick herausgefunden, daß Bis-"arck z« (5ms nichts weniger beabsichtigt, als eine Al-f"^' und zwar mindestens eine Defensiv.Allianz zwi-'Yen Preußen und Nußland vorzubereiten, vielleicht gar ö"'" Abschluß zu bringen. ,. Die Wahrheit dürfte, wie gewöhnlich, in der Mitte '^en. Daß Graf Bismarck den König nach EmS bc-°""el, uh,^ j^^d ^^„ politischen Zweck vor Augen iu n ^"' können wir ebensowenig glauben, als daß s , >N!S eine entscheidende Abmachung über die gegen-> "«gen Beziehuugcn der beideu Mächte getroffen wer-^.^' Iu einer solchen Entscheidung liegt gegen« """lg kein Anlaß vor. ES ist leine jener Fragen, be- züglich deren die Interessen Rußlands und Preußens übereinstimmen, in der letzten Zeit angeregt und zum Gegenstände eines diplomatischen Meinungsaustausches gemacht worden. Es wäre also durchaus nicht zu begreifen, warum gerade jetzt die freundschaftlichen Beziehungen, die notorisch zwischen Preußen und Rußland bestehen, den Eharalter einer völkerrechtlich verpflichtenden Abmachung annehmen sollten. Eine solche Umwandlung intimer Beziehungen der Souveräne in eine Bun> dcsgcnosscnschaft der Staaten wäre sogar eine Herausforderung anderer Mächte, eine offenbare Verletzung des Friedens, die zu rächen, alle europäischen Staaten ein gemeinsames Interesse hätten. Nach dieser Richtung ist gewiß keine Gefahr zu besorgen. Dagegen liegt in dcr neuerlichen Bekräftigung der Freundschaft, welche die Souveräne von Preußen uud Rußland verbindet, eine Demonstration, deren Zweck unverkennbar ist. Man will bei gelegener Zeit daran erinnern, daß Preußen und Rußland die Solidarität ihrer Interessen in gewissen europäischen Fragen erkennen, und daß sie auch unter gewissen Verhältnissen, die man nicht näher zu bezeichnen braucht, weil Jedermann sie kennt, gemeinsam vorzugehen entschlossen sind. DaS Bestreben, Europa auf das innige Einvernehmen, auf die herzliche Freundschaft Preußens und Rußlands aufmerksam zu machen, tritt öfter, als es den Fricdensintcrcsfcn entspricht, in auffälliger Wcisc hervor. Neuerdings mag Graf Bismarck angesichts dcr Ernennung des ^)cr;ogs von Gra» mont zum französischen Minister des'Auswärtigen und dcr Combinationen, die man an diese Ernennung knüpfte, das Bedürfniß gefühlt haben, dcr politischen Welt anzudeuten, daß auch Preußen vorkommenden FalleS auf cincn mächtigen Alliirtcn zählen könnte. Wenn diese Auffassung dcr Reise des Grafen Bismarck »ach EmS richtig ist. so müssen wir in ihr ein Symptom dce> sichcimci, Mincnsiicac« erkennen, den die europäische Diplomatic »malilasfia, fiihrl, um sich für den offenen Kampf zn rüsten. Die Ruhe Europa'« ist nur scheinbar und kurzlebig, sie kann urplötzlich durch ac-waltigc Ereignisse unterbrochen werden, ^olitische^ Uebersicht Vaibach, 8 Juni. Die „Pester Corr." dcmentirt in einem längeren Artikel entschieden die Behauptung cincS oppositionellen Blattes, daß Iu stizmi n ister Horvath gegen Andrassy conspirirc. Es seien bedeutende Meinungsverschiedenheiten in dcr Opposition hervorgetreten. Ein großer Theil der Partei wollte Tisza und seine einseitige Eomitatspolitil verlassen und cin liberales Centrum gründen. Horvalh hatte nun vor kurzem Privaluntcr-rcdungcn mit einem Führer der Dissidenten, dies gab den Stoff zu dcr erwähnten Behauptung, deren Zweck es ist, die Cabinctsmitglieder zu entzweien und den Zwist dcr eigenen Partei zu bcmäulcln. In dcr erwähnten Unterredung erklärte Horvatl) sogar ganz entschieden, die Person Nndrassy's sei eine providcnticlle und für die Leitung des Ministeriums noch für lange Zeit unentbehrlich. Tiroler Blätter melden, baß daS bischöfliche Ordinariat iu Brixen an alle Decanatc cincn Pctitions-enlwurf um Aufhebung der neuen Gesetze und Verordnungen in Schulsachcu zur Weiterbeförderung an willfährige Landgemeinden versendet. Der Entwurf ist an dcu Landcsausschuß gerichtet und an letzteren die Bitte gestellt, die Petition an das Gesammtininistcrium befürwortend zu leiten. Um desto sicherer zum Ziele zu gelangen, wurde auch in diesem Schriftstücke wieder die alte, ihre Willung selten verfehlende, schmähliche Traltik beobachtet, daß durch die erwähnten Gesetze die Religion gefährdet sei. Der liberale Verein in Ried hat in seiner letzten Versammlung das Programm der freisinnigen Partei Oberöstcrrcichs vollinhaltlich angenommen. Aus Prag, 7. Juni. wird dcr ..Pr." gemeldet: Die Demonstration zur Erinnerung an die Erhebung während der Pfingsltagc von 1848 unterblieb in Folge militärischer Vorkehrungen. Die Königin von Belgien kommt heute Abends hier an. Die Grafen Bcust und Taaffe wollen die Landtags-Mandate niederlegen, falls die RcichSrathsmahlcn nicht durchgehen solllen. Slad-l owsly dcmcntirt dic angebliche Fusion mit dem Consortium Liebig-Thun. Dcr ^andceschulrath hebt dcn Sprachcnzwang auf. Dic VcrfassunMcrcine von El,cr und Fricdland nahmen das Wiener Programm vom 22. Mai an. Riegerhofen's Ernennung zum Statt- Haltelei-Vicc-Prüsibenten wird in deutschen Kreisen bestens aufgenommen. In Bühmisch-^eipa tagte während der Feiertage die Wa n derversammlung des deutschen historischen Vereins für Böhmen. Dr- Schmeylal brachte bei dem Feste einen Toast aus auf die Solidarität und Einheit dcr Deutsch-Oeslcrreicher, welche nicht die Entfernung ihrer Grenzen von den Waffcnplatzen fremder Potentaten abmessen; Oppenheim toastitte auf Schmcy-kal. Die Ernennung Dr. Fischer's (eines Israeliten) zum Director der Irrenanstalt hat die Sanction des Kaisers erhalten. Die vom Hans-Kudlich-Vereinc in Jägern -dorf einberufene Volksversammlung am 6. d. M. war von fünftausend Theilnehmern deutscher, czcchischer und polnischer Nationalität, meist pandleuten, besucht. Deutsche und Slaven verbinden sich solidarisch zum Festhalten an dcr Verfassung. DaS angenommene Wahl, Programm für künftige ^andtags-Abgeordnete verpflichtet dieselben zur Auficchthaltung der Bandes«Autonomie uud Zurückweisung des böhmisch - mährisch - schlesischen General Landtages, zur Erhaltung des Friedens zwischen dcn deutschen und czcchischen Bewohnern Schlesiens und zur Aenderung der Verfassung nur auf rein verfassungsmäßigem Wege. Die Versammlung schloß mit einem H-'ch auf dcn in Amerika weilenden Hans Kudlich, den Befreier des Landmannes vom Frohndienste. Die „Wr. Ztg " bringt nachstehende Note von großer voltswirthschaftlicher Tragweite: „Se. k. und l. Apo» stolische Majestät hat mit a. h. Entschließung vom 24ten Mai d. I. allergnädissst zu genehmigen geruht, daß die Abhaltung cincr im Frühjahre 1873 zu eröffnenden internationalen Ausstellung von Erzeugnissen der ^and-wirlhschast, dcr Industrie und der bildenden Künste in Wien vorbereitet werde. Zugleich geruhte Se. l. und l. Apostolische Majestät anzuordnen, daß den Regierungen dcr fremden Slaatcn von der beabsichtigten Ausstellung nnvcrweilt Mittheilung gemacht werde." Ueber dcn gewaltsamen Schluß dcr General» Debatte (nicht auch dcr Special - Debatte) deS (5oncili> über die Unfehlbarkeit läßt sich das amtliche „Gior-nalc di Roma" folgendermaßen vernehmen.' „In der letzten General-Congregation (vom vorigen Freitag) wurde die Oeneral-Discnssion „über dcn Glauben" beendigt. (Auf welche Weise, das fügt das amtliche Blatt wohl» weislich nicht hinzu.) Die Debatte dauerte seit dem 14, Mai, und i)5 Väter ergriffen während dieser Zeit das Wort. Montag Früh wird wieder eine General-Con» grcgation stattfinden." Es ergibt sich daraus, daß an dcn Pfingsttaa.cn die Proclamirung der Unfehlbarkeit noch nicht stattgefunden hat, dieselbe aber in Kürze ci folgen wird. Dcr immer gut unterrichtete Correspondent dcr „AUg. Ztg." hatte in seinem letzten Eoncilsbriefe (vom 27. Mai datirt) die gewaltsame Nbschneidung der Hanptdiscussiou bereits vorhcrgesagt und von einem .,concilia!ischcn Staatsstreich" gesprochen. Offenbar war die Curie der Angriffe auf dcn Papst schon müde, Angriffe, die so weit gingen, daß cin amerikanischer Bischof die persönliche Unfehlbarkeit des Papstes cin „Sacrile» gium," eine Gotteslästerung nannte. (Nebenbei gesagt, wurde diese, Prälat wegen seiner kühnen Aeußerung von dcn Infallibilistcn, wic die „Italic" berichtet, von der Rednertribüne förmlich hcruntergcworfen.) Dem Berliner Corrcspondcntcn dcr „Times" zufolge hat Baron Arnim zu der bereits bekannten schriftlichen Mittheilung dem Cardinal Antonelli mündlich kundatthan, daß. falls aus dcn Concilsver-handlunsicn Unannchmlichkcitcu cntstchcn sollten, den preußischen Bischöfen dcr unmittelbare amtliche Verkehr mit dem Papste untersagt werden würdc. Die Berliner „Krcuzzcitung" bringt heute zwei Berichtigungen, die in einem gewissen inneren Zusammenhang zu stehen scheinen. Das genannte Blatt schreibt: „Dic Mittheilung dcr ..Magdcb. Ztg.," daß dcr Bundeskanzler Graf Bismarck sich in der nächsten Zeit nach dem Süden zu begeben gedenke, lst, wie wir versichern können, völlig grundlos." Ferner: „Die Ver» liner „Post" cnlhält cin Telegramm aus Wien in Betreff ciner bevorstehenden Fürstcnzusammcnlunft in Ems. welche mit dem Projectc zusammenhänge, dem König Wilhelm die Kaiscrwürdc anzujagen. Es bedarf kaum dcr Bemerkung, daß dieses Telegramm zum mindesten auf Humbug beruht." Ueber dcu Strike in Genf liegt im Berner ..Bund" folgende.? Telegramm vor: „Das Comit5 scumnl lichcr :N Mcistcr dcr BauaMcrke crtlärt mit einem Maucrcmschlagc, daß dic Forderungen dcr Gypser nicht angenommen und daß, wenn sie nicht bis zum 9. Juni 928 an die Arbeit zurückgekehrt sind, sämmtliche Ateliers der Bllugewerke geschlossen, also alle Arbeiter vom Baufache, über 30M, Samstag den 11. Juni entlassen werden. Die Proclamation citirt auch die §tz. 46 und 57 der eidgenössischen Verfassung, verlangt also indirect Auflösung der Internationalen und Ausweisung der Fremden. Das kann eine schlimme Geschichte für Genf werden, schlimmer als der vor zwei Jahren durch Camperio's und Gögg's Vermittlung glücklich beendete Strike." Dcr amtlichen Florentiner Zeitung vom 3len d. M. entnehmen wir solgcnde Daten über den jung« sten in der Lorn bardie versuchten Putsch: „Die Revolutionäre, die sich am 29 Mai, 38 Mann start, worunter einige Deserteure und politisch compromittirte Militärs, nach den Vorgängen von Paoia und Piacenza in den Canton Tessin in der Schweiz geflüchtet hatten, lamen in Santa Lucia und Cavargna zusammen, um bewaffnet nach dcm Königreich zurückzutchren. Ihr Führer war der Enaländer Joseph Nathan; 31 waren mit schweizerischen Hinterladern nud 7 mit Revolvern bewaffnet. Am 30. früh Morgens pajsirte die Bande mit einer rothen Fahne, auf der tue Worte: ..Goll und Volt" zu lesen waren, die Grenze bei den Höhen von Acqua Scsia, nahm in Porlczza in dcr Caserne dcr Hollivache Munition und einige Waffen weg und ging dann über R»zzonico an den Comer folgenden Truppen, Ein Zusammenfluß hatte nicht stattgefunden ; trotzdem wurden zwei Verirrte verhaftet Die Anderen suchten Schutz in den Wäldern und schlugen am 2. d. M. theilweise den nach Montcgno führenden Weg ein. Die von ihr an zwei Stellen am Telegraphen vorgenommene Slörung wuide fofort wicdcr gutgemacht; einem Caiabinierc, dcr sich ein wcui^ von seinen Kome-raden entfernt halte und von den Insurgenten zum Mitgehen gezwungen wurde, gelang es sehr bald, ihnen zu entfliehen und zu der Tinppe zurückzukehren. Den gestern eingctroffencn Nachiichtcn zufolge hat Joseph Na« than jedem Mlta.liede der Bande, indem er die Waffen niederl?ate und sich nach der Schweiz zurückzog, 10 ^ire auSgezahlt und sie dann verlassen. Der nun auf zehn bis zwölf Mann reducirteu Baude sind die Truppen auf drn Fe>sen. Zwlck des Versuchs war offenbar die Provocirung einer rcpublicauischen Bewegungen den Provinzen Corno, Bergamo und Sondrio; die Bevölkerung bekundete jedoch aller Orten nur Entrüstung gegen das verbrecherische Unternehmen. In dcr Piovinz Alessandria, und zwar in der Nähe von Tortona balle die rcpublicanische Partei heimlich Waffen und Munition gesammelt, um auch dort eine zusammengeraffte B^nde zu bewaffnen; den Nachforschungen dcr Behörde ist es jcdoch gelungen, dort 98 Flinten und 4000 Patronen wegzunehmen Dic/euialen und dic Dulle unkm 8ÄlictÄM. Nach dieser Bulle ist, wie der „Wanderer" näher ausführt, das weltliche Schwert dem geistlichen Schwerte untergeordnet. Das weltliche Schwert — wir nennen es heute den Staat — muß nach den Weisungen des geist- Feuilleton. Wie philharmonische Gesellschaft in Cilli. Laibach, 7. Juni. Der Ausflug, den die philharmonische Gestllschaft in den verflossenen Pfingslfeier-ta^en nach Cilli unternommen, gestaltete sich zu einem wahrhaft schönen, bedeutungsreicheu Feste. Die beiden Ta^e waren so reich an herzerhebenden Momenten, des Guten, das da geboten wurdc, war so viel, die Herz» lichlcit der Cillicr, ihre Liebenswürdigkeit und Gast' freundschast eine so überwältigende, der künstlerische Er° folg des Festes ein so durchgreifender, daß wir sagen müssen, die tühnsteu Erwartungen, die man an die Tage des 5. und 6. Juni geknüpft, wurdeu übeitroffen. Einen schönen Sieg, einen Sieg über die Herzen Aller hat die Göltin Harmonie in der reizenden Sannstadt gefeiert, und wenn daS in diesen Tagen geschlossene Bündniß dauernd bethätigt wird, dann werden dcm Siege sicher auch die Früchte folgen. Es würde uns zn weit führen, wollten wir die Details des Festes ausführlicher besch,ci!)cn, wir ve< schränken unS demnach auf die Hanptmouicntc. Um halb 10 Uhr Vormittags traf der Zug mit dem 62 Personen starten Männer' und Damcn-Chorc. dem sich ungefähr 200 Kunstfreunde auS ^laibach angeschlossn,, am Bahnhofe in Cilli ein. Nachdem die L^idacher Chörc sich vor dem Bahnhof^cbäude dem Cillill Männcr»csanü.verrinc und dem Cülier Damen «Chore gegenüber aufgestellt, trat der Bürc,crmcistcr und Vorstand des Mcumergesangverein« in Cilli Dr. Karl Hie- lichen Schwertes geführt und getiandhavt werden. Ich werde Ihnen in den nächsten Tugen eine wortgetreue Ucbersetzung dieser Bulle einsenden; in diesem Äugenblick ist mir mein Exemplar nicht zur Hand. Vorläufig nur die Bemerkung, daß die Bulle diesen Glauben aus» drücklich als „nothwendig zur Seligkeit" erklärt. Sobald die Infallibilität des Papstes definirt ist, müssen sich also alle politischen Behörden, Fürsten, Minister, Abgeordnete, Wähler u. s. w. nur als Behörden des Papstes betrachten, dlssen Weisungen sie unbedingten Gehorsam zu leisten haben um ihrer ewigen Seligkeit willen. Darüber ist nun einmal nicht hinwegzukommen. Ich brauche Sie nicht darauf aufmerksam zu machen, wie unser gesummtes heutiges Staatsrecht hiedurch eine andere Grundlage, wie die bisherige, erhalt. Alle Verfassungen, alle Gesetze, alle Unterthanenoerhältnisse sind nur in so weit und so lange giltlg, als der Papst sie billigt. Das eigentliche Fundament jeder weltlichen Verfassung ist der Papst. Er hat das Recht, jede Verfassung und jeden Vertrag aufzuheben. Wir haben hier also die reine Theolratie als Glaubcusdogma. Verträgt sich nun dieser Glaube mit unseren staatsbürgerlichen Institutionen? Ja, kann Jemand, der dieses Dogma für wahr hält, überhaupt irgend eine staatsbürgerliche Function, sei es als Minister, als sonstiger Beamter, als Richter u. s. w. übernehmen? Allerdings wird er alle bestehenden Gesetze in Ausführung bringen können, immer aber doch nur so lauge, als dcr Papst es erlaubt. Die letzte und höchste Entscheidung steht auch ill politic!« dem Papste zu, und aller Gehorsam, den man Kaiser und Verfassung gelobt, enchült dann immer die selbstverständliche Klausel: ..bis so lange der Papst nicht das Gegentheil befiehlt." Nolhwendigcrwcise werden dann auch bei allen Verfassungsconfliclen, ja felbst civil-gerichtlichcn Streitigkeiten die Appellationen an die höchste Instanz, an den Papst, mit unvermeidlicher Consequenz sich Bahn brechen. Verstehen Sie mich recht, ich spreche hier nicht über die Wahrheit oder Unwahrheit dcö beabsichtigten Dogma's, ich will lcd>glich den politischen Inhalt desselben und die ungeheueren Veränderungen con-statiren und zur Anschauung bringen, die sich aus dcm Glauben an die Infallibilität des Papste« und an die Vullc UU2M 32.netHm für unsere jetzigen politischen Verhältnisse ergeben müssen. Man muß die Dinge ehrlich ins Auge fassen, wie sie wirklich sind; daS Vertuschen von wirtlichen Thatsachen kann lein ehrlicher Mann billigen, gleichviel, welchen Glaubens er ist. Niemand kann in Abrede stellen, daß unser heutiges Staatsrecht von einer Unterordnung des Staates unter das geistliche Schwert nichts weiß, daß eS auf weltlichem Gebiete die Selbständigkeit des Staates beansprucht und der Kirche nur auf geistlichem Gebiete wiederum ihrc Selbständigkeit zuerkennt, wenigstens in tn««i, wenn auch in prg.xi nicht immer darnach gehandelt wird. So lange also der heutige Staat bei seiner Anschauung verharrt und sich dem geistlichen Schwerte nicht unterordnen will, so lange verbietet es sich von selbst, daß Männer in seinen Dienst treten, die das von ihm prätendirtc Recht auf Unabhängigkeit nicht anerkennen und die dem Papste auch als ihrem weltlichen Oberherrn in letzter Instanz gehorchen. Sie sind gar nicht in der ^age, auch nur dem Kaiser oder dcr Verfassung den üblichen Eid ohne Clausel leisten zu tonnen, und es scheint mir nicht wahrscheinlich, daß ein so verclausulirter Eid als genügend anerkannt werden dürfte. Nun ist in der letzten Zeit wieder viel von einem feudalen Ministerium die Rede gewesen. Unter den Feu« gersperger vor und begrüßte die Laibacher Gäste mit so herzlichen Worten und in so liebenswürdiger Weise, daß wohl keiner mehr über die Parole des Tages in Zweifel sein konnte. Sohin ertlana daS „Grüß Gott mit hellem Klang" dcr Cillier Sänger, worauf der Laibacher Männer»Chor mit seinem Wahlspruche antwortete. Der Gesellschaftsdirector Dr. Schöppl erwiderte hierauf den Gruß dcr Cillier in einer warmen, von echtem Sängergcistc durchwehten Ansprache, die ihren Eindruck auf die Anwcscnden sicher nicht ver^ fehlte. Sohin trat aus dem Laibacher Damen-Chore Fräulein Hermine Schäppl, geschmückt mit einer blauen Schärpe, an der die drei Sterne des Cillier Stadt» wappenS erglänzten, vor und sprach folgeudeö Festgedicht: Du schöne Stadt in deiner Frllhlinqsreize Prangen, Von einem Heldenvoll in grauer A it erbaut, Von bunten Auen, scbatt'gen Wäldern rings umfcmgeu, Auf dic vom Fels herab die Burgruine schaut; Ihr rebbckränzten Hügel, Laubgehäuge, Vom Thau des heilungsreicheu Silberstroms gelüsjt, Ihr reichgcsämiückteu (Harten, schatt'gcu i.'aubcugäuge. Aus voller Urust seid uus viel tausendmal gegrüßt! Seid herzlich uns gegrüßt, Ihr wackren Sangesbrilder, Ilir Frauen hold. Ihr Mädchen schön, Ihr Männer frei l Euch schlagen uns're Herzen, tönen uns're bieder! D'rum nehmt uns auf! - Ein Band um uns geschlun gen sei! Dies Band bedeute Harmonie im 5'ied uud Leben, Ein geistig Band, das sich um unsere herzen schlingt, Das uns vereint in unsrem hehren Nunvärtsstrcbeü, Das frei uns macht im Thun, im i!ied, das Freiheit bringt! dalen wird bekanntlich derjenige Bruchtheil dcs böhmischen und mährischen Adels verstanden, welche ein eigenes politisches Organ. „daS Vaterland." in Wien gegründet haben und mit ihicn Geldmitteln unterstützen. Diese Hcrrcn sind nun mit ihrem Glauben an die Unfehlbarkeit des Papstes bereits sehr entschieden hervorgetreten ; es ist unzweifelhaft, daß sie schon vor der Dcfi' nition an die Unfehlbarkeit glauben oder glauben wollen. (Dcnn - aufrichtig gesagt - cin tiefes Studium dieser theologischen Frage, welches doch allein ein so entschic-denes, ja heftiges Auftreten noch vor der Entscheidung des Coucils rechtfertigen könnte, traue ich den Wenigsten unter ihnen zu.) Man kann nicht annehmen, daß es nur die Ansicht eines einzelnen Redacteurs ist, welche sich in Bezug auf die Unfehlbarkeit des Papstes täglich im „Vaterland" geltend macht. Es ist vielmehr ganz außer Zweifel, daß es die Eigenthümer des „Vaterland," daß es die „Feudalen" selbst sind, welche sich eben im ..Vaterland" znm Glauben an die Unfehlbarkeit des Papstes bctennen. Sie haben die Unfehlbarkeit des Papstes in ihr politisches Programm aufgenommen. Aber damit sind sie meines Er-achtcns nach auch von jeder zukünftigen Ministercombi-nation absolut ausgeschlossen, so lange wenigstens, als der Kaiser und die Völker Oesterreichs ihrc Verfassung nicht ändern und die Vullc imum «üucwm nicht für den Fundamenlalartitcl aller jetzigen und künftigen Verfassungen Oesterreichs anerkennen. Nebenbei bemcrlt. selbst ihrer staatsrechtlichen Opposition ist dadurch das Fundament genommen. Denn auch das böhmische Staatsrecht, welches sie verfechten, hängt doch nach ihrem eigenen Glauben nur von dem Belieben nicht nur des jetzigen, sondern auch jedes zukünftigen Papstes ab. Und selbst in dem sehr unwahrscheinlichen Falle, daß man in Rom noch zuletzt anderen Sinnes würde und die Proposition der Unfchlbarkeitserklärung noch in der eilftcn Stunde zurückzöge, würde dic Unmöglichkeit, Minister in Oesterreich zu werden, für die Feudalen immer dieselbe bleiben. Ihr Glaube an die Unfehlbarkeit dcs Papstes und an die Bulle uuü,m 33,ncrHm ist von der Definition ganz unabhängig; er war fchon laut „Vaterland" vor der Definition da, und ernste, gläubige Katholiken wechseln ihren Glaubeu nicht so schnell. Ich kann mir nun wohl denken, daß Sie mich einer zu sehr auf die Spitze getriebenen Consequcnzmachcrei beschuldigen, und daß Sie namentlich der Unfehlbarkeit des Papstes in der Praxis leine so große politische Tragweite zugesiehen. Indessen — wer bttrgt dafür? Wer z. G. das Organ jenes mächtigen Ordens, der schon lange dic Definition der Unfehlbarkeit zu verwirklichen sucht, wer die „Civilly cattolica" seit Jahren verfolgt hat, und wem es auch sonst noch vergönnt war, hie und da tiefer in die Absichten desselben hineinzu' schauen, der muß wohl zu der Ueberzeugung gelangen, daß die praktischen Folgen der UnfchlbartcitSdcfinition nicht lauge auf sich warten lassen würden. Man darf die Sache nicht so leicht nehmen, es liegt System darin. ..Der Gehorsam gegen die Autorität ist der heutigen Welt abhanden gekommen, das ist das Grundübcl, auf welches sich die ganze heutige Verderbtheit zurückführen läßt. Und die freien Verfassungen, sie sind eS eben, welche alle Autorität untergraben. Die weltliche Macht muß wieder allein in die Hand der Könige gelegt werden und die Völker müssen wieder das Gehorchen lernen. Die Könige aber müssen dagegen sich unbedingt dcm Papste unterwerfen; dann lehrt auf einmal Ruhe und Frieden und Glauben und Moral zurück." Da ist in nuo6 die Doctrin und der Krieg gegen Als uns'res jungen, geist'gen Bundes sichtbar Zeichen Nehmt hin den Kranz, den ssrauenhand gepflückt. Und nun herbei, laßt brüderlich die Hand uns reichen Schon heut'! Wir rufen's laut: Das Nllndniß ist ge glückt! Nach beendetem Festgruße überreichte das Fräulein einen frischen Kranz mit wcih-rolhem Bande und schmückte damit die Fahne des Clllicr Vereins. Hierauf vereinig ten sich die Sänger und Sängerinnen beider Slädtc, und nun ging's unter den Klängen dcr Cillier Sladt-capelle und nuter dem Krachen dcr am Nicolaibcrae uostirten Pöllcr in die mit Fahnen und Kränzen reich geschmückte Stadt unter einem förmlichen Blumcnrcacr! zum Casino, woselbst dic Fahne aba.cg.ebcn, die Qual-tierbillctcn vertheilt und sohin Erfrischungen eingenommen wurden. In dcr dcutscheu Kirche wohnte die philharmonische Gesellschaft dcr Eilf'Uhr-Messc bci und brachte zwei gemischte Chöre - „Aue Maria" von Bernhard Klei" und Horal'S schönen Chor „Dich lobet großer Gott" ^ zur Aufführung. Fräulein Clementine Eberhart sa«s ein Sopran-Solo von A. Ncdvcd auf wahrhaft küns^ lerische, herzerhebendc Weise, Herr Zöhrcr accoM-pagnirte auf der Orgel. Nach dcr im Casmosaale stattgehabten Probe der gemeinschaftlichen Chöre begaben sich die sscstaenossen '" den ucuerbauten, festlich geschmückten Garlcnsalon zu»" „goldenen ttöwen" zum gemeinschaftlichen MittaaM°HU- (Schluß folgt.) 929 die freien Verfassungen wird nicht ausbleiben, sobald nur erst die Unterordnung des weltlichen Schwertes unter das geistliche dcfiuirt ist. Sie lächeln? Sie erwidern: „Aber das ist ja ganz unmöglich; die Wirklichkeit steht ja sol« chen Planen so unüberstciglich entgegen, daß man unmöglich ernstlich an ein Gelingen glauben kann." Nun, es kommt eben aus die Grille an, durch die man die Wirklichkeit betrachtet. Je nachdem die Oläscr geschliffen sind, erscheint ein Hinderniß riesengroß oder winzig klein. Allerdings gehört viel Muth dazu, um nur an die Durchführung einer solchen ungeheuren politische», Umwandlung zu denken. Aber an Muth fchlt es jenem großen Orden überhaupt nicht, da er dcnsclbcu nicht nur aus seinem Glauben, sondern nebenbei auch au« seiner Schuldoc-trin schöpft, wclchc letztere ost ähnlichen Heroismus erzeugt, wie jener. Und dann, — wer die ganze Gefahr eben nicht sieht und erkennt, der hat es auch leichter, muthig zu sein. Daß übrigens unsere „Feudalen" bei cincr solchen radical-politischcn Umwandlung auch nicht zu kurz kommen würden, dafür würde schon gesorgt sein. Auf der Leiter der wiederhergestellten königlichen Autorität gibt eS eine nächste Stufe, die dicht unter dem Throne steht, eine Stufe, welche die heutige dcmotratifchc Gesellschaft abgebrochen hat. Hassesneuigkeiten. Zum Morde des Prinzen Arenberss. St. Petersburg, 15. Mai. Aus der Verhandlung des Processes gegen die Mörder des Prinzen Arcnbcrg theilen wir nach dem ..I. dc St. P." noch folgende Einzelnheiten mit: „Die Sitzung wnrdc vorgestern um 11 Uhr Morgens eröffnet. Wenige Minuten vorher erschienen Prinz Alexander Petrowilsch von Oldenburg nebst Gcmalin und die Prinzen Eugcu und Sscrgij v. Lcuchtcnbcrg. Unter den Zuhörern befanden sich auch die Minister des Innern und der Justiz. Die Anklage vertrat der Procurator Ba-sheuow, die Vertheidigung führten die HH. Turtschauinow (Schischlow) und Matwejcw lGrebennilow). Die beiden Angeklagten, I. Schischkow und P. Grebenuikow, zogen bei ihrem Eintritt aller Blicke auf sich. Ersterer, der sich im Gefängnisse befuuden hatte, trug das graue Costlim der Gefangenen; letzterer, welchen man im Polizeigcwahr-sam des ersten Bezirks des Admiralität« - Stadttheils gehalten halle, war in einen Paletot von dunkler Farbe gelleidet. Vcidc haben eine Schulterbreitc, welche eine ungewöhnliche Körperstärle bczcichuct. Schischkow hat etwas cynisches und heuchlerisches zugleich; seiue Gesichtszüs.c siud eckig nnd widcrwänia., und verrathen große ^ist, der sich alle schlechten Instincte zugesellen; feine Sprache trä^t das Gepräge falscher Furchtsamkeit, die seine Stimme unsicher macht; durch die äußere Hlille zeigt sich aber die brutale Energie des Raublhieres, die er bei Verübung des Verbrechens betuudet hat. Grebennikow macht auf den ersten Blick einen weniger gehässigen Eindruck; er ist entweder viel feiner oder viel einfältiger, entweder ein kaltblütiger Verbrecher oder in halber Unzurechnungsfähigkeit hindämmernder Dummkopf. Seine Antworten hatten Anschein von Aufrichtigkeit und zeigten eine Klarheit, von der die seines Mitschuldigen weit entfernt war. Nach Vereidigung der Geschwornen wurde die Anklageschrift verlesen. In derselben werden auf Grund der fchon bekannten Thatsachen Iurij Schischkow und Peter Grebcn-nilow folgender Verbrechen beschuldigt: Nach geschehener Verabredung, das Eigenthum des österreichischen Mililärbevollmächtigten Prinzen Ludwig v. Arenberg zu rauben, haben sie sich am 24. April Abends während der Abwesenheit des Prinzen in die Wohnung desselben eingc-schlichen. Da sie die Schlüssel des Schraulcs, in welchem der eiserne Geldkastcn sich befand, nicht fanden, haben sie sich entschlossen, die Nücktehr des Prinzen abzuwarten, um, wenn er eingeschlafen, die Schlüssel zu entwenden, wobei sie verabredeten, daß, falls der Prinz erwache, sie ihm den Mund verbinden und ihn selbst knedeln wollten. Als der Prinz bei der Entwendung der genannten Schlüssel, anderer Dinge und Geldes erwachte, haben sie sich auf ihn gcwor» fen, ihm Hände und Füße gebunden und ihn erwürgt, worauf sie, da es ihnen nicht gelang, den Geldlasten zu öffnen, noch einige dem Prinzen Arcnbcrg gehörige Gegenstände entwendeten, d. h. ciu in den Artikeln 1627, 16!i4 und 1450 des Strafgesetzbuches bezeichnetes Verbrechen verübt. Hierauf schrill der Präsident Herr Schamschin zum Verhör der Angeklagten, welches beinahe zwei Stunden dauerte. Schischtow wurde, nachdem sein Mitschuldiger hinausgeführt worden, zuerst gefragt. Seine Aussagen hinsichtlich' der Verübung des Verbrechens und der demselben Drangegangenen Umstände waren überciustimmend mit den Nl der Aullage-Actc culhaltcncu Angaben. Grcbenuilow, auf dieselbe Weise befragt, gab jedoch Erklärungen ab, wclchc '". sehr wesentlichen Punkten von denen Schischkowö ab-wichen Bei der darauf erfolgenden Eonfroutalion wurde °leser, nachdem er verschiedene Ausflüchte versucht, genöthigt, ^ Nichtigkeit der Aussagen Grcbcunilows anzuerkennen. ^ geht daraus hervor, daß der Prinz leine Bewegungen "'ehr machte, als Schischlow aufhörte, ihm die Kehle zu-sammeuzuprcssen, uud daß er (Schischlow) es war, welcher beim Fortgehen alle gestohlcucu Gegenstände bei sich hatte. >>n dem Augenblick, wo die Mörder sich auf den Prinzen stürzten, halle dieser sich halb erhoben und kniete im Vctl, "Ul sich zu vertheidigen; Grebcnnikow wälzte sich mit ihm auf dem Vett umher; der Prinz ergriff ihn im Ringen bei deu Haaren und biß ihn in den Zeigefinger der rechten Hand. Einen sichtbaren Eindruck auf die Anwesenden machte die Erklärung der Verbrecher, daß sie, ehe sie in das Quartier des Prinzen v. Arcnberg gegangen, sich auf die St. Petersburger Seite begeben halten, um ein Gebet an den Erlöser zu richten. Um 2^ Uhr wurde die Sitzung für eine halbe Stunde aufgehoben. Bei Wiederaufnahme derselben ward den Geschwornen der Plan der Wohnung des Prinzen vorgelegt und das Protokoll über den Befund bei der ersten Untersuchung verlesen, wie derselbe in der Anklage-Acte dargestellt worden. Der Gerichtshof hörte darauf die Aussagen der beiden ärztlichen Experten, des Professors Tschisstowitsch uud des Dr. Bataliu, die beide erklärlen: daß der Tod durch Erstickung erfolgt war, und die Agonie, wenn eine solche staltgcfundeu, höchstens 15 Minulcn hatte dauern können. Den Geständnissen der Angeklagten gegenüber hielten es die Staatsanwaltschaft sowohl als die Vertheidiger für überflüssig, einen Theil der Zeugen zu vernehmen. (5s wurden nur acht derselben vorgerufen, von denen sieben als Belastungszeugen auftraten, während cincr im Interesse der Vertheidigung vernommen wurde.' Ihre Aussagen betrafen nur nebensächliche Dinge uud bestätigten die Angaben der Augeklagten. Die Sitzung, welche um 7 Uhr Abends für zwei Stunden geschlossen worden, wurde durch das Plaidoyer dcS Staatsantlägcrs wieder eröffnet. Derselbe hob klar und in beredter Weise deu erschwerenden Umstand der Absichtlichkeit bei Verübung des Mordes hervor ; er fand deu Beweis hicfür in der langen Zeit, welche die Angeklagten zur Verabredung des Verbrechens gebraucht und iu der Möglichkeit des Erwachens dcs Prinzen und des Widerstandes von seiner Seile -— einer Möglichkett, welche die Verbrecher sich uicht haben verhehlen können. Herr Turtschaninow, der Vertheidiger Schischtows, und Herr Maljewcw, der Vertheidiger Grebcnnilows, bemühten sich, aus der Anklage die überlegte Absichllichleit des Mordes zu entfernen, indem sie aus die Ungeschicklichkeit, mit welcher das Verbrechen verübt worden, auf den Mangel an jeder Vorsicht, sich den Erfolg zu sichern und der Entdeckung zu entgehen, hinwiesen. Nach dem klaren und bestimmten Refund dcs Präsidenten zog sich die Jury zur Berathuug zurück. Kurz uach Mitternacht erschien sie wieder und sprach ihr „„Schuldiq"" aus, worauf das Gericht die schon mitgetheilte Strafe crlamtte. Die Angeklagten hörten die Verkündigung des Urlheils an, ohne auch nur die geringste Bewegung zu verrathen." — (Ein Kind von Schweinen gefressen.) Aus Mistclbach wird unterm 2. d. M. geschrieben: Ge° gestern Morgens geschah hier ein schauerliches Unglück. Es ist zwar ein Fall, wie er auch schon anderswo vorgekommen, aber es greift uns doch ins innerste Leben, davon zu hören. Die Gattin des hiesigen SlraßcncinräumerS Berg, Namens Ioscfa, war vun ihrem Manne, da dieser anderweitig beschäftigt war, ersucht wordcu, für ihn seinen Lohn vom Stcueramtc abzuholeu. Sie that es, und da der Weg, den sie zurückzulegen hatte, nur kurz war, ließ sie ihr Kind, erst sechs Monate alt, in der Wicge und die Wohnuugs-thüre leider — uur augclchnt. Als sie zurückkehrte, war die Thüre aufgcstoßcn und welch' ein Anblick erwartete sie! Mit einem Schrei dcs Entsetzens stürzte die arme Mutter zur Wiege ihres Kindes, dem ein Schwein bereits beide Füß-cheu abgefressen hatte. Der Rest war eine bluttriefend« Leiche. Die Mutter ist dem Wahnsinne nahe! .H ocales. Aus dem constitutionellen Verein. Versammlung vom 8. Juni. Obmann Deschmann theilt mit, daß dem Ausschüsse das Aclionsprogramm der Deulsch-Nationalen in Graz zugekommen. Er bespricht sohin die Gründung kcitholisch-poli-lischer Vereine in Krain und erwähnt zunächst die dieösalls erschienene Broschüre dcs unterstcicrischeu Eaplcms Schutz: „«lovLnci, »m^t« kuwi'iöko-kwvßnuice dr,MvH.'" Der Versasser will, daß in allen Pfarren, ja wo möglich in jedem Dorfe ein solcher Verein gegründet werde. Inzwischen besitzen wir bereits das Ideal eines solchen politisch - katholischen Vereins in der „ttluv^MM," in deren heute erschienenem Wahlaufrufe alles Weh von dem lügnerischen Libera-liömus unkalholischer Principien hergeleitet wird. (Bravo! Heiterkeit.) Unter 14 Landlagscaudidalen befinden sich 5 Geistliche ! Dieser Aufruf ist ein Appell an alle Ullramoulaucn zur Action bei den nächsten Wähle». Denselben Zweck hat obige Broschüre. Sie gibt eingehende Vorschriften über die Wahl der Wahlmänncr, Vorsichten bei der Abstimmung; durch Masscudcmonstratioucu soll ferner auf die gewählten Nbgeorduclcn gewirkt werden, sei es in einschüchternder, sei es in aufmunternder Weise. Besonders ist es auf die Landgemeinden abgesehen, es werden die Gräuel der französischen Revolution geschildert, selbstverständlich mit Uebertreibungen, cS wird auf das Beispiel dcs unglücklichen Italiens hingewiesen, es wird die Eivilche, das Schulgesetz angegriffen, das moderne Heidcnlhum werde in der Schule Eingang finden. Es werde» alle speciellen Anleitungen zur Bildung solcher Vereine beigefügt und hauptsächlich darauf hingewiesen, daß die Wahlversammlungen das beste Mittel bieten. Agitation gcgeu die liberalen Gesetze zu betreiben. Angesichts dieses Vorgehens der ultramonlancn Partei sei es nolhwcn- j dig, auf das Landvolt aufklärend einzuwirken und dasselbe besonders zur zahlreichen Betheiligung an den Urwahlen auf» zu fordern. Zum zweiten Gegenstände der Tagesordnung spricht, Dr. Schaffer, indem er vor allem die Nothwendigkeit eines Wahlaufrufes hervorhebt. Er erörtert die verschiedenen Gesichtspunkte, von welchen bei demselben vorge» gangen werden kann. Gegenüber den schwebenden Fragen des Tages müsse auch der constitutionelle Verein Slellung nehmen. Er verliest sodann den Wahlaufruf, in welchem hervorgehoben wird, daß der Verein an der Tecemberver-fassuug alö der einzigen Grundlage einer Entwicklung unserer staatsrechtlichen Verhältnisse im liberalen Sinne festhalte, daß er eine parlamentarische Vertretung der Westhälfte dcs Reiches für abfolut nothwendig zum Gedeihen des Reiches wie dcs engeren Vaterlandes halte und jeder föderalistischen Gestaltung desselben entgegentreten müsse, weder ein böhmisches Staatsrecht noch einen Generalland-tag anerkennen lönne und jeden Versuch zur Zerreißung der Länder, insbesondere Bildung eines Kroulandes Slovenien energisch zurückweise; daß er eine Umgestaltung des Reichs-raths in ein auf dirccten Wahlen mit Beseitigung des Grup-pensysteniö beruhendes Volkshaus und ein Herrenhaus aus Abgeordneten der Länder und von der Krone in beschränkter Zahl ernannten Pairs, und mit der nächsten Aufgabe der Durchführung der Wahlreform und Entscheidung über Annehmbarkeit der galizischen Forderungen; Gleichberechtigung der Nationen und Glaubensbekenntnisse, daher gänzliche Aufhebung des Concordats — anstrebe und endlich von der Rcichsvertretung Reformen im HcereSwesen durch Hcrabminderung des Hecrcsaufwandes, Umgestaltung des Wchrsystems und eine hauptsächlich die niederen Vollsclassen berücksichtigende gerechte Steuerreform erwarte. In der hierüber eröffneten Debatte spricht Secretär Ertl. Er kennzeichnet die Situation nach dem Sturze des Bürgerministeriums, als ein Sturm gegen die Reichs« Vertretung losbrach und sich die Ueberzeugung geltend machte, daß die Reichsrathsmajorität nicht die Fähigkeit besaß, sich zur Höhe ihrer Situation aufzuschwingen. Aber diese Agitation gegen den Rcichsralh habe eine bedenkliche Spaltung in den Reihen der Liberalen hervorgebracht, sie habe die Spezies der „deutschen Ezechen" geschaffen, die den Ausgleich zugleich mit Aufrechlhaltung der Verfassung verlangen. Redner vcrurtheilt alle Programme der deutschen Partei als Wortgeklingel, nirgends eine rettende That. Das Volt hält sich dieser Agitation fern. In Bezug auf das vorliegende Programm ist Redner der Meinung, daß wegen der lokalen Verhältnisse des Landes aus dem Wahlauf« rufe das pol it ifche Programm auszuscheiden wäre, weil es den Gegnern Waffen zu unserm Nachtheil in die Hände liefern könnte. Es würde genügen, außer der Reichseinheit und dem Ecntralparlamente nur den großen Gedanken der Freiheit im Ausrufe hervortreten zu lassen. Nur aus dem Boden der Freiheit können die Racen versöhnt werden, auf diesem kann es weder Unterdrücker noch Unterdrückte geben. (Beifall.) Dr. Kaltcncgger fagt, es müsse das Princip der Freiheit näher bestimmt werden, man mlisse gegenüber den Streilpiilillcn Stellung nehmen; er weist darauf hin, daß das Programm besagt, der beste Schutz der Nationaliläten sei in der gemeinsamen parlamentarischen Action zu finden. Aufgabe eines Programms fei es, klare Farbe zu bekennen. In der Specialdebatte können vielleicht Einzelnheilen abgeändert werden, als Grundlage der Specialdebatte müsse aber der vorliegende Entwurf als geeignet erkannt werden. Dr. Schaff er bezieht sich aus die Ausführungen Dr. Kaltcneggers und beantragt, das Programm nach Alineas durchzuberathen. Wird angenommen. Es wird zur Specialdebatte übergegangen. Bei dem „Slovenicn" betreffeift-en Punlle weist Deschmann auf die betreffende Stelle des Wahlaufrufes der „Slovcnija" hin, in welchem den Wählern hinsichtlich dieser Forderung durch ausweichende Stilisirnng Sand in die Augen gestreut wird, während die liberale Partei offen vorgeht uud ertlärt, sie wolle kein Slovenien. Dr. Schaf-fcr weist anf die Nothwendigkeit einer Wahlreform mit Aufgcdung des Gruppcnsystcms, welches alle liberalen Par-leien aufgegeben haben, hin, wenn auch die liberale Partei in Krai» dem Großgrundbesitz großen Dank schuldig sei. Dr. Kalten cgger: Das Fallenlassen des Grup-pensystcms empfehle sich allerdings vom Standpunkte der Opportunist einer reiflichen Erwägung. Er rccapitulirt die Vorwürfe, welche von diesem Standpunkte aus gegen die liberale Partei gerichtet worden und welche in Kram wenigstens eine besondere Berechtigung haben. Allein wir müssen die speciellen Rücksichten in einer Neichsfrage vom allgemeinen Slandpunktc ins Auge fassen, uicht von dem fpeciellen eines Landes. Es sei auch kein Widerspruch hiennt, das Gruppensystem für den Landtag beizubehalten, da hier Interessen gewahrt werden müssen, welche im 3lcichöralhe ohnehin gewahrt sind. Dr. v. Schrey glaubt, es sei für unsere lokalen Verhältnisse nicht opportun, das Gruppensystem fallen zu lassen, das Inleresse von Vertretern zu verkürzen, welche bisher die Hauptstütze der liberalen Partei waren. (Zustimmung.) Er erklärt sich daher für Wcglassung der das Fallenlassen des Gruppcnsystcms betreffenden Stelle. Dr. K ceöb a ch e r und Dimitz fchließen sich der Anschauung Dr. v. Schrey's an. Ersterer sagt, obwohl im Principe mit dem Fallenlassen des Gruppensystems einverstanden, könne er sich doch der Befürchtung uicht erwehren daß dasselbe die nothwendige Eonseqncnz der Adopliruna für die Lcmdla^wahlen nach sich ziehen würde, welche un« lahm legen könnle. Dimitz hebt hervor, es thue in Oesterreich noth, gegenüber dem hastigen ungesunden Drängen nach radicaler Reform einen Konservatismus im Sinne der 930 Engländer durch Festhalten an der bestehenden Verfassung zu bethätigen. Er könne das Heil Oesterreichs nicht darin erblicken, daß die bestehende Verfassung mit ihren herrlichen Errungenschaften der Escamotage auf verfassungsmäßigem Wege ausgesetzt werde, während sie nur der ehrlichen, aufrichtigen Durchführung bedürfe, um alle Völker Oesterreichs zu beglücken. Insbesondere aber könne er im Hinblick auf unsere heimischen Verhältnisse, wo es sich vor allem darum handle, die wahre Gleichberechtigung und Schutz vor Vergewaltigung zu erkämpfen, für eine Reform nicht stimmen, welche die Stellung der liberalen Partei Krains schwächen müsse. Dr. Gauster glaubt, es wäre die angeregte Frage des Gruppensystems als offene zu erklären. Bürgermeister Dr. Sup pan glaubt, daß der angegriffene Programmspunkt weder bei den Gegnern, noch bei der eigenen Partei Anstoß erregen dürfte, felbst bei dem Großgrundbesitze nicht, dessen Interesse in der Reichs« Vertretung ohnehin durch das Länderhaus gewahrt sein werde. Allein es habe sich bei der Debatte zugleich herausgestellt, daß meritorischc Vcdenken gegen den fraglichen Programmpunkt gehegt werden, msofernc man nämlich daraus eine Cousequenz für den Landtag ziehe. Redner theilt diese Befürchtungen nicht, und hebt weiters hervor, daß in diesem Punkte die ganze liberale Partei sich geeinigt habe und cs nicht angezeigt sei, gegen dieselbe gerade m diesem Punkte Front zu machen. Schließlich weist Redner darauf hin, daß gerade die Wahlreform es war, an der das Ministerium Giskra scheiterte und daß die Ziele, welche dieses Ministerium erstrebte, eben nur in einem wahren Voltsparlamente erreicht werden können. Nachdem noch Prof. v. Perger gegen Eonderpolitit gesprochen und Dr. Schaffer den Entwurf vertheidigt, wird der Antrag Dr. Schrey's auf Weglassung der das Fallenlassen des Gruppcnsystems betreffenden Stelle des Programms mit großer Majorität abgelehnt. Dr. Suppan beantragt Weglassung des die gali« zische Resolution betreffenden Passus. Wird, nachdem der Referent sich accomodirt, angenommen. Regierungsrath Laschan ist für Weglassung derjenigen Stelle des Programms, welche dahin gedeutet werden konnte, daß der nächst zusammentretende Reichsrath lediglich als Constituante zu fungiren hätte. Dr. Suppan wünscht, daß in dem betreffenden Satze dem Gedanken Ausdruck gegeben werde, daß die Re-Vision der Verfassung erst durch den neu zu reformirenden Reichsrath zu gefchehen habe, während der nächste Reichsrath nur die laufenden Geschäfte zu besorgen hätte. Wird angenommen. Schließlich fpreäie» Dr. v. Schrey, Keesbacher und Dimilz dafür, daß in dem Programme auch die speciellen Landesiuteressen, hauptsächlich in Bezug auf Kirche und Schule, Ausdruck finden sollen, und es wird eine dies- fällige Ergänzung des Aufrufes beschlossen. Ueber Antrag Dr. Schaffers wurde endlich befchlossen, daß der Ausschuß des constitulionellen Vereins sich bis auf 24 Mitglieder zu verstärken, als Ccnlralwahlcomit^ die Leitung der Wahlen zu übernehmen und zunächst die Einberufung einer Wählerverfammlung zur Feststellung der Eandidaturen zu veranlassen habe. — (Zur Wahlbewegung.) In der gestrigen „Novice" erläßt der Ausschuß des Vereins „Lioveni^" einen Aufruf an die Wähler der Landgemeinden, worin die früheren Abgeordneten derselben, mit Ausnahme des Baron Anton Zois (der erklärt hat, keine Wahl annehmen zu können) und des Dr. Zarnik, als Candidate« vorgeschlagen werden. An Stelle dieser beiden Abgeordneten treten Domherr Kram er für Krainburg und Dr. To man für Treffen. — (Für die freiwillige Feuerwehr): Von Herrn Johann Ianefch 25 fl.; von einem Freunde der Feuerwehr 5 fl. jährlichen Beitrag; von Herrn Restaurateur Ehchld 69 fl. 69 kr. — (Dalmatinische Bahnen.) Dem Vernehmen nach hat das Handelsministerium für die dalmatinische Eisenbahn die Linie Karlstadt-Knin-Spalato mit Zweigbahnen nach Trau, Sebenico und Zara in Aussicht genommen, und beschäftigt sich die General-Inspection der österreichischen Staatseisenbahnen dermalen mit den Terrainstudien und Verfassung des technifchen Elaborates für den dalmatinischen Theil dieser Bahn. Da diese letztere behufs ihres Anschlusses an das österreichisch-ungarische Bahnnetz jedenfalls das Militärgrcuz-Gebiet und zur ungarischen Krone gehörige Gebietsthcilc berühren muß, so ist es unerläßlich, daß das cisleithanische Ministerium sich wegen definitiver Feststellung der zu wählenden Trace mit dem Reichs-Kriegsministerium und mit der ungarischen Regierung ins Einvernehmen sche. Eiu gleiches Einvernehmen ist auch hinsichtlich der für diese Bahn zu beantragenden Zinsengarautie nöthig. In beiden Hinsichten hat sich das Handelsministerium bereits kürzlich mit dem Reichö-Kriegöministcrium und mit den betheiligten Ministerien der östlichen Neichshälfte in Korrespondenz gesetzt. Wie andererseits die „N. Fr. Pr." aus Dalmatien erfährt, bereifen gegenwärtig einige Ingenieure der Gebrüder Klein die dalmatinische Linie Knin-Spalato und die nach Trau, Sebenico und Zara führenden Seitenlinien, um auf den Eisenbahnbau bezügliche Vorstudien zu unternehmen. Jedoch würden die Herren Klein, abweichend vom ministeriellen Projccte, eine Verbindung der dalmatinischen Eisenbahn über Iosephsthal mit Laibach anstreben. Verzeichniß der von Unfana Mai Ittli« bis (5nde Mai 1H70 einae- gannenen Gescheute und soustine» Erwerbungen des lraiuischen vandcsmuseums. ^. Naturalien. (Fonsrtzuiln.) - 65. Von Herrn Dr. Alois Valenta, k. t. Professor der (Geburtshilfe: Abnorme Stammbildung eines Aerbcrizenstrauches (1iorderi3 vulßari» 1^.), Plattgedrückt, säbelförmig, 00. Von Herrn Georg Vessel aus Laserbach: Nummu litmsandstci» von den Pyramiden Egyptens; Jaspisse vom Nil; Holzopal aus dem versteinerten Walde in Kairo, wurden vom Ueber an Ort und Stelle ssesammelt. 67. Von Herrn Älois Waldherr, Lehrinstituts Inhaber: Wattaartiges Gespinnst der Tral.bentirschenschabe (lI^x)NLut,u, ?ää«!Ia), einen ganzen aufgelegten B^gen Papier einnehmend, von Greifenstein bei Htlagenfurt, wo die Na»pe auf Eichen häufig ersckien. Ueber die Gespinnstversuche mit dieser Ranpe berichtete Schrmit in den Denkschriften der Miinchncr Akademie der Wissenschaften Bd. VI, S. 69. — Ein Stanrolithtrystall, 0«. Von Herrn Franz Wein egg, Berglianptmann in Cilli: Tertiäre Schwarztohle von Weitcnstcin in Untcrstciermarl; Oelbblcierz in ausgebildeten Pyramiden trystallisirend; Kiesel galmei rx>n Blriberg; Schorl in Perlglimmcr uon Unterdrandurg. 09. Von Herrn August Winkler, Handelsmann: Sperber (H,5tur Ni8U8 1^,), Männchen. Uferschwalbe (Ont^Ie i'jpai-jH I.), Männchen nnd Weibchen. Im Mai 1870 trat dieser Vogel an den Savenfern bei Läse häufig anf. 70. Von Herrn Johann Wolf, Hausmeister im Schulge bäudc: Bernsteinstück mit zwei eingeschlossenen Insecten. 71. Von Herrn Mickael Wnrner, k. k. Oymnasialprofessur: Getrocknetes Edelweiß ^i-a,,il>8,1ium I^nntDpadiuin 1^.), von dem in pflanzcngeographischcr Beziehung höchst merkwürdigen Stand' orte bei Drulout an der Save nächst Krainburg. 72. Von Herrn Johann Wurnit, Bildhauer in Nad-mannsdorf: Drei große polirtc Platten weiß und brannroth ge-steckten rothen Marmors, zwei davon von einem nen eröffneten Marmorbrnche in der Ielouza, die dritte von Aßling. Die lichten Partien des Aßlinger Marmors enthalten mikroskopische, schon durch die Loupe leicht zn unteischcidcude Schalenreste (Polythalamien.) 73. Vom verstorbenen Herrn Johann v. Z a ch , t. k. Landes regierungssecretär: Zwergfalte (I''Hlcxi u,e«a,Inn 1..), Männchen, geschossen auf dem Laibachcr Morast, fehlte bisher in der Vögelsammlung des Museums; Lerchenfaltc (^u,Ico 8ud1)utW 1^,), Männ^ chcn; Nohrweihe (l^irou» ueru8iu<)8U8 1^.), Männchen; Sumpf' enle (^o^Iiun dracn)c»tu8 1^.), in deren Eingeweide 'Ikenik <ÄN(I(iIl!drjn»,; Zwergwasserhlchn (Ort^om^ru, z^mken, Naum ); Häringsmövc (1^ru3 luuouL I..), Männchen und Weibchen, er« legt anf den Moorwiesen bei Sonneg; Schnatterente (H.n»8 8t.re-pers. 1^.), Männchen. 74. Aus dem MnsenmZfonde wurden angeschafft: Göthit, Fergusonit, Millerit, Knpserindig, Manganit. Mnsenit, Philipsit, Splien, Periklin, loser Turmalinlrystall;' Uuulangcrit, Gadoliuit, Ähodotroisit, Mrotantalit, — Fnnf Ecnturien des Brcntcl'schm Kryl,togamcnl>ibarö; die Rabenhurst'schc Sammlung europäischer Cladonien (Säulenflechten); ferner aus dem Nachlasse des krai" Nischen Botanikers Heinrich Freyer dessen Hcrbar, in etlichen hundert Fascikeln phancrogamer nnd tryptugamer (Gewächse, nebst Freyers handschriftlichen Vorarbeiten für eine Flora Krains, bestehend aus systematisch geordneten Etiqiultcn der ihm betannt gewordenen Fundorte trainischer Pflanzen. lForlsetzmig folgt) Nluelit Post. Wie», 7. Illtli. Der „cue Statthalter von Stcic» mark Freiherr u. Kiibcck hat bcicits seil, Amt anyc> trclcn. Der dulmatmischc Slalthaltcrcileitcr Garou Flnck ist Sonntag wieder nach Zai > abgereist, um die An^ schrcibling der Wahlm für dcn Landtna. zu vcraullisfcn. Vemerkcitt'wcrlh ist, d^isi bei der Wandcrucrsainmlllt'li des dclitsch-liömischcn historischc» P^ciü« in Äölnlnsch^ ttcipa t,as Wicncr Pullci Programm, welches sich für directc Wahlcil und liegen das Gruppcnsysttm erklärte, allgemeine Zustimmung fand. 5?lsssl'«»pliische Hl^e^s^sollvf, »um 8. Juni. 5pcrc. Mctalliqne« 60 20. — 5perc. Melalliqncil mit Mni^ mid Novemucr-Zliiscu 6<1.20 - 5perc. NlltionalAul^hcn 70,10. - 18N0«- Slaalt<-Losü 96.65. - Vanlactieu 721.50. Cr^dii- Aclicn 254. — London 122.W. — Silber 119.75. - Napo- lemid'orö 9 71'/,. Handel M Wolkswirthschastliches. Vaibach, «. Juni. Aus dem hcntigcn Markte siud erschie nen: )j Wage» mit Grtrcioe, A Wagrii mit Heu und Slruh, lHeu33 Etr., Strol,17(5tr ), und 15>'Wa» 11ls - 'brcise. st. lr. <:. lr. ft. l<. st. l,. Weiz:n pr. Mrtzen 5 5<)! 6 - - Butter pr. Pfund 4» —! — Korn „ 3 60 3 80 Eier Pr, Stillt —1>_.^_ Gerste „ 3 - 330 Milch pr. Mali -10 - Hafer „ 2 30 2 50 Nindsl,,'isch pr, Pfd, 33------ Hnlusrnch! „ ------ 4 50 Kaüifll-isch „ -22------- H.'id,,'!: ,, 3 20 340 Schweinefleisch,, 24 - - Hirse „ 3 30 3 3,. Schöpscusteisch „ — 17 - .. »-17.< 20 mäßig halbhcitcr 0 «u 10 „ Ab. ^ 3i Oa,i!papicrcil ad und der Spccnlation in ^üeubahnactien zu, welch lchtcrc in Fulac gil„sti< WNllllllllllUit. gcr Hciinunctllrcn fur den Erpmt mehr oder weniger im Preise anziehen. Diesen Charakter verleugnete sie auch heule nicht. An der VorlM-sc winde» Ercdit-Aclicn zwischen 25.3 4') und 2,^.4.20. Analo zwischen 310 lind :.11 50 gehandelt. Lomdarden notirtcn 190.30, 189,30. 190.00. Karl-Ludwig-Actie!! hobrn sich von 239.75 auf 2^2, Elisabclh-Acti^n von 210.25. anf 21175 Linz-Bndwcisor von 18l 25 ans 1-?4.50. In Tramway wurde mir 21^0 und 21^) gemacht. Im Ganzen blieb der Umsatz limitirl. Au der MiltllaMürsc ließen zwar mttcr dem Drucke der geringe'» G^chaststhätigleit einige Lffecten nach. doch waren namcutlich Eisenbahnen prcishaltend, za im Durchschnitt immer noch hühcr als vor den Feiertagen. Prioritäten blieben ohne starken Umsatz, Rente fest, Devisen billiger. ______________________________________^ __________________________________________________ /U. Allgemeine Staatsschuld. >5ür 100 st. Einheitliche Staatsschuld zu 5 M,: in Noten verzins!, Mai-November 60,<> 60.30 „ .. „ Februar-Angnst 70,15 70 25 „ Silber „ Iäuner-Iuli . 70.— 70.10 „ „ „ April-October. —.-- -.— Steueranlehen rückzahlbar M , -^.— ^ - ^ (>) 98.- 99.- kose v.J. 1839......'236.-237.— „ ,. 1854 (4"/.,) zu 250 f>.. 90 50 91. „ „ 1860 zu 500 st. . . 96.60 96.80 „ „' 1860 zu 100 fl. . . 106. - 106.50 „ „ 1864 zu 100 fl. . 117 — 11/.20 Staats-Domänen-Pfalldbricfc zu 120 ft. ö W. m Silber . . 129,— 129.50 «. GrundentlastunstH-Obligationen. Fnr 100 si. Oeld Waars «ühmcu . . . . zu5pEt 9550 96.50 Gallien....., f, ^ 74.50 ?.»),25 Nieoer-Oesterrcich . . „ 5 „ 97 75 98,25 Ober-Oesterreich . . „5 „ c^ ^<) y,;.,^ Siebenbürgen ... „ 5 ^ 7^ __ 76,50 > Smermarl .....5.. 94.— 95 — ! Ungarn .... . 5>^ 7975 80.- l V. Actien von Bankinstituten. l Geld Waare Anglo-österr. Vanl abgest. . . 309.75 31025 Aualo.nngar. Bank .... 95..- 96.- Vll.ltucrcin.......228. - 229. - , Bodcn-Crl,'ditc>nslalt .... 39l> — 394.— l Kreditanstalt f, Handel u. Gew, . 254,- 254,10 ^ Kreditanstalt, allgcm. uugar. . , 8« 50 87 — Escompte-GeseÜschaft, n, ü. . . 868. 872. - Franco-üstcrr. Bank . . , . 120. - 120.50 Gemralbanl.......85,— 86 - Nalioualbanl......722—724 — Niederländische Vaill .... 98 - 99. - Vereinsbant.......107 50 108 50 VerlrhrSbant.......113.— 113.50 Wiener want......74-^ 75.— »D. Actien von Transportunterneh, nlUNstc». Geld Waarr Alfüld-Fiumancr Bahn , , . 173. - 173.50 V^'hm, Wcstbahn.....240.50 241.50 Carl-Ludwig-Oahn.....241.50 242. Donau'DllMpfschisss. Gcscllsch. . 592,— 593 -- Elisabrth-Westbahn.....210.50 211 Feroilillnoa-Nordbahn . . . .2272—2275,— Filnfllrcheu-Baicser-Bahu , . 173.- 174.— Frauz-IoscphS.Vllhu . . , . 193.25 193 75 1 Vl'in «uull,e> Lemberff-Ezern.lIassyer-Bllhu . 207, - 20^.— Lloyd, Üfterr........372.— 3?4 — Omnibus........125. - 126 - Nndolfe-Bahn......167.— 167.50 ISiebcnbilrger Bahn . . . .17150 172 — lStlllltichah'n.......395.50 396.50 Sudbahn.......191.20 191.4;^ Süd'iiordd, Verbind. Nahn , . 173 50 174.50 ! Theiß-Bahn.......237 — 23^.75 , Tramway........212,25 212.50 ' «. Pfandbriefe (für 100 fl) j Allg. llft, Boden-Hrcdit-'AnstaU Geld Waare i vcrlnSlill,- zn 5 pCt. in Silber 107.25 107 50 , dto.in33I.rltÄz.zn5pEt.inü.W. 90,25 90 50, Natlonalb. auf ü. W. verloSb. i ,u 5 p(tt........98,25 98.50 , Ocst. Hypb. zu 5'/, pEt. rückz, 1878 97.80 98.30 Ung. Bod.-Cred.-Änft. zu 5'/, pEt. 90,75 91. - r. PrioritätSobligationen. i. 10) N. ü. W. Geld Waare Clis.-Westb, in S. verz. (I. Emiss.) 94,-- 9425^ Fcrdiuauds-Nordb. in Silb, verz. 107.25 107,50 Franz-IoscPhs'Vahn .... «<'.^ >'625 tZ.<3arl-Ludw.«.i.S.verz.l.Em. 102.— 103-! Ocsteil..Nordwestbahu ... W - 97.20! Sicbcnb. Bahn in Silber verz. . 91.90 92-Staalöb. G. 3"/« 6 5.00 Fr. „!, Em. 143,50 143,— Slldb. G, 3'/«i. 500 Frc. „ . . 118 50 119 Si!db.-VonS 6 "/.. (1870-74) i. 500 Frcs......248. . 2 <8 50 Ung. Ostbahu......89.80 lO.—