.M 277. 8amstag am Z. Dezember 1864. Die „kaibacher Zeitung" erscheint, mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, täglich, und lostet sammt den Beilagen im Complstr ganzjährig n fl., halb-jöllllg 5 fl. 50 lr., mit Kreuzband im Comptoir ganzj. 12 si., halbj. 6 si. Mr die Zustellung '"'S Haus sind halbj. 50 lr. mchr zn entrichten. Mit der Post portofrei ganzt., unter Kreuzband und gr, druclter Adresse 15 si.. halbj. 7 fi. 50 lr. InstrtionHgebiilir fiir ei«c Garmond - Spaltenzcik «der den Nalim derselben, ist fiir Imalige Einschal» tungßtr., fllr 2maligc8lr., filr 3maligc 10lr. u. s. w. Zu diesen Gebühren ist noch der Insertions-Stempel pcr 30 tr. fllr eine jedesmalige Einschaltung hinzu zu rechnen. Inserate bis 10 Zeilen losten 1 si. 90 tr. itlr 3 Mal, 1 fl. 40 tr. ftlr 2 Mal und 90 tr. für i Mal lmit Inbegriff beS Insertionöftempels). Kaibacher Mluna. ^-^ ^ _ ^......_.......^. /^^_____^ Amtlicher Theil. <^e. l. f. Apostolische Majestät habcn mit Allcr-höchster Entschließung uom .^. November d. I. den Handelsmann Ernst Rudolf Münder zum uubc. soldclcu k. k. Vizelousul in Trinidad dc Cuba mit« dem stechte zum Äczugc der tarifmäßigen Kol,sular-llcbührcn allcrgnädigst zu crncuucu geruht. Der StaatSmiuistcr hat den disponiblen Gym, nasiallchrcr Wenzel Vlcct zum wirtlichen Lehrer der böhmischcn Obcrrcalfchulc iu Prag ernannt. Nichtamtlicher Theil. Laibach, 2. Dezember. Die Spczialdcbattc iu der Adrcßangclcgcnhcit in, Abgcordnctcühausc übertrifft die Gcncraldcbatlc weit« auS an Bedeutung. Zwei Ncdcu wurdcu gehalten, licmcrltdcr „Botsch.", welche Alles bishcr Gesagte über» ragen, uud welche fast zwei Ätühlstciucu gleichen, zwischen dencn alles Ucbrigc wie Spreu zerrieben wird. Wir meinen die Ncdc dcs Abgeordneten aus Stcicr» mark u. Kaiscrfcld für dic Opposition nnd die Ncdc des StaatSmiuisters zur Vertheidigung der Regierung. Dic „Pr." jubelt: das Ministerium hat endlich sci« nen Ätcistcr gcfnndcu! Allem, ist dic Ncdc Kaiser. fcld'S wirtlich ein Ereignis in dem parlamentarischen Lcbcn Oesterreichs, so schciut uuS auch dic Darlc» Yung dcs Staat^uiuistcrs, präcis klar, positiv, staatSmäuuisch wic iiumcr, der realen Kraft uud übcr^ zcugcudcu Sachlichkeit uicht entbehrend. Nicht ein ungarischer Landtag überhaupt, nicht ein wohlfeiles Experiment mchr, sondern ein Landtag, der Erfolg verspricht, ist das Ziel der Ncgicruug. Einer Mittheilung der „Gazzclta di Vcnczia" vom 29. November zufolge ist, uachdcm die Banden völlig zerstreut fiud, das Standrccht aufgehoben uud gcgcu lciucn der Verhafteten ein Todcsurthcil gefällt worden. Nic man dem „Vtrld." ans Paris berichtet, spricht man in diplomatischen Kreisen davon, daß Fürst Mcttcrnich demnächst anf seinen Posten vcr« ächten werde. Aus Dresden, wo große Aufregung herrscht, schreibt man, daß am 2!). November dic Einberufuugs. Ordres au Kavallerie, Piouniere und an dic Infcm. tcric erlassen worden sind. ll). Sitzung des Al'geordnctcllliauleo vom 1. Dezember. Auf dcr Ministcrdauk: Schmerling, Lasscr, Mccsc'rl), -"MSdorff, Frauck, Hciu, Plencr, Scltionöchcf tlalchhcrg, Hofrath Aicgclcbcn. Zur Vcrlhriluug gelaugte hcutc die auf Gruud "ks tz. IZ der Verfassung erlassenen kaiserlichen Vcr« °rdnuug uom 2l März IA64 betreff dcr Einsetzung don Priscugcrichtcu »nd des Verfahrens bei dcusclbcu. Ueber Antrag Herbst's wird dicsc Vorlage dem Ausschüsse zur Aorbcrathung dcr 9tcgicrungsvorlage, l'etrcsfcud dic Hafen« und Koutumazgcbührcu, zu» gcwicscu. Es wird zur Tagesordnung, nämlich zur Fortsetzung dcr Spczialdcbatlc nbcr die Adresse geschritten, ^ebcr Antrag dcs Präsidenten werden die Alinea 4 b's K, welche sjch auf dic Vcrfassuugsfragc,, bczichcu, ^'sammcn in dic Debatte gezogen, dic Abstimmung wird über jcdc einzelne Alinea slattsiudcn. Bcrichtelslaltcr Dr. Giskra rcsumirt die Gc» schichte dcr Erfolge dcr Thätigkeit dcr letzten Land» l"gc. In ciuigcn Ländern waren dicsclbcn nicht cin« berufen, in andern unterbrochen worden. Dic Thätigkeit anderer wärc durch Nichtsaultiouiruug dcr beschlossenen Gesetze, beispielsweise dcs Gcmciudcgcsctzcs, gelähmt, obgleich er uicht bestimmen wolle, an welchem Theile die Schuld liege. Auf dcn BclagcrungS. zustand in Galizicn übergehend, bcmcrtt Ncdncr, daß dic Diskussion im Ausschüsse gezeigt habe, daß dic Fortdauer dieses Zustandes nothwendig sei, wcnn auch Icdcr wünschen müsse, daß dic Gründe dicscr Nothwendigkeit baldigst schwinden mögcn. Als cinc dcr grüßten Aufgaben, welche dcr Rcgicrnng bevorstehen, bezeichnet dcr Berichterstatter dic Eiuführuug ucrfassuugsmäßigcr Zustäudc iu Uugarn uud meint, daß fcit jener Zeit, als durch cinc allerhöchste Bot» schaft dem Haufc dcr Schluß des 16!>1cr Laudtags angezeigt wurde, zur Lösung dcr ungarischen Frage nichts geschehen sei. Iu dicfcm Pnnltc gcbc cS cinc Differenz zwischen dcr Ncgicrung nnb dcr Adrcßkom-luissiou, Dic Ncgicruug glaube dcn uugarischcn Laudtag uicht früher ciubcrnfcu zu köuncu, so langc sic nicht auf ciuc Majorität in dcmsclbcn rcchncu lönue. Dic Adrcßkomiuissiou glaubte abcr, daß Ungarn das Nccht habe, dic Einberufung dcs Land» tagcs als fcin 3tccht zu fordern. Wird dcr Landtag sich abermals dcr Einigung in dcn Wcg stcllcn, dann falle das Odnun aus denselben, dic Regierung habc dann ihre Schuldigkeit gethan. Als Ncdncr siud ciugctrclcn: gcgcn Alinea 4 Grcutcr, für denselben Schindler, gcgcu Aliuca 7 ttaiscrfcld. Abg. Grcu tcr (Tirol): Nach dem Adrcßan. trag soll cs das Abgcordnctcnhaiiö lief beklagen, daß in einem großen Theile dcS NcichcS die verfassungsmäßige Thätigkeit noch gar nicht bcgonncn habc. Er sci weit cnlfcrnt, die Zeiten dcs Absolutismus zurückzuwünschen, welche dcn Ländern dic Alternative stellte, entwcocr zn schweigen oder noch schwerer zn dulden Er crslannc, daß im Abgcorductenhausc dic Februar» Vcrfafsung, wclchc man früher als das Eldorado dcr Frcihcit bczcichuclc, jctzt ciuc Stizzc genannt und als morsche Hültc bezeichnet wcrdc, warum „beklage mau dicjcuigcn tief", wclchc in dicsc Hütte nicht cinzicycu wollcu. Er sci nicht hichcr llclommcu mit dcr Ab< ficht, das Ministerium zu vertheidigen, naturgemäß müsse er abcr in seiner ersten Rcdc für daSscldc ciu. treten. — Die Regierung habc mit dcr Einführung dcr Ausnahmezustände in Ungarn große Verantwo» tnng auf fich geladen, nicht das Haus, fondcrn dic Nrgicrnüg werden zur Verantwortung gezogen, wcnn ihr die Anfrechlhaltnng dcr Ordnung „nd Sichcrheil dort nicht gelingen folltc. Mit Offenheit fagt Ncdncr, daß das Haus bisher wohl ciuc sehr große Thätigkeit entwickelt habe, abcr er schc uicht aus Thäligkcit, soudcrn auf Erfolge. Doch dicse seien gering. Auch dcr Tiroler Landtag, dem cr angc-höre, habc ein dickleibiges Protokoll geliefert, abcr die Erfolge find in dem Papierlorbc dcs Ministeriums zu suchcu. Ncuu daS Volt nicht will, uützc alles Einfchreilcn dcr Ncgicrung nichts, uud deßhalb scheine ihm dcr Satz des AdrcßentwurfcS uicht passend. Der Berichterstatter habc gesagt, das Staatsschiff drehe sich im Krcisc, daS hätlc mau iu Tirol schon vor drei Iahrcu ausgesprochen. Wcr trage dic Schuld, das ftans befrage sich selbst und cS wcrdc findcu, daß 's selbst die ccntrifiigalc Kraft beförderte, wclchc daS Staalsfchiff im Krcisc herumtreibt. — Im Vcr» lauf dcr wcitercu Ncdc sagt Ncdncr, cr verlange Gleichheit nnd Gerechtigkeit. Unter Gleichheit verstehe cr abcr uicht, daß daS Ungleiche gleich gemacht,, soudcrn daß daö Ungleiche als ungleich behandelt werde. Jeder erhalle das Sciuc, dann wcrdcu Allc zufrieden sciu. — Er stellt schließlich dcu Autrag, als Alinea -1 z" scheu: „Das Abgeordnetenhaus muß ticf t>ic Gründe bctlagen, welche Veranlassung dazu gcgcbcu habcu, daß in ciucm großcn Thcilc dcS Nei-chcö dic vcrfassnngSmäßigc Thätigkeit noch nicht bc< gönnen habc, oder vielfältig nutcrbrochcn sei" (wird vom Zcutruiu uutcrslützt,) Abg. Schindler: Wcun man auf dic Verfassung zu sprcchcn tomint, habc man immcr Lust, den Plan mit dcr AnSführung zu verwechseln. Die Fe> bruarvcrfassung sei dcr Plan, die Ausführung cut-fprcche abcr dcmsclbcn nicht. In viclcn Punkten stimme cr mit dcm Vorredner übcrcin, glaubt abcr dcn Staats-ministcr nicht beglückwünschen zn können, solche Vertheidiger zn erhalten. Er wcrdc sich freuen, wcnn das StaalSministcrium dic Thatsachen widerlegen wcrdc, wclchc demselben zum Vorwürfe gemacht werden. Sich über die Stagnation dcr inneren Augclcgcnhcitcn, namentlich dcr Vcrfassungsflagcu beklagend, sagt Rcd-ucr, daß die Garantien zur glücklichen Lösung fehlen. Wcnn die gegenwärtige Regierung jene Energie znr Lösung dicscr Fragcn anwenden wolUc, wclche Minister Bach und fcinc Kollegen zur Aufrcchthnltnug dcs Absolutismus auwaudtcn, dann müßte cö besser stchcu. Anf das Einbcrnfnngspatcnt vom 1!). Olto-bcr übergehend, sagt Redner, dicsc Ncstringirung der Kompetenz des RcichSralhcö mache auf ihn ciucn tri^ stcn Eindruck. Er wolle abcr dic Erfolge beurtheilen, welche dicscr Schritt in Ungarn halte. Ncdncr liest cinigc Stcllcn aus ungarischen Blättern, wclche in dieser Art dcr Einberufung dcS Nrichsrathcs leine Garantie schcn. In dcr Ncbcneinandcrstcllnng dcs engeren Neichsrathcs nnd dcs ungarischen Landtages ficht Ncducr dic Anfäugc für die Verlegung dcs Schwcrplinttcö nach Ofcn. Auf dic Frage der jährlichen Einberufung deS cngcrcn NcichSrathcS übcrgc-hcud, sagt Ncdncr, dcm cngcrcu Ncichsrathc stchc die Iuitiatioc zu Gcsctzcn ebenso wie dcr Rcgicrung zn, uud würde dic Rcgicrung dcn engeren Rcichsrath vcr« hiudcrn, dicscS Rccht auSzuübcn, so wäre dicß ein Vcrfassungsbruch. Der i?. N) dcr Vcrfassuug fchcint dcm Ncducr mächtiger, als man anfangs dachte, und cr vergleicht ihn mit einem Ladstock, der mit dcm lctz-tcn Stoße die Kngcl aus dcm Gcwchrc ziehe. Auch auf das Miuislcrveraulwortlichkcitsgcsctz kommt der Redner zurück und hält dasselbe für umso nothwendiger, als über dem Reiche das Damoklesschwert dcr theilwciscn Vcrhängung von Ansuahmszuständen hänge. Wcnn in Ocstcrreich nicht daS gcschchc, waS geschehen soll, nm cs groß zu machen, so licgc dic Schuld nicht am Throne nnd nicht am Volle, son« dcrn cS sci dazwischen etwas, waö Oesterreich hin» dcrc, groß zu wcrdcu — die Ncgicrung. Redner nimmt das Wort dcs Ministers als die sichcrstc Ga-raulic für den Bestcmd dcr Verfassung: Vvrdum no-dile, v^i-dum ^dil«, — nnd fchlicßt, indem er sich für Aliuca 4 dcö Eutwurfcö crllart. Abg. ilaifcrfcld: Er muffe die Regierung gcgcu deu Vonuurf Grcutcr's wcgcn Hemmung der Thätigkeit dcr Landtage in Schutz nehmen, dcun Stcicr« mark, dcin cr angehöre, habc ciuc bedeutende Thätigkeit entwickelt, die Regierung allc sciuc Entwürfe bestätigt Iu dcm Adrcßcntwnrfc fiudct Ncducr cinc tlarc Darstellung dcr Lagc und dicß würdc ihn schon aufsordcru, fiir dieselbe zu stimmen. Die Unsicherheit dcr Vrrfassungszustündc führt Ncducr auf dic Unklarheit dcrsclbcn zurück. Er findet dieselben revisionsbedürftig und hält cS für ciucn Fchlcr, das> die Rrgicnmg dcn Versuch macht, sic durchzuführen. Er wolle abcr damit sich nicht gegcu die Prinzipien dcr Vcrfassuug auSsprcchcn, denn cr schc in denselben dcn Bodc.i, auf wclchcm das Hans stchc, ans den« selben schöpfe es alle scinc Ncchtc. Iu cine Kritik drr Vcrfüfsung eingehend, findet Ncdncr dcn Mangel an llarcr Trennnng dcr Kontpctcuzcn dcr einzelnen Körper. ES sci jcder föderalistischen Regierung ge-botcu, durch die Landtage dcn engeren RcichSratb zu climinircu uud jcdcr centralistischcu sci cs möglich, dnrch dcn cugcrcn Rcichsralh dic Landtage überflüssig ;u machcn, ohnc dic Vcrfassnug zu verletzen. Die gegenwärtige Art dcr Behandlung des Budgets cnt- 1KOO spreche französischen oder preußischen Zuständen, aber nicht der Fcbruarvcrfassung. Wenn man dem ^ das Gcsctzgcbungsrccht und dem N das GeldbcwilligungS-rccht gibt, dann mache man beides illusorisch. Das Vcrtretnngsprinzip scheint dem Rechte, dcn Anfordc-rungcn wahrer Volksvertretung nicht zu entsprechen. Er beklagt auch dcn Mangel an Grundgesetzen, dcn Mangel an Unabhängigkeit dcö Richtcrstandcs, welche so lange dauern werden, als die Grundgesetze fehlen, den Mangel eines Staatsgerichtshofes, eines Staats-rcchnungshofcs u. f. w. Die Zustande seien so uu-fertig, daß man immer ein Stück Absolutismus mitschleppe, trotz des Konstitutionalismus, in dem man sich bewege. Daher die Machtlosigkeit der Negierung, und dic Fruchtlosigkeit der Bemühungen dcö Hauses, die Finanzen zn regeln. Die That des Staatsmini-stcrs, mit welcher cr die Verfassung einführte und dnrch augenblickliche Einberufung der Vertretung hinter sich und hinter icdcm Anderen die Schiffe verbrannte, sei eine historische und verdiene alle Anerkennung. (Bravo.) Dem gegenüber begreife er aber das dreijährige Zaudern gegenüber Ungarn nicht, und er wünsche die augenblickliche Einberufung des Landtages. Gegen den Entwurf hege cr Bcdcukcn. Die Einberufung sei ein Recht der ungarischen Kroue, und cr finde in dem Entwürfe dcn Ausdruck zu kategorisch und glaube, daß auch der Terminus „nach Abschluß der gegenwärtigen Thätigkeit in Angelegenheiten des gesammteu ReichswthcS" nicht ausgesprochen werden soll. Deßhalb stelle er das Amendemcnt, Alinea 6 solle lautcu: „Nir halten die Einberufung der Landtage dieser Königreiche für eine dringende Nothwendigkeit." Redner sieht in den ungarischen Gesetzen vom Jahre 1847 und 1848, insoweit sie nicht dem Oktobcrdiplom widersprechen, Theile der Vcrfassnng und wer diese verletzt, verletze die Verfassung. Eine Einberufung des Landtages sei nur auf Gruud des ungarischen Wahlgesetzes vom Jahre 1848 möglich, und er könne nicht glanben, daß man Wahlgesetze octroyircn wolle. Auf derselben Basis dcdncirt Redner, daß die Fcbruarvcrfassuug leine Octroyirung sei, sie ist nur die Ausführung des Oktoberdiploms und steht mit demselben nirgends in Widerspruch. Wer dem Kaiser die Octroyirnng eines Wahlgesetzes räth, der rathe ihm einen Bruch seines Wortes uud der Verfassung. ^Bravo.) Der ungarische Landtag werde, wie Redner hofft, den Bestand gemeinsamer Angelegen« hcitcn anerkennen Dieses wäre der Friede, die Freiheit, die Macht Oesterreichs. Die Gefahr, daß man in Ungarn auf die abstrakte Personalunion zurückkommen werde, halte cr für nnmöglich, diese sei schon in der pragmatischen Sanktion aufgehoben. Redner weist auf die Gemeinsamkeit der Interessen Ungarns und dcS übrigen Oesterreichs hin, welche von dem größten Ungarn anerkannt wurde, uud welche mit dem Bestände der Gcsammtmonarchic zusammenhängen. Nenn der nächste ungarische Landtag nicht zur Lösung führe, dann hätte man doch das gewonnen, daß man wisse, wie man mit Ungarn stehe. Redner hält dcn Zeitpunkt für gekommen, die Entscheiduug herbeizuführen. Der Antrag Kaiserfcld wird sehr zahlreich unterstützt. Abg. Dr. Ryger kennzeichnet den Standpunkt der Kommission, welchen sie bei dieser Alinea inne hatte. Sie sci von der Voraussetzung ausgegangen, daß Se. Majestät in der Thronrede diesen Punkt angeregt, um die offene Mcinung der Vertreter des Landes über denselben zn ucruchmcn. Redner wendet sich gegen die Anschauung ilaiscrfcld, daß die Einberufung des ungarischen Landtages dem ungarischen Könige uud nicht dem österreichischen Kaiser znslche. Er kenne kein ungarisches Staatsrccht, sagt Redner, die Verfassung kenne nur ein Reich und auf diese Verfassung haben die Abgeordneten die Angclobung geleistet. Die Vertretung dcö Reiches sci daher voll» kommen berechtigt, diese Frage dcr Krone gegenüber zu beantworten. Er glaubt, daß der Antrag Kaiscr-feld an die Kommission zu wciscu sci und stellt den diesbezüglichen Antrag. Abg. Tinti befürwortet die Aunahmc dcs An-träges Kaiserfcld, und schließt sich dcu Argumenten Kaiserfeld's vollkommen an. Er macht nur darauf aufmerksam, daß die Adresse nicht an dic Regierung, sondern an dic Krone gerichtet sci. El müsse sich dem anschließen, was ein Mitglied dcs Hcrrcnhanscs ausgesprochen, daß die Adresse so beschaffen sein müsse, daß jeder, ohnc fciuc Ueberzeugung aufzugc-ben, dcn Wortlaut accepliren könne. Dieß sei bei der Stylisiruug Kaiscrfcld dcr Fall. Er müsse dieß erwähnen, weil cr, obschou er Mitglied dcr Kom-mission war, für dcn Antrag Kaiscrfeld stimmen werde. Er ist übrigens gegen die Verweisung an dcn Ausschuß. Abg. To man glaubt, daß nur im Wcge dcrNc-spektirung der staatsrechtlichen Verhältnisse Ungarns dcr Ausgleich angestrebt wcrdcu kaun. Er hält cs für sehr driugend, daß der Ausgleich zu Stande komme, denn ihm scheinen die Güter zur Evhaltuug dcs Staates auszu-geheu. Auch cr ist mit dcn Erfolgen der Thätigkeit der Landtage nicht zufrieden u'/d findet sogar, daß dieselben mit dcn Kosten dcrscllicu nicht einmal im rich» tigcn Verhältnisse stehen. Redner beklagt, daß das Gemeiudcgcsetz für Krain nicht sanktionirt worden sci, weil es eine Eidesformel euthaltc, die das Wiener Gcmeindcgcsctz längst besitze. Er stellt das Amende» mcut, das Haus bedauere, daß die Landtage der deutsch'slavischen Länder in ihrer verfassungsmäßigen Thätigkeit durch dic uicht erfolgte Sanktion ihrer Beschlüsse gehemmt seien. (Wird unterstützt, zumeist von Polen, Sicbcnbürgcrn und Tirolern.) Auf Antrag des Dr. Giskra wird die Sitzung bchnfs einer Berathung dcs Amcndcments des Abg. v. Kaiscrfeld dnrch dcn AdrcßauSschuß auf kurze Zeit unterbrochen. Abg. Herb st erklärt sich genen dcu Abg. Greu« tcr, daß die Landtage lciue Erfolge aufzuwciscn hätten. Dcr böhmische wcisc glänzende auf, daß dcr tirolischc dies nicht kann, ist mit seine Schuld. (Brauo.) Ein Gcmcindccicsetz, wie das tirolischc, das Gesetz über die GlaubcuScinhcit könnte dic Regierung nicht sanktiouircn nud ich kann dies nicht bedaueru. (Lebhafter Beifall.) Neduer erklärt sich gegen das Aincndcmcnt dcs Dr. Toman. (Schluß folgt.) Oesterreich. Verona, 28. Nov. Es scheint dcr piemonte« fischen Regierung mit ihreu Bemühungen, dic Zuzüge der Freischärler nach Vcneticn zu verhindern nnd über« Haupt die Versuche, neue Unordnungen im lombardisch. veuctianischen Königreiche zu errege», zu vereiteln voller Ernst zn sein, da sie nicht nur selbst gcacn derlei Attentate einschreitet, sondern auch die österreichischen Behörden von allcufallsigcn Putschabsichtcn dcr Aktionspartci eifrigst unterrichtet. So wurden z Ä. sowohl in Tricst, als an dcr vcnctianischen Grenze die österreichischen Behörden verständigt, daß neue Vandeu einen Einbruch bcabsichtigcu uud die Punkte angegeben, wo dieses zu erwarten stünde und wohin also die Anfmcrtsamkcit dcr Aufsichtsorganc besonders zu leiten sei. Dasselbe gilt auch von Waffcnschmuggclucrsuchen und cs sind schon in Folge solcher Aviso's von unseren Behörden Waffcntrauö-portc nach Venctien vcrhindcrt worden. An ihrcn Grcnzcn gcgcn Vcncticn und Tricst übt dic picmon' tcsischc Rcgicruug ebenfalls dic «roßte Wachsamkeit. Die Zahl dcr Patrouillcu wurde allenthalben verstärkt uud in jene Orte, wo ein Versuch dcr Frci-schaarcn, nach Vcneticn oder Tricst einzudringen, stattfinden könnte, wnrdcn starke Garnisonen vcrlcgt. In Folge dessen wurde denn auch in Hcmo nnd Salo eine Expedition von Frcischaarcn verhindert. Da cs in letzterer Zeit scheint, daß bei dcr genauen Ueber« wachuug der Landcsgrcnzc die AltiouSarmcc ihre Putschversuche zu Wasser ausführe» wollte, so wurde am Po und besonders am Gardascc dic Zahl dcr Patronillenkette verstärkt und wird überhaupt von beide» Scitcu dic größte Wachsamkeit gcübt. Ein charakteristisches Symptom ist fcrncr, daß sich in dcn Rcihcn dcr picmontcsischcn Armee eine außcrordcutliche Erbitterung gcgcn das Treiben dcr Aktionspartci kundgibt und namentlich dic Offiziere aus ihrem Verlangen durchaus kciu Hchl machen, mit diesem Aktionsgcsindcl einmal gründlich abzn« rechnen. Auch das Verhälluiß zwischcu unsern nnd dcn picmontesischcn Vorposten an dcr Grenze ist ein bcs-scrcs acwordcn, die früheren ewigen Neckereien haben aufgehört uud uamcntlich mit dem beiderseitigen Offizicrkorps findet ein höflicher gc^nscitigcr Umgang Statt, da bcidc Theile sich bcmühcu, die Laugcwcilc dcs GrcuzdicnstcS sich durch höflichen Vcrkchr zu er-leichtern. Ausland. Aus Dresden, 29. November, schreibt mi"-' Man scheint in Prcußcu von Zeit zu Zcit das Ä^ dürflilß zu fühlcu, dcu Ncwci^ zu liefern, daß mal! cinc Großmacht sei, und nlaxlit dich an, dxslc» dnmit zu bewirken, daß man Missionen 5l kl Mcutschikoff arrangirt. Da dcm Bcrlincr Kabiuclc abcr dic Türkei nicht zur Vcrfüguug stcht, Oesterreich und Frankreich ans nahe liegenden Gründen aus dcm Spiclc l'lcibcil müssen, so sind cs dic Mittelstaatcn, welchc daS Objekt bilden, an dcm dic GroßmachtSslcllung Preu« ßcns praktisch bcthäligt wcrdcn soll. Glücklichmvcisc tcnnt mau abcr dic Lcute, mit dcucn man zu thun hat; mau läßt sich nicht bangc machen u»d waltet ruhig dic Zcit ab, wann Prcußcu cs für nothwendig findet, dcn Rückzug anzutreten; denn daß dieser auch diehmal nicht auSblcibcn wird, davon ist man fcst überzeugt. Dcr Bund ist geduldig und wird den reuigen Sünder wicdcr wohlwollend in sciucn Schooß ansnchmcu. Die Truppcnaufstcllungcn nm Berlin und um Minden wcrdcn sich als unxütz hcrauSslcllcil Feuilleton. Laibacher Plaudereien. (Der Dezember — Die Nora lein preußischer Wind — Der Siegeseinzug der Armee in Wien — (im Projekt — Ter „Laibacher Turnverein" und seine Thätigkeit — Tas mexikanische Freiwllligenlorps — Ein mißlungener Versuch.) Dcr zwölfte und letzte Monat dcs Jahres hat begonnen, und zwar mit einer leichten Vora, welche unter den Wolken und Nebeln dcr Hinterlassenschaft dcs über alle Maßen unfreundlichen Vorgängers tüchtig aufräumt; und wcun cs ihr auch noch nicht gc» lungcn ist, das Firmament ganz rein zu fcgcu, so ist doch die schwere, nebelfeuchte Atmosphäre beseitigt und wir athmen mit Behagen dcn frischen, belebenden Hauch dcS Norden. Eö soll dies durchaus kcinc vcr-stccklc Anspicluug auf dic Politik der deutschen Groß« macht im Norden scin; dieselbe ist nichts weniger als angcuchm für dcn deutschen Süden. Es scheint ein schlimme« Vcrhüngniß übcr dcu Elbcherzogthümcru zu walten; sic löuucn durchaus nicht deutsch wcrden. Erst warcn sic dänisch, nun sollen sic durchaus prcn» ßisch wcrdcn. In den „Blättern" dcr llciucn Ääume verursacht der neueste preußische Wind gewaltiges Rauschen; allein Wind ist Wind. uud wcun cr gcuug geweht hat, so legt cr sich wieder. Ein halbes Dutzend Depeschen hin und hcr, und Allcs ist wicdcr ruhig. Nur Schade, daß dic Freude übcr den Sieg, den deutsche Waffen errungen, getrübt wird. Wären wir doch in Wien, könnten wir die heimlehrenden tapferen Truppen und dcn ruhingc» krönten Feldherrn auch schcn, könnten wir einstimmen in den begeisterten Jubel dcr Bcuöllcrnng — das dachten wir am letzten November, an dcm Tagc, als ein Theil von Oesterreichs tapferem Heere dcn Triumphcinzug hiclt. Die glücklichen Wicncr! Wic viel großartige, crhcbcnde Momcittc habcu sic doch im Jahre! Zu uiiS in die Provinz dringt nur ein matter Nachhall in Form von ^citungSbcrichtcn, Und doch haben wir auch unscrcn Theil an dcn Vcr» dicnsten. Habcn doch auch Söhne unseres Landes mitgekämpft in dcn glorreichen Gefechten in Schleswig und haben dcn nordischen Schnee mit ihrem Blute gefärbt. Vor einiger Zcit tauchte einmal das Projekt auf, die Nameu allcr Söhuc KraiuS, welche scit 1848 auf dcn Schlachtfeldern geblieben, auf cincr Gedenktafel zu vereinigen nnd dicsclbc in irgend einer Kirche aufzubcwahrcu. Wir habcn dicscm Projcktc mit Frcndcn zugestimmt, bcdaucru aber, daß dic Persönlichkeit, von wclchcr cS anöging, nicht mehr in Laibach weilt. Wir wollen jcdoch die Hoffnung nicht aufgeben, daß irgend ein Patriot cS aufnehme uud ausführe, uud versprechen ihm van liuscrcr Scitc die kräftigste Unterstützung; daß das ganze Land sich bc» cilcu würde, die geringe» Kostcn zu bcstreiten, ist gar nicht zu bezweifeln. Mit Stolz blickt ganz Oesterreich auf die Trup. pcu, wclchc so viel Thaten dcS Muthes, dcr Kraft uud Ausdauer vollbrachten. Dic Klagc, die jetzige. Generation sci verweichlicht, ist nur thcilwcisc gerecht, insoferne nämlich, als die Zahl dcr Dicnstuutaug' lichcn in dcn Städten alljährlich grüßer zu werden! scheint. Um die Jugend körperlich zu klüftigen, gesunde, an Leib und Scclc tüchtige Männer zn er-ziehen, ist nichts gccignctcr, als gymnastische Ucbun» gcu, Turnen. Wic slcht es bci uns damit? Scit seinem Bestehen schon ein Gegenstand dcr Äc< achtuug und öffentlichen Thcilnahmc, vcrdicnt dcl Laibachcr Tnrnuercin hcutc um so mchr ei» Wort dcr Anerkennung, als dcrsclbc l'iichcr für sich und unsere Jugend im Stillen daö Vcstc gewirkt und durch dic kürzlich crfolatc Anstclllmg cincS Tlir»" uud FcchllchrerS die lctztc Bedingung erfüllt hat, die man an ihn stellen konnte. War schon dadurch, daß dcr Verciu in kurzer Zeit mchr als 2W Mitglied^ zähllc, dcr BcwciS scincr Lebensfähigkeit hcrgcstt^ so ist durch dic Theilnahme, welche dcm rcgelrcch^ Unterrichte gewidmet wird, und die hoffentlich s^ uoch mchr stcigcrt, dic Zukunft als ciuc gesich"" und erfolgreiche zu bctrachtcu. Wir wollc» hicr die Nützlichkeit dcS T»r»"^ uicht besprechen, dicsclbc ist allgcmciu anc'.lalM^ D«c Turuschulc, von dicscr sprcchcu wir, soll cinc ^mc für Zucht uud Ordnung, ciuc Anstalt zur rcaclrc^ ten Entwicklung dcr Thatkraft und Eutäußcrul'li '"'^ tührlichcu Trcibcns, ciuc Vorschule für dcu St""^ bürgcr zu allen Gcwcrlcn dcö Friedens uud 5"^^ Rüstigkeit im Kricgc scin. Daß natürlich cincr ^" schule nach dicscn Prinzipjci, cm Lchrcr uorstchc" '" l,> bcr an Geist uud ssörpcr gleich gcliildct >sts ^V^-, sich von selbst; dcm, nicht dic M'litcitt" °^ "z,cS pers allein, auch die Eigcuschaftcn dcö Hcrzc,'", Gcmüthcs müsscn dcm Lchrcr zur Scitc stcl)" , >^^ cr Ersprießliches wirkcu. Wcr selbst lcm ^i ^ niß für das Gemüth dcr Ingend hat, wcr nw/ RRO7 und Prcußcn wild wicdcr einmal dcil Vcrsuck) gemacht haben, dcr Wclt dcu Bcwcis zu liefen,, daß cs eine europäische Großmacht sein soll, während cs in Wirklichkeit nur die Ueberzeugung derjenigen gckräf« tlgct haben wird, die da glauben, daß seine euro« päischc Stellung genau in dem Verhältnisse zu seiner geographischen Ausdehnung steht, daß eS eine Großmacht sein will, während cS in Wirklichkeit doch nnr als Evstcr lmlcr die Staaten zweiten Ranges rangirt. In Berlin vergißt man dieß gerne, hier in Dresden wciß man cs, und daher anch die Ruhe, mit welcher man die nenestcn Ausschreitungen Preußens beobachtet. Man mag Herrn v. Bcnst beurtheilen wie Mau will, daS Eine werden ihm auch seine Gegner nicht licstrcitcn, daß er kräftig für die Ncchtc des Bundes einsteht nnd die realen Verhältnisse berück« sichtigct. Er weiß ganz wohl, daß er nichts ristirt, svcm, cr den preußischen Ansprüchen entgegentritt, weil ^m im cnlschcidcndcn Augenblicke die Hilfe nicht fch< len wird und nicht fehlen tauu, dcun nicht das kleine Sachscn allein, sondern alle deutschen Staaten und Oesterreich mit ihnen werden dadnrch verletzt. Es ist ein gemeinsames Interesse, das die erste deutsche Großmacht mit den Mittclstaatcn verbindet, Preußen ^er klcilil dieser Vcrbinduug gegenüber nichts An» ^lctz übrig als der Rückzug. Je eher cs sich dazu ""schließt, desto besser sür es, denn je länger cs Hubert, desto demüthigender würde er sich gestalten. Turin, 20. November. Der bekanntlich hier bestandene Zcntraluercin dcS sogenannten „(^omit^w ^^nl't« »ll/ü»niU»'", welcher bis jetzt über das ganze Land verzweigt und durch Filialen iu fast allen ita« licnischcn Großstädten rcpräscutirt war, befindet sich llegenwärtig in einem völligen Auflösungsprozeß be« Nriffcu. Der von der Regierung mehr msiueucirle Theil dieses Vcrciuö hat unlängst durch sein Leib« journal, die hiesige „Opiuiouc", bezüglich der jung. stcu Aufstaudsucrflichc im Frianl'schcn die von mch. rcrcn Vertretern des Vereines gefertigte öffentliche ^Mining abgegeben, daß seinerseits der Sache an Mio für sich zwar im Prinzipe vollständig beigestimmt, jeder weitere, faktische Aufstandövcrsuch im Vcnclia-nischcn aber für su lange pcrhorrcszirt werde, bis nicht die Regierung Kümg Viktor Emauucl's selbst sich au die Spitze der ganzen Bewegung stellen werde. Fast nlcichzcitig mit dieser Erklärung wurdcu auch vom Ministerium die bekannten energischen Maßregeln negcn jcuc zahllosen, nudisziplinirtcn Individuen er» griffen nnd kundgemacht, die unter dcr bcqncmcn Selbstbcncnnuug ..Vcnclicmischc Emigranten" hier und anderwärts ihr Uuwcscn trieben, Maßregeln, die mau ^U der Initiative oder durch Zustimmung jener Vcr« eniölcitcr iu Verbindung setzen will. Das Alles be» sll'mmlc cine größere Anzahl mehr radikaler und sich Worirt fühlender Mitglieder jenes Zcutralucrcincs ZMd sciucr Filialcu, iu mehr oder weniger scharfen, !a thcilwcisc insultircudcn Ausdrücken gegen die bis« hcrigen Kollegen öffentlich ihre Demission als Vcr-cinöbcthciligtc abzugeben. Nichts konnte aber unseren NcgicruuaMiäuucrn willkommener sein, als eben die» scr Selbstmord ciucr höchst indiskreten Körperschaft, die ihnen schon so viele tompromittircnde Verlegenheiten bereitet hatte. Dafür hört man bereits iu bestimmtester Weise davon sprechen, daß nun das Ministerium selbst den Gegenstand iu die Haud nehmen Nnd ciucu gemischten, uwhldrcssirlcl, Verein acm; I,c- soudcrS für die römisch.ucnctianischcn Angelegenheiten unter eigener Acgidc hervorrufen werde l^ic!) PariS. Herr Mocquard, dcr KabinctSchcf und vertraute Frcuud dcs KaiscrS, ist sehr gefährlich ertrankt und man fürchtet für sein Leben. Der Kaiser wünschte, daß cr mittelst Extrazugcs. im Bette liegend, nach Eomftiögnc gebracht werde; dcr Patient ist aber zu schwach, um die Reise ertragen zu töuucu. Dcr Tod dieses Mauncs wäre ein großer Vcrlnst für den Kaifer Napoleon; denn abgesehen davon, daß er in ihm einen seiner ergebensten Diener besitzt, würde cr in ihm eine Feder verlieren, die schwer zu ersetzen sein dürfte. Herr Mocmmrd schreibt nämlich alle Briefe des Kaisers nnd cr hat sich so in die Schreibweise des Kaisers eingelebt, daß dieser selbst oft nicht m>. tcrfchcidcu kauu, ob ciu Brief wirklich von ihm scl-bcr aufgesetzt sei oder nicht. Herr Mocquard zählte in sciucr Iugcud (cr ist jetzt 74 Jahre alt) zu dcu beredtesten Advokaten und cr soll anch cinc Ucberscz» znng des TacituS im Pulte liegen haben, die von seinen Freunden als meisterhaft bezeichnet wird. Aus New-York wird dcr „A. A. Z." geschrieben: Der letzte Dampfer von Havana brachte die Nachricht, daß die Kaiserin fast das Opfer dcr zu Tausenden in den Bergen herumstreifenden Gnc-rillas geworden wäre. Als sie nämlich dem Kaiser nach Toluca cntgcgcnrcistc, wurde die Bedeckung von einem Haufen Guerillas mit einem heftigen Feuer begrüßt, doch schlug die kaiserliche Ehrenwache unter Kommaudo des Grafen Bombcllcs den räuberischen Angriff mit Muth ab und brachte die Kaiserin glück' lich nach Mexiko. Lokal- nnd ProviPial-Vachlichten. Laibach, 3. Dezember. Gestcru Abends nach dem Eonccrtc wurde auf der Stiege des Redontcn-Gcbäudcö ein Portemo-uais von branncm Lcdcr, ciuigc Vormcrkuugcu uud Aantlwteu euthaltcnd, gefunden. Dcr Eigenthümer wolle sich dcr Ausfolguug wegen in dcr u. Klein-manr'schen Buchhandlung melden. * Adelöbcrg, 2. Dezember. Wie im uor-jährigcu Wiutcr in unserer weltbekannten Grotte mauchc Arbcitcu vorgcuommcu wurden, um die cugcu Wege uud Durchgänge zu crwcitcrcu und besser herzustellen, so geschieht dieß auch in dcr gegenwärtigen kalten Jahreszeit, wclchc iu dcu unterirdischen Räu» men wenig von ihrcm Eiuflussc äußer» taun. Vor Allem ist cs die Eröffnung cincs ncncu AufgaugcS auf dcu Kalvaricubcrg, wclchcr schon vor Jahren in Aussicht gestellt, und nun mit einem Aufwaudc vou mchrcrcn Hundert Gulden iu Angriff genommen wurdcu ist. Dieser Weg wird zuuächst durch dic au dcr Wc,tscitc dcS Kalvaricnbcrgcs liegende Scitcngrollc, welche bci dem Et. Stefan genannten Tropfstcingc-bilde abzweigt, in einer Strecke von 50 Klaftcru angelegt, dann auf dem steilen, ans bloßen Fcwtrüm-mcrn bestehenden Abhaugc dcs 22 Klaftcr hohen Kalvaricubcrgcs in mchrcrcn Windungen aufwärts geführt, wo derselbe bei dcr als Tricstcr ^euchtlhurm bczcichuctcu Tropsstciusäulc in den alten Weg dcs Kalvaricubcrgcs einmündcn soll. Durch den neuen Wcg wird dcr Mißstand behoben, daß sich zahlreichere Züge von Gästen bci ihrcm Auf. „„d ?i!,sttis>e» bis nun auf Eiucm engen Gange drängen mußten; zugleich wird ciu neuer Grottcuthcil dem Besuche er-öffuct, wclchcr durch seine Großartigkeit uud durch die Schönheit seiner im ursprüuglichen Zustaudc erhaltenen Gebilde, wie dcs Sturzbaches, dcr Schwaucn-säulc und des Kapcllcnzcltcö sich höchst schcnswcrtl) zeigt. — Da nun dic durch dic Rinderpest verursachte Sperre zu Eudc geht, wird außer dem übrigeu Verkehre auch dcr Unterricht an dcr hicrortigcn Haupt-schule eröffnet, wclchcr darum länger ausgcscyt werden mußte, wcil außer den einheimischen auch viele auswärtige Kinder daran Theil zu nchmcu pflegen. Diese Eröffnung dcs Schulunterrichtes ist dicßmal insofern näher zu bemerken, als durch eiucn bedeutenden, schon scit Jahren im Antrage gewesenen und nun durchgeführten Umbau die Lchrzimmcr im Hchul-hausc an Raum daS Doppelte gcwouuen haben, und jctzt für die zweckmäßigere Unterbringung der lernbegieriger zarten Jugend hinlänglich gesorgt worden ist. (SchlußverhaMungen beim k. k. Bundesgerichte.) In dcr nächsten Woche finden bci dcm hiesigen t. l. LandcSgcrichtc folgende Schlußocrhauolungcu Statt: Am 7. Dezember: 1. Thomas Simouöiö — wegen Betrug; 2. Primus DolcS nnd Kousortcu — wegen Diebstahl uud öffentlicher Gewaltthätigkeit; 3. Valentin Triller uud Josef Rant — wegen schwerer körperlicher Beschädigung; 4. Maria Wolf — wegen Dicbstahl. Am 9. Dezember: I. Martin Dcbeuz und Ursula Dcbcuz — wegen schwerer körperlicher Beschädigung; 2. Matthäus Pcrue — wegen schwerer körperlicher Beschädigung; 3. Josef Pirz — wegen schwerer körperlicher Beschädigung. Wiener Nachrichten. Wien, 2. Dezember. Als gestern Vormittag Sc. k. l. Apostolische Majestät vom Lustschlossc Schönbrunn nach dcr Stadt fuhren uud gcgcu 9 Uhr in die Nähe dcs Hotel Krcnn auf dcr Mariahilfer Hauptstraße gelangten, ward ein anf dcm Wcgc liegendes kupfernes Zündhütchen, sogeuuiiutcs Friltious-Äraudcl, durch das Darübcrfahrcn eincS Wagenrades rntzüudct und do touirtc, ohne irgcud mauchc Beschädigung herbeigeführt zu haben, mit cincm Knall. — Iu dcm südtirolischcn Dorfe Storo hat am 19. November eine feierliche und rührende Zeremonie stattgefunden. Sc. Majestät der Kaiser hattcu den von rincr FcucrSbrunst schwer heimgesuchte!, Vcwoh-ncrn dcS Dorfes 1l>00 ft. allcrgliädiasl zu spenden geruht. Dic Vertheiliiiia. fand am Allerhöchsten Na-meiiStage Ihrer Majestät dcr Kaifcriu Statt und die Bcvöllernuss drängte sich schaarcnwcisc in dic Kirche, um dcm Hochamte beizuwohnen und den Scgcn Got« tcs für daS Allerhöchste Kaiserhaus zu erflehen. ' Auch Ihre Majestät die Kaiserin Karolina A n g n st a habcn den durch Brand Verunglückten in Storo 400 ft. mid dcn Abgebrannten in Prutz ebenfalls 400 fl. gnädigst zu spenden geruht. — Bei dcu gcslcru stultgchablcu Verlosungen dcr ältcrcn Staatsschuld wurden die Serien 376,15)0, 435 gezogen. — Bei dcr gestern stattgehabten Verlosung dcS Prämicll'Alllchcnö vom Jahre 1804wnrdcu folgende Serien nnd Grwiün°Niimmern gezogen: Ser. 414,. 1528, 808, 375)8, 25)71, 1892, 813 uud 1309. Scr. »>3 Nr. 3l gewinnt 25».«> Nr. «)5 gew. 25.OO» fl., Ser. 3755 Nr. 5tt gcw. «H.OOO si., Scr. 4 «4 Nr. U4 gew. »».Vtt« fl. (Schluß folgt.) — Bci dcr gcstcrn stattgehabten Vcrlosuug dcr Fürst Windischgrätz'öose wurdcu folgcudc Treffer yc-zogcn: Nr. tt« ttätt gcw. »O.OOtt fl., 80.270 gcw. 2000 fl., 62.770 und 78.1!w sM'. je 1000 ft., 75.030 uud 90117 gew. je 500 ft., 09 527, 19.781, 95.928, 590, 73.409, 20.000, 1138, 95.938 m,o 75.493 gcw. je 100 fl. Vermischte Nachrichten. In Folge dcr lctztcn Revolution in Nnssisch-Polcn ist daselbst cin bedeutender Maugcl an ArbeitS« kräftcn cingetrctcn. An dic Wiener Schncidergenos-senschast gelangte kürzlich cin schreiben ans Warschau, in welchem daS Ausnchcn um Zuschicknng von 100 Schi'cidergcsclicu gestellt wird. Den Gehilfen »ucrdcn dic Rcifclostcn vergütet. — Die Mitglieder bet» 17. Illinois-Bürge«. Zuavculorps überreichten, wie man aus Ehicago vom 5. Oktober schreibt, ihrcm Kapitän Hcrrn A Gold-smith ciucn prachtvollen Ehrcudcgcn. Die Illinois-AtaatSzcituug" bcrichtct nussührlich iibcr die Fcier-lichtcit, von welcher die Ucbcrrcichung begleitet war. Kapitän Goldsmlth (eigentlich Goldschmidt) ist ein geborener Pragcr, dcr vor mchrcrcn Jahren nach der ncucn Wclt auswanderte, dort längere Zeit iin Unions, hccrc mit großer Auszeichnung grdicnt und name,,t-lich stch um dic Organisation dcS obenerwähnten Ellte.Eorps hochverdient gemacht hat. ^ht, lehrende Strcuge mit thcilnchmcüdcr Fröhlich» lit zn verbinden, lanu die ungcbnndcncn Schaarcn ^ iugcud nicht leiten. Daß der neue Lchrcr des Laibachcr Turn-^l'cii, o diesen Anforderungen entspricht, beweist das ^'"spcrircn dcs Vereins uud scincr Schule. Die ^lht- und Turnstunden werden nicht nur" von Vcr-^'^nitglicdcru, sondern auch von dem Vereine nicht A'gch^isscu sehr zahlreich besucht. Außerdem hat der . "^'n seinem Lehrer, Hcrrn Bockclbcrg, gestaltet, ^! ^crcmölotalc Privatunterricht zu ertheilen, und " dcrscllic schr frcqncutitt; uutcr anderen erhält "o gauzc Wnldhcrr'schc Knabcninslitut dort scincn "NMuitcrricht. Fcrucr ist cin Eursus für jnugc Vläd- ^n eröffne^ dcr auch schon ciuc hübsche Anzahl Zög- gc aufzuwciscn hat. Eiuc Turuschulc für Mädchen r dlshcr cin sehr fühlbarer Maugcl, nnd wünschen w ^ ^'^ ^ul Untcrnchlueu ciu rcchtcs Gcdcihcu, wic Pr /^"'^"pt dcin „laibachcr Turnverein" zn scincr ^losftcritüt von Herzen gralulircn. li^l, Reihen'dcs mexikanischen ssrciwill!a/ule>rps n,,s " s'ch schr; mehr als 2200 Mann siud schon lü,!. ^ ^^c lwch ihrcm ncucn Bcstimmnna.sm'lc. M ^>c andercn werden uns noch im ^aufc'dicscs ^, °""ts größleutheils verlassen. Dic Theilnahme für de>^ ^ wächst, je näher dcr Moment dcs Schci-^ kommt. ">'d der Versuch, die „Mexikaner" anf blel <^'^ "^' briugcn, war auch uur cin Bewcis ^->',v ^hciluahmc. Wir sagen „Vcrsnch", denn cin Nlin ^ ^crdici'st niüchtc» wir dein, Diustgg und Hj .^ch i» Tzcuc gesetzten Gclcgcnhcitsftückc „Die jede . " '" ^"ll,'"ll>" lüch^ bcimcsscn. Dasselbe ist ohne einheitliche Handlung uud besteht nur aus cmcr, Reihe lose aneinander gefügter Bilder, welche das Leben und Trcibcu vor der Kaserne darstellen sollen Dcr dramatische Effekt war also von vornherein iu Frage gestellt. Und doch wine die Intention nicht so übel gcwescn, wäre die Aueführuug „icht so dürf. tig ausgefallen. Es fchlt dcn einzelnen Bildern Lcbcn »ud Kraft, nnd im Dialog bemerkt mau dic äuast-lichc Vermeidung Allcs dessen, was ciuc durcharci. fcndc Wirluug hervorgebracht hätte. Der Aufaiis, versprach noch etwas mehr, ciuigc humoristische Bemerkungen fanden Anklang im Publikum, allem spä' tcrhiu cutdccktc man nichts, als ciuigc jcncr billigen Witze, wic sie in gewissen Kreisen hier gaug uud gebe siud. Viele haben, als sie dcn Titcl lasen, gcwiß vermuthet, daß rccht viel Pikaulcs vorkommen werde, waö sciucr Zeit dcu Stadttralsch bcschäfligtc nnd dic Fama zu wahrcn Schrcckbildcru aurcgtc. 'Allcin dieß lag nicht in der Absicht dcs Verfassers, uud selbst, wcnn cr Achnlichcs verwende» wollte, mancherlei Gründe licßcn ihn wicdcr davon abkommen. Dic Folgc war, daß das Stück so farblos und zu ciucm rcincn Panucgyritus alloö Mcxikauischcn wurdc. Indcß, Wärc dic DarslcUung ciuc lebendigere, rascher vor-libcrschrcitcndc gewesen, dic uubcdcutcndc Blucltc hältc sich vielleicht uoch besser ausgcuommcu. Dcn mcistcn Beifall faudcu ciu dariu vorkommendes Lied mit Ehor uud cin Ductt, vou dcncn namentlich das letztere recht gelungen ist. Sollte dcr anmiWc Verfasser wicdcr einmal cin Stück schrribcu und auf Effekt rechnen, so rathen wir ihm. l'vr Allem rccht viel Handlung ciu-zuftcchtcu. Ohne Handlung gibt cS keiu Drama, nicht einmal ciu Gclcgcuhcitsstilck. H«O8 Concert. DaS Interesse an den Concerten der philhar« monischcn Gesellschaft, heuer mehr rege denn je, scheint sich immer noch steigern, der Besuch immer noch zahlreicher werden zu wollen. Gestern Abend, im dritten Gcscllschaftöconccrtc, waren Saal und Gallerie überfüllt, selbst in der Garderobe stand dichtgedrängt das Publikum und lauschte den Vortragen durch die offene Thüre. Eröffnet wnrde das Concert durch Beethovens majestätische Ouvertüre zu „Coriolan," recht exakt und prücise durchgeführt vom Orchester. ES folgte dann ein Männcrchor mit Tenorsolo von Abt: „Waldandacht," vortrefflich vorgetragen von dem in seinen Leistungen immer vollkommener werdenden Mä'nncr-chor des Vereins. Mit Wärme, tiefer Empfindung und schönem Ausdruck sang hierauf Fräulein I aco-bine Fridrich zwei der reizenden Müllerlicdcr von Schubert, „die böse Farbe" und „Mein"; worauf ein Damenchor „Palmsonntagmorgen" vonHillcr vortrug. Der erste Satz aus Hummels ^-moil-Concerte für Pianoforte und Orchester, recht gewandt und fein gespielt von Frau Gabriele Ncdvcd, bildete den Mittelpunkt des Programms. Demselben folgten dann zwei zweistimmige Lieder von McndclS-soyn-Vartholdy, „O wär' ich auf der Halde dort" und „Herbstlich," recht schön gesungen von dem Damen« chore, worauf der Mänucrchor den schon in der vorigen Saison enthusiastisch aufgenommenen wundervollschöncn Doppclchor aus „Oedypus" von Mendelssohn mit gewohnter Meisterschaft vortrug, und das Orchester mit Mozarts Ouvertüre zu „Figaro's Hochzeit" die Reihe der Vortrüge schloß. Zwei Vorzüge sind es, welche die Concerte der philharmonischen Gesellschaft kennzeichnen und welche besonders als das Verdienst der artistischen Leitung betrachtet werden müssen. Diese sind: die durch Mannigfaltigkeit und Abwcckislnng stets interessanten Programme, und die Korrektheit und Sauberkeit iu der Ausführung der einzelnen Picccn, die nur das Resultat uncrmüdeten Studiums und fleißiger Proben sein können. DaS Publikum hat dieß auch anerkannt und jeder einzelnen Piece den lebhaftesten Beifall gezollt. Eins hat uns aber nicht recht gefallen, nämlich die Unruhe beim Vortrag einzelner Nummern, die be« sonders auf der Galerie herrschte. Wir erwähnen es nur, weil wir gewiß sind, daß die einfache Erwähnung genügt, um ein Wiedcrvortommcn zu verhüten. Neueste Nachrichten und Telegramme. Trieft, 1. Dezember. Der Dampfer „Vrafi-lian" mit 1100 mcytamschen Freiwilligen ist heute Mittags abgegangen. Dresden, 1. Dezember. Das „Dresdener Iourn." versichert, das luindesfreundliche Ersuchen Preußens, die Herzogthümcr zu räumen, sei von Seite Sachsens mit Hinweisung auf den sächsischen Vun< ocsantrag dahin bcanlworlct worden, daß Sachsen selbstverständlich jedem Majoritätsbeschlüsse der Äun» dcsvcrsammlung sofort nachkommen wcroc, aber nicht eigenmächtig handeln wolle. Darmstadt, 1. Dezember. In der hcntigcn Sitzung der Dcputirtcnlammer wurde nach scharfer Dcbatlc die unbedingte Amicchme der Strafprozcßoro« nung mit 31 gegen 15 Stimmen abgelehnt, dagegen das Amcndcment Volharos angenommen, daß die jetzige Fassung aller einzelnen Artikel durch die De-putirtcnkammer als Bedingung festgestellt werde. Berlin, 1. Dezember. Der „Nordd. Mg. Ztg." geht nachfolgende Mittheilung zu: Die sächsische Rc-gicruug habe die Aufforocnmg Preußens zur Zurück-zichuug der Exckutiouötruppcn bisher uicht bcalttwor« ttt. Bevor Preußcu zur cigcucu Durchführung sciucr Rechte schreitet, hielt, es sich verpflichtet, es dem Bunde zu ermöglichen, durch schleunige Bcschlußfassuug die sächsische Regierung zu bestimmen, die unberechtigte Weigerung, den Vuudcsucrtrag zu crfüllcu, aufzuge-ben. In der Annahme, daß eine 24 Stuudeu überschreitende Verzögerung der Antwort ciuer Ablehnung der Fordcruug Prcußcus glcichlommc, sei die prcußi' schc Regierung iu der Lage, sich in der heutigen Buu« dcstagssitzung über die ^ci^ruug Sachsens zu bc-schwcrcu. Da die österreichische Regierung die Auffas« sung Preußens theilt, daß die Exekution beendigt und die Bundcstruppcn zurückzuzichcu seien, so sei cS mög« lich, dieses Resultat untcr der Form cincS gemein» samen östcrrcichisch'prcußischcu Buudcsautragcs herbeizuführen. Es sei daher große Wahrscheinlichkeit für oic schleunige Fassung solcher Bundcsbcschlüssc vor-Handen, welche jedem weit^cn Konflikte zur aufiich» tigcu Genugthuung Preußens vorzubeugen ßccigntt sind. Paris, 1. Dezember. (Pr.) Frankreich versucht Nordamerika znr Anerkennung Mcrilo'S zu vermögen. Präsident Lincoln hat die Ausrüstung vier juristischer Fahrzeuge im Hafen zn Rcw'Hork verboten, nachdem Kaiser Maximilian sich, ungeachtet seiner Sympathien für die Secession, geweigert, einen snd-staatlichcn Gesandten zn empfangen. Die französi« schcrscits gemeldete Aufgrcifuug Demmc'ö iu Havre wird offiziell dcmenlirt. London, 1. Dezember. Earl Russell hat das Manifest der Südstaatcn dahin beantwortet, daß Eng« land den Krieg bedauere, aber wie bisher strenge Neutralität beibehalten werde. Odessa, 30. November. Am 28. uud 20. d. wütheten im schwarzen Meere bcdculcuoc Stürme. Vier griechische Schisse sind bei Varua gescheitert, zwei österreichische Schiffe schwebte» bei Suliua iil Gefahr. Zur Berichtigung der Notiz der Redaktion der „Laibachcr Zeitung" in Nr. 244 vom 25. Oktober l. I., Seite '.175, wird bekannt gegeben, daß dcr löbliche Gcmcindcrath dieser Landeshauptstadt in scincr Sitzung vom 30. November l. I. nach Anhörung dcö bezüglichen Referates dcr Baufckliou uud eiuer cil»< gehenden Debatte erkauutc: „Dcr Magistrat habe bei Löschung der in der Nacht vom 10. auf ocu 20. Oktober auf dcr Klagcnfmtcr Linie ausgcbrochcucn Fcucrsbruust seine Schuldigkeit gethan." Vom Stadtmagistratc Laibach, I. Dez. 1864. 1)i. <5. H. <5osta, Bürgermeister. Theater. " Heute Samstag: Zum Vortheile des Kapellmeisters Karl Ricgg: Vine kleine (frzählunss ohne Vtamen, Lnstspicl in 1 Aufzug, vou Görner. Der Dorfbarbier, komische Oper in 2 Aufzügcu, vou Schenk. Morgen Sonntag: Znm ersten Male: Die Nanbschiitzen, oder: Die Locke deö (Enthaupteten, romantisches Schauspiel mit Melodram und Tables in 3 Auszügen, von iiarl Haffucr. Musik vo»» ^"' pcllmcistcr I. Grill. ^. Druck und Verlag von I«naz v. Htlein»»ayr Kt ^,-dur Van:brra iu ^iaibach. Telegraphische Effekten- und Wechsel-Kurse an der l. l. öffentlichen Börse in Wici Den 2. T^cmber. b'/. M.talliques 70.»^» 1860-er Anlriht 93 5l b'/. ?lat.-Äul,h. 79 50 Silber . . . Ntt.-Bankaktie,, . 7^0.- Londo» . . 110 <) Kr«UtaltitN . 175.90 K. t. Dukatcn 55^ Fremden-Hn zeige. Dm 1. Tczcmrer. Ttadt Wien. Die Herren: Stcyer v. Hochberg und Rit t«r v Eisenstn". l. f. Hnuvtleute; Vrril. .ssauf mann. von Wien - u Vana/r, Gutsbesihlt von Poglinih. — Kalischllig. Postilltisttr, vo, Ntumnltl. Elephant. Die Herren: r. Rath und Hab,r,cht<-, s. l Majors; Wildt. Privat, von Wien. — Treu mann, Kaufmann, von Vamderg. — Neubert Regimentsarzt. v. lühen. — Ttsg»ll. Kaufmann v«n Vrünn. — Stranz. Kaufmann, von Oraz — Frau Varady. Hofr>Ul,s»'>>>lm, von Paty Wilder Mann. Ti, Hliren: v, Iciivrrssi. k. l Hauvlmann Andltor, von C^rnowitz, — Blaß. K.iufmaun V. Brunn. - Pc>rl.i. l. k Hauptmann, v. ?llustadll Baierischer Hof. Die Herrc» : Wagner von Tübingen. — Schiny, Tdicrarzt. vcn Fiumo. — Gottmann t. f. Hauptman», vrn Wien. Mohren. Tic Hcrnn: Wurm. l. l. Oberlilutcnant von Wicn. — lUerl, Privat, vcn l5illi. Verstorbene. Den 24. November. Dcm Herrn Navtho^ lomii Schuschessq, Bäckermeister, stin Kind Fc-lif, alt 3'/, Jahre, in der ^tadt Nr 124. ar der häutigen Bräune. — Herr Josef Stefan, Milsillshrcr, alt 72 Jahre, im Civilspital, ai, Allcroschwiichc, Ten 2.', Josef Gariroscha, Maurer mit Hansbeschcr, alt 53 Jahre, in der Hradech,: Vorstadt Nr. ^l, an der Entartung des Magens, — Dem Anton Stcpez, Schmied, sein« Gattin Elisavctha. alt 5^' Jahre, in dcr Hra-dcczlr,-Vorstadt ^ir. 21, an dcr i'uligcnlahmliüg. — Tem Herrn Josef Echwegcr, aladenüschen Maler nnd Pologravhen, sein Kind Josesa, all 6 Tan,« uud N Stunden, in dcr Gradischl,-Porstadt Nr. 58. an der Vauchfclltu!;iwonna.. Den 27. Johann Tobitsch, Taglohuer. alt 67 Jahre, in der Eladt Nr. 1«9, an der Auszchrnng. — Herr Johann Global,»»!, Ma-ssistrats-Bcamt? alt W ^ahre, starb in der Po-laull-Vorstadt Nr. i»1, iu lfolssc einer Schußwunde nnd wurde gcrichllich beschaut. Den 2s. Dein Herrn Moritz Siegel, Äc, visionö-Assistcnlen im Baudcpartemcut dcr k. t. Landcilregicrung, seine Fran Viaric, sseborciic N Hubcr, alt 38 Jahre, in der Stadt Nr. Ill, an der luotia.cn knngenslicht. 0 Anmerkung Im Monate November 1«6'i - sind ^»ii Personell gestorben. VN» ,- Mehl-öiMlsensrüchten, r. koi2llz-Vol8tHät (Kbtleläeplati) il<», " 0!I,^!l /III' ^. .. l! Hlult«iin«l,l .. t — „ lü l^mm^lmolll „ l — " .. lV I'<,I,w,cl,l .. ^ _ _ „ ^ lloi. ü — ^ „ 1! » v^l!!!>« „ 7 6^) l,rein uilll liloien eu ssru8k u>^ on 25) ^CIlt^» Das Hang Rr. ZO tl in der Polana-Vorstadt, ssau', ucn rcstaurirt, lü'stcheud au? N ZinlMtt»' 4 Dachzimiueru, 2 Sparherdluchim, Hulzless"'' Keller, Hofraum und einem llcincn Oarlru "^ Bruuueu im Hau«, ist um dru Plcii! vo« ';7